2024 – „Feuer Frei“: Noahs erstes Rammstein-Konzert

Kein klassischer Urlaub, aber wir waren mit dem Camper unterwegs und so zählt’s trotzdem!

Rein theoretisch stehen heute keine Koffer vor der Tür, kein Flughafen wartet auf uns, und es gibt auch keine romantische Altstadt zu erkunden. Aber der Camper ist dabei, also gilt das offiziell als Reise, oder? Seit Oktober letzten Jahres tanzen wir auf Wolke sieben – denn damals ist mir das scheinbar Unmögliche gelungen: Vier Tickets für Rammstein!Wer das jemals versucht hat, weiß, dass das keine einfache Bestellung, sondern ein Gladiatorenkampf mit einer überlasteten Website ist. Sekunden nach Verkaufsstart: Server tot. Minuten später: Alles ausverkauft. Aber ich habe es geschafft!

Und das nicht zum ersten Mal – mittlerweile bin ich sowas wie ein Schwarzgurt-Ticketkäufer für diese Band. Dieses Mal sollte es also Gelsenkirchen sein. Stuttgart? München? Fehlanzeige. Aber was soll’s – wir machen einfach ein verlängertes Wochenende draus.

Doch das absolute Highlight: Unser jüngster Rammstein-Fan Noah darf zum ersten Mal mit! Sieben Jahre alt – die magische Grenze. Sein erster Konzertbesuch, seine erste große Show. Seine kleine Schwester Emilia, die bereits mit vier Jahren erschreckend textsicher ist, muss leider noch warten. Aber keine Sorge – Noah wird ihr später ausführlich berichten.

Also, Camper beladen, Musik aufdrehen und los!

Gelsenkirchen, halt dich fest – die Böhms rollen an! Die Fahrt? Ein episches Geduldsspiel. Stau auf der A3. Dann nochmal Stau. Und zur Abwechslung: Stau. Mal Stillstand, mal Schneckentempo, aber die Stimmung war legendär. Rammstein dröhnte aus den Boxen, und zwischendurch versuchten wir uns mit “Ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst” bei Laune zu halten. (Spoiler: Es war meistens ein anderes Auto im Stau.)

Dann endlich: Wuppertal, 15 Uhr. Nadine und Noah hatten sich ein Zimmer im Roadstop Motel gegönnt, während unser Camper den Parkplatz als Nachtquartier bekam. Doch der wahre Hammer kam erst, als Nadine und Noah ihr Zimmer betraten. Eine Gefängniszelle.

Ja, richtig gelesen! Das Motel hatte Themenzimmer, und ihres war eine originalgetreu nachgebaute Knastzelle. Kühler Stein, massive Gitter, ein Bett, das definitiv nicht von einer Hotelkette gesponsert wurde. Noahs Augen wurden riesig. Ich konnte mir schon vorstellen, wie er nach den Sommerferien seiner Lehrerin berichtet:

“Ich war mit Mama bei Rammstein – und dann haben wir eine Nacht im Knast geschlafen!”

Da wird es spannende Elterngespräche geben. Aber hey – ist der Ruf erst ruiniert… 😉

So, Gelsenkirchen – wir sind bereit! 🔥

Rammstein – Deutschlands lautester Exportschlager

 

Es gibt Bands, die man hört – und dann gibt es Rammstein. Die hört man nicht nur, die fühlt man, die erlebt man, die überrollen einen wie ein brennender Güterzug. Seit 1994 prägen Till Lindemann, Richard Kruspe, Paul Landers, Oliver Riedel, Christoph Schneider und Flake Lorenz mit ihrer brachialen Mischung aus Industrial, Metal und Theatralik die Musikwelt – und sie tun es auf eine Weise, die keiner sonst hinkriegt.

Der Sound – Wenn Musik zu einem Orkan wird
Wer Rammstein einmal gehört hat, vergisst sie nie. Diese stampfenden Rhythmen, Gitarrenriffs wie Abrissbirnen und Lindemanns tief rollende Stimme, die jede einzelne Silbe mit einer Präzision herausmeißelt, als wäre sie in Stein gemeißelt – einfach unverkennbar. Und dann diese Texte: doppelbödig, provokant, poetisch, verstörend und wunderschön zugleich. Kein simples „Laut für laut“ – hier steckt viel mehr drin, und wer glaubt, dass Rammstein nur Krach macht, hat sie nicht verstanden.

„Du hast“, „Sonne“, „Ich will“, „Engel“ – diese Songs haben sich längst in die DNA der Rockmusik eingebrannt. Und dann kommt ein Album wie „Deutschland“ und zeigt: Diese Band kann sich immer wieder neu erfinden, immer wieder Grenzen verschieben – und dabei trotzdem Rammstein bleiben.

Live – Eine Show, die alles andere in den Schatten stellt
Rammstein live ist keine einfache Konzert-Erfahrung – es ist eine Wucht, ein Theaterstück, ein Spektakel, das dich in den Sitz drückt und dir gleichzeitig einen Adrenalinkick verpasst. Kein Konzert ohne Feuerfontänen, kein Song ohne massive Inszenierung. Till Lindemann mit Flammenwerfer-MaskeFlake, der in einem riesigen Kochtopf gekocht wirdPyro-Explosionen, die den Himmel erhellen – Rammstein geht nicht auf die Bühne, sie erobern sie.

Und dann steht man da, in einem Stadion mit zigtausend anderen Fans, spürt die Hitze der Flammen, den Bass, der in der Brust vibriert, und singt jede Zeile mit, selbst wenn es nur ein einziges Wort ist: „DU… HAST…“.

Provokation? Ja, aber nie ohne Kunst.
Rammstein wären nicht Rammstein ohne Skandale, Diskussionen und Kopfschütteln. Doch wer glaubt, es gehe nur um Provokation, verkennt das Konzept. Hinter jedem Text, jedem Video steckt eine tiefere Ebene. Sie zwingen dich zum Nachdenken, sie reizen aus, sie schocken – und doch ist es immer Kunst, nie plump, nie belanglos.

Eine deutsche Band, die die Welt erobert hat
Während andere Bands irgendwann ihren Zenith überschreiten, werden Rammstein mit jedem Album, jeder Tour nur noch größer, noch epischer. Sie haben es geschafft, in den USA, Südamerika, Japan, Australien – überall – Stadien zu füllen. Eine deutsche Band, die weltweit nicht nur akzeptiert, sondern gefeiert wird. Das schaffen nicht viele.

Rammstein ist eine Naturgewalt. Punkt.
Es gibt Rockbands, Metalbands, gute Bands – und dann gibt es Rammstein. Sie stehen für eine Einzigartigkeit, die es so kein zweites Mal gibt. Wer einmal in einem ihrer Konzerte stand, weiß: Das ist nicht einfach nur Musik, das ist eine Erfahrung.

Rammstein ist nicht nur laut. Rammstein ist Kunst. Rammstein ist brachial. Rammstein ist pures Adrenalin. Rammstein ist… einfach Rammstein.

Eigentlich war der Plan simpel: Check-in, McDonald’s, Gelsenkirchen – fertig. Doch dann kam sie. Die Motel-Angestellte mit einem Lächeln, das man sonst nur bei Großmüttern sieht, wenn sie einem die dritte Portion Kuchen aufdrängen. Und sie hatte eine Mission: uns von den legendären Spareribs im hauseigenen Restaurant zu überzeugen.

„In zwanzig Minuten öffnen wir die Türen – und die Ribs sind der Wahnsinn!“ sagte sie, mit einem Blick, der keinen Widerspruch duldete. Tja, gegen so eine kulinarische Prophezeiung ist selbst McDonald’s machtlos. Also, Planänderung!

Wir verzogen uns in den Biergarten, ließen uns auf rustikalen Holzbänken nieder und warteten geduldig, während der Duft von Gegrilltem bereits verheißungsvoll durch die Luft waberte. Dann endlich: Die Türen schwingen auf, wir stürmen rein.

Und was für ein Anblick! Dickes Holz, ein Hauch von Route 66, Bänke im Kuhfell-Look und eine Bar, die so groß war, dass man dort problemlos eine Nacht verbringen könnte.

Nadine und Stefan entschieden sich für saftige Burger, bei denen der Speck so verführerisch glänzte, dass selbst Vegetarier ins Wanken geraten könnten. Ich – ein Mann der klaren Prinzipien – orderte natürlich die Spareribs. Und was soll ich sagen? Das Fleisch fiel vom Knochen, die Sauce hatte genau die richtige Mischung aus süß und rauchig – ein Gedicht.

Und Noah? Noah blieb seiner kulinarischen Tradition treu und ließ sich ein riesiges Menü Chicken Nuggets schmecken. Außen knusprig, innen zart – genau so, wie sie sein müssen.

Satt, zufrieden und mit einem leichten Fleischkoma im Gepäck machten wir uns auf den Weg nach Gelsenkirchen. Dank perfektem Timing und einer fast schon unheimlichen Parkplatzfee fanden wir einen Stellplatz ganz in der Nähe der Veltins-Arena. Ein kurzer zehnminütiger Spaziergang – und da stand sie vor uns:

Die gewaltige Arena, die sonst das Reich von Schalke 04 ist, wurde für die nächsten fünf Tage zur Kathedrale des Rock. Rammstein, wir kommen!

Rammstein Konzert

Noahs erstes Stadionerlebnis – Gänsehaut inklusive

Unser kleiner Entdecker stand da wie vom Donner gerührt. Mund offen, Augen so groß wie Stadionflutlichter. Menschenmassen hatte er bisher nur im Fernsehen gesehen – und plötzlich war er mittendrin, umgeben von tausenden Rammstein-Fans, die voller Vorfreude in die Arena strömten. Für einen Moment war er völlig erstarrt, als würde sein Gehirn gerade verzweifelt versuchen, eine neue Kategorie für „gigantisch“ anzulegen. Doch lange hielt der Schock nicht an. Ein paar Sekunden später flitzte er mit leuchtenden Augen los, bereit, jeden Winkel dieser neuen Welt zu entdecken.

Doch bevor das Abenteuer richtig losgehen konnte, brauchten wir erstmal lebensnotwendige Erfrischungen. Noah bekam sein Wasser – aber nicht einfach so, sondern in einem supercoolen Rammstein-Becher! Er hielt ihn ehrfürchtig in den Händen, als hätte er gerade den heiligen Gral ergattert. Wir Erwachsenen entschieden uns für Cola – solide, klassisch, funktional.

Dann kam der Moment, vor dem Stefan insgeheim gezittert hatte: der Marsch zum Merchandise-Stand. Oh. Mein. Gott.

Dort herrschte ein Gedränge, als würde es Freibier geben. T-Shirts, Poster, Becher, Schlüsselbänder – ein Paradies für Fans, ein Albtraum für jedes Haushaltsbudget. Noah hatte sofort zwei Schätze im Visier: das aktuelle Tour-Shirtund ein schickes Schlüsselband. Wie sollte man da nein sagen? Richtig – gar nicht.

Und natürlich wären wir keine echten Fans, wenn wir nur Noah ausstatten würden. Nadine und ich gingen mit felsenfester Überzeugung hin, dass wir „nur mal schauen“ wollten. Tja, wir schauten – und kauften.

Ein paar Minuten (und einen mittleren Geldbeutel-Schock) später standen wir da, beladen mit einem brandneuen Rammstein-Rucksack voller Schätze. Aber wisst ihr was? Jeder Cent war es wert. Denn als wir Noah mit seinen neuen Errungenschaften strahlen sahen – dieses pure Glück, diese aufgeregte Vorfreude auf das Konzert – da war klar: Das hier war unbezahlbar.

Stellt euch vor: Ihr seid umringt von tausenden Menschen, die Luft knistert vor Spannung, die ersten Beats könnten jeden Moment explodieren – und dann passiert… das Unerwartete.

Punkt 19:30 Uhr betreten zwei elegante Frauen von Abélard die Bühne, nehmen an ihren Flügeln Platz – und plötzlich füllt sich das Stadion mit sanften, gefühlvollen Piano-Versionen von Rammstein-Hits. „Du Hast“, „Sonne“, „Engel“– Melodien, die normalerweise von donnernden Gitarren und Feuerfontänen begleitet werden, erklingen in einer völlig neuen, beinahe zerbrechlichen Schönheit.

Und mitten in dieser faszinierenden Ruhe steht Noah, unser kleiner Musikexperte, mit einem Ausdruck purer Erhabenheit. Er erkennt jeden Song sofort. Während wir Erwachsenen erst nach den ersten Takten ahnungsvoll nicken, hat er längst triumphierend festgestellt, welcher Klassiker gerade neu interpretiert wird. Sein Gesicht sagt alles: „Ich bin der größte Rammstein-Fan dieses Planeten, und ihr seid nur meine bescheidene Begleitung.“

Nach 45 Minuten verabschieden sich Abélard, die letzten Pianoklänge verklingen – und dann? Dann beginnt dieses unbeschreibliche Knistern in der Luft. Die Veltins-Arena ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Menge ist heißgelaufen, La Ola Wellen rollen durch die Ränge. Man kann spüren, dass gleich etwas Großes passieren wird. Und dann setzt sich das Stadion in Bewegung: Das Dach öffnet sich langsam, ein epischer Moment, der sich anfühlt wie das letzte Kapitel eines Heldensaga-Films. Noah? Kompletter Ausnahmezustand.

Er springt aufgeregt auf und ab, seine Augen leuchten wie Stadionflutlichter. Seine Energie ist ansteckend – und wir wissen genau: Das hier wird eine Nacht, die keiner von uns je vergessen wird.

20:40 Uhr. Ein gewaltiger Knall. Die Bühne bebt, und zu epischen Fanfarenklängen schwebt die Band in einem offenen Lastenzug den stählernen Turm in der Bühnenmitte hinab. Doch einer fehlt.

Und dann – BÄHM!

Till Lindemann schießt aus dem Boden, eingehüllt in Licht und Flammen. Die ersten Töne von „Ramm4“ erklingen, und die Arena rastet aus. Noahs Augen sind so groß wie die Feuersäulen auf der Bühne – und niemand, wirklich niemand, kann mehr still sitzen. Dann „Links 2-3-4“.

Die Tribünen wackeln. Der Sound ist brutal laut, aber perfekt klar. Und auf der Bühne? Feuer, Explosionen, Wahnsinn. „Puppe“ – ein überdimensionaler Kinderwagen geht in Flammen auf. „Mein Teil“ – Till, als wahnsinniger Metzger, röstet Flake in einem riesigen Kochtopf mit einem Flammenwerfer. Die Hitze schlägt uns ins Gesicht, obwohl wir weit hinten sitzen.

Jeder Song ist ein Spektakel für sich. Flammen schießen in den Himmel, Funkenregen rieselt, schwarzes Konfetti wirbelt durch die Luft. „Du Hast“, „Ich Will“, „Wiener Blut“ – das Stadion bebt.

Die erste Zugabe beginnt: „Engel“. Doch nicht auf der Hauptbühne, sondern mitten im Innenraum. Nur vom Klavier begleitet, singen tausende Menschen mit, während sich die Band anschließend in Schlauchboote setzt und sich vom Publikum auf Händen zurück zur Hauptbühne tragen lässt. Und dann? „Pussy“. Und wer Rammstein kennt, weiß, was das bedeutet: Eine gigantische Schaumkanone.

Das Zeug fliegt in riesigen Wellen durch die Luft, hüllt die vorderen Reihen in weißen, klebrigen Nebel. Und genau hier, an diesem Punkt, packt uns eine Welle der Nostalgie. Denn 2022 standen Stefan und ich genau dort – mittendrin, voll getroffen, eingeseift wie ein schlecht geplanter Besuch im Autowaschsalon. Das Ergebnis? Siehe Beweisfoto.

Als schließlich die letzten Töne von „Adieu“ verklingen und weißes Konfetti über die Menge rieselt, ist eines klar: Ein Abend, den keiner von uns je vergessen wird.

Noch lange nach dem Konzert summen wir die Melodien nach, während wir uns zurück zum Motel schleppen. Der Adrenalinpegel sinkt langsam ab, die Füße brennen, die Ohren klingeln – aber die Glückshormone tanzen noch immer Polka. Noah? Der ist raus.

Kaum sitzen wir im Auto, fällt sein Kopf nach vorne, seine Augen klappen zu, und das war’s. Ein erschöpfter, glücklicher kleiner Rocker auf dem Rücksitz, völlig überfordert von den Eindrücken des Abends. Zurück im Motel stellt sich die Frage, wie man einen tief schlafenden Siebenjährigen ins Zimmer transportiert. Die Antwort: Mit vollem Körpereinsatz.

Ich schultere Noah, das schlafende Sack-Zement-Bündel, und trage ihn ins Zimmer. Regungslos landet er im Bett.Keine Pyjamas, kein Umziehen – einfach rein und weiterpennen.

Am nächsten Morgen wacht er verwirrt auf, blinzelt in die Sonne und fragt sich lautstark, wie er hierher gekommen ist. Tja, mein Junge, willkommen im Club der Konzertgänger – wer nach Rammstein noch weiß, wie er ins Bett gekommen ist, hat nicht richtig gefeiert.

Stefan und ich hatten unsere Nacht im Camper verbracht – und zwar wie Murmeltiere. Keine kreischenden Gitarren, keine Feuerbälle, keine Schaumkanonen – nur absolute Ruhe auf unserem Parkplatz. Pünktlich um 8 Uhr tauchen Nadine und ein erstaunlich wacher Noah vor unserem Camper auf. Bereit für den Tag, voller Tatendrang – oder zumindest so viel, wie nach einem Rammstein-Konzert möglich ist. Zeit für Frühstück!

Wir steuern einen kleinen Bäcker auf der anderen Straßenseite an, wo der Duft von frisch gebackenem Brot und heißem Kaffee die Luft erfüllt. Knusprige Brötchen, dampfende Tassen, ein Hauch von Normalität nach einer Nacht voller Wahnsinn.

Gestärkt und wieder annähernd alltagstauglich, machen wir noch einen kleinen Umweg: Wuppertal. Denn wenn man schon hier ist, dann muss man sich die berühmte Schwebebahn anschauen. Ein kurzer Halt, ein Blick auf das faszinierende Schienensystem, das fast schwerelos über den Straßen gleitet – und dann ging’s endgültig Richtung Heimat.

Die Wuppertaler Schwebebahn – Schweben statt Fahren seit über 120 Jahren

 

Während andere Städte Straßenbahnen oder U-Bahnen haben, schwebt Wuppertal einfach über allem drüber hinweg. Seit 1901 ist die Schwebebahn das Wahrzeichen der Stadt – und bis heute eines der außergewöhnlichsten Verkehrsmittel der Welt. Während man in anderen Städten auf Schienen durch die Straßen rollt, hängt man in Wuppertal in 12 Metern Höhe unter einer einzigen, durchgehenden Schiene und gleitet mit Blick auf die Dächer der Stadt oder den Fluss Wupper durch die Luft.

Ein technisches Meisterwerk mit Geschichte
Die Idee für die Schwebebahn stammt vom Ingenieur Eugen Langen, der Ende des 19. Jahrhunderts nach einer Lösung suchte, um den dichten Verkehr in den engen Straßen Wuppertals zu umgehen. Statt einer klassischen Straßenbahn entwickelte er eine hängebahnbasierte Schienenbahn – ein damals revolutionäres Konzept. Die Bauarbeiten begannen 1898, und am 1. März 1901 wurde die Schwebebahn feierlich eröffnet.
Seitdem hat sie über eine Milliarde Passagiere befördert und ist für viele Wuppertaler mehr als nur ein Verkehrsmittel – sie ist Tradition, Identität und ein Stück Ingenieurskunst, das weltweit bestaunt wird.

Die Streckenführung – eine Reise über die Wupper
Mit einer Länge von 13,3 Kilometern verbindet die Schwebebahn Vohwinkel im Westen mit Oberbarmen im Osten und durchquert dabei 20 Bahnhöfe. Über 10 Kilometer der Strecke verlaufen direkt über der Wupper, die sich mitten durch Wuppertal schlängelt – ein Blick aus dem Fenster bietet also immer eine Mischung aus Stadtpanorama und Flussidylle.

Das spektakulärste Schwebebahn-„Highlight“: Tuffi, der fliegende Elefant
Die Geschichte der Schwebebahn wäre nicht komplett ohne die wohl skurrilste Anekdote der deutschen VerkehrsgeschichteTuffi, der fliegende Elefant.
1950 wollte ein Zirkus eine PR-Aktion starten und ließ die Elefantendame Tuffi in die Schwebebahn einsteigen. Doch der Dickhäuter war nicht begeistert von der schwebenden Fahrt und geriet in Panik – woraufhin er kurzerhand durch die Seitenwand der Bahn sprang und in die Wupper fiel. Zum Glück blieb Tuffi unverletzt und planschte kurz im Fluss, bevor sie gerettet wurde. Die Legende lebt bis heute weiter, und in Wuppertal gibt es sogar eine Gedenktafel und zahlreiche Souvenirs mit dem „fliegenden Elefanten“.

Schwebend in die Zukunft
Die Wuppertaler Schwebebahn mag über 120 Jahre alt sein, doch sie ist moderner denn je. Seit 2016 wurde die Flotte komplett erneuert – mit den stylischen neuen “Generation 15”-Zügen, die nicht nur komfortabler, sondern auch leiser und effizienter sind.

Ob als tägliches Fortbewegungsmittel oder als einmalige Attraktion für Besucher – eine Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn gehört auf jede Bucket List. Wer einmal hoch über der Stadt durch die Luft gleitet, versteht, warum die Schwebebahn nicht nur ein Verkehrsmittel ist, sondern ein echtes Stück Ingenieurskunst mit Nostalgie-Faktor.

Irgendwo auf halber Strecke überkam uns das untrügliche Zeichen, dass es Zeit für eine Pause war: knurrender Magen, müde Gesichter und ein einstimmiges „McDonald’s?“ aus der Runde.

Mittags-Break: Burger, Pommes, Cola – das volle Programm. Kulinarisch kein Michelin-Stern, aber nach einer durchfeierten Nacht schmeckt so ein fettiges, salziges Meisterwerk wie die Nahrung der Götter.

Doch weil wir das Prinzip des gepflegten Genusses sehr ernst nehmen, gab es kurz vor der Heimat McDonald’s – die zweite Runde. Diesmal? McFlurry. Denn wenn es eine universelle Wahrheit gibt, dann diese: Eine Reise ist erst dann vollständig, wenn sie mit einem süßen Dessert endet.

Um 17 Uhr rollen wir zu Hause endlich auf unseren Parkplatz. Noah – immer noch müde, aber eindeutig glücklich – lässt sich direkt auf die heimische Couch plumpsen, als wäre er gerade von einer Weltreise zurückgekehrt. Eines ist klar: Dieser Trip war ein weiteres episches Kapitel in unserem Reisetagebuch.

Und wie heißt es so schön? Nach der Tour ist vor der Tour. 🎸🔥

Vollständige Setlist vom Konzert in Gelsenkirchen am 27.06.2024

01. Ramm 4
02. Links 2 3 4

03. Keine Lust
04. Sehnsucht
05. Asche zu Asche
06. Mein Herz brennt

07. Puppe
08. Wiener Blut

09. Zeit
10. Deutschland
 (Remix by Richard Z. Kruspe)
11. Deutschland

12. Radio
13. Mein Teil
14. Du hast

15. Sonne

Zugabe 1:

16. Engel (feat. Abélard – Piano Version)

17. Ausländer
18. Du riechst so gut

19. Pussy
20. Ich will

Zugabe 2:

21. Rammstein
22. Adieu

 

Und für die Vollständigkeit hier noch die Setlist von Abélard:

MutterKlavierMein Herz brenntWo bist du?ZeitOhne DichFrühling in ParisEngelDeutschlandDu hast

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