
Tag Eins in Las Vegas: Die Bedeutung von Hooters, Shopping, Spaß und $1,99 Margaritas
Guten Morgen, Las Vegas!
Las Vegas schläft nie – und wir offenbar auch nicht. Kaum hat die Sonne ihre ersten Strahlen über den Strip geworfen, ist unsere kleine Reisegruppe schon in den Startlöchern. Der Morgen beginnt mit einer altbewährten Strategie: Den Mini-Entdecker freilassen. Eine geöffnete Tür reicht, und Noah sprintet los wie ein Jackpot-Gewinner auf dem Weg zur Kasse – Ziel: Oma und Opa. Während er seine morgendliche Inspektion unserer Suite durchführt, bleibt uns gerade genug Zeit für eine schnelle Dusche und ein passables Outfit.
Um punkt 8 Uhr versammelt sich das Team „Las Vegas Explorer“ am Startpunkt: bereit, bewaffnet mit Hunger und bester Laune. Unser Frühstücksziel? Das Buffet im Orleans Casino – oder, wie wir es nennen: Schlaraffenland für Frühaufsteher.
Mit unserer Players Club Karte bekommen wir das Frühstück für läppische $9,99 pro Person – ein Preis, bei dem selbst ein Automat leise weinen würde. Und was für eine Auswahl: Eier, Pancakes, herzhafter Schinken, Tacos, Joghurt – und ja, Pizza zum Frühstück. Weil Vegas eben Vegas ist.
Natürlich gibt es unlimitierten Kaffee und Saft, falls jemand glaubt, er müsse nach einer langen Casinonacht noch ein paar Lebensgeister aktivieren. Also: ran an die Teller, bevor sich Stefan wieder die beste Speck-Ration schnappt.
Doch dann die erste Überraschung des Tages: Unser geliebtes French Market Buffet hat einen neuen Namen. Medley Buffet prangt jetzt über dem Eingang. Neuer Name, fast alles beim Alten – bis auf eine kleine Tragödie: Die Beignets sind verschwunden! Unsere geliebten, himmlisch fluffigen Beignets! Schock! Entsetzen! Ein Verlust, der nur mit einem doppelten Kaffee verarbeitet werden kann.
Während wir noch trauern, wird Noah zum unangefochtenen Star des Morgens. Kellner, Gäste – alle schmelzen dahin.„Ooooh, he is soooo cute!“ Noah nimmt es mit stoischer Gelassenheit hin. Wahrscheinlich überlegt er längst, wie er den nächsten Saft-Nachschub bekommt, ohne selbst laufen zu müssen.
Um 9:30 Uhr verlassen wir gut gestärkt das Orleans. Der heutige Plan? Shopping-Day! Denn wer Las Vegas kennt, weiß: Nach dem Frühstück ist vor der nächsten großen Mission.


Unser Shopping-Marathon beginnt mit einem kleinen Schockmoment: Babies R Us ist insolvent! Die ehemals gut sortierte Schatzkammer für alles rund ums Kind ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. 800 Filialen in den USA auf dem Weg ins Aus – ein trauriges Ende für einen Laden, der uns so oft mit großartigen Angeboten versorgt hat.
Aber gut, wenn schon Abschied, dann wenigstens mit Stil. Die magischen Worte „Alles muss raus“ haben eine fast hypnotische Wirkung auf uns. Wenn wir schon nicht mehr regulär einkaufen können, dann eben zum Final-Sale-Preis. Also rein in den halbleeren Laden und mal sehen, ob wir ihn nicht ganz leer bekommen. Challenge accepted.

Shopping in Las Vegas – Wenn der Geldbeutel schneller schmilzt als ein Eis in der Wüste
Nach unserem kleinen Beutezug bei Babies R Us und einem schnellen Zwischenstopp bei Walmart, um Getränke- und Windelvorräte aufzustocken (zwei absolute Grundpfeiler unserer Überlebensstrategie), geht es weiter zu einem Thema, das Las Vegas mindestens genauso beherrscht wie Glücksspiel: Einkaufen.
Denn wenn es eine Stadt gibt, in der Geld ausgeben keine Herausforderung ist, dann hier. Las Vegas macht Shopping so einfach wie das Werfen einer Münze in einen Automaten – nur dass man am Ende garantiert mit vollen Taschen nach Hause geht.
Neben den glitzernden Einkaufswelten der Casino-Hotels, die eher an Filmkulissen als an normale Shoppingmeilen erinnern, gibt es für Sparfüchse und Schnäppchenjäger auch eine Lösung: die Outlets.
Die Könige der Rabattschlacht:
- Las Vegas Premium Outlets North: 140 Geschäfte direkt an der I-15 nahe dem Charleston Blvd – eine wahre Schatztruhe für Markenliebhaber, die sich über saftige Rabatte freuen.
- Las Vegas Premium Outlets South: Noch ein Stückchen größer mit 150 Shops – praktischerweise in einem klimatisierten Gebäude, was in der Hitze Nevadas einem Sechser im Lotto gleichkommt.
Hier gibt es alles, was das Shopping-Herz begehrt: von Designer-Mode bis zu Sportmarken, von Luxustaschen bis hin zu Kindersachen. Mit etwas Glück findet man hier Preise, bei denen selbst eingefleischte Sparfüchse begeistert nicken.
Aber Vegas wäre nicht Vegas, wenn es nicht noch mehr zu bieten hätte:
- Fashion Show Mall: 250 Geschäfte – eine der größten Malls der Stadt, direkt am Strip gelegen. Perfekt für alle, die sich zwischen Gucci und H&M nicht entscheiden wollen.
- Meadows Mall: Ein wenig abseits des Strips, aber mit 140 Shops eine solide Alternative für entspanntes Shopping abseits des Trubels.
Unsere erste Station ist das Las Vegas Premium Outlet South. Mittagessen? Wird überbewertet. Wir sind bereit, uns durch die Gänge zu kämpfen, auf der Jagd nach den besten Deals. Möge die Shopping-Tour beginnen!

Nachdem Stefan und ich unsere Mission bei GAP, Levi’s und Converse erfolgreich abgeschlossen haben, zeigt ein Blick auf die Uhr: 16:00 Uhr! Höchste Zeit, die Einkaufstaschen beiseitezulegen – unsere Kreditkarten haben heute schon genug gelitten.
Doch Oli und Nadine? Die haben noch nicht genug. Während wir längst an unserer Erschöpfungsgrenze angekommen sind, stöbern die beiden immer noch durch die Läden, als gäbe es kein Morgen. Kein Problem – wir haben eine grandiose Lösung: Wir schnappen uns einfach Noah und entlassen die beiden in ihr Shopping-Glück. Ob sie später mit leeren Händen oder randvollen Tüten zurückkehren, bleibt ihr Geheimnis. Wir sind flexibel.
Also ab zu unserem fahrbaren Untersatz – dieser Hyundai, der optisch eher in die Kategorie ‚praktisch, aber hässlich‘ fällt. Aber er fährt, also beschweren wir uns nicht.
Bevor es zurück ins Hotel geht, machen wir noch einen Abstecher zum Harley-Davidson Store. Schließlich gibt es nichts Besseres, um sich von überteuerten Designertaschen zu erholen, als eine Runde zwischen Biker-Gadgets, Lederjacken und polierten Maschinen zu stöbern. Stefan ist im Paradies, und ich? Ich genieße die Vorstellung, wie unser Hyundai sich inmitten all dieser chromglänzenden Maschinen draußen auf dem Parkplatz wahrscheinlich in Grund und Boden schämt.
Irgendwann reißen wir uns los und steuern endlich unser Hotel an. Die frisch erworbenen Schätze werden erstmal auf dem Balkon deponiert – ein provisorisches Shopping-Museum für unsere Errungenschaften. Doch lange bleibt keine Zeit zum Bestaunen, denn Noah ruft!
Versorgung des Mini-Entdeckers und dann? Auf zum nächsten Abenteuer. Vegas wartet nicht!

Shopping-Ende und der unerwartet „lehrreiche“ Teil des Tages
Punkt 17:30 Uhr klingelt das Telefon – Nadine meldet sich mit einer Sensationsnachricht: „Wir sind fertig mit dem Einkaufen – und haben sogar noch etwas Geld übrig!“ Eine echte Überraschung! Offenbar war Las Vegas heute gnädig mit ihren Kreditkarten.
Damit war unser Fahrplan klar: Abholung um 18 Uhr. Doch während sich unsere Shopping-Krieger auf ihren Triumphzug vorbereiteten, meldeten sich bei uns die eigentlichen Opfer des Tages – unsere Mägen. Ein ganzer Tag voller Einkäufe zehrt schließlich nicht nur am Portemonnaie.
Stefan und Oli hatten da auch schon eine Idee. Sie schlugen mit der Unschuldsmiene eines Klosterschülers vor, nochmal bei Hooters einzukehren. Aber natürlich nicht wegen der Bedienungen in knappen Outfits – nein, nein! Es ging ihnen rein um die phänomenalen Chicken Wings. Nicht im Geringsten um die lächelnden Mädels in ihren orangefarbenen Shorts. Niemals! (Jaja, genau… 😂)
Aber gut, niemand kann diesen Chicken Wings widerstehen – oder sagen wir mal so: Die Männer hätten in diesem Punkt nicht unrecht. Also machten wir uns auf den Weg, um Oli und Nadine einzusammeln und anschließend den Tag gebührend mit Hähnchen und – ähm – Unterhaltung abzurunden.


Doch dann ein kleiner Moment der Bildungsförderung:
Irgendwer kam auf die Idee, den Namen „Hooters“ zu googeln – und plötzlich war unser Tag um eine sprachliche Erkenntnis reicher.
Hooters (englisch):
- Hupen (umgangssprachlich für weibliche Brüste)
- Titten (vulgär, aber treffend)
Das sorgte für einige durchaus erheiternde Diskussionen, aber da wir nunmal eine gewissenhafte Reisegruppe sind, nahmen wir die Bildung mit und steuerten das „Hupen“-Restaurant in Spring Valley an. Abwechslung muss sein – dieses Mal ein anderer Standort!
Dort angekommen, wurden wir direkt platziert – es war wenig los, die Bedienungen aber umso charmanter. Das war natürlich reiner Zufall. Die Männer beteuerten ein weiteres Mal glaubhaft, dass es ausschließlich um die Chicken Wings ginge. (Ja, ja, genau. Klar.)
Die Wings waren wie erwartet grandios, aber dann stellte sich heraus, dass nicht nur Stefan und Oli die Atmosphäre genossen. Unser jüngster Mitreisender, Noah, zeigte überraschendes Interesse an Hooters-Girl Lilly. Er grinste, strahlte und flirtete sich souverän in ihr Herz. Der kleine Mann hat definitiv Geschmack – auch wenn es offiziell natürlich nur ums Essen ging. 😏

Nach unserem ausgiebigen Abendessen bei Hooters standen wir vor der Frage: Was nun? Noch ins Casino? Ein Verdauungsspaziergang? Oder einfach zurück ins Hotel und in den komatösen Zustand übergehen, den ein langer Shopping-Tag plus Kalorien-Overkill verdient?
Die Entscheidung fiel zugunsten eines absoluten Las-Vegas-Klassikers: ein Abstecher zur legendären Fremont Street. Wenn schon Neonlicht, dann richtig.
Kaum dort angekommen, wurden wir in eine andere Welt katapultiert. Der Strip mag die große Bühne von Las Vegas sein, aber die Fremont Street ist das schillernde Epizentrum der alten Schule, wo sich Vergangenheit, Gegenwart und eine gehörige Dosis Wahnsinn in einem einzigen visuellen Overkill treffen.
Über unseren Köpfen wölbte sich die gigantische LED-Kuppel der Fremont Street Experience, ein leuchtendes Dach aus über 49 Millionen LEDs, das im Sekundentakt psychedelische Animationen, blinkende Schriftzüge und wild pulsierende Lichtspektakel ausspuckte. Ein optischer Hurrikan, der zwischen Wow und Netzhaut-Kollaps oszillierte.
Dazwischen: Straßenkünstler, die ihre besten (und skurrilsten) Tricks präsentierten. Menschen in Elvis-Kostümen, blinkende Cowboyhüte, volltätowierte Einradfahrer und eine Dame, die sich in einer überdimensionalen Martini-Glas-Requisite räkelte. Ach ja, und ziplinende Adrenalinjunkies, die kopfüber an uns vorbeisausten, während die Lautsprecher „Viva Las Vegas“ in die Menge hämmerten.
Neonreklamen, wohin das Auge reichte: The Golden Nugget, Binion’s, Four Queens – Namen, die das alte Vegas atmen. Und als wäre das alles nicht genug, blieben die riesigen LED-Wände der umliegenden Casinos auch nicht untätig und schleuderten uns Werbeanimationen für die nächste große Show, das „beste Prime Rib der Stadt“ oder eine „heute nur 99 Cent Shrimp Cocktail“-Promo um die Ohren.

Nach unserer Licht- und Reizüberflutung wurde es Zeit für einen kleinen Boxenstopp. Wir landeten in der Sportsbar des Fremont Casino, wo wir uns sensationell günstige eiskalte Margaritas für schlappe $1,99 gönnten – in stilechten Plastikbechern, versteht sich. Bei den Preisen überlegte ich ernsthaft, ob sich ein längerer Aufenthalt lohnen würde.
Doch dann ein Blick auf die Uhr: 21:30 Uhr. Noah wurde langsam müde – und wir auch. Kein Wunder, der Tag hatte uns die letzte Energie ausgesaugt. Die Schuhe drückten, die Augen waren überbelichtet, und unsere Shopping-Tüten warteten sicher auch nicht ewig geduldig im Hotel.
Wir beschlossen, an einem der nächsten Tage noch einmal mit mehr Zeit zurückzukommen – dieser Wahnsinn verdient eine eigene Session.
Also ab zum Auto und noch einmal über den funkelnden Strip zurück zum Hotel. Las Vegas hatte uns wieder einmal gezeigt, dass es keine Stadt ist, sondern eine Dauer-Show. Und morgen? Neues Abenteuer, neue Lichter, neue Geschichten.