Kopenhagen: Von Nyhavn bis zur kleinen Meerjungfrau!

Heute haben wir uns in die Höhle des dänischen Drahtesels gewagt: Kopenhagen, die unangefochtene Hauptstadt der Radfahrer. Wer hier nicht aufpasst, wird schneller überholt, als er „Smørrebrød“ sagen kann.

Frisch und voller Tatendrang haben wir uns auf unsere Jeep-Klappräder geschwungen und die 9 Kilometer vom Campingplatz bis ins Zentrum in Angriff genommen. Klingt gemütlich? Nicht in Kopenhagen! Schon nach den ersten Metern wurde uns klar: Das hier ist kein Sonntagsspaziergang, sondern eine Fahrrad-Rush-Hour, die ihresgleichen sucht. Links und rechts sausten die Einheimischen vorbei, stilecht im Business-Outfit oder mit der Einkaufstüte im Gepäckträger. Wir? Mittendrin – mit leicht erhöhter Herzfrequenz und dem festen Vorsatz, nicht direkt als Touristen aufzufallen.

„Einfach mitschwimmen“, dachten wir. Leichter gesagt als getan, denn das Tempo hier ist sportlich. Kopenhagen fährt Rad, als wäre es eine olympische Disziplin. Doch mit jeder Ampel – und davon gibt es viele – wurden wir ein bisschen sicherer. Bald fühlten wir uns fast so, als hätten wir nie etwas anderes getan, als in einem fließenden Fahrradstrom durch eine skandinavische Großstadt zu gleiten.

Parkplatz

Angekommen am Hauptbahnhof haben wir unsere Räder strategisch zwischen hunderte andere gequetscht – ob wir sie wiederfinden würden, war ein Problem für später. Erstmal Koffein! Und ja, ich gestehe: Es wurde Starbucks. Nicht gerade die dänischste Wahl, aber nach dieser unfreiwilligen Frühsport-Einheit war mir nach einer großen, heißen Tasse Treibstoff. Ein paar Schlucke später waren die Beine wieder entspannt, der Puls im Normalbereich, und wir bereit, uns dem Großstadttrubel zu stellen. Kopenhagen, wir kommen – jetzt zu Fuß!

Starbucks

Nachdem wir die Stadt bereits auf zwei Rädern erreicht hatten – mit leicht erhöhtem Puls und dem festen Willen, nicht aus der Fahrradspur gespült zu werden – entschieden wir uns für eine etwas entspanntere Methode der Stadterkundung: den Hop-on/Hop-off-Bus. Unser bewährtes Mittel, um einer neuen Stadt eine erste Annäherung zu verpassen, ohne dabei direkt die Sohlen durchzulaufen.

Die Haltestelle lag strategisch günstig am Hauptbahnhof, rollte einer dieser leuchtend roten Doppeldeckerbusse vor. Wir ergatterten einen Platz oben – natürlich open air, denn wenn schon Sightseeing, dann mit vollem Panorama. Die ersten sieben Stopps nutzten wir genau so, wie es sich für Erstbesucher gehört: Sitzen, staunen, staunen, sitzen. Kopenhagen zog in all seinen Facetten an uns vorbei – moderne Architektur, breite Boulevards, historische Gebäude und natürlich immer wieder Radfahrer, die in ihrer eigenen Liga unterwegs waren.

Hop on / Hop off Bus

Doch dann kam Stopp Nummer acht, und damit war es vorbei mit der Passivität. Nyhavn! Schon unzählige Male hatte ich die Bilder dieser perfekt aneinandergereihten, bunten Giebelhäuser im Internet bewundert – jetzt standen wir mittendrin. Und was soll ich sagen? Es war noch schöner als auf jedem Foto.

Die Farben der Häuser – von strahlendem Gelb über sattes Rot bis zu tiefem Blau – leuchteten in der Sonne, der Kanal spiegelte das Farbspiel auf der Wasseroberfläche wider, und an jeder Ecke klirrten Gläser, während fröhliche Menschen in kleinen Cafés und Restaurants saßen. Hier herrschte eine Atmosphäre, als hätte jemand die Essenz von Gemütlichkeit, Lebensfreude und skandinavischer Postkartenidylle in einem einzigen Viertel eingefangen.

Nyhaven

Wir ließen uns einfach treiben, schlenderten die Hafenpromenade entlang, während Boote sanft in den Wellen schaukelten und Möwen über unseren Köpfen kreisten. Schließlich fanden wir eine freie Bank – ein Glücksfall, denn Sitzplätze in Nyhavn sind so begehrt wie ein Lottogewinn. Von dort aus beobachteten wir das geschäftige Treiben: Touristen, die sich für das perfekte Foto in Szene setzten, Einheimische, die entspannt mit einem Glas Wein den Feierabend einläuteten, und Straßenmusiker, die mit entspannten Jazzklängen die Szenerie abrundeten.

Ein paar Fotos mussten natürlich auch sein – denn wenn man Nyhavn nicht fotografiert, war man dann überhaupt dort? Doch nach ein paar Versuchen stellten wir fest: Man kann dieses Viertel nicht wirklich auf ein Bild bannen.Es ist eine Stimmung, ein Gefühl, eine Kombination aus Farben, Licht, Geräuschen und Leben. Und genau das machte diesen Moment so unvergesslich.

Nyhavn – Kopenhagens farbenfrohes Hafenjuwel mit Geschichte

 

Nyhavn ist mehr als nur eine hübsche Postkartenkulisse – es ist das pulsierende Herz Kopenhagens, wo Geschichte, maritimer Charme und skandinavische Lebensfreude aufeinandertreffen. Einst war dieses Viertel eine raue Hafenmeile, wo Seeleute, Tavernen und zwielichtige Gestalten das Bild bestimmten. Heute ist Nyhavn eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Dänemarks und ein Ort, den man einfach erlebt haben muss.


Gegründet im 17. Jahrhundert unter König Christian V., diente Nyhavn ursprünglich als Handels- und Hafenviertel, in dem Kaufleute ihre Waren entluden und Matrosen in den Kneipen am Ufer ihr Geld verspielten. Die bunten Giebelhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die heute Cafés, Restaurants und Bars beherbergen, waren einst die Wohnsitze von Händlern und Seeleuten.


Besonders spannend für Literaturliebhaber: Hans Christian Andersen, Dänemarks berühmtester Märchenschreiber, lebte und arbeitete in gleich mehreren dieser Häuser. In Nr. 18, 20 und 67 schrieb er einige seiner bekanntesten Geschichten – wer also durch Nyhavn schlendert, wandelt auf den Spuren von „Die kleine Meerjungfrau“ und „Das hässliche Entlein“.


Doch Nyhavn ist nicht nur Geschichte, sondern auch eine der schönsten Ecken Kopenhagens zum Genießen und Verweilen. Besonders im Sommer tummeln sich hier Menschen in den zahlreichen Open-Air-Restaurants und Cafés, während historische Holzschiffe im Kanal schaukeln. Im Winter verwandelt sich das Viertel in ein stimmungsvolles Weihnachtsparadies, komplett mit festlichen Lichtern und einem traditionellen Weihnachtsmarkt.


Wer Kopenhagen aus einer neuen Perspektive erleben möchte, kann von Nyhavn aus eine der beliebten Bootstouren starten. Die Kanalfahrten führen vorbei an ikonischen Sehenswürdigkeiten wie der kleinen Meerjungfrau, der Oper und dem alternativen Stadtteil Christiania.


Egal, ob man einfach nur die Atmosphäre aufsaugen oder den perfekten Fotospot suchen möchte – Nyhavn vereint Kopenhagens maritimen Geist mit dänischer Gemütlichkeit wie kein anderer Ort.

Nach unserem farbenfrohen Ausflug nach Nyhavn war es Zeit für das nächste Abenteuer: die Frelsers Kirke – oder genauer gesagt: ihren legendären Turm, der sich mit seinen 90 Metern Höhe majestätisch über Kopenhagen erhebt. Schon von weitem zog er unsere Blicke auf sich: ein massiver Backsteinbau mit einem vergoldeten, spiralförmigen Turmhelm, der aussieht, als hätte ihn jemand direkt einem Märchenbuch entnommen. Ein Anblick, der Ehrfurcht einflößt – und ein klein wenig Vorahnung auf das, was uns gleich erwarten würde.

Der Aufstieg begann. 400 Stufen lagen vor uns, und die ersten 250 davon führten durch das Innere des Turms – rustikale Holzbalken, knarrende Stufen und eine steile Konstruktion, die einem klar machte, dass das hier nichts für schwache Nerven ist. Schritt für Schritt arbeiteten wir uns nach oben, während uns die dünner werdende Luft (oder vielleicht auch nur unsere Fitness) langsam aber sicher bewusst machte, dass das hier ein echter Kraftakt war.

Doch das eigentliche Highlight wartete noch: die letzten 150 Stufen, die sich außen um den Turm herum winden.Ja, genau – außen! Kein schützendes Mauerwerk mehr, nur eine enge Wendeltreppe mit einem vergoldeten Geländer und direkt daneben… nichts als Luft. Der Blick nach unten? Lieber nicht. Der Blick nach oben? Einladend, aber auch respekteinflößend. Schritt für Schritt kletterten wir weiter, während sich Kopenhagen unter uns ausbreitete wie ein endloses Gemälde.

Vor Freisers Kirke

Und dann, endlich, standen wir ganz oben – auf der schmalen Spitze des Turms, mit einer 360-Grad-Aussicht, die jede Mühe wert war. Unter uns erstreckte sich die Stadt in all ihren Facetten: die bunten Häuser, die verwinkelten Gassen, die glitzernden Kanäle, das Meer am Horizont. Ein Panorama, das einem das Gefühl gab, als würde man auf der Weltspitze stehen.

Ein kleiner Fun Fact aus der Kategorie “Überraschungen des Tages”: Stefan war anfangs fest entschlossen, nur bis zur Aussichtsplattform zu gehen – die Außentreppe? Ein klares Nein. Höhen und Stefan? Eine Beziehung, die bestenfalls als distanziert beschrieben werden kann. Doch auf meinem Rückweg von der Spitze kam mir plötzlich Stefan entgegen! Sein Gesichtsausdruck eine Mischung aus Stolz und Panik. Die Erklärung? Schwäbische Sparsamkeit! Wir hatten schließlich für den gesamten Aufstieg bezahlt – und damit war der Kampf gegen die Höhenangst wohl doch zweitrangig.

Zurück am Boden brauchten unsere Beine erst mal eine kurze Erholungspause – aber nicht zu lange, denn der nächste Hop-on/Hop-off-Bus ließ nicht lange auf sich warten. Zehn Minuten später rollte er heran, wir ließen uns erschöpft in die Sitze fallen und steuerten unser nächstes Ziel an: Schloss Amalienborg.

Kaum hatten wir den Hop-on/Hop-off-Bus verlassen, standen wir mitten in einer Szene, die so präzise orchestriert war, dass sie beinahe unecht wirkte. Vor uns erstreckte sich der große, ovale Schlossplatz von Amalienborg, flankiert von den vier eleganten Rokoko-Palästen der dänischen Königsfamilie. Und mittendrin: die königliche Garde in vollem Zeremoniell.

Amalienborg Slot

Die Wachablösung begann. Mit ihren markanten Bärenfellmützen, tiefblauen Uniformen und weißen Gamaschen marschierten die Wachen in strenger Formation auf den Platz. Ihre Bewegungen? Präzise wie ein Uhrwerk. Keine unnötige Regung, kein Zögern – als wäre jeder Schritt eine exakt einstudierte Choreografie. Die glänzenden Knöpfe ihrer Uniformen reflektierten das Sonnenlicht, während das Echo der schweren Stiefel über das Kopfsteinpflaster hallte. Ein Schauspiel aus Disziplin, Geschichte und einer guten Portion königlicher Erhabenheit.

Wir standen fasziniert da, während die Kommandos knapp und energisch durch die Luft schnitten. Jede Bewegung war einstudiert, jedes Detail saß. Selbst das Umdrehen geschah mit einer militärischen Perfektion, die Respekt einflößte.

Und während wir uns das Ganze ansahen, wurde uns klar: Das hier war nicht nur eine touristische Attraktion, sondern gelebte Tradition. Seit Jahrhunderten findet dieses Ritual täglich um Punkt 12 Uhr statt – und wir hatten das Glück, genau zur richtigen Zeit hier zu sein.

Als die Zeremonie zu Ende ging und die Wachen ihre neuen Positionen einnahmen, blieb für einen Moment eine ehrfürchtige Stille auf dem Platz zurück. Dann setzte sich das touristische Treiben wieder in Bewegung – aber für ein paar Minuten hatte sich Amalienborg in eine Bühne verwandelt, auf der Geschichte und Gegenwart verschmolzen waren.

Nachdem wir das beeindruckende Spektakel der Wachablösung hinter uns gelassen hatten, war es Zeit für das nächste Wahrzeichen Kopenhagens – die kleine Meerjungfrau. Also zurück in den Bus, kurz durchgeschnauft, und schon rollten wir weiter in Richtung Langelinie-Promenade, wo die berühmteste Dame Dänemarks auf uns wartete.

Den lille Havfrue

Kaum angekommen, sahen wir es schon: eine Menschenmenge, die sich um einen einzelnen Felsen am Wasser versammelt hatte – das untrügliche Zeichen, dass wir richtig waren. Und da saß sie, die kleine Meerjungfrau, in all ihrer melancholischen Schönheit. Bescheiden, ruhig, beinahe zerbrechlich, blickte sie auf das Wasser hinaus, als würde sie noch immer sehnsüchtig auf ihren Prinzen warten.

Witzigerweise ist sie kleiner, als man es sich vorstellt. Nur 125 cm misst die Bronzeskulptur – und doch strahlt sie eine solche Präsenz aus, dass jeder, ob Tourist oder Einheimischer, für einen Moment innehält. Vielleicht liegt es an der perfekten Mischung aus Märchenhaftigkeit und Melancholie. Oder an der Geschichte dahinter: Inspiriert von Hans Christian Andersens weltberühmtem Märchen wurde die Statue 1913 enthüllt und ist seitdem eines der unverkennbaren Wahrzeichen Kopenhagens.

Natürlich mussten wir uns durch die Fotowütigen kämpfen, um einen guten Blick zu erhaschen. Touristen drängelten sich um den besten Winkel, manche wagten sich sogar über die Steine bis ans Wasser, um ein perfektes Selfie zu ergattern – immer mit dem Risiko, sich eine unfreiwillige Abkühlung im Hafenbecken einzufangen. Wir hielten es klassisch und genossen einfach den Moment, ohne akrobatische Klettereinlagen.

Und so standen wir da, bewunderten dieses filigrane Kunstwerk und ließen uns von ihrer stillen Erhabenheit verzaubern. Ein kleines Wahrzeichen mit großer Wirkung – und ein Moment, der sich fest in unsere Kopenhagen-Erinnerungen einbrannte.

Den lille Havfrue

Die kleine Meerjungfrau – Kopenhagens berühmteste Legende in Bronze

 

Sie ist kaum größer als ein Schulkind, sitzt still auf ihrem Felsen am Hafen und doch ist sie eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten KopenhagensDie kleine Meerjungfrau. Trotz ihrer bescheidenen Größe – gerade einmal 1,25 Meter hoch – zieht sie jedes Jahr Millionen von Besuchern an.


Die Statue wurde 1913 von dem dänischen Bildhauer Edvard Eriksen erschaffen und basiert auf dem berühmten Märchen von Hans Christian Andersen. In der Geschichte verliebt sich die kleine Meerjungfrau in einen Prinzen und ist bereit, alles zu opfern, um ein Mensch zu werden. Sie gibt ihre Stimme auf, um für kurze Zeit auf dem Land zu leben – doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr, und ihr Opfer bleibt unerwidert.


Diese tragische Geschichte macht die Statue zu einem Symbol für unerfüllte Liebe und Sehnsucht. Und genau so sitzt sie dort – mit melancholischem Blick über das Wasser, als würde sie noch immer warten.


Doch nicht nur die Märchenfigur hat es nicht leicht, auch die Statue selbst hat im Laufe der Jahre einiges durchmachen müssen. Sie wurde mehrmals beschädigt, entführt und sogar enthauptet, doch jedes Mal liebevoll restauriert. Trotz all dieser Zwischenfälle steht sie noch immer an ihrem Platz und bleibt das Wahrzeichen Kopenhagens.


Wer die kleine Meerjungfrau besucht, sollte sich darauf einstellen, dass sie tatsächlich kleiner ist als erwartet. Aber genau das macht sie irgendwie besonders – ein unscheinbares, stilles Kunstwerk mit einer großen Geschichte.

Nach einem ereignisreichen Tag voller Sightseeing in Kopenhagen war es höchste Zeit, unseren knurrenden Mägen endlich Gehör zu schenken. Also nichts wie zurück in die Innenstadt – zu Fuß durch die pulsierende Fußgängerzone, vorbei an Straßenmusikern, quirligen Boutiquen und verführerisch duftenden Essensständen. Und da war sie: die unvermeidliche dänische Hotdog-Bude.

Wir konnten nicht widerstehen. Ein original dänischer Hotdog musste her! Die knackige Wurst, das fluffige Brötchen, dazu Senf, Röstzwiebeln und saure Gurken – ein kleiner, feiner Genuss. Doch dann kam der Moment, der uns fast den Appetit verdorben hätte: 20 Euro für zwei Hotdogs und eine Dose Cola. Zwanzig. Euro. Dänemark, du bist teuer!Aber gut, wir verdrängten den Schock mit jedem herzhaften Bissen und entschieden uns, diesen Snack als „authentisches Erlebnis“ zu verbuchen.

Henriks Pølser

Nachdem wir unsere goldenen Hotdogs – im wahrsten Sinne des Wortes – verspeist hatten, machten wir uns auf den Weg zum Rathaus von Kopenhagen, einem der imposantesten Gebäude der Stadt. Der Spaziergang dorthin war ein echtes Vergnügen, denn die Route führte uns quer durch das lebendige Zentrum.

Die Strøget, Kopenhagens berühmte Einkaufsstraße, erstreckte sich wie eine endlose Flaniermeile vor uns – gesäumt von schicken Boutiquen, Designläden und klassischen Souvenirshops, in denen Wikingerhelme aus Plastik neben dänischer Feinkost um die Wette glänzten. Wir schlenderten vorbei an Straßenkünstlern, die mit Gitarrenmusik und Seifenblasen für eine fast schon filmreife Atmosphäre sorgten. Zwischendurch blieben wir immer wieder stehen, um die Stimmung in uns aufzusaugen – denn das ist es, was Kopenhagen so besonders macht: diese Mischung aus geschichtsträchtiger Kulisse und entspanntem Großstadtflair.

Nach ein paar gemütlichen Abzweigungen tauchte es dann vor uns auf: Das imposante Rathaus. Mit seiner markanten roten Backsteinfassade, dem hoch aufragenden Turm von 106 Metern Höhe und den kunstvollen Verzierungen wirkte es wie ein Bauwerk, das aus einer anderen Zeit direkt in die Moderne katapultiert wurde.

Natürlich mussten wir diesen Anblick auf Fotos festhalten. Zufrieden mit der ausbeute der Fotos ließen wir die Kamera sinken und betrachteten das Rathaus noch einmal ohne Display. Ein beeindruckendes Bauwerk, das eine ganz eigene Geschichte erzählt. Hier werden heute noch offizielle Zeremonien abgehalten, Hochzeiten geschlossen und große Ereignisse gefeiert – mitten in einem Stadtzentrum, das Tradition und Moderne perfekt verbindet.

Kobenhavns Radhus

Auch wenn die Hotdogs teuer waren, waren sie eben doch nur ein kleinenrSnack – und sättigen nur bedingt. Nach weiterem Schlendern durch Souvenirläden und charmante Gassen meldete sich der Hunger erneut, und diesmal sollte es etwas Traditionelles sein. Unsere Wahl fiel auf ein gemütliches Restaurant, das Smørrebrød servierte – das dänische Nationalgericht, eine Art luxuriös belegtes Roggenbrot.

Und was für ein Geschmack! Saftiger Lachs mit Dill, cremiger Hering mit Zwiebeln, Roastbeef mit Remoulade – ein Fest für den Gaumen! Doch ein Fest für den Geldbeutel? Nicht ganz. Zwei dieser kunstvollen Brote, begleitet von einem Glas Mineralwasser, summierten sich auf stolze 60 Euro. Ein Bissen in Luxusklasse. Aber was soll’s? Wenn man schon in Kopenhagen ist, dann richtig.

Unser Fazit: Essen in Dänemark ist nichts für schwache Nerven (oder knappe Budgets), aber jeder Bissen war es wert.

Nach einem Tag voller Erlebnisse, Treppenstufen und kulinarischer Schockmomente brachte uns der Hop-On/Hop-Off-Bus zurück zum Hauptbahnhof – genau dorthin, wo unser Abenteuer begonnen hatte. Unsere Fahrräder warteten geduldig auf uns, während wir einen letzten Blick auf das vibrierende Stadtleben warfen.

Direkt gegenüber lag der berühmte Tivoli, einer der ältesten Vergnügungsparks der Welt. Lichterketten funkelten in der Dämmerung, bunte Karussells drehten sich, und der Klang von lachenden Menschen mischte sich mit Musik und dem verlockenden Duft von gebrannten Mandeln. Es war, als würde sich eine kleine, magische Welt direkt vor uns entfalten – und doch mussten wir widerstehen. Die Zeit reichte nicht für einen Besuch, aber eines war sicher: Wir würden zurückkommen. Und dann, ohne Kompromisse, den Tivoli in vollen Zügen genießen.

Tivoli – Mehr als nur ein Vergnügungspark

 

Tivoli ist nicht einfach irgendein Freizeitpark – er ist eine Legende. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1843 begeistert er Generationen von Besuchern und zählt heute zu den ältesten Vergnügungsparks der Welt. Doch was macht Tivoli so besonders? Hier sind ein paar spannende (und vielleicht überraschende) Fakten:


Ein Park mit königlicher Strategie: Der Gründer Georg Carstensen überzeugte König Christian VIII., den Park zu genehmigen, mit einem einfachen, aber genialen Argument: „Wenn die Leute sich amüsieren, denken sie nicht an Politik.“ Ob es funktioniert hat? Wer weiß – aber Tivoli wurde gebaut!


Inspiration für Walt Disney: Als Walt Disney in den 1950er Jahren durch Tivoli schlenderte, war er so begeistert von der Atmosphäre, dass er einige Ideen für Disneyland von hier mitnahm. Besonders die Mischung aus gepflegten Gärten, Lichterzauber und nostalgischem Flair inspirierte ihn.


Achterbahn mit Geschichte: Die berühmte Holzachterbahn „Rutschebanen“ stammt aus dem Jahr 1914 und ist eine der ältesten, noch betriebenen Holzachterbahnen der Welt – und das Beste: Sie hat noch immer einen echten Bremser an Bord, der die Geschwindigkeit manuell steuert!

Magische Nächte: Tivoli ist besonders bei Nacht ein Traum. Wenn Tausende kleiner Lichter den Park illuminieren, verwandelt sich die ohnehin schon märchenhafte Szenerie in eine leuchtende Kulisse, die fast surreal wirkt.


Nicht nur Fahrgeschäfte: Tivoli bietet nicht nur wilde Attraktionen, sondern auch Kultur pur. Hier gibt es regelmäßig Live-Konzerte, Theateraufführungen und sogar klassische Ballettdarbietungen.

Ein Feuerwerk zum Abschluss: Jeden Samstagabend im Sommer wird ein großes Feuerwerk gezündet – eine Tradition, die den Parkbesuch mit einem spektakulären Finale krönt.
Kurz gesagt: Tivoli ist nicht nur ein Vergnügungspark, sondern eine Institution – eine Mischung aus Geschichte, Nostalgie und Adrenalin, die man in Kopenhagen einfach erleben muss! 🎡

Doch bevor wir endgültig den Rückweg antraten, gab es noch eine kleine kulinarische Versuchung – die Food Hall in der Nähe des Bahnhofs. Schon beim Betreten schlug uns eine Wand aus Düften entgegen: würziges Street Food aus aller Welt, frisch gebackenes Brot, exotische Gewürze und süße Verführungen. Die Auswahl war schlicht überwältigend – von asiatischen Dumplings über dänische Spezialitäten bis hin zu italienischen Trüffelpizzen. Leider hatten wir noch keinen Hunger. Aber mit jedem Stand, den wir passierten, notierten wir gedanklich: Das müssen wir beim nächsten Mal probieren!

Dann war es soweit – zurück zu den Rädern, ein letzter Blick auf die Stadt, und los ging’s. Die Fahrt zum Campingplatz war angenehm, die Straßen ruhiger als am Morgen, und der Fahrtwind trug eine leichte Meeresbrise mit sich. Gegen 21 Uhr kamen wir an und beschlossen, diesen besonderen Tag noch nicht sofort zu beenden.

Wir stiegen auf den kleinen Hügel neben dem Platz, von dem aus man eine fantastische Aussicht auf das Meer und die Lichter von Kopenhagen in der Ferne hatte. Die Wellen schimmerten im letzten Abendlicht, eine angenehme Stille lag in der Luft – ein Moment zum Durchatmen, zum Innehalten, zum Genießen.

Was für ein Abschluss! Kopenhagen hatte uns begeistert – mit seiner Lebendigkeit, seiner Geschichte, seiner Fahrradrushhour und ja, auch mit seinen preistreibenden Hotdogs. Wir kommen wieder. Ganz sicher.

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