Viele, viele Meilen von Virgina City nach Reno und nach Idaho Falls

Noch bevor die Sonne endgültig über den Hügeln auftaucht, blinzeln wir aus unseren gemütlichen, aber mittlerweile doch etwas knarzenden Motelbetten. Kein Wecker nötig – hier übernimmt die Natur den Job. Die Morgendämmerung färbt den Himmel in sanfte Gold- und Rosatöne, während die letzten Schatten der Nacht langsam über die staubigen Straßen der Stadt kriechen. Ein Anblick, der nach einer Kamera schreit!

Frühstück? Fehlanzeige. Unser Sugarloaf Mountain Motel mag charmant sein, aber ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit frisch gebrühtem Kaffee und warmen Pancakes gehört leider nicht zur Ausstattung. Also müssen wir selbst auf die Jagd nach Kaffee und Kalorien gehen.

Doch bevor wir uns in dieses kulinarische Abenteuer stürzen, kommt der wahre Morgenritus: Fotos!  Wie könnte ich diesem Anblick widerstehen? Die aufgehende Sonne taucht die Stadt in ein goldenes Licht, die historischen Gebäude wirken wie eine Filmkulisse, und unser treuer Pick-up strahlt mit der Morgensonne um die Wette. Ein perfekter Start in den Tag!

Nachdem ich die Kamera endlich wieder eingepackt habe (und Stefan schon leicht ungeduldig neben dem Auto steht), schnappen wir uns unsere Sachen, werfen einen letzten Blick auf unser Zimmer – ein Abschied mit einem Hauch von Nostalgie, wie es sich für eine Stadt mit so viel Geschichte gehört – und machen uns auf den Weg.

Jetzt bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wo finden wir in dieser Westernstadt das perfekte Frühstück?

Mit knurrendem Magen, aber bester Laune, treten wir unser nächstes Abenteuer an. Denn ein guter Roadtrip beginnt mit einem noch besseren Frühstück. 

Downtown Virginia City

Die noch verschlafene Hauptstraße von Virginia City liegt ruhig vor uns, nur ein paar vereinzelte Gestalten kreuzen unseren Weg. Kein Hufgetrappel, keine Saloon-Schlägerei in Sicht – offensichtlich hat sich der Wilde Westen auch an zivilisierte Morgenstunden gewöhnt. Doch während die Stadt langsam erwacht, ist unser Magen hellwach – und knurrt in einer Lautstärke, die vermutlich jedes Kojoten-Heulen übertönt.

Wir ziehen los – auf der Suche nach Frühstück. Ein sanfter Hauch von frisch gebrühtem Kaffee liegt in der Luft. Der Duft ist verheißungsvoll. Instinktiv folgen wir dem betörenden Aroma und lassen uns von unserer Spürnase führen. Und siehe da: Am Ende der Straße entdecken wir das „Canvas Café“.

An der Tür leuchtet ein einladendes „OPEN“-Schild, als wolle es uns persönlich mitteilen: „Kommt rein, euer Frühstück wartet bereits!“ Wir lassen uns nicht zweimal bitten und treten ein. Ein Café mit Herz und Seele

Das Canvas Café ist ein kleines Juwel. Die Einrichtung? Charmant, warm, voller Persönlichkeit. Rustikale Holztische, kunstvolle Wandmalereien, liebevoll dekorierte Regale – ein Ort, an dem man sich sofort wohlfühlt.

Eine freundliche Kellnerin begrüßt uns mit einem strahlenden Lächeln und führt uns zu einem gemütlichen Tisch am Fenster. Der erste Blick in die Speisekarte? Vielversprechend. Hier gibt es keine aufgeblasenen Hipster-Avocado-Experimente – nur ehrliches, herzhaftes Frühstück, das genau das tut, was es soll: satt und glücklich machen. Die perfekte Wahl: Bacon, Eier und Bratkartoffeln

Die Entscheidung fällt leicht und zielsicherApplewood Smoked Bacon & Eggs, knusprige Bratkartoffeln, dazu duftender Toast. Genau das, was ein ehrlicher Morgen braucht. Stefan nickt zustimmend – wenn er bei Essen so schnell zustimmt, weiß ich, dass wir einen Volltreffer gelandet haben.

Während wir auf unser Frühstück warten, genießen wir die Ruhe. Tatsächlich sind wir um diese Uhrzeit die einzigen Gäste. Es fühlt sich an, als hätten wir das gesamte Café für uns allein – fast wie ein geheimer Morgentreff für echte Frühstücksliebhaber.

Dann endlich wird unser Frühstück serviert – und schon der erste Blick ist eine Offenbarung. Der Bacon ist perfekt knusprig, die Eier genau auf den Punkt, die Bratkartoffeln goldbraun geröstet und voller Geschmack. Der erste Biss? Reiner Frühstücksgenuss. Man könnte meinen, die Küche hätte einen geheimen Vertrag mit unseren Geschmacksknospen abgeschlossen.

Und der Kaffee? Sagen wir es so: Hätte man damals auf der Ponderosa Ranch solchen Kaffee serviert, wäre die Serie noch heute in Produktion.

Gut gesättigt, glücklich und mit dem Gefühl, den perfekten Frühstücksort gefunden zu haben, lehnen wir uns zurück und lassen den Moment wirken. Es sind diese kleinen Entdeckungen, die eine Reise besonders machen.

Langsam schlendern wir zurück zum Auto, doch ganz ehrlich? Wir sind noch nicht bereit, diesen Ort hinter uns zu lassen.

Die Stadt, die am Abend in ein nostalgisches Westernflair getaucht war, erstrahlt jetzt im sanften, goldenen Licht der aufgehenden SonneEs ist ein Anblick, den man einfach festhalten muss. Die historischen Holzbauten werfen lange Schatten auf die staubige Straße, während der Himmel sich in sanften Pastelltönen färbt. Ein fast magischer Moment.

Natürlich können wir nicht anders und zücken noch einmal die Kamera. Noch ein Foto von der Hauptstraße, noch eines von der alten Westernfassade, noch eines von dem Schriftzug des Saloons – als könnte man mit genug Bildern verhindern, dass dieser Moment einfach vergeht.

Virginia City hat uns verzaubert. Die Geschichte, die Kulisse, der Charme – es war eine Reise zurück in eine andere Zeit. Hier hat jede Bohle auf dem Gehweg, jede knarrende Tür und jeder verlassene Saloon eine Geschichte zu erzählen. Geschichten von Glückssuchern, Revolverhelden, Eisenbahnpionieren – und natürlich den legendären Cartwrights.

Dann steigen wir in unseren treuen Pick-up, starten den Motor – und rollen langsam die staubige Straße hinaus.

Um 7:30 Uhr verlassen wir Virginia City, noch einmal ein letzter Blick in den Rückspiegel, während die staubigen Straßen hinter uns verschwinden. Hinter uns liegt eine Zeitreise in den Wilden Westen, vor uns? Neonlichter, Casinos und die moderne Glitzerwelt von Reno.

Die Fahrt ist überraschend kurz – kaum haben wir uns an die offene Straße gewöhnt, sind wir auch schon fast da. Nur 30 Minuten trennen Virginia City von Reno, doch es fühlt sich an wie ein Sprung von einer Western-Kulisse direkt in die schillernde Welt des Glücksspiels.

Nach etwa 10 Meilen legen wir einen Zwischenstopp ein. Der Geiger Lookout Wayside Park liegt an einer spektakulären Aussichtsstelle – ein Ort, der sich perfekt für einen ersten Blick auf Reno eignet.

Von hier oben erstreckt sich die viertgrößte Stadt Nevadas in voller Pracht vor uns. Ein Meer aus Gebäuden, blinkenden Lichtern und breiten Straßen, das sich in die weite Ebene einfügt, umrahmt von den schroffen Bergketten der Sierra Nevada. Ein spannender Kontrast zu dem kleinen, verschlafenen Virginia City, das wir gerade hinter uns gelassen haben.

Goodbye Western-Romantik, hello „Biggest Little City in the World“!

Reno hat viele Gesichter. Heute ein pulsierendes Unterhaltungszentrum mit Casinos, Resorts und Sportevents, war die Stadt in den 1930er Jahren die erste große Glücksspielmetropole der USA – lange bevor Las Vegas ins Rampenlicht rückte. Hier wurde die legendäre Caesars Entertainment Group geboren, die später auch Las Vegas mit Hotels und Casinos prägte.

Während wir auf Reno hinabblicken, steigt unsere Vorfreude auf das, was uns erwartet. Wir sind bereit, uns ins Abenteuer zu stürzen, durch die Stadt zu schlendern und das moderne Nevada zu erleben.

Geiger Lookout Wayside Park

Punkt 8 Uhr rollen wir in Reno ein, bereit für einen kurzen, aber dennoch symbolträchtigen Besuch. Wir sind nicht hier, um unser Glück an den Spielautomaten zu versuchen, sondern eher, um einen kleinen Hauch von Casino-Nostalgie einzufangen – und natürlich ein paar ikonische Fotos zu schießen.

Unser Weg führt uns direkt zum Wahrzeichen der Stadt: das legendäre Reno-Arch. „The Biggest Little City in the World“ prangt in leuchtenden Buchstaben über der Straße – eine stolze Erinnerung an die Zeiten, in denen Reno die unangefochtene Glücksspielhauptstadt Amerikas war, lange bevor Las Vegas ihre Krone stahl.

Wir parken unseren Pick-up, spazieren eine kurze Strecke durch die noch verschlafene Innenstadt und genießen die fast unwirkliche Stille der Stadt. Keine flackernden Neonreklamen, keine Menschenmassen, keine hupenden Taxis – Reno am Morgen wirkt fast entspannt, als würde es sich erst langsam auf den bevorstehenden Tag vorbereiten.

Natürlich können wir nicht widerstehen und machen ein paar Schnappschüsse, denn mal ehrlich: Ein Roadtrip durch Nevada ohne ein Foto vom Reno-Arch? Unmöglich! 

Las Vegas vs. Reno – Ein unfairer Vergleich?

Aber während wir hier stehen, können wir nicht leugnen, dass Reno nach unserem Las-Vegas-Besuch etwas… bescheiden wirkt. Verzeih uns, Reno! 🎰😅

Verglichen mit dem endlosen Lichtermeer des Las Vegas Strip, den gigantischen Themenhotels und spektakulären Attraktionen, fühlt sich Reno fast an wie ein kleiner Bruder, der versucht mitzuhalten – und dabei charmant, aber doch ein wenig zurückhaltend bleibt.

Das heißt aber nicht, dass Reno keinen eigenen Charme hätte. Die Stadt ist ruhiger, nostalgischer, irgendwie authentischer. Während Las Vegas mit Superlativen und Exzessen punktet, setzt Reno eher auf eine bodenständige Version des GlücksspielparadiesesVielleicht hat es ja auch seinen Reiz, eine Stadt zu erleben, die nicht rund um die Uhr auf Übertreibung setzt.

Nach unserem kurzen Fotostopp werfen wir noch einen letzten Blick auf das Reno-Arch, nehmen die Stadt noch einmal in uns auf – und steigen dann wieder ins Auto.

Reno Casino District

Gut, das Casino-Viertel hat uns nicht umgehauen. Aber Reno wäre nicht Reno, wenn es nicht doch noch eine Überraschung für uns bereithielte. Während wir durch die Straßen der Stadt rollen, bereit, Reno den Rücken zu kehren, stoßen wir plötzlich auf die 4th Street – und die ist ein echter Glücksgriff!

Charmante, pittoreske Hotels, wie aus einer anderen Zeit, säumen die Straße. Neonlichter, klassische Leuchtreklamen, kunstvoll verzierte Fassaden – als hätte sich ein Stück altes Reno vor dem modernen Glitzer-Rummel versteckt. Und das bedeutet natürlich nur eins: Kamera raus! 

Ein Stop-and-go der besonderen Art Von diesem Moment an verwandelt sich unsere Fahrt in einen Fotografen-Marathon. Stefan? Er wird unfreiwillig zum geduldigsten Fahrer der Welt. Denn alle paar Meter reiße ich die Tür auf, springe aus dem Auto, um das nächste fantastische Fotomotiv einzufangen. 

Ein Leuchtreklame-Motel hier, ein perfekt verfallenes Schild dort, ein alter Diner – die 4th Street ist eine Zeitkapsel, ein fotografischer Goldschatz. Während ich also mal wieder aussteige, in die Hocke gehe, ein Schild aus dem perfekten Winkel einfange, die Kamera prüfe und zurück ins Auto springe, um direkt wieder „Stopp, da vorne!“ zu rufen, bleibt Stefan bemerkenswert ruhig. (Ich spüre allerdings, wie er langsam überlegt, ob ich mir demnächst nicht einfach einen eigenen Mietwagen nehmen sollte.)

Am Ende ist es genau diese unerwartete Entdeckung, die Reno für uns doch noch besonders macht. Das Casino-Viertel mag uns nicht wirklich begeistert haben, aber die 4th Street hat unsere Reise um einige fantastische Erinnerungen bereichert. Mit einer vollen Kamera, glücklichem Herzen und einem leise seufzenden Stefan, der sich jetzt definitiv einen Kaffee verdient hat, geht es weiter.

Danke, Reno – du hast uns doch noch überrascht! 🚗✨

Der Highway 80 zog sich vor uns aus wie ein nie endender Asphaltstreifen, der scheinbar direkt in die Ewigkeit führte. Die ersten Meilen waren noch aufregend – neue Landschaften, das Gefühl von Weite, das leise Brummen des Motors. Doch nach einer Stunde hatte sich die Umgebung auf eine Minimalpalette reduziert: Straße, Himmel, trockene Wiesen, ein gelegentlich vorbeiziehender Truck. Nach zwei Stunden wurde das Panorama zum beruhigenden Dauerbild, nach drei Stunden zum ultimativen Test für die eigene Geduld. Man beginnt, über absurde Dinge nachzudenken. Wäre jetzt eine einsame Tankstelle am Horizont nicht das reinste Abenteuer? Was, wenn genau hier ein UFO landen würde? Oder eine Westernstadt aus dem Boden wächst? Doch nichts dergleichen geschah. Nevada blieb Nevada – endlos, weit und beeindruckend in seiner absoluten Leere.

Doch um 12:30 Uhr, als sich die Langeweile bereits wie eine dicke Staubschicht über unsere Reise gelegt hatte, tauchte plötzlich eine kleine Rettung in Form von Elko, Nevada auf. Eine Stadt, die nach vier Stunden Monotonie wie eine pulsierende Metropole wirkte. Unser Ziel? Das „Coffee Mug“, ein Restaurant, das so riesig war, dass man sich darin vermutlich verlaufen konnte. Und die Speisekarte? Ein regelrechtes Monument kulinarischer Vielfalt.Pancakes, Omeletts, Burger, Sandwiches, Suppen – wenn es essbar war, dann stand es hier irgendwo aufgelistet.

The Coffee Mug

Die Wahl fiel schwer, aber schließlich entschied ich mich für ein klassisches Sandwich mit der „Soup of the Day“ – eine kleine Überraschungskomponente, die ein wenig Abenteuer versprach. Stefan hingegen ging in die Vollen und bestellte einen herzhaften Steak Salad, der eher aussah wie ein Hauptgang für einen waschechten Cowboy nach einem 12-Stunden-Ritt durch die Prärie.

Als das Essen kam, verstummten alle Gedanken an endlose Highways oder fehlende UFO-Sichtungen. Es war genau das, was wir nach dieser Etappe brauchten. Der erste Biss in das frisch geröstete Brot, die Suppe – die tatsächlich köstlich war – und Stefans zufriedener Blick, als er das saftige Steak auf seinem Salat schnitt, ließen uns den Asphalt-Marathon der letzten Stunden fast vergessen.

Gut gesättigt und mit neuer Energie verließen wir das „Coffee Mug“, warfen einen letzten Blick auf die kleine Stadt, starteten den Motor – und rollten wieder zurück auf den Highway 80, bereit für die nächste Etappe unserer Reise. Ein paar Stunden mehr auf der Straße? Kein Problem. Schließlich wusste ich jetzt, dass am Ende jeder langen Strecke eine warme Suppe und ein großartiges Steak warten könnten.

Nach einer weiteren Stunde auf dem Highway 80 wurde die Straße nicht spannender – aber immerhin änderte sich die Richtung. Wir schwenkten nach Norden auf den malerischen Highway 93, der zumindest ein wenig Abwechslung versprach. Drei Stunden intensiver Fahrt später – und mit intensiv meine ich eine Mischung aus konzentriertem Geradeausfahren und gelegentlichen „Guck mal, ein anderer Baum“-Momenten – erreichten wir endlich unser Tagesziel: Twin Falls, Idaho.

Wow. Was für ein Tag voller Meilen und Kilometer. Sicherlich nicht der spektakulärste Abschnitt unserer Reise, aber genau das gehört zu einem echten Roadtrip dazu. Manchmal geht es nicht um die Action, sondern um das einfache Gefühl, sich fortzubewegen, den Horizont hinter sich zu lassen und neue Orte zu erreichen.

Als wir schließlich das Best Western Plus erreichten, freuten wir uns auf nichts mehr als eine erfrischende Dusche, ein weiches Bett und vielleicht einen kleinen Snack. Doch die Reise hatte noch eine letzte Überraschung für uns parat.

Beim Betreten unseres Zimmers erwartete uns eine kleine „Huch!“-SituationDas Wasser in der Toilette stand bis zum Rand. Nun ja, nichts sagt ‚Willkommen im Hotel‘ so sehr wie eine Sanitärkrise. Aber keine Panik – einmal tief durchatmen, Koffer wieder schnappen, ab zur Rezeption.

Die Mitarbeiter waren blitzschnell, entschuldigten sich freundlich und überreichten uns sofort einen neuen Zimmerschlüssel. Kein Drama, kein Chaos, nur eine kleine Episode im großen Abenteuer. Und seien wir ehrlich – wenn das größte Problem des Tages eine widerspenstige Hotel-Toilette ist, dann läuft doch eigentlich alles ganz gut.

Neues Zimmer, alles bestens, endlich Feierabend für heute. Twin Falls, du hast uns mit offenen Armen empfangen – wenn auch mit leicht übermotivierter Klempner-Action.

Es war bereits 17:30 Uhr, der Tag hatte sich langsam dem Abend entgegengestreckt, aber zum Essen war es einfach noch zu früh. Also war es wieder einmal Zeit für die wichtigste Frage eines jeden Reisenden: „Was machen wir jetzt?“

Ein Blick auf Google Maps brachte die Antwort – und eine kleine Überraschung: Ganz in der Nähe unseres Hotels befand sich ein ROSS-Geschäft. Nun, wer schon einmal in den USA war, weiß: ROSS ist das Paradies für spontane Shopping-Ausflüge, ein magischer Ort, an dem man entweder genau das findet, was man gesucht hat – oder mit zehn Dingen herauskommt, die man eigentlich gar nicht auf dem Schirm hatte.

Warum also nicht ein bisschen stöbern? Vielleicht würde sich sogar etwas Nettes für unseren Enkel finden lassen. Und siehe da: Zwei Mini-Levis-Jeans für den Kleinen landeten sofort im Einkaufswagen.

Mit unserer Beute in der Tasche beschlossen wir, noch einen kleinen Boxenstopp an der Tankstelle einzulegen – schließlich macht eine volle Spritladung das Reisen entspannter. Zurück im Hotel kam dann die nächste große Entscheidung: Wo würden wir heute Abend essen?

Ursprünglich stand das Texas Roadhouse Steakhouse auf dem Plan. Ein solider Klassiker, immer eine gute Wahl – aber dann passierte es: Wir merkten, wir hatten heute einfach keine Lust auf Steak.

Also begaben wir uns auf eine kleine TripAdvisor-Recherche und stolperten dabei über ein Restaurant, von dem wir noch nie gehört hatten: Golden Corral. Der Name klang irgendwie… vielversprechend. Und ein Blick auf die Beschreibung ließ unsere Neugier wachsen: Ein riesiges All-you-can-eat-Buffet mit allem, was das Herz begehrt? Das klang nach einem Abenteuer. Warum nicht ausprobieren?

Golden Corral

Also machten wir uns auf den Weg – und Golden Corral enttäuschte nicht.

Schon am Eingang wurde klar: Hier wird nicht gekleckert, hier wird geklotzt. Für $37,48 pro Person (inklusive unbegrenzter Softdrinks – als ob das noch nötig wäre) tauchten wir ein in eine Welt des kulinarischen Überflusses.

Erste Runde: Vorsichtige Zurückhaltung. Ein bisschen Salat, ein bisschen Brot, wir wollten schließlich nicht direkt eskalieren.

Zweite Runde: Die Wahrheit kommt ans Licht. Die Auswahl an Hauptgerichten war einfach zu verführerisch, und wir begannen, uns quer durch das Angebot zu probieren.

Dritte Runde: Der große Moment. Dann kamen wir zur Königsdisziplin – dem Nachtischbereich. Und hier muss ich gestehen: Wir haben kapituliert.

Eine schier endlose Auswahl an Kuchen, Pudding, Donuts, Eis, Cookies, Cremes und allem, was das Herz (oder besser gesagt, der Magen) begehrt. Süße Versuchung in ihrer reinsten Form.

Ob es sich gelohnt hat? Absolut. Ob wir noch jemals wieder hungrig sein würden? Fraglich. Mit vollen Bäuchen, einem Lächeln im Gesicht und dem Gefühl, den ultimativen amerikanischen Buffet-Tempel erlebt zu haben, ließen wir den Abend ausklingen. Ein perfekter Abschluss für einen Tag voller Meilen, Mini-Jeans und maximaler Kalorienaufnahme.

Premium Dinner Buffet

Ich bin pappsatt. Also nicht einfach nur „gut gesättigt“ oder „zufrieden nach dem Essen“, sondern wirklich „bitte rollt mich zum Auto“-satt. Stefan geht es kein bisschen anders.

Nach diesem kulinarischen Mammut-Erlebnis lassen wir ein paar Dollar Trinkgeld auf dem Tisch – als Dankeschön für eine Mahlzeit, die uns an die Grenzen unserer Aufnahmefähigkeit gebracht hat – und schleppen uns mit letzter Kraft zum Auto.

Golden Corral, du hast uns besiegt. Aber auf die bestmögliche Weise. Fazit? Ein großartiges Buffet, solange man genug Hunger mitbringt – und vielleicht einen ausgeklügelten Schlachtplan.

Fünf Minuten später rollen wir mit vollem Magen auf den Hotelparkplatz. Kein Umweg, keine zusätzlichen Stopps – direkt ins Zimmer, ab in die Horizontalposition.

Morgen geht’s weiter, das nächste Abenteuer wartet. Aber jetzt? Jetzt gibt es nur noch eine Aufgabe: Schlafen.

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