Las Vegas: Der Town Square, Rundumrolltreppen und „echte“ Meerjungfrauen

Heute ist Donnerstag, und das bedeutet: Unser letzter kompletter Tag in der glitzernden Oase Las Vegas ist angebrochen! Aber keine Sorge, wir lassen uns nicht von Wehmut aufhalten – es gibt noch so viel zu tun!

Das Ziel des Morgens: Ein ausgiebiges Buffet im Green Valley Casino. Denn wenn Vegas eines kann, dann sind es Buffets, die selbst den entschlossensten Esser herausfordern. Und ja, die Auswahl ist wirklich beeindruckend. Preiswert, vielseitig, lecker – aber…

Ganz ehrlich? Wenn wir an das Buffet im Orleans denken, kann einfach nichts daran heranreichen. Das Orleans bleibt auch in diesem Jahr unser unangefochtener Champion der Frühstücksschlachten!

Nach dem Frühstück trennen sich unsere Wege:

  • Nadine und Oli stürzen sich in ein weiteres Shopping-Abenteuer, denn irgendwie gibt es immer noch etwas, das „dringend gebraucht“ wird, anschließend wollen sie noch einmal zu Fremont Street
  • Stefan, Noah und ich hingegen machen uns auf den Weg zurück zum Las Vegas Boulevard.

Noah war bei unserem letzten Besuch in Downtown Las Vegas nicht allzu begeistert vom Lärm und Trubel – und wenn der kleine Chef entscheidet, dass es zu viel ist, dann nehmen wir das ernst. Also gibt’s heute ein Alternativprogramm.

Unser erster Stopp: Town Square, ein Ort, den wir bisher noch nicht erkundet haben. Nur wenige Kilometer südlich des Mandalay Bay gelegen, parken wir unser Auto auf einem großzügigen Parkplatz und tauchen ein in eine völlig andere Atmosphäre.

Las Vegas Town Square

Plötzlich fühlt es sich an, als wären wir in einer charmanten amerikanischen Kleinstadt gelandet. Breite Gehwege, kleine Boutiquen, ruhige Plätze – nichts erinnert an das schrille, neonbefeuerte Vegas, das wir bisher kannten.

Wir schlendern von Geschäft zu Geschäft und entdecken eine beeindruckende Vielfalt: Mode, Haushaltswaren, Dekorationsartikel – von allem ein bisschen. Ein schicker Bio-Lebensmittelmarkt, der sich deutlich von den blinkenden Vegas-Casinos abhebt.

Ein echtes Highlight ist der „Container Store“ – ein Geschäft, in dem man buchstäblich alles findet, um Schränke, Zimmer und sogar sein ganzes Leben perfekt zu organisieren. Körbchen, Kleiderbügel, Schachteln – und Lösungen für jede erdenkliche Aufräumsituation.

Ob Küche, Kleiderschrank oder Werkzeugkasten – hier gibt es für alles ein cleveres Ordnungssystem. Wir schlendern durch die Gänge, staunen über das Sortiment und stellen uns kurz die Frage, ob wir unser eigenes Zuhause nicht völlig neu strukturieren sollten. Dann fällt uns ein: Wir sind im Urlaub. Organisation kann warten.

Mitten im Herzen des Town Square entdecken wir etwas, das für Noah wie eine kleine Wunderwelt wirkt: Einen liebevoll gestalteten Spielplatz, perfekt für kleine Entdecker.

Umgeben von grünen Rasenflächen, einem plätschernden Springbrunnen und einer malerischen Mini-Brücke sieht dieser Ort aus wie eine Mischung aus Bilderbuch und Traumlandschaft. Ein riesiger Spielplatz mit allem, was ein Kinderherz höherschlagen lässt: Schaukeln, Rutschen, Klettergerüste und sogar ein kleiner Irrgarten! Kaum setzen wir Noah ab, gibt es kein Halten mehr.

Seine Augen leuchten, als er auf eine sanft geschwungene Kleinkindrutsche zuläuft – die perfekte Mischung aus Abenteuer und Sicherheit. Mit einem breiten Grinsen klettert er die niedrigen Stufen hoch, dreht sich kurz um, als wolle er sagen: „Seht ihr das? Ich kann das alleine!“ – und dann rutscht er los.

Der Wind pfeift durch sein (quasi nicht vorhandenes) Haar (naja, in seiner Vorstellung jedenfalls), seine kleinen Hände greifen nach den Seiten – und unten angekommen strahlt er, als hätte er den Grand Canyon durchquert.

Doch wer denkt, eine Runde reicht, kennt Noah schlecht. Sofort dreht er sich um, klettert mit Opas Hilfe wieder hoch – und das Spiel beginnt von vorn. Immer wieder, als hätte er die physikalischen Gesetze der Langeweile ausgehebelt.

Irgendwann fällt sein Blick auf die Schaukeln. Und plötzlich gibt es nur noch ein Ziel. „Da! Da!“ ruft er und deutet mit strahlenden Augen auf eine Mini-Kinderschaukel mit Sicherung, die aussieht, als wäre sie nur für ihn gemacht.

Town Square Spielplatz

Wir heben ihn hinauf, und kaum oben beginnt er wild mit den Beinen zu strampeln – so als wolle er sich selbst in die Luft katapultieren. Stefan übernimmt das Anschieben, erst vorsichtig, dann ein bisschen schwungvoller. Noah quietscht vor Freude. Mit jedem Schwung steigt seine Begeisterung, er wirft den Kopf in den Nacken und lacht aus vollem Herzen. Für ihn gibt es in diesem Moment nichts Schöneres als den leichten Nervenkitzel der Schaukel.

Doch der wahre Höhepunkt wartet noch: Ein liebevoll gestaltetes Mini-Irrgarten-Labyrinth, perfekt für kleine Abenteurer. Noah stürzt sich voller Tatendrang hinein. Er rennt los, bleibt kurz stehen, schaut nach links, schaut nach rechts – und dann geht er mutig seinen eigenen Weg.

Las Vegas Town Square

„Ooohhh!“ kommt es von ihm, als er an einer vermeintlichen Sackgasse steht und sich mit gerunzelter Stirn umdreht. Ganz offensichtlich ist er nun in den Tiefen der „großen Wildnis“ gefangen. Doch aufgeben? Nicht mit ihm! Er probiert einen anderen Weg, läuft voller Entdeckergeist um die nächste Kurve – und plötzlich, mit leuchtenden Augen und offenen Armen, steht er am Ausgang. Er hat es geschafft! Sein Gesichtsausdruck sagt alles: „War doch easy!“

Wir lachen, klatschen und genießen den Anblick. Für Noah war dieser Spielplatz kein simpler Ort zum Spielen – es war ein großes Abenteuer, ein kleiner Sieg über die Welt. Und während wir ihn dabei beobachten, stellen wir fest: Dieser Moment, dieser einfache Nachmittag in einem versteckten kleinen Paradies, ist genau das, was diesen Tag in Vegas so besonders macht. Nicht das Neonlicht, nicht die Casinos, nicht der Trubel – sondern diese pure, unbeschwerte Freude eines Kindes.

ROSS Dress For Less

Nach einem ereignisreichen Vormittag ist es Zeit für eine kleine Shoppingrunde – denn wie jeder weiß, ist ein Vegas-Trip ohne mindestens einen Abstecher zu ROSS einfach nicht komplett. Also auf zu den ultimativen Schnäppchenjagden!  Heute steht praktische Beute auf der Einkaufsliste: ein paar neue Klamotten und ein frisches Paar Sandalen für Noah.

Und wer schon mal bei ROSS war, weiß: Hier kann man entweder unglaubliche Schätze heben oder sich durch ein chaotisches Labyrinth aus Kleiderstapeln kämpfen. Während ich zielstrebig durch die Gänge streife, um alles Notwendige für unseren kleinen Entdecker zusammenzusammeln, beschäftigt sich Noah mit einem völlig anderen Highlight: den Kleiderständern! Alles auf Kinderhöhe, beweglich – ein Paradies!

Mit Opa Rolltreppe fahren

Doch Shopping ist nur der Auftakt, denn das eigentliche Highlight des Tages folgt sofort danach: Noahs große Rolltreppen-Faszination – eine Mission für Opa. Kaum sind die Einkäufe verstaut, geht es zurück zum Strip, wo uns noch so einige Abenteuer erwarten. Doch Noah hat seine eigene Prioritätenliste – und ganz oben steht seit ein paar Tagen: Rolltreppen!

Ja, unser kleiner Weltenbummler hat in Las Vegas eine ganz besondere Leidenschaft entdeckt. Sobald sein Blick eine der mechanisch beweglichen Stufen erfasst, gibt es nur noch eine Richtung: rauf und runter. Und wenn wir schon beim Thema Rolltreppen sind – was wäre ein besserer Ort für dieses Abenteuer als die legendären runden Rolltreppen in den Forum Shops des Caesars Palace? Opa wird offiziell zum „Rolltreppen-Partner in Crime“ ernannt, während ich mir das Spektakel aus sicherer Entfernung anschaue.

  • Hochfahren – grinsen – unten ankommen – direkt wieder rauf.
  • Und nochmal. Und nochmal.
  • Der Ausdruck in Noahs Gesicht? Pures Glück.

Ein einfaches Konzept, aber scheinbar unfassbar unterhaltsam. Opa hält tapfer durch, während ich mich gemütlich auf eine Bank setze und das Schauspiel mit einem Schmunzeln verfolge. Wie lange das so geht? Nun ja, Opa gibt irgendwann auf – Noah nicht.

Irgendwann kommt dann aber doch die Erkenntnis: So viel Auf- und Abfahren macht hungrig. Also gönnen wir uns eine kleine Pause, füttern Noah und setzen ihn zurück in den Buggy. Und siehe da: Der große Abenteurer schläft nach wenigen Minuten tief und fest ein.

Jetzt ist es an uns, das Beste aus dieser ruhigen Phase herauszuholen. Also bummeln wir noch gemütlich durch ein paar Casinos in der Nähe, werfen einen Blick auf das Glücksspielgeschehen (nur schauen, nicht anfassen!) und genießen den seltenen Moment der Stille. Las Vegas hat eben für jeden etwas zu bieten – egal ob Highroller oder Rolltreppen-Enthusiast.

Silverton Casino

Nach zwei Stunden erholsamem Buggy-Nickerchen ist es endlich soweit: Das ausgeschlafene Baby meldet sich zurück! Mit einem frechen Grinsen schaut Noah uns aus seinem Buggy an – der Blick sagt alles: „Opa, Oma, ich bin wieder topfit. Was machen wir als Nächstes?“ Na dann, los geht’s!

Wir setzen uns ins Auto und steuern unser nächstes Ziel an – das Silverton Casino, das wir bislang noch nicht besucht haben – obwohl es direkt neben unserem Hotel steht.

Der Grund für unseren Stopp ist jedoch nicht nur das Casino selbst, sondern der direkt angeschlossene Bass Pro Shop – ein gigantischer Outdoor-Laden, der die Herzen aller Abenteuer- und Naturfreunde höherschlagen lässt. Doch bevor wir in die Welt der Angelruten und Campingausrüstung eintauchen, gibt es noch eine ganz andere Überraschung.

Kaum betreten wir das Silverton Casino durch den imposanten Haupteingang, stehen wir plötzlich vor einem gigantischen Aquarium.

  • 117.000 Liter Salzwasser.
  • Über 4.000 tropische Fische.
  • Dazwischen kleine Haie und anmutig schwebende Stachelrochen.

Und als wäre das nicht beeindruckend genug, packt Vegas noch einen drauf. Denn – warum sollte ein Aquarium in Las Vegas „nur“ ein Aquarium sein, wenn es auch eine Showbühne sein kann?

Silverton Casino Mermaid

Und plötzlich tauchen sie auf: echte Meerjungfrauen. Also, nicht wirklich echt, aber so gut, dass man für einen Moment glauben könnte, sie gehören tatsächlich in diese Unterwasserwelt.

Eine professionelle Schwimmerin gleitet mit beeindruckender Eleganz durch das Wasser, ihre glitzernden Flossen schillern im Licht, während sie synchron wirbeln, drehen und mit den Fischen spielen.

Kitschig? Absolut.
Faszinierend? Auf jeden Fall.
Typisch Vegas? Aber sowas von!

Die Show dauert 15 Minuten, in denen die Nixe lächelt, winkt und dabei scheinbar mühelos durch das Wasser schweben. Man fragt sich, wie sie es so lange ohne Luft holen aushalten. Doch während viele Kinder in der Zuschauerreihe vor Begeisterung glucksen, gibt es einen in unserer Runde, der nicht ganz so beeindruckt ist.

Eine der Meerjungfrauen hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, Noah mit ihrer Magie zu verzaubern.

Sie winkt ihm zu.
Sie formt Küsschen durch das Glas.
Sie blubbert lustig unter Wasser.
Sie gibt sich wirklich Mühe.

Und Noah?
Schaut sie an – mit maximaler Gleichgültigkeit.
Null Reaktion. Kein Lächeln, kein Staunen, nichts.
Arielle hat hier eindeutig ihr härtestes Publikum gefunden.

Nach ein paar weiteren vergeblichen Versuchen gibt sie auf und konzentriert sich auf andere kleine Zuschauer, die sie mit offenen Mündern anhimmeln. Noah hat eben seine eigenen Prioritäten – und Meerjungfrauen gehören offenbar nicht dazu.

Bass Pro Shop Las Vegas

Nach der etwas einseitigen Begegnung mit der Unterwasserwelt ziehen wir weiter in den Bass Pro Shop, der direkt mit dem Casino verbunden ist.

Und hier gilt: Wenn man es draußen tun kann, gibt es hier die Ausrüstung dafür.

  • Angelruten in allen erdenklichen Größen und Farben.
  • Campingzelte, in denen eine ganze Familie inklusive Hund Platz hätte.
  • Kleidung für jedes erdenkliche Outdoor-Abenteuer – vom Wüstenmarsch bis zur Eisexpedition.
  • Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Und nein, wir haben nicht vor, in nächster Zeit mit einer selbstgebauten Fliegenrute Lachse zu fangen oder auf einem Hochsitz Bären zu beobachten. Aber herumstöbern in diesem Outdoor-Paradies macht einfach Spaß – selbst wenn unser „wildestes“ Abenteuer momentan daraus besteht, Noahs Buggy zwischen den riesigen Verkaufsständen zu manövrieren.

So langsam meldet sich der kleine Hunger, und das bedeutet: Es ist Zeit für eine weitere Station in unserem kulinarischen Roadtrip durch die USA.

Unsere Regeln sind klar:

  • Steaks? Texas Roadhouse.
  • Chicken Wings? Hooters
  • Spare Ribs? Famous Dave’s

Und genau deshalb steuern wir Famous Dave’s an, denn wenn wir eines in den USA gelernt haben, dann ist es: Ribs kann man hier nicht einfach irgendwo essen – dafür gibt es Spezialisten!

Kaum sitzen wir, fällt die Wahl schnell auf ein Full Rack – ein mächtiges Exemplar von Rippchen, das locker für zwei reicht. Hier teilt man sich die Portion, ohne dass jemand komisch guckt. Teilen ist hier völlig normal. Man wird nicht schräg angeschaut, wenn man sich einen Teller teilt. Und ja, es gibt extra Teller dazu – ohne Aufpreis.

In Deutschland? Da muss man sich fast schon entschuldigen, wenn man das Essen teilen will – oder heimlich Gabeln austauschen. Aber hier? Einfach bestellen, Besteck nehmen und loslegen.

Und was soll man sagen? Die Ribs sind perfekt: Saftig, butterzart und mit einer würzigen, rauchigen Kruste, die jeden BBQ-Fan glücklich macht. Die Soße? Klebrig, süßlich, würzig – genau so, wie es sein muss. Dazu Coleslaw, Bohnen und Maisbrot – eine himmlische Kombination.

Während wir die Ribs genießen, hat Noah sein eigenes kleines Festmahl. Zum Essen gibt es einen fluffigen Mais-Muffin, und unser kleiner Gourmet hat sofort seine eigene Strategie entwickelt: Jeden Krümel einzeln inspizieren. Zielsicher mit zwei Fingern greifen. Versuchen, ihn in den Mund zu bekommen – mit wechselndem Erfolg.

Manchmal landet der Krümel tatsächlich da, wo er hingehört. Manchmal verschwindet er spurlos auf dem Hochstuhl. Und manchmal findet er den Weg auf den Boden, zur Freude der Restaurantmitarbeiter.

Aber eins ist klar: Noah hat Spaß. Und wir auch – denn es ist einfach zu niedlich, ihm dabei zuzusehen.

Famous Daves

Nach dem Essen fahren wir zurück zum Hotel, wo Oli und Nadine bereits auf uns warten. Auch ihr Tag war ein voller Erfolg! Sie haben sich ins Casino-Abenteuer gestürzt und einige der berühmtesten Hotels am Strip besucht: Mandalay Bay, Excalibur, MGM und das Hard Rock Hotel.

Dann ging es weiter zur Fremont Street, wo sie die legendäre Light-Show bestaunt haben – ein echtes Highlight der alten Vegas-Ära. Und während sie erzählen, wird mal wieder klar: Las Vegas hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Egal ob glitzernde Casinos, legendäre Shows, kulinarische Highlights oder einfach ein entspannter Tag mit Rolltreppen-Action und Muffin-Krümeln – diese Stadt enttäuscht nicht.

Doch auch die schönste Zeit in Sin City geht irgendwann zu Ende. Morgen heißt es mal wieder auschecken. Nadine und ich packen die Koffer, Oli kümmert sich um Noah, Stefan erledigt die allabendliche Datensicherung – denn was wäre ein USA-Roadtrip ohne ein ordentliches Backup der vielen Erinnerungen? in weiterer aufregender Tag in dieser faszinierenden Stadt neigt sich dem Ende zu. Aber unser Abenteuer ist noch nicht vorbei.

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