Casino Hopping Tag: Vom Bellagio bis Downtown Las Vegas

Noch bevor die Vögel ihr erstes Lied zwitschern, noch bevor der erste Kaffee durch die Maschine blubbert, sind wir wach. Ein Blick auf die Uhr: 6:00 Uhr. Und nein, kein Wecker hat uns aus dem Schlaf gerissen. Es ist dieser bescheuerte Jetlag, der uns glauben lässt, wir hätten ausgeschlafen. Aber ganz ehrlich? Heute stört es uns nicht. Denn wir haben was vor. Großes. Episches. Kalorienreiches.

Ein paar Minuten später sind wir auf den Beinen, und ich schwöre, ich habe noch nie jemanden gesehen, der so schnell aus dem Bett springt wie Stefan, wenn ein Buffet auf dem Spiel steht. Schlaftrunken? Fehlanzeige. In einer fließenden Bewegung ist er auf den Beinen, bereit für den Kampf um frisch gebackene Pancakes und knusprigen Bacon.

Ein kurzer Blick in den Spiegel – müdes Lächeln, verwuschelte Haare, aber hey, Buffet wartet. Keine Zeit für ausgedehnte Schönheitsrituale. Schlüssel? Check. Portemonnaie? Check. Sonnenbrille? Unverzichtbar. 6:30 Uhr – wir sind startklar.

Gold Coast Casino

Unser Ziel: das Gold Coast Casino. 7:00 Uhr. Draußen schon die ersten warmen Sonnenstrahlen, während wir mit einem Blick, der sowohl hungrig als auch entschlossen ist, auf das Gebäude zutreten. Unser Ziel ist klar: das Ports O’Call Breakfast Buffet. Seit Jahren unsere feste Anlaufstelle – Stammgäste, Wiederholungstäter, Frühstücks-Strategen.

Und warum genau hier? Nun ja, das Angebot ist unschlagbar. Mit einer kostenlosen Players-Club-Karte kostet das Vergnügen gerade mal $8,99In einer Stadt, in der ein Kaffee schon mal das Budget sprengt, ist das fast ein Akt der Nächstenliebe. Und dann erst das Buffet! Ein Schlaraffenland für Frühstücksfans.

Die Omelette-Station, an der man sich sein eigenes Ei-Meisterwerk zusammenstellen kann. Kross gebratener Bacon, dampfende Pancakes, goldgelbe Hashbrowns, dazu frische Säfte – ein Paradies in Edelstahl und Wärmelampen.

Die Teller füllen sich schneller, als wir essen können, und mit jeder Gabel schmeckt es ein bisschen mehr nach Roadtrip, nach Freiheit, nach „das wird ein großartiger Tag“.

Und so beginnt unser Tag mit einem breiten Grinsen, randvollen Mägen und der Gewissheit, dass heute ein weiteres Abenteuer auf uns wartet. Wer braucht da schon Schlaf, wenn es Bacon gibt? 😏

Trotz all der köstlichen Versuchungen am Frühstücksbuffet gibt es ein kleines Manko, das uns jedes Mal schmunzeln lässt: Das Gold Coast Casino zieht nicht nur uns an, sondern auch eine bunte Mischung aus Pauschalurlaubern von überall her – inklusive einer soliden deutschen Fraktion, die es sich nicht nehmen lässt, das Frühstück lautstark zu analysieren.

Jeden Morgen spielt sich hier dasselbe skurrile Schauspiel ab. „Warum gibt’s hier keine knusprigen Brötchen?“ – „Und wo ist die Nutella?“ – „Laugengebäck? Fehlanzeige!“ Die große Frühstücks-Enttäuschung über das Fehlen des gewohnten deutschen Morgenrituals wird ausgiebig diskutiert. Heute hatten wir sogar das zweifelhafte Vergnügen, einem älteren Herrn zuzuhören, der in breitestem Deutsch seiner Frau verkündete: „Den Scheiß hier kannst du doch nicht fressen!“

Na dann, guten Morgen! Ganz ehrlich? Wenn man so sehr an seinem morgendlichen Wurstbrot hängt oder ohne Bratwurst nicht verreisen kann, dann frage ich mich wirklich: Warum bucht man dann einen Urlaub in den USA? Warum nicht einfach zu Hause bleiben und sich den Stress mit dem „falschen“ Frühstück sparen? Entschuldigt mein Schimpfen, aber das musste raus.

Das Beste kommt aber noch: Der besagte Herr tauchte später wieder auf. Mit einem völlig überladenen Teller voller genau der Speisen, die er zuvor verschmäht hatte. Und was macht er? Schiebt den Teller zur Seite – um sich eine neue Super-Portion zu holen.

Warum ist es so schwer, sich erstmal kleine Häppchen vom Buffet zu nehmen, um zu sehen, ob es einem schmeckt? Aber klar, wenn man die All-you-can-eat-Pauschale bezahlt hat, dann geht es nicht um Geschmack – dann geht es ums Prinzip. Viel hilft viel – ob man’s isst oder nicht.

Manchmal ist das wahre Unterhaltungsprogramm in Las Vegas nicht auf der Bühne, sondern direkt am Frühstücksbuffet. 😏

Las Vegas Harley Davidson

Nachdem wir uns satt gegessen und leicht genervt gegen 8 Uhr aus dem Gold Coast Casino gerollt haben, brauchen wir erst mal etwas anderes als Buffet-Unterhaltung. Also auf zum riesigen Harley-Davidson-Händler in der Nähe des Las Vegas Signs.

Stefan braucht ein paar Ersatzteile für sein Bike, und während er zielstrebig durch die Regale marschiert, nutze ich die Gelegenheit, mich ein wenig umzusehen. Lederjacken, Totenkopf-Embleme, Shirts mit wilden Sprüchen – willkommen in der Welt der echten Kerle. Aber zum Glück geht das hier ziemlich schnell, und schon bald stehen wir wieder draußen, bereit für den nächsten Programmpunkt.

Aber dann – eine WhatsApp-Nachricht. Unsere Tochter. Mit einer Sneaker-Bestellung für den Enkel. Und damit gibt es kein Halten mehr: Wir müssen zurück zu den South Outlets! Der VANS Store ruft.

Also wieder rein ins Auto, zurück auf den Highway, und keine Stunde später halten wir das gewünschte Paar Sneaker in den Händen. Aber natürlich bleibt es nicht nur bei einem. Das Baby braucht schließlich auch stylische Schuhe. Und weil wir uns bei der Auswahl nicht entscheiden können, landen gleich zwei Paar im Einkaufskorb. Man kann schließlich nie früh genug mit einer coolen Schuhkollektion anfangen!

Dann geht’s weiter – mit einem wichtigen Stopp.

Morgen startet endlich unser langersehnter Roadtrip, und das bedeutet: Vorräte auffüllen! Nächster Halt: (mal wieder) Walmart.

Wir schieben unseren Einkaufswagen durch die breiten Gänge und laden all die Roadtrip-Essentials ein:

🍪 Cookies – unverzichtbar für lange Autofahrten
🍎 Frisches Obst – für das gute Gewissen.
🥪 Belegte Sandwiches – weil Fast Food auf Dauer doch langweilig wird.
🥛 Milch – weil ich die amerikanische Milch einfach liebe
🥖 Dinner Rolls – weiche Brötchen für unterwegs.
🧀 Philadelphia – weil ohne Frischkäse gar nichts geht.
🥓 Bacon – weil … Bacon.

Und natürlich darf unsere treue Plastikbox nicht fehlen – die wird mit Eis gefüllt, damit unsere Vorräte kühl bleiben.

Und nun?

Das Sam’s Town wirbt schon seit Ewigkeiten mit dem Slogan „Where locals bring their friends.“ Schade nur, dass wir keine einheimischen Freunde hatten, die uns begleiten konnten. Aber was soll’s – wir hatten ja uns. Und das reichte völlig aus.

Die gesamte Hotelanlage umschließt einen überdachten Innenhof, in dessen Mitte sich die Mystic Falls befinden. Tagsüber ist das schon nett anzusehen, aber abends wird es richtig spektakulär, wenn hier die Sound- und Lightshow beginnt.

Und genau so ein Spektakel stand an, also nutzten wir die verbleibenden 20 Minuten vor der Show, um uns am Food Court noch schnell eine Portion Orange Chicken reinzuziehen. Effiziente Planung ist alles.

Pünktlich um 14 Uhr postierten wir uns wieder vor dem Wasserfall – und waren fast allein. Außer uns waren genau sechs weitere Personen anwesend. Kein Gedränge, kein Stress – beste Plätze garantiert. Die Show begann.

Wasserfontänen schossen in die Luft, Musik setzte ein, Laser zuckten durch den Raum. Dann erhob sich ein ausgestopfter Grizzlybär in majestätischer Pose, während oben auf dem Felsen ein ausgestopfter Wolf sein berühmtes Heulen zum Besten gab. 🐺

Okay. Das war jetzt schon etwas kitschig. Aber hey – wir sind in Las Vegas! Hier brechen Vulkane im Stundentakt aus, Piraten kämpfen vor Casinos um Goldschätze, und Gondeln gleiten durch künstliche Kanäle. Ein heulender Wolf in der Hotellobby? Ach komm, warum nicht. Am Ende war das Sam’s Town eine nette Überraschung. Klar, ein bisschen skurril – aber definitiv nicht ohne Charme.

Vielleicht übernachten wir hier beim nächsten Vegas-Besuch ja wirklich mal. Wer weiß? 😏

Nach unserer kleinen Auszeit im Sam’s Town war es nun an der Zeit, endlich ein bisschen Las Vegas zu erleben – genauer gesagt den berühmten Strip. Also machten wir uns auf den Rückweg und parkten unser Auto kostenlos am PH Casino, direkt neben den Miracle Mile ShopsGratis parken am Strip? Ja, das gibt’s noch!

Und weil Sightseeing ohne eine kleine süße Stärkung einfach nicht dasselbe ist, war unser erster Stopp klar: Ben & Jerry’s. Ja, es war teuer – aber wir reden hier schließlich von Ben & Jerry’s. Und mal ehrlich: Wenn man in Deutschland nicht an die Lieblingssorten rankommt, dann ist so eine Kugel fast eine Investition in glückliche Erinnerungen. Also gönnten wir uns das volle Programm.

Jede Löffelspitze pure Nostalgie, jedes Bisschen ein kleiner Gruß aus der Vergangenheit. Und während das Eis langsam dahinschmolz, dämmerte uns: So fühlt sich Urlaub an. 😏

Nachdem wir unsere süße Erfrischung genossen hatten, schlenderten wir gemütlich Richtung BellagioKeine Eile, keine Hektik – einfach treiben lassen und das pulsierende Las Vegas in sich aufnehmen.

Für mich gibt es einen Ort, den ich bei jedem Vegas-Besuch unbedingt sehen muss: den Bellagio Conservatory & Botanical Garden. Ein Wunderwerk aus Blumen und Fantasie.

Es ist unglaublich, mit wie viel Liebe zum Detail dieser Garten mehrmals im Jahr komplett neu gestaltet wird. Jede Saison bringt ein neues Thema, und jedes Mal frage ich mich, wie zur Hölle sie das noch toppen wollen.

Dieses Mal stand die Herbst-Ausstellung unter dem Motto „Falling Asleep“ – inspiriert von der Mythologie der Erntegöttin. Und da lag sie nun – 11 Meter hoch, 8 Meter lang, eine majestätische Göttin, in tiefem Schlummer auf einem Bett aus buntem Eichenlaub. Unter ihrem Kopf plätscherte sanft ein Wasserfall, als würde die Natur ihr Schlaflied summen.

An ihrer Seite: Drei lebensgroße Elfen, in Blätter gehüllt, mit leuchtenden Augen und kleinen Wasserfällen, die anmutig neben ihnen flossen. Als wären sie gerade einem alten Märchen entsprungen. Aber das war noch lange nicht alles.

Überall im Garten gab es kleine, faszinierende Details zu entdecken. Zwei prachtvolle Tiger, komplett aus Samenkörnern gefertigt, sahen uns aus leuchtenden Augen an. Spielende Füchse mit riesigen Eicheln tollten zwischen bunten Blätterbergen. Und in der Mitte des Gartens stand er: Ein verzauberter, sprechender Baum.

Und natürlich – überall Kürbisse. Große, kleine, runde, ovale – ein ganzes Kürbis-Kaleidoskop. Ich liebe Kürbisse. Und ich liebe diesen Ort. Jedes Mal aufs Neue ein kleines Wunder mitten in Las Vegas.

Übrigens gibt es sogar eine Live Cam um die Schönheit der Bellagio Gardens jederzeit bewundern zu können!

Nachdem wir zahlreiche Erinnerungsfotos im Bellagio gemacht hatten, beschlossen wir, uns noch das ehemalige Monte Carlo Hotel & Casino anzusehen, das vor Kurzem in Park MGM umbenannt und umgestaltet wurde. Neugierig betraten wir die Lobby – und stießen sofort auf das erste, sagen wir mal, interessante DetailKeine klassische Hotelrezeption mehr. Stattdessen standen dort Self-Check-in-Kioske, an denen sich die Gäste nun selbst einbuchen durften.

Es war faszinierend und gleichzeitig amüsant, dabei zuzusehen, wie einige mit der Technik kämpften. Während manche mühelos durch das Menü navigierten, tippten andere wild auf dem Bildschirm herum oder warfen verzweifelte Blicke in Richtung der umherwuselnden Mitarbeiter, die von einem Kiosk zum nächsten eilten, um Hilfestellung zu leisten.

Selbstbedienung kann ja praktisch sein – aber was ist mit dem berühmten $20-Trick? Wer Las Vegas kennt, weiß: Ein diskret überreichter 20-Dollar-Schein beim Check-in kann manchmal Wunder wirken und ein kostenloses Zimmer-Upgrade bescheren. Doch wenn man sich nun selbst eincheckt, wo genau soll man den Geldschein hinschieben? Zwischen den Bildschirm und den Rahmen klemmen? Dem Automaten zuflüstern, dass man „etwas mit Strip-View“ bevorzugt? Klingt alles wenig erfolgversprechend. In Sachen Vegas-Hotels setzen wir dann doch lieber auf den persönlichen Touch.

Abgesehen von diesem technischen Fortschritt wirkte die Lobby und der Casinobereich durchaus modern und einladend, aber nicht gerade spektakulär. Alles in Weiß und Grün gehalten, an den Wänden riesige Bilder von Wäldern, die eine fast beruhigende Atmosphäre schufen. Für Las Vegas-Verhältnisse war das schon fast zu entspannt. Insgesamt nett gemacht – aber wenn wir ehrlich sind, hatten wir uns etwas mehr Glanz und Glamour erwartet.

Wir schlendern gemütlich in Richtung unseres Wagens. Die Uhr nähert sich langsam der 18-Uhr-Marke, und unser Magen meldet sich mit Nachdruck. Eigentlich hatten wir ursprünglich geplant, im Main Street Casino in Downtown Las Vegas zu übernachten, aber am Ende hat das Hard Rock Hotel gewonnen. Eines steht jedoch fest: Unser Abendessen dort lassen wir uns nicht entgehen.

Wir steuern in die Innenstadt und haben das Glück, direkt am Hotel einen Parkplatz zu ergattern. Und das Beste? Dank eines kleinen Tricks – Parkticket im Restaurant abstempeln lassen – kostet uns das Ganze keinen Cent. So lieben wir Las Vegas! 😏

Main Street Station

Das Triple 7 Restaurant & Microbrewery erwartet uns ohne lange Wartezeit. Die Atmosphäre? Typisch amerikanisch – laut, gesellig, genau unser Ding. Sportsbar trifft Brauerei, und das bedeutet: Hier wird das Bier direkt vor Ort gebraut.

Und genau da komme ich ins Spiel. Ich kann einfach nicht widerstehen, mir einen „Beer-Flight“ zu bestellen – eine Auswahl aus fünf verschiedenen Biersorten. Warum sich für eine entscheiden, wenn man sie alle probieren kann? Stefan hingegen … nun ja.

Er betrachtet die amerikanische Bierkultur mit einer gewissen Skepsis. „Kultur ist hier das falsche Wort“, meint er trocken, während er an die üblichen Verdächtigen denkt: Budweiser. Coors Light. Flüssiges Nichts in der Flasche. Aber, Stefan, es wird höchste Zeit, dieses alte Vorurteil über Bord zu werfen! 😄

Beer Flight

Seit der Aufhebung des Heimbrauverbots 1978 hat sich in den USA ein regelrechter Craft-Beer-Boom entwickelt. Mittlerweile gibt es über 3.500 Microbreweries, und die Zahl wächst weiter. Glaub mir, hier gibt es richtig gutes Bier – wenn man weiß, wo man suchen muss.

Während ich also meinen Flight genieße, kombiniert mit perfekt glasierten Spareribs, entscheidet sich Stefan für eine Coke – und landet prompt in der klassischen amerikanischen Getränkefalle.

„Is Pepsi OK?“ Sein Blick spricht Bände.

Aber hey, abgesehen von der Pepsi ist alles hervorragend. Der Burger auf seinem Teller sieht aus wie eine Wucht, meine Spareribs sind der Hammer, und das Bier ist – natürlich – großartig.

Ergebnis: Dieses Restaurant landet direkt auf unserer „Muss-ich-wieder-besuchen“-Liste für zukünftige Sin City-Trips. 🍔🍺

Als wir zurück zum Hard Rock Hotel fuhren, sorgten wir noch schnell dafür, dass unser Pickup wieder mit vollem Tank für unseren Roadtrip bereit war. Die Vorfreude war förmlich spürbar – endlich konnte es losgehen! Yeah! Der Moment, auf den wir so lange gewartet haben. 🚗💨

Der Tank war prall gefüllt, das Auto bereit für die große Fahrt, und wir konnten es kaum erwarten, die Straßen zu erobern. Kilometer für Kilometer, ein neues Abenteuer nach dem anderen. Unser Roadtrip versprach alles, wofür wir Reisen liebenweite Landschaften, verrückte Entdeckungen, spontane Abstecher und Erinnerungen, die für immer bleiben.

Morgen geht’s los. Wir sind sowas von bereit. 😏

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