
Von Las Vegas zurück nach Hause: Ein fantastischer Brunch und Beinfreiheit im Flieger
Der letzte Tag in Vegas – und wie könnte man ihn besser verbringen, als mit einem legendären Brunch im Wynn? Unser Flug geht erst um 14:20 Uhr, also haben wir noch ein paar Stunden, um diesen Morgen in vollen Zügen zu genießen. Und da wir uns die letzten Tage brav die Füße plattgelaufen haben, ist die einzig logische Entscheidung: Essen. Viel Essen.
Unser Ziel: „The Buffet“ im Wynn – ein Ort, an dem selbst hartgesottene Foodies kurz Luft holen müssen, bevor sie sich ins kulinarische Abenteuer stürzen. Doch da wir wissen, dass halb Las Vegas dieselbe glorreiche Idee haben könnte, erscheinen wir schon 15 Minuten vor der Öffnung um 7:30 Uhr. Und wie erwartet: Wir sind nicht die Einzigen. Um 7:25 Uhr treten wir durch die Tür, bereit für das, was uns erwartet – und oh ja, es wartet einiges.
Schon der erste Blick ins Innere des Buffets ist atemberaubend. Es ist, als hätte Willy Wonka seine Leidenschaft für Schokolade gegen eine Karriere als Innenarchitekt eingetauscht. Überall leuchten Farben, kunstvolle Blumenarrangements ragen in den Himmel, und riesige Kristallleuchter verbreiten eine Atmosphäre, als hätte man sich versehentlich in ein luxuriöses Wunderland verirrt.
Doch jetzt kommt der eigentliche Star dieses Morgens: DAS ESSEN.

Mehr als 10 Live-Cooking-Stationen stehen bereit, um uns mit frisch zubereiteten Köstlichkeiten zu versorgen. Omelettes werden auf Bestellung zubereitet, Pancakes dampfen verführerisch, Steak wird direkt vor unseren Augen gegrillt. Was auch immer man sich wünscht – hier gibt es nichts, was es nicht gibt.
Die große Herausforderung ist jetzt nicht mehr, was wir essen möchten, sondern wo wir anfangen sollen.
✔ Frühstücksklassiker? Pancakes, French Toast, Eggs Benedict – alles da!
✔ Deftiges für den späteren Hunger? Steak, Pasta, Sushi – kein Problem!
✔ Asiatische Spezialitäten? Dumplings, Dim Sum, miso-mariniertes Lachsfilet – gerne doch!
Doch dann entdecken wir den wahren Endgegner dieser Brunch-Odyssee: Das Dessertbuffet
Man sollte meinen, dass wir nach all den Frühstücks-, Brunch- und fast schon Abendessenoptionen langsam eine Pause bräuchten. Aber dann kommen wir an der Dessertstation vorbei. Und da wird schnell klar: Vernunft ist was für Anfänger. Vor uns erstreckt sich ein süßes Paradies:
✔ Ein majestätischer Schokoladenbrunnen, an dem man Früchte, Marshmallows oder einfach nur seinen Finger eintunken möchte.
✔ Mini-Törtchen, die so perfekt aussehen, dass man sie fast nicht essen mag (aber natürlich trotzdem tut).
✔ Kandierte Äpfel, wie frisch aus dem Jahrmarkt-Kitsch-Katalog.
✔ Eis in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen, serviert in kleinen Waffelschälchen.
Kurz gesagt: Hier könnte man sich problemlos tagelang durchprobieren – wenn man nicht irgendwann platzen würde.
BILDERGALERIE: The Buffet at Wynn
Nach fast drei Stunden (ja, so lange kann Essen dauern, wenn es so gut ist) sind wir offiziell gesättigt. Wir lehnen uns zurück, atmen tief durch und fragen uns insgeheim, wie viele Kalorien wir gerade vernichtet haben. Die Antwort lautet vermutlich: alle. Einfach alle.
Obwohl sich das Restaurant inzwischen ziemlich gefüllt hat, bleibt die Atmosphäre angenehm entspannt. Keine langen Schlangen, kein hektisches Gedränge – einfach perfektes Timing.
Um 10:00 Uhr beschließen wir, unser opulentes Festmahl zu beenden. Nicht, weil wir aufhören wollen – sondern weil wir einfach nicht mehr können.
Es ist der perfekte Abschluss für unseren letzten Morgen in Las Vegas. Ein letztes Mal saugen wir die Atmosphäre in uns auf, bevor wir uns langsam auf den Weg zurück ins Hotel machen. Denn jetzt heißt es: Goodbye Vegas – zumindest für dieses Mal.
Vollgefuttert bis zur absoluten Kapazitätsgrenze und mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen entscheiden wir uns für einen kleinen Verdauungsspaziergang. Denn seien wir ehrlich: Wenn wir jetzt einfach direkt ins Auto steigen würden, bestünde die ernsthafte Gefahr, dass wir in einen spontanen Winterschlaf fallen. Also nutzen wir die verbliebene Zeit sinnvoll – und erkunden noch ein letztes Mal das atemberaubende Wynn.
Es gibt viele Casinos in Las Vegas, aber das Wynn ist anders. Während andere Hotels gerne auf übertriebene Glitzer-Dekoration und möglichst schrille Farben setzen, fühlt sich hier alles einen Tick edler, eleganter – und doch angenehm verspielt an. Es ist ein Casino mit Klasse.
Die riesigen Blumendekorationen, die verspielten Muster auf dem Teppich und das elegante Interieur lassen einen fast vergessen, dass man sich eigentlich in einer Stadt befindet, die für schrilles Neonlicht, klingelnde Spielautomaten und überdimensionale Reklametafeln bekannt ist.

Das Highlight? Ein Karussell – komplett aus Kunstblumen gefertigt. Jawohl, ein Karussell, das nicht fährt, sondern einfach nur bildschön ist. Es dreht sich langsam unter einem Baldachin aus Blüten, als hätte sich jemand gedacht: „Wie wäre es mit einer Mischung aus Alice im Wunderland und königlicher Gartenparty?“ Und das Beste daran? Es ist kitschig auf die bestmögliche Art und Weise.
Wir schlendern gemütlich durch das Casino, beobachten die Spieler, lassen die luxuriöse Atmosphäre auf uns wirken und genießen diesen letzten, entspannten Moment in der Stadt, die niemals schläft.
Doch schließlich schlägt die Uhr Richtung Abschied. Wir werfen noch einen letzten Blick auf das imposante Foyer, verabschieden uns innerlich von diesem perfekt inszenierten Vegas-Traum und machen uns auf den Weg zu unserem Wagen.
Ein letzter tiefer Atemzug der warmen Wüstenluft, ein zufriedener Blick zurück – es war ein unvergesslicher Morgen voller Genuss und Erlebnisse.
Jetzt heißt es wirklich: Goodbye, Vegas. Aber wer Las Vegas kennt, weiß auch: Wir kommen wieder.


Mit einem tiefen Seufzer machen wir uns auf den Weg zur Autovermietung, denn jetzt kommt der wirklich schmerzhafte Teil des Tages: Wir müssen uns von unserem treuen Gefährten verabschieden.
Unser Pickup, unser treuer Reisebegleiter, unser rollendes Wohnzimmer – er hat uns durch Wüsten, über Pässe und durch endlose Weiten getragen. Es war eine dieser unerwarteten Überraschungen – ein Upgrade, mit dem wir nicht gerechnet hatten, das uns aber auf jeder einzelnen Meile dieses Roadtrips Freude bereitet hat.
Geräumig, komfortabel und mit einer Straßenpräsenz, die uns so manches Mal das Gefühl gab, wir wären die Könige des Highways. Hoffentlich ergibt sich irgendwann wieder die Gelegenheit, einen solchen Straßenkreuzer als Reisegefährten zu haben!
Die Fahrzeugrückgabe bei Alamo läuft, wie erwartet, völlig reibungslos. Ein kurzer Check, ein Nicken vom Mitarbeiter – das war’s. Keine Diskussionen, kein Papierkrieg, kein Drama. Dafür aber ein leicht sentimentales Gefühl, als wir mit unserem Gepäck in Richtung Shuttle-Station schlendern.
Für einen Moment überlegen wir, einfach im Auto sitzen zu bleiben und so zu tun, als hätten wir es nicht bemerkt, dass wir es zurückgeben müssen. Vielleicht fährt es dann einfach mit uns zurück nach Hause? Aber nein, wir reißen uns zusammen.
Wenige Minuten später stehen wir mit unseren Koffern bereit, der Shuttle-Bus rollt heran, und wir steigen ein.

Manchmal hält das Leben kleine Überraschungen bereit – und diesmal kam sie in Form einer freundlichen Flughafenmitarbeiterin, die uns kostenlos Plätze in der Exit-Row zuteilte. Mehr Beinfreiheit, weniger Enge, ein bisschen mehr Luxus auf dem Rückflug – ein wahrer Glücksgriff!
Mit einem breiten Grinsen und zwei Dosen Cola bewaffnet, machten wir uns auf den Weg zur Sicherheitskontrolle. Alles lief wie am Schnürchen, bis wir am Gate ankamen und die Nachricht erhielten: unser Flug hat eine Stunde Verspätung. Ach du meine Güte.
Aber hey, nach all den Roadtrip-Abenteuern lassen wir uns von sowas nicht aus der Ruhe bringen. Ich nutzte die Zeit für ein ausgedehntes Shopping-Erlebnis in den Flughafenstores – was könnte es Besseres geben, als sich in letzter Minute mit neuen T-Shirts einzudecken?

Irgendwann wurde selbst das Bummeln langweilig, also gesellte ich mich wieder zu Stefan, der geduldig unser Handgepäck bewachte. Doch dann passierte etwas, das viel spannender war als jeder Duty-Free-Shop: Wir lernten ein Paar aus Deutschland kennen, das gerade den wohl coolsten Roadtrip überhaupt hinter sich hatte.
Mit ihren Harleys hatten sie die USA durchquert und zum krönenden Abschluss in Las Vegas geheiratet. Ja, richtig gehört! Während andere über Hochzeitslocations monatelang grübeln, hatte dieses Paar die wohl lässigste Variante gewählt: erst durch den Wilden Westen cruisen, dann direkt vor den Altar rollen.
Die Chemie stimmte sofort, wir plauderten über unsere Erlebnisse, tauschten Kontaktdaten aus und dachten uns insgeheim: „Das ist das erste Mal, dass wir auf einer Reise Nummern austauschen – und dann gleich zweimal!“ Wer weiß, vielleicht führt uns unser nächstes Abenteuer irgendwann gemeinsam auf die Route 66.

Nach 45 Minuten zusätzlicher Wartezeit begann endlich das Boarding, und ehe wir uns versahen, hob unsere Condor 767 ab in Richtung Heimat.
Der Flug selbst? Unerwartet entspannt. Dank unserer Exit-Row-Sitze saßen wir so bequem, wie es in der Economy eben geht, und die knapp 11 Stunden vergingen wie im Flug – wortwörtlich.
Die Landung in Frankfurt war pünktlich, doch die Gepäckausgabe war ein kleiner Nervenkitzel. Unsere Koffer schienen sich auf eine eigene kleine Rundreise im Frachtraum begeben zu haben. Während wir andere Reisende mit Koffern glücklich davonziehen sahen, standen wir da und warteten – bis endlich, mit gefühlter dramatischer Zeitlupe, unsere Taschen aufs Band rollten.
Nun noch der letzte Transfer: Koffer geschnappt, ab in den Shuttlebus, rein ins Auto und auf die Autobahn.
200 Kilometer Heimweg an einem Feiertag? Ein absoluter Traum – kein Stau, kein Stress, einfach entspanntes Heimrollen.
Und dann der krönende Abschluss: Zu Hause erwarteten uns unsere Tochter, ihr Mann und unser Enkel – und eine riesige Portion dampfender Spaghetti Bolognese. Nach 2,5 Wochen unterwegs schmeckte diese erste Portion Pasta einfach wie der Himmel auf Erden.

Wenn ich auf diese Reise zurückblicke, bleibt nur ein Fazit: Es war einfach phänomenal.
Wir haben atemberaubende Landschaften durchquert, und es war beeindruckend zu sehen, wie sich die Natur innerhalb weniger Tage so drastisch verändern kann.
🌵 Von 43°C im Death Valley – wo uns die Hitze fast in die Knie zwang – ❄ bis zu -11°C im schneebedeckten Grand Teton, wo wir uns fühlten, als hätten wir plötzlich das falsche Land gebucht.
Dann der Yellowstone Nationalpark – eine Szenerie, die so surreal war, dass wir uns sicher waren, dass dieselbe Crew, die Disneyland erschaffen hat, hier auch ihre Finger im Spiel hatte.
Und dann natürlich die Wave!
Das Gebiet der Coyote Buttes North war ein Traumziel, für das wir 17-mal an der Lotterie teilgenommen haben – und endlich gewonnen haben. Ein Ort, der mit nichts vergleichbar ist, was wir je zuvor gesehen haben.
Wir haben alte Lieblingsorte wieder besucht, neue entdeckt und unsere „Da müssen wir nochmal hin“-Liste aktualisiert.
Aber das Beste an dieser Reise? Sie ist nur ein Kapitel von vielen.
Denn in genau 147 Tagen sitzen wir wieder im Flieger – diesmal nach New Orleans zum Mardi Gras.
🎭🎷🎉 Ein völlig anderes Abenteuer – aber sicher genauso unvergesslich.