Von St. George nach Sin City mit neunem Mietwagen, vollen Einkaufstaschen und einem kostenlosen Dinner!

Der neue Tag beginnt mit einer kleinen Planänderung: Heute frühstücken wir zu dritt. Oli und Nadine haben sich gestern wohl ein bisschen zu viel Sonne gegönnt und fühlen sich nicht ganz auf der Höhe. Kein großes Drama, aber der Hunger hält sich bei den beiden in Grenzen – also gönnen sie sich eine kleine Extra-Ruhepause.

Na gut, dann eben ein entspanntes Dreier-Frühstück! Noah ist natürlich mit Begeisterung dabei, denn Frühstück bedeutet: Essen. Und Essen bedeutet: potenzielles Chaos. Während Stefan und ich uns durch Kaffee und Pancakes arbeiten, hat Noah eine ganz eigene Vorstellung von Tischmanieren. Aber was wäre ein Roadtrip ohne ein bisschen kreatives Frühstücksmanagement?

Enterprise Car Rental

Nach dem Frühstück ist es Zeit, die offene Autogeschichte zu klären. Denn mit einem Notrad nach Las Vegas zu fahren, wäre vielleicht nicht der cleverste Plan. Also machen sich Oli und ich auf den Weg zu Enterprise. Er fühlt sich mittlerweile besser – gut genug, um das Steuer zu übernehmen. Ich übernehme die Verhandlungen, er das Fahren – ein solides Team.

Enterprise präsentiert uns zwei Optionen:

1️⃣ Den Reifen in einer nahegelegenen Werkstatt reparieren lassen.
2️⃣ Den Wagen gegen ein anderes Fahrzeug tauschen.

Klingt nach einer Wahl, aber seien wir ehrlich: Wir sind auf einem Roadtrip – wer will da auf eine Reifenreparatur warten? Also Plan B: ein neues Auto.

Und da steht er: Ein Jeep Patriot. Nicht ganz so fancy wie der Cherokee, aber genauso geräumig, zuverlässig und vor allem: mit vier intakten Reifen. Entscheidung getroffen – der Tausch geht schneller über die Bühne als erwartet. Keine nervigen Wartezeiten, keine endlosen Diskussionen. In weniger als 20 Minuten sind wir wieder draußen – mit neuem Auto und voller Startklarheit für den nächsten Abschnitt unserer Reise.

Als wir zurück am Hotel ankommen, kann die Familie kaum glauben, wie schnell das ging. In der Zeit, in der andere noch über Werkstattpreise verhandeln, haben wir bereits die Schlüssel für einen neuen Wagen in der Hand. Jetzt kann es weitergehen – Vegas wartet! 

Jeep Patriot

Vegas, Baby! Los geht’s! Vegas ruft, und wir sind auf dem Weg.

Die Uhr zeigt 11 Uhr, aber wer braucht schon lineare Zeit, wenn man durch Zeitzonen reisen kann? Utah verabschiedet uns mit einem freundlichen „See you later!“, und Nevada empfängt uns eine Stunde früher, als hätten wir eine Zeitmaschine aktiviert.

Also, kurz gesagt: Wir fahren zwei Stunden und kommen nach einer Stunde an. Der Fluxkompensator hätte es nicht besser hinbekommen.

Willkommen in der Stadt der Sünde – wo die Hotels riesig, die Casinos endlos und die Möglichkeiten unbegrenzt sind! Es ist erst 12 Uhr mittags, aber Vegas wartet garantiert nicht auf den Sonnenuntergang, um in voller Pracht zu glänzen. Jetzt wird’s spannend – was bringt unser erster Tag in dieser verrückten, glitzernden Wüstenmetropole? 

Interstate 15 South, Virgin River Gorge

Nadine fühlte sich zwar noch ein bisschen schlapp, aber immerhin meldete sich ihr Magen – und wenn der Magen spricht, sollte man zuhören. Ein kleines Zeichen der Besserung, das wir natürlich sofort als Anlass nahmen, um unser erstes Las-Vegas-Abenteuer zu starten.

Unser erster Halt: die Fashion Show Mall. Hier gibt es nicht nur kostenlose Parkplätze (eine Seltenheit in Vegas!), sondern auch einen lebhaften Foodcourt, der genau das Richtige für unsere hungrige Reisegruppe versprach. Orange Chicken mit Reis vom chinesischen Stand? Perfekte Wahl. Nicht zu schwer, nicht zu leicht – genau die richtige Portion Energie für eine ausgiebige Shoppingtour.

Natürlich ließen wir uns nicht nur von Essen verführen, sondern auch von den unzähligen Geschäften, die sich in dieser gigantischen Mall aneinanderreihen. Hier gibt es wirklich alles: Von edlen Designerläden bis zu kitschigen Vegas-Souvenirs mit obligatorischen Glitzereffekten.

Fashion Show Mall

Direkt gegenüber der Fashion Show Mall rufen uns die Schwester-Hotels Wynn & Encore – zwei Luxus-Oasen, die uns bereits beim Betreten mit Wasserfällen, Palmen und purem Glamour empfangen.

Und drinnen? Eine eigene Welt. Designer-Boutiquen, in denen ein Schlüsselanhänger mehr kostet als unser gesamter Roadtrip. Aber hey, schauen ist kostenlos, und sich in Gedanken ein „irgendwann mal“-Outfit zusammenstellen gehört schließlich zum Spaß dazu.

Und dann war da noch der hoteleigene Golfplatz. Natürlich haben wir keine Ambitionen, plötzlich Golfprofis zu werden, aber der Blick auf diesen grünen Luxus-Hinterhof war schon beeindruckend. Einmal in Vegas sein und nicht nur Slot-Maschinen sehen – das ist doch auch was.

Nachdem wir uns ausgiebig durch die schicke Mall und das verführerische Casino-Glitzern treiben ließen, kam der unvermeidliche Moment: „Wo sind wir eigentlich?“ 😅

Wynn & Encore

Wynn oder Encore? Eine berechtigte Frage, denn wer schon mal durch ein Las-Vegas-Casino gelaufen ist, weiß: Diese Dinger sind gebaut, um dich zu behalten. Türen sind rar, Orientierungspunkte verschwinden, und ehe man sich versieht, hat man 15 Minuten lang nur blinkende Automaten gesehen.

Aber keine Sorge – wir haben es geschafft! Dank Valet-Parking (immerhin war das ausgeschildert) fanden wir schließlich einen Ausgang.

Während wir uns orientieren – denn unser eigentliches Ziel ist das Palazzo Hotel, und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es eine direkte Verbindung zum Wynn gibt (Spoiler: Gibt es nicht!) – irren wir erstmal elegant die Straße entlang. Vegas ist eben nicht nur ein Paradies für Spieler, sondern auch für Leute, die sich gerne verlaufen.

Dabei stolpern wir über eine Szene, die wie aus einer Komödie wirkt: Eine Stretchlimousine rollt vor – luxuriös, elegant, perfekt inszeniert. Bis auf ein klitzekleines Detail: Die edlen Louis Vuitton-Koffer der Gäste passen nicht in den winzigen Kofferraum. Das Ergebnis? Der Kofferraum bleibt offen, die sündhaft teuren Koffer ragen halb raus – als hätte jemand vergessen, dass „Stretch“ nicht automatisch „riesiger Kofferraum“ bedeutet. Luxus hat eben auch seine Grenzen. 

Schließlich schaffen wir es doch noch, den Eingang zum Palazzo zu finden – diesmal sogar ohne Umwege. Und während wir das beeindruckende Gebäude betreten, ein kleiner Fakt am Rande: Das Palazzo ist derzeit nicht nur ein luxuriöses Hotel, sondern mit 196 Metern das höchste fertiggestellte Gebäude in ganz Las Vegas. 🇺🇸 Und falls das noch nicht beeindruckend genug ist – mit einer Nutzfläche von 645.581 Quadratmetern ist es das größte Gebäude der USA.

Übrigens: Nur das Pentagon kann da noch ansatzweise mithalten.

Zusammen mit seinem Schwesterhotel, dem Venetian, verfügt der gesamte Komplex über 7.128 ZimmerBis 2015 waren sie damit der größte Hotelkomplex der Welt – bis das First World Hotel in Malaysia mit stolzen 7.351 Zimmern den Rekord knackte. Superlative über Superlative – typisch Vegas

Palazzo

Schon der erste Eindruck im Palazzo ist überwältigend: Ein riesiger Wasserfall plätschert über zwei Etagen hinunter in einen malerischen Pool. Und direkt davor prangen vier gigantische rote Buchstaben: L-O-V-E. Definitiv eine perfekte Kulisse für ein Honeymoon-Foto – oder einfach für alle, die das Wort „romantisch“ mit „opulent“ kombinieren wollen.

Wir nehmen die Rolltreppe nach oben – und plötzlich befinden wir uns in einer völlig anderen Welt.

Venedig in der dritten Etage – weil warum nicht? Willkommen in den Grand Canal Shoppes! Ein Einkaufszentrum, das in Sachen Kulisse mal eben „normale“ Malls komplett übertrumpft.

Hier erwartet uns ein (zwar nur knietiefer, aber trotzdem beeindruckender) Canale Grande, komplett mit singenden Gondolieri und eleganten Gondeln, die langsam durch das künstliche Wasser gleiten. Was soll man sagen? Vegas nimmt Konzepte nicht nur ernst – es treibt sie bis zum Äußersten.

Die Gassen unter unseren Füßen sind mit Kopfsteinpflaster ausgelegt, und über uns spannt sich ein perfekt gemalter Himmel mit weißen Wolken. Es ist, als hätten wir plötzlich einen interaktiven Spaziergang durch Venedig gebucht – nur ohne Tauben und überteuerte Espressi.

Und dann stehen wir plötzlich auf dem Markusplatz – mitten in Las Vegas. Prunkvolle Deckenmalereien, elegante Säulen, kunstvolle Mosaike – wenn man nicht wüsste, dass man eigentlich in Nevada ist, könnte man es fast glauben. Aber damit nicht genug – es geht weiter nach draußen!

Draußen erstrecken sich die Kanäle unter freiem Himmel, flankiert von originalgetreuen Nachbildungen des Campanile di San Marco, der Ponte di Rialto und des Palazzo Ducale. Man kann sich einfach nicht sattsehen – die Detailverliebtheit ist verrückt.

Fazit: Wenn man Venedig liebt, aber keine Lust auf lange Flugzeiten hat – Vegas hat die perfekte Lösung – also für Amerikaner. Oder Las Vegas Besucher.

Nachdem wir durch dieses „Mini-Italien“ geschlendert sind, überqueren wir schließlich die Rialtobrücke und stehen direkt am Las Vegas Boulevard – dem legendären Strip. Und überraschenderweise: Wir haben es ohne größere Umwege aus dem Casino geschafft! 😅 Manchmal klappt’s eben doch schneller als gedacht.

Was wäre ein Vegas-Abenteuer ohne eine kleine, spontane Genussentscheidung? Stefan und ich gönnten uns noch schnell ein Eis bei Ben & Jerry’s – ein sündhaft teures Vergnügen, aber hey, man lebt nur einmal. 🍦 Wenn man schon in einer Stadt ist, die für ihre Exzesse bekannt ist, dann kann man sich ja wohl auch ein überteuertes Eis leisten.

Mit unseren leckeren, aber fragwürdig bepreisten Eiskugeln in der Hand schlenderten wir zurück zur Fashion Show Mall, wo unser Auto im Parkhaus auf uns wartete. Und genau hier ein kleiner Insider-Tipp:

Die Tiefgarage der Fashion Show Mall ist eine der letzten kostenlosen Parkoasen am Strip. In einer Zeit, in der Resort- und Parkgebühren in Las Vegas schneller ansteigen als die Gewinne an einem Slot-Automaten, ist das eine echte Rarität.

Früher war Parken in Vegas fast überall gratis – doch heute kann man für eine Nacht Resort- und Parkgebühren oft mehr zahlen als für das Zimmer selbst. Aber es gibt noch ein paar Schlupflöcher! Neben der Fashion Show Mall bieten auch einige Resorts kostenlose Parkplätze, darunter Circus Circus, Treasure Island, Stratosphere, Trump International Hotel, Wynn & Encore, Venetian & Palazzo. Sogar einige Hotels abseits des Strips, wie das Hard Rock Hotel oder Hooters, verlangen noch keine Parkgebühren.

Es war an der Zeit, unser Hotel zu beziehen. Ursprünglich hatten wir zwei Zimmer im Hooters Hotel gebucht – nichts Spektakuläres, aber günstig und praktisch. Doch dann, kurz vor unserer Abreise in die USA, entdeckte ich ein unschlagbares Angebot auf Booking.com: eine Zwei-Zimmer-Suite im „The Berkley“.

The Berkley

Etwas außerhalb gelegen, aber mit einem Kleinkind an Bord klang eine richtige Wohnung mit eigener Küche einfach unschlagbar. Also zack – umgebucht!

Von der Fashion Show Mall bis zum Berkley sind es nur etwa 7 Meilen. Das Hotel liegt perfekt – direkt gegenüber vom Silverton Casino und ganz in der Nähe der Las Vegas Premium Outlets South. Perfekt für einen kleinen Shopping-Abstecher, sollte die Versuchung zu groß werden.

Als wir die Lobby betraten, erwartete uns eine kleine Überraschung: Kein Check-in-Chaos, keine langen Schlangen, nur drei freundliche Mitarbeiter, die bereitstanden, um uns schnellstmöglich in unser neues Zuhause zu bringen.

Und dann kam der Moment der Wahrheit: Unsere Suite war der Wahnsinn! 10. Etage, atemberaubender Blick auf den Las Vegas Strip. Und das Beste? Zwei komplette, voll ausgestattete Wohnungen in einer Suite.

Beim Betreten wurden wir von einem einladenden Vorraum begrüßt, der sich in zwei identische Apartments aufteilte. Hinter beiden Türen warteten:

  • Geräumige Wohnbereiche mit riesigen Sofas
  • Moderne, voll ausgestattete Küchen – perfekt für ein gemütliches Frühstück ohne Hoteltrubel
  • Große Schlafzimmer mit weichen Betten, die nach einer langen Vegas-Nacht nach Erholung schrien
  • Riesige Bäder mit Badewannen, in denen man vermutlich problemlos eine kleine Poolparty hätte feiern können

Fazit: Jackpot! Hier ließ es sich wirklich leben. Ein Stück Luxus abseits des Strips – und nach einem Tag voller Trubel genau das Richtige.

Nachdem wir unser Gepäck in den Zimmern verstaut und Noah versorgt haben, ruft der nächste Punkt auf unserer Vegas-Liste: Abendessen! Unser Ziel? Das Hooters Casino. Denn eins ist klar: Hooters Chicken Wings sind einfach unschlagbar.

Doch Vegas wäre nicht Vegas, wenn nicht plötzlich etwas völlig Unerwartetes passiert. Eine Einladung zum kostenlosen Dinner? In dieser Stadt? Ungewöhnlich – aber bitte, her damit!

Kaum betreten wir das Hooters-Casino, tritt ein freundlicher Mann auf mich zu und macht uns ein Angebot, das man wirklich nicht ablehnen kann: Er lädt uns zum Essen ein. Einfach so. 

Warum? In Kürze eröffnet hier ein Steak ’n Shake, und sie brauchen noch ein paar Testgäste, um sich auf den großen Eröffnungstag vorzubereiten.  Ganz ehrlich – das ist mal eine angenehme Überraschung in Las Vegas! Also verabschieden wir uns (vorerst) von unseren geplanten Chicken Wings und machen uns auf den Weg zum neuen Restaurant.

Am Eingang des Restaurants werden wir herzlich von einer Mitarbeiterin empfangen und mit einer VIP-Test-Speisekarteausgestattet. Schon das fühlt sich besonders an – wer kann schon behaupten, ein offizieller Testesser für eine Restaurant-Eröffnung gewesen zu sein? Unsere Wahl? Steakburger und verlockende Milchshakes. Frisch zubereitet, saftig, perfekt – und das Beste: Alles auf’s Haus.

Nach dem Essen füllen wir noch einen kurzen Fragebogen aus – ein paar nette Worte über den Service, das Essen und die Atmosphäre. Klingt fair, wenn man bedenkt, dass wir gerade ein komplettes Menü umsonst bekommen haben.

Nadine schafft es nicht, ihren Milchshake komplett zu leeren und fragt nach einem „to-go“-Becher. Doch anstatt einfach ihren Shake umzufüllen, bekommt sie völlig überraschend einen komplett neuen Shake zum Mitnehmen serviert. Wow, das ist mal eine Kundenbehandlung! 😊

Kurz darauf erscheint eine Kellnerin mit einem blanken Kassenbon und tut so, als würde sie uns kassieren – doch tatsächlich zahlen wir genau: nichts. Was für ein Abschluss eines absolut gelungenen Abends!

Zurück im Hotel ist für Nadine erst mal Pause angesagt. Die Sonne von heute steckt ihr immer noch ein wenig in den Knochen, und ein ruhiger Abend im Bett klingt für sie nach der besten Entscheidung.

Stefan, Noah und ich hingegen haben noch eine kleine Mission: Ein kurzer Abstecher zu Target, einem Supermarkt in der Nähe unseres Hotels. Ein paar Getränke, ein paar Snacks – und natürlich ein bisschen unnötiges „Oh, das brauchen wir eigentlich nicht, aber irgendwie doch“-Shopping. 

Schließlich kehren auch wir ins Hotel zurück. Ich lege mich ins Bett, blicke auf die Skyline von Vegas und denke mir nur: Was für ein perfekter Tag. Gratis Essen, Shopping, eine Hammer-Suite – und das alles in einer Stadt, die niemals schläft. Morgen wartet das nächste Abenteuer! 

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