(2024) Toskana, Ligurien und ein Camper auf Jungfernfahrt – eine Woche Bella Italia zu zweit
März 2024. Der Ducato steht seit Dezember vor der Tür. Frisch gekauft, liebevoll aufgerüstet, mit neuen Reifen, einem Soundsystem das auch ein Open-Air-Konzert beschallen könnte, und einem Vorrat an Campingzubehör, der jeden Ikea-Einrichtungsberater stolz machen würde. Alles wartet. Der Camper wartet. Wir warten.
Dann, an einem Sonntag im März, ist es endlich so weit.
Stefan und ich – nur wir zwei, kein Familien-Tross, kein Enkelkinder-Programm, keine Kompromisse beim Reiseziel – rollen einfach los. Richtung Süden. Richtung Italien. Richtung der Frage, ob dieser Camper wirklich so gut ist wie wir uns das die letzten drei Monate eingeredet haben.
Er ist es. Aber der Reihe nach.
In einer Woche haben wir Florenz im Regen geliebt, einen schiefen Turm fotografiert, fünf Dörfer an einer Steilküste erklommen – und dabei mehr Treppen gezählt als medizinisch empfehlenswert. Wir haben einen Mailänder Dom angestarrt wie zwei Touristen, die zum ersten Mal begreifen, was 600 Jahre Bauzeit bedeuten. Wir haben im Hard Rock Café in Innsbruck einen grünen Donut-Burger gegessen und dabei sehr ernsthaft so getan, als wäre das eine bewusste kulinarische Entscheidung. Und wir sind über den Jaufenpass nach Hause gefahren – mit Schnee, Serpentinen und dem Gefühl, diese Reise könnte ruhig noch eine Woche länger gehen.
Das hier ist kein Reiseführer und keine Sehenswürdigkeitenliste. Es ist die Geschichte unserer ersten großen Camper-Reise – mit allem was dazugehört: dem Chaos des italienischen Verkehrs, der Stille der Bergpässe, dem besten Geheimrestaurant Mailands und dem absurdesten Campingplatz-Schauspiel, das ich je erlebt habe.
Willkommen bei Böhms-on-Tour. Unser Ducato fährt vor.