
Von Fairbanks nach Talkeetna: Wir treffen Santa Claus und einen Waffen-Narren
Wow, was für eine Offenbarung am Morgen! 😃
Als wir gestern Nacht im stockdunklen Nirgendwo angekommen sind, hätten wir uns nicht träumen lassen, welch atemberaubendes Panorama uns hier erwartet. Jetzt, mit den ersten Sonnenstrahlen, zeigt sich unser Rastplatz in all seiner Pracht: ein abgelegener Schotterparkplatz, mutig auf einem majestätischen Berggipfel gelegen. Es fühlt sich an, als hätten wir den Gipfel der Welt erklommen – oder zumindest einen verdammt guten Aussichtspunkt gefunden!
Die Natur präsentiert sich hier in ihrer mystischsten Form. Dichte Wolken ziehen durch die Bergkämme, fast als würden sie ein uraltes Geheimnis bewahren. Überall wabert ein feiner, zauberhafter Nebel, der den Ort noch geheimnisvoller wirken lässt. Es ist, als ob die Landschaft gerade erst aufwacht und uns leise in ihre magische Welt einlädt.
Die Farben sind gedämpft, aber strahlend zugleich: Grün, das sich gegen den Nebel behauptet, und graue Felsen, die stolz über die Wolken hinausblicken. Es ist still, fast ehrfürchtig, und dieser Moment gehört nur uns. Mit einem Kaffee in der Hand und diesem unglaublichen Blick vor Augen kann ich mir kaum einen besseren Start in den Tag vorstellen.
Aber die Neugier kribbelt schon in unseren Fingern – was mag hinter der nächsten Kurve auf uns warten? Es wird Zeit, den Camper zu starten und uns in dieses märchenhafte Abenteuer zu stürzen. Mal sehen, welche Geheimnisse diese mystischen Berge für uns bereithalten!

Wir lassen den mystischen Berggipfel hinter uns, während die Morgenwolken langsam in den Tälern verschwinden, und machen uns auf den Weg zu einem ganz besonderen Highlight des Tages: Wir treffen den wahren Weihnachtsmann!🎅
Nach einem kräftigen Frühstück starten wir voller Vorfreude in Richtung North Pole, wo der Geist der Weihnachtszeit das ganze Jahr über spürbar ist. Hier ist kein Platz für Sommerblues oder Wintermüdigkeit, denn Santa Claus himself hält Hof – und zwar das ganze Jahr über.
Schon von weitem leuchten uns die rot-weißen Straßenlaternen entgegen, die wie Zuckerstangen den Weg weisen. Die Stadt scheint direkt aus einem Weihnachtsfilm entsprungen zu sein, mit Namen wie Santa Claus Lane oder Kris Kringle Drive. Und genau hier, im Santa Claus House, wartet er – der Weihnachtsmann persönlich.
Santa Claus is coming to town… und das eben nicht nur an einem Tag im Dezember! Im Sommer steht Santa täglich für seine Gäste bereit, und auch im Winter öffnet er an den Wochenenden die Türen seines gemütlichen Hauses. In seinem großen Sessel thront er wie ein König der festlichen Freude und empfängt Kinder wie Erwachsene mit einem herzlichen Lächeln. Wer mutig ist, darf sich sogar auf seinen Schoß setzen und seine Wünsche flüstern – oder einfach nur die Magie des Moments genießen.
Der Duft von frischen Zuckerstangen, leuchtende Weihnachtslichter und glitzernde Dekorationen schaffen eine Atmosphäre, die selbst den größten Weihnachtsmuffel in Verzückung versetzen würde. Es ist ein Ort, an dem die Zeit stehen bleibt und die Magie der Weihnachtszeit jeden in ihren Bann zieht – egal, ob im heißen Juli oder an einem frostigen Januarabend.
Wir können es kaum erwarten, Santa persönlich zu treffen. Schließlich gibt es nichts Schöneres, als sich mitten im Sommer in den Zauber der festlichen Jahreszeit einzutauchen. Und wer weiß, vielleicht flüstert Santa uns ja sogar, was wir uns für die kommende Weihnachtszeit wünschen sollten…


Als riesiger Weihnachtsfan war meine Vorfreude auf das Treffen mit Santa Claus heute Morgen kaum zu toppen. Es fühlte sich fast so an, als wäre ich selbst wieder ein Kind – aufgeregt und voller Erwartungen. Als wir am Santa Claus House ankamen, bemerkte ich, dass es bereits geöffnet war. Die Uhr zeigte 9:45 Uhr, und ich wusste genau, dass Santa pünktlich um 10 Uhr seine festliche Schicht beginnen würde. Die Minuten bis dahin zogen sich wie Kaugummi, während das Kribbeln in meinem Bauch immer intensiver wurde.
Dann, wie aus dem Nichts, hallte ein fröhliches „Ho-Ho-Ho!“ durch den Raum. Das leise Klingen von Glöckchen folgte, und plötzlich öffnete sich die Hintertür. Da war er – Santa Claus in voller Pracht! Sein herzhaftes Lachen und die festliche Aura, die ihn umgab, waren einfach magisch. Ich konnte nicht anders, als selbst breit zu grinsen.


Mit großen Schritten marschierte Santa durch den Raum, begrüßte die ersten Gäste und setzte sich schließlich würdevoll auf seinen großen roten Sessel. Doch bevor der Weihnachtszauber so richtig losgehen konnte, machte Santa etwas, das mich innerlich schmunzeln ließ: Er sorgte gewissenhaft dafür, dass die Absperrbänder korrekt arrangiert waren. Schließlich muss auch beim Weihnachtsmann Ordnung sein – sogar inmitten dieser festlichen Aufregung!
In der Schlange vor Santa standen wir als vierte in einer Reihe aufgeregter Besucher. Vor uns posierten Kinder mit strahlenden Augen, Eltern mit breitem Grinsen und sogar ein Hund in einem winzigen Weihnachtsmannkostüm für ihre Fotos. Endlich war unser Moment gekommen!

Wir traten vor Santa, und er begrüßte uns mit seiner warmen, tiefen Stimme. Sein üppiger weißer Bart und sein leuchtend roter Anzug waren genauso perfekt wie in all den Bildern, die ich je von ihm gesehen hatte. Ein kurzer Smalltalk, ein herzliches Lächeln, und dann klickte die Kamera. Unser Foto mit Santa Claus! Ich wusste schon in dem Moment, dass dieses Bild einen Ehrenplatz bekommen würde.
Es war kitschig, ja, aber genau das liebe ich so sehr an Weihnachten. Dieses Treffen war nicht nur ein Highlight unseres Roadtrips, sondern ein Moment, den ich mit leuchtenden Augen in Erinnerung behalten werde. Und mal ehrlich – gibt es etwas Schöneres, als diesen Zauber das ganze Jahr über zu spüren?

Es war Zeit, die Magie des Weihnachtsmannes hinter uns zu lassen und unsere Reise fortzusetzen. Unser nächstes Ziel: der Denali National Park – ein Ort, der für seine atemberaubende Natur und wilden Landschaften bekannt ist. Wir waren voller Vorfreude, einen Tag mitten in dieser spektakulären Umgebung zu verbringen, bevor wir schließlich in Healy, einem kleinen Ort direkt vor dem Park, übernachten würden. Es lag also noch ein spannender Abschnitt unserer Reise vor uns!
Die Strecke von North Pole bis zum Denali Visitor Center beträgt etwa 140 Meilen. Während der Fahrt schwelgten wir in Erinnerungen an unseren letzten Besuch vor vier Jahren. Damals hatten wir die Parks Road von Fairbanks nach Anchorage unter völlig anderen Bedingungen befahren: Drei Tage lang hatte es ununterbrochen geschneit, und die Straße war von meterhohen Schneemassen gesäumt. Es fühlte sich an, als hätten wir uns durch eine Winterwunderwelt gekämpft, bei der selbst Schneeketten kaum geholfen hätten.
Heute hingegen hatte der Regen das Kommando übernommen. Nicht stark, aber stetig – und die dicken Wolken ließen die beeindruckenden Berge und die spektakulären Panoramen entlang der Route fast vollständig verschwinden. Es war eindeutig nicht das beste Wetter für Fotos, aber wie wir schon oft erlebt haben, hält die Straße oft unerwartete Überraschungen bereit. Also ließen wir uns die Laune nicht verderben.
Gegen 14 Uhr erreichten wir den Denali National Park, und die Aufregung stieg merklich. Mitte September ist eine ganz besondere Zeit im Park. Der reguläre Betrieb der Shuttle-Busse endet, und die berühmte Road-Lotterie beginnt. Dieses außergewöhnliche Event erlaubt es glücklichen Gewinnern, mit ihrem eigenen Fahrzeug tief in den Park vorzudringen – bis zum Wonder Lake, ganze 80 Meilen hinein. Eine einmalige Gelegenheit, die unglaubliche Schönheit des Denali hautnah zu erleben!
Doch wir gehörten nicht zu den glücklichen Lotteriegewinnern. Nach den vier Tagen der Road-Lotterie werden die Tore des Parks jedoch auch für alle anderen Besucher geöffnet – allerdings nur bis zum Teklanika Rest Stop, der etwa 30 Meilen vom Eingang entfernt liegt. Die letzten 50 Meilen der Straße blieben also unerreichbar, aber allein die Möglichkeit, 30 Meilen tief in die Wildnis einzutauchen, war für uns Anreiz genug.
Auch wenn das Wetter uns weiterhin mit Wolken und Regen herausforderte, versprach der Denali National Park uns Abenteuer und Entdeckungen, die wir nicht verpassen wollten. Es war Zeit, die nächste Etappe unserer Reise anzutreten!
BILDERGALERIE: Denali National Park
Die trüben Wolken schienen sich wie eine Decke über den Denali National Park gelegt zu haben, und die Tiere schienen beschlossen zu haben, uns an diesem Tag aus sicherer Entfernung zu beobachten. Doch gerade, als wir die Hoffnung auf spannende Begegnungen fast aufgegeben hatten, entdeckten wir in der Ferne zwei majestätische Elche. Allerdings waren sie so weit entfernt, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen waren. Zum Glück hatten wir unser treues Zoom-Objektiv dabei, mit dem wir diese beeindruckenden Geschöpfe doch noch einfangen konnten. Ein kleines Erfolgserlebnis mitten im Nebel der Enttäuschung.
Mit dem trüben Wetter und den spärlichen Tierbegegnungen beschlossen wir, uns langsam auf den Rückweg zum Parkeingang zu machen. Um 16:15 Uhr passierten wir die Schranke des Parks. Doch was nun? Der Tag war noch nicht vorbei, und wir überlegten, wie wir die verbleibenden Stunden sinnvoll nutzen könnten. Ursprünglich hatten wir geplant, einen Boondocking-Platz in der Nähe zu suchen, um die Nacht in der Wildnis zu verbringen. Doch die Aussicht, einfach nur stehenzubleiben, fühlte sich angesichts der Wolkendecke wenig reizvoll an.
Da kam mir eine Idee. “Wie wäre es, wenn wir nach Talkeetna fahren?” fragte ich Stefan. Er zögerte. Talkeetna lag etwa 150 Meilen entfernt – eine ordentliche Strecke, besonders nach einem ohnehin langen Tag. Doch nach einem kurzen Moment des Überlegens stimmte er zu. “Warum nicht? Fahren wir!”

Also setzten wir unsere Reise fort, und schon nach etwa 60 Meilen wartete die erste große Überraschung auf uns: die beeindruckende Hurricane Gulch Bridge. Die Brücke, fast 300 Meter lang und majestätisch hoch über einer tiefen Schlucht gelegen, bot eine atemberaubende Aussicht. Wir hielten an, und ich machte mich mit der Kamera auf den Weg, um diesen Moment festzuhalten. Als ich vorsichtig zum Rand des Brückengeländers trat, wurde mir klar, wie hoch wir waren. Das Geländer reichte mir gerade einmal bis zur Hüfte, und der Blick in die Tiefe raubte mir fast den Atem. Es war ein waghalsiges Abenteuer, das Herzklopfen und Faszination in gleichem Maß hervorrief.
Die Schlucht unter uns schien endlos, und das Brummen der wenigen Fahrzeuge, die die Brücke überquerten, hallte gespenstisch wider. Ich knipste ein paar Fotos, die die gewaltige Natur dieses Ortes kaum einfangen konnten, und kehrte dann zurück zum Camper. “Das war es absolut wert”, sagte ich zu Stefan, als ich die Kamera stolz in die Luft hielt.

Dann plötzlich entdeckten wir auf der linken Seite eine Reihe von gespenstischen Bäumen, die komplett mit einer Art Moos überzogen waren. Sie wirkten wie zerrupfte Geistergestalten, die uns stumm aus der Landschaft heraus beobachteten. Die Szenerie war so faszinierend, dass wir spontan unseren „“Beast“ in eine Einfahrt steuerten, um ein paar Fotos dieser mysteriösen “Geisterbäume” zu machen.
Gerade als ich die Kamera ansetzte, um die perfekte Aufnahme zu machen, kam ein massiver Truck aus der Einfahrt gebraust. Das Fahrzeug hielt abrupt an, und der Fahrer – ein kräftiger Mann in seinen Dreißigern – ließ das Fenster herunter. In dem Moment durchfuhr uns ein mulmiges Gefühl. Hatten wir etwa unabsichtlich eine verbotene Einfahrt genutzt? Waren wir womöglich auf Privatgelände? Und würden wir jetzt Ärger bekommen?
„Hey Leute, habt ihr ein Problem?“ fragte er mit einer Stimme, die genauso kräftig klang wie sein Truck.
„Nein, Sir, alles gut, danke,“ antwortete ich vorsichtig.
„Was macht ihr hier?“ setzte er nach, die Augen leicht zusammengekniffen.
„Wir haben nur kurz angehalten, um ein Foto zu machen,“ erklärte ich schnell.
„Ein Foto? Wovon?“ Er lehnte sich neugierig vor.
„Von den Bäumen,“ sagte ich, während ich vage in Richtung der moosbewachsenen Gestalten wies.
„Warum?“ Seine Stirn legte sich in leichte Falten, und er wirkte ehrlich verwirrt.
„Sie sind einfach wunderschön. Sie sehen aus wie Geister,“ antwortete ich, mit einem Lächeln, das hoffentlich die Spannung ein wenig löste.
„Aha. Woher kommt ihr?“ fragte er plötzlich, die Neugierde in seiner Stimme deutlicher als die zuvor gespürte Skepsis.
„Aus Deutschland,“ sagte ich und versuchte, die Unterhaltung auf eine freundliche Ebene zu bringen.
„Ihr habt keine Bäume in Deutschland?“ fragte er mit einem breiten Grinsen, das jetzt seine ernste Miene ablöste.
„Doch, viele sogar. Aber keine, die so aussehen,“ entgegnete ich lachend.
„Darf ich euch eine private Frage stellen?“ fragte er nach einer kurzen Pause.
„Natürlich,“ antwortete ich.
„Sind Waffen in Deutschland erlaubt?“ fragte er direkt.
„Nein, nicht für die meisten Menschen,“ erklärte ich.
„Ich könnte dort nicht leben,“ meinte er kopfschüttelnd. „Ich habe zwischen 40 und 50 Waffen. Meine Frau hat auch welche. Aber sie hat mehr Schuhe als Gewehre… obwohl das für mich keinen Sinn ergibt. Ich kann jederzeit eine Waffe verkaufen und mit etwas Glück mehr Geld dafür bekommen, als ich bezahlt habe. Schuhe? Niemals.“
Ich musste schmunzeln. „Ja, das ergibt Sinn,“ antwortete ich trocken.
„Ich habe Waffen zum Schutz vor Bären, zum Jagen und zur Selbstverteidigung. Aber ihr habt wirklich gar keine Waffen in Deutschland?“ fragte er ungläubig.
„Für die meisten Leute ist das verboten,“ bestätigte ich.
„Aber ihr habt doch Verbrechen und Morde in Deutschland, oder?“ hakte er nach.
„Natürlich gibt es die. Aber ich denke, für Verbrechen braucht man nicht unbedingt eine Waffe. Und die wenigen Kriminellen, die sie wollen, wissen ohnehin, wie man sie bekommt,“ erklärte ich.
„Ah, verstehe. Aber ich könnte dort nicht leben,“ sagte er abschließend und lehnte sich entspannt zurück. „Kann ich euch noch eine private Frage stellen?“
Ich lachte. „Natürlich.“
„Was ist Brexit? Hab heute im Radio davon gehört,“ fragte er mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie zuvor.
Also erklärte ich ihm in aller Kürze, was es mit dem Brexit auf sich hatte.
Seine Augen weiteten sich, als ihm ein Licht aufging. „Oh, das heißt also britisch und Exit zusammen. Ahhhhh! Jetzt macht das Sinn!“
Er erzählte uns dann noch, dass seine Frau zwar mehr Schuhe, aber auch die bessere Schützin sei. Gerade letzte Woche hatte sie einen Elch erlegt, dessen Fleisch sie für stolze 1.800 Dollar an einen Metzger verkauft hatten – eine beachtliche Grundlage für die nächsten Wochen.
Mit einem Lächeln verabschiedete er sich, startete seinen Truck und verschwand mit einem letzten Winken. Was für eine Begegnung!
Das Gespräch mit dem freundlichen Mann nahm eine überraschende Wendung, als er uns von seiner Frau erzählte. Trotz ihrer ausgeprägten Schuhsammlung – weit mehr Paare, als Waffen im Haushalt vorhanden waren – ist sie offenbar die treffsicherere Schützin der beiden. Ganz beiläufig erwähnte er, dass sie vor wenigen Tagen einen Elch erlegt hatte. Das Fleisch hatten sie für beeindruckende 1.800 Dollar an einen Metzger verkauft, was ihnen eine solide Grundlage für die kommenden Wochen verschaffte. Es war faszinierend, einen Einblick in das Leben eines Mannes zu bekommen, der Alaska sein Zuhause nennt, mit all den Herausforderungen und Eigenheiten, die dieses Leben mit sich bringt.
Unsere Unterhaltung dauerte etwa 30 Minuten, aber es fühlte sich an, als wären wir für einen Moment in eine völlig andere Welt eingetaucht. Zum Abschied wünschte er uns alles Gute, und mit einem herzlichen Winken verabschiedete sich der massive Truck aus unserem Blickfeld. Es war eine Begegnung, die uns ein Lächeln ins Gesicht zauberte und uns wieder einmal zeigte, wie unerwartet bereichernd solche Begegnungen auf Reisen sein können.
Mit diesem interessanten Gespräch im Gepäck setzten wir unsere Reise fort. Die Straßen wurden ruhiger, und die Natur zog in ihrer beeindruckenden Vielfalt an uns vorbei. Schließlich erreichten wir Talkeetna gegen 19:15 Uhr. Schon am Ortseingang entdeckten wir den Talkeetna Camper Park, der mit seinem klar ausgeschilderten Self-Check-In-Verfahren direkt unser Interesse weckte. Hier fanden wir eine gemütliche Campsite mit Wasser- und Stromanschluss, genau das Richtige nach einem langen Tag voller Eindrücke und Begegnungen.


Nachdem wir unser Stellplatz im Talkeetna Camper Park gesichert hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt. Direkt hinter dem Campingplatz lag der Talkeetna Airport, ein quirliges, aber charmantes Kleinod. Keine großen Jets, sondern kleine Bush- und Wasserflugzeuge, die in Alaska fast so selbstverständlich sind wie Autos, landeten und starteten hier. Diese Flugzeuge, die oft für Rundflüge über den majestätischen Denali genutzt werden, verliehen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre – ein Stück echter Alaska-Charme.



Talkeetna’s Downtown empfing uns mit einer einladenden Mischung aus Überschaubarkeit und urigem Flair. Es war genau das Bild, das man von einem alaskischen Dorf erwartet: bunt, lebendig und irgendwie heimelig. Mit seiner Lage etwa 185 Kilometer entfernt von Anchorage im malerischen Matanuska-Susitna Valley ist Talkeetna ein “Muss-Stopp” auf jeder Alaskareise. Hier scheint die Zeit stillzustehen, und die herzliche Gastfreundschaft der Einheimischen zog uns sofort in ihren Bann.
Die historische Bedeutung des Ortes spiegelte sich in seinen charmanten Gebäuden wider. Einige davon, wie der Nagley’s General Store, das Fairview Inn und das Talkeetna Roadhouse, sind im National Register of Historic Places gelistet. Diese gut erhaltenen Zeitzeugen erzählten Geschichten von Abenteurern und Pionieren und gaben Talkeetna eine nostalgische Note. Es war, als ob die Vergangenheit und Gegenwart hier Hand in Hand gingen.

Wir schlenderten durch die gemütlichen Straßen, stöberten in kleinen Läden und bewunderten die lokale Kunstszene. Der majestätische Denali, der über allem thronte, erinnerte uns daran, dass wir uns inmitten einer der spektakulärsten Naturlandschaften der Welt befanden. Talkeetna war wie eine Zeitreise in eine andere Ära – umgeben von atemberaubender Natur und gleichzeitig voller Lebendigkeit.
Morgen steht schon das nächste Highlight an: Ein Frühstück im berühmten Talkeetna Roadhouse, wo wir uns auf die legendären Zimtschnecken freuen. Ein Start in den Tag, wie er perfekter nicht sein könnte!
BILDERGALERIE: Downtown Talkeetna
Doch zunächst war es Zeit für unser Abendessen, und die Wahl fiel uns leicht: Der Denali Brew Pub lockte mit seiner rustikalen Gemütlichkeit, seiner entspannten Atmosphäre und einer Speisekarte, die uns das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Schon beim Eintreten spürten wir, dass dies der perfekte Ort war, um den Tag ausklingen zu lassen. Das warme Licht, die hölzernen Tische und die lebhaften Gespräche der Gäste schufen eine einladende Stimmung, die zum Verweilen einlud.
Nachdem wir uns einen gemütlichen Tisch in einer Ecke gesichert hatten, studierten wir die Karte. Meine Entscheidung fiel recht schnell auf Halibut & Chips, ein Klassiker, der einfach auf keiner Alaskareise fehlen darf. Der frische Fisch, direkt aus den Gewässern Alaskas, ist zart und saftig, umhüllt von einem goldenen, knusprigen Bierteigmantel, der einfach perfekt gelungen war. Die dazu servierten handgeschnittenen Pommes waren ebenfalls ein Genuss – außen knusprig, innen fluffig, und begleitet von einer hausgemachten Tartarsoße, die dem Gericht das gewisse Etwas verlieh.
Stefan entschied sich für das Tagesangebot, ein Brisket Sandwich, das ihn bereits beim ersten Bissen begeistert hat. Der zarte, langsam gegarte Rinderbraten zerfiel förmlich auf der Zunge, und die würzige BBQ-Soße, kombiniert mit knackigem Coleslaw, sorgte für eine Geschmacksexplosion. Alles wurde von einem fluffigen Brioche-Brötchen zusammengehalten, das das Sandwich perfekt abrundete.
Natürlich durfte das passende Getränk nicht fehlen, und so bestellten wir uns Bier aus der hauseigenen Brauerei. Die Auswahl war beeindruckend, von leichten Pale Ales bis hin zu kräftigen Stouts. Ich entschied mich für ein frisches IPA, während Stefan ein dunkles Lagerbier wählte. Beide Biere waren hervorragend – kalt, vollmundig und mit genau der richtigen Balance aus Hopfen und Malz.
Wir genossen jeden Moment dieses Abends, tauschten unsere Eindrücke des Tages aus und ließen uns das Essen und das Bier schmecken. Es war einer dieser Augenblicke, in denen alles perfekt zusammenpasste: gutes Essen, großartiges Bier und die Gewissheit, einen weiteren unvergesslichen Tag in Alaska erlebt zu haben. Der Denali Brew Pub war ohne Frage die ideale Wahl für ein Abendessen, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
BILDERGALERIE: Denali Brew Pub
Satt und rundum zufrieden, mit dem Gefühl, den perfekten Abend genossen zu haben, machten wir uns auf den Weg zurück zu unserem Camper. Der kurze Spaziergang durch die ruhige, abendliche Atmosphäre von Talkeetna war genau das Richtige, um das reichhaltige Essen ein wenig sacken zu lassen. Die Straßen waren fast menschenleer, und eine angenehme Stille lag in der Luft – ein Kontrast zu den lebhaften Momenten im Denali Brew Pub.
Zurück auf dem Full-Service-Campground beschlossen wir, den Komfort voll auszukosten. Schließlich bot uns der Platz alles, was das Camperherz begehrt – und nach einem Tag voller Abenteuer gab es keine bessere Möglichkeit, die Erlebnisse Revue passieren zu lassen, als unter einer ausgiebigen, heißen Dusche.
Die Waschräume des Campgrounds waren nicht nur ordentlich und sauber, sondern auch überraschend modern. Während der warme Wasserstrahl den Staub des Tages wegspülte, fühlte ich eine wohlige Entspannung, die sich von Kopf bis Fuß ausbreitete. Es war eines dieser kleinen Luxusmomente, die man auf Reisen besonders zu schätzen weiß. Stefan kam kurz nach mir aus der Dusche, mit einem zufriedenen Grinsen und dem Kommentar: „Das hat wirklich gutgetan!“ Und wie recht er hatte.
Frisch geduscht und in gemütliche Kleidung gekuschelt, machten wir es uns im Camper bequem. Die alaskische Nacht senkte sich langsam über Talkeetna, und draußen zeichnete sich der dunkle Umriss der Bäume gegen den Himmel ab.
Im Inneren unseres kleinen, mobilen Zuhauses war es warm und behaglich. Wir sprachen über die Highlights des Tages schmiedeten Pläne für morgen, während uns die Müdigkeit allmählich einholte. Es gibt einfach nichts Besseres, als frisch geduscht und rundum zufrieden ins Bett zu kriechen, wissend, dass ein weiterer Tag voller Abenteuer in diesem magischen Land auf uns wartete. Alaskas Nacht umhüllte uns, und wir waren bereit für erholsamen Schlaf – eingehüllt in den Zauber dieses besonderen Ortes.


