Steinalte Donuts, wilde Pferde und Hollywood in Santa Fe
Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker. Eine Uhrzeit, zu der vernünftige Menschen im Urlaub normalerweise noch tief und fest schlafen und höchstens davon träumen, dass ihnen jemand einen Kaffee ans Bett bringt. Wir dagegen stehen bereits wieder senkrecht. Nicht unbedingt, weil wir ausgeschlafen wären, sondern weil unser heutiges Programm offenbar erneut keine Rücksicht auf menschliche Bedürfnisse wie Schlaf, Erholung oder einen gemütlichen Vormittag nimmt. Außerdem haben wir gestern schon festgestellt, dass man an einem einzigen Urlaubstag problemlos so viele Sehenswürdigkeiten unterbringen kann, dass andere Leute dafür eine komplette Rundreise buchen würden. Warum also heute damit aufhören?
Unser Knights Inn in Durango hat uns immerhin eine ordentliche Nacht beschert, allerdings entwickelt sich allerdings das Frühstück weniger erfreulich. Im Motel gibt es Kaffee und Donuts. Das klingt zunächst gar nicht schlecht, schließlich befinden wir uns in Amerika, und die Amerikaner verstehen normalerweise durchaus etwas davon, morgens große Mengen Zucker in Kombination mit Koffein zu sich zu nehmen. Was uns hier allerdings angeboten wird, hat mit einem genussvollen Frühstück ungefähr so viel gemeinsam wie ein trockener Zwieback mit einer Schwarzwälder Kirschtorte.
Der Kaffee schmeckt, als hätte man ihn bereits Wochen vor unserer Ankunft aufgebrüht und anschließend beschlossen, ihn aus historischen Gründen aufzubewahren. Und die Donuts? Die besitzen eine Festigkeit, die man normalerweise eher von Baumaterialien erwartet. Nach unserem gestrigen Besuch im Petrified Forest bin ich mir ziemlich sicher, dass wir es hier mit einer bislang unbekannten Form der Versteinerung zu tun haben. Vielleicht sollte man die Donuts einfach in den Nationalpark bringen und dort ausstellen. Die Besucher würden vermutlich keinen Unterschied bemerken.

Wir beschließen jedenfalls, unsere Zähne nicht unnötig zu strapazieren, verzichten dankend auf dieses kulinarische Angebot und verlassen das Motel. Zum Glück gibt es in Durango eine Einrichtung, auf die man sich in solchen Situationen meistens verlassen kann: Denny’s! Und tatsächlich entdecken wir wenig später die vertraute gelb-rote Reklame. Herrlich! Endlich ein richtiges Frühstück!
Drinnen ist bereits einiges los. Wir bekommen einen Tisch, studieren die Speisekarte und stellen fest, dass wir nach dem traurigen Motelversuch durchaus bereit sind, die Sache etwas großzügiger anzugehen. Schließlich muss der Körper für einen weiteren Tag auf amerikanischen Highways ausreichend mit Energie versorgt werden. Und als unser Frühstück serviert wird, wissen wir sofort, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.
Vor Stefan steht ein Teller, auf dem sich Rührei, knuspriger Bacon, Würstchen und eine gewaltige Portion Hash Browns versammelt haben. Die geraspelten Kartoffeln sind goldbraun gebraten und mit reichlich Käse überzogen. Daneben gibt es Toast, und weil das offenbar noch nicht genügt, stehen auch noch Pancakes auf dem Tisch, gekrönt von einem ordentlichen Klecks Butter und begleitet von Sirup.
Ich ebenfalls zugeschlagen. Pancakes! Viele! Dazu gibt es große Gläser Orangensaft. Der Kaffee wird natürlich immer wieder nachgeschenkt, wie sich das für ein ordentliches amerikanisches Frühstück gehört. Ich liebe das!

Wir genießen unser Frühstück ausgiebig, und spätestens nach den letzten Bissen ist klar, dass wir für die nächsten Stunden bestens versorgt sind. Vermutlich sogar für die nächsten zwei Tage, aber das wird sich zeigen. Bevor wir Durango verlassen, möchten wir uns allerdings noch einmal die Stadt bei Tageslicht anschauen. Gestern Abend haben wir ja bereits einen kleinen Spaziergang unternommen, aber im hellen Sonnenschein wirkt alles noch einmal ganz anders.
Durango gefällt uns wirklich ausgesprochen gut. Die historische Innenstadt mit ihren hübschen Backsteingebäuden, kleinen Geschäften und gemütlichen Restaurants besitzt genau diesen amerikanischen Kleinstadtcharme, den wir so mögen. Keine riesigen Einkaufszentren, keine endlosen Vororte, sondern eine richtige Main Street, auf der man gemütlich entlangschlendern kann.
Besonders begeistert bin ich natürlich von der alten Eisenbahn. Die berühmte Durango & Silverton Narrow Gauge Railroad gehört hier praktisch zum Stadtbild. Die historischen Waggons stehen am Bahnhof, und man kann sich lebhaft vorstellen, wie die Dampflokomotiven mit ihren Zügen durch die Berge schnaufen. Eine Fahrt mit dieser Bahn wäre bestimmt ein tolles Erlebnis, aber dafür reicht unsere Zeit heute leider nicht. Man kann eben nicht alles machen, auch wenn ich gelegentlich ziemlich hartnäckig versuche, genau das zu beweisen.

Wir laufen noch ein wenig durch die Straßen, fotografieren die alten Gebäude und genießen die entspannte Atmosphäre. Besonders hübsch finde ich die roten Backsteinfassaden und die historischen Häuser mit ihren verzierten Fenstern. Hier sieht vieles noch so aus, als könnte jederzeit ein Westernheld um die Ecke kommen. Wobei er heutzutage vermutlich nicht mehr auf einem Pferd, sondern in einem riesigen Pick-up unterwegs wäre.

Irgendwann müssen wir uns allerdings von Durango verabschieden. Unser heutiges Ziel liegt wieder weiter südlich, und dazwischen wartet ein Landschaftsabschnitt auf uns, der sich deutlich von allem unterscheidet, was wir bisher gesehen haben. Wir wollen in die Ah-Shi-Sle-Pah Wilderness!
Schon der Name klingt, als müsste man ihn dreimal üben, bevor man ihn halbwegs fehlerfrei aussprechen kann. Ich beschränke mich deshalb vorsichtshalber darauf, ihn auf unserer Karte wiederzufinden. Das ist schon schwierig genug. Die Ah-Shi-Sle-Pah Wilderness liegt in New Mexico und ist für ihre außergewöhnlichen Felsformationen bekannt. Dort soll es eine Landschaft geben, die aussieht, als hätte jemand auf einem fremden Planeten ein paar besonders fantasievolle Skulpturen verteilt. Hoodoos, bizarre Sandsteinformationen und eine fast unwirkliche Wüstenlandschaft. Genau unser Geschmack!
Allerdings gibt es einen kleinen Haken. Der Weg dorthin führt nicht über eine gemütliche asphaltierte Straße mit regelmäßigen Rastplätzen und freundlichen Hinweisschildern. Nein, hier wird es etwas rustikaler.
Wir verlassen die Hauptstraße und biegen auf eine unbefestigte Piste ab, die sich durch die weite Landschaft zieht. Vor uns liegt eine staubige Straße, die sich scheinbar endlos bis zum Horizont erstreckt. Links und rechts nichts als trockenes Gras, niedrige Büsche und vereinzelte Hügel. Keine Häuser, keine Tankstellen, keine anderen Autos. Nicht einmal ein vernünftiger Baum, unter dem man im Notfall ein Picknick veranstalten könnte.

Unser weißer Jeep darf endlich zeigen, dass er nicht nur auf den Parkplätzen amerikanischer Einkaufszentren eine gute Figur macht. Stefan fährt vorsichtig über die Schotterpiste, während ich die Landschaft betrachte. Die Straße ist stellenweise ziemlich holprig, und immer wieder wirbeln kleine Staubwolken hinter uns auf. Ich hoffe nur, dass unser Mietwagen bei der Rückgabe nicht ganz so genau auf seine ursprüngliche Farbe untersucht wird. Im Moment entwickelt sich das Weiß jedenfalls zunehmend in Richtung Arizona-Beige.
Je weiter wir fahren, desto einsamer wird es. Irgendwann habe ich das Gefühl, dass wir uns inzwischen so weit von der Zivilisation entfernt haben, dass selbst ein Navigationsgerät vermutlich nur noch mit den Schultern zucken würde. Aber genau solche Strecken machen einen Roadtrip doch erst richtig interessant!
Nach einer Weile erreichen wir schließlich die Gegend, in der sich die außergewöhnlichen Felsformationen befinden. Wir stellen unseren Jeep ab und machen uns zu Fuß auf den Weg. Und dann stehen wir plötzlich vor einer Landschaft, die wirklich aussieht, als hätte jemand die Kulissen eines Science-Fiction-Films aufgebaut.
Überall erheben sich bizarre Sandsteinformationen aus dem Boden. Manche sehen aus wie riesige Pilze, andere wie kleine Türme oder versteinerte Figuren. Einige besitzen schmale Stiele, auf denen große Felsplatten liegen, als hätte ein besonders ehrgeiziger Kellner versucht, schwere Tabletts auf einem Zahnstocher zu balancieren.

Die Farben wechseln zwischen hellem Grau, Beige, Braun und sanften Gelbtönen. Dazwischen ziehen sich kleine Schluchten und ausgetrocknete Rinnen durch die Landschaft. Manche Felsen wirken fast weiß, andere sind von dunkleren Schichten durchzogen. Und über allem spannt sich ein tiefblauer Himmel.
Hier gibt es keine ordentlich angelegten Spazierwege mit Geländern und Aussichtstafeln. Keine Souvenirläden, keine Imbissbuden und auch niemanden, der einem erklärt, wo man das beste Foto machen kann. Man steht einfach mitten in dieser wilden Landschaft und schaut sich um. Wir kommen uns vor wie auf einem fremden Planeten. Wenn jetzt plötzlich ein kleines grünes Männchen hinter einem Felsen hervorkommen würde, wäre ich vermutlich nicht einmal besonders überrascht. Eher würde ich fragen, ob es vielleicht weiß, wo man hier einen Kaffee bekommt.
Wir laufen vorsichtig durch das Gelände und entdecken immer neue Formationen. Manche sehen aus wie überdimensionale Schachfiguren, andere erinnern an riesige Pilze mit viel zu großen Hüten. Wieder andere wirken, als hätte ein Bildhauer angefangen, eine Skulptur zu erschaffen, und dann mittendrin beschlossen, lieber etwas anderes zu machen.
Besonders faszinierend finde ich die vielen kleinen Details. Überall haben Wind und Wasser die Felsen ausgewaschen, kleine Höhlen geformt und merkwürdige Muster hinterlassen. Die Natur hat hier offenbar über Millionen von Jahren mit großer Begeisterung herumexperimentiert. Stefan schaut sich ebenfalls interessiert um. Immerhin handelt es sich hier um Steine, die tatsächlich einmal etwas anderes darstellen als einfach nur Steine. Das dürfte seiner persönlichen Bewertung historischer und geologischer Sehenswürdigkeiten durchaus entgegenkommen.
Wir fotografieren natürlich ausgiebig. Bei jeder neuen Formation entdecke ich wieder irgendeine Perspektive, die unbedingt festgehalten werden muss. Stefan kennt das inzwischen und nimmt es mit bewundernswerter Gelassenheit. Vermutlich hat er längst eingesehen, dass es zwecklos ist, mich in einer solchen Landschaft zur Eile anzutreiben.

Was mich besonders beeindruckt, ist die unglaubliche Ruhe. Weit und breit ist niemand zu sehen. Kein Verkehr, keine Stimmen, kein Lärm. Nur wir, die Felsen und der Wind, der gelegentlich durch die kleinen Schluchten streicht. Man könnte hier stundenlang herumlaufen und immer wieder neue Dinge entdecken. Allerdings haben wir heute noch ein gutes Stück Strecke vor uns, und irgendwann müssen wir uns schweren Herzens von dieser fantastischen Landschaft verabschieden.
Zurück am Jeep klopfen wir uns erst einmal den Staub von den Schuhen und machen uns wieder auf den Weg. Die Schotterpiste führt uns zurück durch die weite Ebene, und während wir langsam Richtung Hauptstraße fahren, erwartet uns noch eine Überraschung. Pferde!

Mitten in der Landschaft entdecken wir eine Gruppe frei umherziehender Pferde. Zunächst stehen sie etwas entfernt zwischen den niedrigen Sträuchern, doch dann kommen wir ihnen näher und können sie wunderbar beobachten. Was für schöne Tiere! Ein dunkles Pferd steht ganz in unserer Nähe und schaut uns aufmerksam an. Die Ohren sind aufgerichtet, die Mähne fällt ihm locker über den Hals, und es wirkt, als würde es sich ernsthaft fragen, was dieser weiße Jeep hier draußen verloren hat.
Wir halten natürlich an. Ich greife sofort zur Kamera, denn solche Begegnungen sind für mich immer etwas ganz Besonderes. Die Pferde stehen mitten in dieser riesigen, offenen Landschaft, ohne Stall, ohne Reitplatz und ohne irgendwelche Menschen, die ihnen sagen, wohin sie laufen sollen. Ein paar Tiere grasen friedlich am Straßenrand, andere stehen etwas weiter entfernt in kleinen Gruppen zusammen. Besonders hübsch finde ich die verschiedenen Fellfarben. Braune, dunkle und helle Pferde, dazwischen sogar einige kleinere Tiere. Ein richtig schönes Bild. Und natürlich müssen wir wieder fotografieren.
Stefan dürfte inzwischen langsam glauben, dass ich mir vorgenommen habe, sämtliche Lebewesen und Gesteinsformationen zwischen Colorado und New Mexico persönlich zu dokumentieren. Aber was soll ich machen? Wenn einem solche Motive direkt vor die Kamera laufen, kann man doch nicht einfach weiterfahren!
Wir bleiben eine ganze Weile stehen und beobachten die Pferde. Manche schauen neugierig zu uns herüber, andere interessieren sich überhaupt nicht für uns und fressen ungerührt weiter. Offenbar sind wir nicht annähernd so spannend, wie wir uns das vielleicht einbilden. Irgendwann fahren wir schließlich weiter. Die Pferde bleiben zurück, die Landschaft zieht wieder an uns vorbei, und wir freuen uns über diese unverhoffte Begegnung. Unser heutiges Tagesziel heißt Santa Fe. Und darauf bin ich schon sehr gespannt.
Santa Fe ist die Hauptstadt von New Mexico und bekannt für ihre besondere Architektur. Viele Gebäude sind im traditionellen Adobe-Stil errichtet, mit erdfarbenen Fassaden, abgerundeten Kanten und flachen Dächern. Schon bei der Einfahrt in die Stadt fällt auf, dass hier alles ganz anders aussieht als in den typischen amerikanischen Städten.

Statt moderner Glasfassaden und riesiger Betonklötze sehen wir überall Häuser in warmen Braun- und Ockertönen. Manche wirken fast wie riesige Sandburgen, andere erinnern an alte spanische Missionsgebäude. Dazu grüne Bäume, kleine Geschäfte und eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Mexiko, amerikanischem Südwesten und einem historischen Westernfilm liegt. Ich finde es wunderschön!
Wir stellen unseren Jeep ab und machen uns auf den Weg in die Innenstadt. Besonders rund um die historische Plaza gibt es viel zu entdecken. Kleine Läden, Galerien, Restaurants und hübsche alte Gebäude säumen die Straßen. Überall hängen kunstvolle Dekorationen, und die Fassaden leuchten im warmen Licht des späten Nachmittags.
Santa Fe hat wirklich einen ganz eigenen Charakter. Hier sieht es nicht aus wie in irgendeiner amerikanischen Großstadt, sondern eher wie in einer Mischung aus spanischer Kolonialstadt und einem gemütlichen mexikanischen Dorf. Ich könnte stundenlang durch diese Straßen schlendern und mir die Häuser anschauen.
Besonders beeindruckend finde ich die Kathedrale St. Francis of Assisi mit ihren beiden Türmen und der hellen Steinfassade. Sie wirkt fast ein bisschen europäisch zwischen all den typischen Adobe-Gebäuden. Auch das alte Lensic Theater mit seiner auffälligen Fassade gefällt mir ausgesprochen gut. Überall gibt es interessante Details zu entdecken, und ich bin froh, dass wir noch genügend Zeit haben, uns ein bisschen umzusehen.

Während wir durch die Straßen schlendern, bemerken wir plötzlich ungewöhnlich viel Betrieb. Menschen stehen herum, einige Bereiche sind abgesperrt, und mitten auf der Straße befinden sich Fahrzeuge und technische Geräte, die nicht unbedingt zur normalen Ausstattung einer amerikanischen Kleinstadt gehören. Was ist denn hier los? Wir schauen genauer hin und entdecken einen richtigen Filmtrupp!
Mit Kameras, Beleuchtung, Technikfahrzeugen und allem, was dazugehört. Offenbar wird hier gerade tatsächlich ein Film gedreht. Na, das ist doch mal eine Überraschung! Wir sind gerade erst in Santa Fe angekommen und stolpern mitten in eine Hollywood-Produktion. Das muss man auch erst einmal schaffen.
Natürlich bleiben wir stehen und schauen uns das Ganze genauer an. Auf der Straße steht ein großes Fahrzeug mit einer aufwendigen Kamerakonstruktion, daneben laufen Mitarbeiter herum, die offensichtlich alle ganz genau wissen, was sie zu tun haben. Kabel werden verlegt, Geräte eingestellt, und zwischendurch wird immer wieder irgendetwas besprochen.
Normalerweise sieht man solche Dinge nur im Fernsehen oder in irgendwelchen Berichten über Filmproduktionen. Hier stehen wir plötzlich mittendrin und können beobachten, wie viel Aufwand betrieben wird, um später vermutlich eine Szene von wenigen Sekunden auf die Leinwand zu bringen.
Besonders faszinierend finde ich das große Kamerafahrzeug. Die Konstruktion sieht aus, als hätte jemand beschlossen, einen kleinen Kran mit einem Auto zu verheiraten. Überall hängen Kabel, Kameras und technische Geräte, und ich frage mich, wie viele Menschen wohl nötig sind, um das Ganze überhaupt zu bedienen.
Wir bleiben eine Weile stehen und beobachten das Treiben. Vielleicht läuft uns ja sogar noch irgendein bekannter Schauspieler über den Weg. Wobei ich vermutlich erst einmal genau hinschauen müsste, denn zwischen all den Mitarbeitern könnte sich theoretisch auch Brad Pitt verstecken, ohne dass ich ihn sofort erkenne. Leider entdecken wir keinen Hollywoodstar, der uns spontan zu einem gemeinsamen Foto einlädt. Aber allein das ganze Drumherum ist schon interessant genug.
Santa Fe scheint jedenfalls nicht nur bei Touristen beliebt zu sein, sondern auch bei der Filmindustrie. Bei dieser Kulisse wundert mich das allerdings überhaupt nicht. Die historischen Straßen und die außergewöhnliche Architektur eignen sich schließlich hervorragend für Filme, die im amerikanischen Südwesten spielen.
Nach einer Weile setzen wir unseren Spaziergang fort. Die Sonne steht inzwischen schon tiefer, und langsam bekommen wir Hunger. Unser ausgiebiges Frühstück bei Denny’s liegt schließlich schon einige Stunden zurück, und die Wanderung durch die Ah-Shi-Sle-Pah Wilderness hat ebenfalls ihren Tribut gefordert. Also machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant.

Und wie so oft in Amerika haben wir dabei die Qual der Wahl. Mexikanisch, amerikanisch, Steakhouse, Burger – hier scheint wirklich für jeden Geschmack etwas dabei zu sein. Schließlich entscheiden wir uns für ein gemütliches Restaurant in der Innenstadt.
Stefan bestellt einen Burger mit Pommes. Allerdings keinen gewöhnlichen Burger, sondern ein ordentliches amerikanisches Exemplar, bei dem das Brötchen nur noch mit Mühe zusammenhält, was sich zwischen seinen beiden Hälften befindet. Dazu gibt es Pommes und ein bisschen Gemüse, damit die Mahlzeit wenigstens den Anschein von Ausgewogenheit erweckt.
Ich entscheide mich dagegen für ein Fleischgericht mit einer wunderbar cremigen Sauce, Pilzen und Gemüse. Dazu gibt es Kartoffelpüree, das sich hervorragend dazu eignet, auch noch den letzten Rest der köstlichen Sauce vom Teller zu retten. Und es schmeckt wirklich ausgezeichnet!
Nach dem Essen machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Inzwischen ist es Abend geworden, und Santa Fe zeigt sich von einer besonders schönen Seite. Die warmen Farben der Adobe-Gebäude wirken im letzten Tageslicht noch intensiver, die Straßen sind angenehm belebt, und überall sitzen Menschen vor den Restaurants und Cafés.
Wir schlendern gemütlich durch die Straßen, schauen in die Schaufenster und genießen die Atmosphäre. Besonders die kleinen Geschäfte mit indianischem Schmuck, Kunsthandwerk und allerlei Souvenirs sind hübsch anzusehen. Natürlich könnte ich mich hier problemlos noch länger aufhalten, aber irgendwann meldet sich auch bei mir die Müdigkeit. Schließlich sind wir heute wieder seit halb sieben auf den Beinen und haben einige hundert Kilometer zurückgelegt. Also machen wir uns langsam auf den Weg zu unserem Hotel.
Als wir schließlich in unserem Hotelzimmer ankommen, sind wir ordentlich müde, aber rundum zufrieden. Die Schuhe fliegen in die Ecke, die Kamera darf endlich Feierabend machen, und wir lassen uns aufs Bett fallen. Morgen wartet schon das nächste Abenteuer. Und ich hoffe inständig, dass unser Frühstück dann wieder aus Lebensmitteln besteht, die noch nicht den Härtegrad von Granit erreicht haben.
Good night from Santa Fe!































