
Das Ende einer fantastischen Reise: Unser Roadtrip voller Abenteuer und Überraschungen
Der Abreisetag – dieser bittersüße Moment zwischen der Freude auf Zuhause und der Wehmut, das Abenteuer zu beenden. Die Koffer sind gepackt, die Checkliste abgehakt, und der Flughafen ruft. Keine Zeit für spontane Ausflüge oder eine letzte Shoppingtour, oder? Falsch gedacht! Heute steht etwas ganz Besonderes auf unserem Plan: die Mission, den legendären Sulley zu finden – das blaue Kuschelmonster aus Die Monster AG. Ein Geschenk für unseren Enkel, ein Versprechen, das wir unbedingt halten wollen.
Die letzten Tage fühlten sich ein bisschen an wie eine Monster-Schnitzeljagd. Disney Stores? Fehlanzeige. Diverse JC Penney-Filialen? Keine Spur. Es war, als würde Sulley höchstpersönlich Verstecken mit uns spielen. Doch dann, ein Lichtblick: Gestern hatte eine unglaublich freundliche Mitarbeiterin in JC Penney Seattle den entscheidenden Tipp parat. Die Filiale in Marysville hat noch einen Sulley vorrätig – und sie legt ihn für uns zurück. Jackpot! Unsere Mission steht fest, und das Ziel ist klar.


Nach einem entspannten Frühstück im Hotel und dem Check-out machen wir uns auf den Weg. Die Strecke nach Marysville, etwa 90 Kilometer südlich, ist ein Klacks. Die Straße liegt ruhig vor uns, die Stimmung ist aufgeregt, und das Wetter spielt mit – alles deutet darauf hin, dass heute unser Tag ist.
Angekommen im Marysville Town Center, ist es gar nicht so schwer, die JC Penney-Filiale zu finden. Mit einem Herzklopfen, das fast an eine Schatzsuche erinnert, marschieren wir zielstrebig in die Disney-Ecke. Und da ist er: Sulley, leuchtend blau und unwiderstehlich flauschig, wartet auf uns. Es fühlt sich fast so an, als würde das Monster uns zulächeln – oder ist das nur unsere Erleichterung, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert? Sulley gehört jetzt offiziell uns, und wir können es kaum erwarten, ihn unserem Enkel zu überreichen.
Mit unserem neuen, kuscheligen Freund sicher verstaut, setzen wir unsere Reise fort. Gegen 12 Uhr nähern wir uns der kanadischen Grenze – und da ist er: der unvermeidliche Stau. Aber heute stört uns das nicht. Mit Sulley auf dem Rücksitz und dem Wissen, dass wir unser Versprechen eingelöst haben, nehmen wir die Wartezeit gelassen. Während die Autos langsam vorwärts rollen, lassen wir die letzten Tage Revue passieren und träumen von der Freude unseres Enkels, wenn er sein neues Lieblingsmonster endlich in den Armen hält.
Die Mission Sulley? Absolut erfolgreich! Und jetzt – auf nach Hause, mit einem kleinen blauen Freund, der uns immer an dieses Abenteuer erinnern wird.

Wenn wir eine Reise in den Nordwesten der USA oder den Südwesten Kanadas planen, gehört ein Abstecher ins jeweils andere Land für uns einfach dazu. Immerhin trennen die faszinierenden Städte Seattle und Vancouver gerade einmal 200 Kilometer Autobahn voneinander – eine Strecke, die sich normalerweise wie im Flug zurücklegen lässt. Na ja, zumindest theoretisch. Denn dazwischen liegt die Grenze, und die hat es manchmal in sich. Sie kann mehr Abenteuer bieten, als wir uns je erträumt hätten.
Natürlich könnten wir ganz clever die aktuellen Wartezeiten online checken, bevor wir uns auf den Weg machen. Aber wo bleibt da der Nervenkitzel? Also machen wir es so, wie wir es am liebsten tun: Augen zu, Motor an, und rein ins Abenteuer! Klingt chaotisch? Mag sein. Aber es lohnt sich – vor allem, wenn man, so wie wir, gern Menschen beobachtet. Denn die Wartezeit an der Grenze verwandelt sich schnell in eine Bühne für ein herrlich abwechslungsreiches Theaterstück des Lebens.
Da war zum Beispiel dieses asiatische Paar, das offenbar den perfekten Moment für ein Selfie suchte – aus jedem erdenklichen Winkel, versteht sich. Blöd nur, dass sie so vertieft in ihre Foto-Session waren, dass sie beinahe vergaßen, in ihrem Auto weiterzufahren. Als sie es endlich taten, schien ihr Fahrzeug weiter vorne in der Schlange wie vom Erdboden verschluckt – Drama pur! Oder der Vater, der entschied, dass sein Kind in der langen Wartezeit dringend Bewegung braucht. Kurzerhand hielt er das Auto mitten auf der Fahrbahn an, öffnete die Türen weit und ließ den Nachwuchs fröhlich auf der Straße herumtollen. Wirklich, die Grenze ist manchmal wie ein Straßen-Varieté – und das Beste: Man zahlt keinen Eintritt.
Nach einer guten Stunde – die dank dieser unterhaltsamen Szenen verflog – war es dann soweit: Willkommen zurück in Kanada! Damit endete unsere zehnte (!) Grenzüberquerung in nur drei Wochen. Ja, du hast richtig gelesen. Zehn Mal. Wir könnten vermutlich ein eigenes Buch über Grenzübergänge schreiben.
Unser Fazit: Die Einreise in die USA verlief fast immer wie geschmiert. Klar, die Beamten wollten wissen, wohin wir wollten und wie lange wir bleiben, aber die Prozedur war schnell erledigt. Kanada hingegen? Ganz anders. Hier fühlten sich die Grenzbeamten wie investigative Journalisten. Warum wir reisen, wohin, wie lange, warum dieser Camper, welche Lebensmittel an Bord sind – ich hätte mich nicht gewundert, wenn sie gefragt hätten, ob ich Katzen oder Hunde bevorzuge.
Aber die eigentliche Belohnung wartete auf uns, als wir unseren Hunger stillen wollten. Wenige Minuten vom Flughafen entfernt fanden wir das Flying Beaver Bar & Grill, ein echtes Juwel. Allein der Name ließ unsere Neugierde steigen, und wir waren gespannt, was uns erwarten würde. Es versprach, der perfekte Abschluss für unsere Reise zu werden – und das wurde es tatsächlich.

Was wir zu Beginn nicht ahnten: Das Restaurant, das wir uns für unser letztes Mahl in Kanada ausgesucht hatten, entpuppte sich als echtes Juwel. Es war Teil des Wasserflugzeug-Terminals am Vancouver International Airport, und die “Start- und Landebahn” für die kleinen Maschinen erstreckte sich direkt vor unseren Fenstern. Ich meine, könnte es eine coolere Location geben? Wir saßen im ersten Stock, mit einem perfekten Blick auf das ganze Schauspiel.
Von unserem Tisch aus beobachteten wir fasziniert, wie die Wasserflugzeuge starteten und landeten. Ein besonders beeindruckender Moment war, als ein Pilot sein Flugzeug mit einem speziellen Schlepper aus dem Wasser zog, um es auf dem Land zu parken. Dieser Anblick hätte in jeder Dokumentation über Kanada einen Ehrenplatz verdient – und wir saßen mittendrin.
BILDERGALERIE: Flying Beaver Bar & Grill
Aber Moment, wir waren ja nicht nur zum Staunen hier, sondern auch zum Schlemmen! Und das Essen? Einfach großartig. Ich entschied mich für eine herrlich knusprige Pizza, während Stefan einen saftigen Cheeseburger wählte. Trotz dieser einzigartigen Aussicht waren die Preise überraschend moderat, und die Gerichte hätten auch in einem gehobenen Restaurant überzeugen können. Es war wirklich ein rundum gelungener Abschluss.
Nach dieser kulinarischen und visuellen Verwöhnung war es an der Zeit, unsere Reise zum Flughafen-Terminal fortzusetzen. Vom Restaurant aus waren es nur ein paar Schritte zum Rental Car Center, wo wir unser Auto problemlos um 14:30 Uhr zurückgaben. Wenige Minuten später waren wir bereits im Terminal, um unsere Koffer einzuchecken.

Und dann das: Unsere beiden Koffer wogen fast exakt 32,0 Kilogramm – der eine sogar nur 31,9 Kilogramm. Ein echtes Meisterwerk der Packkunst, oder? Es fühlte sich an, als hätten wir gerade einen inoffiziellen Wettbewerb im “perfekten Packen” gewonnen.
Mit unserem treuen Begleiter Sulley (ja, der Sulley!) warteten wir am Gate, das wir pünktlich gegen 15:30 Uhr erreichten. Natürlich hatte unser Flug Verspätung – anstelle des geplanten Abflugs um 17:35 Uhr hoben wir erst um 19 Uhr ab. Doch diese Verzögerung hatte auch ihre guten Seiten: Während wir auf den Abflug warteten, konnten wir einen spektakulären Blick auf das nächtliche Vancouver genießen – ein wahres Lichtermeer, das die perfekte letzte Erinnerung an Kanada bot.
Unser Kapitän legte sich mächtig ins Zeug, und es schien fast so, als hätte er seinen Flieger in den “Turbo-Modus” geschaltet. Der Start verlief angenehm ruhig, und sobald wir in der Luft waren, erlebten wir einen der beeindruckendsten Ausblicke der gesamten Reise. Vancouver verabschiedete sich mit einem spektakulären Panorama aus glitzernden Lichtern, die sich wie ein leuchtendes Netz über die Dunkelheit spannten. Es war, als ob die Stadt uns zum Abschied zuwinken wollte.

Während des Fluges zeigte sich die Crew von ihrer besten Seite. Getränke wurden mit einem freundlichen Lächeln serviert, und das Abendessen war überraschend gut. Ich entschied mich für Hähnchen in einer sahnigen Kräutersoße, während Stefan die Pasta wählte. Beides wurde mit einem Salat und einem Dessert ergänzt – und ja, sogar der Kaffee hatte eine angenehme Stärke. Es fühlte sich fast an wie ein kleines Restaurant in den Wolken, nur mit ein bisschen mehr Turbulenzen hier und da.
Apropos Turbulenzen: Unsere Route führte uns über den Atlantik, wo uns ein paar “Luftlöcher” ordentlich durchschüttelten. Aber unser Kapitän blieb gelassen und beruhigte uns mit seiner entspannten Durchsage, dass das alles “absolut normal” sei.

Nach ein paar Stunden Schlaf – oder besser gesagt, einem Versuch davon – wurde das Kabinenlicht langsam erhellt, und ein leichtes Frühstück wurde serviert. Es war nichts Spektakuläres, aber der warme Brezel-Duft in der Kabine machte den Start in den Morgen deutlich angenehmer. Die Crew kümmerte sich aufmerksam um die Passagiere und versorgte uns mit Tee, Kaffee und sogar einem aufmunternden Lächeln.
Die Landung in Frankfurt war erstaunlich sanft, und unser Kapitän schaffte es tatsächlich, die Verspätung fast komplett aufzuholen. Beim Aussteigen wurde uns klar: Dieser Flug war mehr als nur ein Transportmittel. Es war die perfekte Gelegenheit, unsere Erlebnisse Revue passieren zu lassen, die Fotos auf unseren Handys durchzublättern und gedanklich noch einmal in die großartigen Momente unserer Reise einzutauchen. Ein wahrhaft würdiger Abschluss für eine unvergessliche Zeit!


Dank unserer Premium-Tickets wurde unser Gepäck priorisiert ausgeladen, und schon nach 15 Minuten rollten unsere Koffer aufs Band. Um 14:52 Uhr saßen wir bereits im ICE Richtung Stuttgart – der perfekte Abschluss einer perfekt getakteten Rückreise.
Doch das eigentliche Highlight war die Rückschau auf unseren epischen Roadtrip: Mit unserem Camper legten wir sage und schreibe 8.855 Kilometer zurück und tankten dabei etwa 1.600 Liter Diesel. Zusätzlich fuhren wir mit unserem Ford Escape noch 695 Kilometer durch die wunderschöne Region rund um Seattle und Vancouver.
Wenn wir jetzt zurückblicken, können wir es selbst kaum glauben: Vor ein paar Jahren hätten wir nie gedacht, dass Camping etwas für uns sein könnte. Doch jetzt? Es ist kein besseres oder schlechteres Reisen – es ist einfach anders. Und dieses “anders” hat uns vollkommen überzeugt.
Fazit: Wir kommen definitiv wieder! Unser Roadtrip war ein unvergessliches Abenteuer, das uns nicht nur die grandiose Natur Alaskas und Kanadas, sondern auch uns selbst ein bisschen nähergebracht hat. Die nächste Reise kann kommen – und wir freuen uns jetzt schon auf die neuen Geschichten, die das Leben für uns bereithält.