Ein Tag in San Antonio: Eine Reise durch Geschmack, Kultur und Magie

Heute steht ein spannender Tag in Downtown San Antonio auf dem Programm! Diese Stadt ist für mich eine wahre Perle unter den US-Städten, und nirgendwo sonst in Texas spürt man den Schmelztiegel der Kulturen so stark wie hier. Mexikanisches Flair trifft auf texanische Geschichte – eine Mischung, die einfach einzigartig ist.

Unsere Fahrt ins Zentrum verläuft perfekt. Kein Verkehr, keine Hektik, und dann das Beste: Wir finden einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe der Alamo Mission. Kostenlos parken in Downtown San Antonio? Eigentlich unmöglich. Mit einem triumphierenden Gefühl schlendern wir Richtung Alamo, bereit, in die Geschichte einzutauchen.

Die Alamo Mission ist natürlich der erste Stopp – wie könnte es anders sein? Ein weltberühmtes Wahrzeichen, das tief in der texanischen Identität verankert ist. Hier wurde Geschichte geschrieben, und zwar in der vielleicht tragischsten Schlacht des texanischen Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1836. Während wir vor dem schlichten, aber imposanten Gebäude stehen, versuchen wir uns vorzustellen, wie es hier wohl ausgesehen haben mag, als etwa 200 Texaner gegen 1.800 mexikanische Soldaten kämpften. Eine epische Schlacht, die zwar mit einer Niederlage für die Texaner endete, aber den Geist des Widerstands unvergesslich machte.

Die Atmosphäre ist eindrucksvoll. Wir nehmen uns Zeit, die Details der Mission zu betrachten – die steinernen Wände, die so viele Geschichten erzählen könnten, wenn sie sprechen könnten. Ein wenig unvorstellbar, dass dieser Ort einst ein Schauplatz eines solchen Dramas war.

The Alamo

Morgens in Downtown San Antonio liegt noch diese angenehme Ruhe in der Luft – eine seltsame, fast magische Stille, als hätte die Stadt vergessen, den Wecker zu stellen. Keine hupenden Autos, keine Menschenmengen, nur ein paar vereinzelte Frühaufsteher, die mit dampfenden Kaffeebechern durch die Straßen schlurfen. Perfektes Timing! Jetzt können wir in aller Ruhe Fotos machen, ohne dass uns ein gut platzierter Passant im Hawaiihemd ins Bild läuft.

Doch so schön die leeren Straßen auch sind – unser eigentliches Ziel liegt unterhalb der Stadt. Es wird Zeit, den berühmten Riverwalk zu erkunden! Also folgen wir einer der vielen Treppen nach unten, wo eine völlig andere Welt auf uns wartet. Während oben die Stadt langsam erwacht, betreten wir eine Oase der Entschleunigung. Willkommen im San-Antonio-Zauberwald!

Und der Paseo del Rio, wie der Riverwalk offiziell heißt, enttäuscht nicht. Palmen wedeln im sanften Morgenwind, Blumen explodieren in allen Farben, und die Brücken über den Fluss sehen aus, als hätte jemand Venedig und Texas in einen Mixer geworfen. Alles hier ist eine Nummer romantischer – wenn man das Wort „romantisch“ mit „Tacos, Margaritas und Livemusik“ übersetzen kann.

Links und rechts reihen sich Restaurants und Cafés aneinander, aus denen bereits jetzt köstliche Düfte strömen. Frühstücks-Tacos! Frischer Kaffee! Zimtschnecken! Ich kann förmlich hören, wie mein Magen begeistert in die Hände klatscht. Ein paar Meter weiter dümpeln verschlafene Enten auf dem Wasser, die uns anschauen, als wären WIR die Touristenattraktion.

Wir spazieren am Fluss entlang, genießen die Ruhe – denn wir wissen genau, in ein paar Stunden wird sich dieser Ort in ein quirliges Paradies voller Bootstouren, Straßenmusikanten und fröhlich plaudernder Menschen verwandeln. Aber jetzt, in diesem Moment, gehört San Antonio noch uns.

Die Stadt erwacht langsam, doch hier unten am Riverwalk fühlt es sich noch immer an, als wären wir die einzigen, die dieses kleine Paradies für sich beanspruchen. Während wir über die malerischen Wege schlendern, hören wir das leise Zwitschern der Vögel, das sanfte Plätschern des Wassers und – ganz besonders verheißungsvoll – das Klappern von Tellern und Tassen aus den Cafés, die gerade ihre Türen öffnen. Der verlockende Duft von frisch gebrühtem Kaffee und warmen Tortillas schleicht sich in unsere Nasen, aber wir bleiben stark. Noch.

Statt uns direkt in ein mexikanisches Frühstück zu stürzen, führt unser Weg uns zur Main Plaza, wo wir uns von dieser grünen Oase verabschieden und wieder in die urbane Kulisse eintauchen. Und hier stehen sie – zwei der imposantesten Wahrzeichen von San Antonio: die ehrwürdige San Fernando Cathedral, eine der ältesten Kirchen der USA, und das beeindruckende Bexar County Courthouse mit seiner markanten roten Backsteinfassade. Beides Gebäude, die so viel Geschichte in ihren Mauern tragen, dass man fast das Gefühl hat, sie könnten jederzeit anfangen, selbst von vergangenen Zeiten zu erzählen.

Natürlich können wir an so einer Kulisse nicht einfach vorbeigehen – also gibt es erstmal eine kleine Fotosession. Wir posieren, knipsen, bewundern die Architektur und versuchen dabei, nicht wie absolute Touristen auszusehen (Spoiler: gelingt uns nicht). Währenddessen belebt sich langsam die Plaza um uns herum. Ein paar Tauben stolzieren wie selbsternannte Platzherren umher, ein Straßenkünstler packt sein Equipment aus, und die ersten Passanten eilen mit ihren Coffee-to-go-Bechern Richtung Arbeit.

San Fernando Cathedral

Historic Market Square – schon der Name klingt nach Abenteuer, und genau das bekommen wir hier geboten. Dieser Ort ist nicht nur irgendein Markt, sondern der größte mexikanische Markt außerhalb Mexikos! Schon beim Betreten spürt man, dass man nicht einfach nur shoppen geht – nein, hier taucht man in eine völlig neue Welt ein. Farbenfrohe Kleidung flattert im Wind, kunstvoll bemalte Totenköpfe grinsen uns aus den Schaufenstern an, und aus jeder Ecke duftet es nach frischen Tortillas, rauchigem Grillfleisch und süßen Churros. Willkommen im mexikanischen Paradies!

Am frühen Morgen ist der Markt noch herrlich entspannt, und wir können in aller Ruhe durch die Stände schlendern. Die Händler sind gut gelaunt, arrangieren ihre Waren, fegen die Eingänge ihrer kleinen Shops und plaudern mit den ersten Kunden. Wir haben das Gefühl, den Historic Market Square ganz für uns allein zu haben – ein absoluter Glücksfall! Doch dieser Moment der Stille währt nicht lange.

Historic Market Square

Punkt 10:00 Uhr – BAM! Der Markt erwacht zum Leben, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Plötzlich strömen die Besucher in Massen herbei, Händler preisen lautstark ihre Waren an, und über allem liegt ein betörender Mix aus verlockenden Düften. Gegrilltes Fleisch zischt auf heißen Platten, dampfende Quesadillas werden kunstvoll gefaltet, und über allem schwebt das Aroma von frisch gebrühtem Café de Olla mit Zimt. Und als wäre das nicht schon genug, setzt eine Band mit einem Mariachi-Ständchen ein. Das hier ist kein normaler Markttag – das ist ein Fest für die Sinne!

Doch nicht nur Essen und Kunsthandwerk gibt es hier – mitten auf dem Platz findet auch noch eine Oldtimer-Schaustatt! Perfekt polierte Karossen aus längst vergangenen Zeiten glänzen in der Sonne, und wir können nicht anders, als einen Moment innezuhalten und in eine andere Ära einzutauchen. Man könnte meinen, hier hat jemand ein Zeitfenster in die 50er Jahre geöffnet. Ob Cadillac oder Chevy Bel Air – diese Autos sind mehr als nur Fahrzeuge, sie sind rollende Geschichtsbücher.

Ich kann nicht anders – La Catrinas ziehen mich magisch an! Diese eleganten skelettierten Damen mit ihren ausladenden Hüten, kunstvollen Kleidern und diesem geheimnisvollen Lächeln haben etwas Faszinierendes. Sie sind nicht einfach nur Dekoration, sondern ein Symbol für den Día de los Muertos, den Tag der Toten, an dem in Mexiko das Leben gefeiert wird – auch das vergangene. Hier auf dem Historic Market Square gibt es Hunderte dieser Figuren – und glaubt mir, es ist ein Paradies für Liebhaber dieser kunstvollen Totenkopf-Kultur.

Schon von außen strahlen die Geschäfte pure Lebensfreude aus: Farben so leuchtend, dass selbst ein Regenbogen neidisch werden könnte, und Schaufenster voller handbemalter Calaveras – kunstvolle Schädel, die in Mexiko als Symbol für Tod und Wiedergeburt stehen. Ich trete in einen Laden ein, und mein Herz macht einen kleinen Freudenhüpfer. Hier gibt es einfach alles!

Historic Market Square

Überall blicken mich kunstvoll verzierte Skelette an. Da gibt es verliebte Skelettpaare, Musiker mit Mini-Gitarren, Skelette im Frida-Kahlo-Look und winzige Altäre mit detailverliebten Figuren, die an vergangene Feste erinnern. Manche La Catrinas sind bescheiden klein, andere dagegen so prachtvoll, dass sie problemlos eine Ehrenplatz im Wohnzimmer verdienen würden – oder wahlweise eine eigene Sitzreihe im Flugzeug.

Während ich mich von Regal zu Regal treiben lasse, füllt sich meine Tasche fast von allein mit immer neuen Schätzen. Eine kleine leuchtende Calavera hier, ein kunstvoll geschnitzter Altar dort – und oh, diese eine Catrina mit goldenem Hut wäre doch ein perfektes Andenken!

Historic Market Square

Sein Blick wandert von meiner Tasche zur Ladenkasse und dann wieder zu mir. Ich spüre, wie in seinem Kopf Excel-Tabellen mit Budgetberechnungen entstehen. „Du willst das doch nicht alles mitnehmen, oder?“ fragt er vorsichtig. „Natürlich nicht!“ erwidere ich und schiebe dabei unauffällig noch einen winzigen Totenkopf in die Tasche.

Doch Stefan kennt mich zu gut. Während ich mich in den nächsten Laden stürze, scheint er bereits einen innerlichen Kampf zu führen: Einerseits weiß er, dass ich nicht zu bremsen bin. Andererseits sieht er die Kreditkartenabrechnung schon vor sich.

Am Ende des Tages habe ich wahre Juwelen gefunden – kunstvolle La Catrinas, bunte Totenköpfe und filigrane Skelettfiguren, die mich für immer an diesen magischen Ort erinnern werden. Während ich meine Schätze begutachte, seufzt Stefan theatralisch. „Du weißt, dass wir das alles ins Handgepäck quetschen müssen, oder?“

Ach, Details! Ich bin sicher, irgendwo in unserem Gepäck ist noch Platz – und wenn nicht, dann wird halt Stefans Zahnbürste geopfert. Prioritäten, mein Lieber, Prioritäten!

Historic Market Square

Nach all dem Stöbern und Shopping – bei dem Stefans Kreditkarte mit jeder Figur ein kleines bisschen lauter geweint hat – verspüre ich einen aufkommenden Hunger. Und wo könnte man ihn besser stillen als auf einem mexikanischen Markt, umgeben von dampfenden Töpfen, brutzelnden Pfannen und dem unwiderstehlichen Duft von frisch gegrilltem Fleisch?

Ich schlendere an den Ständen vorbei, inspiriert vom kulinarischen Überfluss, als mich plötzlich ein verlockendes Schildanlacht: “Sausage Tacos”. Moment mal – Sausage? In einem Taco? Ich muss das probieren!

Historic Market Square

Mit gespannter Vorfreude bestelle ich eine Portion. Die Verkäuferin lächelt wissend – sie scheint zu ahnen, dass mein Leben gleich kulinarisch bereichert wird. Auf einem heißen Grill liegt eine pikanter, goldbraun gerösteter Wurstspieß, der kurz darauf mit geübter Hand in eine weiche Maistortilla eingerollt wird. Ein Spritzer scharfer Salsa drüber, ein paar gehackte Zwiebeln – und voilà! Der erste Bissen? Yummie!

Es ist die perfekte Kombination aus herzhafter Würze, rauchigen Grillnoten und der typischen mexikanischen Frische. Stefan sieht mich kauend an, hebt skeptisch eine Augenbraue – und bevor er protestieren kann, drücke ich ihm einen Taco in die Hand. Es gibt kein Entrinnen!

Für den süßen Abschluss unseres Marktabenteuers gönnen wir uns Churros – außen knusprig, innen weich und mit einer Zucker-Zimt-Schicht überzogen, die süchtig macht. Ich bin im Dessert-Himmel.

Doch dann fällt mir ein Getränk ins Auge, um das sich eine verdächtig lange Schlange gebildet hat. Neugierig spähe ich über die Köpfe hinweg – und entdecke einen riesigen Becher, randvoll mit Bier, Tomatensaft, Limettensaft, Tabasco und… einer ominösen Gewürzstange.

Ein Schild verrät den Namen dieser flüssigen MutprobeMichelada – $12.

Ich beobachte, wie ein Mexikaner sein frisch gemixtes Getränk entgegennimmt, einen kräftigen Schluck nimmt – und sich dann mit einem zufriedenen „Aaaaah!“ zurücklehnt. Hm. Das sieht… interessant aus.

„Willst du das wirklich probieren?“ fragt Stefan, während ich fasziniert das Geschehen beobachte. „Nicht ich. Aber unser Schwiegersohn wir es probieren!

Und so steuere ich den nächsten Stand an und frage in meinem besten Spanisch-Englisch-Mix, ob ich die Zutaten für eine DIY-Michelada kaufen kann. Die Verkäuferin strahlt, nickt begeistert und reicht mir für einen einzigen Dollar die magische Gewürzstange plus ein Tütchen mit der geheimnisvollen Würzmischung. Mission erfüllt.

Ob Oli jemals erfahren wird, was genau er da trinkt? Wahrscheinlich nicht. Aber manche Abenteuer muss man einfach erleben – oder serviert bekommen. Wir werden es sehen wenn wir zurück zu Hause sind!

Mit meinem Rezept-Schatz in der Tasche und einem breiten Grinsen auf dem Gesicht schlendere ich weiter über den Historic Market Square – bereit für die nächste Überraschung, die dieser bunte Ort zu bieten hat!

Während Stefan sich auf einer der Parkbänke der Main Plaza niederlässt und mit verschränkten Armen in die Sonne blinzelt, nutze ich die Gelegenheit, mir die beeindruckende San Fernando Cathedral auch von innen anzusehen. Wir haben bereits von außen einige Fotos gemacht, aber eine Kirche lebt erst so richtig, wenn man sie betritt – und genau das will ich jetzt erleben.

Sobald ich durch das große Holztor trete, umfängt mich eine völlig andere Welt. Die Luft ist erfüllt von feinem Weihrauch, Kerzen flackern, und vor mir erstreckt sich das prachtvolle Kirchenschiff mit seinen hohen, gotischen Bögen. Doch das eigentlich Beeindruckende ist nicht die Architektur – sondern das, was hier gerade geschieht.

Ein mexikanischer Gottesdienst ist in vollem Gange. Die Gläubigen tragen farbenfrohe Gewänder, und die Kirche vibriert förmlich vor Energie. Anders als in vielen europäischen Kathedralen, wo man meist nur ein gedämpftes Flüstern und das entfernte Knistern von Kerzen hört, ist die Atmosphäre hier lebendig. Fröhliche Gesänge hallen durch den Raum, begleitet von Gitarren und Trommeln. Es fühlt sich mehr nach einem Fest an als nach einer steifen Messe.

Ich lehne mich unauffällig an eine der hinteren Säulen und lasse mich von der Stimmung mitreißen. Frauen mit langen, bunt bestickten Kleidern wiegen sich sanft zur Musik, Kinder sitzen zwischen den Holzbänken auf dem Boden und lauschen den Gesängen, während ältere Herren mit sombreroartigen Hüten ehrfürchtig den Kopf senken.

Dieser Gottesdienst ist nicht nur eine Messe – es ist eine Feier, eine Hommage an das Leben und den Glauben. Ich spüre, wie sich eine wohlige Wärme in mir ausbreitet. Es ist einer dieser unerwarteten Momente auf Reisen, die man nicht planen kann – sie passieren einfach, und genau das macht sie so besonders.

Nach ein paar Minuten beschließe ich, mich leise wieder hinauszuschleichen, um die Feier nicht zu stören. Als ich durch das schwere Holztor trete und auf die sonnige Plaza zurückkehre, finde ich Stefan noch immer auf der Bank vor der Kathedrale. Los, los Stefan – weiter gehts!

Zurück am Riverwalk tauchen wir erneut in die malerische Welt dieser einzigartigen Flusspromenade ein. Das Plätschern des Wassers, das leise Gemurmel der Menschen, die mit ihren Einkaufstaschen oder Margaritas in der Hand vorbeischlendern, und der Duft von gegrillten Tacos, frisch gebackenem Brot und blühenden Blumen – es ist eine Atmosphäre, die man einfach lieben muss.

Nach all den Erkundungen gönnen wir uns einen kleinen Stopp bei Ben & Jerry’s, weil es einfach Dinge gibt, die man sich im Leben nicht verwehren sollte. Ein perfektes Beispiel? Verführerisch teures Eis, das seinen Preis absolut wert ist. Ich entscheide mich für eine Kugel „Chocolate Fudge Brownie“, während Stefan mit einem skeptischen Blick auf die Preistafel meint, für diesen Preis könnte man in Texas wahrscheinlich ein ganzes Rindersteak bekommen. Doch als er den ersten Löffel probiert, ist die Diskussion schnell beendet.

Wir genießen unser sündhaft leckeres Eis auf einer der kleinen Bänke am Fluss, beobachten, wie die Ausflugsboote mit Touristen vorbeiziehen, und lassen uns einfach von der entspannten Lebendigkeit des Riverwalks treiben.

Nachdem wir unsere süße Pause beendet haben, führt uns unser Weg noch einmal zum Historic Market Square. Ich habe das Gefühl, dass mir bestimmt noch das eine oder andere Souvenir durch die Lappen gegangen ist, und außerdem mag ich es, einfach durch die lebhaften Gassen zu schlendern, die sich mittlerweile mit noch mehr Menschen gefüllt haben.

Von dort aus setzen wir unsere Entdeckungstour entlang des Riverwalks fort, bis wir schließlich bei der Rivercenter Mall landen. Und hier passiert etwas völlig vorhersehbares – denn egal, wie viele Jahre man auf dem Buckel hat, ein Besuch im Disney Store ist immer eine kleine Zeitreise in die eigene Kindheit.

Als ich in den Laden trete, bin ich augenblicklich von all den bunten Figuren, den Kuscheltieren und den ikonischen Melodien aus Disney-Klassikern umgeben. Ich entdecke ein zauberhaftes Souvenir für unsern Enkel – und während ich es in den Händen halte, merke ich, dass ich genauso begeistert bin wie er es sein wird.

River Walk

Nach unserer Shoppingrunde verstauen wir die Einkäufe sicher im Auto und stellen fest, dass der perfekte Tag in San Antonio nur noch einen gelungenen Abschluss braucht. Und was könnte das besser erfüllen als ein richtig guter Burger?

Wir steuern einen Fuddruckers an, eine dieser klassischen amerikanischen Burger-Ketten, die für ihre hausgemachten Brötchen, saftigen Patties und eine endlose Auswahl an Toppings bekannt ist. Die Auswahl ist riesig, und nachdem wir uns für unsere Favoriten entschieden haben, beißen wir in unsere perfekt gegrillten Hamburger. Stefan grinst zufrieden.

Gegen 19 Uhr brechen wir wieder auf und begeben uns zurück auf die Market Street, die über den malerischen Riverwalk führt. Von hier aus bietet sich uns ein wundervoller Blick auf das berühmte Restaurant Casa Rio, dessen bunte Schirme ein farbenfrohes Spektakel am Fluss bilden. Dies ist wohl das begehrteste Fotomotiv in ganz San Antonio. 📸

Im Casa Rio gibt es eine Vielfalt an köstlichen mexikanischen Spezialitäten, von Tortillas über Fajitas bis hin zu Tacos und Burritos. Die Gäste dinieren am Ufer des Riverwalks, während eine Mariachi-Band „Un poco loco,“ an einem der Tische erklingen lässt. 🎶🌅

Während wir am Ufer des Riverwalks sitzen, gleiten lautlos die illuminierten Elektro-Boote auf dem glitzernden Fluss vorbei. Es ist wie eine Szene aus einem romantischen Film, und ja, man könnte es fast als „Kitsch“ bezeichnen, aber es ist auf seine eigene Art und Weise einfach wunderbar.

Gegen 19 Uhr brechen wir wieder auf und schlendern zurück zur Market Street, die über den malerischen Riverwalk führt. Und genau hier, an der wohl berühmtesten Stelle San Antonios, bietet sich uns ein Anblick, der fast schon ikonisch ist: das Casa Rio.

Dieses farbenfrohe Restaurant mit seinen bunten Schirmen, die sich entlang des Flussufers aufreihen, ist das Fotomotiv schlechthin – kein Postkartenmotiv von San Antonio kommt ohne dieses farbenprächtige Panorama aus. Gelb, Rot, Blau und Grün leuchten die Sonnenschirme im sanften Licht der Laternen, während die Gäste unter ihnen sitzen, Tacos genießen und dabei dem Klang der vorbeiziehenden Mariachi-Bands lauschen.

“Un Poco Loco” erklingt an einem der Tische, gespielt von Musikern, die mit Gitarre und Trompete durch die Reihen schlendern. Die Stimmung ist fröhlich, das Essen duftet köstlich, und es ist genau die Art von Szene, die San Antonio seinen ganz besonderen Charme verleiht.

Wir setzen uns auf eine Bank am Ufer des Riverwalks und beobachten, wie die beleuchteten Elektro-Boote lautlos über das Wasser gleiten. Die Lichter spiegeln sich im sanft plätschernden Fluss, und es fühlt sich an, als wäre man in einem romantischen Film gelandet – ja, fast ein wenig kitschig, aber auf eine wunderschöne Art.

Hier verschmelzen zwei Welten mühelos miteinander: die amerikanische und die mexikanische Kultur, der Charme des Südens und die Moderne der Großstadt. San Antonio hat es geschafft, seine Geschichte und seine Traditionen mit einem kosmopolitischen Lebensgefühl zu verbinden – und genau das macht diese Stadt so einzigartig.

Die Nacht senkt sich langsam über den Riverwalk, doch anstatt den Tag hier zu beenden, tun wir das, was man in dieser Stadt unbedingt tun sollte: Wir spazieren noch einmal am Fluss entlang und lassen uns von der magischen Kulisse verzaubern.

Jetzt, in der Dämmerung, zeigt sich der Riverwalk von seiner spektakulärsten Seite. Die Restaurants entlang des Wassers funkeln im Lichtermeer, die Laternen werfen ihr warmes Licht auf das Kopfsteinpflaster, und die beleuchteten Boote treiben gemächlich über den Fluss, als würden sie eine eigene kleine Lichtshow veranstalten.

River Walk

Während wir uns langsam auf den Weg zurück zu unserem Auto machen, wird uns plötzlich klar: San Antonio verabschiedet sich nicht einfach so von seinen Gästen – es setzt noch einen drauf.

Denn was sich hier auf den Straßen abspielt, könnte locker als inoffizielle Parade für außergewöhnliche Fahrzeuge durchgehen. Von quietschbunten, überbordend verzierten Pferdekutschen bis hin zu gepimpten Muscle Cars, die so sehr glänzen, dass man sich darin spiegeln könnte – hier ist wirklich alles dabei.

Die Kutschen, die mit blinkenden Lichterketten umwickelt sind, erinnern mehr an fahrende Jahrmarktsattraktionen als an klassische Fiaker. Manche sind mit riesigen, herzförmigen Beleuchtungen ausgestattet, die sie wie fahrende Valentinstagskarten aussehen lassen. Und ja, für Romantiker ist das vermutlich der absolute Traum – für uns ist es eher eine charmant-kitschige Attraktion, die uns ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.

Doch während die Kutschen noch halbwegs in die Szenerie einer historischen Stadt passen, wird es mit den Muscle Cars auf Steroiden erst richtig interessant. Hier stehen Boliden, die so tiefergelegt sind, dass ein Kieselstein sie aus der Bahn werfen könnte, und andere, die mit riesigen Spoilern und Flammenlackierungen direkt aus einem Fast & Furious-Film entsprungen sein könnten.

Ein besonders skurriles Exemplar rollt langsam an uns vorbei: Ein knallpinker Dodge Challenger mit riesigen goldenen Felgen, unterbodenbeleuchtet in – natürlich – Pink. Es wirkt, als wäre das Auto direkt aus einem kitschigen Musikvideo entflohen, aber genau das macht es so faszinierend.

Stefan schüttelt lachend den Kopf. „Also wenn das unser Mietwagen wäre, würdest du dich ans Steuer setzen?“ Ich überlege kurz. „Kommt drauf an… Passt ein Kofferraum voller Souvenirs rein?“

Während wir weitergehen, begegnen uns noch weitere kleine fahrende Kunstwerke – von tiefergelegten Oldtimern mit aufwändiger Airbrush-Kunst bis hin zu blinkenden LED-Wunderwerken, die vermutlich von außen heller strahlen als die Scheinwerfer eines normalen Autos.

Als wir schließlich unser eigenes Auto erreichen – das im Vergleich zu all dem gerade Gesehenen fast schon langweilig wirkt.

Mit einem letzten Blick auf das funkelnde Lichtermeer des Riverwalks steigen wir ein. San Antonio, du warst fantastisch – und ein klein wenig verrückt. Genau so, wie wir es mögen.

Seitenübersicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert