
Trotz Regen: Atemberaubende Landschaften entlang der Trans-Alaska-Pipeline
Nach dem gestrigen regnerischen Tag begrüßte uns der Morgen mit einer ähnlichen Szenerie: dichter, grauer Himmel, und der Regen klopfte weiterhin unermüdlich an die Fenster unseres Campers. Doch statt uns davon die Laune verderben zu lassen, schmiedeten wir einen neuen Plan. Flexibilität war schließlich unser Mantra für diesen Roadtrip!
Ursprünglich hatten wir vor, die malerische Kenai-Halbinsel zu erkunden und das charmante Städtchen Seward zu besuchen, das uns bei unserem letzten Besuch vor vier Jahren mit seiner Schönheit begeistert hatte. Doch die Wettervorhersage klang wie eine kaputte Schallplatte: Regen, Regen und noch mehr Regen. Keine vielversprechenden Aussichten für eine Region, die von ihrer spektakulären Natur lebt.
Aber wir ließen uns nicht unterkriegen. “Irgendwo scheint doch sicher die Sonne!”, war unser Motto. Dank unseres treuen Begleiters, dem Internet, entdeckten wir, dass Fairbanks in den nächsten Tagen mit Sonnenschein und klarem Himmel lockte. Eine drastische Änderung unserer Pläne, aber warum nicht? Ein bisschen Spontaneität hatte unsere Reise bisher doch immer bereichert!
Wir entschieden uns für einen kleinen Umweg, um auf dem Weg zurück gen Norden ein paar Highlights mitzunehmen. Statt die direkte Route zu wählen, würden wir über den Glennallen Highway und den Richardson Highwayzurückfahren. Zugegeben, das war nicht die schnellste Strecke, aber eine, die für ihre atemberaubenden Landschaften bekannt war. Und wenn der Himmel schon trüb war, dann wollten wir zumindest die Schönheit Alaskas so gut wie möglich auskosten.
Mit dieser Entscheidung im Gepäck starteten wir den Motor unseres Campers, bereit für ein neues Kapitel auf unserer Reise. Die Wolken würden uns vielleicht begleiten, aber unsere Stimmung blieb sonnig. Schließlich waren wir auf einem Abenteuer, und manchmal führte der Umweg zur besten Aussicht.

Den Westbutte Trail, der uns eigentlich in der Nähe von Palmer auf eine kleine Wanderung locken wollte, haben wir vorerst von unserer Liste gestrichen. Warum? Ganz einfach: Die Aussicht von der Butte wäre heute vermutlich genauso spannend wie die Sicht durch ein beschlagenes Badezimmerfenster – trüb, nebelig und wenig inspirierend.
Dabei hatten wir uns auf den Trail gefreut, schließlich sollte er uns mit einem atemberaubenden Panorama über das Matanuska Valley belohnen. Aber heute hätte selbst der ambitionierteste Aussichtsliebhaber Schwierigkeiten, die Schönheit dieser Region durch die dicke Wolkenschicht zu erahnen.
Also beschlossen wir, unsere Energie zu sparen und diesen Ausflug auf einen sonnigeren Tag zu verschieben. Es gibt doch bestimmt noch eine Gelegenheit, die Butte in all ihrer Pracht zu erleben – mit blauem Himmel, der die Berge in der Ferne umrahmt, und einer Aussicht, die uns sprachlos macht. Heute jedoch bleiben wir bodenständig und lassen die Butte Butte sein.
BILDERGALERIE: Glennallen Highway
Wir verlassen Anchorage und gleiten die ersten 50 Kilometer entlang des malerischen Knik Arm des Cook Inlet, begleitet von einer Szenerie, die sich förmlich in die Seele brennt. Der Regen ließ allmählich nach, und über dem Matanuska River Valley tanzten dicke Nebelwolken, die der Landschaft einen mystischen Touch verliehen. Natürlich konnte ich mich nicht zurückhalten – die Kamera klickte ununterbrochen. Wie könnte man sich auch bei dieser atemberaubenden Kulisse zurückhalten?
Unsere Fahrt führte uns durch eine Landschaft, die wie aus einem Gemälde zu stammen schien. Links und rechts ragten die Talkeetna- und die Chugach-Berge empor, während der Glenn Highway sich durch Täler und über sanfte Hügel wand. Dieser Abschnitt des Highways, von Anchorage bis zum Eureka Summit, trägt nicht umsonst die Auszeichnung National Scenic Byway. Die Aussichten sind schlichtweg spektakulär, und jede Kurve der Straße bietet neue, überwältigende Panoramen.
Kurz nach 11:30 Uhr erreichen wir die Eureka Lodge, einen scheinbar unscheinbaren Ort mitten im Nirgendwo. Doch ein Blick auf den Parkplatz verriet uns, dass dieser Ort ein Geheimtipp sein musste: Selbst die örtliche Polizei machte hier ihre Mittagspause. Ein gutes Zeichen, oder? Denn entweder sprechen die Portionen für sich, oder es gibt schlichtweg keine besseren Alternativen weit und breit. Beides Gründe, die unsere Neugier weckten.
Mit einem knurrenden Magen betraten wir die Lodge, gespannt darauf, was uns erwarten würde. Ein rustikaler Gastraum, von dem aus man durch die großen Fenster auf die weite Landschaft blicken konnte, empfing uns. Ein Ort, der sowohl hungrige Reisende als auch müde Abenteurer willkommen hieß. Wir entschieden uns, hier den ersten Teil unseres Mittagessens einzunehmen – warum sich mit nur einem Stopp zufriedengeben, wenn die Reise noch viele Leckereien bereithält?



Das Tages-Special, ein frisch zubereitetes B.L.T.-Sandwich mit einem kleinen Beilagensalat aus cremigen Nudeln, stand schnell auf unserem Tisch. Da die Portionen großzügig bemessen waren und wir noch den Rest des Tages vor uns hatten, entschieden wir uns, das Gericht zu teilen. Schon der erste Bissen zauberte uns ein breites Lächeln ins Gesicht – das Brot war knusprig, der Speck perfekt gebraten, und die Kombination aus frischem Salat und saftigen Tomaten war einfach köstlich. Es war genau die richtige Mischung aus bodenständig und unglaublich lecker.
Während wir unser Mittagessen genossen, fiel unser Blick immer wieder zu den beiden Polizisten am Nebentisch. Nach ihrer Hauptspeise bestellten sie sich noch ein Stück Kuchen, was uns in unserer Vermutung bestätigte: Diese Lodge war ein echter Geheimtipp, wenn es um gutes Essen in dieser Gegend ging.
Mit vollen Mägen und bester Laune setzten wir schließlich unsere Reise fort. Nach nur wenigen Kilometern erreichten wir den Aussichtspunkt mit Blick auf den majestätischen Matanuska-Gletscher. Schon von weitem konnten wir die mächtige Eiszunge sehen, die sich wie ein lebendiges Kunstwerk durch das Tal zog. Die weiße Oberfläche, durchzogen von tiefblauen Spalten und leuchtenden Schatten, wirkte wie ein Stück lebendige Geschichte, das sich ständig weiterentwickelt.
Dieser Ort brachte viele Erinnerungen zurück. 2015 hatten wir das Glück, direkt bis an den Gletscher heranzufahren und tatsächlich auf ihm zu wandern. Die schroffe, kalte Oberfläche unter unseren Füßen, die knirschenden Geräusche des Eises und die frische, klare Luft sind Momente, die wir nie vergessen werden. Es war ein Abenteuer, das sich in unser Gedächtnis gebrannt hat, und hier zu stehen und all das wieder vor Augen zu haben, war ein wunderbarer Moment.
Wir blieben noch eine Weile stehen, genossen die Aussicht und ließen die Stille und die überwältigende Schönheit der Natur auf uns wirken. Solche Momente sind es, die uns immer wieder auf diese Reisen ziehen – diese perfekte Mischung aus Erinnerung, neuen Eindrücken und dem Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.
BILDERGALERIE: Matanuska Glacier
Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen wir das kleine, abgelegene Örtchen Glennallen, das sich wie eine winzige Oase inmitten der endlosen Wildnis Alaskas anfühlt. Die Straßen sind ruhig, und es scheint, als wäre die Zeit hier ein wenig langsamer. Doch gerade diese Beschaulichkeit hat ihren Charme. Hier biegen wir auf den Richardson Highwayab, eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Straßen Alaskas. Diese beeindruckende Route führt über stolze 360 Meilen von Fairbanks bis zum malerischen Hafen von Valdez am Prince William Sound.
Der Richardson Highway ist ein wahres Geschenk für alle, die die wilde Schönheit Alaskas erleben wollen. Flankiert von drei imposanten Gebirgszügen – der Alaska Range, den Wrangell Mountains und den Chugach Mountains – scheint er uns direkt ins Herz dieses rauen Landes zu führen. Gigantische, von Gletschern geformte Flussbetten, riesige Eisfelder, die fast bis an die Straße reichen, und eine Weite, die so atemberaubend ist, dass Worte kaum ausreichen, machen diese Strecke zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Das Wetter bleibt leider trüb, und dichte Wolken verhüllen die Gipfel der Berge, die uns begleiten. Dennoch hat diese mystische Atmosphäre ihren ganz eigenen Reiz, und wir genießen die ruhige Fahrt durch diese unvergleichliche Landschaft.
Nach weiteren 60 Meilen erreichen wir das Meiers Lake Roadhouse, das wie eine kleine Insel in der Wildnis erscheint. Dieses historische Roadhouse hat schon viele Reisende beherbergt, und seine rustikale Fassade versprüht einen urigen Charme. Wir parken unseren Camper und treten in den gemütlichen Gastraum ein, wo uns eine äußerst freundliche Dame mit einem warmen Lächeln empfängt.
Sie zeigt uns die handgeschriebene Speisekarte, die auf einem Whiteboard hinter der Bar prangt. Es gibt einfache, aber verlockende Gerichte, die perfekt für einen kleinen Snack zwischendurch sind. Die herzliche Atmosphäre und die liebevolle Einfachheit des Ortes lassen uns sofort wohlfühlen. Man merkt, dass das Meiers Lake Roadhouse nicht nur eine Raststätte, sondern auch ein Ort voller Geschichten ist, an dem man sich gerne niederlässt, um eine Weile zu verweilen.

Wir suchen uns einen gemütlichen Tisch am Fenster, der uns einen Blick auf die beeindruckende, neblige Landschaft vor dem Roadhouse bietet. Es fühlt sich an wie eine Szene aus einem alten Film – ein einsames Gasthaus mitten in der Wildnis Alaskas. Wir bestellen Chicken Fingers und eine Gemüsesuppe, die laut unserer charmanten Gastgeberin besonders zu empfehlen ist. Mit einem Augenzwinkern schlägt sie vor, dass wir die Wartezeit nutzen könnten, um das kleine, aber feine Museum des Roadhouses zu erkunden.
Neugierig folgen wir ihrem Rat und finden uns in einem Raum voller Geschichten wieder. Das Museum ist eine wahre Schatzkammer – alte Fotos und Zeitungsausschnitte erzählen von längst vergangenen Tagen, als Pioniere und Goldsucher diese Region formten. Antiquitäten und seltsame Kuriositäten verleihen dem Raum eine ganz eigene Magie. Es fühlt sich an, als würden wir durch die Geschichte Alaskas spazieren.
Doch ehe wir uns richtig in den Ausstellungsstücken verlieren können, ertönt eine Stimme: „Euer Essen ist fertig!“ Ohne Zögern brechen wir unseren kleinen Museumsbesuch ab, denn wenn der Magen knurrt, muss selbst die Geschichte mal warten.
Unsere Bestellung wird mit einer extra Portion Freundlichkeit serviert. Die Suppe ist nicht nur hausgemacht und herzhaft, sondern wurde auch großzügig in zwei kleine Schüsseln aufgeteilt, damit wir sie problemlos teilen können – was für ein wunderbarer Service! Die Chicken Fingers sind knusprig und perfekt zubereitet, und wir genießen jede einzelne Gabel.
Während wir essen, plaudern wir mit der Gastgeberin, die uns von den Herausforderungen erzählt, ein solches Roadhouse in einer so abgelegenen Region zu führen. Es ist faszinierend, ihre Geschichten zu hören, während wir unsere Teller leeren. Am Ende unseres Essens sind wir nicht nur satt, sondern auch um ein paar spannende Einblicke in das Leben in der alaskischen Wildnis reicher.
Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem kleinen Dankeschön machen wir uns bereit, unsere Reise fortzusetzen – gut gestärkt und voller Vorfreude auf das, was uns hinter der nächsten Kurve erwartet.
BILDERGALERIE: Meier’s Lakehouse
Um 14:30 Uhr setzen wir unsere Reise auf dem Richardson Highway fort. Es ist der Beginn eines neuen Abschnitts unserer Reise, der uns nicht nur landschaftlich beeindruckt, sondern auch mit spannenden Einblicken in Alaskas Ingenieurskunst bereichert.
Kurz darauf erreichen wir die Kreuzung zum Denali Highway, der für seine unvergleichliche Wildnis und grandiosen Panoramen bekannt ist. Leider bleibt uns die Fahrt über diese Schotterstraße verwehrt, da unser Wohnmobil-Vermieter diese Strecke ausschließt. Ein wenig Wehmut schwingt mit, denn die Erinnerung an unsere Tour auf dem Denali Highway im Jahr 2015 ist noch frisch. Trotz widrigster Wetterbedingungen wagten wir uns damals etwa zur Hälfte auf die Strecke, um am nächsten Tag eine atemberaubende Schneelandschaft zu erleben, die mit gut 50 cm Neuschnee bedeckt war. Abenteuer wie dieses hinterlassen bleibende Eindrücke – das sind die Geschichten, die man immer wieder erzählt.
Ab diesem Punkt betreten wir Neuland, denn der Abschnitt des Richardson Highways, der nun vor uns liegt, war bisher unentdeckt für uns. Die Straße windet sich durch das unendliche Weiß der Tundra, flankiert von schroffen Bergen und einer weiteren Hauptdarstellerin unserer Reise: der Trans-Alaska-Pipeline.
Diese technische Meisterleistung begleitet uns immer wieder entlang des Weges, mal gut sichtbar direkt neben der Straße, mal in der Ferne zwischen den Hügeln verschwunden. Es ist faszinierend, wie sie sich über eine Länge von 1287 Kilometern von der Prudhoe Bay im Norden bis nach Valdez im Süden zieht. Sie überquert auf ihrem Weg durch Alaska nicht weniger als drei mächtige Bergketten und über 800 Flüsse und Bäche. Manchmal verläuft sie so nah an der Straße, dass wir das Gefühl haben, sie anfassen zu können.

Die Pipeline ist nicht nur ein beeindruckendes Beispiel moderner Ingenieurskunst, sondern erzählt auch eine spannende Geschichte. 1975 begann der Bau, und nur zwei Jahre später, am 1. August 1977, verließ der erste Tanker mit Rohöl aus der Prudhoe Bay den Hafen von Valdez. Dabei legt das Erdöl in der Pipeline eine Strecke von 6 Kilometern pro Stundezurück, was bedeutet, dass es rund neun Tage braucht, um von Nord nach Süd zu gelangen.
Besonders faszinierend ist die Konstruktion: Über die Hälfte der Pipeline ist auf isolierten Stelzen montiert, die sie 1,50 bis 4,50 Meter über den Boden heben. Diese clevere Lösung schützt die Pipeline vor den extremen Temperaturunterschieden und verhindert, dass der Permafrostboden auftaut.
Ein weiteres technisches Highlight ist die Zick-Zack-Konstruktion, die es der Pipeline ermöglicht, sich bei Temperaturveränderungen auszudehnen und zusammenzuziehen, ohne Schaden zu nehmen. Es ist ein bisschen wie eine gigantische Ziehharmonika, die sich der rauen arktischen Umgebung Alaskas anpasst – eine geniale Lösung, die uns auf unserer Reise immer wieder in Staunen versetzt.
Mit jedem Kilometer, den wir zurücklegen, wird die Schönheit der Landschaft ergänzt durch die beeindruckende Geschichte dieser Pipeline. Der Richardson Highway, gesäumt von Bergen und durchzogen von einem der größten Öltransportsysteme der Welt, bietet eine unvergleichliche Mischung aus Natur und Technik, die unsere Reise unvergesslich macht.
BILDERGALERIE: Trans Alaska Pipeline
Unsere Reise führt uns weiter nach Delta Junction, einem charmanten Städtchen, das uns schon am Ortseingang mit einer ungewöhnlichen Überraschung erwartet. Entlang der Straße stehen verschiedene Panzerfahrzeuge, die uns fast wie eine Parade alter Kriegsmaschinerie begrüßen. Diese besondere “Straßendekoration” gehört zum nahegelegenen Army-Stützpunkt Fort Greely, der in der Region angesiedelt ist. Es ist ein skurriler, aber irgendwie auch beeindruckender Anblick, der einmal mehr zeigt, wie unvorhersehbar und faszinierend eine Reise durch Alaska sein kann.
Da wir das berühmte Alaska Highway Monument bereits vor ein paar Tagen fotografiert haben, entscheiden wir uns, diesmal einfach daran vorbeizufahren. Wir bleiben auf dem Richardson Highway und steuern mit Vorfreude unser nächstes Ziel an: Fairbanks, die Goldstadt Alaskas.

Nach etwa 80 weiteren Meilen, die uns durch die weite, von Herbstfarben geprägte Landschaft führen, nähern wir uns North Pole, der Weihnachtsstadt Alaskas. Doch diesmal bleibt Santa Claus für uns nur eine freundliche Erinnerung aus der Ferne. Vielleicht werden wir dem Santa Claus House später noch einen Besuch abstatten, aber für heute verfolgen wir einen anderen Plan.
Es ist später Nachmittag, und der Gedanke an ein erfrischendes Bier nach einem langen Tag auf der Straße wird immer verlockender. Deshalb steuern wir die Black Spruce Brewery an – ein echter Geheimtipp in Fairbanks.
Drinnen erwartet uns eine gemütliche Atmosphäre, die mit rustikalen Holzmöbeln und der kreativen Auswahl an lokalen Bieren genau das richtige Ambiente für einen entspannten Abschluss des Tages bietet. Stefan wählt das Alasktober Festbier, ein vollmundiges, saisonales Gebräu, während ich mich für das “Taste Good On The Bun Blueberry Cinnamon Roll Milkshake IPA” entscheide. Und ja, ich musste diesen Namen zweimal lesen! Wer denkt sich solche abenteuerlichen Kombinationen aus? Doch ich lasse mich darauf ein – es ist Alaska, da kann man ruhig etwas wagen.
Mein Bier schmeckt überraschend gut, mit einem Hauch von Zimt und Blaubeere, der angenehm durch die cremige Textur hindurchschimmert. Stefan nickt zustimmend zu seinem Festbier und meint, es sei die perfekte Wahl nach einem langen Tag voller Eindrücke.
Während wir unsere Biere genießen, tauschen wir die besten Momente des Tages aus. Der skurrile Anblick der Panzer in Delta Junction, die unendliche Weite des Richardson Highways und die Vorfreude auf die kommenden Abenteuer machen diesen Moment in der Brauerei zu einem perfekten Abschluss unseres Tages. Prost auf Alaska – und auf all die Überraschungen, die uns noch erwarten! 🍻



Während wir unsere Biere in der Black Spruce Brewery genießen, scrollen wir durch das Internet, immer auf der Suche nach einer Lösung für unser kleines Camper-Problem. Unser treues Gefährt hat Durst – nach Frischwasser – und die Abwassertanks rufen nach Leerung. Ganz zu schweigen davon, dass wir beide dringend eine erfrischende Duschegebrauchen könnten. Nach einem Tag voller Abenteuer ist das schließlich ein Muss!
Doch wie es der Zufall will, haben die meisten Campingplätze in Fairbanks bereits geschlossen. Und das, obwohl der Herbst gerade erst begonnen hat! Es ist frustrierend, dass selbst in einer der größten Städte Alaskas die Saison so früh endet.
Stefan, wie immer unser Problemlöser, schlägt vor, nach „Public Showers“ zu suchen. Frischwasser können wir an einer Tankstelle auftanken, und zum Übernachten tut es zur Not auch der Walmart-Parkplatz. Doch die Dusche? Die bleibt das größte Hindernis – bis jetzt!
Ein Lichtblick: Wir finden einen Waschsalon, der Duschmöglichkeiten anbietet. Was für eine clevere Kombination! Du kannst deine Wäsche in die Maschine werfen, während du selbst unter die Dusche springst. Wir können es kaum glauben, wie praktisch diese Lösung ist. Ein kleiner Hoffnungsschimmer in unserem kleinen Camper-Dilemma.
Nach unserem letzten Schluck Bier fahren wir direkt zum Waschsalon. Dort werden wir freundlich empfangen und stellen fest: Die Duschen kosten nur 5 Dollar pro Person – ein wahres Schnäppchen für diese Qualität. Sie sind nicht nur blitzsauber, sondern bieten auch einen ordentlichen Wasserdruck, der das Duschen zum Vergnügen macht. Handtüchersind sogar inklusive, was uns zusätzliche Arbeit erspart.
Jede Dusche hat einen kleinen Vorraum, ausgestattet mit einem Waschbecken, einem Spiegel und einem bequemen Stuhl zum Ablegen unserer Sachen. Es ist fast wie ein kleines privates Spa mitten in Fairbanks! Wir können es kaum fassen, wie perfekt diese Lösung ist.
Nachdem wir frisch geduscht und erholt sind, ziehen wir uns um und machen uns bereit für die Nacht. Manchmal sind es die kleinen Entdeckungen wie dieser Waschsalon, die einem das Reisen so unvergesslich machen. Wir steigen in unseren Camper, zufrieden und sauber, und freuen uns auf eine entspannte Nacht – bereit für die nächsten Abenteuer in der wilden Schönheit Alaskas.


Frisch geduscht und mit knurrendem Magen machen wir uns auf die Suche nach einem Ort für unser Abendessen. Da ein zweiter Besuch in Fairbanks ursprünglich gar nicht auf unserer Route stand, haben wir keine Restaurants vorab recherchiert. Doch zum Glück gibt es TripAdvisor, unseren digitalen Retter in solchen Situationen. Schnell stöbern wir durch die Bewertungen und stoßen auf eine Empfehlung: das „Brewsters“.
Das Restaurant liegt ein wenig versteckt zwischen anderen Geschäften, und natürlich fahren wir beim ersten Versuch prompt daran vorbei. Doch wie heißt es so schön? Aller guten Dinge sind zwei – beim zweiten Anlauf sind wir wachsamer und entdecken schließlich den richtigen Weg. Es scheint, als wollten uns die besten Entdeckungen erst ein wenig herausfordern.



Kaum eingetreten, spüren wir die lockere Atmosphäre des Brewsters, die sofort einladend wirkt. Die Entscheidung fällt uns leicht: Spare Ribs für Stefan und ein saftiger Burger für mich. Dazu gibt es ein kühles Getränk – perfekt, um den Tag ausklingen zu lassen. Die Spare Ribs sind butterzart und fallen förmlich vom Knochen, während der Burger mit seiner Würze und Saftigkeit einfach nur begeistert. Die Küche versteht ihr Handwerk, und wir genießen jeden Bissen.
Als wir gegen 21 Uhr das Restaurant verlassen, merken wir, wie die Erschöpfung eines langen, aber erfüllenden Tages uns langsam einholt. Der Abend ist bereits kühl, und die frische Luft wirkt belebend, während wir uns zu unserem Camper begeben.
Unser Ziel für die Nacht ist der Walmart-Parkplatz, nur fünf Meilen entfernt. Dort angekommen, suchen wir uns einen Platz mit ein paar Bäumchen drumherum – ein kleiner Hauch von Natur mitten im urbanen Trubel. Es ist erstaunlich, wie viel Ruhe solche kleinen Details spenden können. Die sanfte Brise und die schlichte Stille des Abends sind genau das Richtige, um den Tag abzuschließen.
Zufrieden und satt kuscheln wir uns in unseren Camper und blicken noch einmal auf die Highlights des Tages zurück. Morgen wartet ein neues Abenteuer – und wir könnten nicht gespannter sein, was Alaska noch für uns bereithält.
