
San Diego: Vom Luxus-Hotel zum Gaslamp District und eine Menge Biersorten
6:00 Uhr: Ahhh!
Kein Wecker nötig – Noah übernimmt. Mit seinem unüberhörbaren „Ich bin wach, holt mich hier raus!“ lässt er keinen Zweifel daran, dass der Tag jetzt offiziell beginnt. Also raus aus dem Bett, rein in den Tag – schließlich wartet ein neuer Abenteuer-Morgen auf uns.
Während ich unseren kleinen Entdecker einsammle, erinnere ich mich daran, dass unser Wasserhahn das Zeitliche gesegnet hat. Also schnell in die Lobby, um das Problem zu melden. Der Rezeptionist zeigt sich bestürzt über das Schicksal unseres Waschbeckens – „Oh no, I’m so sorry!“ – verspricht aber schnelle Hilfe. „I’ll send maintenance right away!“
Und er meint es ernst: Kaum bin ich zurück im Zimmer, steht der Hausmeister bereits bereit. Fünf Minuten später – zack, neuer Wasserhahn! Dieser Mann verdient eine Medaille.

6:45 Uhr: Frühstück – der strategische Energie-Nachschub. Wir versammeln uns im Frühstücksraum. Die Auswahl? Nicht gerade ein Gourmet-Buffet, aber ausreichend, um uns kampfbereit für den Tag zu machen.
Noah hat längst seinen eigenen Tagesplan. Ziel 1: Neue Freunde finden. Und es klappt – wie immer. Ein einfacher „You’re so cute“ von einem Hotelmitarbeiter reicht aus, und die Freundschaft ist besiegelt. Kinder und ihre mühelose Art, Menschen zu verzaubern – faszinierend.
Das Wetter? Überraschung! San Diego hatte uns eigentlich mit Sonnenschein und blauem Himmel angelächelt – dachten wir. In der Realität? Dicke Wolken und leichter Nieselregen.
Aber kein Grund zur Panik – laut Stefans berühmter Wetter-App (die in der Vergangenheit oft eher Wunschdenken als exakte Vorhersage lieferte) soll sich das Wetter im Laufe des Vormittags bessern. Wir sind bereit – für Sonne, Regen oder was auch immer San Diego uns heute entgegenwerfen wird.

Kurz vor 8 Uhr brechen wir auf, bereit für ein absolutes Highlight unserer San-Diego-Expedition: Coronado Island. Um dorthin zu gelangen, müssen wir über die beeindruckende Coronado Bridge, ein Bauwerk, das so elegant geschwungen ist, dass es fast aussieht, als hätte ein Architekt beim Zeichnen plötzlich Lust auf eine Pirouette bekommen.
3.407 Meter lang, 61 Meter hoch – eine Brücke mit Wow-Faktor. Nicht nur für uns, sondern auch für die riesigen Marineschiffe der United States Navy, die hier regelmäßig unter ihr hindurchgleiten. Ein echtes Ingenieursmeisterwerk – und gleichzeitig die beste Art, sich San Diego von oben anzusehen.
Am Coronado Tide Park angekommen, reißt plötzlich die Wolkendecke auf – ein Streifen Blau schiebt sich durch das Grau. Perfektes Timing für ein paar Fotos mit der Brücke im Hintergrund. Klick, Klick, Instagram-Material gesichert.
BILDERGALERIE: Coronado Tide Park
Unser morgendlicher Spaziergang entlang der Bucht ist einfach herrlich. Noah genießt die Fahrt im Buggy, die Erwachsenen genießen die Brise des Pazifiks und das gemütliche, fast schon entschleunigte Ambiente dieser Insel. San Diego fühlt sich hier fast wie Urlaub vom Urlaub an.
Dann wird’s glamourös: Wir steuern das weltberühmte Hotel Del Coronado an. Hollywood-Feeling im „The Del“ – Wo Marilyn Monroe und Thomas Edison sich die Klinke in die Hand gaben
Ganz klar: Hier übernachten? Äh, nein. Es sei denn, wir haben irgendwo eine vergessene Goldmine geerbt. Aber das Gebäude bewundern? Absolut!
Das „The Del“ ist nicht nur Kaliforniens ältestes Holzgebäude (Baujahr 1888), sondern auch eine Legende. Damals seiner Zeit weit voraus, wurde es als erstes Hotel weltweit von Anfang an mit elektrischem Licht ausgestattet. Man wollte aber auf Nummer sicher gehen: Falls das mit der Elektrizität nichts wird, hat man die Leitungen einfach in Gasrohre verlegt. Falls nötig, hätte man einfach umschalten können – Sicherheitsdenken auf 19.-Jahrhundert-Art.

Sogar Thomas Edison persönlich ließ es sich nicht nehmen, seine Erfindung höchstpersönlich im Hotel zu inspizieren. Man kann sich fast vorstellen, wie er durch die Lobby marschierte und Glühbirnen inspizierte. Aber das Hotel ist nicht nur ein Technikpionier – sondern auch eine echte Filmikone. „Manche mögen’s heiß“ mit Marilyn Monroe wurde hier gedreht, und in den Fluren hängen Fotos von all den Stars, die hier abgestiegen sind.
Wir schlendern durch die beeindruckende Lobby, lassen uns vom Glamour der goldenen Hollywood-Zeiten verzaubern und erkunden dann noch die Boutiquen im Untergeschoss.
BILDERGALERIE: Hotel del Coronado
Und dann… macht das Wetter einen auf Drama-Queen. Kaum verlassen wir das ehrwürdige Gebäude, reißt der Himmel auf – aber diesmal in die andere Richtung. Plötzlich Regen. Und zwar richtig. Innerhalb von Sekunden stehen wir pitschnass vor unserem Auto und diskutieren, ob wir vielleicht doch in ein Hotel mit funktionierendem Duschhebel hätten investieren sollen.
Plan B: Trocknen geht auch im Harley-Shop: Statt Trübsal zu blasen, werfen wir uns kurzerhand in den nächsten Sweetwater Harley-Davidson-Shop. Schließlich gilt: „Been there. Done that. Got the shirts.“ Und was wäre ein USA-Trip ohne wenigstens ein cooles Harley-Shirt als Souvenir?
Nach 30 Minuten Stöbern zwischen Lederjacken, Helmen und viel zu coolen Biker-Shirts verlassen wir den Shop – und siehe da: Der Regen ist Geschichte. Der Himmel über San Diego? Wieder strahlend blau. Das Wetter? Ein echtes Überraschungspaket. Unsere Laune? Besser denn je.

Das Wetter hält – endlich kann das richtige Sightseeing beginnen! Unser erster Stopp: Seaport Village, eine malerische kleine Oase direkt an der Bucht, irgendwo zwischen historischem Charme und entspanntem Küstenflair.
Dieses charmante Viertel liegt eingeklemmt zwischen dem riesigen Convention Center und dem legendären USS Midway Museum und erinnert uns sofort an Pier 39 in San Francisco – nur kleiner, ruhiger und ohne kreischende Seelöwen.
BILDERGALERIE: Seaport Village
Häuschen im viktorianischen Stil, gemütliche Cafés, kleine Boutiquen und Souvenirläden – hier lässt es sich wirklich aushalten. Während wir durch die liebevoll gestalteten Gassen schlendern, lassen wir uns natürlich ein Ben & Jerry’s Eis nicht entgehen – schließlich braucht jede Sightseeing-Tour ihre kulinarische Pause.
Nebenbei beobachten wir die Marineschiffe, die imposant in der Bucht vor Anker liegen, während in der Ferne die majestätische Coronado Bridge zu sehen ist – die wir heute Morgen noch von der anderen Seite bewundert haben. San Diego zeigt sich wieder von seiner besten Seite.
Aber jetzt wird’s Zeit, in das pulsierende Herz der Stadt einzutauchen: Unser nächster Halt ist das Gaslamp Quarter, San Diegos legendäres Altstadtviertel, das alte Backsteinbauten, trendige Restaurants und das Gefühl von Großstadtflair perfekt miteinander verbindet.

Und das Beste? Die Horton Plaza Mall bietet vier Stunden kostenloses Parken, wenn man den Parkschein in einem der Geschäfte entwerten lässt. In einer Stadt, in der Parken oft so viel kostet wie ein Drei-Gänge-Menü, ist das ein echter Glücksgriff.
Zurück in die Vergangenheit: 2009 vs. heute. Wir waren hier schon einmal – 2009, bei einem Kurztrip von Los Angeles aus. Damals war die Horton Plaza Mall ein quirliger, lebendiger Ort, voller Menschen, mit all den typischen amerikanischen Läden, die zum Bummeln einluden. Heute? Ein trauriges Bild.
Viele Geschäfte sind verlassen und geschlossen, die einst belebten Gänge wirken fast gespenstisch leer. Es ist immer seltsam zu sehen, wie sich Dinge verändern. Orte, die einst voller Leben waren, wirken auf einmal verlassen und vergessen. Ein bisschen Wehmut mischt sich in unsere Stimmung, denn dieses Einkaufszentrum hatte mit seiner einzigartigen Architektur und seinem besonderen Flair immer einen besonderen Charme. Trotzdem lassen wir uns nicht die Laune verderben – schließlich gibt es in San Diego noch so viel zu entdecken!
BILDERGALERIE: Horton Plaza & Gaslamp District
Mission „Parkschein entwerten“? Erledigt! Und das mit Stil, denn bei Macy’s finden wir ein paar niedliche Dinge für Baby Noah – ein Erfolg, der uns direkt vier Stunden kostenloses Parken beschert. Aber was tun mit dieser geschenkten Zeit? Ganz klar: Shoppen.
Doch während die Männer mit Noah draußen warten, verlieren Nadine und ich uns für eine geschlagene Stunde im Victoria’s Secret „Powershopping“. (Hey, manche Dinge brauchen eben Zeit.) Während wir durch Spitzen, Seide und Parfüms stöbern, ist die Männerfraktion offenbar bestens damit beschäftigt, Noah zu bespaßen und sich in Geduld zu üben. Bilanz: Eine Stunde weniger, drei Stunden bleiben.
Von der Horton Plaza aus spazieren wir die Sixth Avenue nach Süden – Ziel: das legendäre Hard Rock Hotel. Ein Pflichtstopp für uns – denn: Ohne Besuch im Rockshop kein offizieller Hard Rock Besuch! Während wir also stilecht unsere Sammlung erweitern, machen wir es uns anschließend in der schicken Hotel-Lobby gemütlich – perfekt, um Baby Noah in Ruhe zu versorgen.
Direkt am Hotel befindet sich auch der offizielle Eingang zum Gaslamp District, den ein großes Welcome-Schild über der Straße markiert. So, jetzt sind wir wirklich mittendrin. Wir spazieren auf der Fifth Avenue zurück zur Horton Plaza Mall und genießen die Atmosphäre des Viertels: historische Fassaden, hippe Bars, angesagte Restaurants und jede Menge Streetlife.
Doch allmählich ruft der Hunger. Es ist fast 15 Uhr, und unser Timing ist perfekt – denn unser ausgewähltes Restaurant hat durchgehend geöffnet. Wir sind bereit für einen späten Lunch (oder ein frühes Dinner) im Karl Strauss Brewing Pub. Als wäre es geplant gewesen, finden wir einen Parkplatz direkt gegenüber vom Karl Strauss Brewing Pub – einem gemütlichen Brauhaus mit entspannter Atmosphäre und exzellenter Küche.



Kaum haben wir uns in den gemütlichen Holztischen des Karl Strauss Brewing Pub niedergelassen, bekommt Noah sofort seinen Hochstuhl, als wäre er ein Stammgast. In den wenigen Tagen, die wir nun in den USA unterwegs sind, fällt uns immer wieder auf, wie unglaublich kinderfreundlich dieses Land ist.
Kein genervtes Augenrollen, keine skeptischen Blicke. Stattdessen buhlen die Kellner fast schon um Noahs Gunst, und selbst andere Gäste zwinkern ihm freundlich zu, kommentieren sein charmantes Lächeln oder werfen ihm im Vorbeigehen ein „Hey, little buddy!“ zu. Er genießt die Show in vollen Zügen – und wir auch.
Während Noah also den Kellner bestens unterhält, beschließen Oli und ich, die Bierkultur Kaliforniens ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Stichwort: Beer Flight!
Beer Flights – Die perfekte Probier-Runde für Unentschlossene. In den USA gehört es zum guten Ton, dass Brauereien kleine Bier-Tastings anbieten: Vier kleine Gläser (je 195 ml) mit unterschiedlichen Sorten, um sich einmal quer durchs Sortiment zu trinken. Ich überlasse dem Kellner die Auswahl – mit der einzigen Bedingung, dass bitte kein Stout dabei sein soll (weil, na ja, ich einfach kein Fan davon bin). Er grinst nur und verspricht mir eine spannende Mischung.
Das hier war mein Beer-Flight:
- Windansea Wheat – Ein echtes Hefeweizen, gebraut nach bayerischer Tradition. Fruchtige Bananen- und Nelkennoten begleiten einen angenehm weichen Abgang.
- Mosaic Session IPA – Ein leichteres IPA mit intensiven Grapefruit- und tropischen Fruchtaromen, das trotz niedrigerem Alkoholgehalt ordentlich nach Hopfen schmeckt.
- Red Trolley Ale – Ein mehrfach preisgekröntes Irish Red Ale mit reichhaltigem Toffee-Geschmack, getrockneten Früchten und einer dezent süßen Note.
- Aurora Hoppyalis IPA – Ein echtes San-Diego-IPA mit Simcoe, Mosaic, Amarillo und Citra-Hops. Tropische Früchte, Pinienaromen und ein knackig-trockener Abgang.
Und weil wir uns ja sowieso schon in einer Bierverkostung befanden, bestellte Oli einfach genau die gleiche Auswahl– weil: Wieso das Risiko eingehen, etwas anderes zu probieren, wenn man einfach alles doppelt nehmen kann?

Oh, richtig! Wir wollten ja auch noch essen… Zwischen all den hopfenlastigen Diskussionen kam das Essen. Und was für eins!
- Meine Wahl: Beer-Braised Ribs – butterzart, mit einer würzig-süßen Biermarinade glasiert.
- Olis Wahl Gegrillte Bierwürstchen – mit hausgemachtem Krautsalat und Dijon-Senf.
- Stefan & Nadines Wahl:Big Beer Burger – saftiges Rindfleisch, geschmolzener Käse und eine leicht herbe Bier-BBQ-Soße.
Kurzum: Ein Traum für jeden Bier- und Fleischliebhaber. Der perfekte Abschluss? Natürlich noch mehr Bier.
Als krönenden Abschluss gönnten wir uns noch einen Berry Apple Crisp – eine Mischung aus warmem, zimtigem Apfel-Brombeer-Crumble mit Vanilleeis. Und weil Oli in Sachen Bier noch nicht genug hatte, übernahm er die nächste Beer-Flight-Auswahl.
Diesmal standen auf dem Programm:
- Pintail Pale Ale – Tropische Aromen und knackige Zitrusnoten, genau die richtige Balance zwischen Hopfen und Malz.
- Tower 10 IPA – Ein West Coast IPA mit intensiven Kiefernnadeln- und Grapefruit-Noten. Hopfig, bitter, trocken.
- Padre Porter – Röstmalzig mit Noten von Schokolade und Kaffee, leicht, aber mit tollem Abgang.
- Wreck Alley Imperial Stout – Dunkel, kräftig und gebraut mit kakaohaltigen Malzen und äthiopischen Kaffeebohnen.

Nach einer Stunde bester Unterhaltung und ausgezeichnetem Essen verabschiedeten wir uns vom Karl Strauss Brewing Pub. Der perfekte Abschluss für unseren ersten vollen Tag in San Diego.
Und jetzt? Zeit für den nächsten Roadtrip-Tag – mit hoffentlich weniger Wetterüberraschungen und vielleicht ein bisschen weniger Bier. 😄🍻
Schon während der Fahrt zu den Sunset Cliffs war klar: Das mit dem Sonnenuntergang wird heute nichts. Die Temperaturen sanken, der Himmel zog sich zu, und die Sonne hatte anscheinend beschlossen, sich aus dem heutigen Programm auszuklinken.
Die düsteren Wolken verliehen der Szenerie immerhin eine dramatische Atmosphäre, und mit ein bisschen Kreativität entstanden dennoch einige beeindruckende Fotos. Doch auf einen nicht vorhandenen Sonnenuntergang zu warten, machte wenig Sinn. Also nutzten wir den Abend auf andere Weise.

Seit Las Vegas hatten wir eine ungebetene Mitfahrerin: eine Schraube, die es sich mitten im Reifen gemütlich gemacht hatte. Keiner wusste, wann sie sich entscheidet, uns richtig Ärger zu machen – also war es klüger, gar nicht erst darauf zu warten.
Da sich unser ursprünglicher Plan, während dieser Reise zu den Coyote Buttes zu fahren, zeitlich einfach nicht mehr realisieren ließ, entschieden wir, dass es sinnvoller wäre, das Auto direkt auszutauschen.
Während Oli und Nadine mit Noah im Hotel blieben, machten Stefan und ich uns auf den Weg zum Flughafen von San Diego, um unser Mietauto gegen ein einwandfreies Fahrzeug einzutauschen.
Doch was als eine schnelle und unkomplizierte Angelegenheit gedacht war, entwickelte sich bald zu einer unerwarteten Geduldsprobe. Das Navigationsgerät irrt – und dann trifft uns das wahre Problem
Das Navigationsgerät war offenbar nicht auf dem neuesten Stand und schickte uns erst einmal quer durch San Diego, bevor wir – dank echter, analoger Wegweiser (ja, die gibt’s noch!) – endlich das richtige Car Rental Center fanden.

Doch dann kam der wahre Tiefpunkt des Abends: Der wohl unfreundlichste ALAMO-Mitarbeiter, den wir je erlebt haben.
Wir schilderten ihm höflich unser Anliegen – dass wir das Fahrzeug bereits mit einer Schraube im Reifen übernommen hatten und es nun präventiv tauschen möchten. Seine Reaktion? Ein gelangweiltes Schulterzucken. Seine „Lösung“: „Nehmt einfach einen der kleineren SUVs.“
Nun, das wäre vielleicht akzeptabel gewesen, wenn es wirklich keine andere Option gegeben hätte. Aber die Realität? Die Fahrzeugauswahl in diesem Mietwagenzentrum war der Wahnsinn.
Es standen jede Menge SUVs in allen Größen und Ausführungen bereit – vom kompakten Crossover bis hin zum Full-Size-Truck. Also erklärte ich ihm freundlich, dass wir in Las Vegas bereits ein kostenloses Upgrade auf einen Grand Cherokee erhalten hatten – und dass wir mit einem Baby reisen, weshalb der zusätzliche Platz extrem wichtig für uns sei.
Seine Antwort? „Ist mir egal.“ Wenn wir ein größeres Auto wollten, sollten wir eben den Aufpreis zahlen. Oder – und das war seine einzige Alternative – wir sollten einfach einen der beiden kleineren SUVs nehmen, die er uns zugewiesen hatte. Keine Flexibilität, kein Entgegenkommen – nur pure Lustlosigkeit.
Wir waren fassungslos. Nicht nur über seine Arroganz, sondern auch über die Tatsache, dass er offensichtlich keinerlei Interesse daran hatte, eine kundenfreundliche Lösung zu finden. Willkommen im Service-Wunderland.

Ich versuchte noch einmal, den ALAMO-Mitarbeiter zumindest dazu zu bewegen, uns ein Fahrzeug mit Allradantriebzur Verfügung zu stellen. Doch es war, als würde ich gegen eine Wand sprechen. Null Interesse. Null Flexibilität. Null Service.
Nach ein paar weiteren „Mir egal“-Momenten kam ich zu dem Schluss, dass es keinen Sinn machte, weiter zu diskutieren. Also schluckten wir den Ärger runter und nahmen den Nissan Rogue, den er uns zugewiesen hatte. Plan B? Ganz einfach: Ich würde das Auto in Las Vegas einfach erneut tauschen.
Zurück im Hotel luden wir Noah und seine Eltern in unseren neuen Nissan und fuhren gemeinsam zu Walmart. Mittlerweile war es 18:30 Uhr, und nach dem ganzen Mietwagen-Frust kam eine entspannte Einkaufstour gerade recht.

Die Mission:
- Getränke & Snacks für die nächsten Tage
- Ein paar typisch amerikanische Produkte für zu Hause
- Medikamente – weil es in den USA einfach eine unschlagbare Auswahl gibt
Apotheken-Paradies USA – wenn man mehr Auswahl hat als im halben Drogeriemarkt in Deutschland
- IcyHot-Salbe (die amerikanische Alternative zu Bengay) für verspannte Muskeln? ✅
- Aspirin, Ibuprofen & Paracetamol in riesigen Mengen zu Mini-Preisen? ✅
- Neosporin-Heilsalbe, die Wunder wirkt? ✅
- Erkältungsmedizin für den Notfall zu Hause? ✅
Egal, ob Schmerzmittel oder die berühmten amerikanischen Hustenbonbons, die so stark sind, dass man damit Wände abbeizen könnte – hier gibt’s einfach alles. Und das Beste? Die Preise sind unschlagbar.
Während wir durch die Gänge schlenderten, hatte sich der Ärger über den Mietwagen zumindest ein wenig gelegt. Ein bisschen Shopping kann eben doch Wunder wirken.
Gegen 21 Uhr kehrten wir schließlich ins Hotel zurück. Stefan übernahm seine übliche Abendaufgabe: Bilder sichern, damit ja keine Aufnahme verloren geht. Ich hingegen verabschiedete mich direkt ins Reich der Träume.
Denn eins war klar: Morgen würde wieder ein neuer, aufregender Tag warten – und wer weiß, vielleicht würde diesmal sogar alles reibungslos laufen.