414 Stufen rauf, Stefan mit Espresso unten – und am Abend der Münzgrill
Heute war alles anders. Keine durchgetaktete Planung, keine Liste mit Sehenswürdigkeiten, die wir strikt abhaken mussten, keine Ticketuhren, auf die man schielt, und kein Gefühl, die Stadt wie einen Auftrag zu erledigen. Stattdessen genau das, was Florenz verdient und was man sich selbst zu selten gönnt: einfach treiben lassen. Schauen, was passiert. Die Stadt auf uns wirken lassen, anstatt ihr einen Zeitplan aufzuzwingen.
Und wie startet man einen solchen freien, ungezwungenen Tag? Natürlich mit einem ordentlichen Frühstück. Das Restaurant des Campingplatzes begrüßte uns mit frisch gebackenen Croissants, die noch warm und buttrig auf den Tellern lagen, und einem starken italienischen Kaffee, der selbst die letzten Spuren der morgendlichen Müdigkeit in die Flucht schlug. Mit dieser perfekten Mischung aus Koffein und guter Laune machten wir uns auf den Weg – ohne Eile, ohne Agenda, bereit für alles, was Florenz für uns bereit hielt. Der Shuttlebus rollte pünktlich an, wie schon am Vortag. Einsteigen, zurücklehnen, Florenz entgegenfahren. So muss Urlaub.

Der erste Halt des Tages? Natürlich der Dom. Als hätte uns irgendjemand dorthin gezogen – eine magnetische Anziehungskraft, der man nicht widerstehen kann, egal wie oft man ihn schon gesehen hat. Und heute wartete eine neue Herausforderung: der Campanile di Giotto, der elegante Glockenturm, der seit dem 14. Jahrhundert neben der Kuppel steht und dabei so selbstbewusst wirkt, als wüsste er ganz genau, dass er mindestens genauso schön ist.
Zum Glück war unser Brunelleschi-Pass noch gültig – eine kleine, aber nicht unerhebliche Erleichterung, denn ein weiteres Ticket hätte unser Reisebudget um genau eine Kugel Gelato geschmälert, und das konnte wirklich niemand wollen. Stefan hingegen hatte andere Pläne: Nach seinem gestrigen Treppenmarathon auf die Domkuppel – 463 Stufen, Vasaris Höllenvisionen, die enge Passage zwischen den Kuppelschalen – befand er sich in dem vollkommen verständlichen Zustand eines Mannes, der heute von einer Treppe nichts mehr wissen will. Er entschied sich für eine Alternative, die er mit beneidenswerter Selbstsicherheit als die klügere Entscheidung verteidigte: einen Espresso in der Sonne, mit bester Aussicht auf das Treiben auf der Piazza. Man muss Prioritäten setzen. Stefan ist da konsequent.
Ich dagegen machte mich auf den Weg.
Wenn es ein Bauwerk gibt, das neben der Santa Maria del Fiore in Florenz heraussticht, ohne ihr die Show zu stehlen, dann ist es der Campanile di Giotto – filigraner, fast majestätischer Glockenturm, 84,7 Meter hoch, ein gotisches Meisterwerk, benannt nach Giotto di Bondone, der den Bau 1334 begann und leider drei Jahre später starb, ohne sein Werk vollenden zu können. Seine Nachfolger, Andrea Pisano und Francesco Talenti, setzten das Bauvorhaben fort, und 1359 wurde der Turm fertiggestellt. Die farbige Marmorverkleidung in Weiß, Grün und Rot – typisch florentinisch – verleiht ihm sein charakteristisches, kunstvolles Erscheinungsbild, das im Sonnenlicht leuchtet, als wäre es frisch poliert.
414 Stufen trennen den Boden von der Aussichtsplattform. Kein Aufzug, kein Kompromiss, keine Erbarmen. Aber anders als beim Aufstieg auf die Domkuppel sind die Gänge hier offener, die Luft frischer, und man wird auf dem Weg nach oben durch mehrere Plattformen mit zunehmend atemberaubendem Ausblick belohnt, die einem erlauben, kurz innezuhalten und so zu tun, als würde man die Architektur bewundern – anstatt heimlich auf die Kraft in den Beinen zu warten.
Ich stieg also. Die ersten Abschnitte waren noch angenehm, die Stufen breit genug, das Licht fiel durch kleine Fenster und tauchte die steinernen Wände in ein warmes Leuchten. Mit jedem Stockwerk veränderte sich der Blick über die Stadt – die Dächer rückten immer weiter nach unten, der Dom wuchs in einer Weise in der Breite, die man von der Straße nie ahnt. An den Zwischenplattformen legte ich kleine Pausen ein – offiziell nur, um den Ausblick zu genießen, inoffiziell auch, um die brennenden Oberschenkel zu beruhigen, die gestern auf die Kuppel gingen und heute offensichtlich der Meinung waren, dass sie ihren Beitrag bereits geleistet hatten.
Und dann, ganz oben: Florenz zu Füßen, in seiner vollen Renaissance-Pracht. Direkt vor mir die mächtige Kuppel des Doms – aus dieser Perspektive noch beeindruckender als von der Straße, weil man sie auf Augenhöhe sieht, als würde man einem alten Bekannten in die Augen schauen. Dahinter die verwinkelten Straßen der Altstadt, der Arno als silbernes Band, und in der Ferne die sanften Hügel der Toskana, die in der Morgensonne leuchteten. Der Aufstieg ist jedes Mal wieder ein kleines Versprechen: Du gibst deine Beinkraft, die Stadt gibt dir alles zurück.
Nach unzähligen Fotos trat ich den Abstieg an – und fand Stefan unten genau so vor, wie ich ihn verlassen hatte. Tiefenentspannt, Espressotasse in der Hand, ein zufriedenes Lächeln im Gesicht, das unmissverständlich sagte: Ich hatte recht. „Na, wie war’s da oben?“ fragte er grinsend. „Ein bisschen wie ein Hochleistungstraining – aber mit verdammt guter Aussicht.“ Er nickte anerkennend. Das war sein Trost für meine brennenden Oberschenkel.

Dom oder Glockenturm – Was lohnt sich mehr?
Gut, klären wir das mal: Du stehst in Florenz vor dem gewaltigen Dom und fragst dich, ob du Brunelleschis Kuppel oder Giottos Glockenturm erklimmen sollst? Kein Problem, ich hab beides gemacht (weil ich es wissen wollte) und kann dir sagen: Es kommt darauf an, was du erleben willst.
Die Kuppel: „Wow, ich bin WIRKLICH hier drin!“
Den Dom zu besteigen ist nicht einfach nur Treppensteigen – es ist eine Reise durch die Eingeweide eines Meisterwerks. Du wanderst durch enge Gänge, kletterst zwischen den inneren und äußeren Schalen der Kuppel hindurch und fragst dich irgendwann unweigerlich: „Wie zum Teufel haben die das im 15. Jahrhundert gebaut?“
Das Highlight? Vasaris Fresken des Jüngsten Gerichts. Und die sind nicht nur wunderschön, sondern auch unfassbar dramatisch – unten winden sich die Verdammten in höllischem Elend, während Engel darüber schweben und keinerlei Anzeichen von Mitgefühl zeigen. Ein Kunstwerk mit maximaler Emotionalität.
Der letzte Teil des Aufstiegs? Steil. Eng. Nichts für Klaustrophobiker. Aber sobald du oben bist, vergisst du die brennenden Oberschenkel. Der Blick über Florenz ist schlicht atemberaubend: rote Dächer, sanfte Hügel, der Arno, der sich durch die Stadt schlängelt – und du stehst wortwörtlich auf der Stadtkrone.
Perfekt für:
✅ Geschichts-Fans, die Brunelleschis Genie hautnah erleben wollen
✅ Alle, die sich durch enge Treppen nicht abschrecken lassen
✅ Jeden, der den besten Panorama-Blick auf Florenz sucht
Nicht ideal für:
❌ Klaustrophobiker (einige Gänge sind sehr eng)
❌ Leute mit wenig Zeit – die Tour dauert ihre Weile
Der Glockenturm: „Ich will den besten Blick auf die Kuppel!“
Falls dein Ziel ist, das perfekte Foto von der Domkuppel selbst zu schießen, ist Giottos Glockenturm (Campanile)die bessere Wahl. Von hier aus bekommst du die ultimative Postkartenansicht, mit der Kuppel in all ihrer terrakottafarbenen Pracht.
Die 414 Stufen (kein Aufzug – sorry!) sind definitiv ein Workout, aber angenehmer als der Kuppelaufstieg. Es gibt immer wieder kleine Plattformen, auf denen du durchatmen und so tun kannst, als würdest du nur die Architektur bewundern, während du eigentlich einfach nur versuchst, dein Leben neu zu bewerten.
Was den Campanile besonders macht? Er ist komplett offen – kein stickiger, enger Tunnel, sondern frische Luft und freier Blick. Und weil du oben nicht durchgeschoben wirst wie in der Kuppel, kannst du das Panorama in aller Ruhe genießen.
Perfekt für:
✅ Fotografen, die DAS klassische Florenz-Bild wollen
✅ Alle, die enge Räume lieber meiden
✅ Leute, die einen großartigen Ausblick ohne extreme Anstrengung suchen
Nicht ideal für:
❌ Wer den höchsten Punkt der Stadt erklimmen will (die Kuppel gewinnt)
❌ Wer das „Ich-bin-mitten-im-Dom“-Gefühl erleben will
Also, was sollst du machen?
Wenn du Zeit (und Energie) hast: MACH BEIDES. Die Erlebnisse sind völlig unterschiedlich, und du wirst es nicht bereuen.
Musst du dich entscheiden?
👉 Fürs ikonischste Erlebnis – nimm die Kuppel.
👉 Für den besten Blick auf die Kuppel – nimm den Glockenturm.
Ach ja, buch deine Tickets vorher! Nichts killt die Vorfreude so zuverlässig wie eine endlose Schlange voller Menschen, die dasselbe Ziel haben. Ich spreche aus Erfahrung.
Jetzt schnapp dir bequeme Schuhe, mach dich bereit für den Aufstieg und belohn dich danach mit (sehr viel) Gelato. Hast du dir verdient.
Und ja – das hier ist keine Werbeanzeige, sondern meine ganz persönliche Empfehlung. Wenn du in Florenz bist: Tu dir den Ausblick an. Er ist es wert.
Liebe Grüße
Gabi, die immer noch Muskelkater vom Aufstieg hat
Dann: planloser Spaziergang durch Florenz. Das Schönste, was man in dieser Stadt tun kann, und gleichzeitig das Schwierigste für Menschen, die normalerweise mit einer Liste unterwegs sind. Wir hatten keine. Wir hatten uns stillschweigend darauf geeinigt, einfach zu gehen, wohin die Straße führte, stehenzubleiben, wenn etwas Schönes auftauchte – und es tauchte ständig etwas Schönes auf.
Florenz ist eine dieser Städte, die man niemals vollständig gesehen hat, egal wie oft man schon dort war. Hinter jeder Ecke eine neue Fassade. Ein Palazzo, dessen Geschichte sich in seiner verwitterten Marmorfassade ablesen lässt. Eine schmale Gasse, am Ende ein Brunnen, am Brunnen Tauben, neben den Tauben ein älterer Herr, der sie füttert, als hätte er alle Zeit der Welt und vorhätte, das noch lange so fortzusetzen. Und überall dieser Geruch nach Espresso, frischem Brot, warmem Stein – der spezifische Florenz-Geruch, den es nirgendwo sonst gibt.

Die Piazza della Signoria empfing uns mit ihrem gewohnten Schauspiel: Touristen, Tauben, Pferdekutschen, und mittendrin die Loggia dei Lanzi mit ihren Skulpturen unter offenem Himmel. Der Perseus mit dem Haupt der Medusa von Cellini stand da mit dieser vollkommenen Nonchalance eines Mannes, der gerade etwas Dramatisches vollbracht hat und sich dabei nicht einmal die Haare in Unordnung gebracht hat. Daneben die Kopie von Michelangelos David, die sich seit dem 19. Jahrhundert auf der Piazza behauptet und dabei den Blicken von mehreren Millionen Touristen pro Jahr standhält, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken – was schon deshalb bemerkenswert ist, weil er keine Wimpern hat.
Der Palazzo Vecchio überragte das Ganze mit seinem charakteristischen Zinnenturm, diesem mittelalterlichen Selbstbewusstsein in Stein – ein Bau, der nie vergessen hat, dass er einmal die Machtfestung der Medici war und der diese Tatsache bis heute mit einer gewissen Würde trägt.
Wir schlenderten weiter, bogen links ab, dann rechts, folgten einem Menschenstrom, der uns zu den Uffizien führte – dem Museum, das Botticellis „Geburt der Venus“ und Leonardos Meisterwerke beherbergt und das von außen von einer Schlange umringt war, die die Frage aufwarf, ob die Menschen dahinter noch heute hineinkommen würden. Wir reihten uns nicht ein. Wir bewunderten die Fassade, machten ein paar Fotos, und zogen weiter in der stillen Überzeugung, dass Kunst manchmal genauso schön von außen betrachtet wird wie von innen.
Die Chiesa di Dante – Dantes Taufkirche, die freundlicherweise auch auf Deutsch ausgeschildert war, was uns kurz aus dem Florentiner Mittelalter ins Schwäbische katapultierte – zog uns wegen der bunten Liebesschlösser an ihrer Fassade an. Hier hingen sie zu Hunderten, rot, grün, gold, mit Namen und Daten und kleinen Botschaften, die zeigten, dass Florenz die Idee des öffentlichen Liebesbekenntnisses genauso enthusiastisch angenommen hat wie Venedig und Paris. Romantik ist eben international.
Der Palazzo Pitti empfing uns mit seiner gewaltigen Sandsteinfassade, die so groß ist, dass man beim Anblick kurz überlegt, wie viele Menschen gleichzeitig darin wohnen konnten – und die Antwort ist: viele Medici, mit entsprechendem Raumbedarf. Statt ins Innere zu gehen, zog es uns in eine kleine Trattoria ganz in der Nähe, weil ein ordentliches toskanisches Mittagessen in einer solchen Stadt nun mal Pflicht ist und man das nicht einfach übergehen kann. Frisch, simpel, unvergesslich – so wie gutes Essen in Italien immer ist, wenn man nicht in eine Touristenfalle geraten ist.

Mit vollen Bäuchen landeten wir auf der Piazza della Repubblica, einem Platz voller Leben und Musik und dem bunten Karussell, das dort seit Jahren steht und die leicht surreale Atmosphäre eines Rummelplatzes mitten in einer Renaissance-Kulisse verbreitet. Straßenmusiker, Künstler, Menschen, die einfach saßen und die Sonne genossen – Florenz an einem gewöhnlichen Wochentag, und trotzdem das Gegenteil von gewöhnlich.
Unser letzter Stopp: die Piazza Santa Croce und die prachtige Basilika mit ihrer strahlend weißen Neugotik-Fassade, die im späten Oktobernachmittagslicht leuchtete. Wir setzten uns auf eine Bank, lehnten uns zurück und ließen einfach den Tag ausklingen. Kein nächstes Ziel, keine nächste Sehenswürdigkeit. Nur dieser Moment auf diesem Platz in dieser Stadt.
Das war genug. Mehr als genug.

Gegen 17 Uhr machten wir uns langsam auf den Rückweg – entspannt, zufrieden, mit dem Gefühl, Florenz an diesem Tag nicht abgearbeitet, sondern wirklich erlebt zu haben. Doch bevor der Abend endgültig ausklang, gab es noch eine Mission: ein Abendessen im Freien, italienischer Stil. Der Supermarkt auf dem Campingplatzgelände lieferte alles, was man dafür braucht: frisch gebackenes Ciabatta, eine Flasche toskanischen Wein, und ein T-Bone-Steak, das Stefan mit dem Blick eines Mannes ins Einkaufsnetz legte, der bereits weiß, wie er es zubereiten wird.
Die Rollenverteilung war klar: Stefan – der Grillmeister. Ich – die Tischchefin. Wir packten den Grill aus und bemerkten dabei, dass seltsamerweise niemand auf dem gesamten Campingplatz grillte. Keine rauchenden Geräte, kein verführerischer Duft in der Abendluft, keine Mitcamper in Grillschürzen. Das war ungewöhnlich, und ich bin ein Mensch, der solche Dinge bemerkt. Also zur Rezeption.
Die freundliche Dame dort klärte mich mit einem Lächeln auf, das eine Mischung aus Mitgefühl und der Routine von jemandem war, der das täglich erklärt: Eigene Grills waren auf dem Gelände verboten. „Aber!“ – und hier leuchteten ihre Augen auf, als hätte sie die Lösung aller Probleme parat – „es gibt einen Münzgrill am Gemeinschaftsgrillplatz!“
Ich ging mit dieser Information zu Stefan zurück. Er sah mich an. Ich sah ihn an. Es folgte eine kurze, aber vollständige Schweige-Kommunikation, in der alle relevanten Gefühle ausgetauscht wurden – Überraschung, leichte Empörung, die stille Akzeptanz der Unvermeidlichkeit –, und dann schulterte er das Steak, ich die Münzen, und wir marschierten zum Gemeinschaftsgrillplatz wie zwei Menschen, die eine Mission haben, die sie nicht selbst ausgesucht hätten.

Das Prinzip des Münzgrills ist erfrischend simpel und leicht befremdlich: Münze einwerfen. Vorheizen. Fleisch drauflegen. Nicht zu lange darüber nachdenken, dass man sein T-Bone-Steak einem Automaten anvertraut. Die Bedienung läuft nach einem Countdown, der um Punkt 15 Minuten den Grill kalt werden lässt – was bedeutet, dass man mit der Gabel in der Hand auf die Uhr schaut wie beim Kochen eines Drei-Minuten-Eis, nur dramatischer und mit mehr Einsatz.
Das Ergebnis war – und das war die eigentliche Überraschung des Abends – ausgezeichnet. Saftig, würzig, auf den Punkt. Stefan nahm den ersten Bissen mit dem Gesicht von jemandem, der innerlich zugeben muss, dass er falsch lag, es aber nicht zu laut sagen will – und nickte dann anerkennend. „Schmeckt.“ Ich musste lachen. Das sagte alles.
Wir trugen unsere Beute zurück an den Campingtisch, öffneten die Weinflasche, stießen an und sprachen über den Tag, der alles gehabt hatte, was ein guter Florenz-Tag haben sollte: Giottos Campanile und Stefans Espresso. Die David-Kopie auf der Piazza. Perseus mit dem Medusenhaupt. Die Liebesschlösser an Dantes Kirche. Das bunte Karussell auf der Piazza della Repubblica. Und am Ende: ein Münzgrill, der besser war als erwartet und eine Geschichte lieferte, die wir noch lange erzählen werden.
Morgen geht es nach Rom. Aber erst mal: noch ein Schluck toskanischen Wein, das Abendlicht über dem Campingplatz, und das stille, tiefe Zufriedenheitsgefühl von Menschen, die heute genau das Richtige getan haben.
Buona notte, Florenz. Du hast uns wieder vollständig erwischt.
Die besten Restaurants in Florenz, die Einheimische wirklich lieben
Florenz ist vollgepackt mit Restaurants, die sich als „authentisch“ bezeichnen, aber mal ehrlich – viele davon sind nichts weiter als überteuerte Touristenfallen mit aufgewärmter Pasta. Wer wirklich essen will wie ein echter Florentiner, muss wissen, wo die Einheimischen hingehen. Wenn du also keine Lust auf laminierte Speisekarten hast und die echten Aromen von Florenz probieren willst, dann ab in diese Lokale:
Trattoria Sergio Gozzi – Die unscheinbare Legende
Wer hier einfach vorbeiläuft, verpasst etwas Großes. Direkt hinter San Lorenzo versteckt sich ein unspektakuläres Lokal mit einer spektakulären Geschichte: Seit 1915 wird hier bodenständige, hausgemachte toskanische Küche serviert.
Was du probieren musst: Die Ribollita (toskanische Brotsuppe) verändert Leben, und das Peposo (in Rotwein und Pfeffer langsam geschmortes Rindfleisch) schmeckt, als hätte es die letzten paar Jahrhunderte im Topf verbracht.
Achtung: Nur mittags geöffnet, immer voll – also entweder früh kommen oder Wartezeit einplanen.
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Trattoria Sostanza – Das Butterhähnchen, nach dem nichts mehr gleich ist
Wenn du in Florenz nur ein einziges Gericht essen kannst, dann bitte hier das Pollo al Burro. Klingt banal – ist es aber nicht.
Das Hähnchen wird in absurden Mengen Butter in einer höllisch heißen Pfanne gebraten, bis es außen knusprig, innen zart und einfach perfekt ist. Das Rezept ist seit 1869 unverändert – und ich hoffe inständig, dass das so bleibt.
Was du probieren musst: Ganz klar, das Butterhähnchen.
Es gibt gemeinschaftliche Tische, also stell dich darauf ein, deinen Platz mit Fremden zu teilen.
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Osteria Vini e Vecchi Sapori – Das Lokal, das Touristen hasst
(außer, du isst wie ein Einheimischer)
Hier steht am Eingang unmissverständlich: „Keine Pizza, kein Cappuccino, kein Eis.“ Übersetzung: Wir kochen, worauf wir Lust haben, und wenn dir das nicht passt – Pech gehabt.
Genau das macht den Laden so großartig. Die Speisekarte wechselt täglich, weil nur das serviert wird, was frisch auf dem Markt zu haben ist.
Wenn es Pici Cacio e Pepe gibt (handgerollte Pasta mit Pecorino und Pfeffer), dann bestellen, ohne nachzudenken. Ebenfalls unschlagbar: Pappardelle mit Wildschweinragout.
Reservieren ist Pflicht – das Lokal ist winzig und selbst in der Nebensaison voll.
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Trippaio del Porcellino – DER Streetfood-Stand
Jetzt wird’s ernst: Lampredotto. Florenz’ legendärstes Streetfood, nichts für Zartbesaitete. Es besteht aus dem vierten Magen einer Kuh (ja, bleib dran), wird stundenlang in einer geheimen Brühe gekocht und landet mit einer scharfen grünen Soße in einem knusprigen Brötchen. Rustikal, saftig, intensiv – das ist Florenz zum Reinbeißen.
Was du probieren musst: Das Lampredotto-Sandwich, am besten mit extra viel Soße. Mutprobe: Bestell es „bagnato“ – dann wird das Brötchen vorher nochmal in die heiße Brühe getunkt.
Alla Vecchia Bettola – Die Pasta, die eine Legende wurde
Hier gibt es keine Deko, keine Schnörkel, nur volles Haus, laute Gespräche und pures Essen.
Das berühmteste Gericht? Penne alla Vecchia Bettola – eine scharfe Pasta mit Wodka-Tomatensoße, so gut, dass halb Florenz versucht, sie zu kopieren. Aber nirgends schmeckt sie wie hier.
Was du probieren musst: Penne alla Vecchia Bettola, keine Frage. Und wenn du noch Platz hast, die Bistecca alla Fiorentina.
Keine Reservierungen – also entweder früh da sein oder Wartezeit einplanen.
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Da Ruggero – Das Gefühl, in Omas toskanischer Küche zu sitzen
Etwas außerhalb des Stadtzentrums, aber genau deshalb eine echte Perle. Hier gibt’s ehrliches Florentiner Essen, ohne Schnickschnack, ohne Touristenmassen. Nur Einheimische, die seit Jahrzehnten hierherkommen.
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Leider habe ich noch nicht jedes dieser Restaurants persönlich getestet – aber sie stehen ganz oben auf meiner kulinarischen To-do-Liste für den nächsten Florenz-Besuch. Wenn du also schneller bist als ich, lass mir gern einen Tipp da. Und vergiss nicht: In Florenz isst man nicht einfach nur – man genießt.
Buon appetito und liebe Grüße, deine Gabi


























