Der Camper darf auf die erste Reise: Über die Alpen nach Bella Italia

Ein Sonntagmorgen wie aus dem Bilderbuch, und unser Camper kann sein Glück kaum fassen – oder ist das nur der Tau, der in der Sonne funkelt? Seit Dezember steht er brav vor der Tür, hat neue Reifen, ein Sound-System, das auch ein Open-Air-Konzert beschallen könnte, und jede Menge Schnickschnack, den kein Mensch, aber jeder Camper unbedingt braucht. Doch genug der Warterei – Bella Italia, wir kommen!

Die Straßen sind an diesem Morgen so leer, dass man meinen könnte, halb Europa schlummert noch selig unter der Bettdecke. Für uns? Perfekt. Keine Staus, keine unfreiwilligen Pausen an überfüllten Raststätten – einfach durchrollen, als wäre die Autobahn nur für uns reserviert. Innsbruck ist unser erstes Ziel, und gegen halb eins begrüßt uns die Stadt mit offenen Armen – oder eher mit einem freien Parkplatz mitten im Zentrum.

Fun Fact: Innsbruck bietet an Sonn- und Feiertagen kostenloses Parken. Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, einen Platz zu ergattern, insbesondere wenn das Fahrzeug eher an einen kleinen Linienbus als an ein normales Auto erinnert. Doch das Glück ist auf unserer Seite – ein Parkplatz, wie für uns gemacht!

Nun bleibt genug Zeit für einen Spaziergang durch die charmante Altstadt. Die bunten Häuser, die Alpen im Hintergrund – es könnte kitschiger nicht sein, aber in genau der richtigen Dosis. Doch bevor wir uns allzu sehr in die Szenerie verlieben, ruft eine Mission: Hard Rock Café. Unsere Tochter hat einen klaren Auftrag erteilt –

Drumsticks für ihre Sammlung. Also nichts wie rein! Mission erfüllt, und weil wir schon mal da sind, bleiben wir gleich zum Mittagessen. Österreichische Spezialitäten? Nein, Burger. Ein Hoch auf kulinarische Kontraste!

Mit vollem Magen und frisch erbeuteten Drumsticks geht’s zurück zum Camper. Noch viele Kilometer warten – und das Abenteuer hat gerade erst begonnen.

St. Patrick’s Day in Innsbruck – und unser Mittagessen wird … grün. Nein, nicht vor Neid, sondern buchstäblich. Das Tagesangebot im Hard Rock Café lockt mit einem Hamburger, dessen Brötchen in einem saftigen Smaragdgrün leuchtet. Ein Hingucker? Definitiv. Essbar? Hoffentlich. Natürlich kann ich da nicht widerstehen und bestelle das grüne Burger-Special. Stefan hingegen bleibt skeptisch und entscheidet sich für einen klassischen Burger – ganz ohne Farbschock.

Während wir auf unser Essen warten, fällt mein Blick auf einen Tischaufsteller – und plötzlich bekomme ich Zweifel an meiner Wahl. Eine Kooperation mit Dunkin’ Donuts. Bitte was? Sie werden doch wohl nicht … doch, sie haben es tatsächlich getan: Ein süßer Donut mit grünem Zuckerguss als Burgerbrötchen! Als das Ding vor mir landet, bin ich mir nicht sicher, ob ich lachen oder einfach nur tief durchatmen soll. Aber Überraschung: Es schmeckt – und zwar verblüffend gut!

Gestärkt von dieser kulinarischen Grenzerfahrung machen wir uns auf den Weg zum Goldenen Dachl, um noch ein bisschen Sightseeing zu betreiben. Die Altstadt strahlt in der Frühlingssonne, und zwischen den historischen Fassaden und Kopfsteinpflastergassen fühlt man sich ein bisschen wie in einem alten Märchenbuch – nur dass in diesem Märchen zufällig ein grüner Donut-Burger mitspielt.

Nach ein paar Fotos und einem letzten Blick auf das funkelnde Gold des Dachls geht es zurück zum Camper. Die nächste Etappe wartet – Florenz ruft. Noch viele Kilometer liegen vor uns, aber der Geschmack von Donut und Burger wird uns wohl noch ein Weilchen begleiten.

Das Goldene Dachl – Innsbrucks glänzender Blickfang

 

Wer durch Innsbrucks Altstadt schlendert, kommt an einem ganz bestimmten Wahrzeichen nicht vorbei – oder besser gesagt: man bleibt automatisch davor stehen und staunt. Das Goldene Dachl ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein Stück Geschichte, das seit über 500 Jahren über den Dächern der Stadt thront.

Erbaut wurde es im frühen 15. Jahrhundert unter Herzog Friedrich IV., der sich offenbar dachte: „Ein normales Dach kann ja jeder haben.“ Also ließ er kurzerhand 2.657 feuervergoldete Kupferschindeln anbringen – eine architektonische Machtdemonstration mit Glanzfaktor. Ursprünglich als fürstliche Loggia gedacht, konnte der Herzog von hier aus das bunte Treiben auf dem Stadtplatz beobachten, ohne sich selbst ins Getümmel stürzen zu müssen. Eine Art VIP-Balkon des Mittelalters.

Heute zieht das Goldene Dachl jährlich Tausende von Besuchern an, die nicht nur die funkelnde Pracht bestaunen, sondern auch das Goldene Dachl Museum erkunden können. Doch das Dach ist nicht nur zum Anschauen da – es dient auch als kulissenreiche Bühne für kulturelle Events und Konzerte.

Ob für Geschichtsinteressierte, Architektur-Fans oder einfach Leute, die auf goldene Dinge stehen – das Goldene Dachl ist ein Muss in Innsbruck. Und wer es schafft, sich beim Fotografieren nicht von den glänzenden Schindeln blenden zu lassen, kann sich auf eine beeindruckende Erinnerung freuen.

Italien begrüßt uns – natürlich mit einem Hupkonzert. Das berühmte Verkehrschaos bleibt uns nicht erspart, aber mal ehrlich: Wäre es wirklich Italien ohne kreuz und quer parkende Roller, kreative Spurwechsel und Autofahrer, die sich scheinbar per Gedankenübertragung verständigen? Wir tauchen also ein – mitten hinein ins Abenteuer Toskana, vorbei an sanften Hügeln, uralten Zypressenalleen und den ersten verheißungsvollen Silhouetten von Florenz.

Gegen 19 Uhr erreichen wir unser Ziel: ein idyllisch gelegener Campingplatz, nur einen Steinwurf von der Altstadt entfernt – oder in italienischen Maßstäben ausgedrückt: nah genug, um bequem hinzukommen, aber weit genug, um dem Großstadttrubel zu entfliehen.

Draußen ist es angenehm warm, der Duft von Pinien liegt in der Luft, und für einen Moment fühlt es sich an, als hätte uns die Toskana persönlich die Arme geöffnet. Was für ein Tag! Vom gemütlichen Frühstück zu Hause, das noch nach Alltagsroutine schmeckte, über die entspannte Fahrt mit einem kleinen Sightseeing-Zwischenstopp in Innsbruck, bis hin zu unserer Ankunft in dieser Perle der Renaissance – eine Reise, die uns von Alpenidylle zu italienischem Dolce Vitageführt hat. Und jetzt? Erstmal ankommen. Tief durchatmen. Und vielleicht eine erste Pizza – rein zur Akklimatisierung, versteht sich.

Ankommen, durchatmen – und essen. Nach einem langen Tag auf der Straße gibt es nur eine logische Reihenfolge: Camper parken, Pizza bestellen, Bier einschenken. Und genau so machen wir es. Das Restaurant auf dem Campingplatz serviert uns eine perfekte, typisch italienische Pizza – hauchdünner Boden, knusprig bis zum letzten Bissen, belegt mit frischen Zutaten, die nach Sonne schmecken. Dazu ein frisch gezapftes, eiskaltes Bier. Kurz gesagt: Der perfekte Abschluss eines perfekten ersten Tages.

Wir stoßen an und blicken auf das, was vor uns liegt: Morgen endlich Florenz! Die Stadt der Medici, der Kunst, der Geschichte – und der Gelato, die mindestens genauso legendär ist wie Michelangelos Werke. Ich kann es kaum erwarten, mich in das Gewimmel der Altstadt zu stürzen, zwischen mächtigen Palazzi und verwinkelten Gassen hindurchzuwandern und all das aufzusaugen, was Florenz so besonders macht.

Unser neuer Camper? Hat seinen ersten großen Test mit Bravour bestanden. Kilometer um Kilometer flog dahin, ohne Murren, ohne Zicken – ein echtes Zuhause auf Rädern.

Mit diesem Gedanken lassen wir den Abend ausklingen. “Buona notte, Firenze! Ci vediamo domani!”

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