
Quer durch die Toskana nach Rom
8 Uhr morgens. Noch ein bisschen verschlafen, noch mit dem letzten Cappuccino in der Hand, aber bereit für das nächste Abenteuer. Der Camper brummte zufrieden vor sich hin, während wir Florenz hinter uns ließen und auf die Autobahn in Richtung Rom steuerten.
Doch natürlich wäre es nicht unsere Reise, wenn wir nicht wieder einmal spontan vom Plan abweichen würden. Die Straße nach Siena tauchte vor uns auf – und weil wir bekanntermaßen keine Freunde der direkten Wege sind, nahmen wir kurzerhand die Ausfahrt. Warum? Weil Val d’Orcia.
Kaum eine Region in Italien wirkt so absurd perfekt wie diese. Die sanften Hügel wellen sich in unendlichen Grüntönen, als hätte ein Maler sie extra für eine Landschaftsstudie erschaffen. Die Zypressen, die wie Soldaten in perfekter Formation die Straßen säumen, wirken so ikonisch, dass man sich sofort in einen Werbespot für toskanischen Wein versetzt fühlt.
Und genau das musste festgehalten werden. Also: Camper anhalten, Kamera zücken, staunen. Die Szenerie war so atemberaubend, dass uns ein Gedanke kam, der sich sofort in unser Reisegedächtnis einbrannte:
„Wir müssen hier unbedingt mal einen eigenen Roadtrip machen.“ Val d’Orcia – du bist jetzt offiziell auf der Liste.
BILDERGALERIE: Toskana
Nachdem wir das Val d’Orcia durchquert und uns mental schon den nächsten Roadtrip durch die kleinen, verwunschenen Dörfer ausgemalt hatten, führte unser Weg uns weiter gen Süden – diesmal entlang der Küste.
Und plötzlich änderte sich die Szenerie komplett. Wo eben noch sanfte Hügel und Zypressen dominierten, öffnete sich nun die Weite des Meeres. Ab und zu blitzte das glitzernde Wasser zwischen den Straßenbiegungen hervor, ein endloser Horizont, in dem Himmel und Meer miteinander zu verschmelzen schienen. Wellen rollten gemächlich ans Ufer, kleine Boote schaukelten sanft im Hafen, und für einen Moment wünschten wir uns, einfach irgendwo anzuhalten, die Füße in den Sand zu graben und der Reise eine Pause zu gönnen.
Die Stunden vergingen wie im Flug, die Autobahn zog sich dahin, bis schließlich um 14 Uhr die Hauptstadt in Sicht kam. Schon von Weitem zeichneten sich die ersten monumentalen Gebäude ab – ein Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Tagen erwarten würde.
Nahverkehr in Rom – Chaos mit System
Wer sich in Rom fortbewegen will, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Sich ins Verkehrschaos stürzen oder es elegant umgehen. Da wir von waghalsigen Rollerfahrern, hupenden Autos und kreativen Parklösungen gehört hatten, entschieden wir uns für die zweite Variante – öffentliche Verkehrsmittel.
Bus, Metro, Tram – das römische Trio
Roms Nahverkehr besteht aus Bussen, Straßenbahnen (Tram) und der Metro. Klingt erstmal nach einer klassischen Großstadt, aber Rom wäre nicht Rom, wenn das Ganze nicht eine eigene Dynamik hätte. Die Metro ist schnell, aber mit nur drei Linien überschaubar, während die Busse und Trams gefühlt überall fahren – wenn man denn weiß, wann und wo genau.
Wir starteten entspannt, denn direkt vor unserem Campingplatz gab es eine Bushaltestelle. Perfekt! Also kauften wir das 3-Tages-Ticket für 18 Euro – eine absolute Empfehlung für alle, die die Stadt bequem erkunden wollen, ohne sich ständig neue Fahrscheine besorgen zu müssen. Mit der Karten-App auf dem iPhone fanden wir immer die beste Route – eine Lebensrettung, wenn man nicht gerade mit einem altmodischen Stadtplan durch die Gassen irren möchte.
Die Metro – Schnell, aber mit begrenztem Netz
Die römische Metro ist die einfachste Möglichkeit, um schnell größere Distanzen zu überbrücken. Die Linien A, B und C decken die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ab:
• Linie A: Perfekt für den Vatikan, die Spanische Treppe und die Piazza del Popolo.
• Linie B: Bringt einen direkt zum Kolosseum und zur Basilika San Paolo.
• Linie C: Noch im Ausbau, aber bereits hilfreich für einige östliche Stadtteile.
Die Züge sind schnell, die Wartezeiten moderat – aber gerade zur Rushhour wird es eng. Sehr eng. Kuschelfaktor garantiert!
Busse und Trams – Das Abenteuer beginnt
Busse und Trams sind theoretisch eine tolle Ergänzung, praktisch aber unberechenbar. Manchmal kommen sie pünktlich, manchmal kommen sie gar nicht – und manchmal kommen drei auf einmal. Der Trick ist, nicht auf einen bestimmten Bus zu hoffen, sondern flexibel zu bleiben.
Wir kommen auf dem Campingplatz an. Hier lief alles routiniert. Camper abstellen, schnell organisieren, keine Zeit verlieren – denn wir wollten Rom sehen.
Wenig später standen wir schon an der Bushaltestelle, sprangen in die nächste Straßenbahn – und ehe wir uns versahen, waren wir mitten im Herzstück der Ewigen Stadt.
Und dann passierte es. Wir stiegen aus. Und blieben sprachlos stehen. Denn vor uns erhob sich das Kolosseum. Mächtig. Erhaben. Atemberaubend. Dieses Bauwerk war nicht einfach nur ein Relikt der Vergangenheit – es war die Vergangenheit. Ein monumentales Zeugnis einer untergegangenen Epoche, das immer noch über die Stadt thront, als wolle es daran erinnern, dass hier einst Geschichte geschrieben wurde.
Für einen Moment fühlte es sich an, als wären wir durch die Zeit gereist. Rom hatte uns in seinem Bann – und wir hatten gerade erst angefangen.

16 Uhr. Die Vorfreude war greifbar. Wir hatten Tickets für das untere Level des Kolosseums, und endlich war es soweit. Nach einer schnellen, aber gründlichen Kontrolle schritten wir durch den schmalen Zugang ins Innere dieses gewaltigen Amphitheaters – und blieben sprachlos stehen.
Es gibt Momente auf Reisen, die einen einfach überwältigen. Dies war einer davon. Vor uns öffnete sich die riesige Arena, umgeben von den steilen, halb zerfallenen Rängen, die sich über mehrere Etagen erstreckten. Fast 2.000 Jahre ist es her, dass hier Zehntausende von Römern standen, saßen, jubelten oder den Atem anhielten, während in der Arena das Spektakel der Spektakel stattfand.
Man konnte es förmlich spüren – die Spannung, das Adrenalin, die rohe Energie, die diesen Ort einst erfüllte. Es war, als hätten die Mauern die Echos der Vergangenheit bewahrt, als hallten noch immer die Rufe der Menge durch die Ruinen. Gladiatoren, wilde Tiere, Blut, Ruhm, Triumph – und Angst.
Von unserem Standpunkt aus konnten wir die tieferen Ebenen des Kolosseums erahnen, die labyrinthartigen Gänge, die einst das unsichtbare Herz dieser tödlichen Spiele waren.
Dort unten, im Dunkeln, warteten die Gladiatoren. Mit klopfendem Herzen, angespannt bis ins Mark, wissend, dass sich oben eine Arena voller Zuschauer versammelte, um ihr Schicksal zu verfolgen. Neben ihnen – die wilden Tiere, gehalten in engen Käfigen, vorbereitet darauf, durch Falltüren plötzlich in die Arena zu stürmen. Ein brutales, perfekt inszeniertes Schauspiel, das für die Römer Unterhaltung war – für die Kämpfer jedoch eine Frage von Leben und Tod. Die Vorstellung war atemberaubend und verstörend zugleich.
Dieser Ort war eine riesige Bühne, auf der Schicksale entschieden wurden, Helden gefeiert und Leben ausgelöscht.Blutig. Tragisch. Episch. Wir standen da, schauten in die tiefen Gänge, in die Ruinen der Tribünen, auf die zerbrochenen Steine – und spürten, dass hier Geschichte geschrieben wurde. Das Kolosseum ist nicht nur ein Bauwerk. Es ist eine Zeitmaschine.
BILDERGALERIE: Colosso
Das Kolosseum – Roms Arena der Giganten
Wenn man an Rom denkt, kommt einem unweigerlich ein Bild in den Kopf: Das Kolosseum. Dieses monumentale Amphitheater, das seit fast 2.000 Jahren die Ewige Stadt prägt, ist das größte je gebaute römische Amphitheater – und ein absolutes Meisterwerk antiker Ingenieurskunst. Doch der Name „Kolosseum“ hat nichts mit seiner eigenen Größe zu tun, sondern stammt von der gigantischen Kolossalstatue des Kaisers Nero, die einst direkt neben dem Bauwerk stand. Die Statue war fast 35 Meter hoch – ein imposantes Symbol kaiserlicher Selbstinszenierung. Erst im Mittelalter wurde das „Amphitheatrum Flavium“ zum „Colyseus“, woraus sich schließlich das heutige „Kolosseum“ entwickelte.
Brot und Spiele – und jede Menge Blut
Kaum ein anderes Bauwerk verkörpert die römische Idee von Macht, Spektakel und Unterhaltung so sehr wie das Kolosseum. Bis zu 50.000 Zuschauer strömten durch die gewaltigen Bögen, um Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und epische Schlachteninszenierungen zu erleben. Die berühmte Redewendung „Brot und Spiele“ (panem et circenses)beschreibt genau das: Die Bevölkerung wurde mit brutalen Spektakeln bei Laune gehalten, während der Kaiser mit einem Daumenzeig über Leben und Tod entschied.
Gladiatorenkämpfe und Venationes
Während 404 n. Chr. die Gladiatorenkämpfe offiziell verboten wurden, hielten sich die Tierhetzen (venationes) noch bis ins 6. Jahrhundert. Wilde Tiere aus allen Ecken des Reiches – Löwen, Elefanten, Bären – wurden in der Arena zur Schau gestellt und grausam getötet, oft von spezialisierten Jägern oder sogar verurteilten Gefangenen.
Architektonisches Wunderwerk – das Hightech-Stadion der Antike
Das Kolosseum war nicht nur eine Arena des Schreckens, sondern auch ein technisches Meisterwerk. Das ausgeklügelte System aus Gängen und Treppen ermöglichte es, dass 50.000 Menschen in wenigen Minuten ein- und ausgeführt werden konnten – eine Logistik, die moderne Stadien erst Jahrhunderte später wieder erreichten.
Das Velarium
Ein weiteres Highlight war das „Velarium“, eine riesige Markise aus Segeltuch, die die Zuschauer vor der sengenden Sonne schützte. Speziell ausgebildete Matrosen der römischen Flotte waren für das Spannen dieses gigantischen Sonnenschutzes verantwortlich.
Das Hypogäum
Doch das wohl faszinierendste Detail ist das „Hypogäum“ – das Untergeschoss des Kolosseums. Hier wurden Gladiatoren, Tiere und Bühnenelemente gelagert, bevor sie durch ein System aus Aufzügen und Falltüren plötzlich in die Arena katapultiert wurden. So konnte man für dramatische Überraschungsmomente sorgen – eine Art römischer Special Effect.
Von der Arena zur Festung – und zum Weltwunder
Obwohl Erdbeben und der Mittelalterliche Steinraub das Kolosseum teilweise zerstörten, ist es bis heute ein Symbol für die Größe des Römischen Reiches. Im Mittelalter wurde es zeitweise sogar als Festung von Adelsfamilien genutzt, bevor es schließlich in den modernen Zeiten zum wichtigsten Wahrzeichen Roms wurde.
Die berühmte Kolossalstatue des Nero
Die Statue, die dem Bauwerk einst seinen Namen verlieh, verschwand im Laufe der Jahrhunderte. Nur ihr Sockel blieb bis in die 1930er Jahre erhalten – dann wurde er im Zuge von Mussolinis Stadtplanungen endgültig entfernt.
Das meistbesuchte Wahrzeichen Roms
Heute ist das Kolosseum eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Welt und ein beeindruckendes Zeugnis römischer Architektur, Kultur und Brutalität zugleich. Es zeigt, wie sehr die alten Römer in Spektakel, Inszenierung und Machtdemonstration dachten – und warum ihr Erbe bis heute unvergessen bleibt. Wer Rom besucht, kommt an diesem monumentalen Bauwerk nicht vorbei.
Nach einer beeindruckenden Zeit im Kolosseum, in der wir uns fast in die Vergangenheit versetzt fühlten, machten wir uns langsam wieder auf den Weg nach draußen. Doch selbst beim Verlassen dieses gigantischen Bauwerks konnten wir den Blick nicht abwenden. Die massiven Mauern, die Jahrhunderte überdauert hatten, schienen uns beinahe magnetisch festzuhalten. Jeder Schritt, der uns von der Arena entfernte, ließ uns noch einmal zurückblicken – als wollten wir sicherstellen, dass das, was wir gerade gesehen hatten, wirklich existierte. Doch dann – zurück in der Gegenwart.
Die Straßen Roms umgaben uns wieder mit ihrem typischen Trubel: hupende Roller, lebhafte Gespräche, der Duft von Espresso und frischer Pasta in der Luft. Und unser nächstes Ziel war bereits in Sicht: das Monumento Vittorio Emanuele II – auch bekannt als “die Schreibmaschine” oder für die Freunde des gehobenen Spotts “der Zuckerbäcker”.
Schon von weitem war es nicht zu übersehen. Ein gewaltiges, blendend weißes Marmorgebäude, das mit seinen kolossalen Treppen und imposanten Säulen geradezu danach schrie, erklommen zu werden. Also taten wir genau das.

Mit jedem Schritt, den wir höher stiegen, wurde der Blick auf die Stadt spektakulärer. Hinter uns erhob sich das Altare della Patria in seiner ganzen monumentalen Pracht, während vor uns Rom in voller Größe aufblühte. Und was für eine Aussicht das war! Von hier oben lag uns die Ewige Stadt wortwörtlich zu Füßen.
Die Kuppeln der unzähligen Kirchen, die aus dem Meer von Terrakotta-Dächern aufragten, die filigranen Türme, die stolzen Ruinen der Antike, die gewundenen Straßen, die so chaotisch wie charmant das Stadtbild prägten – all das ergab ein Panorama, das mehr als nur eine Momentaufnahme war. Es war eine Zeitreise.
Natürlich musste dieser Augenblick festgehalten werden. Das blendend weiße Marmordenkmal bot die perfekte Kulisse, das Panorama von Rom den perfekten Vordergrund. Und je länger wir dort standen, desto deutlicher wurde uns, dass das Monumento Vittorio Emanuele II nicht nur eine architektonische Wucht ist, sondern auch ein Symbol für das, was Italien heute ist.
Ein Denkmal für die Einheit eines Landes, das so viele Jahrhunderte zersplittert war. In der Mitte thront die riesige Reiterstatue von Vittorio Emanuele II, dem ersten König des vereinten Italiens, während zu seinen Füßen die ewige Flamme für den unbekannten Soldaten brennt. Ein stiller, aber bedeutungsvoller Ort.
Unser Blick schweifte über das Forum Romanum, wo einst die Geschicke eines Weltreichs gelenkt wurden, über den Tiber, der sich sanft durch die Stadt schlängelte, bis hin zur Kuppel des Petersdoms, die selbst aus dieser Höhe unverkennbar über Rom thronte.
BILDERGALERIE: Monumento Vittorio Emanuele II
Nachdem wir den atemberaubenden Blick vom Monumento Vittorio Emanuele II lange genug genossen hatten, machten wir uns langsam wieder auf den Weg hinunter. Doch unser Tag war noch lange nicht vorbei – ein weiteres Wahrzeichen Roms wartete auf uns: Der Trevi-Brunnen.
Doch wie es in Rom oft der Fall ist, führte uns der Zufall erst einmal in eine kleine, unscheinbare, aber unwiderstehliche Eisdiele.
Und weil es kein Italien-Tag ohne Gelato geben sollte, hielten wir natürlich an.
Stefan – wie immer erfrischungsorientiert – entschied sich für Zitrone und Himbeere. Ich hingegen konnte mich nicht von meinen Klassikern trennen und wählte meine bewährte Kombination: Haselnuss und Stracciatella.
Mit einem perfekt geschichteten Eisbecher in der Hand setzten wir unseren Spaziergang fort. Das Leben in den Straßen pulsierte um uns herum, Gespräche auf Italienisch, Englisch, Deutsch, Französisch – Rom war ein einziges Gewusel aus Sprachen, Lachen und Lebensfreude.
Und dann standen wir da: Vor der Fontana di Trevi. Oder besser gesagt: vor einer Menschenmenge, die vor der Fontana di Trevi stand.
Schon von weitem war klar: Wir waren nicht die Einzigen, die diesen berühmten Brunnen sehen wollten. Touristen aus aller Welt haten sich versammelt, Handys in der Luft, Münzen bereit zum Werfen. Doch je näher wir kamen, desto deutlicher wurde:
Hier stimmt etwas nicht. Kein Wasser. Keine rauschenden Kaskaden. Keine glitzernden Wellen. Stattdessen? Eine durchsichtige Absperrung und eine trockene Baustelle. Der berühmteste Brunnen der Welt – wegen Renovierungsarbeiten außer Betrieb. Kleiner Dämpfer? Definitiv.
Doch wir waren nicht gekommen, um einfach wieder umzudrehen. Also bahnten wir uns entschlossen unseren Weg bis ganz nach vorne zur Absperrung. “Kein Wasser? Kein Problem!”

Wenn Rom uns eines beigebracht hatte, dann, dass man aus jeder Situation das Beste machen muss. Also: Trotz Absperrung, trotz Bauarbeiten – ein Foto musste her.
Ich balancierte auf den Zehenspitzen, streckte den Arm, zielte mit der Kamera über die Barriere. Stefan beobachtete amüsiert, wie ich mich in alle möglichen verrenkten Positionen brachte, um einen halbwegs würdigen Trevi-Schuss zu bekommen.
Und tatsächlich: Mit etwas Geduld, Geschick und einer Prise Akrobatik gelang es mir, die beeindruckenden Statuen und die wunderschöne Architektur des Brunnens einzufangen.
Kein Wasser? Egal. Der Trevi-Brunnen hatte trotzdem seinen Charme. Und mit oder ohne sprudelnde Wassermassen – wir hatten unseren Moment an diesem legendären Ort.
Der Trevi-Brunnen – Roms barockes Meisterwerk und Münzmagnet
Es gibt viele beeindruckende Brunnen auf der Welt – aber keiner strahlt so viel Pracht, Romantik und Geschichte aus wie der Trevi-Brunnen in Rom. Mit einer Höhe von 26 Metern und einer Breite von 49 Metern ist er nicht nur der größte Brunnen Roms, sondern auch einer der berühmtesten weltweit. Jährlich zieht er Millionen Besucher an, die nicht nur seine imposante Architektur bestaunen, sondern auch einer alten Tradition folgen: Münzen werfen, um die Rückkehr nach Rom zu sichern.
Ein Brunnen mit Geschichte – und einer langen Bauzeit
Der Bau des Brunnens begann 1732 unter Papst Clemens XII., doch wie so oft in Rom zog sich das Projekt hin. Der ursprüngliche Architekt, Nicola Salvi, starb vor der Fertigstellung, sodass Giuseppe Pannini das Meisterwerk erst 1762 unter Papst Clemens XIII. vollendete. Trevi leitet sich vermutlich vom lateinischen „trivium“ ab – „Drei Wege“ – da sich hier einst drei Straßen kreuzten. Der Trevi-Brunnen wird vom antiken Aqua-Virgo-Aquädukt gespeist, einer Wasserleitung, die bereits 19 v. Chr.gebaut wurde und bis heute zuverlässig frisches Wasser aus 20 Kilometern Entfernung nach Rom leitet.
Neptun, das Meer und eine faszinierende Symbolik
Im Zentrum des Brunnens thront Neptun, der römische Gott des Meeres, auf einem von zwei Tritonen gezogenen Wagen. Diese beiden mythologischen Figuren stehen für die zwei Gesichter des Meeres: das ruhige und das wilde. Links und rechts flankieren den Gott der Meere allegorische Figuren, die Gesundheit und Fruchtbarkeit symbolisieren. Barocke Pracht, wohin das Auge reicht.
Die berühmte Münztradition – Mythos und Millionen
Kaum ein anderer Ort ist mit so vielen Münzwünschen verbunden wie der Trevi-Brunnen. Die Legende besagt, dass:
- eine geworfene Münze die Rückkehr nach Rom sichert,
- zwei Münzen eine neue Liebe versprechen,
- drei Münzen entweder zur Hochzeit oder zur Scheidung führen.
Ob Aberglaube oder nicht – es funktioniert. Jedes Jahr landen rund 1,5 Millionen Euro im Brunnen! Das gesammelte Geld wird regelmäßig eingesammelt und für wohltätige Zwecke gespendet – eine schöne Tradition mit echtem Nutzen.
Hollywood-Magie: „La Dolce Vita“ und das unsterbliche Bild
Neben seiner barocken Schönheit ist der Trevi-Brunnen auch durch das Kino weltberühmt geworden. Besonders unvergesslich ist die Szene aus Federico Fellinis „La Dolce Vita“ (1960), in der Anita Ekberg in ihrem schwarzen Kleid verführerisch durch das Wasser watet. Diese ikonische Szene hat den Brunnen endgültig als Symbol für Romantik und das süße Leben etabliert.
Glanz und Glamour – Die große Restaurierung
So viel Bewunderung bringt natürlich auch Abnutzung mit sich. 2015 finanzierte die italienische Modemarke Fendi eine aufwendige Restaurierung, die satte 2 Millionen Euro kostete. 17 Monate lang wurde der Brunnen gereinigt und restauriert, sodass er heute in seiner vollen barocken Pracht erstrahlt.
Mehr als nur ein Brunnen – Ein barockes Gesamtkunstwerk
Der Trevi-Brunnen ist nicht nur ein beeindruckendes Kunstwerk, sondern auch ein technisches Meisterwerk. Unter der Oberfläche versteckt sich ein komplexes System aus Pumpen und Wasserleitungen, das den perfekten Wasserfluss sicherstellt.
Doch vor allem ist der Trevi-Brunnen ein magischer Ort, an dem Kunst, Geschichte und Romantik aufeinandertreffen. Ob man sich von seiner barocken Schönheit verzaubern lässt, eine Münze wirft oder einfach nur das Rauschen des Wassers genießt – ein Besuch am Trevi-Brunnen ist ein unvergessliches Erlebnis.
Rock ‘n’ Roll in Rom – Unsere Hard Rock Café Tradition
Nach dem kleinen Überraschungsmoment am Trevi-Brunnen war es Zeit für einen unserer festen Reise-Rituale: ein Besuch im Hard Rock Café.
Dieses Mal stand die Filiale in Rom auf dem Programm – und natürlich hatten wir eine klare Mission. Drumsticks für Nadine und Oli, eine Sammlergitarre für unsere eigene Kollektion.
Seit Jahren sammeln wir diese besonderen Erinnerungsstücke, und jedes Hard Rock Café, das wir besuchen, bringt ein Stück der Welt mit in unser Zuhause. Die Drumsticks sind Nadines große Leidenschaft, und Oli teilt diese Begeisterung – es ist mittlerweile fast schon ein unausgesprochenes Gesetz, dass wir auf Reisen mindestens ein Paar mitbringen.
Die Gitarren hingegen sind unser persönliches Heiligtum. Jede einzelne ist einzigartig für die Stadt entworfen und erzählt eine Geschichte über den Ort, den wir besucht haben. Los Angeles, Paris, Amsterdam, nun auch Rom – jede Gitarre trägt den Geist einer anderen Stadt. Und genau deshalb lieben wir es, unsere kleine Vitrine zuhause mit diesen besonderen Erinnerungsstücken zu füllen.
Jedes Souvenir ist mehr als nur ein Gegenstand – es ist eine Geschichte. Kaum durch die Tür, tauchten wir sofort in die unverwechselbare Atmosphäre ein.
Gitarren an den Wänden, Bühnenoutfits legendärer Musiker hinter Glas, Rock-Klassiker aus den Lautsprechern –dieser Ort fühlt sich auf eine seltsame Weise überall auf der Welt vertraut an und ist doch immer ein bisschen anders.
Während wir durch die gläsernen Vitrinen schlenderten, in denen Kostüme, goldene Schallplatten und signierte E-Gitarren ausgestellt waren, hatten wir nur ein Ziel vor Augen: den Souvenirshop.
Und da war sie – unsere Sammlergitarre aus Rom – die musste mit. Doch das war nicht der einzige unerwartete Fund des Tages. Ein T-Shirt-Angebot: Drei Shirts für 75 Euro. Zufall? Oder einfach Schicksal?
Hard Rock Café-Shirts sind für uns mittlerweile eine Art Reisezertifikat. Egal ob Los Angeles, Paris oder jetzt Rom – jedes einzelne erzählt eine Geschichte, hat einen eigenen Charakter und verbindet uns mit den Orten, die wir bereist haben.
Und so verließen wir das Hard Rock Café Rom mit vollen Taschen, neuen Erinnerungen und der Vorfreude, unsere Sammlung um ein weiteres Stück Weltgeschichte zu erweitern.
Mit unseren neuen Schätzen sicher verstaut – Drumsticks für Nadine und Oli fest in der Tasche, die Sammlergitarre gut verpackt – verließen wir das Hard Rock Café, beladen mit Erinnerungen und der leisen Vorfreude, unsere Sammlung zu Hause um ein weiteres Stück Welt zu erweitern. Doch eines fehlte noch: Essen.
Nach einem ganzen Tag zwischen antiken Ruinen, spontanen Umwegen und Shopping-Abenteuern hatten wir jetzt genau eine Mission: ein gemütliches Restaurant finden und uns durch die italienische Küche schlemmen. Und wie es der Zufall wollte, entdeckten wir in einer kleinen Seitenstraße eine vielversprechende Trattoria: „La Fontanella Sistina“ – charmante Atmosphäre, einladende Tische mit karierten Tischdecken und dazu der verführerische Duft frisch zubereiteter Pasta.

Perfekt! dachten wir – bis wir uns setzten. Denn diese idyllische Seitenstraße entpuppte sich in Wahrheit als strategisch ungünstig platzierter Außenbereich mit direktem Blick (und Gehör) auf eine vielbefahrene Kreuzung. Und so wurde unser Dinner unterm römischen Himmel von einem ganz besonderen Soundtrack begleitet: Sirenen. Polizei, Krankenwagen, Hupkonzerte – das volle Programm.
Alle paar Minuten heulte irgendwo eine Sirene auf, ein Rollerfahrer schlängelte sich hupend durch den Verkehr, und wir wurden live Zeugen römischer Verkehrsdramen, die sich in rasantem Wortwechsel zwischen Autofahrern und Fußgängern entluden. Authentischer hätte es nicht sein können.
Doch was soll’s? Uns konnte das nicht die Laune verderben. Wir lachten darüber, machten das Beste draus und widmeten uns dem, was wirklich zählte: dem Essen. Der Kellner brachte uns einen Korb frisch gebackenes Brot und eine Flasche Olivenöl, das allein schon ein kleines Gedicht war. Italien kann halt Olivenöl – Punkt.
Stefan bestellte Spaghetti – klassisch, simpel, aber genau deshalb perfekt. Eine einfache, aber unglaublich aromatische Tomatensauce, die so intensiv nach Italien schmeckte, dass man sich unweigerlich fragte, warum sie überall sonst auf der Welt nicht so hinzubekommen ist.
Ich hingegen konnte der Lasagne nicht widerstehen. Und was für eine Lasagne das war! Perfekt al dente gegarter Nudelteig, geschichtet mit einer würzigen Fleischsauce, die genau die richtige Balance aus Fruchtigkeit, Würze und einem Hauch von Rotwein hatte. Dazu eine cremige Béchamel, die alles zusammenhielt, und eine goldbraune Kruste, die beim ersten Bissen leise knackte. Kurz gesagt: Himmlisch.

Und während draußen die Sirenen weiter ihre Melodie spielten, saßen wir da, genossen unser Essen und mussten einmal mehr feststellen: Rom ist laut, chaotisch, unberechenbar – und genau deshalb einfach unvergleichlich.
Eigentlich hätte der Tag perfekt enden können. Ein gutes Essen, ein Spaziergang durch Rom, ein paar letzte Eindrücke der Ewigen Stadt. Doch dann kam uns eine spontane Idee: Warum nicht das Kolosseum noch einmal bei Nacht besuchen? Wir hatten es bereits am Tag gesehen, monumental und imposant, doch wir hatten gehört, dass es nach Einbruch der Dunkelheit eine ganz besondere Magie entfalten sollte. Also machten wir uns satt und zufrieden auf den Weg, sprangen in die U-Bahn und fuhren zum Kolosseum.
Kaum aus der Station getreten, wurden wir sofort von einer Welle aus Licht, Stimmengewirr und Musik empfangen. Statt einer stillen, mystischen Atmosphäre fanden wir uns mitten in einer riesigen Straßenparty wieder. Überall waren Menschen, Straßenhändler schossen blinkende Spielzeuge in die Luft, und Sänger gaben mit voller Leidenschaft Italo-Hits zum Besten – und das Erstaunliche daran? Sie waren richtig gut. Das Kolosseum selbst strahlte im warmen Licht, seine massiven Mauern warfen lange Schatten, die Bögen wirkten fast lebendig. Und mitten in diesem spektakulären Szenario feierten die Menschen, als sei der Platz vor dem antiken Amphitheater die natürlichste Bühne für das pulsierende Nachtleben Roms.
Zunächst waren wir etwas überrascht – hatten wir doch mit einem ruhigen, fast ehrfürchtigen Moment gerechnet. Doch nach ein paar Minuten wurde uns klar, dass es genau diese Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart ist, die Rom so einzigartig macht. Während wir durch die Menschenmenge schlenderten, wurde das laute Treiben um uns herum zu einem Teil der Kulisse. Vor dem Kolosseum, diesem Zeugnis uralter Geschichte, spielte sich das moderne, lebendige Rom ab – fröhlich, laut, ungezwungen.
Nach einer Weile verabschiedeten wir uns von den Sängern, die inzwischen „Volare“ schmetterten, und von den blinkenden Spielzeugen, die über unseren Köpfen kreisten. Jetzt hieß es nur noch: zurück zum Campingplatz. Klingt einfach? Nicht in Rom. Die erste Herausforderung bestand darin, den richtigen Bus zu finden – eine Aufgabe, die hier mehr mit Glück als mit Logik zu tun hat. Fahrpläne sind bestenfalls vage Empfehlungen, und Haltestellen tauchen gerne mal an anderen Orten auf, als man sie in Erinnerung hatte. Als unser Bus endlich kam, quetschten wir uns hinein und wurden sofort zu menschlichen Sardinen, ehe wir an der nächsten Haltestelle in die Straßenbahn umsteigen mussten.
Doch damit war die Heimreise noch nicht vorbei. Wir hatten noch eine letzte Busfahrt vor uns, was sich um diese Uhrzeit fast wie eine Weltreise anfühlte. Irgendwann, müde, aber glücklich, erreichten wir schließlich den Campingplatz und ließen den Tag Revue passieren – das Sirenengewitter beim Abendessen, unsere Hard Rock Café Mission, das unerwartet trockene Trevi-Brunnen-Foto, die Straßenparty vorm Kolosseum und unser epischer Kampf mit dem römischen Nahverkehr.
Was für ein Tag. Was für ein Rom. Und genau deshalb lieben wir das Reisen – weil man am Morgen nie weiß, welche Geschichte man am Abend erzählen wird.

Dann begann unsere „große Heimreise“ – also, gefühlt war es das zumindest. Zuerst mussten wir den richtigen Bus erwischen, was in Rom manchmal wie eine kleine Wissenschaft wirkt. Als der Bus dann endlich kam und wir uns hineinquetschten, ging das Abenteuer weiter: Straßenbahn. Natürlich dauerte es etwas, bis wir die richtige Haltestelle gefunden hatten, und dann kam die nächste Herausforderung – sich im Abendverkehr in eine Straßenbahn zu drängeln. Schließlich, als wir dachten, wir wären fast da, kam noch ein letzter Bus. So wurde der Rückweg zu einer regelrechten kleinen Weltreise.
Müde, aber glücklich, schafften wir es schließlich zurück zum Campingplatz. Wir ließen den Tag Revue passieren – vom Sirenengewitter beim Abendessen bis zum magischen Moment vor dem erleuchteten Kolosseum. Was für ein Tag!