Ein Tag zwischen Sandstein-Giganten im Arches National Park

6:47 Uhr. Eine Uhrzeit, zu der normalerweise nur Hardcore-Frühaufsteher oder verschlafene Menschen auf der Flucht aus einem Motel auschecken. Aber wir? Wir rollten ohne Frühstück aus Downtown Moab, die Sonne gerade erst über den roten Felsen aufgehend, während unser Magen bereits erste Protestnoten einlegte. Das Ziel? Der Arches National Park – eine der spektakulärsten Landschaften der USA.

Arches National Park Road

Da es im Arches National Park eine unausgesprochene Regel gibt, dass Parkplätze grundsätzlich knapp und hoffnungslos überfüllt sind, steuerten wir direkt den Devils Garden Parkplatz an, um erst zu parken und dann zu frühstücken. Erst Sicherheit, dann Kaffee. So viel Vernunft musste sein.

Devils Garden

Als wir endlich die Campingstühle ausgeklappt und das Frühstück auf dem Tisch hatten, fiel auf: Emilias Babyessen lag noch im Camper. Der heldenhafte Rückweg? Oli. Arme Seele, während wir schon den ersten Bissen nahmen, kämpfte er sich noch einmal durch den halben Parkplatz zurück, um sicherzustellen, dass Emilia nicht auf den Geschmack von Erdnussbutter-Bagels umsteigen musste.

Primitive Loop Trail

Nach dem Frühstück marschierten wir los zum Landscape Arch, einer überirdisch dünnen Sandsteinbrücke, die sich mit einer Spannweite von 88 Metern über den Boden schwingt. Beeindruckend? Absolut. Vertrauenswürdig? Eher nicht. Vor einigen Jahren stürzten große Brocken von der Unterseite herab, weshalb der Weg unter dem Bogen inzwischen gesperrt ist. Kein Wunder – das Ding sieht aus, als würde es sich jederzeit still und heimlich verabschieden.

Landscape Arch

Aber wir kehrten hier natürlich nicht um! Wir gingen weiter auf den herausfordernden Primitive Loop Trail, eine Route, die weniger Wanderweg und mehr Hindernisparcours ist.

Dieser Wanderweg ist nichts für schwache Nerven – oder wackelige Knie. Der Trail führt über schmale Sandsteinrücken, die so steil sind, dass man sich abwechselnd hochziehen, krabbeln oder rutschen muss. Stefan übernahm die Funktion des Vorscouts, während wir anderen uns gegenseitig den Mut zusprachen.

Partition Arch

Der erste große Stopp: Partition Arch. Eine natürliche Steinbrücke mit gigantischem Panoramablick auf die umliegenden Felsen. Die Belohnung für den kräftezehrenden Aufstieg war eine Aussicht, die man mit keiner Kamera wirklich einfangen kann.

Primitive Trail

Weiter ging es zum Navajo Arch, einem mächtigen Bogen, der sich wie ein Natur-Tunnel über eine sandige Lichtung spannt. Die Atmosphäre hier war fast mystisch – kühl, schattig und vollkommen still. Eine kurze Pause, ein paar Fotos – dann machten wir uns auf den Rückweg.

Nach diesem Abenteuer gab es nur eine logische Konsequenz: Snacks im Camper. Viel Wasser, viel Salzgebäck – und dann das nächste Ziel.

Nach unserer Pause stand DIE Wanderung an: Delicate Arch. Das Wahrzeichen von Utah. Der Bogen, der sogar auf den Autokennzeichen des Bundesstaates prangt.

Doch bevor man die Aussicht genießen kann, muss man sich diesen Anblick verdienen. Der Weg beginnt harmlos an einer alten Ranch, aber dann geht es steil bergauf über eine endlose, schräge Sandsteinplatte, die mehr an einen gigantischen Skatepark als an einen Wanderweg erinnert.

Noah rannte los, als hätte er persönliche Rekorde zu brechen. Wir anderen schleppten uns hinterher – mit einigen Trinkpausen, bei denen wir vorgaben, einfach „die Aussicht zu genießen“.

Nach gut einer Stunde standen wir oben. Und was für ein Anblick! Delicate Arch erhob sich vor uns wie eine natürliche Kathedrale. Fotos, Staunen, Durchatmen – das volle Programm.

Delicate Arch

Für Emilia war der Spaß allerdings vorbei. Die kleine Abenteurerin war völlig erschöpft, also machten sich Nadine und Oli mit ihr langsam auf den RückwegAuf Olis Schulter schlief sie ein – ein Zeichen, dass der Tag sein volles Potenzial ausgeschöpft hatte.

Double Arch

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Stopp bei der Windows Section, aber hier war der Wahnsinn ausgebrochen. Der Parkplatz war überfüllt, denn morgen würde dieser Bereich für Bauarbeiten geschlossen werden, und anscheinend wollte jeder noch schnell ein letztes Foto machen. Also nutzten wir die einfache Lösung: Fotos aus dem Fenster.

Nächster Halt: Double Arch. Wieder ein kurzer Hike, wieder beeindruckende Felsformationen – aber langsam ließ die Kraft nach. Wir waren ausgehungert.

Und dann endlich: Abendessen. Wieder in der Moab Brewery, unserem persönlichen Tempel für Kalorien und Bier.Heute gönnten wir uns alles, was unser müder Körper verlangte: Burger, Steak, Ribs – und natürlich das hausgebraute Bier.

Arches National Park

Doch die Mission war noch nicht ganz beendet. Nach dem Essen sprinteten Gabi, Nadine und Noah noch schnell zu Fuß zum City Market, um das Nötigste einzukaufen, während der Rest den Camper startklar machte.

Danach ging es zurück zum Campingplatz. Duschen. Bett. Keine Widerrede.

Ein Tag voller Klettern, Wandern und epischer Ausblicke – und am Ende ein wohlverdienter Food-Koma-Absturz.

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