
Moab – Durango
Frühstück im Camper um 7:45 Uhr. Mittlerweile waren wir so gut eingespielt, dass das morgendliche Ritual fast an ein perfekt choreografiertes Ballett erinnerte. Fast. Denn natürlich gab es immer noch die üblichen kleinen Pannen: jemand hatte den Kaffee nicht richtig aufgeschraubt, die Cornflakes landeten mehr auf dem Tisch als in der Schüssel, und irgendwo war garantiert eine Socke verschwunden.
Abfahrt gegen 8:30 Uhr. Das heutige Ziel: Corona Arch. Und nein, der hat nichts mit einem bekannten Getränk zu tun – auch wenn wir uns nach der Wanderung ein kühles Bier sicher verdient hätten.
Um 9:00 Uhr erreichten wir den Parkplatz des Corona Arch Trails. Der große Vorteil? Kein Nationalpark! Das bedeutete: Keine Eintrittsgebühr, keine Menschenmassen – und wir durften unsere Drohne steigen lassen.

Die Wanderung begann direkt mit einem kleinen Abenteuer: Wir überquerten Bahngleise. Nein, nicht einfach so – hier gibt es tatsächlich eine aktive Zugstrecke, die mitten durch die rote Wüstenlandschaft führt. Natürlich kam genau in dem Moment kein Zug, aber trotzdem fühlte es sich kurz nach wilder Western-Flucht an.

Der Weg führte uns über sandige Pfade, durch schmale Felsdurchgänge und schließlich an eine steilere Stelle mit Seilen und Leitern. Für Erwachsene eine nette Herausforderung, für Noah ein willkommener Kletterspielplatz, und für Emilia eine sportliche Teamleistung. Hochhieven, sichern, ermutigen – wir waren inzwischen ein perfekt funktionierendes Wanderteam.

Nach gut einer Stunde standen wir vor dem beeindruckenden Corona Arch. Eine riesige Sandsteinbrücke, perfekt geschwungen, mitten in der Einöde. Und weil hier kein Ranger mit bösem Blick lauerte, konnten wir endlich unsere Drohnen steigen lassen. Fotos aus neuen Perspektiven, ein Gefühl von Freiheit – und ein bisschen Genugtuung, dass wir uns diesen Ort erwandert hatten.
BILDERGALERIE: Corona Arch Trail
Um 13:00 Uhr waren wir zurück am Auto. Zeit für eine Pause, ein paar Snacks – und dann ging es auf die lange Fahrt nach Durango.
Die Strecke nach Durango, Colorado, war lang. Sehr lang. Die Kinder? Waren vorbildlich. Sprich: Sie schliefen die ganze Fahrt über. Der Camper rollte gemütlich durch die endlosen Weiten des Westens, während wir Erwachsenen uns mit Podcasts, Musik und gelegentlichem philosophischem Grübeln über die perfekte Roadtrip-Snack-Kombination beschäftigten.
Nach vier Stunden Fahrt erreichten wir um 17:00 Uhr Durango. Zur Belohnung für das brave Durchhalten (bzw. Durchschlafen) gab es einen ausgiebigen Stopp auf einem schönen Kinderspielplatz. Während Noah und Emilia die Rutsche testeten, nutzten wir die Zeit, um uns langsam aufs Abendessen zu freuen.

Um 18:00 Uhr marschierten wir hungrig in die Steamworks Brewing Co. … nur um dann eine 50-minütige Wartezeitverpasst zu bekommen. Aber gut, wir waren mittlerweile geübt im Überbrücken von Lücken. Noah beschäftigte sich mit irgendwelchen gefundenen Stöckchen, Emilia war noch von der Spielplatzaction erledigt, und wir beschäftigten uns mit der Getränkekarte.
Und als das Essen dann endlich kam? Es war jede Minute wert. Deftiges, herzhaftes Brauerei-Essen, das perfekt zum Roadtrip-Feeling passte.


Nach dem Essen fuhren wir zu unserem heutigen Schlafplatz – einem guten alten Walmart-Parkplatz. Aber bevor es endgültig ins Bett ging, machten sich Gabi, Stefan und Noah noch schnell auf den Weg zum Einkaufen. Denn ein Roadtrip bleibt nur dann entspannt, wenn der Vorrat an Snacks, Wasser und unerklärlich wichtigen Dingen wie fünf weiteren Sorten BBQ-Sauce immer gut gefüllt ist.
Danach? Duschen, Bett, Augen zu. Morgen wartete das nächste Abenteuer.
