Auf den Spuren zweier Präsidenten : Das George W. Bush Museum und das 6th Floor Museum

Guten Morgen! Oder sollte ich sagen: Guten sehr frühen Morgen? Denn ja, der Jetlag hat uns immer noch fest im Griff. Aber anstatt uns darüber zu beschweren, dass unser Körper immer noch nicht so ganz verstanden hat, in welcher Zeitzone er sich befindet, nutzen wir die Gelegenheit: Früh aufstehen, mehr erleben!

6:30 Uhr – und wir waren bereits voller Tatendrang. Während andere Gäste vermutlich noch tief in ihren Hotelbetten schlummerten, marschierten wir schnurstracks zum Frühstücksbuffet im La Quinta – unserem schicken Zuhause auf Zeit in Fort Worth.

Ich muss sagen: Unser Hotel hat echt was hergemacht! Modern, stilvoll, mit einer angenehm ruhigen Atmosphäre – genau die Art von Hotel, in der man sich auf Anhieb wohlfühlt. Und seien wir ehrlich: Wenn man tagelang aus dem Koffer lebt und auf Roadtrip-Modus geschaltet ist, dann ist es eine echte Wohltat, sich für eine Nacht ein kleines bisschen wie ein VIP zu fühlen.

Aber jetzt mal zum eigentlichen Highlight des Morgens – das Frühstück!

Schon beim Betreten des Frühstücksraums wehte uns der verführerische Duft von frischem Kaffee und warmem Gebäck entgegen. Ein kurzer Blick auf das Buffet – und uns war klar: Hier würden wir definitiv nicht hungrig rausgehen!

Die Auswahl? Großartig!

  • Frische Croissants – goldbraun gebacken, noch warm, einfach perfekt.
  • Duftender Kaffee – die lebensnotwendige Morgendosis Koffein, und er war tatsächlich gut!
  • Saftige Früchte – für das gute Gewissen (nach den kommenden BBQ-Orgie am Abend).
  • Knuspriges Müsli – für alle, die es gesund mögen.
  • Frisch zubereitete Omeletts – und hier hatte der Koch wirklich Talent.

Kurz gesagt: Schlaraffenland.

Während wir also in einem angenehm stilvollen Frühstücksraum saßen – modern, gemütlich, mit viel Platz und ohne das typische „Bahnhofs-Feeling“ vieler Hotelbuffets – tankten wir genügend Energie für einen neuen Tag voller Abenteuer.

Frühstück

Morgens allein im Museum – Ein Besuch in der George W. Bush Presidential Library

Unser heutiges Ziel? Das George W. Bush Presidential Library and Museum in Dallas! Laut Google Maps sollte die Fahrt nur 30 Minuten dauern. Also hatten wir uns schon ausgemalt, wie wir in aller Seelenruhe dorthin cruisen, vielleicht noch einen Kaffee auf dem Weg holen und dann pünktlich zur Öffnung vor der Tür stehen.

Tja. Und dann kam Dallas.

Rush-Hour. Stau. Und als wäre das nicht genug, auch noch ein Unfall mitten auf unserer Route. Plötzlich bewegte sich nichts mehr. Was nach einem gemütlichen Start in den Tag aussah, wurde zum Stop-and-Go-Marathon. Aber hey – wenigstens hatten wir keine Angst, zu früh zu sein!

Am Ende erreichten wir das Museum punktgenau um 9:00 Uhr – exakt zur Öffnung. Und als wir aus dem Auto stiegen, fiel uns etwas auf: Wo waren eigentlich die anderen Besucher? Tatsächlich waren wir nicht nur die Ersten, sondern – soweit das Auge reichte – die Einzigen.

Wir wurden von einem äußerst freundlichen älteren Herrn begrüßt, der uns mit einem breiten Lächeln empfing: “Good to have you here – it’s all yours.”

Also bitte – wann hat man schon mal ein ganzes Präsidentenmuseum für sich allein? Jetzt mal ehrlich – wir sind keine eingefleischten Fans von George W. Bush. Unser Interesse am Museum hatte vor allem einen ganz bestimmten Grund: Die originalgetreue Nachbildung des Oval Office.

Da es ja leider nicht möglich ist, das echte Oval Office im Weißen Haus in Washington, D.C. zu besichtigen, gaben wir uns gerne mit dieser beeindruckenden Kopie hier in Dallas zufrieden.

Einmal dort stehen, wo die großen Entscheidungen getroffen werden – oder zumindest, wo man sich so fühlen kann, als hätte man gerade eine weltbewegende Rede gehalten? Das wollten wir uns nicht entgehen lassen! Also, Museum ganz für uns, das Oval Office in Reichweite.

George W Bush Presidential Library & Museum

Kaum hatten wir das George W. Bush Presidential Library and Museum betreten, erwartete uns ein atemberaubendes Erlebnis. An der Decke der Eingangshalle thronte ein riesiger 360-Grad-LED-Bildschirm, der uns auf eine fesselnde Reise durch die Geschichte Amerikas mitnahm.

Beeindruckende Landschaften, inspirierende Lebenswege, ikonische Momente der amerikanischen Geschichte – alles in brillanter Bildqualität und mit mitreißender Musik unterlegt. Es fühlte sich an, als hätte man uns direkt in die bedeutendsten Kapitel der USA katapultiert.

Von den endlosen Highways der Route 66 über die Wolkenkratzer von New York bis hin zu den Feldern der Farmer im Mittleren Westen – Amerika in all seiner Vielfalt, projiziert auf eine gewaltige Leinwand über unseren Köpfen. Es war ein Gänsehautmoment, der uns sofort in den Bann zog.

Nach diesem filmischen Einstieg tauchten wir endgültig in die Amtszeit von George W. Bush ein. Das Museum? Ein wahres Labyrinth aus Erinnerungen, Entscheidungen und historischen Meilensteinen. Wohin man auch blickte: Bilder, Filme, Exponate – jedes mit einer eigenen Geschichte.

Und dann diese Zahlen:

  • 70 Millionen Papierseiten
  • 200 Millionen E-Mails
  • Unzählige Millionen Digitalfotos

Ein gigantisches Archiv, das die Präsidentschaft von Bush detailliert dokumentiert. Hier lag Geschichte buchstäblich in der Luft. Eines der eindrucksvollsten Exponate: Die stählernen Überreste des World Trade Centers. Rostig, verbogen, von unsichtbaren Narben gezeichnet. Ein stilles Mahnmal des 11. September. So oft hatten wir diese Bilder im Fernsehen gesehen – aber hier, nur wenige Meter entfernt, war die Präsenz dieser Tragödie fast greifbar. Ein Moment der Stille, des Nachdenkens.

Dann endlich: Das berühmte Oval Office. Die originalgetreue Nachbildung des Präsidentenbüros, detailgetreu bis zur letzten Tischlampe. Wir traten ein – und für einen kurzen Moment fühlte es sich an, als wären wir mitten im Weißen Haus.

Hier wurden Entscheidungen getroffen, die die Welt bewegten. Hier wurden Krisen bewältigt, Gesetze unterzeichnet, Reden geschrieben. Ein surrealer, aber faszinierender Moment.

Eines der interaktivsten Highlights: Das „Decision Point Theater“. Hier hieß es: Rolle tauschen – Wir werden zu George W. Bush! Szenario: Hurrikan Katrina. Aufgabe: Die Koordination der Hilfsmaßnahmen.

Ich saß allein im Theater, sah mir die Informationen der Berater an, hörte mir Ratschläge an – und musste dann entscheiden. Truppen schicken? Mehr Hilfsgüter? Evakuierung anordnen?

Ich klickte, wog ab, versuchte mich in die Lage eines Präsidenten zu versetzen. Das Ergebnis?

Überraschenderweise traf ich genau die Entscheidungen, die George W. Bush damals getroffen hatte! Ob das nun gut oder schlecht war, sei dahingestellt – aber es war eine aufregende Erfahrung, einmal selbst „Präsident“ zu sein. Bevor wir das Museum verließen, konnten wir einer letzten Sache nicht widerstehen:

Ein Selfie mit den Statuen von George H.W. Bush und George W. Bush – den 41. und 43. Präsidenten der USA. Ein passender Abschluss für einen faszinierenden Museumsbesuch, der uns mehr als nur Geschichte nähergebracht hatte – er ließ sie uns hautnah erleben.

Bevor unsere Dallas-Sightseeing-Tour in die nächste Runde geht, gibt es noch eine Pflichtstation, die auf keinem unserer Roadtrips fehlen darf: Ein kurzer Stopp bei Harley Davidson! Denn mal ehrlich – wie viele Harley-Shirts braucht man eigentlich? Antwort: Mindestens eins pro Stadt pro Roadtrip.

Einige Minuten (und ein paar Dollar) später verlassen wir den Shop mit einer weiteren schicken Errungenschaft für unsere wachsende Sammlung und sind bereit für den nächsten Punkt auf unserer Liste: Downtown Dallas!

Wir steuern zurück ins Zentrum und haben das erste große Glück des TagesEinen richtig günstigen und zentral gelegenen Parkplatz! Falls ihr Dallas kennt, wisst ihr, dass das hier fast schon einem Lottogewinn gleichkommt. Denn zwischen Wolkenkratzern und geschäftigem Treiben einen guten Parkplatz zu finden, kann sich sonst schnell zur Schnitzeljagd entwickeln.

Doch diesmal? Perfekter Spot, mitten im Geschehen. Zeit für unseren ersten offiziellen Sightseeing-Stopp: Hooters! Es gibt Dinge, die ändern sich nie. Unsere Liebe zu den „Original Wings“ von Hooters gehört definitiv dazu.

Also setzen wir uns, bestellen uns stolze 20 Chicken Wings – und ja, wir teilen sie uns. (Ich sage “teilen”, aber jeder Hooters-Fan weiß: Das ist eigentlich ein stiller Wettkampf, wer die meisten erwischt.)

Und was soll ich sagen? Diese Wings sind einfach unwiderstehlich! Knusprig, saftig, mit genau der richtigen Mischung aus Würze und Soße. Ein absolutes Muss auf jeder USA-Reise. Mit vollem Bauch und bester Laune sind wir nun bereit für den nächsten Abschnitt unseres Dallas-Abenteuers!

Nach unserer köstlichen Stärkung bei Hooters (und dem stillen Kampf um die letzten Chicken Wings) setzen wir unsere Dallas-Tour fort.

Unsere Dallas-Sightseeing-Tour führt uns zu einem Ort, der weltgeschichtliche Bedeutung hat: dem 6th Floor Museum an der Dealey Plaza. Obwohl wir normalerweise nicht die größten Museumsfans sind, können wir diesen Ort nicht einfach ignorieren. Denn hier, an genau dieser Stelle, wurde am 22. November 1963 Präsident John F. Kennedy erschossen – ein Tag, der Amerika und die Welt für immer veränderte.

Das Museum befindet sich im ehemaligen Texas School Book Depository, einem unscheinbaren Backsteingebäude, das heute kaum noch erahnen lässt, dass es einst Schauplatz eines der berüchtigtsten Attentate der Geschichte war. Doch je näher wir kommen, desto mehr spüren wir, dass dieser Ort Geschichte atmet. Schon von außen fällt unser Blick auf die Elm Street – die Straße, auf der Kennedys Limousine unterwegs war, und auf die beiden weißen Kreuze, die heute die Stellen markieren, an denen die tödlichen Schüsse ihr Ziel fanden. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, diesen Ort in Echtzeit zu sehen. Bislang kannten wir ihn nur von historischen Aufnahmen – und nun stehen wir selbst hier.

6th Floor Museum Dallas

Ausgestattet mit einem Audioguide beginnen wir unsere Zeitreise durch die frühen 1960er Jahre. Ein einleitendes Video zeigt uns Kennedys letzte zwei Tage: seine Reise durch Texas, die jubelnden Menschen in Fort Worth, Houston und San Antonio, seine Ankunft in Dallas, das fröhliche Winken aus der offenen Limousine – und dann der Moment, der sich ins kollektive Gedächtnis der Welt eingebrannt hat. Die Schüsse, das Chaos, die verzweifelten Versuche der Sicherheitsleute, den Präsidenten zu schützen. Es ist verstörend, diese ikonischen Bilder erneut zu sehen, während wir nur wenige Meter entfernt stehen, wo all das passiert ist. Ein Moment, der für viele das Ende einer Ära bedeutete – das brutale Ende des amerikanischen Traums der 60er Jahre.

Die Ausstellung selbst ist beeindruckend und hervorragend kuratiert. Sie führt uns chronologisch durch die tausend Tage von Kennedys Regierung, zeigt seine politischen Erfolge, seine Visionen, aber auch die Konflikte und Herausforderungen, mit denen er zu kämpfen hatte. Seine berühmten Reden sind zu hören, unter anderem das legendäre „Ich bin ein Berliner“, mit dem er Westdeutschland während des Kalten Krieges seine Solidarität bekundete. Doch je weiter wir gehen, desto mehr nähert sich die Ausstellung dem tragischen Tag des 22. November 1963.

Schließlich erreichen wir den vielleicht bekanntesten Ort des Museums: das Eckfenster im sechsten Stock, aus dem Lee Harvey Oswald angeblich die tödlichen Schüsse auf Kennedy abgegeben hat. Die Szene wurde exakt so nachgestellt, wie die Polizei sie damals vorfand – Kisten als provisorische Gewehrstütze, verstreute Patronenhülsen auf dem Boden, alles gesichert hinter einer Plexiglasscheibe. Das beklemmende Gefühl verstärkt sich, als wir einen Blick aus dem Fenster werfen. Von hier aus hätte Oswald einen perfekten Blick auf die Präsidentenlimousine gehabt. Und dann, auf der Straße unter uns: die weißen Kreuze. Plötzlich fühlt sich Geschichte nicht mehr weit entfernt an. Wir stehen an dem Ort, der eine ganze Nation erschüttert hat.

Eine interessante Besonderheit des Museums ist eine Live-Webcam, die genau von diesem Fenster aus die Elm Street filmt. Es ist faszinierend, den Blick auf den historischen Tatort in Echtzeit zu sehen. Heute fahren Autos achtlos über den Punkt hinweg, an dem sich damals das Schicksal eines ganzen Landes entschied. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen auf seltsame Weise.

Das Fenster aus dem geschossen wurde

Natürlich kommt das Museum nicht an der Frage vorbei, die bis heute Millionen Menschen beschäftigt: War Oswald wirklich ein Einzeltäter? Die offizielle Version besagt, dass er allein gehandelt habe – doch zahllose Verschwörungstheorien zweifeln das an. War es ein Inside-Job? Gab es einen zweiten Schützen auf der berühmten „Grassy Knoll“? Steckte die CIA, die Mafia oder sogar Lyndon B. Johnson dahinter? Das Museum präsentiert alle Theorien sachlich und neutral, sodass jeder Besucher selbst entscheiden kann, was er glauben möchte.

Nachdenklich und beeindruckt verlassen wir das 6th Floor Museum. Obwohl wir schon viele geschichtsträchtige Orte besucht haben, gehört dieser definitiv zu denjenigen, die uns am meisten berührt haben. Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein schnelles Selfie vor dem Gebäude – ein kleines Andenken an einen Ort, der uns tief bewegt hat. Dallas hat uns heute nicht nur zum Staunen gebracht, sondern auch zum Nachdenken. Und das ist gut so.

Obwohl das Wetter heute Morgen trüb war, klarte es im Laufe des Tages glücklicherweise ein wenig auf. Und das war auch gut so, denn heute stand ein echtes Highlight unserer Reise auf dem Programm: der Reunion Tower! Im Vorfeld hatten wir uns den Dallas City Pass gesichert, der unter anderem den Eintritt zu diesem ikonischen Wahrzeichen beinhaltet – perfekt, um die Stadt von oben zu bewundern.

Von der Union Station aus führte uns ein unterirdischer Gang direkt zum Turm, der mit seinen 171 Metern Höhe und der unverwechselbaren Kugel an der Spitze zu den wichtigsten Wahrzeichen von Dallas zählt. Schon von unten ist der Reunion Tower beeindruckend, aber unser Ziel lag natürlich ganz oben.

Ein besonderer Bonus des Besuchs ist eines dieser klassischen Souvenirfotos, die man nicht nur als witzige Erinnerung mitnehmen kann, sondern auch – und das fanden wir super – digital und kostenlos per E-Mail erhält!

Das Foto? Ein echter Hingucker! Mit uns in bester Cowboy-Manier, lässig in Hoodies und coolen Hüten, die uns direkt das texanische Feeling verpassen. Die Kulisse? Die Skyline von Dallas, mit all ihren glitzernden Hochhäusern und natürlich dem Reunion Tower selbst. Wir sehen aus, als wären wir auf dem Weg, das nächste Western-Musical zu stürmen – ein bisschen kitschig, aber genau deswegen so großartig!

Cowgirl & Cowboy

Einziger Wermutstropfen: Das Aussichtsdeck war geschlossen, sodass wir uns mit einem Platz hinter den großen Panoramafenstern der Kuppel begnügen mussten. Aber ganz ehrlich, selbst durch die Scheiben war die Aussicht ein echter Knaller! Dallas aus der Vogelperspektive – eine Mischung aus glitzernden Wolkenkratzern, breiten Straßen und einer Energie, die uns mitten ins Herz traf.

Dieser Moment war wirklich magisch. Die Stadt wirkte von oben wie ein lebendes Kunstwerk, besonders mit den ersten Sonnenstrahlen, die langsam durch die Wolkendecke brachen. Es war ein perfekter Abschluss für einen spannenden Tag, und wir verließen den Reunion Tower mit einem Lächeln, das genauso strahlte wie die Skyline von Dallas.

Nach unserer spannenden Aussichtserfahrung im Reunion Tower machten wir uns auf den Weg zurück zu unserem Auto. Doch Dallas hatte noch mehr für uns parat. Auf dem Rückweg kamen wir zuerst am JFK Memorial vorbei – ein schlichtes, aber eindrucksvolles Denkmal, das die Würde und Tragik von John F. Kennedys Vermächtnis einfängt. In aller Stille verweilten wir kurz, bevor wir weiterzogen in den West End Historic District.

Dieses Viertel war ein echtes Highlight. Die alten Backsteingebäude, die von früheren industriellen Zeiten zeugen, strahlten einen besonderen Charme aus. Die Fassaden, teils rau und witterungsgezeichnet, teils perfekt restauriert, versprühten eine nostalgische Atmosphäre. Dazwischen rumpelten hin und wieder Straßenbahnwagen vorbei – wie aus einer anderen Zeit. Es war der perfekte Ort, um die Seele baumeln zu lassen, weit weg von der Hektik des modernen Stadtlebens. Während wir durch die Straßen schlenderten, sog ich die friedliche Stimmung in mich auf. Dallas zeigte sich hier von seiner ruhigeren, fast melancholischen Seite, und ich konnte mich kaum sattsehen an den charmanten Kontrasten dieser Stadt.

Historic Westend Dallas

Doch damit war unser Tag noch längst nicht vorbei. Um 16 Uhr war es viel zu früh, um schon ins Hotel zurückzukehren. Stattdessen beschlossen wir, noch einen kleinen Abstecher zur Grapevine Mall zu machen. Diese Mall ist ein wahres Paradies für Shopping-Enthusiasten, mit einer beeindruckenden Vielfalt an Geschäften und Unterhaltungsmöglichkeiten. Neben den üblichen Verdächtigen – Levi’s, GAP, Adidas, Ross, Disney und Aerie – gab es hier auch Attraktionen wie ein Rainforest Cafe, das exotisches Ambiente versprach, ein Sealife Aquarium und sogar ein Legoland für die jüngsten Besucher.

Natürlich haben wir uns direkt ins Shopping-Getümmel gestürzt. Die Auswahl war überwältigend, und nach einigen erfolgreichen Einkäufen gönnten wir uns im Food Court eine kleine Verschnaufpause. Mit einem riesigen „Eimer“ Cola(den ich kaum alleine stemmen konnte) ließen wir uns nieder und sammelten neue Energie. Diese kleine Auszeit tat richtig gut – man unterschätzt oft, wie anstrengend ein ausgiebiger Einkaufsbummel sein kann. Doch mit vollen Tüten und guter Laune machten wir uns schließlich auf den Rückweg und ließen den Tag zufrieden ausklingen.

Da wir uns mal wieder spontan von unserem ursprünglichen Plan verabschiedeten – typisch für unsere Roadtrip-Abenteuer – begann die Suche nach einem passenden Ort für unser Abendessen. Glücklicherweise mussten wir nicht lange suchen, denn direkt auf dem Gelände der Grapevine Mall entdeckten wir Uncle Buck’s Brewery & Steakhouse. Schon der erste Blick auf das Restaurant ließ uns wissen: Hier sind wir genau richtig.

Das Restaurant war beeindruckend groß, mit einer Mischung aus rustikalem Charme und modernem Design. Hinter einer Glaswand erstrahlten die imposanten Braukessel, die sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen. Die glänzenden Kupferkessel waren wie eine Einladung, die hauseigenen Biere genauer unter die Lupe zu nehmen – oder besser gesagt, sie zu probieren.

Eine freundliche Kellnerin begrüßte uns herzlich und brachte uns schnell an einen gemütlichen Tisch. Während wir die Speisekarte studierten, fiel Stefans Wahl auf den Impossible Burger – ein vegetarischer Burger, der seinem Fleisch-Pendant angeblich in nichts nachstehen soll. Ich entschied mich für einen Wedge Salad, der schon auf der Karte vielversprechend klang. Und was soll ich sagen? Der Salat war der absolute Hammer! Knackiger Eisbergsalat, großzügig mit Blue Cheese Dressing überzogen, knuspriger Speck und frische Tomaten – ein echter Genuss. Stefan hingegen war von seinem Impossible Burger mehr als positiv überrascht. „Wenn ich’s nicht wüsste, hätte ich gedacht, das ist Fleisch“, meinte er, während er genüsslich hineinbiss.

Uncle Bucks Brewery & Steakhouse

Natürlich konnte ich nicht widerstehen und bestellte mir, um den Abend abzurunden, einen Beer-Flight – eine kleine Auswahl verschiedener Biere, die in der Brauerei selbst gebraut werden. Die Gläser wurden in einem stilvollen Holzständer serviert, und ich fühlte mich wie eine Bier-Sommelière, die sich durch die Aromen von Dallas probierte.

Hier meine Auswahl:

  • Kelly’s Kölsch – Leicht, frisch und perfekt für den Einstieg.
  • Belfast Resistance Red Ale – Malzig und ein bisschen karamellig, genau mein Ding.
  • Wolfgang’s Enigma Hefeweizen – Mit einer dezenten Fruchtnote, ein echtes Highlight.
  • Bass Kickin’ Pale Ale – Hopfig und angenehm bitter, sehr erfrischend.
  • Four Stroke/Sixty IPA – Vollmundig, kräftig und genau das, was man von einem guten IPA erwartet.

Nur das Red Ale war nicht ganz mein Geschmack, aber hey, das ist ja der Reiz an einem Beer-Flight – man entdeckt, was einem gefällt, und lässt den Rest einfach stehen.

Unsere spontane Entscheidung, hier einzukehren, stellte sich als echter Glückstreffer heraus. Die Kombination aus leckerem Essen, großartigem Bier und der entspannten Atmosphäre machte den Abend zu einem echten Highlight unseres Tages. Es ist immer wieder schön, wenn spontane Abstecher zu solchen besonderen Momenten führen – genau das macht unsere Reisen so aufregend. Danke, Uncle Buck’s – du warst fantastisch!

Bevor wir uns endgültig auf den Rückweg nach Fort Worth machten, wollten wir Dallas mit einem letzten Highlight verabschieden: einem Blick auf die beeindruckende Skyline der Stadt, ergänzt durch die ikonische Margaret Hunt Hill Bridge. Ein perfektes Motiv, um den Tag ausklingen zu lassen und ein weiteres Kapitel unserer Reise festzuhalten.

Dafür fuhren wir auf die andere Seite des Trinity River und parkten unser Auto am Trinity Skyline Trail, einem beliebten Ort für Spaziergänger, Jogger und Fotografen. Von hier aus führte uns ein gemütlicher Spaziergang über die Ronald Kirk Pedestrian Bridge, eine charmante Fußgängerbrücke, die mit Bänken und kleinen Kunstinstallationen bestückt ist. Als wir die Mitte der Brücke erreichten, war der Moment perfekt: Die glitzernde Skyline von Dallas lag in voller Pracht vor uns, und die markante Margaret Hunt Hill Bridge, mit ihrer eleganten, geschwungenen Architektur, setzte dem Bild die Krone auf. Die Stadt wirkte fast wie ein schimmerndes Kunstwerk, in das wir uns für einen Moment vollkommen vertieften.

Margaret Hunt Hill Bridge

Es war nicht das erste Mal, dass wir Dallas und Fort Worth besuchten. Bereits im Jahr 2012 hatten wir uns in diese Ecke von Texas gewagt. Damals tauschten wir die Museen gegen einen Ausflug zur Southfork Ranch, die uns mit nostalgischen „Dallas“-TV-Show-Vibes begrüßte. Auch Downtown Fort Worth hatten wir ausgiebig erkundet und dort vor allem die entspannte Atmosphäre genossen. Doch dieses Mal lag unser Fokus darauf, die Lücken zu füllen, die wir damals gelassen hatten. Und diese Entscheidung stellte sich als absolut richtig heraus. Selbst für uns, die wir uns normalerweise nicht als große Museumsbesucher sehen, waren die 6th Floor-Ausstellung und die vielen historischen Einblicke eine echte Bereicherung. Es ist faszinierend, wie sich Perspektiven ändern und wie auch weniger offensichtliche Ziele zu unvergesslichen Erlebnissen werden.

Um 21:30 Uhr erreichten wir schließlich unser Hotel in Fort Worth. Müde, aber glücklich von einem weiteren Tag voller Eindrücke, legten wir die Füße hoch und ließen den Abend entspannt ausklingen. Morgen steht ein neues Highlight auf dem Programm: Ein Besuch bei den Cowboys von Fort Worth. Wir können es kaum erwarten, in die texanische Westernwelt einzutauchen – Rodeo, Stetsons und Lagerfeuer-Atmosphäre inklusive. Fort Worth, wir kommen!

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