
Die Haines Road – Die schönste Sackgasse der Welt und Bären am Chilkoot River
Wie immer starten wir früh in den Tag. Die Waschräume des Campgrounds sind um diese Uhrzeit ganz für uns allein, ein kleiner Luxus, den wir voll auskosten. Frisch gemacht und voller Tatendrang übernimmt Stefan die Camper-Küche und zaubert uns ein leckeres Frühstück, das den perfekten Start in unseren Tag bildet. Kurz vor 9 Uhr sind wir bereits abfahrbereit – Energie geladen und bereit für neue Abenteuer.
Unsere erste Mission führt uns zu einem Ort, den wir noch von früheren Besuchen in Tok kennen: der Supermarkt „Three Bears.“ Doch dieses Mal scheint der Laden wie vom Erdboden verschluckt! Wir fahren auf und ab, suchen jede Ecke ab – doch nichts. Wo könnte er nur sein?
Als wir beschließen, den Tank unseres Campers zu füllen, wage ich es, die Tankstellenmitarbeiterin nach dem verschollenen „Three Bears“ zu fragen. Ihre Antwort bringt Licht ins Dunkel: „Er ist noch da, aber gerade im Umbau. Ihr habt ihn wahrscheinlich übersehen.“ Na klar, wer denkt denn daran, dass sich der Supermarkt hinter Planen und Bauzäunen versteckt?
Entschlossen fahren wir zurück zur vermeintlichen Baustelle – und siehe da! Hinter den Holzverschlägen und Planen verbirgt sich der neu erblühte „Three Bears.“ Der Supermarkt ist nicht nur da, er ist auch größer und besser sortiert als je zuvor! Voller Erleichterung schnappen wir uns einen Einkaufswagen und erledigen unseren Einkauf.
Mit frischen Vorräten und einem guten Gefühl machen wir uns bereit, die weiteren Abenteuer dieses Tages in Angriff zu nehmen. Tok überrascht uns immer wieder – und genau das macht diese Reise so besonders. Wer weiß, was uns heute noch erwartet?


Nachdem wir gestärkt, getankt und bestens mit Proviant versorgt sind, heißt es endlich: Abenteuer, wir kommen!Der Alaska Highway liegt vor uns, und kaum rollen wir los, fühlen wir uns wie echte Entdecker. Es mag sein, dass dieser Teil der Strecke nicht die spektakulärste Landschaft bereithält, aber hey, auch schlichte Schönheit hat ihren Reiz – vor allem, wenn sie von einem gut gefüllten Kühlschrank begleitet wird.
Die Straße wechselt entspannt zwischen geteerten Abschnitten und Schotterstrecken, als wolle sie uns auf Trab halten, ohne uns zu überfordern. Insgesamt ist die Fahrt angenehm, und die sanften Kurven lassen uns ganz in den Rhythmus des Highways eintauchen. Es ist, als würde uns die Straße persönlich nach Kanada geleiten – natürlich mit ein paar kleinen Stopps unterwegs.


Bei Kilometer 1967 (Meile 1222.5) erreichen wir das beeindruckende Tetlin National Wildlife Refuge. Die Weite, die Ruhe und die scheinbar endlose Natur sind einfach unglaublich. Zeit für eine Pause! Wir parken den Camper, öffnen den Kühlschrank und gönnen uns einen Snack – schließlich macht Entdecken hungrig. Ein Apfel hier, ein Käsewürfel da, und schon fühlt sich das Leben perfekt an.
Es ist erstaunlich, wie viel eine einfache Rast an einem solchen Ort ausmachen kann. Die Aussicht, die frische Luft und die unbeschreibliche Weite verleihen der Reise eine zusätzliche Portion Magie. Und während wir da sitzen, snackend und staunend, denken wir uns: „So fühlt sich Freiheit an.“

Nur eine Meile weiter – und da ist sie: die amerikanische Grenze. Da wir uns in Richtung Kanada bewegen, passiert das Ganze ohne großes Drama. Kein Stopp, kein Stress, einfach weiterrollen. Doch ein Kilometer hinter dem amerikanischen Grenzposten stoßen wir auf ein echtes Highlight: die offizielle amerikanisch-kanadische Grenze, die sich genau am 141. Längengrad befindet. Und was für ein Anblick! Hier wurde buchstäblich ein gerader Weg durch den Wald geschlagen, der die Grenze markiert – als hätte jemand mit einem gigantischen Lineal gearbeitet.
Aber das Beste? Die Zeitzone ändert sich erneut! Unsere Uhren springen von 11:15 Uhr auf 12:15 Uhr, und wir fühlen uns fast wie Zeitreisende. Das ist jedoch nicht die einzige Umstellung: Ab jetzt reisen wir in Kilometern, die von Dawson Creek aus gemessen werden. Unsere aktuelle Position? Kilometer 1903.3, statt Meile 1221.8. Es dauert einen Moment, bis wir uns daran gewöhnen, aber hey – ein bisschen Abwechslung schadet nie.
Vor uns liegt nun eine 30 Kilometer lange Strecke, die uns durch ein scheinbares Niemandsland führt. Schotterstraße soweit das Auge reicht und kein Grenzposten in Sicht – denn der kanadische Grenzübergang befindet sich im charmanten Ort Beaver Creek.
In Beaver Creek machen wir einen kurzen Stopp bei „Buckshot Betty.“ Eigentlich hatten wir geplant, hier eine Kleinigkeit zu essen, aber irgendwie knurrt unser Magen noch nicht laut genug. Trotzdem nutzen wir die Gelegenheit, kurz durchzuatmen und unsere Pläne zu sortieren.
Dank des unverhofften Zeitgewinns – wir haben auf dem Dempster Highway einen Tag weniger gebraucht als erwartet, und die Rauchwolken der Brände haben unsere Stopps minimiert – steht uns jetzt mehr Zeit zur Verfügung. Heute ist Freitag, und wir müssen erst am Sonntagmorgen in Skagway sein, wo eine aufregende Bootsfahrt auf uns wartet. Das heißt: Wir haben den ganzen Samstag und den Rest dieses Tages für neue Abenteuer.!

„Hey, wie wäre es, wenn wir uns nach Haines aufmachen? Vielleicht haben wir Glück und sehen dort Bären!“ schlage ich begeistert vor. Stefan nickt zustimmend, und ich setze noch einen drauf: „Am Samstag könnten wir dann ganz entspannt mit der Fähre nach Skagway übersetzen – das dauert ja nur eine Stunde.“
Wir wissen aus dem letzten Jahr, dass die Fähre zwischen Haines und Skagway nicht gerade ein Schnäppchen ist. Damals haben wir sie in die entgegengesetzte Richtung genutzt, von Skagway nach Haines. Aber Bequemlichkeit hat ihren Preis, und der ist es uns wert.
Mit stabilem Internet bei „Betty“ zögere ich nicht lange und stöbere auf der Website des Alaska Marine Highway. Ein Klick hier, ein Blick da – und leider die Erkenntnis: Kurzfristig online buchen? Fehlanzeige. Buchungen sind telefonisch möglich, aber erst drei Tage vor Abfahrt. Also greife ich zum Telefon.
Ein freundlicher Mitarbeiter meldet sich, und ich frage nach Verfügbarkeiten. Gute Nachrichten: Es gibt noch zwei freie Plätze! Perfekt – wir brauchen ja nur einen. Ich gebe ihm alle erforderlichen Infos: Name, Alter, Kreditkartendaten, Adresse, E-Mail, Telefonnummer und die Maße unseres Campers. Nach ein paar Minuten ist alles erledigt, und er versichert mir, dass ich innerhalb von 30 Minuten eine Bestätigungs-E-Mail erhalten werde.
Warten ist nicht so unser Ding, also beschließen wir, weiterzufahren. Die Bestätigungs-E-Mail kann ich später checken. Jetzt freue ich mich auf Haines – diesmal sind die Bären bestimmt da. Beim letzten Mal war der Chilkoot River wie ausgestorben, aber ich habe ein gutes Gefühl, dass wir dieses Mal mehr Glück haben.
Kurz darauf passieren wir Burwash Landing und stoßen auf die größte Goldwaschpfanne der Welt, die direkt an der Straße steht. Natürlich ist ein Fotostopp Pflicht. Wann hat man schon die Gelegenheit, vor einer überdimensionierten Pfanne zu posieren? Unsere Reise ist voll von solchen kleinen Überraschungen, die das Abenteuer so spannend machen.
Mit jeder Meile wächst die Vorfreude auf Haines – und wer weiß, welche Geschichten uns dort erwarten? Die Straße ruft, und wir folgen ihr voller Neugier!

Ein paar Kilometer weiter bringt uns der Alaska Highway an den Rand eines der beeindruckendsten Naturwunder Kanadas: den Kluane Nationalpark. Die Straße verläuft entlang der östlichen Grenze des Parks und eröffnet uns mit jedem Kilometer atemberaubendere Ausblicke. Auf der rechten Seite ragen die mächtigen Elias Mountains in die Höhe, einige von ihnen gekrönt von glänzenden Gletschern, die in der Sonne glitzern. Die Szenerie ist einfach überwältigend.
Gegründet 1976, ist der Kluane Nationalpark nicht nur der größte im Yukon, sondern auch der viertgrößte Nationalpark in ganz Kanada. Und was für ein Nationalpark das ist! Innerhalb seiner Grenzen thront der beeindruckende Mount Logan, Kanadas höchster Berg, der mit 5959 Metern majestätisch in den Himmel ragt. Doch damit nicht genug: 82% der Parkfläche werden vom gewaltigen Kluane Icefield bedeckt. Diese gigantische Gletscherwelt macht den Park zu einem der spektakulärsten Ziele für Naturliebhaber weltweit.
Während wir weiterfahren, können wir uns kaum von den atemberaubenden Ausblicken lösen. Die unberührte Wildnis, die schneebedeckten Gipfel und die schiere Größe der Landschaft erfüllen uns mit Ehrfurcht. Es ist einer dieser seltenen Momente, in denen man sich winzig klein und doch unglaublich lebendig fühlt.
Jeder Kilometer durch den Kluane Nationalpark ist ein Erlebnis, das uns daran erinnert, wie schön und kostbar unsere Welt ist. Kanada, du übertriffst dich wieder einmal!
BILDERGALERIE: Kluane National Park
Im Nordosten des Kluane Nationalparks erstreckt sich der malerische Kluane Lake, und was für ein Anblick das ist! Die Straße schlängelt sich entlang des riesigen Sees, und die Aussicht ist einfach grandios. Kilometer um Kilometer genießen wir dieses Naturwunder, während die Berge und der glitzernde See uns das Gefühl geben, mitten in einem Gemälde zu fahren.
Plötzlich meldet sich mein Handy mit einem Piepsen: Internetempfang! Eine neue E-Mail ist eingetroffen. Das muss die Bestätigung für unsere Fähre nach Skagway sein! Aufgeregt bitte ich Stefan, unser Ford-Beast auf den nächsten Rastplatz zu lenken. Schnell greife ich nach meinem Handy, öffne die Nachricht und… Oh nein.
Die E-Mail beginnt mit dem Wort „sorry“ – kein gutes Zeichen. Tatsächlich ist die Fähre bereits ausgebucht, und unsere Buchung konnte nicht bestätigt werden. Ach, wie enttäuschend! Ich hatte mich schon so auf die Bären in Haines gefreut. Stefan, der Meister der Ruhe, nimmt das iPad und beginnt, nach Alternativen zu suchen. Die Optionen? Begrenzt.
Haines und Skagway liegen nur 30 Kilometer voneinander entfernt – theoretisch. Praktisch aber ist ohne Fähre das Lutak Inlet eine unüberwindbare Hürde. Der einzige Ausweg? Über 550 Kilometer über Land. „Wir fahren nach Haines,“ sagt Stefan schließlich mit einem Lächeln. „Morgen haben wir den ganzen Tag Zeit, um nach Skagway zu kommen. Was machen schon 550 Kilometer aus?“
Plötzlich kehrt meine Begeisterung zurück. Mein Bären-Abenteuer ist gerettet! 🐾 Auf geht’s nach Haines. In Haines Junction biegen wir auf die Straße in Richtung Alaska/USA ab und fahren weiter durch eine Landschaft, die mit jedem Kilometer spektakulärer wird. Steile Gipfel, majestätische Gletscher und Panoramen, die den Atem rauben, begleiten uns bei unserem Aufstieg in die Berge.
Die Natur gibt alles, um uns zu verzaubern. Der Indian Summer erstrahlt in leuchtenden Farben: Gelb, Orange und Rot tanzen in den Wäldern, als wolle die Landschaft sagen: „Seht her, das bin ich in meiner schönsten Form.“ Zwar ist der Himmel heute bedeckt, aber laut meiner Wetter-App erwartet uns morgen ein wolkenloser Himmel.
Jetzt denke ich mir: Zum Glück war die Fähre ausgebucht. So können wir die beeindruckende Strecke morgen noch einmal genießen. Was für ein Glücksgriff! 😁
BILDERGALERIE: Haines Highway
Auf dem Chilkat Pass, der mit 1065 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung des Highways markiert, eröffnet sich vor uns ein unvergleichliches Panorama. Die vergletscherten Takhinsha Mountains erheben sich majestätisch in die Höhe, während wir auf einer baumlosen Hochebene stehen, die mit ihrem farbenfrohen, wilden Charme beeindruckt. Diese Landschaft ist wie aus einem Traum!
Doch dann kommt Bewegung ins Bild: Mama Elch und ihr Kalb. Gelassen stehen sie mitten auf der Straße, als wäre sie nur für sie reserviert. Stefan tritt auf die Bremse, und wir genießen die unerwartete Begegnung. Das ist die Art von Wildnis-Magie, die man auf diesem Highway einfach erwarten muss.

Zwischen Haines Junction und Haines überqueren wir gleich zwei bedeutende Grenzen auf den 240 Kilometern dieser Strecke. Zuerst passieren wir die Ländergrenze zwischen Yukon und British Columbia. Kurz darauf folgen wir dem Highway weiter zur Staatsgrenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Die erneute Einreise in die USA verläuft gewohnt unkompliziert, und mit einem frischen Alaska-Stempel im Pass setzen wir unsere Reise fort.
Der Highway schlängelt sich nun entlang des Tsirku River und führt uns ins sich allmählich erweiternde Tal des Chilkat River. Hier, mitten im Chilkat Bald Eagle Reserve, sammeln sich im Spätherbst tausende Weißkopfseeadler. Die prächtigen Vögel folgen den Lachsschwärmen, die auf ihrer Wanderung an Haines vorbeiziehen. Ein faszinierendes Spektakel, das wir uns morgen unbedingt ansehen werden.
Doch so beeindruckend die Landschaft und die Adler sind, heute haben wir ein anderes Ziel. Alles dreht sich um die Frage: „Werden wir endlich Bären sehen?“ Unser Puls steigt, die Vorfreude ist spürbar, und mit jedem Kilometer kommen wir diesem Moment näher. Haines, wir sind bereit – zeigt uns eure tierischen Stars! 🐻
BILDERGALERIE: Grizzies am Chilcoot river
Wir erreichen den Chilkoot River, und da sind sie – Grizzlys, wohin das Auge reicht. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie beeindruckend es ist, diese mächtigen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben. Abgesehen von uns scheinen nur wenige Menschen den Weg hierher gefunden zu haben – tatsächlich sehen wir heute mehr Bären als Menschen. 🐻
Unser Abenteuer beginnt, als ein mächtiger Grizzly aus dem Fluss auftaucht. Der Anblick lässt unser Herz höher schlagen. Doch kaum verschwindet er aus unserem Blickfeld, betritt ein etwas kleinerer Bär die Bühne. Bedächtig watet er durch das kalte Wasser und hält gezielt nach Lachsen Ausschau. Es ist ein faszinierender Anblick, der uns völlig in seinen Bann zieht.
Ein Lachsweibchen kämpft sich tapfer stromaufwärts – eine Reise, die vor gut zwei Jahren genau hier begonnen hat. Damals war es kaum mehr als ein winziger Sprössling, der vom Frühjahrsfluss ins Meer gespült wurde. Zwei Jahre voller Gefahren und unzähliger Kilometer im offenen Pazifik haben das Tier zu einer stolzen Größe von zwei Kilogrammheranwachsen lassen. Nun kehrt es an seinen Geburtsort zurück, mit einem Bauch voller Eier, bereit, den Kreislauf des Lebens fortzusetzen.
Doch das Schicksal hat andere Pläne. Mit einem einzigen mächtigen Tatzenhieb beendet der Grizzly die erstaunliche Reise des Fisches. Es ist ein Moment, der uns die Dramatik des Lebens vor Augen führt – roh, ungeschönt und doch wunderschön. Die sterbenden Lachse, so traurig es klingen mag, erfüllen eine wichtige Aufgabe: Sie werden zu natürlichem Dünger, der die nächste Generation von Lachsen nährt.
Mehrmals wiederholt sich das Schauspiel, bis der beeindruckende Bär schließlich satt ist. Mit gemächlichen Schritten zieht er sich in den Wald zurück und lässt uns staunend zurück. Was für ein Erlebnis! Wir sind unendlich dankbar, hierhergekommen zu sein und Zeugen dieses faszinierenden Naturschauspiels geworden zu sein. Das ist ein Moment, den wir nie vergessen werden.

Als die Dunkelheit einsetzt, merken wir, dass nicht nur die Bären hungrig sind – auch unser Magen meldet sich zu Wort. Wir machen uns auf den Rückweg ins Zentrum von Haines, ohne einen festen Plan, wo wir essen wollen. Doch das Schicksal, wie so oft auf dieser Reise, hat einen Plan für uns.
Mitten in der kleinen Stadt taucht die Pioneer Bar vor uns auf. Charmant, einladend und direkt vor der Tür ein freier Parkplatz. Perfekt! Als hätten die Sterne (oder vielleicht die Lachse?) alles so arrangiert, dass wir genau hier landen.
Das Essen? Ein Volltreffer. Ich gönne mir einen köstlichen Lachs, frisch und saftig, während Stefan sich an einem Burger der Extraklasse erfreut. Sorry, Grizzly & Co., heute gab es einen Lachs weniger für euch. Dafür ist mein Teller umso voller – und das Essen ist ein Genuss, der den Tag perfekt abrundet.
Manchmal sind es gerade die ungeplanten Entscheidungen, die den größten Zauber haben. Wir beenden diesen Tag mit einem zufriedenen Lächeln und dem Gefühl, dass die besten Abenteuer oft genau dann passieren, wenn man sie am wenigsten erwartet. Haines, du hast uns einmal mehr begeistert.



Es ist bereits 21:15 Uhr, als wir das reizende Restaurant verlassen. Jetzt bleibt nur noch eine Aufgabe: einen Schlafplatz für die Nacht finden. Die Campingplätze in der Nähe der Innenstadt sind zwar verlockend, aber auch deutlich zu teuer. Spontan entscheiden wir uns, zurück zum Chilkoot River zu fahren. Auf dem Weg hierher hatten wir bereits einige Camper in den Parkbuchten gesehen – vielleicht ist ja noch ein Plätzchen für uns frei. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und tatsächlich: Wir haben Glück! Ein herrlicher Platz direkt am Chilkoot River, ein wenig außerhalb von Haines, wartet auf uns. Die Aussicht? Ein Traum. Von hier aus können wir sogar die Kreuzfahrtschiffe beobachten, die majestätisch am Horizont vorbeiziehen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie spontane Entscheidungen zu den besten Erlebnissen führen können.

Abgesehen von uns gibt es noch zwei weitere Fahrzeuge in der Parkbucht, obwohl der Parkplatz groß genug für noch viel mehr Camper gewesen wäre. Überraschenderweise ist die Nacht unglaublich ruhig. Trotz unserer Nähe zur Lutak Road stört kein einziges vorbeifahrendes Auto unseren Schlaf. Die Ruhe am Fluss ist einfach himmlisch.
Während wir die ruhige Nacht und die herrliche Aussicht genießen, fällt uns ein Gedanke immer wieder ein: Haines ist wirklich die schönste Sackgasse der Welt. Mit einem Lächeln auf den Lippen und dem Plätschern des Flusses als Einschlafmelodie lassen wir diesen wunderbaren Tag ausklingen. Was wird wohl morgen bringen?