Durch den Titus Canyon zurück ins Death Valley und zum St. Patrick’s Day in Sin City

Der Tag beginnt mit einem strahlend blauen Himmel, die Sonne scheint mit voller Kraft auf das kleine Wüstenstädtchen Beatty herab, als wollte sie uns persönlich verabschieden.

Und was wäre ein würdiger Abschied ohne ein anständiges Frühstück? Unser Ziel: Mel’s Diner.

Nicht zu verwechseln mit irgendeiner Franchise-Kette, sondern ein echter, uriger Geheimtipp. Hier regiert das Old-School-Amerika: Karierte Plastik-Tischdecken, die wahrscheinlich schon mehr Geschichten gehört haben als die Bewohner von Beatty zusammen. Die Bedienung begrüßt uns mit einem herzlichen „Mornin’, sweeties!“, als wären wir alte Stammgäste, und der Duft von frischem Kaffee, der das ganze Diner durchzieht – kräftig, stark und genau das, was man für einen Roadtrip durch die Wüste braucht.

Mel’s Diner

Dann kommt das Essen: Pancakes in einer Größe, die eher an Autoreifen erinnert als an Frühstück. Locker, fluffig und mit einer Butterflocke, die langsam in die goldene Oberfläche schmilzt, dazu ein Krug Sirup – nicht etwa ein kleines Schälchen, sondern ein KRUG.

Mit jeder Gabel voll wird klar: Das hier ist kein Frühstück, das ist eine Erfahrung. Schade nur, dass wir nicht bleiben können. Punkt 9 Uhr starten wir die Motoren und verabschieden uns von Beatty. Unser nächstes Ziel? Wieder zurück ins Herz des Death Valley.

Highway 374 zieht sich schnurgerade durch die karge Landschaft, als hätte jemand mit einem Lineal eine Straße in den Sand gezeichnet. Die Fahrt ist ruhig, doch nach etwa 10 Minuten passiert etwas, das den Puls beschleunigt. Wir verlassen den Highway.

Rechts von uns zweigt die Titus Canyon Road ab – eine staubige, unbefestigte Piste, die sich als „Abkürzung“ ins Death Valley anbietet. Abkürzung? Nun ja.

Wer sich auf diesen Weg begibt, sollte besser keine Angst vor engen Schluchten, sandigen Serpentinen und steilen Abhängen haben. Hier gibt es keine Asphaltstraßen. Kein Netz. Keine Tankstellen. Nur Staub, Felsen und das Versprechen eines der spektakulärsten Offroad-Abenteuer, die das Death Valley zu bieten hat. Also… warum eigentlich nicht?

Mit einem Grinsen legen wir den Allradantrieb ein, nehmen die erste Bodenwelle und tauchen ein in das nächste große Abenteuer.

Titus Canyon Road


Eine staubige Piste, die irgendwo in der Wüste beginnt und irgendwo im Death Valley endet.
Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn wer sich auf diese 44 Kilometer lange Einbahnstraße wagt, betritt eine andere Welt.

Eine Welt voller steiler Berghänge, schwindelerregender Abhänge und spektakulärer Schluchten, die sich mit jeder Kurve weiter verengen. Klingt nach Spaß? Absolut. Klingt nach Wahnsinn? Vielleicht ein bisschen. Unsere Reise beginnt harmlos. Die ersten Meilen führen uns geradewegs auf die imposanten Grapevine Mountains zu.

Die Straße ist steinig, holprig und übersät mit Spurrillen, die aussehen, als hätten sie bereits Generationen von Offroad-Abenteurern durchgeschüttelt. Doch wir nehmen es gelassen – immerhin wollen wir nicht unsere zweite Reifenpanne dieses Urlaubs riskieren. Nach etwa 12 Meilen wird es ernst. Die ersten Hügel tauchen vor uns auf, und die Straße beginnt, sich in endlosen Serpentinen den Berg hinaufzuwinden. Jede Kurve wird steiler, jede Passage schmaler – als würde die Natur testen, ob wir es wirklich ernst meinen.

Titus Canyon Road

Und dann erreichen wir ihn: Den Red Pass – Ein Panoramablick mit Gänsehautgarantie.

Mit 1.526 Metern ist der Red Pass der höchste Punkt der Strecke – und der Ausblick? Einfach gigantisch. Hier oben scheint die Welt stillzustehen. Die zerklüfteten Berghänge, die endlose Weite des Death Valley und die roten Felsen, die je nach Sonnenstand leuchten wie glühende Kohlen. Ein perfekter Ort für einen Fotostopp. Und damit meine ich natürlich nicht nur einen.

Halt mal kurz an, ich muss ein Foto machen!“ „Oh, warte – nur noch eins aus der anderen Perspektive!“ „Okay, noch ein letztes… vielleicht.“ Stefan und Nadine sind inzwischen wahre Geduldsengel. Während ich mich in einem Fotorausch befinde, stehen sie mit einer Mischung aus Faszination und sanfter Verzweiflung daneben. Aber ganz ehrlich – wie kann man hier NICHT anhalten?

Nachdem wir den Red Pass hinter uns gelassen haben, geht es steil bergab. Die Straße wird enger, die steinigen Abschnitte holpriger, die Serpentinen noch spektakulärer.

Während Stefan cool bleibt, kann man bei Nadine ein wenig Nervosität erkennen – schließlich ist es ihre erste Offroad-Strecke dieser Art. Aber sie meistert es großartig! Je weiter wir absteigen, desto faszinierender wird die Landschaft. Und dann – in der Ferne – entdecken wir sie. Eine Geisterstadt mitten in der Wüste. Leadfield – Das Märchen vom schnellen Reichtum

Leadfield war einmal eine Goldgräberstadt. 1926 lockte ein kluger Geschäftsmann hier Siedler an, indem er ihnen Reichtum versprach. Er schickte Bilder einer fruchtbaren Landschaft mit blühenden Bäumen und einem angeblich sprudelnden Fluss – dass diese Fotos aus einem ganz anderen Tal stammten, verschwieg er geschickt. Tatsächlich bestand Leadfield aus ein paar schäbigen Hütten, staubigen Wegen und der bitteren Erkenntnis, dass es hier nicht viel zu holen gab.

Titus Canyon Road

Nur ein Jahr später war das Städtchen schon wieder verlassen. Heute stehen nur noch ein paar windschiefe Ruinen und ein altes Holzschild, das an die Zeit des Goldrausches erinnert. Ein kurzer Stopp, ein paar Bilder – und weiter geht’s.

Dann kommt der Moment, auf den wir gewartet haben. Wir rollen weiter, und plötzlich beginnt sich die Landschaft dramatisch zu verändern. Die Felsen rücken näher, die Schlucht wird enger, die Straße schneidet sich tief in den Canyon hinein.

Der Weg verläuft nun direkt im trockenen Flussbett – zwischen senkrechten Wänden, die so hoch sind, dass sie kaum noch Sonnenlicht durchlassen. Es ist atemberaubend. Ein wenig unheimlich. Und irgendwie unwirklich. „Halt an! Ich muss nochmal ein Foto machen!

Titus Canyon

Stefan schweigt. Nadine hinter uns schweigt. Aber ich sehe an ihren Blicken: Sie dachten es sich. Wir sind nicht die einzigen hier – einige Wanderer erkunden den Canyon von unten und werfen uns neidische Blicke zu, während wir uns entspannt durch die gewaltigen Felsformationen schlängeln.

Nach einer letzten Kurve öffnet sich plötzlich die Landschaft. Und da ist es: Das Death Valley.

Vor uns liegt die weite, trockene Wüstenlandschaft – ein Bild, das den perfekten Abschluss für dieses unglaubliche Offroad-Abenteuer bildet. Nur noch ein paar holprige Dirtroad-Meter – und dann sind wir wieder auf glattem Asphalt.

Nur ein paar letzte Dirtroad-Meter, dann spüren wir wieder den vertrauten, glatten Asphalt unter unseren Reifen. Nach der abenteuerlichen Fahrt durch den Titus Canyon, die uns Staub in jede noch so kleine Ritze des Autos und wahrscheinlich auch unserer Lungen gepustet hat, fühlen sich die sanften Kurven der Scottys Castle Road an wie eine kleine Wohltat. Unser nächstes Ziel? Ganz klar: Eine Pause!

Wie bereits am Vortag haben wir uns vorgenommen, im Date Grove Diner in Furnace Creek einen kurzen Zwischenstopp einzulegen. Einmal durchatmen, einmal auftanken – sowohl die Autos als auch wir. Punkt 14 Uhr parken wir vor dem Diner. Die Hitze drückt, doch die Vorfreude auf ein kühles Getränk und ein ordentliches Sandwich lassen uns die flirrende Luft fast vergessen.

Im Inneren ist es angenehm klimatisiert, und die Atmosphäre erinnert an eine Mischung aus klassischem Roadtrip-Diner und staubiger Outpost-Oase für Abenteurer. Mit einem Blick auf die Karte ist schnell klar: Heute gibt’s Sandwiches. Groß, lecker und genau das, was wir brauchen, um unsere Energiereserven wieder aufzufüllen.

Death Valley Road

Eine halbe Stunde später sind wir gestärkt und bereit für das nächste Highlight. Nur zehn Minuten Fahrt trennen uns von einer der ikonischsten Aussichtsplattformen des Death Valley – dem legendären Zabriskie Point. Kaum haben wir den geräumigen Parkplatz erreicht, wird uns eines sofort klar: Wir sind nicht allein. Eine schier endlose Kette von Touristen zieht sich den gewundenen Pfad hinauf.

Das Ziel? Ein Panorama, das man wohl nie vergisst. Der Weg ist kurz, aber durchaus anspruchsvoll – vor allem bei dieser Hitze. Steile Passagen und ein gnadenlos brennender Wüstenhimmel sorgen für den extra Fitnessfaktor. Doch jede Anstrengung wird belohnt, als wir endlich oben stehen.

Zabriskie Point

Von hier oben öffnet sich ein atemberaubendes Panorama auf das Death Valley. Erodierte Hügel, zerfurchte Felsformationen, ockerfarbene Dünen und eine surreale Stille, die den Blick nur noch intensiver macht. Ein Meer aus Wellen aus Stein, entstanden durch Millionen von Jahren geologischer Kunst.

Die Geschichte dieses Ortes ist mindestens so beeindruckend wie der Anblick selbst:

  • Vor Millionen von Jahren lag hier der Furnace Creek Lake.
  • Als das Wasser verdunstete, hinterließ es eine Mischung aus Salz, Geröll und Vulkanasche.
  • Über Jahrtausende hinweg formten Wind und Wetter die bizarren Falten und Muster, die wir heute bestaunen.

Es ist, als hätten wir für einen Moment den Boden unserer eigenen Welt verlassen. Und genau das macht das Death Valley so besonders.

Eigentlich hatten wir noch einen Halt geplant – den spektakulären Aussichtspunkt Dante’s View. Doch leider bleibt es diesmal beim Wunsch. Eine Baustelle verhindert den Zugang – zwei Monate lang wird hier eine neue Plattform errichtet. Schade, aber wir nehmen es sportlich.

Es gibt keinen schlechten Ort, um das Death Valley zu verlassen – denn egal, welche Route man nimmt, die Eindrücke bleiben unvergesslich. Wir drehen uns noch einmal um, lassen den Blick über diese lebensfeindliche, aber wunderschöne Landschaft schweifen – und steigen ins Auto.

Die Straße nach Las Vegas liegt vor uns. Es fühlt sich an wie der Übergang von einer anderen Welt zurück in die uns bekannte Realität. Doch eins steht fest: Das Death Valley hat uns wieder einmal mit seiner rohen Schönheit, seinen Farben und seiner unbeschreiblichen Weite völlig in den Bann gezogen.

Zabriskie Point

Mit dem Death Valley im Rückspiegel setzen wir unsere Reise fort. Vor uns liegt die Straße nach Las Vegas, hinter uns ein Tag voller Wüstenzauber, Staub und surrealer Landschaften.

Unser Weg führt uns über die Death Valley Junction, ein fast gespenstisch ruhiges Nest mitten im Nirgendwo. Nur ein paar vereinzelte Gebäude trotzen hier der brennenden Sonne. Der Ort wirkt, als hätte jemand die Zeit angehalten – oder als würde jederzeit ein Cowboy durch die Tür eines Saloons treten. Doch wir haben keine Zeit für Tagträume, denn die Straße ruft.

Wir durchqueren das malerische Amargosa Valley, wo der Himmel unendlich scheint und die Landschaft sich in alle Richtungen zu verlieren scheint. Noch einmal genießen wir die Einsamkeit der Wüste, bevor wir nach einer gefühlten Ewigkeit wieder auf den Highway 95 einbiegen. Und dann – ganz plötzlich – taucht sie vor uns auf. Las Vegas, wir sind zurück!

Die ersten blinkenden Lichter, die Silhouetten der riesigen Hotelkomplexe, das unübersehbare Chaos dieser Stadt, die niemals schläft.

Amargosa Opera House

17:30 Uhr. Wir rollen in die Glitzermetropole ein. Unser Ziel für diese letzte Nacht ist das Fortune Hotel & Suites – eine Unterkunft, die vor allem mit einem überzeugt: dem Preis. Samstagnacht in Las Vegas? Da kann eine Übernachtung schnell das Urlaubsbudget sprengen.

Doch wir haben eine kleine Oase gefunden, die unseren Geldbeutel schont. Die Lage ist praktisch, das Zimmer ist sauber, und für eine letzte Nacht reicht es vollkommen aus. Zugegeben, die Flure… nun ja.

Sagen wir mal so: Die Atmosphäre erinnerte weniger an den Glanz von Las Vegas und mehr an den Flur eines alten Casinos, das in den 90ern mal bessere Tage gesehen hat. Aber was soll’s – wir haben schon in absoluten Traumunterkünften genächtigt, von der Suite im Berkley bis zum gemütlichen Canyon Hotel in Kanab. Heute Nacht brauchen wir nur ein Bett, bevor es morgen nach Hause geht.

Und jetzt? Ein letzter Abend in Sin City!

Ein letztes Mal eintauchen in die funkelnde Welt von Vegas. Ein letztes Mal die Casinos bestaunen, den Strip entlangschlendern, das Leben dieser Stadt aufsaugen.

Fortune Hotel

Manchmal ist Timing einfach alles. Gerade zurück in Las Vegas, und es ist St. Patrick’s Day! Die ganze Stadt ist in grün getaucht – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Grünes Bier, grüne Cocktails, grüne Süßigkeiten – wenn es essbar oder trinkbar ist, dann hat es heute einen Grünton verpasst bekommen. Und wer nicht in irgendeiner Form grün trägt, wird schräg angeschaut – oder noch schlimmer: mit einem freundschaftlichen „Pinch“ bestraft.


Zum Glück haben wir einen Trumpf in der Hinterhand: Noah! Unser kleiner Charmeur trägt ein cooles St. Patrick’s T-Shirt und erntet noch mehr Komplimente als ohnehin schon.

Mit seinem breiten Grinsen und dem grünen Outfit ist er der unangefochtene Star unseres Abends.
Also, auf geht’s – dieser letzte Abend in Vegas wird gefeiert!

Praying mantis sculpture

Da wir mit zwei Autos unterwegs sind, steuern wir direkt die Fremont Street Experience Parking Garage an – ein perfekter Ausgangspunkt für alles, was Downtown Las Vegas zu bieten hat.

Von dort aus spazieren wir zum Downtown Container Park, einem kreativen Stadtviertel, das – typisch Vegas – mal so ganz anders ist als alles, was man kennt. Hier bestehen Gebäude nicht aus Beton, sondern aus gestapelten Schiffscontainern.

In diesen bunten Stahlkästen befinden sich coole Shops, trendige Restaurants und – weil es eben Las Vegas ist – natürlich eine Hochzeitskapelle. Denn was wäre eine Stadt, in der man zwischen Blackjack-Tischen sein Ja-Wort geben kann, ohne eine Möglichkeit, das auch in einem Container zu tun?

Doch das wahre Highlight steht direkt vor dem Park: Die gigantische, feuer-speiende Gottesanbeterin. Diese mechanische Skulptur ist einfach nur verrückt – und typisch Vegas. Alle 15 Minuten erwacht das gigantische Insekt im Takt der Musik zum Leben – und speit Feuer aus seinen riesigen Fühlern.

Nachdem wir uns den Container Park in aller Ruhe angesehen haben, kommt der Moment der Entscheidung. Nadine und Oli haben sich vorgenommen, den St. Patrick’s Day richtig zu feiern. In der Fremont Street gibt es heute Live-Bands, Party-Stimmung und jede Menge gut gelaunte Menschen mit grünen Hüten, Glitzer und Guinness in der Hand.

Während die beiden also noch weiter in das grüne Spektakel von Downtown Las Vegas eintauchen, entscheiden Stefan, Noah und ich, dass Essen jetzt genau das Richtige ist.

Fremont Experience

Wir schnappen uns das Auto und verlassen das wilde Treiben der Fremont Street. Ich erinnere mich an ein T.G.I. Friday’s in der Sahara Avenue, wo wir vor ein paar Jahren schon einmal gegessen haben. Der Vorteil? Nicht direkt am Strip, also weniger Menschenmassen. Gute Portionen, solides Essen, freundlicher Service. Ein Ort, an dem wir Noah in Ruhe füttern können, ohne dabei zwischen Betrunkenen in grünen Zylindern zu jonglieren.

Als wir das Restaurant betreten, werden wir sofort freundlich empfangen – ohne Wartezeit bekommen wir unseren Tisch. Perfekt!

Unser Kellner ist sofort begeistert von Noah. Mit einem breiten Lächeln geht er in die Hocke und hält ihm die Hand hin: „High-Five, kleiner Mann!“ Doch plötzlich, in einem unerwarteten Akt der Coolness, zieht Noah seine Hand in letzter Sekunde zurück. War das Absicht? War das ein ausgereifter Sinn für Dramaturgie? Vermutlich nicht – aber es sah einfach zu gut aus. Die gesamte Umgebung amüsiert sich prächtig. Der Nebentisch hat inzwischen auch einen Narren an unserem kleinen Charmeur gefressen.

Jeder findet ihn „sooo sweet“, und Noah? Der genießt seinen Ruhm in vollen Zügen, wächst in seinem Hochstuhl förmlich über sich hinaus und nimmt die Bewunderung mit professioneller Gelassenheit entgegen.

Von da an werden wir den gesamten Abend mit einer Extraportion Aufmerksamkeit und guter Laune versorgt. Das Essen ist super, die Atmosphäre entspannt, und wir genießen es, für einen Moment dem grünen Wahnsinn der Stadt zu entfliehen.

Jack Daniels Burger

Während wir uns noch über Noahs ungewollten Comedy-Auftritt amüsieren, vibriert mein Handy.

Nachricht von Nadine: „Wir sind aus Downtown raus, haben Hunger. Wo essen wir?“ Da gibt es doch nur eine logische Antwort: Geht ins „Roxy’s Diner im Stratosphere! Ihr habt es doch immer geliebt!“

Nur ein paar Minuten später bestätigt eine Reihe von Fotos in meinem Chat, dass sie meinem Rat gefolgt sind. Burger, Pommes, ein Riesen-Eis – das volle nostalgische Programm.

Doch Stefan, Noah und ich sind noch nicht bereit für den Abschied. Wir wollen noch einmal in die Lichterflut der Stadt eintauchen, noch einmal das bunte Treiben aufsaugen. Also? Ab zur Fashion Show Mall.

Wir parken unseren SUV erneut und überqueren die Fußgängerbrücke zum Wynn, wo wir eine Weile vor dem großen Brunnen stehen bleiben. Die Wasserspiele hier sind eleganter, sanfter als die dramatischen Fontänen des Bellagio – fast schon hypnotisierend.

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Wynn schlendern wir weiter ins Encore, wo Noah plötzlich eine Rolltreppe entdeckt. „Opa, los geht’s!“ Und so beginnt eine weitere Rolltreppen-Rallye

  • Hoch auf die Rolltreppe.
  • Runter auf die Rolltreppe.
  • Nochmal hoch.
  • Nochmal runter.
  • Wieder hoch.
  • Noch ein letztes Mal runter.

Stefan nimmt es mit stoischer Geduld, während ich mich zurücklehne und das Schauspiel genieße. Manche Kinder spielen mit Bauklötzen, Noah spielt mit der Architektur von Vegas.

Um 22:30 Uhr kehren wir schließlich ins Hotel zurück. Müde, aber glücklich. Ein letzter Abend voller High-Fives, leuchtender Neonreklamen und unerwarteter Rolltreppen-Marathons liegt hinter uns.

Gute Nacht, Las Vegas. Es war wieder mal ein Fest. Morgen geht es zurück nach Hause – aber eines ist sicher: Wir kommen wieder.

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