
Fahrt nach Kanab: Saftige Steaks in St. George und majestätische Gipfel im Zion-Nationalpark
8:30 Uhr – Der Moment des Abschieds. Mit einem schweren Herzen verlassen wir unsere traumhafte Wohnung im Desert Rose Hotel. Ein echtes Juwel, das uns für ein paar Tage ein Zuhause war – aber keine Sorge, das Beste kommt noch!
Unser nächstes Ziel? Die ultimative Penthouse Suite im Canyon’s Boutique Hotel in Kanab. Und wenn ich sage „ultimativ“, dann meine ich das auch so – ein Quartier, das selbst Hollywood-Stars beeindruckt hätte.
Hier sind wir nicht zum ersten Mal. Schon 2015 haben wir hier übernachtet – damals noch zu zweit, heute mit unserem kleinen Sonnenschein im Gepäck. Die Zeiten ändern sich, doch die Erinnerungen bleiben.

Bevor wir Vegas endgültig den Rücken kehren, gibt es noch eine Mission, die nicht fehlen darf: Ein Erinnerungsfoto am legendären Welcome-Sign! Seit 1959 begrüßt das Schild am südlichen Ende des Las Vegas Boulevards Besucher aus aller Welt. Und weil man als guter Tourist dieses Foto einfach braucht, steuern wir den großzügigen Parkplatz an, der seit 2009 direkt davor existiert.
Normalerweise? Eine Schlange, so lang wie eine Blackjack-Nacht.
Heute? Wir haben Glück! Kein endloses Warten – perfektes Timing.
Wir platzieren uns strategisch in der Warteschlange, positionieren unser Stativ auf den Millimeter genau, stellen den Selbstauslöser auf 10 Sekunden – und dann? Sprint! Ein wilder Spurt zurück zur wartenden Familie, ein perfekter Kamerawinkel, klick – und voilà! Das Erinnerungsfoto ist im Kasten.
Nach diesem kleinen sportlichen Einsatz geht’s erst mal gemütlich frühstücken. Das legendäre Buffet im Orleans? Ein absolutes Muss. Kaffee, Pancakes, Bacon, Tacos, Joghurt, sogar Pizza – Las Vegas macht keine halben Sachen. Wir lassen uns Zeit, genießen jeden Bissen, bevor es um 10:30 Uhr heißt: Aufbruch. Bevor wir Vegas endgültig verlassen, gibt es noch zwei wichtige Aufgaben:
1. Unsere treuen Gefährten – die Autos – mit Sprit versorgen.
2. Ein letzter Stopp bei Walmart.
Denn seien wir ehrlich: Ein Roadtrip ohne einen Walmart-Zwischenstopp wäre einfach nicht dasselbe. Hier gibt es alles, was man braucht – und vieles, von dem man vorher gar nicht wusste, dass man es braucht. Gut ausgerüstet, satt und mit einem letzten Blick auf die glitzernden Hochhäuser von Las Vegas im Rückspiegel, setzen wir unsere Reise Richtung Kanab fort. Der nächste Abschnitt unseres Abenteuers kann beginnen!



Da die nächsten Tage voller Wandertouren und Naturerlebnisse stecken, ist es höchste Zeit, unsere Vorräte aufzustocken. Klar, in Kanab gibt es einen Supermarkt, aber mal ehrlich – nichts schlägt Walmart. Unser cleveres System? Eine große Pappschachtel, die ursprünglich für Windeln gedacht war, wird kurzerhand zur ultimativen Food-Box umfunktioniert.
Baby-Nahrung, Dinner Rolls, Kekse – was immer das Roadtrip-Herz begehrt, ist drin. Ehrlich gesagt, könnten wir mit dem Inhalt locker drei Tage überleben. 👉 Sicherheit geht schließlich vor, oder?
Goodbye, Vegas – Hello, Utah! Mit vollen Vorratskisten und einem letzten Blick auf die Glitzermetropole steuern wir auf der I-15 North Richtung Utah. Diese Route ist nicht nur eine Autobahn, sondern ein kleines Spektakel für sich. Der Highway führt uns durch Nevada, vorbei an der kleinen Stadt Glendale, wo wir für ein paar Meilen die Grenze nach Arizona überschreiten.
Dann beginnt das erste Highlight des Tages: Die Virgin River Gorge. Hier frisst sich die Straße durch gewaltige, zerklüftete Felsen, und jeder Kilometer fühlt sich ein bisschen so an, als würde man durch eine Naturkathedrale fahren. Der Virgin River schlängelt sich irgendwo tief unten durch die Schlucht, während die Felswände immer steiler werden.
Aber dann – oh-oh. Notfallstopp: Baby-Alarm in Mesquite! Baby-Noah meldet sich lautstark zu Wort. Die Regeln auf einem Roadtrip mit Kleinkind? Es gibt keine Regeln – außer: Wenn das Baby ruft, hält man an. Also steuern wir zügig den nächsten McDonald’s in Mesquite an – für eine schnelle Baby-Versorgungs-Session. 🍼💨

Während Noah gefüttert und frisch gewickelt wird, gönnen wir uns noch ein erfrischendes Glas Cola und eine kurze Pause. Die Sonne strahlt, es ist angenehm warm, und wir genießen einfach den Moment – und die Aussicht. Doch dann passiert etwas Herzerwärmendes.
Noah vs. die Enten – ein Wettrennen auf dem Parkplatz
Plötzlich tauchen zwei Enten auf, die gemütlich über den McDonald’s-Parkplatz watscheln, als wäre das hier ihr persönliches Revier. Noah sieht sie – und sein Jagdinstinkt ist geweckt.
Mit einem breiten Grinsen nimmt er die Verfolgung auf. Enten vorneweg, Noah hinterher, wackelnde Beinchen, lachendes Kind – eine Szene, die unser Herz einfach nur zum Schmelzen bringt.
Natürlich haben die Enten einen leichten Geschwindigkeitvorteil, aber das hält Noah nicht davon ab, ihnen mit voller Entschlossenheit zu folgen. Auch wenn der Plan nicht ganz aufgeht, gibt es am Ende zwei glückliche Enten und ein glückliches Kleinkind.
Mit neuem Elan setzen wir unsere Fahrt fort – und dann passiert es: Grenzübergang nach Utah. Und mit Utah kommt nicht nur eine neue Landschaft, sondern auch eine neue Zeitzone. Wir verlieren eine ganze Stunde, weil wir von der Pacific Time Zone in die Mountain Time Zone wechseln. Bedeutet: Es ist plötzlich eine Stunde später als noch vor einer Minute.


Steaks, Erinnerungen und der Weg nach Zion
Dieses Mal gibt es keine Verwirrung, keine Zeitverschiebungs-Panne – sondern eine klare Mission: Ein frühes Dinner im legendären Texas Roadhouse. Doch kaum sitzen wir im Auto, kann Nadine es sich nicht verkneifen, mich an mein kleines Zeitzonen-Debakel von 2009 zu erinnern. Damals hatte ich völlig vergessen, die Uhr umzustellen, war überzeugt, viel zu früh für unser Steak-Dinner zu sein und landete stattdessen bei Wendy’s. Während wir dort einen traurigen Burger aßen, brutzelten nur wenige Meter weiter die perfekten Texas-Roadhouse-Steaks auf dem Grill. Ein kulinarischer Fehltritt, den Nadine natürlich nie vergessen hat.
Aber heute bin ich vorbereitet, die Uhr ist richtig eingestellt, die Zeitverschiebung einkalkuliert – diesmal gibt’s Steak, und zwar pünktlich. Schon beim Betreten des Restaurants schlägt uns der Duft von gegrilltem Fleisch entgegen, Erdnussschalen knirschen unter den Schuhen, und die legendären Texas-Roadhouse-Brötchen mit Zimtbutter stehen bereit. Als Vorspeise gönnen wir uns Tater Skins, mit Käse und Speck überbackene Kartoffeln, so sündhaft lecker, dass man fast das Hauptgericht vergessen könnte – und dank Nadines Gutschein sind sie sogar kostenlos. Doch dann kommen die eigentlichen Stars des Abends: saftige Steaks, perfekt gegrillt, begleitet von knackigem Salat und einem eiskalten Getränk.



Mit vollen Bäuchen und zufriedenen Gesichtern verlassen wir das Texas Roadhouse, mehr rollend als laufend, und setzen unseren Weg Richtung Zion-Nationalpark fort. Wir folgen der I-15 für ein kurzes Stück und biegen dann auf den malerischen Highway 9 ab. Durch kleine Städte wie Hurricane, La Verkin und Springdale schlängelt sich die Straße, während die Felsen immer höher aufragen, die Landschaft dramatischer wird und der Himmel in tiefem Blau leuchtet. Dann, nach der letzten Kurve, liegt er vor uns – der Zion-Nationalpark, majestätisch und überwältigend. Es gibt keinen besseren Ort, um nach einem perfekten Steak-Abend die Reise fortzusetzen.
Die Sonne senkte sich langsam dem Horizont entgegen, tauchte die Gipfel der Berge in ein tiefes, leuchtendes Rot und verwandelte die ohnehin schon spektakuläre Landschaft in ein beinahe unwirkliches Gemälde. Immer wieder hielten wir an, zückten die Kamera, versuchten, die Magie dieses Moments einzufangen – und doch wusste jeder von uns, dass kein Foto die Realität wirklich einfangen konnte. Doch die Zeit drängte, und so setzten wir unsere Reise fort, während die letzten Sonnenstrahlen den Zion-Nationalpark in eine glühende Kulisse verwandelten.

Es war bereits kurz vor 20 Uhr, als wir endlich in Kanab ankamen und vor unserem Ziel hielten: dem Canyon Boutique Hotel. Der Check-in verlief reibungslos, und nur wenige Minuten später schleppten wir uns – mit aller Kraft und einem beachtlichen Berg an Gepäck – in die zweite Etage, wo unsere Penthouse Suite auf uns wartete. Kaum hatten wir die Tür aufgeschlossen, wich die Erschöpfung schlagartig der Begeisterung. Die Suite war einfach der Wahnsinn. Geräumig, luxuriös und genau das, was wir uns nach einem langen Reisetag erhofft hatten.

Und dann? Endlich Ruhe. Wir ließen uns erschöpft, aber glücklich auf die Sofas fallen, genossen die gemütliche Atmosphäre unserer neuen Unterkunft und wussten: Morgen wird ein großer Tag. Denn auf dem Programm steht die Wave-Lotterie – die wohl berühmteste Lotterie für Wanderer. Vielleicht bringt uns unser kleiner Noah ja Glück? Wer weiß. Doch jetzt war es Zeit, die Augen zu schließen und in Kanabs Stille einzutauchen. Gute Nacht, Abenteuer. Morgen geht’s weiter.



Oli und Nadine konnten ihre Freude kaum verbergen, während unser kleiner Entdecker Noah sofort auf seine ganz eigene Inspektionstour ging. Schränke auf, Türen auf, Betten getestet – jeder Winkel wurde akribisch geprüft.Währenddessen ging es für uns noch ein paar Mal zum Auto, denn neben unserem Gepäck mussten auch die Einkäufe aus dem Walmart sicher verstaut werden. Kisten, Taschen, Vorräte – es dauerte ein wenig, doch schließlich war alles an seinem Platz.