Ganz Los Angeles an einem Tag – wir haben Urlaub, keine Zeit!
Mit dem Ausschlafen wird es nichts. Unser Körper hat beschlossen, weiterhin nach deutscher Zeit zu arbeiten, und zeigt sich gegenüber kalifornischen Öffnungszeiten vollkommen uneinsichtig. Draußen liegt Los Angeles noch im Dunkeln, während wir bereits hellwach im Bett liegen. Gestern Abend hätten wir im Stehen schlafen können, jetzt könnten wir problemlos eine mittelgroße Firma sanieren. Stattdessen nehmen wir uns die Koffer vor. Auch eine Herausforderung, nur mit mehr Unterwäsche.
Für die kommenden Tage brauchen wir nämlich ein System. Im Ferienhaus in Florida konnte man alles gemütlich in einen Schrank räumen, hier müssen wir unsere Garderobe so organisieren, dass nicht bei jedem Hotelwechsel der gesamte Kofferinhalt zur öffentlichen Besichtigung freigegeben wird. Frische Socken sollten erreichbar sein, ohne vorher drei Hosen, sämtliche Ladekabel und die eigene Geduld herausnehmen zu müssen. Also wird sortiert, umgeschichtet und mit jener Zuversicht gepackt, die man nur haben kann, solange man noch nicht zum fünften Mal ein bestimmtes T-Shirt sucht. Im Moment sieht das alles ausgesprochen durchdacht aus. Wir sind sehr stolz auf uns.
Um sieben Uhr sitzen wir im Jeep und kümmern uns um die nächste wichtige Frage: Frühstück. Nach dem gestrigen Erfolg mit den Chicken Nuggets wollen wir unsere Beschäftigung mit der amerikanischen Küche konsequent fortsetzen. Heute steht frittierter Teig auf dem Programm. Schließlich kann man nicht nach Kalifornien fliegen und dann morgens so tun, als wäre ein Vollkornbrot mit Magerquark eine angemessene Würdigung der örtlichen Kultur.
Wir finden einen kleinen, unscheinbaren Donutladen, dessen Auslage sämtliche vernünftigen Ernährungsvorsätze bereits an der Tür erledigt. Zuckerguss, Schokolade, Streusel, Füllungen – hier hat jemand verstanden, dass ein Loch in der Mitte keineswegs bedeutet, dass außen herum gespart werden muss. Wir treffen unsere Auswahl mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und frühstücken ausgesprochen zufrieden. Der Tag hat kaum angefangen, und schon sind die Finger klebrig. So stelle ich mir Urlaub vor.
Unser erstes Besichtigungsziel ist das Hollywood-Sign. Gestern konnten wir es vom Hotelzimmer aus sehen, heute möchten wir etwas näher ran. Immerhin sind wir nicht um die halbe Welt geflogen, um hinterher auf unseren Fotos einen Hügel zu zeigen und dazuzusagen: „Wenn ihr ganz genau hinschaut, da hinten, dieser weiße Strich …“ Der Reiseführer empfiehlt die Ecke Franklin Avenue und Gower Street. Also fahren wir brav dorthin. Noch genießen gedruckte Empfehlungen bei uns einen gewissen Vertrauensvorschuss.
Tatsächlich kann man den Schriftzug von dort sehen. Man kann allerdings auch sehr viel anderes sehen, vor allem Entfernung. Ich betrachte die Buchstaben, dann die Kamera und schließlich noch einmal die Buchstaben. Für ein Beweisfoto reicht es, für meine Vorstellung von „Wir sind in Hollywood!“ besteht eindeutig Nachbesserungsbedarf. Der Verfasser unseres Reiseführers muss entweder ein beeindruckendes Teleobjektiv besitzen oder sich sehr schnell zufriedengeben.
Wir fahren weiter in Richtung Hügel. Irgendwo muss es schließlich eine Stelle geben, an der Hollywood bereit ist, etwas größer ins Bild zu kommen. Der direkte Weg ist gesperrt, was unseren Entdeckergeist kurz ausbremst, aber keineswegs beendet. Wir wollen ja nicht das zweite O weiß streichen, sondern lediglich ein vernünftiges Foto machen. Also suchen wir uns über den Mulholland Drive einen anderen Aussichtspunkt und werden tatsächlich belohnt.

Da steht es nun: HOLLYWOOD, in großen weißen Buchstaben am trockenen Hang, darüber strahlend blauer Himmel. Endlich so, dass später niemand eine Lupe fürs Fotoalbum braucht. Es ist schon bemerkenswert, was neun Buchstaben mit einem anstellen können. Zu Hause würde ich für einen Schriftzug an einem Berg vermutlich nicht einmal den Motor abstellen, hier stehe ich begeistert herum und fotografiere, als hätte ich das Kino persönlich entdeckt. Noch ein Bild, ein etwas anderer Ausschnitt und sicherheitshalber eines mehr. Man weiß schließlich nie, ob sich so ein Berg im entscheidenden Moment bewegt.
Mit dieser ersten fotografischen Großtat im Gepäck geht es weiter nach Beverly Hills zum Rodeo Drive. In meinem Kopf läuft sofort „Pretty Woman“. Julia Roberts, elegante Geschäfte, Einkaufstaschen und ein Mann, der das Bezahlen erfreulich unkompliziert findet. Stefan ist dabei, die Geschäfte sind auch da – wir haben also schon einmal eine brauchbare Ausgangslage. Über die Sache mit den Einkaufstaschen müssen wir gegebenenfalls noch verhandeln.

Der Rodeo Drive gibt sich jedenfalls alle Mühe. Palmen, Blumen, makellose Fassaden und Schaufenster, in denen einzelne Handtaschen so feierlich präsentiert werden, als hätten sie gerade einen bedeutenden Friedensvertrag ausgehandelt. Alles sieht teuer aus, sogar die Luft scheint hier frisch gebügelt zu sein. Ich richte mich unwillkürlich ein bisschen gerader auf. Man möchte zwischen all dem Wohlstand ja nicht den Eindruck erwecken, man habe vor Kurzem noch Zuckerguss von den Fingern geleckt.
Was fehlt, ist die von mir insgeheim erwartete Prominentenparade. Stattdessen begegnen uns vor allem Menschen mit Kameras, die offenbar genau dasselbe vorhaben wie wir: berühmte Leute sehen und dabei möglichst beiläufig vor berühmten Geschäften stehen. Es ist ein sehr demokratisches Schauspiel. Jeder wartet darauf, dass jemand Interessantes vorbeikommt, während die wirklich interessanten Leute vermutlich ganz woanders in Ruhe frühstücken.
Wir widmen uns also den Schaufenstern. Gucci, Prada, Louis Vuitton, Dior – die Namen kenne ich, bei den Preisen möchte ich die Bekanntschaft lieber nicht unnötig vertiefen. Vor Tiffany bleibe ich natürlich trotzdem stehen. Schauen kostet schließlich nichts, und solange ich draußen bleibe, kann Stefan die Auslagen ebenfalls ganz entspannt bewundern. So haben wir beide etwas davon: ich die schönen Dinge und er die Gewissheit, dass sie im Laden bleiben.
Natürlich machen wir Fotos. Stefan vor einer schicken Fassade, die nächste elegante Auslage, Palmen, Straßenschilder – wir dokumentieren unseren Aufenthalt mit der Gründlichkeit zweier Menschen, die hinterher auch ohne Kassenzettel nachweisen möchten, dass sie hier gewesen sind. Stefan lässt sich geduldig ablichten. Vermutlich ahnt er, dass eine ausgiebige Fotoserie vor den Geschäften immer noch die günstigste Form ist, mit mir den Rodeo Drive zu besuchen.
Beim Weiterbummeln ertappe ich mich trotzdem dabei, wie ich ein bisschen „Pretty Woman“ spiele. Rein innerlich natürlich, meine Garderobe gibt die große Verwandlung heute nicht her. Aber zwischen diesen Fassaden darf man sich schon einmal vorstellen, wie es wäre, einfach hineinzugehen und lässig auf mehrere Kleiderstangen zu zeigen. Dann denke ich an die Parkgebühren unseres Hotels und komme zu dem Schluss, dass wir bereits sehr großzügig in Luxus investieren. Unser Auto führt hier schließlich ein ausgezeichnetes Leben.
Zum passenden Abschluss dieses kleinen Ausflugs in die Welt der unbegrenzten Kreditkarten schauen wir noch in die Lobby des Regent Beverly Wilshire. Wenn wir schon keine Einkaufstüten herumschleppen, möchten wir wenigstens einmal dort stehen, wo für uns die „Pretty Woman“-Vorstellung endgültig komplett ist. Draußen die elegante Fassade mit den gestreiften Markisen, drinnen alles so gepflegt und vornehm, dass ich automatisch etwas leiser werde. Offenbar hält mein Unterbewusstsein Lautstärke für eine Frage der Zimmerpreise.
Wir schauen uns um und versuchen dabei, so auszusehen, als hätten wir hier etwas ganz Selbstverständliches zu erledigen. Als würden wir gleich nach oben in unsere Suite fahren und nicht nach ein paar Minuten wieder hinausgehen. Richard Gere lässt sich leider nicht blicken. Wahrscheinlich ist er gerade damit beschäftigt, einer anderen Frau den Einkaufsbummel zu finanzieren. Ich habe Stefan, und der bringt mich immerhin zuverlässig mit dem Jeep von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Angesichts meines heutigen Programms ist das durchaus eine beachtliche Liebeserklärung.
Wieder draußen blinzeln wir in die Sonne. Die Kreditkarte hat den Rodeo Drive unbeschadet überstanden, die Kamera hat ordentlich gearbeitet, und ich finde, wir haben uns in Beverly Hills ausgesprochen gut gehalten. Für Menschen, deren Frühstück aus frittiertem Teig bestand, war das ein bemerkenswert eleganter Vormittag. Jetzt wird es aber Zeit, unseren Jeep wieder in Bewegung zu setzen – Los Angeles hat schließlich noch mehr zu bieten als Dinge, die wir uns durchs Schaufenster anschauen.

Nach so viel gepflegtem Luxus steht uns der Sinn nach einer Aussicht, bei der man nicht versehentlich auf ein Preisschild schaut. Bevor wir uns ins Getümmel von Hollywood stürzen, zieht es uns deshalb noch einmal hinauf in die Hollywood Hills. Die haben uns heute Morgen bereits einen ordentlichen Blick auf die berühmten Buchstaben beschert, jetzt möchten wir wissen, was es von dort oben sonst noch zu sehen gibt. Außerdem sitzt es sich nach unserem standesgemäßen Auftritt in Beverly Hills ausgesprochen angenehm im Jeep. Hier dürfen wir wieder ganz normal schauen und müssen nicht so tun, als hätten wir zu Hause bereits drei ähnliche Handtaschen.
Stefan lenkt uns durch die kurvigen Straßen, während ich mich der verantwortungsvollen Aufgabe widme, aus dem Fenster zu sehen. Zwischen Bäumen und Sträuchern tauchen Häuser auf, die teilweise erstaunlich entschlossen am Hang kleben. Bei manchen möchte man hoffen, dass derjenige, der die Aussicht geplant hat, auch kurz mit einem Statiker gesprochen hat. Dazwischen liegen trockene, braune Hänge, dann wieder sattes Grün und einzelne Palmen. Kalifornien hat im September offenbar wenig Interesse daran, flächendeckend wie ein frisch gewässerter Golfplatz auszusehen. Uns gefällt es trotzdem – oder gerade deshalb.
An einem kleinen Aussichtspunkt halten wir an und steigen aus. Unter uns breitet sich Los Angeles aus, und zum ersten Mal bekommen wir eine ungefähre Vorstellung davon, wie unverschämt groß diese Stadt tatsächlich ist. Häuser, Straßen, noch mehr Häuser und dahinter einfach weiter Stadt. Die Hochhäuser von Downtown stehen in der Ferne wie ein kleines Grüppchen, das sich bei einer Veranstaltung zusammengefunden hat und nun nicht mehr weiß, wo der Ausgang ist. Gestern Abend haben wir noch mitten zwischen ihnen gesessen und uns sehr großstädtisch gefühlt. Von hier oben schrumpft selbst unser 29. Stock auf ein ausgesprochen bescheidenes Maß zusammen.
Ich versuche, diese Weite zu fotografieren. Ein optimistisches Vorhaben, denn während meine Augen begeistert über das Panorama wandern, bietet mir die Kamera einen recht übersichtlichen Ausschnitt an. Also ein Bild nach links, eines geradeaus und eines nach rechts. Zu Hause müssen die Betrachter dann eben beim Anschauen den Kopf mitdrehen. Ausgerechnet dort, wo Downtown besonders schön zu sehen ist, ziehen außerdem Leitungen durchs Bild. Offenbar hat bei der Stromversorgung wieder niemand an mein späteres Fotoalbum gedacht.
Hier oben ist es erstaunlich ruhig. Unten erstreckt sich diese gewaltige Stadt, aber an unserem Aussichtspunkt können wir einfach stehen und schauen, ohne dass gleich jemand weiterwill, überholt oder eine Handtasche verkaufen möchte. Ich merke, wie ich allmählich aufhöre, nach einzelnen Sehenswürdigkeiten zu suchen. Die Aussicht reicht vollkommen aus. Wobei das natürlich nicht bedeutet, dass ich die Kamera weglege. So weit geht die Entspannung dann doch nicht.
Wir fahren weiter, und hinter den nächsten Kurven öffnet sich der Blick in Richtung Universal City und San Fernando Valley. Auch hier nimmt die Bebauung kein erkennbares Ende. Ich hatte offenbar die naive Vorstellung, hinter den Hügeln würde irgendwann einmal ordentlich Landschaft anfangen. Stattdessen liegt da die nächste gewaltige Portion Stadt, als hätte Los Angeles auf der anderen Seite einfach angebaut, weil vorne alles voll war.
Von oben können wir auch das Gelände der Universal Studios erkennen. Wir schauen hinunter auf diesen riesigen Komplex, in dem berufsmäßig so getan wird, als wäre man ganz woanders. Das passt ja hervorragend zu einer Stadt, in der ich mich seit gestern ständig fühle, als würde ich durch einen Film fahren. Aus dieser Entfernung wirkt alles beinahe handlich. Man könnte glatt vergessen, welche Ausmaße das Ganze unten hat – bis man die Straßen und Gebäude daneben als Größenvergleich heranzieht.
Unsere Weiterfahrt entwickelt sich zu einer Folge kurzer Etappen mit ausgedehnten Blickpausen. Kaum sitzen wir wieder im Auto, tut sich irgendwo die nächste Aussicht auf, die unmöglich undokumentiert bleiben kann. Stefan bekommt heute reichlich Gelegenheit, das Anfahren und Abstellen unseres Mietwagens zu üben. Ich finde, das gehört dazu, wenn man sich mit einem neuen Fahrzeug vertraut machen möchte. Er könnte möglicherweise eine andere Begründung nennen.
Die Sonne legt ein warmes Licht über die trockenen Hänge, in den Senken stehen die Bäume dicht beieinander, und am Horizont verblassen die entfernten Berge im Dunst. Wir bleiben noch eine Weile stehen. Nach dem frühen Aufstehen, den Donuts und unserem Ausflug in die höheren Preisklassen von Beverly Hills ist dieses Herumschauen genau das Richtige. Hier müssen wir nichts tun, außer da zu sein – und gelegentlich feststellen, dass es wirklich schön ist. Das tun wir vorsichtshalber mehrfach.
Irgendwann steigen wir dann doch wieder ein. Unten wartet Hollywood, und so angenehm es hier oben ist, wir wollen die Stadt schließlich auch noch aus einer anderen Entfernung kennenlernen als „alles ziemlich klein da unten“. Die Kamera bleibt griffbereit. Bei unserer bisherigen Begeisterungsfähigkeit wäre es ohnehin vollkommen sinnlos, sie einzupacken.
Unten am Hollywood Boulevard ist es mit der Ruhe dann auch zuverlässig vorbei. Eben schauen wir noch entspannt über die Hügel, jetzt müssen wir aufpassen, beim Schauen niemanden umzurennen. Überall sind Menschen unterwegs, Kameras werden hochgehalten, Straßenkünstler werben um Aufmerksamkeit, und dazwischen laufen Filmfiguren herum, die offensichtlich ebenfalls sehen müssen, wie sie über die Runden kommen. Hollywood empfängt uns mit einem ordentlichen Durcheinander, und wir passen mit unserer griffbereiten Kamera hervorragend hinein.
Auf dem Walk of Fame wandert mein Blick allerdings sofort nach unten. Bruce Willis, Jack Nicholson, Frank Sinatra, Queen – ständig liegt der nächste bekannte Name vor unseren Füßen. Wir kommen kaum vorwärts, weil ich alle paar Meter stehen bleibe. Normalerweise achtet man auf dem Gehweg darauf, worauf man besser nicht tritt, hier möchte ich erst einmal lesen, auf wen ich gerade trete. Eine etwas eigenartige Form der Verehrung ist das schon: Da arbeitet jemand jahrzehntelang an seiner Karriere, und zum Dank laufen wir ihm in Urlaubsschuhen über den Namen.
Sogar Lassie hat einen Stern. Das finde ich ausgesprochen verdient, schließlich hat dieser Hund vermutlich mehr Menschen gerettet als sämtliche hier versammelten Actionhelden zusammen und dabei deutlich weniger Autos beschädigt. Natürlich wird auch dieser Stern fotografiert. Unser Fotoalbum bekommt allmählich eine beachtliche Auswahl an Fußbodenbelägen, aber immerhin handelt es sich um international anerkannten Fußboden.
Dann stehen wir vor dem Kodak Theatre. Hier werden also die Oscars verliehen! Ich schaue auf die Treppe und stelle mir vor, wie sich dort die großen Stars in ihren Abendkleidern und Anzügen bewegen, begleitet von Blitzlicht und Menschen, die wissen wollen, von wem sie angezogen wurden. Bei uns wäre diese Frage vermutlich schneller beantwortet, als es der Fernsehsender gebrauchen könnte. Trotzdem kann ich nicht anders, als mir kurz meinen eigenen Auftritt vorzustellen. Langsam die Treppe hinauf, freundlich lächeln, möglichst nicht stolpern. Gerade der letzte Punkt dürfte bei mir den größten Teil der Vorbereitung beanspruchen.

Für eine Dankesrede hätte ich natürlich sofort genug Stoff. Stefan müsste erwähnt werden, allein schon wegen seiner geduldigen Fahrdienste und der Bereitschaft, vor praktisch jedem Gebäude für ein Foto stehen zu bleiben. Dann noch die Familie und selbstverständlich der kleine Donutladen, ohne dessen Unterstützung ich diesen anstrengenden Weg bis hierher kaum geschafft hätte. Leider bleibt die Academy unbeeindruckt von meiner Anwesenheit. Wir müssen unseren Besuch ohne goldene Statue fortsetzen, was angesichts der Kofferorganisation von heute Morgen vielleicht ohnehin vernünftiger ist.
Ein paar Schritte weiter wartet vor dem Chinese Theatre die nächste Gelegenheit, sich ausführlich mit dem Boden zu beschäftigen. Hier haben die Stars ihre Hand- und Fußabdrücke im Zement hinterlassen. Arnold Schwarzenegger ist dabei, Bruce Willis und auch die drei jungen Hauptdarsteller aus den Harry-Potter-Filmen. Deren Abdrücke sind erst vom Juli dieses Jahres. Ich finde es erstaunlich, wie schnell man beim Lesen dieser Namen ganze Filmszenen im Kopf hat, obwohl man eigentlich nur vor ein paar Vertiefungen im Boden steht.

Bei Arnold muss ich natürlich meine Hände in die Abdrücke legen. Gestern fahren wir mit einem Aufzug, in dem er schon gedreht hat, heute überprüfen wir seine Handgröße – langsam nimmt unsere Reise die Züge einer sehr gründlichen Bekanntschaft an. Nur er selbst weiß noch nichts davon. Über seinen Abdrücken steht „I’ll be back“. Wir wären vorerst schon zufrieden, wenn er überhaupt einmal käme, aber vermutlich hat er als Gouverneur andere Termine, als zwei Urlauber am Zement zu begrüßen.

Rund um uns wird gehockt, gekniet, verglichen und fotografiert. Erwachsene Menschen geraten in ernsthafte Begeisterung, weil ihr Schuh in den Abdruck eines berühmten Schuhs passt. Ich nehme mich da ausdrücklich nicht aus. Aus der Ferne betrachtet muss das ein herrlicher Anblick sein: Da stehen wir vor einem prächtigen Kino und widmen unsere volle Aufmerksamkeit dem Pflaster. Für die Fassade richten wir uns zwischendurch selbstverständlich auch noch auf. Wir möchten ja später nicht behaupten müssen, Hollywood ausschließlich in Bodennähe besichtigt zu haben.
Als wir weiterbummeln und in eine Seitenstraße einbiegen, wartet dort plötzlich etwas, das in unserem Besichtigungsprogramm überhaupt nicht vorgesehen ist: ein richtiger Filmdreh. Eine abgesperrte Straße, Lastwagen voller Ausrüstung, Scheinwerfer, Kameras und Kabel in Mengen. Wir bleiben sofort stehen. Bis eben haben wir noch die Spuren berühmter Menschen bestaunt, jetzt wird hier vor unseren Augen tatsächlich gearbeitet. Vielleicht entsteht gerade großes Kino. Vielleicht auch etwas, das später nachts um halb zwei läuft. Für uns ist es zunächst vollkommen ausreichend, dass eine Kamera auf etwas anderes gerichtet ist als auf einen Touristen vor einem Stern.
Besonders ins Auge fällt ein ziemlich lädiertes Auto. Die Scheiben sind zerbrochen, überall liegen grünlich schimmernde Splitter, und das Dach hat seine ursprüngliche Form sehr entschieden aufgegeben. Im Wagen ist eine Person zwischen Polstern zu sehen, während ringsherum Crewmitglieder stehen und offenbar die nächste Einstellung vorbereiten. Wir betrachten das Ganze mit wachsender Neugier. Was hier in der Geschichte passiert sein soll, wissen wir nicht, aber eine gemütliche Fahrt zum Sonntagsbrunch dürfte es kaum gewesen sein. Ich bin jedenfalls froh, dass unser Jeep woanders steht. Bei Alamo würde diese Form der Rückgabe vermutlich ein längeres Gespräch nach sich ziehen.

Um das ramponierte Fahrzeug herum herrscht geschäftige Betriebsamkeit. Jemand bespricht etwas, jemand trägt Ausrüstung vorbei, ein anderer wartet. Dazwischen steht ein Mann mit Hut erhöht am Auto, und wir versuchen aus all diesen Einzelteilen eine Handlung zusammenzubauen. Das gelingt nur mäßig. Allerdings verstehe ich auch bei manchen fertigen Filmen erst nach einer Stunde, worum es eigentlich geht. Insofern liegen wir gut in der Zeit.
Ein Stück weiter ist unter einem grünen Pavillon die Verpflegung aufgebaut. Tische, Behälter, Getränke – Hollywood braucht offenbar neben Talent und Technik vor allem jemanden, der sich rechtzeitig ums Essen kümmert. Das macht mir die ganze Angelegenheit sofort sympathisch. Während die einen an der nächsten Szene arbeiten, stehen andere beim Catering. Auf der Leinwand wird später womöglich um Leben und Tod gekämpft, und drei Meter außerhalb des Bildes überlegt jemand, ob er noch einen Nachschlag nimmt.

Dann wird Ruhe verlangt, und tatsächlich verändert sich die Stimmung. Eben laufen noch Menschen durcheinander, jetzt richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Szene. Wir halten ebenfalls den Mund, als hinge der Erfolg der gesamten Produktion unmittelbar von uns ab. Es fehlt gerade noch, dass ich Stefan durch ein bedeutungsvolles Handzeichen zum Stillstehen auffordere. Wenn man uns schon so nah zuschauen lässt, möchten wir schließlich einen professionellen Eindruck hinterlassen. Zwei Naturtalente für die Rolle „unauffällige deutsche Schaulustige“, wobei es mit der Unauffälligkeit angesichts meiner Begeisterung nicht weit her sein dürfte.
Natürlich halten wir nach bekannten Gesichtern Ausschau. Vielleicht steht George Clooney ja nur kurz hinter einem Lastwagen, oder Bruce Willis kommt gleich, um sich den Zustand dieses Autos erklären zu lassen. Wir erkennen allerdings niemanden eindeutig. Das hält uns nicht davon ab, ausgiebig hinzusehen. Mit Sonnenbrille, Kappe und konzentriertem Gesichtsausdruck könnte hier schließlich fast jeder wichtig sein. Vermutlich würden wir im richtigen Moment auch den Mann mit den Kabeln um ein Autogramm bitten.
Als die Aufnahme vorbei ist, setzt sich das ganze Gewusel wieder in Bewegung. Leute treten ans Auto, Ausrüstung wird angefasst, Gespräche beginnen. Gerade dieser Wechsel fasziniert mich: Für einen kurzen Moment schauen alle auf dieselbe Sache, danach wird wieder geschoben, gerichtet und vorbereitet. Wie viel Aufwand hinter ein paar Sekunden Film steckt, lässt sich hier zumindest erahnen. Ich nehme mir vor, beim nächsten Fernsehabend etwas mehr Respekt zu haben, bevor ich beiläufig feststelle, dass sich eine Szene aber ganz schön zieht.
Wir bleiben noch eine Weile am Rand stehen. So einen unverhofften Einblick gibt man nicht leichtfertig wieder her, schon gar nicht am ersten richtigen Tag in Los Angeles. Irgendwann reißen wir uns trotzdem los und schlendern weiter. Entdeckt worden sind wir leider nicht. Dabei hätte ich die Rolle einer begeisterten Touristin völlig ohne Probe übernehmen können.
Nachdem Hollywood unsere schauspielerischen Fähigkeiten so sträflich übersehen hat, wenden wir uns einem Publikum zu, das weniger anspruchsvoll ist: dem Pazifik. Unser nächstes Ziel ist der Santa Monica Pier. Nach Sternen auf dem Gehweg, Handabdrücken im Zement und einem ziemlich demolierten Filmauto möchten wir jetzt Meer sehen. Und zwar ordentlich viel davon. Kalifornien soll schließlich auch Gelegenheit bekommen, seine übrigen Vorzüge vorzuführen.

Schon beim Ankommen liefert Santa Monica zuverlässig alles, was ich mir vorgestellt habe: breiten Strand, blauen Himmel und einen Pier mit buntem Riesenrad und Achterbahn. Bei uns stellt man eine Bank ans Wasser und ist mit dem Ausflugsziel zufrieden, hier baut man vorsichtshalber einen kleinen Vergnügungspark darüber. Das hat natürlich den Vorteil, dass auch Menschen beschäftigt sind, denen ein ganzer Ozean allein noch nicht genug Unterhaltung bietet.
Wir schlendern über die Holzplanken und schauen uns um. Es riecht nach Meer, warmem Essen und süßen Dingen, die sich vermutlich direkt vom Verkaufsstand auf die Hüften begeben. Dazu Musik, Stimmen und Möwen, die den Eindruck machen, als hätten sie sämtliche Verpflegungsangebote bereits bewertet und warteten jetzt nur noch auf einen unaufmerksamen Kunden. Über uns dreht sich das Riesenrad, nebenan sorgen die Fahrgeschäfte für die passende Geräuschkulisse. Ich finde es herrlich. Alles ist bunt, ein bisschen laut und vollkommen frei von dem Verdacht, besonders vernünftig sein zu wollen.
Zwischen den Straßenkünstlern und anderen Besuchern bummeln wir weiter bis zu einer Stelle, an der wir einfach aufs Wasser schauen können. Da ist er nun, der Pazifik. Nach dreimal Florida stehen wir tatsächlich auf der anderen Seite des Landes, und vor uns liegt wieder dieses scheinbar endlose Wasser. Für einen Moment werde sogar ich still. Man kann sich so eine Reise lange vorstellen, Karten anschauen und Hotels buchen – aber dann wirklich hier zu stehen, mit dem Wind im Gesicht und dem Meer vor der Nase, ist doch noch einmal etwas anderes.
Natürlich gönnen wir uns ein Eis. Nach so viel Laufen muss man schließlich darauf achten, dass der Körper nicht versehentlich auf seine Reserven zurückgreift. Wir genießen unsere Portion mit Blick aufs Wasser und behalten dabei die Möwen im Auge. Teilen ist grundsätzlich eine schöne Sache, aber ich möchte wenigstens selbst entscheiden, wann und mit wem.
Danach fahren wir weiter nach Venice Beach. Der Name verspricht bereits ein gewisses Unterhaltungsprogramm, und die Promenade enttäuscht uns nicht. Hier stehen kleine Läden und Verkaufsstände dicht an dicht, Musik kommt aus verschiedenen Richtungen, Menschen rollen auf Skateboards vorbei, und dazwischen wird geschlendert, geschaut und vorgeführt. Nach den dezenten Schaufenstern am Rodeo Drive wirkt Venice, als hätte jemand sämtliche verfügbaren Farben bestellt und ausdrücklich darum gebeten, nichts aufeinander abzustimmen.
An den Fassaden prangen große Schriftzüge, vor den Geschäften hängen T-Shirts und Souvenirs, und überall gibt es etwas zu entdecken. Schmuck, Bilder, seltsame Kleinigkeiten, bei denen man im Urlaub denkt: „Ach, wie originell!“, und zu Hause dann: „Wohin damit?“ Wir schauen ausgiebig. Allein die Menschen hier könnten uns eine ganze Weile beschäftigen. Manche sind auffällig angezogen, andere wirken, als hätten sie die Kleiderfrage schon vor Jahren zugunsten wichtigerer Dinge aufgegeben. Dazwischen laufen wir mit unserer Kamera herum und erfüllen zuverlässig die Rolle der mitteleuropäischen Besucher.

Bei Muscle Beach bekommt das Thema Körperpflege noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Schon der Name klingt nach Arbeit, und nach unserem bisherigen Speiseplan halte ich einen respektvollen Abstand für angemessen. Andere kümmern sich hier um klar erkennbare Muskelgruppen, wir bisher eher um die regelmäßige Versorgung mit frittierten Lebensmitteln. Jeder setzt eben seine Schwerpunkte. Immerhin laufen wir heute genug herum, um unser Eis nachträglich als Sportverpflegung einzuordnen.
Venice gefällt mir gerade deshalb, weil hier so vieles nebeneinander Platz hat. Man kann Musik machen, Kunst verkaufen, seinen Körper präsentieren oder einfach auf einer Bank sitzen und dem ganzen Betrieb zusehen. Niemand scheint darauf zu warten, dass wir besonders elegant vorbeiflanieren. Nach Beverly Hills ist das ausgesprochen entspannend. Ich könnte noch lange schauen, aber inzwischen meldet sich mein Magen mit einem Anliegen, das er offenbar nicht länger schriftlich einreichen möchte.
Also geht es zum Farmers Market. Unsere heutige Route würde bei einem Wettbewerb für möglichst kurze Wege vermutlich keinen Preis gewinnen, aber wir möchten nun einmal alles sehen. Los Angeles hatte ja Gelegenheit, seine Sehenswürdigkeiten etwas praktischer zusammenzustellen. Dass man für unsere Wunschliste ständig wieder ins Auto steigen muss, können wir jetzt auch nicht mehr ändern.

Der weiße Uhrturm weist uns den Weg, und darunter wartet eine Auswahl, die eine schnelle Entscheidung praktisch ausschließt. Seit 1934 werden hier Menschen versorgt – ausreichend Zeit also, um herauszufinden, wie man hungrige Besucher zuverlässig aus dem Konzept bringt. Es duftet aus allen Richtungen, an den Ständen wird gekocht, verkauft und bestellt, dazwischen sitzen Menschen mit Tellern vor sich, deren Inhalt ich beim Vorbeigehen leider sehr interessant finde. Ich bemühe mich, nicht allzu offensichtlich hinzusehen. Mit mäßigem Erfolg.
Wir drehen erst einmal eine Runde. Schließlich möchte man sich nicht am ersten Stand festlegen und drei Meter weiter entdecken, dass dort das eigentliche Glück in einer Auslage liegt. Frisches Obst, Gebäck, herzhafte Gerichte, Süßes – die Auswahl ist groß, unsere Aufnahmefähigkeit bedauerlicherweise begrenzt. Nach einigem Hin und Her werden es Bagels und Kaffee. Eine schlichte Entscheidung nach einer ausgesprochen gründlichen Besichtigung, aber genau darauf haben wir jetzt Lust.
Wir suchen uns einen schattigen Platz und setzen uns. Allein das ist inzwischen ein Genuss. Die Bagels schmecken, der Kaffee tut gut, und ringsherum gibt es genug zu beobachten, ohne dass wir dafür selbst aufstehen müssen. Dass unsere Mahlzeit eher nach Frühstück aussieht, stört uns nicht. Unsere innere Uhr führt ohnehin noch eine Grundsatzdiskussion mit der Ortszeit. Da ist ein Bagel am späteren Tag vermutlich das kleinste Problem.
Frisch gestärkt zieht es uns wieder ans Meer. Zum Sonnenuntergang möchten wir nach Manhattan Beach, denn offenbar haben wir beschlossen, Kalifornien an einem einzigen Tag möglichst umfassend kennenzulernen. Andere bleiben eine Woche in Los Angeles, wir versuchen es zunächst mit ausgeprägtem Tatendrang und einem gut gefüllten Tank. Bis jetzt funktioniert das erstaunlich gut.
In Manhattan Beach wird es dann tatsächlich ruhiger. Zwischen den Häusern öffnet sich der Blick aufs Meer, am Strand liegt warmes Abendlicht, und wir gehen zum Pier. Nach dem ganzen Trubel tut es gut, einfach stehen zu bleiben. Die Sonne sinkt tiefer, der Himmel färbt sich orange und rosa, und die Palmen werden zu dunklen Silhouetten. Es sieht genau so aus, wie Kalifornien auf Bildern immer verspricht auszusehen. Ich nehme das mit einer gewissen Zufriedenheit zur Kenntnis. Wenigstens auf den Sonnenuntergang ist in der Werbung Verlass.
In unserer Nähe spielt jemand Gitarre. Normalerweise bin ich vorsichtig, wenn ein Moment allzu perfekt arrangiert wirkt, aber hier passt es einfach. Das Meer rauscht, die Luft wird kühler, und wir schauen zu, wie die Sonne am Horizont verschwindet. Für eine Weile denke ich weder an die Kamera noch daran, wo wir als Nächstes hinmüssen. Stefan steht neben mir, und wir genießen es einfach. So darf Urlaub gern öfter sein.
Danach wäre ein vernünftiger Zeitpunkt, ins Hotel zurückzufahren. Wir entscheiden uns für Long Beach. Schließlich liegt dort noch die Queen Mary, und es wäre doch schade, wenn wir heute versehentlich eine Sehenswürdigkeit auslassen würden. Unsere Beine werden in diese Entscheidung vorsichtshalber nicht einbezogen. Die haben inzwischen vermutlich ganz eigene Reisepläne.

Im Hafen erwartet uns wieder eine andere Welt. Kräne zeichnen sich gegen den dunkler werdenden Himmel ab, überall leuchten Lichter, und auf dem Wasser spiegeln sich die beleuchteten Anlagen und Schiffe. Nach dem Strand wirkt hier alles riesig und geschäftig. Dann sehen wir die Queen Mary. Der alte Ozeanliner liegt eindrucksvoll vor uns, lang und elegant, mit seinen markanten Schornsteinen. Als Hotel und Museum hat er seinen festen Platz gefunden, ohne dabei auszusehen, als wäre er schon bereit, sich unauffällig in den Ruhestand zu verabschieden.
Wir bleiben stehen und betrachten das Schiff. Ich stelle mir vor, wie die Passagiere früher über den Atlantik gereist sind, mit großen Koffern, gepflegter Garderobe und ausreichend Zeit, sich fürs Abendessen umzuziehen. Wir sind gestern mit Bordunterhaltung und anschließendem Nugget-Menü angekommen. Jede Epoche hat eben ihre eigene Form von Luxus. Wobei mir ein mehrtägiger Aufenthalt auf einem Schiff durchaus gefallen könnte – vorausgesetzt, der Atlantik benimmt sich, und ich muss nicht zu jeder Mahlzeit etwas Bügelfreies gegen etwas Repräsentatives eintauschen.

Bei einem Spaziergang an der Uferpromenade lassen wir den Blick noch einmal über die Lichter und das Wasser wandern. So langsam merken wir allerdings, wie lange wir schon unterwegs sind. Meine Begeisterung ist weiterhin vorhanden, sie möchte nur inzwischen gern im Sitzen stattfinden. Also verabschieden wir uns von der Queen Mary und machen uns auf den Rückweg zum Bonaventure. Für heute darf Los Angeles seine restlichen Attraktionen behalten.
Um 21 Uhr schließen wir die Zimmertür hinter uns. Unser Bett sieht noch einladender aus als gestern, was ich bis eben für kaum möglich gehalten hätte. Trotzdem müssen wir erst einmal die Fotos ansehen. Nur kurz natürlich. Aus dem kurzen Blick wird ein ausgiebiges „Ach, schau mal!“ und „Das war auch heute?“, denn zwischen den Donuts am frühen Morgen und dem Hafen von Long Beach scheint gefühlt eine kleine Reisewoche zu liegen.
Hollywood-Schriftzug, Beverly Hills, Hügel, Sterne, Filmdreh, Strände, Markt und Queen Mary – wir haben unseren ersten ganzen Tag in Kalifornien mit bemerkenswerter Gründlichkeit genutzt. Irgendwann reicht es aber selbst uns. Die Kamera wird weggelegt, die Beine bekommen endlich ihre wohlverdiente Ruhe, und draußen darf die Stadt ohne weitere fotografische Begleitung leuchten.
Morgen verlassen wir Los Angeles. Über die Palomar Mountains soll es in Richtung Palm Springs gehen, und damit beginnt der Teil unserer Reise, bei dem wir tatsächlich von Ort zu Ort weiterziehen. Ich freue mich auf die Berge, die weiten Landschaften und darauf, zu sehen, was hinter der nächsten Kurve liegt. Für den Moment bin ich allerdings vor allem froh, dass zwischen mir und dem Kopfkissen überhaupt keine Kurve mehr liegt.


































