Silicon Valley, Shopping-Spaß
und Sightseeing in San Francisco

Wir wachen früh auf. Sehr früh. Jetlag 1 – wir 0. An Schlaf ist nicht mehr zu denken, also machen wir das einzig Vernünftige: aufstehen und frühstücken. Im Lenz wartet ein üppiges Frühstück auf uns, und wir lassen uns Zeit. Kaffee, Ruhe, langsam ankommen. Genau das Richtige, bevor der Tag wieder Fahrt aufnimmt.

Nach dem Essen wandert das Gepäck ins Auto, und wir holen nach, was wir gestern im Dunkeln verpasst haben: ein paar Außenaufnahmen vom Hotel. Im Tageslicht zeigt sich erst, wie schön die Anlage eigentlich ist. Gestern Nacht war das eher ein „Hauptsache angekommen“-Moment – heute sieht man Details, Architektur, Atmosphäre. Ein guter Start in den Morgen.

Es ist früher Vormittag in Kalifornien, und wir sind erstaunlich wach. Warum? Weil der Plan für heute verdammt gut ist. Bevor es nach San Francisco geht, steht erst einmal Shopping auf dem Programm. Die Einkaufsliste unserer Tochter wartet – und wir geben offen zu: Wir auch. Power-Shopping im amerikanischen Stil. Große Erwartungen, große Taschen.

Doch dann der kleine Realitätscheck: Sonntag. Die Great Mall of the Bay Area öffnet erst um 11 Uhr. Noch Zeit übrig. Viel Zeit. Also Plan B – und der liegt quasi direkt vor der Hoteltür.

Wir nutzen die Gelegenheit für eine spontane Runde durchs Silicon Valley. Dieses berühmte Stück Erde, auf dem gefühlt jede zweite Idee erfunden wurde, die heute unser Leben bestimmt. Hier sitzen Namen, die man sonst nur aus Logos kennt: Intel, Google, AMD, Yahoo, eBay, HP, Facebook, Amazon, Dell, Apple. Ein Who’s who der digitalen Welt. Bürogebäude statt Sehenswürdigkeiten, aber irgendwie trotzdem beeindruckend.

Mein persönliches Highlight ist ganz klar der Google Campus. Allein diese bunten Fahrräder, die überall herumstehen, um das riesige Gelände zu erkunden – praktisch, verspielt, typisch Google. Man hat das Gefühl, hier ist Arbeit weniger Job und mehr Dauerexperiment. Kreativität auf Rädern, sozusagen.

Google Campus

Irgendwann reicht es dann aber auch mit Zukunft, Innovation und IT-Euphorie. Jetzt wird geshoppt. Punkt 11 Uhr öffnen sich die Türen der Great Mall – und wir marschieren rein, bewaffnet mit Liste, Motivation und dem ehrgeizigen Ziel, dieses riesige Outlet in drei Stunden zu bezwingen. 120.775 Quadratmeter Verkaufsfläche. Nordkaliforniens größtes Factory Outlet. Challenge accepted. Zumindest theoretisch.

Bevor wir uns kopfüber in Umkleiden und Sonderangebote stürzen, stärken wir uns noch schnell am Foodcourt. Honey-BBQ-Chicken. Klebrig, süß, herzhaft – genau das richtige Fundament für eine erfolgreiche Einkaufsschlacht.

Und dann ist es soweit. Einkauf erledigt, Taschen schwerer, Konto leichter. Zeit für den nächsten großen Schritt dieser Reise. Wir setzen uns ins Auto, starten den Motor und nehmen Kurs auf das nächste Kapitel.

San Francisco. Nicht umsonst oft als „die schönste Stadt der Welt“ bezeichnet. Und wir sind unterwegs dorthin.

San Francisco ist so eine Stadt, die sich nicht einfach besuchen lässt – sie fordert Aufmerksamkeit. 43 Hügel, ein eigenes Mikroklima und die eiserne Regel, dass es hier grundsätzlich zehn Grad kühler ist als anderswo. Heute erweist sich das als Geschenk. Angenehme Temperaturen, klare Luft – perfekte Bedingungen für einen Stadtbummel. Zeitlich allerdings sind wir etwas unter Druck: Heute Abend geht es weiter nach Sacramento. Also Fokus setzen.

Bevor wir jedoch zum Hafen fahren, steht ein Pflichttermin an. Kein Wenn, kein Aber. Lombard Street. Genauer gesagt der berühmte Abschnitt zwischen der Hyde Street und der Leavenworth Street. Schon der Blick von oben ist spektakulär: Die Stadt fällt stufenweise ab, Häuser, Dächer, Bucht – San Francisco wie aus dem Bilderbuch.

Das sehen heute allerdings nicht nur wir so. Schaulustige überall, Kameras im Anschlag, die Polizei regelt den Verkehr wie bei einer Parade. Direkt von der Hyde Street auf die Lombard abbiegen? Keine Chance. Also einmal um den Block, Neustart. Während ich zu Fuß unterwegs bin und Fotos mache, sitzt Stefan am Steuer. Acht enge Serpentinen, rote Ziegel, Blumenrabatten – angeblich die kurvenreichste Straße der Welt. Sicher aber die meistfotografierte. Und wir mittendrin.

Danach geht es runter zum Wasser. Parken am Pier 39 kostet stolze 12,50 Dollar pro Stunde. Kurz überlegt, dann beschlossen: Egal. Man lebt nur einmal. Zwei Stunden haben wir eingeplant, denn wir wollen rechtzeitig zum Sonnenuntergang an der Golden Gate Bridge sein.

Pier 39

Pier 39 ist ein einziger Jahrmarkt auf Holzbohlen. Breiter Steg, Karussell in der Mitte, über hundert Shops, Restaurants, Souvenirläden – und natürlich das Hard Rock Cafe San Francisco. Es riecht nach Meer, nach Essen, nach Urlaub. Auf der Westseite des Piers liegen sie dann: die berühmten Seelöwen. Ohne Einladung, ohne Eintritt, aber mit maximaler Präsenz. Hunderte von ihnen lümmeln sich auf schwimmenden Holzplattformen. Sie brüllen, rülpsen, streiten um die besten Plätze, schubsen sich gegenseitig ins Wasser und wirken dabei erstaunlich zufrieden mit ihrem Leben. Ein bisschen anarchisch, ein bisschen chaotisch – und völlig großartig. Ganz ehrlich: Seelöwe sein hat was.

Wir bummeln weiter Richtung Fisherman’s Wharf. Bunte Souvenirläden, Straßenkünstler, Musikfetzen in der Luft. Die frische Brise vom Pazifik begleitet uns, während wir uns treiben lassen, schauen, stehen bleiben, weitergehen. Kein Stress. Genau so muss sich San Francisco anfühlen.

Schließlich bleiben wir stehen. Blick nach draußen. Dort liegt sie: Alcatraz. Die ehemalige Gefängnisinsel thront ruhig in der Bucht, eingerahmt von Wasser und Skyline. Die Sonne steht tief, taucht alles in warmes Licht, als wolle sie diesen Moment noch ein bisschen festhalten. Wir bleiben kurz stehen, sagen nichts, schauen einfach nur.

Dann ist klar: Weiter. Nächster Klassiker. Golden Gate Bridge.
San Francisco ist in Fahrt – und wir auch.

Alcatraz

Bevor wir diese ikonische Brücke tatsächlich überqueren, legen wir noch einen Pflichtstopp ein – auf der San-Francisco-Seite, unten am Fort Point. Direkt unter der Golden Gate Bridge zu stehen, ist nochmal eine ganz andere Nummer, als sie nur von oben zu bewundern. Die gewaltigen Stahlträger ragen über uns auf, der Verkehr rauscht darüber hinweg, und man fühlt sich für einen Moment ziemlich klein. Genau richtig so. Große Reise, große Kulisse.

Golden Gate Bridge

Danach geht es weiter Richtung Sausalito – und natürlich nicht ohne Umweg über die legendäre Conzelman Road. Hoch hinauf, Kurve um Kurve, bis zu den alten Bunkeranlagen in den Marin Headlands. Schon von Weitem wird klar: Wir sind nicht allein mit dieser Idee. Die Parkplätze sind nahezu komplett belegt, Autos stehen kreuz und quer, Menschen mit Kameras und Stativen überall. Offenbar haben heute viele beschlossen, dass dieser Blick ein würdiger Tagesabschluss ist.

Golden Gate Bridge

Und sie haben recht. Von hier oben liegt San Francisco zu unseren Füßen, die Brücke spannt sich elegant über die Bucht, das Licht wird weicher, der Himmel dunkler. Wir machen Fotos. Viele Fotos. Zu viele Fotos. Aber es ist unmöglich, nicht ständig noch einen Winkel, noch eine Perspektive, noch einen Moment einzufangen. Einer dieser Orte, an denen man eigentlich einfach stehen und schauen sollte – und es trotzdem nicht lässt.

Irgendwann heißt es dann wirklich Abschied nehmen. San Francisco verschwindet langsam im Rückspiegel, und wir machen uns auf den Weg Richtung Sacramento. Aber nicht ohne einen letzten, sehr wichtigen Programmpunkt: Ribeye-Stopp. Im Texas Roadhouse Fairfield wird noch einmal alles richtig gemacht. Steak, satt, zufrieden. So verabschiedet man sich würdig von einem großen Tag.

Gestärkt und angenehm müde geht es danach weiter zu unserem Hotel, dem Holiday Inn Express & Suites Elk Grove. Einchecken, Tasche fallen lassen, Schuhe aus. Dieser Moment, wenn man weiß, dass nichts mehr ansteht außer Duschen, Bett und Abschalten. Nach all den Eindrücken fühlt sich das Hotelzimmer fast luxuriös ruhig an.

Der Tag war lang. Intensiv. Voller Bilder, Geräusche, Gerüche. San Francisco hat geliefert.

Jetzt ist Zeit für Schlaf.
Gute Nacht aus dem Holiday Inn Express & Suites Elk Grove.

Holiday Inn Express Elk Grove

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