Route 41, Sanibel Island und das kleinste Postamt der USA

Der Tag begann mit einem Hauch von Abenteuerlust – unser gemütliches Motel in Lauderdale by the Sea würde uns schon bald in Richtung Westen verabschieden. Doch bevor wir uns von der Ostküste Floridas losreißen konnten, stand eine letzte, äußerst wichtige Mission an: ein ausgiebiger Shoppingtrip in unser persönliches Paradies, die Sawgrass Mills Outlets!

Highway 41

Mit prall gefüllten Einkaufstüten und einem breiten Grinsen auf den Lippen ging es schließlich weiter Richtung Miami. Unser Ziel: die legendäre Route 41, die uns mitten durch das Herz der Everglades führen würde. Schon bei der bloßen Vorstellung, von einer Kulisse aus Palmen, Alligatoren und endlosem Himmel umgeben zu sein, pochte unser Entdeckerherz schneller.

Etwa auf halber Strecke wartete ein ganz besonderer Schatz auf uns: das Ochopee Post Office, das kleinste Postamt der USA. Diese winzige Hütte mitten im Nirgendwo hatte mehr Charme als viele moderne Gebäude zusammen. Natürlich nutzten wir die Gelegenheit, um ein paar wunderschöne Postkarten zu kaufen – inklusive eines kurzen Plauschs mit dem freundlichen Postmitarbeiter, der uns erzählte, dass hier jeden Tag Besucher aus aller Welt Halt machen. Unsere Grüße an die Daheimgebliebenen waren damit gesichert!

Ochopee Post Office

Ein wenig später erreichten wir Naples, wo uns die Miramar Outlets ins Auge sprangen. Leider wollte uns an diesem Tag nichts so recht begeistern – vermutlich hatten wir unsere Shopping-Glückskarte bereits in Sawgrass ausgespielt. Doch kein Problem, denn ein Besuch im Foodcourt brachte uns mit Burgern und Pommes schnell wieder auf Kurs. Schließlich braucht jede erfolgreiche Reise eine solide Kalorienbasis!

Nun standen wir vor einer Entscheidung: St. Petersburg oder Sanibel Island? Die Wahl fiel nicht schwer, denn die verlockende Aussicht auf die berühmten Muschelstrände von Sanibel siegte haushoch. Über die Straßen 867 und 869 steuerten wir direkt auf den Sanibel Causeway zu, eine malerische Brücke, die uns für schlappe 3 Dollar Maut in ein kleines Inselparadies führte. Schon beim Überqueren der Brücke verliebten wir uns in die Postkarten-Idylle aus türkisfarbenem Wasser und schlanken Palmen.

Cape Coral Bridge

Sanibel Island entpuppte sich als wahres Juwel. Hier dürfen Gebäude nicht höher als 13,70 Meter sein, sodass nichts die malerische Skyline aus Natur und Architektur stört. Ausnahme? Der imposante Leuchtturm von 1884, der mit seinen 30 Metern majestätisch über die Insel wacht. Doch was Sanibel wirklich einzigartig macht, sind die kilometerlangen Strände, übersät mit Muscheln, die wie Schätze aus einer anderen Welt auf uns warteten.

Ein absolutes Highlight war unser Besuch im J.N. “Ding” Darling National Wildlife Refuge. Der Wildlife Drive, eine 8 Kilometer lange Straße durch ein Labyrinth aus Sümpfen, Mangroven und glitzernden Seen, war eine Oase der Ruhe – wenn auch ohne die tierische Gesellschaft, die wir uns erhofft hatten. Die Alligatoren waren wohl in der Mittagspause, doch ein einzelner Waschbär und ein neugieriger Vogel sorgten für charmante Begegnungen, die wir natürlich auf unseren Kameras festhielten. Für uns war es trotzdem magisch: nur wir und die unberührte Natur.

Waschbär

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von Sanibel und machten uns auf den Weg nach St. Pete Beach. Die Fahrt führte uns durch traumhafte Küstenorte, vorbei an idyllischen Buchten und durch majestätische Palmenalleen – die Golfküste Floridas war ein echtes Fest für die Sinne.

Am späten Nachmittag erreichten wir unser Ziel: das Beachcomber Beach Hotel & Resort. Direkt am Strand gelegen, erstrahlte das Hotel in der warmen Abendsonne. Der Anblick des weißen Sandstrands, die glitzernden Wellen des Golfs von Mexiko und die sanfte Meeresbrise versprachen einen perfekten Abend. Und so ließen wir den Tag ausklingen – mit dem Klang der Wellen im Ohr und einem Lächeln auf den Lippen.

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