Ausflug mit dem Katamaran: Ein toller Tag in Juneau und aufregende Walbeobachtungen

Guten Morgen aus dem zauberhaften Skagway! Die Uhr zeigt stolze 6:00 Uhr, und wir genießen die Stille der frühen Stunden. Der Waschraum gehört uns ganz allein – ein kleiner Luxus, der sich fast wie ein heimliches Abenteuer anfühlt. Während die Stadt noch schläft, bereiten wir uns voller Vorfreude auf den Tag vor.

Bereits um 7:00 Uhr stehen wir startklar da, frisch, munter und bereit für das nächste große Kapitel unserer Reise: Ein Tagesausflug nach Juneau!  Die Aufregung ist förmlich greifbar, und wir können es kaum erwarten, in den Katamaran zu steigen und uns von der Schönheit des Lynn-Kanals und der Umgebung verzaubern zu lassen.

Dieser Tag hat das Potenzial, ein echtes Highlight unserer Reise zu werden. Die malerischen Fjorde, die beeindruckende Tierwelt und die lebendige Hauptstadt Alaskas warten nur darauf, entdeckt zu werden. Also, schnappt euch euren Kaffee, lehnt euch zurück und kommt mit uns auf dieses unglaubliche Abenteuer! 

Skagway Small Boat Harbor

Wir schlendern gemütlich hinunter zum Anlegesteg, die kühle Morgenluft belebt unsere Sinne, und voller Vorfreude fragen wir uns, welches der imposanten Schiffe vorne am Pier wohl unser heutiges Abenteuer bereithält. Die Spannung steigt mit jedem Schritt!

Der Anlegesteg füllt sich allmählich mit neugierigen Reisenden, die genauso gespannt sind wie wir. Dann, wie aus dem Nichts, gleitet ein schicker, schlanker Katamaran in den Hafen – elegant, fast lautlos, ein echter Hingucker. Und da ist er: unser Transportmittel für den Tag! Dieses moderne Gefährt wird uns heute sicher über den Lynn-Kanal bringen, direkt nach Juneau, Alaskas faszinierende Hauptstadt.

Während die Crew an Bord alles für die Abfahrt vorbereitet, steigt die Vorfreude ins Unermessliche. Heute wartet ein unvergesslicher Day-Cruise auf uns – mit malerischen Fjorden, wilden Landschaften und hoffentlich einigen tierischen Überraschungen auf dem Weg.

Die Uhr tickt, und pünktlich legen wir ab, bereit für ein Abenteuer, das uns bis in die Abendstunden begleitet. Gegen 20 Uhr sollen wir wieder in Skagway sein, und dann werden wir endgültig herausfinden, ob sich die Investition von knapp 360 Euro für unsere beiden Tickets wirklich gelohnt hat. Eines steht aber jetzt schon fest: Die Erwartungen könnten nicht höher sein! 

Fjordland Catamaran

Es ist endlich soweit: Wir gehen an Bord unseres schnittigen Express-Katamarans, der uns heute in die Welt der Abenteuer entführt. Mit einem kleinen Triumphgefühl sichern wir uns die Vorderreihe der Sitze – der perfekte Platz für eine uneingeschränkte Sicht nach vorne und einen direkten Blick auf Captain Glenn bei der Arbeit. Jetzt heißt es: Leinen los! 

Doch das ist noch nicht alles – dieser Katamaran wird von einer echten Familiencrew gesteuert. Captain Glenn wird unterstützt von seiner Tochter Libby, einer ebenso erfahrenen Kapitänin, die ihm auf der Brücke tatkräftig zur Seite steht. Im Hintergrund sorgt seine Ehefrau für das leibliche Wohl der Gäste. Ein beeindruckendes Familienunternehmen, das von Teamwork und Leidenschaft für das Meer nur so strotzt.

Es fühlt sich fast so an, als wären wir nicht nur Gäste, sondern Teil einer kleinen Gemeinschaft, die zusammen auf große Fahrt geht. Und während der Katamaran aus dem Hafen gleitet, wird uns klar: Heute erwartet uns nicht nur eine Reise, sondern ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden. 🌊

Taiya Inlet

Unsere Reise beginnt mit einer malerischen Fahrt durch das Taiya Inlet, das uns mit seinen schroffen Küsten und dem glitzernden Wasser förmlich in seinen Bann zieht. Die Landschaft wirkt wie aus einem Gemälde, während unser Katamaran sanft durch die Wellen gleitet. Ziel des ersten Abschnitts: Haines, wo wir einen kurzen Zwischenstopp einlegen, um weitere Gäste an Bord zu begrüßen.

Doch während wir am Hafen von Haines anlegen, erwartet uns eine Szene, die das Herz eines jeden Naturliebhabers höherschlagen lässt. Ein vorwitziger Rabe sitzt auf einem Mast und krächzt aus voller Kehle, als wolle er die Aufmerksamkeit eines majestätischen Adlers erzwingen, der regungslos auf einem Baum thront. Der Adler bleibt völlig unbeeindruckt von der Aufregung seines gefiederten „Kollegen“ und wirkt dabei beinahe königlich, als hätte er weit wichtigere Dinge im Kopf.

Smalltalk

Die Szene ist so skurril wie faszinierend, und ich zücke sofort meine Kamera, um diesen unvergesslichen Momentfestzuhalten. Der vorlaute Rabe und der gelassene Adler – ein Bild, das mich zum Schmunzeln bringt und gleichzeitig die Schönheit und den Humor der Natur zeigt.

Hier ist das Foto dieser amüsanten Begegnung – ein perfekter Start in unseren Tag voller unvergesslicher Erlebnisse! 

Es ist wirklich schwierig, die folgende Szenerie angemessen in Worte zu fassen. Unser kleiner Katamaran pflügt mit beeindruckender Geschwindigkeit durch das Chilkoot Inlet, dessen schmale Wasserstraße sich elegant zwischen den mächtigen Felswänden hindurchschlängelt. Links und rechts ragen die majestätischen Berge in den Himmel, ihre Gipfel gekrönt von schimmernden Gletschern, die in der Sonne glitzern wie Diamanten.

Die Szenerie ist so atemberaubend, dass uns nichts mehr auf den Sitzen hält. Wir stürmen auf das Außendeck, getrieben von dem Verlangen, keinen einzigen dieser magischen Momente zu verpassen. Hier draußen spürt man die Kraft der Natur noch intensiver – der Wind weht uns um die Ohren, die salzige Luft prickelt auf der Haut, und die schneebedeckten Gipfel scheinen uns zuzuwinken.

Die Kamera wird unser treuester Begleiter, ständig im Anschlag, bereit, die unendliche Schönheit Alaskas einzufangen. Jeder Klick ist eine kleine Liebeserklärung an diese überwältigende Landschaft, und wir können einfach nicht genug bekommen. Die Natur zeigt sich von ihrer allerbesten Seite, und wir fühlen uns wie die glücklichsten Menschen der Welt, mitten in dieser unvergleichlichen Pracht.

Die Frau des Hauses – oder besser gesagt, des Schiffes – ist ein wahrer Schatz. Mit einem herzlichen Lächeln kümmert sie sich rührend um das Wohl aller Gäste. Und was gibt es Besseres, als den Tag mit einem kleinen kulinarischen Highlight zu beginnen?


Schon kurze Zeit später dürfen wir uns auf frisch gebrühten Kaffee freuen, der herrlich duftet und uns den Morgen versüßt. Dazu serviert sie uns ein köstliches kleines Frühstück, bestehend aus einem frisch gebackenen Muffin, der förmlich nach Wärme und Liebe schmeckt, und einem knackigen Apfel, der uns den nötigen Vitaminschub für den Tag gibt.


Ganz nach dem Motto: Eine gute Mahlzeit ist die Grundlage für ein gelungenes Abenteuer auf See! Während wir unser Frühstück genießen, gleitet der Katamaran ruhig durch die Wellen, und es fühlt sich an, als ob die Zeit für einen Moment stillsteht.

Plötzlich ruft uns Libby, die Frau des Hauses, mit aufgeregter Stimme zusammen. Sie deutet auf das Wasser und macht uns auf eine Gruppe von Dall Porpoises, auch bekannt als Tümmler, aufmerksam, die unser Schiff in atemberaubender Geschwindigkeit begleiten. 🐬 Alle Augen sind gespannt auf die Wasseroberfläche gerichtet, doch die scheuen Meeresbewohner zeigen uns nicht mehr als ihre charakteristischen schwarz-weißen Rückenflossen, die elegant durch die Wellen schneiden.

Libby, bestens vorbereitet, hält ein Bild der faszinierenden Schwimmer bereit, um uns zu zeigen, was wir vielleicht verpassen. Diese Tiere, obwohl etwas gedrungen und unscheinbar, sind wahre Meister der Geschwindigkeit – einige der schnellsten Schwimmer im Ozean! Wir sind beeindruckt, wie sie mit Leichtigkeit unser Schiff begleiten, während wir staunend hinterherblicken.

Dall Porpoise

Der Lynn Canal, durch den wir gleiten, ist selbst ein Naturwunder. Mit einer beeindruckenden Tiefe von über 600 Metern ist er der tiefste Fjord Nordamerikas. Seine nördlichen Ausläufer teilen sich in drei zauberhafte Buchten – das Chilkat Inlet, das Chilkoot Inlet und das Taiya Inlet. Die umliegenden Berge scheinen unendlich hoch, ihre Gipfel oft von Gletschern gekrönt. Sie umrahmen die Szenerie mit einer majestätischen Präsenz, die kaum in Worte zu fassen ist.

Auf der rechten Seite – oder für die Seefahrer unter uns, Steuerbord – erregt ein einsamer Leuchtturm unsere Aufmerksamkeit: The Eldred Rock Light. Dieser kleine Wächter thront auf einer Felseninsel und strahlt in der dramatischen Kulisse aus Bergen und Wasser eine unglaubliche Ruhe aus. Er erinnert uns daran, wie bedeutend diese Leuchttürme in der rauen See sind, um den Seeleuten den Weg zu weisen.

Die Mischung aus wilder Natur und menschlichem Einfallsreichtum lässt uns einmal mehr staunen. Der Leuchtturm wirkt wie ein Anker der Sicherheit in einer Landschaft, die ansonsten ungezähmt und von beeindruckender Schönheit ist.

Eldred Rock Lighthouse

Ab diesem Punkt führt uns unsere Reise durch den beeindruckenden Lynn Canal, der sich hier in seiner ganzen Pracht zeigt und mit einer Breite von 5 bis 19 Kilometern aufwartet. Dieser tiefste Fjord Nordamerikas ist weit mehr als nur eine Naturschönheit – er spielt eine entscheidende Rolle als Wasserweg, der die charmanten Städte Skagway und Haines mit der malerischen Hauptstadt Juneau verbindet.

Es ist gegen 11 Uhr, als unser Katamaran am nördlichen Ende von Juneau anlegt. Und was soll ich sagen? Juneau ist einfach besonders. Diese Hauptstadt ist ein echtes Unikat – die einzige in den gesamten USA, die ausschließlich per Flugzeug oder Schiff erreichbar ist. Keine Straßen, keine Brücken, nur die Weite des Meeres oder die Lüfte verbinden diesen Ort mit der Außenwelt.

Eingebettet zwischen den majestätischen Gipfeln von Mount Juneau und Mount Roberts, die wie Wächter über die Stadt thronen, und dem malerischen Gastineau Channel, breitet sich Juneau in all ihrer Schönheit entlang einer 30 Kilometer langen Meeresbucht aus. Die Szenerie wirkt wie aus einem Reisekatalog: grüne Hänge, tiefblaues Wasser und schneebedeckte Gipfel, die das perfekte Panorama bilden.

Die Einfahrt in diese einzigartige Stadt ist schlicht atemberaubend – ein Fest für die Augen und die Seele. Man könnte fast meinen, man habe ein verstecktes Paradies entdeckt, das in seiner Abgeschiedenheit eine ganz besondere Magie ausstrahlt.

Unser Katamaran hat sanft an der Yankee Cove angelegt, und von hier aus sind es nur noch etwa 30 Meilen bis ins pulsierende Downtown Juneau. Kein Grund zur Sorge – ein komfortabler Reisebus steht bereits bereit, um uns entspannt in die Stadt zu bringen.

Unser Busfahrer, ein echtes Original, ist nicht nur bester Laune, sondern auch eine wandelnde Enzyklopädie über Juneau. Mit einem Augenzwinkern berichtet er, dass das Leben in dieser abgelegenen Hauptstadt um satte 20% teurer ist als im Rest der USA. Und als wäre das nicht genug, überrascht er uns mit der Info, dass es hier an unglaublichen 350 Tagen im Jahr regnet!  Doch heute? Strahlender Sonnenschein. Ein wahres Geschenk des Himmels, und wir könnten nicht glücklicher sein.

Während der Bus durch den malerischen Küstenregenwald Südost-Alaskas gleitet, genießen wir die atemberaubende Aussicht auf die grüne, lebendige Natur. Die kurvenreiche Straße führt uns durch eine Landschaft, die so idyllisch ist, dass man fast vergisst, dass wir uns einer Hauptstadt nähern. Doch nach etwa 10 Meilen wird die Szenerie urbaner, und der Hauch von Stadtleben macht sich bemerkbar.

Unsere erste Station ist der Flughafen von Juneau, wo einige Mitreisende aussteigen, um ihre Reise per Flugzeug fortzusetzen. Der Fjordline Express ist nicht nur ein Vergnügen für Tagesausflügler wie uns, sondern auch eine beliebte Verbindung für Kreuzfahrtreisende, die auf schnellstem Wege zu ihrem Ziel gelangen möchten.

Nach insgesamt 45 Minuten Fahrt erreichen wir schließlich die Waterfront am Marine Park in Downtown Juneau. Hier steigen wir aus und genießen den ersten Blick auf die charmante Hauptstadt. Der Treffpunkt für die Rückfahrt ist für 15:30 Uhr festgelegt, sodass wir noch reichlich Zeit haben, die Stadt zu erkunden.

Unser Fahrer gibt uns noch einen letzten Tipp: Wer Lust hat, kann entweder eine Fischzucht besichtigen oder den beeindruckenden Mendenhall-Gletscher besuchen – vorausgesetzt, man ist rechtzeitig zurück. Doch wir? Wir haben nur Augen für Downtown Juneau und freuen uns darauf, das Herzstück dieser besonderen Stadt auf eigene Faust zu entdecken.

Downtown Juneau

Im Hafen begegnen wir zwei beeindruckenden Kreuzfahrtschiffen, die stolz in der Sonne glänzen. Es ist kaum zu glauben, aber tatsächlich könnten hier gleichzeitig sechs dieser Giganten anlegen. Die Vorstellung, dass an einem einzigen Tag Tausende von Touristen diese kleine Stadt stürmen, ist schier überwältigend. Doch genau das verleiht Juneau diese lebhafte, pulsierende Atmosphäre – ein Ort voller Energie und Möglichkeiten!

Während wir uns in die Menschenmenge mischen, knurrt plötzlich unser Magen lautstark. Wir wissen sofort, wo wir hinwollen: Der legendäre Red Dog Saloon ruft! Doch vorher machen wir noch einen kurzen Stopp beim Harley Davidson Shop, der uns mit seinem unverwechselbaren Stil anzieht. Und ganz ehrlich – wie könnte man einen Besuch in Juneau krönen, wenn nicht mit einem brandneuen, stylischen T-Shirt als Souvenir?

Nur ein paar Schritte weiter stehen wir schließlich vor dem berühmten Red Dog Saloon – ein echtes Relikt aus der Blütezeit des Goldrauschs. Schon von außen sieht der Saloon aus wie direkt aus einem Western-Film entsprungen. Die schweren Holztüren mit den typischen Schwingelementen laden ein, in eine andere Zeit einzutauchen.

Mit einem entschlossenen Schwung öffnen wir die Schwingtüren, und schon stehen wir mitten im Herzen von Alaskas Geschichte. Der Boden ist mit Sägespänen bedeckt, die Wände sind geschmückt mit skurrilen Andenken aus der Goldgräberzeit, und eine rustikale Bar zieht sofort alle Blicke auf sich. Der Ort ist so authentisch, dass man fast das Gefühl hat, Jack London könnte gleich hereinkommen und sich ein Bier bestellen.

Red Dog Saloon

Die Atmosphäre im Red Dog Saloon ist einfach unvergleichlich! Überall spürt man die authentische Wildwest-Stimmung: Sägespäne bedecken den Boden, die massive Bar aus robustem Holz scheint Geschichten von Goldsuchern und Cowboys zu erzählen, und im Hintergrund klimpern die lebhaften Klänge eines Klaviers. Es ist, als wären wir direkt in eine Folge von “Bonanza” geschlüpft – der Wilde Westen erwacht hier wirklich zum Leben.

Unsere Wahl zum Mittagessen fällt auf saftige Spareribs, die perfekt mit der rustikalen Umgebung harmonieren. Der Duft allein lässt uns das Wasser im Mund zusammenlaufen, und schon nach dem ersten Bissen wissen wir: Ein wahrer Gaumenschmaus! 

Gut gestärkt und zufrieden verlassen wir den Saloon und tauchen ein in die reizvolle, wenn auch überschaubare Innenstadt von Juneau. Auf unserem Spaziergang begegnen wir dem Alaska State Capitol, das sich gerade in einer umfangreichen Renovierung befindet. Zugegebenermaßen wirkt es nicht so imposant wie die prachtvollen Kapitole in Texas oder Salt Lake City. Es erinnert eher an ein schlichtes Bürogebäude, doch seine Geschichte und Bedeutung für Alaska verleihen ihm dennoch seinen eigenen Reiz.

Alaska State Capitol

Während wir die Straßen von Juneau weiter erkunden, entdecken wir liebevoll gestaltete Läden, kleine Cafés und beeindruckende Wandgemälde, die die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner erzählen. Der Mix aus historischem Flair und der beeindruckenden Natur, die die Stadt umgibt, gibt Juneau einen ganz eigenen, charmanten Charakter. Wir sind begeistert, wie diese Stadt es schafft, ihre Vergangenheit mit ihrer rauen, wilden Umgebung zu vereinen – und freuen uns auf die nächsten Entdeckungen!

Juneau gehört zu den ältesten Städten Alaskas und verdankt ihre Gründung dem legendären Klondike Goldrausch. Die historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert entlang der South Franklin Street erzählen von dieser glorreichen Ära und beherbergen heute eine bunte Mischung aus Souvenirlädengemütlichen Restaurants und lebhaften Pubs. Hier kann man sich förmlich treiben lassen, von einem charmanten Geschäft ins nächste schlendern und die besondere Atmosphäre in sich aufsaugen.

Die Stadt versprüht den Charme einer Kleinstadt, der sich durch eine faszinierende Mischung aus engen Straßenmodernen Glasfassadenmalerischen Häusern aus der Pionierzeit und prächtigen viktorianischen Villenauszeichnet. Jede Ecke von Juneau scheint eine Geschichte zu erzählen, und dieser Mix aus alt und neu verleiht der Stadt ihren einzigartigen Charakter.

Anfangs hatten wir tatsächlich Bedenken, ob wir in der kurzen Zeit Alaskas Hauptstadt wirklich erleben könnten. Doch Downtown Juneau stellte sich als überraschend übersichtlich heraus, und es gelang uns mühelos, seine Reize zu entdecken und die besondere Atmosphäre aufzusaugen. Es war, als hätte die Stadt uns eingeladen, mit ihr auf Tuchfühlung zu gehen – und wir haben die Einladung mit Begeisterung angenommen.

Schließlich schlägt die Uhr 15:00 Uhr, und wir machen uns auf den Weg zurück zum Hafen, wo unser Bus bereits auf uns wartet. Die Heimreise nach Skagway führt uns diesmal nicht zurück zum Yankee Point, wo unser Katamaran am Morgen angelegt hatte, sondern zum Auke Bay Statter Harbor, nur etwa 12 Meilen von Downtown Juneau entfernt. Auch der Weg dorthin ist ein kleines Abenteuer, denn er führt uns durch den malerischen Küstenregenwald, der uns immer wieder in Staunen versetzt. 

Auke Bay Statter Harbor

Dort werden wir bereits von Captain Glenn und seiner herzlichen Crew erwartet. Punktgenau um 15:30 Uhr legt unser Schiff ab, und wir verabschieden uns mit einem letzten Blick auf die charmante Hauptstadt Alaskas. Der Tag war einfach unvergesslich, und wir sind dankbar für die vielen wunderbaren Eindrücke, die wir sammeln durften. Aber die Abenteuer sind noch längst nicht vorbei – die Rückfahrt hält weitere Highlights für uns bereit!

Die Crew beweist einmal mehr, wie sehr sie ihre Arbeit liebt. Immer wieder hält der Katamaran an, um uns die Möglichkeit zu geben, die atemberaubende Natur und die faszinierende Tierwelt hautnah zu erleben. Es ist deutlich zu spüren, wie viel Spaß sie selbst daran haben, diese Reise mit uns zu teilen. Ihre Begeisterung ist ansteckend, und jeder neue Halt bringt uns zum Staunen.

Ein besonders amüsantes Schauspiel bietet sich uns, als wir eine Gruppe von Seelöwen passieren. Sie tummeln sich lebhaft auf einer kleinen Schwimmboje, und es scheint ein regelrechter Wettbewerb darum zu sein, wer den besten Platz ergattert. Einige sehen aus, als würden sie fast über Bord kippen, während andere sich triumphierend auf der Spitze der Boje räkeln. Es ist ein wahrer Hingucker, und die Kameras klicken wie verrückt.

Seelöwen

Kurz darauf zieht ein weiterer Leuchtturm unsere Aufmerksamkeit auf sich – das Sentinel Island Lighthouse. Es strahlt in seiner ruhigen Abgeschiedenheit und erzählt von vergangenen Zeiten, in denen es Seeleuten Orientierung und Sicherheit bot. Doch kaum haben wir uns sattgesehen, wird unsere Aufmerksamkeit auf etwas viel Größeres gelenkt.

Plötzlich ruft die Crew aufgeregt: “Wale in Sicht!” Und tatsächlich – vor uns tauchen majestic Buckelwale auf, die uns mit ihrer schieren Größe und Eleganz den Atem rauben. Einer der Wale schießt eine imposante Wasserfontäne in die Luft, während ein anderer mit seiner riesigen Fluke gemächlich in den Tiefen des Ozeans verschwindet. Die Szenerie ist wie aus einem Naturfilm, und wir sind einfach nur überwältigt.

Insgesamt hatten wir das unglaubliche Glück, nicht weniger als fünf majestätische Buckelwale in ihrem natürlichen Element zu beobachten. Es war, als hätten sie nur auf uns gewartet, um uns ihre beeindruckende Show zu präsentieren. Immer wieder tauchten sie elegant auf, sprühten riesige Wasserfontänen in die Luft und zeigten stolz ihre mächtigen Schwanzflossen, die sich anmutig aus dem Wasser erhoben, bevor sie wieder in den Tiefen des Ozeans verschwanden.

Jeder Moment war ein Spektakel für sich. Die Wasserfontänen glitzerten im Licht der untergehenden Sonne, und die Flossen der Wale hinterließen faszinierende Muster auf der glatten Wasseroberfläche. Die Crew, die genauso begeistert war wie wir, teilte ihre Expertise und erklärte uns, wie diese sanften Riesen ihre Umgebung erkunden und kommunizieren.

Es war ein Erlebnis, das uns schlichtweg sprachlos machte und tief berührte. Der Ozean schien uns mit diesem Schauspiel seine Magie zu zeigen, und für einen kurzen Augenblick fühlten wir uns wie ein Teil dieses gewaltigen, wundersamen Ökosystems. 

Während wir bereits die halbe Strecke zurückgelegt hatten, wurden wir mit einem köstlichen Dinner verwöhnt, das uns ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zauberte. “Salmon Chowder”, ein herzhafter Eintopf mit Lachs und weiteren Meeresfrüchten, wurde serviert und versetzte uns in pure Verzückung. Dazu gab es frisch gebackenes Sauerteigbrot, außen knusprig, innen weich – perfekt, um die letzten Tropfen der Chowder aufzutunken. Ein echtes Highlight, das uns nicht nur den Bauch, sondern auch das Herz wärmte.

Wie schon auf der Hinfahrt legten wir einen Zwischenstopp in Haines ein, bevor unser Katamaran schließlich wieder in Skagway anlegte. Während der Rückfahrt nutzte ich die Gelegenheit für ein Gespräch mit der jungen Kapitänin. Sie erzählte, dass die bevorstehende Wintersaison für sie und die Crew eine wohlverdiente Auszeit bedeutet, bevor sie Mitte Mai wieder mit frischer Energie in die neue Saison starten. Jeden Tag neue Gäste zwischen Skagway, Haines und Juneau zu befördern, sei zwar anspruchsvoll, aber auch unglaublich bereichernd. Eine inspirierende Perspektive, die mir großen Respekt abnötigte.

Was das Wetter anging, hatten wir echtes Glück, wie uns mehrfach versichert wurde. In Juneau, so erklärte uns die Crew mit einem Augenzwinkern, gebe es oft nur “liquid sunshine” – also Regen, selbst wenn die Sonne scheint. Eine Mitreisende, die in Haines lebt und den Ausflug nach Juneau lediglich für Besorgungen genutzt hatte, bestätigte dies. Sie meinte lachend, dass Sonnenschein ohne Regen in der Hauptstadt Alaskas praktisch ein Wunder sei. Doch genau dieses Wunder hatten wir erlebt – ein Geschenk, das uns mit großer Dankbarkeit erfüllte.

Unser Katamaran steuerte schließlich wieder den Small Boat Harbor in Skagway an. Mit einem letzten Blick auf das elegante Schiff verabschiedeten wir uns herzlich von der Crew und bedankten uns für diesen unvergesslichen Tag voller atemberaubender Erlebnisse. Jetzt, kurz vor 20 Uhr, lag Skagway still und ruhig vor uns – wie eine Bühne, die nur darauf wartete, dass wir sie betreten. Die perfekte Gelegenheit, diesen Abend entspannt ausklingen zu lassen und die Magie der Stadt weiter zu erkunden.

Wir beschließen, unseren Tag mit einem entspannten Bier in der Skagway Brewing Company ausklingen zu lassen. Und was soll ich sagen? Es stellt sich als die beste Entscheidung des Abends heraus!

Die Bar ist angenehm ruhig – nur ein paar Einheimische sitzen an den Tischen, die in Gespräche vertieft sind. Die entspannte Atmosphäre passt perfekt zu unserer Stimmung. Wir bestellen ein frisch gezapftes Craft-Bier, das in der hauseigenen Brauerei hergestellt wird, und stoßen auf diesen wundervollen Tag an.

Während wir uns die Biere schmecken lassen, schweifen unsere Gespräche immer wieder zu den majestätischen Buckelwalen zurück, die wir am Nachmittag beobachten durften. „Kannst du glauben, dass wir so nah an diese riesigen Tiere herankamen?“, frage ich Stefan, während er nickend einen weiteren Schluck nimmt.

Die sanfte Musik im Hintergrund, das Klingen der Gläser und die gemütliche Beleuchtung machen diesen Moment perfekt. Wir sitzen noch eine Weile da, lassen den Tag Revue passieren und planen, wie wir morgen die verbleibenden Stunden in Skagway verbringen könnten. Doch für heute steht fest: Das Bier ist kalt, die Erinnerungen sind warm, und das Leben ist schön.

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