Corona erreicht Las Vegas: Ein St. Patrick’s Day wie nie zuvor – Shopping und Leere Straßen

Unser Tag begann mit einem kleinen Planungsmeeting: „Wie viele ROSS Stores gibt es eigentlich in Las Vegas?“Stefan, unser persönlicher Shopping-Navigator, hatte eine Route erstellt, die uns gefühlt an jedem einzelnen vorbeiführen würde. „Effizienz ist alles,“ erklärte er stolz. Ich war skeptisch, aber was soll’s – wenn einer weiß, wie man Schnäppchen jagt, dann er. Doch bevor wir uns in den Kaufrausch stürzen konnten, war klar: Wir brauchen ein Frühstück, das uns auf Shopping-Level hebt.

Frühstück bei Denny’s – Las Vegas-Edition

Buffet? Fehlanzeige. Danke, Corona! 🙄 Die ikonischen Buffets, die wir sonst so lieben, sind geschlossen. Traurig, aber wahr. Doch Las Vegas wäre nicht Las Vegas, wenn es nicht eine Alternative gäbe. Unser Ziel: Denny’s an der Tropicana Avenue. Ein Klassiker, der uns bisher nie enttäuscht hat. Als wir eintreten, fällt uns eines sofort auf: Wir sind allein. Keine anderen Gäste, nur wir. „Wie exklusiv!“ sage ich lachend.

Die Kellnerin, freundlich und offensichtlich froh über ein bisschen Gesellschaft, begrüßt uns herzlich und bringt die Speisekarten. „Pancakes oder Omelett?“ war die erste große Entscheidung des Tages. Stefan entschied sich für die klassische Variante mit Eiern, Speck und Toast. Ich hingegen konnte nicht widerstehen und wählte die „Cinnamon Roll Pancakes“ – und ja, sie waren so sündig, wie sie klingen. Während wir warteten, bemerkten wir, wie ruhig es war – fast unheimlich für eine Stadt, die nie schläft. Aber die Ruhe gab uns Zeit, den Tag zu planen: „Wenn wir clever sind, schaffen wir mindestens vier ROSS Stores vor dem Mittagessen!“

Das Essen kam schnell, und die Portionen waren – wie immer bei Denny’s – nichts für den kleinen Hunger. „Ist das ein Pfannkuchen oder ein Wurfanker?“ fragte Stefan, als mein Teller vor mir landete. Aber der Geschmack: himmlisch. Zimt, Zucker und eine dicke Schicht Glasur – das perfekte Kalorien-Upgrade für einen langen Shopping-Tag. Stefans Frühstück war weniger dekadent, aber genauso sättigend, und mit jedem Bissen stieg unsere Energie.

Nachdem wir uns durch unsere Teller gearbeitet hatten – ja, „gearbeitet“ ist das richtige Wort – waren wir bereit. Die Mission „ROSS“ konnte beginnen.

Erster Stopp: ein ROSS Store an der Tropicana Avenue, keine fünf Minuten vom Denny’s entfernt. Schon beim Betreten roch es nach Schnäppchen (oder vielleicht nach Teppichreiniger, wer weiß). Wir teilten uns auf, um effizient zu sein: Stefan übernahm die Herrenabteilung, während ich durch die Regale mit Handtaschen und Schuhen stöberte.

ROSS ist immer ein Erlebnis: Man weiß nie, was man findet, aber man weiß, dass es günstig sein wird. Der zweite ROSS Store war etwas weiter weg, aber Stefan fuhr entschlossen – mit Google Maps und einer klaren Mission. Dieser Store war größer, und die Auswahl war fast überwältigend. Ich entdeckte ein Paar Sneakers, das perfekt zu einer neuen Tasche passte, während Stefan ein Hoodie fand, der aussah, als hätte er mindestens das Dreifache gekostet. Schnäppchen-Glück pur!

Nach mehreren Stunden, vielen Tüten und einem Zwischenstopp für einen schnellen Kaffee (okay, und einen Donut), war klar: Unsere Mission war ein voller Erfolg. Die Wunschlisten wurden kürzer, die Koffer voller und die VISA-Card ein bisschen heißer.

Vier Stunden nach unserem üppigen Frühstück meldete sich der Hunger wieder. Zeit für ein spätes Mittagessen! Glücklicherweise befand sich ein Hooters-Restaurant ganz in der Nähe, am Rainbow Boulevard. Perfekt, dachten wir uns, und machten uns auf den Weg. Doch was uns dort erwartete, war … sagen wir mal: unerwartet.

Wir betraten das Restaurant und wurden von der inzwischen fast vertrauten Stille empfangen. „Sind wir eigentlich die einzigen, die hier überhaupt essen gehen?“ fragte Stefan grinsend. Tatsächlich waren wir wieder einmal die einzigen Gäste. Essen ohne Wartezeit – traumhaft, oder? Aber in einem leeren Lokal zu sitzen, hat schon etwas Eigenartiges. Die Stühle um uns herum wirkten ein bisschen wie stumme Zeugen, die uns zuwinken wollten: „Los, bestellt schon, sonst wird’s hier noch ruhiger!“ 😅🍔🍗🍻

Das Essen kam natürlich blitzschnell – keine Überraschung, schließlich hatten die Köche offensichtlich keine anderen Bestellungen auf dem Tisch. Die Hooters-Wings waren wie immer köstlich, und wir genossen sie in aller Ruhe, während wir uns über den Vormittag und unsere noch bevorstehende Shoppingtour unterhielten. Vielleicht lag es an der Stille oder daran, dass wir uns endlich mal hinsetzen und durchatmen konnten, aber diese Pause fühlte sich wie ein kleiner, wertvoller Luxusmoment an. Manchmal sind solche unaufgeregten Momente auf Reisen genauso wichtig wie die großen Abenteuer.

Als wir fertig gegessen hatten und wieder im Jeep saßen, fiel unser Blick auf den hartnäckigen Dreck, der immer noch den Wagen zierte. „Der arme Kerl könnte wirklich mal eine Dusche vertragen,“ meinte Stefan und erinnerte sich daran, dass wir in der Nähe vor einiger Zeit eine Autowaschanlage entdeckt hatten, die für wenig Geld gute Arbeit leistete. „Vielleicht ist heute der Tag für ein bisschen Jeep-Wellness?“

Ich musste lachen, als ich den Zustand des Autos betrachtete – es war tatsächlich Zeit für eine ordentliche Reinigung. Die riesigen Schmutzklumpen, die sich hartnäckig an den Seiten hielten, sahen aus, als wären wir gerade von einer Safari zurückgekehrt. „Wenn wir nicht bald waschen, könnten uns Touristen fragen, ob das ein ‚Dirt-Art-Design‘ ist,“scherzte ich.

Wir fanden die Autowaschanlage recht schnell, und der Mitarbeiter war sichtlich schockiert, als er unseren Wagen sah. „Wow, das ist mal eine Herausforderung,“ sagte er mit einem Blick, der irgendwo zwischen Mitleid und Unglauben schwankte. „Ob wir das sauber kriegen? Keine Garantie!“ Aber hey, wir wollten ja keine Perfektion – „Ein bisschen sauberer reicht völlig,“ beruhigte ich ihn.

Carwash

Für schlappe $10 durfte unser Jeep die volle Wellnesskur genießen. Zwei fleißige Mitarbeiter bewaffneten sich mit Dampfstahlern und Seifenwasser und legten los. Der Schmutz kämpfte hart, aber am Ende siegten die Reinigungskünste der Autowäsche. Als der Jeep schließlich durch die Waschstraße rollte und von Hand abgetrocknet wurde, fühlte er sich fast wie ein neues Auto an. Stefan, der die ganze Zeit mit einem leicht schuldbewussten Lächeln zugesehen hatte, ließ sich nicht lumpen und gab ein großzügiges Trinkgeld. „Man will ja nicht als der Typ in Erinnerung bleiben, dessen Auto eine Autowaschanlage in die Knie gezwungen hat,“ witzelte er.

Mit einem blitzsauberen Jeep und frisch gestärkter Energie machten wir uns bereit für den nächsten Abschnitt unseres Tages: mehr Shopping, mehr Abenteuer und – wie immer – jede Menge Spaß!

Red Rock Harley Davidson

Mit frisch gewaschenem Jeep und leicht ermatteten Kreditkarten setzten wir unseren Shopping-Marathon fort. Nach vier weiteren ROSS-Filialen (wo ich mich frage, ob Stefan heimlich eine Schatzkarte für Schnäppchenläden besitzt) und einem kurzen Abstecher zur Harley-Davidson-Filiale (die uns mit ihrem coolen Biker-Charme beeindruckte), steuerten wir schließlich zurück zum Las Vegas Boulevard. Es war bereits 16:30 Uhr, und wir beschlossen, den Tag in der Las Vegas Fashion Show Mall ausklingen zu lassen – unserem persönlichen Shopping-Refugium am Strip.

Die Fashion Show Mall ist wirklich eine Klasse für sich. Sie liegt prominent am westlichen Ende des Strips und ist mit über 250 Geschäften eine der größten und vielseitigsten Malls der Stadt. Egal, ob man auf der Suche nach einem luxuriösen Designerstück ist oder einfach nur Alltagskleidung braucht, hier wird man fündig. Von Macy’s bis Victoria’s Secret, von GAP bis zum unvermeidlichen Apple Store – die Auswahl ist einfach gigantisch.

Das Schöne an der Fashion Show Mall ist die Mischung. Neben den großen Kaufhäusern und Alltagsschnäppchen findet man auch Boutiquen von Luxusmarken, die uns mit ihren schicken Schaufenstern magisch anzogen – auch wenn wir es meistens bei einem bewundernden Blick beließen. Doch wer weiß? Manchmal wird man ja auch bei Gucci oder Louis Vuitton von einem „Sale“-Schild überrascht. (Spoiler: Diesmal leider nicht. 😉)

Las Vgas Fashion Show

Las Vegas ist bekannt für seine unaufhörliche Energie, das vibrierende Leben und die immer vollen Straßen. Doch heute fühlte sich die Stadt wie eine Hülle ihrer selbst an – fast gespenstisch. Den ganzen Tag über hatten wir kaum Menschen gesehen, und es wurde immer surrealer. In den Restaurants saßen wir meist alleine, und die riesigen Malls, die normalerweise von Leben erfüllt sind, wirkten fast wie Geisterstädte.

„Closed until further notice“

Die Fashion Show Mall, unser letzter Stopp des Tages, war ein Paradebeispiel für diesen seltsamen Zustand. Geschlossen, geschlossen, geschlossen – an etwa 80% der Geschäfte hingen Zettel mit der Aufschrift: „Because of COVID-19… Closed until further notice.“ Es war ein seltsames Gefühl, durch die großen, offenen Gänge zu schlendern, fast ohne auf andere Menschen zu treffen. Diese endlosen Schließungen, gepaart mit der leisen Hintergrundmusik der Mall, machten die Szenerie fast unwirklich.

Mit ein paar Tüten in der Hand kehrten wir schließlich ins Hotel zurück und brachten unsere Einkäufe ins Zimmer. Am Valet Parking erwartete uns jedoch ein amüsanter Moment: Ein Mitarbeiter gratulierte uns zu unserem „neuen, sauberen Auto“! Es war ironisch und irgendwie charmant zugleich. Jetzt, da der Jeep glänzte, fielen uns natürlich kleine Kratzer und Schrammen auf, die vorher unter dem Wüstenschmutz verborgen geblieben waren – typisch. 😅

Nach einer kurzen Pause im Zimmer – wir brauchten dringend ein paar Minuten zum Durchatmen – beschlossen wir, den Abend mit einem Burger bei Fuddruckers ausklingen zu lassen. Stefan hatte diese Idee schon seit dem Nachmittag im Kopf, und da nichts so konstant wie die Lust auf einen guten Burger ist, ließen wir uns das Auto bringen und fuhren ins Orleans Casino, etwas abseits des Las Vegas Boulevard.

Das Orleans war schon immer etwas ruhiger als die Hotels direkt am Strip, doch an diesem Abend war die Ruhe fast erdrückend. Jeder zweite Spielautomat war ausgeschaltet, und nur wenige Gäste saßen an den Roulettetischen. Die Abstände zwischen den Sitzplätzen waren mit Klebeband markiert, und an jeder Ecke standen Desinfektionsstationen. Selbst in einem Ort wie Las Vegas, der nie wirklich schläft, hatte die Pandemie ihre Spuren hinterlassen.

Doch Fuddruckers war geöffnet – und allein das fühlte sich wie eine kleine Rückkehr zur Normalität an. Der typische Burger-Buffet-Tisch, wo man sich normalerweise selbst mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Saucen bedienen kann, war jedoch geschlossen. Stattdessen wurden wir mit kleinen Behältern voll frisch vorbereiteter Zutaten versorgt. Es war zwar ein ungewohntes Bild, aber die Burger schmeckten genauso fantastisch wie immer. Für einen Moment vergaßen wir die leeren Straßen, die geschlossenen Geschäfte und das unheimliche Gefühl des Tages.

Nach dem Essen verbrachten wir noch ein paar Minuten damit, durch das Casino zu schlendern. Doch die Leere und die gedämpfte Stimmung hielten uns nicht lange dort. Zurück im Hotel, warfen wir noch einen letzten Blick auf den Strip, der auch in diesen Zeiten funkelte, wenn auch ein bisschen gedämpfter als sonst. Es war ein eigenartiger Tag gewesen, aber auch ein unvergesslicher – ein Kapitel in der Geschichte einer Stadt, die sich sonst niemals stoppen lässt.

Eiffel Tower Las Vegas

Nachdem wir die saftigen Burger bei Fuddruckers genossen hatten, stand eigentlich der Rückweg ins Hotel an. Doch dann fiel es uns ein: Heute ist St. Patrick’s Day! 🍀 Normalerweise ein Ereignis, das in Las Vegas für ausgelassene Stimmung sorgt – mit grünen Lichtern, irischen Klängen und feierwütigen Menschen. Ein kurzer Blick auf den Eiffelturm am Strip, der in einem satten Grün erstrahlte, reichte aus, um uns zu überzeugen: Wir müssen nach Downtown!

Mit großen Erwartungen fuhren wir in Richtung Fremont Street, dem Herzen von Downtown Las Vegas, wo St. Patrick’s Day normalerweise mit einem bunten Spektakel gefeiert wird. Die grüne Beleuchtung der berühmten LED-Decke, die Fremont Street Experience, strahlte wie immer – ein verheißungsvoller Anblick. Doch die Straßen, die normalerweise überfüllt sind, wirkten fast menschenleer. Wo waren die grün bemützten Feierwütigen? Die Live-Bands? Die Trinkgelage? Stattdessen sahen wir genau sechs Menschen, zwei davon trugen immerhin grüne Ketten. Die sonst so vibrierende Energie von Downtown war zu einer gespenstischen Stille geschrumpft.

Fremont Street

Es fühlte sich an wie eine Szene aus einem dystopischen Film: Lichter, aber keine Menschen. Kein Lachen, keine Musik – nur wir und ein paar verstreute Seelen, die vielleicht auch dachten, sie würden eine Party vorfinden.

Enttäuscht – und ehrlich gesagt ein bisschen erschüttert – kehrten wir zum Auto zurück und machten uns auf den Heimweg. Die sonst so lebhafte Kreuzung von Las Vegas Boulevard und Tropicana Avenue, die zu jeder Tageszeit vor Leben pulsiert, war fast leer. Ein paar Autos rollten vorbei, aber die Straßen wirkten wie ausgestorben. Vegas in Ruhe – eine Erfahrung, die man nicht so schnell vergisst.

Las Vegsas Blvd

Im Hotel angekommen, riefen wir meine Tochter an, um nach den neuesten Nachrichten aus Deutschland zu fragen. Die Welt zu Hause schien gerade Kopf zu stehen: Kindergärten und Schulen schlossen, der Einzelhandel folgte bald, und die Regale in den Supermärkten waren leer. Toilettenpapier, Nudeln, Reis – alles ausverkauft. Es war eine merkwürdige Parallelwelt: Während Deutschland auf einen Lockdown zusteuerte, blinkte draußen der Strip weiter in seiner ganzen Pracht.

New York New York

Bevor wir schlafen gingen, schauten wir aus unserem Hotelfenster hinaus auf den Strip. Von hier oben sah alles noch aus wie immer: blinkende Reklamen, glitzernde Hotels und der pulsierende Schein der Casino-Lichter. Doch die Straßen darunter erzählten eine andere Geschichte. Es war, als ob Vegas versuchte, so zu tun, als wäre alles normal, obwohl die Stille längst die Oberhand gewonnen hatte.

Nach diesem skurrilen St. Patrick’s Day entschieden wir, dass der nächste Tag ganz dem Glücksspiel gewidmet sein sollte. 🎰 Vielleicht waren die Casinos genauso leer wie die Straßen – oder vielleicht war das die Gelegenheit, ohne Wartezeiten an einen Slot zu kommen! Ein Abenteuer wartete, wie immer in Vegas.

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