
Schlösser, Eis und Eisenbahnen: Wir sind in Örebro und Nora
Es ist früh am Morgen, die Vögel zwitschern, die Sonne blinzelt verschlafen über den Horizont – und wir? Die ultimativen Frühstarter sind schon in den Startlöchern, bereit für das nächste Abenteuer. Doch bevor unser treuer Camper losrollen kann, gibt es noch ein kleines Pflichtprogramm.
Wasser ablassen, Toilette leeren, Frischwasser auffüllen – klingt nicht glamourös, gehört aber nun mal zum Camper-Leben dazu. Diese Prozedur ist schnell erledigt, fühlt sich aber jedes Mal an, als würden wir einen halben Vormittag damit verbringen. Vielleicht liegt das daran, dass Stefan immer noch einmal prüft, ob auch wirklich alles in Ordnung ist, während ich längst weiterfahren will.
Aber dann endlich: Alles ist verstaut, der Motor läuft, und wir verabschieden uns von Stockholm. Es war fantastisch! Doch jetzt ruft die Straße – na ja, nach einem letzten kleinen Zwischenstopp.
Bevor wir uns in die schwedische Weite begeben, machen wir einen Halt bei Heron City – einem gigantischen Einkaufszentrum, das am frühen Morgen fast gespenstisch leer wirkt. Die meisten Geschäfte schlafen noch, doch das stört uns nicht, denn wir haben ein klares Ziel: Lebensmittel!

Unser Retter in der Not? Willy:s – der Supermarkt unseres Vertrauens. Mit Einkaufswagen bewaffnet, stürzen wir uns ins Getümmel, das eher aus ein paar anderen Frühaufstehern besteht. Brot, Wurst, Käse, Wasser – die Basics sind schnell eingesackt. Und weil niemand weiß, wann der nächste Snack-Notfall eintritt, landet auch noch die eine oder andere Süßigkeit im Wagen. Man muss schließlich vorbereitet sein.
Gerade als wir mit vollem Einkaufswagen zurück zum Camper rollen, fällt mein Blick auf ein Gebäude, das Schnäppchen ruft, lauter als jede Sirene: Der Dollar Store. Stefan verdreht nur kurz die Augen, sagt aber nichts. Er weiß längst, dass ich an solchen Läden nicht einfach vorbeigehen kann. Also, rein in die Schatzkammer der günstigen Überraschungen! Ob wir wirklich etwas brauchen? Natürlich! Ob wir genau das kaufen, was auf unserer imaginären Liste steht? Natürlich nicht.
15 Minuten später verlassen wir den Laden mit ein paar unfassbar praktischen (zumindest in meiner Welt) und erstaunlich günstigen Dingen. Stefan kommentiert es nicht weiter – er weiß, dass spätestens beim nächsten Campingplatz die geniale Nützlichkeit meiner Errungenschaften offenbar wird.

Jetzt aber los! Diesmal geht es Richtung Westen, mit Örebro als erstes Etappenziel. Die Straßen sind frei, die Fahrt verläuft entspannt – was will man mehr? Natürlich könnte Stefan jetzt begeistert von der grandiosen schwedischen Straßenbaukunst schwärmen, aber meine Gedanken drehen sich um eine ganz andere Baustelle: Mein Magen.
Nach ein paar Stunden Fahrt erreichen wir Örebro zur perfekten Mittagszeit – und mein innerer Kompass zeigt schnurstracks in Richtung Essen. Doch bevor wir uns auf die Suche nach einer kulinarischen Rettung begeben, parken wir unseren Camper irgendwo in der Nähe der Stadtmitte und spazieren los, bereit, diese charmante Stadt zu erkunden.
Kaum sind wir ein paar Schritte gegangen, erhebt sich vor uns das majestätische Örebro Schloss – eine wahre Märchenkulisse mitten in der Stadt. Dieses Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert hat mehr Geschichten auf Lager als die meisten Bibliotheken.

Von einer mittelalterlichen Festung zur königlichen Residenz, dann Gefängnis, später Verwaltungsgebäude – es scheint fast, als hätte das Schloss in jeder Epoche eine neue Funktion ausprobiert. Wie ein Bauwerk mit Identitätskrise, das aber letztlich zu einer beeindruckenden Sehenswürdigkeit gereift ist. Heute thront es mit seinen runden Türmen, dicken Mauern und dem malerischen Wassergraben mitten in der Stadt – ein perfektes Postkartenmotiv.
Man kann sich lebhaft vorstellen, wie hier einst tapfere Ritter durch die Hallen schritten, Intrigen geschmiedet wurden und königliche Bälle in prächtigen Sälen stattfanden. Heutzutage beherbergt das Schloss unter anderem ein Museum – eine Einladung, tief in die Geschichte Schwedens einzutauchen.
Aber während ich noch darüber nachdenke, welches Drama sich wohl in diesen Mauern abgespielt haben könnte,meldet sich mein treuer Begleiter, der Hunger, wieder lautstark. Also gut, Geschichte kann warten – erstmal Mittagessen!
Wir umrunden das Schloss, knipsen Fotos aus jedem erdenklichen Winkel und bestaunen seine erhabene Präsenz mitten in der Stadt. Majestätisch thront es über dem Fluss, umgeben von Wasser und gepflegten Wegen – einfach ein traumhafter Anblick. Doch dann fällt mein Blick auf den belebten Marktplatz Stortorget, nur wenige Gehminuten entfernt. Menschen strömen dorthin, fröhliches Stimmengewirr erfüllt die Luft, und irgendwo weht ein verführerischer Duft herüber.
„Stefan, da müssen wir hin!“ rufe ich entschlossen und ziehe ihn mit, als wäre ich eine Spürhündin auf der Fährte eines Michelin-Sterns.

Und siehe da: Es ist ein Streetfood-Festival! Jackpot! Mein Herz schlägt ein bisschen schneller – was gibt es Besseres als unerwartetes, köstliches Essen in einer neuen Stadt? Die Gassen sind gesäumt von bunten Foodtrucks und Ständen, an denen die unterschiedlichsten Gerichte aus aller Welt angeboten werden. Von dampfenden asiatischen Nudelschalen über saftige Burger bis hin zu mediterranen Spezialitäten – eine wahre Reizüberflutung für den hungrigen Reisenden.
BILDERGALERIE: Streetfood Festival
Nach einer geschmacklichen Weltreise an den unzähligen Streetfood-Ständen – bei der wir natürlich alles intensiv begutachten, beschnuppern und mit kritischem Blick bewerten – landen wir schlussendlich beim polnischen Stand. Und Leute, das war eine goldrichtige Entscheidung.
Das Schnitzel, das uns hier serviert wird, ist nicht einfach nur ein Schnitzel – es ist eine Offenbarung. Goldbraun gebraten, so knusprig, dass es bei jedem Bissen diese herrlich perfekte Panade-Knusper-Symphonie erklingen lässt. Darunter? Ein Fleisch, so zart, dass es fast von selbst zerfällt. Dazu gibt es cremiges Kartoffelpüree, erfrischenden Gurkensalat und eine Soße, die wahrscheinlich von einer polnischen Oma nach einem uralten Familienrezept zusammengemixt wurde – so gut ist sie.

Wir setzen uns mit unseren Tellern an einen der großen Holztische, blicken uns an und wissen: Das ist kein normales Mittagessen. Das ist ein Erlebnis.
Während wir uns durch unser Festmahl arbeiten, tauchen wir tief in die Atmosphäre des Festivals ein. Rund um uns herum pulsiert das Leben – Straßenkünstler ziehen ihre Shows ab, irgendwo spielt eine Band, Kinder toben mit Zuckerwatte in den Händen umher, und die Stände duften nach den unterschiedlichsten Gewürzen aus aller Welt. Es ist, als hätte sich ganz Örebro auf diesem Marktplatz versammelt, um gemeinsam das gute Essen und das noch bessere Leben zu feiern.
Mit vollem Magen und leicht verlangsamtem Tempo – nennen wir es eine strategische Verdauungspause – setzen wir unseren Rundgang durch Örebro fort. Doch die Neugier ist stärker als das Suppenkoma, also weiter geht’s!
BILDERGALERIE: Unterwegs in Örebro
Wir schlendern vorbei am imposanten Rathaus, dessen Turm sich selbstbewusst in den Himmel reckt, als wolle er demonstrieren, wer hier das Sagen hat. Direkt gegenüber erhebt sich die St. Nikolaikirche, ein gotisches Meisterwerk, das uns mit seinen gewaltigen Glasfenstern und der beeindruckenden Architektur kurz innehalten lässt. Beeindruckend, gewaltig – und ein bisschen so, als würde es uns mahnen, auf dem Weg ins nächste Abenteuer nicht allzu viele Dummheiten anzustellen.
Unser Weg führt uns weiter entlang des Svartån, der sich malerisch durch die Stadt schlängelt. Das sanfte Plätschern des Wassers verleiht dem Spaziergang eine fast schon meditative Note, während wir durch charmante Straßen streifen, vorbei an alten Häusern mit liebevoll verzierten Fassaden und Cafés, die mit verführerischen Zimtschneckendüften um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Doch wir bleiben standhaft – vorerst.

Nach zwei Stunden, gefühlten hundert Fotos – wir haben vermutlich halb Örebro digital konserviert – und einer Flut neuer Eindrücke kehren wir zurück zu unserem treuen Camper. Es ist 14:30 Uhr, die Speicherkarte voll – es ist Zeit, weiterzuziehen.
Unser nächstes Ziel heißt Nora, ein kleines Städtchen, das angeblich aussieht wie aus dem Werbekatalog für schwedische Holzhaus-Romantik. Klingt nach einer Einladung, die man unmöglich ausschlagen kann.
Der Motor brummt zufrieden los, wir rollen durch sanft geschwungene Landschaften, vorbei an roten Scheunen, duftenden Wiesen und vereinzelten Birken, die wie stille Zaungäste am Straßenrand stehen. Die Fahrt dauert gerade mal eine halbe Stunde, aber sie fühlt sich an wie ein gemächlicher Übergang in eine andere Welt – von Stadttrubel zu Kleinstadtmärchen.
Mit der Nachmittagssonne im Rücken und einer Portion Neugier im Gepäck tuckern wir gemütlich dem nächsten Abenteuer entgegen. Nora, schnür schon mal deine Holzdielen – wir sind unterwegs!

Wir parken unseren Camper auf einem kostenlosen Parkplatz, nur einen Steinwurf vom Stadtzentrum entfernt, und stürzen uns direkt ins nächste Abenteuer. Kaum losgelaufen, landen wir am Bahnhof – und mein Herz schlägt ein bisschen schneller. Ein Bahnhof mit historischen Zügen? Perfekt!
Der Bahnhof von Nora ist ein kleines Paradies für Eisenbahnfans – und ja, ich gehöre eindeutig dazu. Hier stehen sie, die alten Dampfrösser und historischen Waggons, die einst durch die schwedischen Landschaften ratterten. Es ist, als wäre man durch eine Zeitkapsel spaziert. Die dicken Stahlkolosse, die mit ihren glänzenden Nieten und massiven Rädern aus einer anderen Ära erzählen, sind einfach faszinierend.
Viele der Lokomotiven sind noch erstaunlich gut in Schuss – liebevoll restauriert und gepflegt. Einige werden sogar für Nostalgiefahrten genutzt. Wie gerne würde ich jetzt in einem dieser alten Waggons sitzen, das rhythmische Rattern der Räder unter mir spüren und mich für ein paar Kilometer ins vorige Jahrhundert versetzen lassen! Leider stehen die meisten Züge als Museumsstücke herum, aber das tut ihrer Faszination keinen Abbruch. Jeder Waggon, jede rostige Lok erzählt eine Geschichte von vergangenen Zeiten, als Reisen noch ein echtes Abenteuer war.
BILDERGALERIE: Nora Bergslags Veteran Jernväg
Und dann entdecke ich das absolute Highlight: Hier kann man tatsächlich in alten Zugwaggons übernachten! Richtig gelesen – einige der historischen Waggons wurden in eine Jugendherberge umgebaut. Wie cool ist das denn? Ein Hotelzimmer auf Schienen, inklusive originalem Charme vergangener Jahrzehnte. Zugegeben, für mich als Lokführerin ist das vermutlich noch aufregender als für den Durchschnittsbesucher, aber ganz ehrlich: Wer würde nicht gerne mal in einem echten Eisenbahnwaggon schlafen?
Okay, ich gebe zu – ich bin im Eisenbahnfieber. Aber wer könnte es mir verdenken? Ein Bahnhof, der aussieht wie ein lebendiges Museum, Züge, die Geschichten erzählen, und dann noch die Möglichkeit, in einem Waggon zu übernachten. Nora, du hast mich jetzt schon überzeugt!
Nostalgie auf Schienen – Spannende Fakten zur Eisenbahn in Nora
Eine der ältesten Eisenbahnstrecken Schwedens
Nora kann stolz behaupten, eine der ältesten Eisenbahnstrecken des Landes zu besitzen! Bereits 1856 wurde die Strecke Nora–Örebro eröffnet, eine Zeit, in der Eisenbahnen noch als revolutionäre Erfindung galten. Damit gehört die Nora Bergslags Järnväg (NBJ) zu den ältesten privaten Eisenbahngesellschaften Schwedens.
Ein lebendiges Eisenbahnmuseum
Heute ist der Bahnhof von Nora ein wahres Eldorado für Eisenbahnfans. Hier stehen historische Dampfloks, alte Dieseltriebwagen und nostalgische Waggons, die liebevoll restauriert wurden. Einige Fahrzeuge sind über 100 Jahre alt und trotzdem noch in gutem Zustand!
Hier fahren noch echte Dampfloks!
In Nora kann man etwas erleben, was es sonst nur in Museumsbahnen gibt: Regelmäßige Fahrten mit echten Dampfloks! In den Sommermonaten werden Nostalgiefahrten angeboten, bei denen Reisende in historischen Waggons durch die schwedische Landschaft ruckeln, während die Dampflok schnauft und zischt. Perfekt für alle, die eine Zeitreise auf Schienen erleben wollen.
Der Bahnhof als Jugendherberge
Eine Übernachtung der besonderen Art? In Nora kann man in alten Eisenbahnwaggons schlafen! Einige der historischen Waggons wurden umgebaut und dienen heute als Jugendherberge auf Schienen – für alle, die Eisenbahnflair hautnah erleben möchten.
Schwedens erste elektrische Rangierlokomotive
Auch in Sachen Innovation hat Nora Geschichte geschrieben: Hier wurde eine der ersten elektrischen Rangierloks Schwedens eingesetzt. Schon früh erkannte man die Vorteile der Elektrifizierung – lange bevor es in anderen Teilen des Landes Standard wurde.
Die Eisenbahn brachte Wohlstand in die Region
Die Bergbau- und Eisenindustrie in der Region Bergslagen profitierte enorm von der Eisenbahn. Dank der NBJ konnte das wertvolle Eisenerz aus den Minen in der Umgebung viel schneller transportiert werden. Ohne die Bahn wäre der wirtschaftliche Aufschwung in der Region wohl nicht so rasant verlaufen.
Drehort für Filme und TV-Serien
Die nostalgische Atmosphäre des Bahnhofs von Nora wurde bereits für schwedische Filme und TV-Produktionen genutzt. Kein Wunder – die historischen Lokomotiven und Bahnanlagen sind perfekt für Szenen, die in vergangenen Zeiten spielen.
Die Dampflok S1 – Ein schwedisches Schmuckstück
Zu den beeindruckendsten Fahrzeugen in Nora gehört die Dampflok S1 1926, ein echtes Schmuckstück der schwedischen Eisenbahngeschichte. Diese Lok war früher für den Güter- und Personenverkehr im Einsatz und zieht heute noch Museumszüge durch die malerische Landschaft.
Nora ist also nicht nur eine charmante Kleinstadt, sondern ein Paradies für alle, die sich für alte Züge, Eisenbahngeschichte und nostalgische Technik begeistern können!
Nach unserem Abstecher in die Welt der alten Dampfrösser ging es weiter – hinein ins Herz von Nora, wo uns eine Szenerie erwartete, die direkt aus einem Schweden-Katalog stammen könnte. Bunte Holzhäuser, kopfsteingepflasterte Straßen und charmante kleine Läden – als hätte jemand die perfekte Kleinstadt aus dem Bilderbuch gezaubert.
Wir schlenderten los, die Kamera griffbereit, denn an jeder Ecke gab es etwas zu entdecken. Die Stadt gehört zu den drei besonders gut erhaltenen Holzstädten Schwedens – neben Eksjö und Hjo – und mit ihren gerade einmal 7000 Einwohnern strahlt sie eine Ruhe aus, die fast schon ansteckend wirkt. Entschleunigung auf Schwedisch – besser hätte man es nicht inszenieren können.
Unser Weg führte uns Richtung Uferpromenade, wo sich die Sonne im glitzernden Wasser spiegelte. Ein paar Boote schaukelten sanft vor sich hin, und in den Cafés saßen Einheimische und Touristen gleichermaßen, versunken in Gespräche oder mit einer dampfenden Tasse Kaffee in der Hand. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und Zimtschnecken zog durch die Luft – eine olfaktorische Einladung, der nur mit extremer Willenskraft zu widerstehen war.
Natürlich kam ich nicht umhin, die imposante Kirche von Nora zu fotografieren. Der 55 Meter hohe Kirchturm ragte majestätisch über die Stadt und ließ sich von fast überall aus bewundern. Solche Bauwerke gehören für mich zu diesen „Schau-mal-da“-Momenten, in denen ich Stefan mit der Kamera wild fuchtelnd auf irgendeine Architektur aufmerksam mache, während er mit geübtem Blick den nächsten möglichen Fluchtweg sondiert.

Weiter ging es durch die kleinen Gassen, bis wir im Viertel „Bryggeriet“ landeten. Früher war dies das industrielle Herz Noras, heute ein kreatives Zentrum voller Kunsthandwerker, Ateliers und – Überraschung! – eine moderne Mikrobrauerei. Wir warfen einen Blick hinein, bewunderten die liebevoll gestalteten Werkstätten und diskutierten, ob es zu früh für ein Bier wäre.
Fazit: Nora war die Definition von charmant. Ein Ort, an dem man die Hektik vergisst, durch die Straßen schlendert, an hübschen Geschäften hängen bleibt und sich fragt, warum man eigentlich nicht öfter solche kleinen Perlen entdeckt. Einfach wunderbar – und definitiv eine Stadt zum Wiederkommen!
BILDERGALERIE: Unterwegs in Nora
Und dann war es soweit: Das wahre Highlight von Nora – NoraGlass! Seit 1923 wird hier täglich frisches, hausgemachtes Eis serviert, und das ohne Konservierungsstoffe oder künstliche Zusätze. Klingt vielversprechend, oder? Doch das wirklich Besondere: Es gibt immer nur drei Sorten – zwei Klassiker und eine täglich wechselnde Überraschungssorte. Eine Art schwedische Eislotterie, bei der man nie weiß, was als nächstes kommt.
Vanille und Haselnuss sind die unverrückbaren Eis-Dinosaurier, die immer auf der Karte stehen. Die dritte Sorte jedoch ist jedes Mal eine kleine Sensation – und heute war es Weißdorn. Ich gebe zu, ich hatte keine Ahnung, wie Weißdorn als Eis schmecken würde, aber ich ließ mich überraschen. Und wow! So erfrischend, so fruchtig, dass ich ernsthaft in Erwägung zog, mich noch mal in die Schlange zu stellen.

Der Preis? 7,50 € für einen ganzen Eisbecher, randvoll mit allen drei Sorten, einer knusprigen hausgemachten Waffel, Schokosoße oder einer anderen Soße nach Wahl und obendrauf eine großzügige Portion Sahne. Ganz ehrlich, für diese Qualität und Menge ein echtes Schnäppchen! Und ja, es war jeden einzelnen Löffel wert.
Fazit: Wenn man in Nora ist und KEIN NoraGlass probiert, hat man definitiv etwas falsch gemacht!
Nachdem wir uns mit unserem köstlichen NoraGlass vollgestopft hatten – und glaubt mir, ich hätte noch mindestens eine zweite Portion vertragen – machten wir uns langsam und mit leichtem Zuckerschock auf den Weg zurück zu unserem Camper. Das nächste Ziel war schon fix: Husabergsudde Camping, idyllisch gelegen am Alsen-See, nicht weit von Askersund entfernt. Und das Beste daran? Unser Stellplatz lag direkt am Wasser! Wenn das mal nicht nach dem perfekten Tagesabschluss klang.

NoraGlass – Das Kult-Eis aus Schweden 🍦
Täglich frisch – seit 1923
NoraGlass wird seit über 100 Jahren täglich frisch zubereitet – und das ohne Konservierungsstoffe. Die Rezeptur ist streng geheim und wird von Generation zu Generation weitergegeben.
Nur drei Sorten – aber die haben es in sich!
Bei NoraGlass gibt es immer nur drei Eissorten:
- Vanille (der absolute Klassiker, immer im Sortiment)
- Haselnuss (ebenfalls ein Dauerbrenner)
- Eine täglich wechselnde Überraschungssorte – von Erdbeer bis hin zu exotischeren Kreationen wie Weißdorn oder Sanddorn!
Die Tradition des Schlangestehens
Wer in Nora ein Eis möchte, muss fast immer anstehen – und das gehört zum Erlebnis dazu! An einem heißen Sommertag reicht die Schlange locker 50 Meter, aber das Eis ist jede Sekunde Wartezeit wert.
Das perfekte Preis-Leistungs-Verhältnis
Für umgerechnet ca. 7,50 € bekommt man einen großzügigen Eisbecher mit allen drei Sorten, hausgemachter Waffel, Schokosoße oder Fruchtsoße und einer ordentlichen Portion Sahne obendrauf. Eine Qualität, die man sonst oft nur in teuren Eisdielen findet!
Das Geheimnis liegt in der Einfachheit
Während viele Eisdielen unzählige Sorten anbieten, setzt NoraGlass auf Reduktion und Perfektion. Statt Masse gibt es hier Qualität – mit regionalen Zutaten und einer traditionsreichen Herstellung.
Ein Familienunternehmen mit Herz
NoraGlass ist und bleibt ein Familienbetrieb, der sich auf die klassischen Methoden der Eisherstellung verlässt. Die Eisdiele selbst ist winzig, aber dafür legendär – ein echtes Muss für jeden Schweden-Urlauber!
Die Magie des Sommers in einem Becher
Obwohl NoraGlass nur von Frühling bis Spätsommer geöffnet hat, pilgern jedes Jahr Tausende hierher, um sich eine Portion des berühmten Eises zu gönnen. Für viele Schweden ist ein Sommer ohne NoraGlass undenkbar!
Also, wenn ihr in Nora seid – vergesst nicht, euch eine Portion zu gönnen. Aber Achtung: Suchtpotenzial garantiert!
Die Fahrt dorthin war angenehm und führte uns durch typisch schwedische Landschaften – sanfte Hügel, endlose Wälder und hin und wieder ein kleines, rotes Häuschen, das sich perfekt in die Postkartenkulisse einfügte. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich Stefan während der Fahrt mit „Schau mal da!“ oder „Oh mein Gott, wie schön!“ aus der Konzentration gerissen habe. Aber hey, in Schweden ist wirklich hinter jeder Kurve ein neues Fotomotiv.
Als wir schließlich auf dem Campingplatz ankamen, war klar: Das hier ist ein echter Glücksgriff! Der See lag ruhig vor uns, die Sonne stand tief am Himmel und tauchte alles in dieses magische, goldene Licht, das einfach nur nach „Urlaub“ schreit. Ich hätte sofort losrennen und wildfremde Menschen umarmen können – so begeistert war ich. Stattdessen schnappte ich mir mein iPad, setzte mich mit Blick auf das Wasser vor unseren Camper und begann, meine Gedanken festzuhalten.
Während ich tippte, hörte ich im Hintergrund das vertraute Geräusch, das in jeder Camping-Saison ein besonderes Glücksgefühl in mir auslöst: das Zischen eines Grills. Stefan hatte längst damit begonnen, unser Abendessen vorzubereiten. Der verlockende Duft von brutzelndem Steak mischte sich mit der frischen Seeluft, und ich musste mich ernsthaft zusammenreißen, um nicht einfach alles stehen und liegen zu lassen.
Schreiben hin oder her – es gibt Momente, in denen das Leben Priorität hat. Und dieser Moment bestand aus einem perfekt gegrillten Steak, einem kühlen Bier und der wohl schönsten Aussicht auf dieser Reise. Also, ihr Lieben – Schreibpause! Ich genieße jetzt dieses köstliche Abendessen und bin gleich zurück mit neuen Abenteuern. Bis gleich!
