
Schokoladenträume und mittelalterliche Magie: Ein unvergesslicher Tag in Brügge
In der großzügigen Frühstückshütte des Hof van Eersel ließen wir uns ein herrliches Frühstück schmecken. Frische Brötchen, duftender Kaffee und die entspannte Atmosphäre machten den Start in den Tag perfekt. Doch lange konnten wir uns nicht auf die Gemütlichkeit verlassen – Brügge wartete!
2,5 Stunden Fahrt lagen vor uns, doch die Vorfreude auf die berühmten Sehenswürdigkeiten der Stadt ließ die Zeit wie im Flug vergehen. Flämische Giebelhäuser, verwinkelte Gassen und süße Schokoladengeschäfte – das würde unser Tag sein!
Angekommen in Brügge, stellten wir jedoch schnell fest: Ein kleines Navigationsproblem gehörte wohl zum Programm. Oli und Nadine hatten auf einem anderen Parkplatz geparkt als wir. Ein Klassiker. Doch zum Glück war unser Parkplatz nicht nur näher an der Altstadt, sondern auch noch angenehm leer. Also? Kurz entschlossen startete die Karawane erneut, und wir vereinten uns an unserem strategisch besseren Standort. Jetzt konnte das richtige Brügge-Abenteuer beginnen!

Wir begannen im Begijnhof Sint Elisabeth, einer wunderschönen und ruhigen Oase mitten in der Stadt. Ein Ort, der sich anfühlt, als hätte die Zeit beschlossen, hier einfach stehenzubleiben.
Dieses historische Viertel wurde einst von den Begijnen – einer weiblichen Ordensgemeinschaft – bewohnt und strahlt bis heute eine unglaubliche Gelassenheit aus. Die schattenspendenden Bäume, die gepflegten Gärten und die beeindruckenden weißen Häuser, die sich um den kleinen Innenhof gruppieren, schufen eine Atmosphäre von Stille und Beschaulichkeit.
Es fühlte sich an, als wären wir für einen Moment aus dem Trubel der Stadt herausgetreten und in eine andere Zeit eingetaucht. Ein perfekter Ort zum Durchatmen, Staunen und Genießen – und der ideale Auftakt für unseren Spaziergang durch das wunderschöne Brügge.
BILDERGALERIE: Unterwegs in brügge
Nach unserem gemütlichen Rundgang durch den Begijnhof führte unser Weg zur Bonifaciusbrücke – einem der romantischsten Orte in ganz Brügge. Schon beim ersten Blick wurde klar, warum diese Brücke so besonders ist. Die alten, gewölbten Steinbögen spiegelten sich im Wasser des Kanals, während die verwinkelten Fachwerkhäuser mit ihren charmanten Fassaden der ganzen Szene einen Hauch von Märchenhaftigkeit verliehen.
Und dann dieser Ausblick von der Brücke: Historische Gebäude, sanft plätscherndes Wasser, ein Ort, der sich anfühlte, als hätte jemand die perfekte Kulisse für einen historischen Film geschaffen. Wir waren sofort verzaubert. Brügge, du kannst schon was!

Unser nächster Stopp: der Belfried von Brügge – ein Turm mit Charakter, der mit seinen fast 84 Metern hoch über die Dächer der Stadt ragt. Eines der bekanntesten Wahrzeichen Brügges und ein Symbol für die einstige Macht und den Reichtum der Stadt.
Aus der Nähe war der Anblick noch beeindruckender. Die kunstvollen Verzierungen an der Fassade, die wuchtigen Steinmauern – ein echtes Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst. Und drum herum? Leben, Bewegung, Geschichte!
Der große Platz rund um den Belfried brummte vor Energie. Menschen flanierten, Pferdekutschen rollten vorbei, und überall war dieser unverkennbare Mix aus historischem Flair und quirligem Stadtleben.
Der Belfried wirkte wie das Herz von Brügge – ein Ort, an dem man die Vergangenheit spüren und gleichzeitig das pulsierende Leben der Stadt genießen konnte. Majestätisch, lebendig, absolut faszinierend.
Während unseres Spaziergangs durch Brügge wurde schnell klar: Diese Stadt hat ein ernstzunehmendes Schokoladenproblem. Und zwar eines, das sich in Form unzähliger, verführerischer Schokoladengeschäfte an jeder Ecke manifestierte.

Die Versuchung? Allgegenwärtig. Es war schlichtweg unmöglich, an den kunstvoll dekorierten Schaufenstern vorbeizugehen, ohne wenigstens einen bewundernden Blick hineinzuwerfen. Und was für ein Anblick das war!
Pralinen, fein säuberlich aufgereiht, in allen erdenklichen Formen und Farben – kleine Kunstwerke aus Kakao, die förmlich nach uns riefen. Natürlich waren wir machtlos. In manchen Läden mussten wir einfach zuschlagen.
Die handgemachten Köstlichkeiten, gefüllt mit zartschmelzender Schokolade, knusprigen Nüssen oder feiner Karamellcreme, waren einfach zu verlockend, um sie links liegen zu lassen. Brügge, du süße Verführung – wir kapitulieren vor deinem unwiderstehlichen Charme.
BILDERGALERIE: Schoko-Shopping & mehr
Brügge – Wissenswertes, Fun Facts und Kurioses über das „Venedig des Nordens“
Brügge gilt als eine der schönsten mittelalterlichen Städte Europas – und das völlig zu Recht. Die Stadt mit ihren Kopfsteinpflastergassen, verträumten Kanälen und märchenhaften Giebelhäusern sieht nicht nur aus wie eine Kulisse aus einem Historienfilm, sie fühlt sich auch so an. Doch hinter der pittoresken Fassade steckt weit mehr als bloße Postkartenromantik.
Nicht umsonst wird Brügge gern als „Venedig des Nordens“ bezeichnet. Rund 80 Brücken und ein ganzes Netz von Kanälen durchziehen die Altstadt, was nicht nur für traumhafte Fotomotive sorgt, sondern auch für einen Hauch von italienischer Gondelromantik – wobei man auf das Baden hier lieber verzichten sollte. Das Wasser ist zum Anschauen da, nicht zum Eintauchen.
Wer Schokolade liebt, wird Brügge sofort ins Herz schließen. Die Stadt ist ein wahres Mekka für Naschkatzen, denn hier reiht sich ein Chocolatier an den nächsten – über 50 an der Zahl! Und als wäre das nicht schon beeindruckend genug, gibt es seit 2016 sogar eine unterirdische Schokoladenpipeline, die flüssige Schokolade auf direktem Weg von der Produktionsstätte zur Verpackung transportiert. Effizienz trifft Genuss, belgische Version.
Ein Muss für alle, die keine Höhenangst haben (und gut zu Fuß sind), ist der Belfried von Brügge. 366 Stufen führen hinauf auf den 83 Meter hohen Turm, von dem aus man eine atemberaubende Aussicht über die Stadt genießt – sofern man nicht gerade direkt neben dem Glockenspiel steht, das in regelmäßigen Abständen loslegt und selbst Hartgesottene kurz zusammenzucken lässt.
Und dann wären da noch die belgischen Pommes – eine kulinarische Religion. In Brügge gibt es sogar ein eigenes Pommesmuseum, das der knusprigen Kartoffel eine würdige Bühne bietet. Wichtig zu wissen: Belgier essen ihre Fritten nicht mit Ketchup, sondern mit Mayonnaise oder einer der unzähligen Spezialsoßen. Wer trotzdem zur roten Tube greift, outet sich sofort als Tourist.
Die autofreie Innenstadt macht Brügge besonders angenehm für ausgedehnte Spaziergänge. Vieles ist hier so gut erhalten, dass man sich beim Flanieren tatsächlich wie im Mittelalter fühlt – nur ohne Seuchen und mit deutlich bequemeren Schuhen.
Ein besonders beliebter Fotospot ist der Rozenhoedkaai, wo sich historische Fassaden im Wasser spiegeln und die Stadt ihr romantischstes Gesicht zeigt. Kein Wunder, dass dieser Ort auf so gut wie jedem Brügge-Fotoalbum zu finden ist – analog wie digital.
Die gesamte Altstadt ist übrigens seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltkulturerbe. Was für die meisten ein Ritterschlag ist, war für einen nicht ganz so schmeichelhaft: Karl V., König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, fand Brügge schlicht „langweilig“ – und machte um die Stadt zeitlebens einen Bogen. Aber was wusste der schon?
Brügge ist kein Museum, sondern ein lebendiger Märchentraum, der zwischen Pralinen, Glockenspielen und historischen Mauern seinen ganz eigenen Zauber entfaltet. Wer diese Stadt besucht, taucht in eine andere Zeit ein – und will so schnell nicht wieder auftauchen.
Unser nächstes Ziel: der Grote Markt – das pulsierende Herz von Brügge. Schon beim Betreten des riesigen Platzes wurde klar: Hier schlägt der Rhythmus der Stadt. Prächtige Gildehäuser säumten den Platz, ihre historischen Fassaden erzählten Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit. Über allem thronte der Belfried, stolz und erhaben, während sich das imposante Rathaus als weiteres architektonisches Meisterwerk präsentierte.

Doch Brügge ist keine Stadt, die nur in der Vergangenheit lebt. Zwischen den mittelalterlichen Mauern summte das moderne Stadtleben: Cafés, Geschäfte und das geschäftige Treiben der Menschen, die hier flanierten, staunten oder einfach das Flair genossen.
Und dann waren da noch die Pferdekutschen. Noah und Emilia? Sofort begeistert. Die beiden konnten sich kaum von den prachtvollen Pferden lösen. Mit großen Augen bestaunten sie die schmucken Kutschen, liefen aufgeregt umher und entdeckten mit jeder Sekunde neue Details, die sie in ihren Bann zogen. Uns wegzulocken? Eine Mission mit ungewissem Ausgang.
Doch wir hatten einen Trumpf in der Hand: Belgische Waffeln! Nach so viel Erkunden war es an der Zeit für eine echte Waffel-Pause – ein absolutes Muss am Grote Markt. Und natürlich: extra Schokolade! Noah und Emilia waren sofort Feuer und Flamme.
BILDERGALERIE: Belgische Waffeln
Schon nach den ersten Bissen war ihr Lächeln unter einer dicken Schicht Schokosauce kaum noch zu sehen. Hände klebrig, Gesichter verschmiert – aber glücklich.
Und weil Zucker bekanntlich Energie liefert, tobten sie fröhlich über den Platz, während wir die Atmosphäre aufsogen. Das geschäftige Treiben, die historischen Gebäude und der Duft nach frisch gebackenen Waffeln – ein Moment, der sich ins Reisegedächtnis brannte.
BILDERGALERIE: Grote Markt
Ein Spaziergang durch Brügge ohne die berühmten Reien? Undenkbar! Diese idyllischen Kanäle schlängeln sich wie Lebensadern durch die Stadt und verleihen ihr den Beinamen „Venedig des Nordens“ – mit gutem Grund.
Besonders der Rozenhoedkaai war ein echter Hingucker. Die alten, charmanten Häuser, die direkt am Wasser stehen, spiegelten sich perfekt in den ruhigen Kanälen wider. Ein Anblick, bei dem man einfach stehen bleiben musste.

Das sanfte Plätschern des Wassers, die historischen Fassaden, das Licht, das auf den Steinen tanzte – eine Szene wie aus einer anderen Zeit. Jeder Winkel eröffnete eine neue, noch malerischere Perspektive. Es fühlte sich an, als würden wir direkt durch eine Postkarte spazieren.
BILDERGALERIE: Brugge Reien (Grachten)
Am späten Nachmittag hieß es Abschied nehmen von Brügge – aber nicht ohne das nächste Abenteuer. Unsere Unterkunft für die Nacht lag in Assende, etwa 50 Minuten entfernt, und hörte auf den vielversprechenden Namen „The Old Farmhouse“. Klingt idyllisch, oder? Nun ja.
Was wir vorfanden, war tatsächlich ein riesiges, altes Bauernhaus – quasi in the middle of nowhere, umgeben von Wiesen, Ackerland und einem Hauch von „Hat schon bessere Tage gesehen“. Aber hey, für zwei Nächte? Absolut ausreichend!
Gegen 17:30 Uhr rollten wir auf den Hof. Nadine und Stefan stürzten sich sofort in die Versorgungsmission „Einkaufen“ – für die Mission: Abendessen für die Truppe.
BILDERGALERIE: In The Old Farmhouse
Das Ergebnis? Leckere Spaghetti für alle. Ein echter Reise-Klassiker, unkompliziert, aber genau das Richtige nach so einem Tag voller Eindrücke.
Währenddessen hatten Oli und die Kinder draußen ihren Spaß. Der Ball flog, wurde getreten, geworfen – und landete zuverlässig immer wieder in einem kleinen Bach. Doch was wäre ein Spiel ohne ein bisschen Abenteuer? Ballrettungsaktionen inklusive. Nach dem Essen machte sich dann die frische Landluft bemerkbar.
Wir waren erledigt. Die vielen Eindrücke des Tages, die Reise, die unvermeidliche Nudel-Völlerei – alles zusammen sorgte dafür, dass wir ziemlich schnell in unsere Betten fielen. Müde, zufrieden, gespannt auf den nächsten Tag. Was er wohl bringen würde? Wir würden es bald herausfinden.