Tag 5: Kapitän Nemo für Arme oder die Fähre der Vernunft
Heute steht die Entscheidung an: Werden wir die unerschrockenen Seefahrer, die das Maddalena-Archipel auf eigene Faust erobern, oder wählen wir die Variante „Pauschal-Matrose“ auf der großen Fähre? Da wir für die Saison früh dran sind, ist der Plan mit dem gemieteten Boot nicht sicher.
Wir stehen also am Hafen von Palau und starren hoffnungsvoll auf die geschlossenen Fenster der Bootsverleiher. Vielleicht erbarmt sich ja ein sardischer Fischer und vermietet uns seine Nussschale, damit Stefan und Oli mal so richtig zeigen können, was in ihnen steckt – oder wir stranden direkt auf der ersten Sandbank. Ein bisschen Nervenkitzel muss sein.
Sollte der Bootsverleih noch im Winterschlaf dämmern, schwenken wir galant auf Plan B um: Die Fähre nach La Maddalena. Das ist zwar weniger James-Bond-mäßig, dafür aber deutlich trockener für Emilia und den Rest der Crew. Wir schippern rüber, lassen uns den Wind um die Nase wehen und erkunden die Inselwelt eben auf festem Boden – oder zumindest auf dem, was die Fähre davon übrig lässt.
Egal wie es kommt, das Ziel bleibt gleich: Türkisblaues Wasser bestaunen, so tun, als ob wir die Kälte des Meeres ignorieren könnten, und am Abend stolz behaupten, wir hätten das Archipel „bezwungen“. Ob mit dem Außenborder oder dem Fährticket, ist am Ende nur eine Frage der Kameraperspektive.