
Salt Lake City – Ein Tag zwischen Capitol, Temple Square und Shoppingrausch
Nach dem Frühstück starteten wir um 9:00 Uhr in Richtung Salt Lake City – eine Stadt, die auf den ersten Blick so nüchtern und ordentlich wirkt wie ein frisch geleckter Schreibtisch. Perfekte Straßen, nummerierte Avenues, kein überflüssiges Chaos. Man könnte fast meinen, die Stadt wurde mit einem gigantischen Lineal entworfen. Aber trotzdem – oder gerade deswegen – hat sie eine gewisse Faszination.
Schon bei der Einfahrt ragte das Capitol majestätisch über der Stadt. Ein Granit-Koloss, der mit seinen 52 korinthischen Säulen und der gewaltigen Kuppel in Sachen Pomp durchaus mit Washington D.C. mithalten kann.Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Von oben hatten wir eine grandiose Aussicht auf die Stadt, eingerahmt von den schneebedeckten Wasatch Mountains. Ein Bild wie aus einem Utah-Reiseführer.

BILDERGALERIE: Utah State Capitol
Nur einen Steinwurf vom Capitol entfernt lag das religiöse Herz der Stadt: Der Temple Square. Eigentlich die Attraktion in Salt Lake City – wäre da nicht die gigantische Baustelle. Statt ehrfurchtsvoller Blicke auf den berühmten Mormonen-Tempel gab es nur Kräne, Baugerüste und Absperrungen zu sehen. Es war ein bisschen so, als würde man zum Louvre pilgern, nur um dann vor einer eingerüsteten Mona Lisa zu stehen. Aber gut – Religion ist Geduld.

BILDERGALERIE: Salt lake City
Nach all der Kultur und Geschichte wurde es Zeit für etwas ganz anderes: Shopping. Also weiter ins City Creek Center, ein Einkaufszentrum, das so gepflegt war, dass man fast ein schlechtes Gewissen bekam, den Boden zu betreten. Spielzeugladen für die Kinder, Food Court für den kleinen Hunger zwischendurch, Apple Store für die Technikfans und GAP Kids für modische Nachwuchsabenteurer. Und natürlich: Starbucks! Nadine wollte unbedingt ihre „Been There“-Tasse für Salt Lake City – eine Mission, die wir selbstverständlich erfolgreich abschlossen.
BILDERGALERIE: City Creek Center
Nach all dem Laufen, Erkunden und Shoppen war es Zeit für eine Belohnung – und die gab es in der Squatters Brewery.Eine entspannte Atmosphäre, kaltes Bier und deftiges Essen – genau das Richtige nach einem Tag voller Architektur, Geschichte und Konsum. Kurzzeitig kamen wir sogar auf die Idee, ob wir morgen früh wirklich weiterfahren sollten oder nicht einfach noch einen Tag hier bleiben.

BILDERGALERIE: Squatters Pub Brewery
Nach dem Essen wollen wir noch ein paar Meilen fahren. Und so rollten wir mit unserem monströsen Camper nach Ephraim ca 100 Meilen südlich von Salt Lake City. Und was wäre ein Roadtrip ohne eine Nacht auf einem Walmart-Parkplatz? Willkommen beim “Wally-Docking”, der inoffiziellen Kunst des kostenlosen Übernachtens bei Amerikas größtem Supermarkt. Vorteile: Keine Stellplatzgebühren, schnelles Nacht-Shopping, Toiletten rund um die Uhr. Nachteile? Eigentlich keine – außer vielleicht das dezente Gefühl, dass man gleich in einem Dokumentarfilm über „Vanlife in den USA“ landet.

Ein letzter Einkauf, dann ab ins Bett – morgen wartet das nächste Abenteuer!

