
Abenteuer in Utah: Von Salt Lake City zu den Filmlegenden in Kanab
Salt Lake City – eine Stadt, die oft unterschätzt wird, aber wer einmal hier war, weiß: Sie hat etwas Magisches. Und das liegt nicht nur an ihrer atemberaubenden Kulisse, sondern auch am großen Star der Region: dem Great Salt Lake. Dieser riesige Salzsee erstreckt sich über unglaubliche 4.400 Quadratkilometer – das ist fast zehnmal so groß wie der Bodensee. Und als wäre das nicht schon beeindruckend genug, kommt noch die Sache mit dem Salzgehalt dazu. Während normale Meere sich mit rund 3,5 % Salzgehalt zufriedengeben, bringt es der Great Salt Lake im Süden auf 9 % und im Norden auf satte 25 %. Das ist eine ziemliche Ansage und wird nur noch vom Toten Meer mit seinen 33 %übertroffen. Wer also hier baden geht, kann sich entspannt zurücklehnen – untergehen ist praktisch ausgeschlossen.
Wir haben den Salzsee bereits am Vortag aus nächster Nähe erlebt, als wir auf dem Antelope Island Causeway direkt über das Wasser gefahren sind. Diese endlose, schnurgerade Straße, links und rechts das schimmernde Salzmeer – das war schon ein Anblick für sich. Und dann natürlich die Insel selbst, mit ihren Bisons, Antilopen und einem Sonnenuntergang, der sich tief in unsere Erinnerungen eingebrannt hat. Doch heute geht’s nicht um Wildnis und Tierwelt, sondern um das urbane Herz von Salt Lake City.
Auf den ersten Blick wirkt die Stadt etwas zurückhaltend, aber wer genauer hinsieht, merkt schnell, dass hier eine Menge zu entdecken ist. Unser erster Stopp: das prachtvolle Utah State Capitol. Ein Regierungsgebäude, das sich wirklich sehen lassen kann. Ein kolossaler Bau aus Granit mit einer beeindruckenden Kuppel, der sich majestätisch über die Stadt erhebt.
Die Fahrt vom Hotel zum Capitol dauert knapp 30 Minuten, und als wir ankommen, sind wir erst einmal skeptisch: Parken in der Nähe eines Regierungsgebäudes? Und dann auch noch kostenlos? Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber tatsächlich – wir finden einen Platz direkt vor dem Capitol, ohne auch nur einen Cent zahlen zu müssen. DAS ist mal eine positive Überraschung.
Wir steigen aus und lassen den Blick über das imposante Bauwerk schweifen. Die massiven Granitsäulen, die detailreichen Verzierungen und die Kuppel, die in den Himmel ragt – das Utah State Capitol könnte locker in einem Hollywood-Film als Kulisse für „Das Weiße Haus“ durchgehen. Und das Beste? Wir haben es fast für uns allein.

Das Utah State Capitol thront majestätisch auf einem Hügel über der Stadt, und allein schon der Aufstieg dorthin ist ein Erlebnis. Je höher wir die breiten Stufen hinaufsteigen, desto mehr entfaltet sich das Panorama hinter uns: Salt Lake City, eingerahmt von den schneebedeckten Gipfeln der Wasatch Mountains. Ein Anblick, der selbst hartgesottene Vielreisende kurz innehalten lässt.
Sobald wir das Gebäude betreten, bleibt uns erst einmal kurz die Luft weg – und das liegt nicht nur an den paar Treppenstufen. Die riesige, kunstvoll verzierte Kuppel über uns ist einfach atemberaubend. Licht strömt durch die hohen Fenster, goldene Verzierungen glänzen in der Morgensonne, und plötzlich fühlt es sich an, als wären wir mitten in einer Szene aus einer historischen Doku gelandet.
Natürlich sind wir viel zu neugierig, um uns nur mit einem kurzen Blick zu begnügen. Also beginnen wir unsere Erkundungstour, die uns durch sämtliche offenen Räume, hinauf auf Balkone und hinunter in Hallen führt. Immer wieder entdecken wir neue Details: kunstvolle Fresken an den Decken, massive Marmorsäulen, beeindruckende Wandgemälde. Wir spazieren durch endlose Flure, werfen Blicke in die Sitzungssäle und lassen unsere Blicke über die fein gearbeiteten Holzvertäfelungen schweifen. Wer sagt, dass Regierungsgebäude langweilig sind, hat noch nie ein State Capitol besucht.
BILDERGALERIE: Utah State Capitol
Nach knapp einer Stunde ist unser Rundgang beendet, und wieder einmal wird uns bewusst, wie spannend es ist, die State Capitols der USA zu erkunden. Sie stehen den Bundesgebäuden in Washington D.C. in nichts nach – im Gegenteil: Jedes einzelne Capitol hat seinen eigenen Stil, der den Charakter des jeweiligen Bundesstaates widerspiegelt. Manche sind prunkvoll und goldverziert, andere zurückhaltend und schlicht, aber jedes erzählt seine eigene Geschichte. Und ein riesiger Vorteil gegenüber Washington D.C.? Hier darf man sich einfach frei bewegen.Kein striktes Touristenprogramm, keine Einschränkungen – wir können ganz nach Lust und Laune durch die Gänge streifen und uns vorstellen, wie hier Entscheidungen getroffen werden, die das Land prägen.
Unser Besuch in Salt Lake City war kurz, aber intensiv – nur ein halber Tag, um die wichtigsten Highlights der Stadt mitzunehmen. Klar, dass da der wohl berühmteste Bau Utahs nicht fehlen durfte: der Salt Lake Temple. Dieses imposante Gebäude ist nicht nur das größte und bekannteste Gotteshaus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, sondern auch das unangefochtene Wahrzeichen der Stadt. Der Temple Square, quasi das „Vatikan“ der Mormonen, erstreckt sich über vier Hektar und beherbergt neben dem Tempel noch das Salt Lake Tabernacle, die Assembly Hall, das Seagull Monument und gleich zwei Besucherzentren. Ein spirituelles Zentrum mitten im Herzen der Stadt – und gleichzeitig die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Utahs.

Tatsächlich strömen jedes Jahr drei bis fünf Millionen Besucher auf den Temple Square. Damit zieht er sogar mehr Menschen an als die berühmten Nationalparks Utahs – ein Gedanke, der erst einmal sacken muss, wenn man bedenkt, dass der Bundesstaat mit seinen „Mighty Five“ – Zion, Bryce Canyon, Arches, Canyonlands und Capitol Reef – einige der spektakulärsten Landschaften Nordamerikas zu bieten hat.
Nach unserem Besuch im Capitol lenkten wir unser Auto gezielt in Richtung Downtown und parkten in der Tiefgarage des City Creek Centers – einem beeindruckenden Shopping-Tempel mit allem, was das Konsumherz begehrt. Von hier aus waren es nur ein paar Schritte bis zum Temple Square, wo uns der Salt Lake Temple in strahlendem Weiß erwartete.
Schon von Weitem war klar: Dieser Ort ist anders. Der gesamte Bereich ist von einer hohen Steinmauer umgeben, die den Temple Square wie eine Welt für sich wirken lässt. Und genau das ist er auch – eine Mischung aus religiösem Zentrum, historischer Stätte und Touristenmagnet, der gleichzeitig eine Oase der Ruhe und Spiritualität bietet. Das Besondere? Während der Tempel und sein Areal tief in der Geschichte verwurzelt sind, befindet sich drum herum das geschäftige Herz der modernen Stadt. Dieser Kontrast macht den Temple Square nicht nur architektonisch spannend, sondern auch atmosphärisch einzigartig.
Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – Ein Blick hinter die Kulissen
Wer durch Salt Lake City spaziert, wird schnell merken: Hier gibt es eine ganz besondere religiöse Präsenz. Und das liegt an der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die oft einfach als Mormonen bezeichnet wird – auch wenn die Kirche selbst diesen Begriff inzwischen weniger gerne hört. Aber was steckt eigentlich dahinter? Und warum ist der berühmte Salt Lake Temple für Besucher gesperrt?
Die Entstehung der Kirche
Die Geschichte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (kurz: HLT-Kirche) beginnt im 19. Jahrhundert in den USA, genauer gesagt im Bundesstaat New York. Joseph Smith, der Gründer der Kirche, behauptete, im Jahr 1820 eine göttliche Vision gehabt zu haben, in der ihm Gott und Jesus Christus erschienen seien. Später, so berichtet er, habe er goldene Platten erhalten, aus denen er das Buch Mormon übersetzte – die heilige Schrift der Kirche, die neben der Bibel als zentrales Glaubensdokument gilt.
Die Bewegung wuchs rasant, doch sie war von Anfang an umstritten. Wegen ihres Glaubens und Praktiken – darunter die damals noch erlaubte Vielehe (Polygamie) – wurden die frühen Mitglieder oft verfolgt. Schließlich zogen sie unter der Führung von Brigham Young gen Westen, bis sie sich 1847 in Utah niederließen. Salt Lake City wurde zur neuen Heimat der Glaubensgemeinschaft, und hier entstand auch der beeindruckende Salt Lake Temple, das Herzstück der Religion.
Warum darf man nicht in den Salt Lake Temple?
Diese Frage kommt oft, denn der Salt Lake Temple ist eines der beeindruckendsten Gebäude der Stadt – und doch bleibt er den meisten Menschen verschlossen. Nicht einmal Mormonen selbst dürfen einfach so hinein.
Warum? Weil Tempel in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nicht mit normalen Kirchen vergleichbar sind. Während in anderen Kirchen jeder am Gottesdienst teilnehmen kann, sind die Tempel heilige Stätten, die ausschließlich für spezielle Zeremonien genutzt werden. Dazu gehören:
• Ewige Eheschließungen (“Siegelungen”), bei denen gläubige Paare für die Ewigkeit miteinander verbunden werden, nicht nur „bis dass der Tod euch scheidet“.
• Taufen für Verstorbene, die es ermöglichen sollen, dass auch jene, die zu Lebzeiten nicht der Kirche angehörten, posthum den Glauben annehmen können.
• Weihen und andere religiöse Rituale, die nicht-öffentliche Bestandteile des Glaubens sind.
Um einen Tempel betreten zu dürfen, muss man nicht nur Mitglied der Kirche sein, sondern auch eine sogenannte “Tempelwürdigkeit” besitzen. Das bedeutet, dass man sich an bestimmte Glaubens- und Verhaltensregeln hält und regelmäßig von einem kirchlichen Führer geprüft wird.
Das bedeutet aber nicht, dass Besucher komplett außen vor bleiben! Wer neugierig ist, kann eines der Besucherzentren auf dem Temple Square besuchen, wo vieles über den Glauben und die Geschichte der Kirche erklärt wird. Auch das Salt Lake Tabernacle mit seinem berühmten Chor ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Und falls ein neuer Tempel gebaut wird, gibt es oft vor der offiziellen Weihung eine „Open House“-Phase, in der Besucher die Innenräume bestaunen dürfen – bevor sie für immer geschlossen bleiben.
Die Kirche heute
Heute hat die HLT-Kirche weltweit über 17 Millionen Mitglieder, mit Gemeinden in mehr als 160 Ländern. Utah bleibt aber ihr Zentrum, und Salt Lake City ist so etwas wie das Rom der Mormonen. Der Temple Square ist dabei nicht nur religiöses, sondern auch touristisches Highlight, das jährlich bis zu fünf Millionen Besucher anzieht – mehr als einige der berühmten Nationalparks des Staates!
Ob man religiös ist oder nicht – die Geschichte und der Einfluss der Kirche sind untrennbar mit Utah und dem Westen der USA verbunden. Wer also Salt Lake City besucht, sollte sich die beeindruckende Architektur, die tief verwurzelte Geschichte und die einzigartige Atmosphäre des Temple Square nicht entgehen lassen.
Genau hier, am Temple Square, befindet sich übrigens auch der Nullpunkt der Stadt, das Zentrum des Straßensystems von Salt Lake City. Alle Straßen tragen Himmelsrichtungsbezeichnungen, die von diesem Punkt aus gezählt werden – eine geniale, wenn auch gewöhnungsbedürftige Orientierungshilfe für jeden, der sich hier zum ersten Mal durch die Stadt navigiert.
Betreten durften wir den Salt Lake Temple leider nicht – der Zutritt ist nur Mitgliedern der Kirche gestattet. Aber dafür stand das Salt Lake Tabernacle für Besucher offen. Ein beeindruckendes Bauwerk, das nicht nur für religiöse Veranstaltungen genutzt wird, sondern auch für Konzerte und kulturelle Events. Die Architektur? Schlicht, aber spektakulär, mit einer Akustik, die ihresgleichen sucht. Hier reicht es, wenn ein Redner vorne leise spricht – die Stimme trägt durch den ganzen Raum, ohne Mikrofon. Das Geheimnis? Kalkputz mit einer großzügigen Portion Tierhaare, die den Schall perfekt absorbieren. Wer auch immer auf die Idee kam, Kalk mit Fell zu mischen, hat sich ein Denkmal in der Welt der Akustik verdient.
Während wir den Temple Square erkundeten, fiel uns auf, wie liebevoll das gesamte Areal gepflegt wird. Farbenfrohe Blumenbeete, perfekt getrimmte Rasenflächen und sanft plätschernde Springbrunnen schaffen eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Garten Eden und königlicher Parkanlage angesiedelt ist.

Architektur, Natur und Spiritualität verschmelzen hier auf eine Weise, die selbst diejenigen beeindruckt, die mit Religion wenig am Hut haben. Egal, ob man wegen des Glaubens, der Geschichte oder einfach der Schönheit des Ortes kommt – der Temple Square ist ein absolutes Muss in Salt Lake City.
Salt Lake City überrascht uns bis zum Schluss. Gepflegt, aufgeräumt, fast schon makellos, als hätte jemand einmal mit einem riesigen Staubsauger über die Stadt gewischt. Hier liegt kein herumflatterndes Fast-Food-Papier, keine umgekippten Mülleimer, nicht einmal ein schief geparktes Auto. Man könnte meinen, die Stadt hätte morgens eine Kontrollinspektion über sich ergehen lassen – und mit Bravour bestanden. Ob das an den tief verwurzelten Werten der Mormonen liegt? Höflichkeit, Ordnung und Sauberkeit scheinen hier jedenfalls Gesetz zu sein. Ein bisschen fühlt es sich an, als würde man durch eine Filmkulisse laufen, bei der jemand im Hintergrund ständig dafür sorgt, dass alles schön ordentlich bleibt.
BILDERGALERIE: Temple Square
Doch irgendwann ruft der Hunger – und der führt uns geradewegs zur Squatters Brewery, einer lokalen Brauerei mit eigenem Pub, die sich nicht nur für gutes Bier, sondern auch für hervorragendes Essen einen Namen gemacht hat. Nur 15 Minuten Spaziergang vom Temple Square entfernt, und schon sitzen wir in einem gemütlichen Biergarten. Die Karte? Verlockend. Das Bier? Eiskalt. Der Burger? Ein Gedicht. Ich entscheide mich für ein lokales Pale Ale – weil man sich ja schließlich der regionalen Kultur anpassen muss – und Stefan stürzt sich auf eine Portion Chicken Wings, die so saftig und würzig sind, dass selbst gestandene Grillmeister anerkennend nicken würden. Hier zu essen fühlt sich an wie der perfekte Abschluss für unseren Kurzbesuch in dieser außergewöhnlichen Stadt.

Doch ganz fertig sind wir noch nicht. Nach dem Essen bummeln wir noch durch die City Creek Mall, ein Einkaufszentrum, das eigentlich viel mehr ist als das. Überall plätschern Brunnen, gepflegte Pflanzen schmücken die breiten Flure, und das Dach kann je nach Wetterlage geöffnet oder geschlossen werden. Fast könnte man sich verlaufen – wenn nicht an jeder Ecke eine neue Versuchung lauern würde. Wir werfen noch einen Blick in den Apple Store, weil es irgendwie zum Ritual gehört, in den USA die neuesten Gadgets zu bestaunen – nur um dann festzustellen, dass das, was glänzend und neu aussieht, in Deutschland auch schon erhältlich ist. Trotzdem, ein bisschen Hightech-Gucken gehört einfach dazu.
BILDERGALERIE: Squatters
Schließlich machen wir uns auf den Weg zum Auto – und ziehen ein erstes Fazit: Salt Lake City hat uns begeistert. Die Mischung aus beeindruckender Architektur, einer faszinierenden Geschichte und dieser fast unnatürlichen Sauberkeit macht die Stadt zu einem besonderen Erlebnis. Und dann sind da noch zwei gute Gründe, wiederzukommen: Antelope Island und die Stadt selbst.
Bevor wir endgültig aufbrechen, gibt’s noch einen letzten Halt: Walmart. Morgen steht ein Picknick auf dem Plan, also brauchen wir noch ein paar Snacks. Und weil wir schon unzählige Walmarts in den USA besucht haben, sind wir ziemlich überrascht: Dieser hier sieht anders aus! Keine riesige, braune Betonbox mit einem Parkplatz in der Größe eines kleinen Landes. Stattdessen erinnert er tatsächlich an einen deutschen Supermarkt – mit Parkhaus und Aufzügen zu den verschiedenen Parkdecks. Fast schon ungewohnt, aber irgendwie auch ganz praktisch. Nach der Shoppingrunde noch schnell tanken, dann geht es weiter. Gegen 13:30 Uhr brechen wir auf – Richtung Kanab.
BILDERGALERIE: City Creek Mall
Nach etwa 200 wenig spektakulären Meilen auf der I-15 – gerade so spannend wie das Warten darauf, dass Farbe trocknet – ist es endlich Zeit für eine kleine Veränderung. Wir nehmen die Ausfahrt zum Highway 20 Richtung Ostenund rollen durch eine Landschaft, die langsam wieder interessanter wird. Nach 30 weiteren Meilen stoßen wir auf den legendären Highway 89, der uns weiter gen Süden führt. Das klingt jetzt vielleicht nach einem entspannten Roadtrip, aber in Wahrheit ist es eine echte Geduldsprobe.
70 Meilen später erreichen wir Mt. Carmel, wo unser Auto dringend einen Schluck Benzin braucht. Während Stefan tankt, lasse ich mich vom riesigen Souvenir-Store nebenan magisch anziehen – das ist schließlich die Art von Läden, in denen man entweder absoluten Schrott oder den Fund seines Lebens macht. Doch diesmal? Weder Cowboyhüte noch kitschige Blechschilder rufen „Nimm mich mit!“, also verlasse ich den Laden mit leeren Händen – was eigentlich eine kleine Sensation ist.
Dann, endlich: Kanab! Wir rollen in die kleine Stadt ein, die uns jedes Mal ein bisschen vertrauter vorkommt. Unser erstes Ziel? Natürlich unser „Stamm-Restaurant“, das Iron Horse. Kaum haben wir den Parkplatz erreicht, bemerken wir die Überraschung: Heute gibt’s Live-Musik! Das haben wir hier noch nie erlebt. Die Mischung aus Country, Blues und Western-Atmosphäre passt perfekt zu unserem Roadtrip-Vibe. Wir bestellen einen knackigen Salat und eine großzügige Portion Spareribs, und sobald der erste Bissen genommen ist, gibt es keine Zweifel mehr: Die Entscheidung für dieses Restaurant war mal wieder goldrichtig.



Glücklicherweise liegt unser Hotel direkt auf der anderen Straßenseite – also einmal den Blinker setzen, und schon sind wir da. Die Parry Lodge. Doch kaum haben wir die Tür geöffnet, fühlt es sich an, als hätten wir eine Zeitreise gemacht. Die Lobby ist gespickt mit Bildern legendärer Hollywood-Stars, die in den 40er, 50er und 60er Jahren hier ein und aus gingen. John Wayne, Clint Eastwood, Dean Martin, Frank Sinatra – sie alle haben hier übernachtet. Kein Wunder, denn nach 1945, als die Produktionskosten in Hollywood explodierten, entdeckten Filmstudios Kanab als perfektes Western-Setting. Über 50 Filme wurden hier gedreht, und die Parry Lodge war die erste Adresse für Schauspieler und Crew. Heute sind wir es, die sich in dieses illustre Gästebuch einreihen.
Während wir unser gemütliches Zimmer beziehen, wird uns klar: Dieser Ort hat eine Seele. Die Möbel, die nostalgischen Bilder, die warme Beleuchtung – hier ist nichts aufgesetzt, hier ist alles echt. Wir können kaum erwarten, morgen früh aufzuwachen, denn der nächste Tag bringt etwas, worauf wir uns schon lange freuen: Unser Besuch der WAVE! Einer der beeindruckendsten Naturspots der USA. Wir können es kaum erwarten!


