Zwischen Alpenpanorama und Brenner-Outlet: Unser Weg nach Italien

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer rührenden Verabschiedung – Noah winkte wie ein Lokführer auf großer Fahrt, Emilia drückte uns mit aller Kraft, und unsere Tochter und unser Schwiegersohn standen tapfer dem Familienabschied bei – rollten wir voller Vorfreude los. Das Ziel: Gardasee! Doch bevor wir uns gemütlich am Wasser niederlassen konnten, wartete erst einmal eine kleine Überraschung auf uns.

Es war Sonntag, doch scheinbar hatten sämtliche Bayern und Baden-Württemberger denselben Geistesblitz wie wir: „Lass uns doch mal losfahren!“ Unser Navi, das vermutlich eine geheime Abneigung gegen Autobahnstau hat, entschied sich für den kreativen Ansatz und schickte uns auf eine alternative Route. Und was soll ich sagen? Ein Volltreffer!

Achensee

Statt ewigem Stop-and-Go auf der Autobahn bekamen wir eine Filmkulisse geliefert: Saftig grüne Wiesen, charmante Dörfer, glitzernde Seen und eine Alpenkulisse, die jeden Bildschirmschoner alt aussehen ließ. Der Tegernsee, tiefblau und eingerahmt von sanften Hügeln, lag so malerisch da, dass ich kurz überlegte, ob wir direkt einen Badeurlaub einlegen sollten. Doch dann kam der Achensee, der mit seinem kristallklaren Wasser zwischen steilen Berghängen thronte – ein echtes Postkartenmotiv.

Tegernsee

Während sich die Alpen immer majestätischer vor uns aufbauten, lehnten wir uns entspannt zurück. Wer braucht schon eintönige Autobahnen, wenn man eine Naturdokumentation in Echtzeit genießen kann? Wenn die Reise schon so losging, konnte der Gardasee nur großartig werden!

Nachdem wir Innsbruck hinter uns gelassen hatten, verabschiedeten wir uns von der beeindruckenden Bergkulisse – allerdings nicht, ohne sie regelmäßig im Rückspiegel zu bewundern. Es gibt einfach Strecken, die sind so schön, dass man sie am liebsten zweimal fahren würde – der Brenner gehört definitiv dazu. Doch bevor wir endgültig nach Italien hinabtauchten, stand noch eine wohlverdiente Pause auf dem Programm: Das Outlet am Brenner.

Eigentlich wollten wir nur kurz anhalten, aber – wer schon einmal in einem Outlet war, weiß, dass “kurz” ein dehnbarer Begriff ist. Während ich durch die Läden streifte, auf der Suche nach ein paar Kleinigkeiten für Noah und Emilia, ließ sich Stefan von einer viel wichtigeren Mission ablenken: Essen. Schließlich ist so eine Alpenüberquerung kein Pappenstiel, und mit leerem Magen reist es sich gleich doppelt so schlecht. Also gönnten wir uns eine kleine Stärkung – nicht ganz italienisch, aber zumindest mit Aussicht auf das, was uns jenseits des Brenners erwarten würde: Sonne, Pasta und eine große Portion Dolce Vita.

Mit vollen Einkaufstüten und noch volleren Mägen setzten wir unsere Reise fort. Der Brennerpass war schnell gemeistert, und als wir die Passhöhe überquerten, fühlte es sich an, als würde uns Italien mit offenen Armen empfangen. Sanfte Hügel ersetzten die schroffen Gipfel, das Licht wurde wärmer, die Luft milder – und irgendwo in der Ferne lag der Gardasee, unser Ziel.

Doch so nah er auch war, die letzten Kilometer zogen sich noch ein wenig. Nach einem langen Tag auf Achse wurde jedes Ortsschild mit zunehmender Begeisterung begrüßt – Sterzing! Brixen! Bozen! Trento! – bis endlich die vertrauten Namen der Gardasee-Städtchen auftauchten. Lazise!

20:15 Uhr. Endlich angekommen. Die Straßen waren noch voller Leben, die warme Abendluft duftete nach Pizza, und das leise Plätschern des Sees klang wie eine Einladung. Einmal tief durchatmen, den Tag hinter sich lassen und ankommen – so fühlt sich der perfekte Start in den Urlaub an.

Am Campingplatz angekommen, hieß es erst einmal: Laufschuhe an und Platzsuche! Wie es hier üblich ist, durfte man sich seinen Stellplatz selbst aussuchen – und wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual. Also zogen wir los, die Augen auf der Jagd nach dem perfekten Fleckchen. Zu nah an den Sanitäranlagen? Nein, danke. Direkt am Hauptweg mit Dauerbetrieb von Fußgängern und Fahrradfahrern? Lieber nicht. Doch dann entdeckten wir ihn – den Platz, der fast zu schön war, um wahr zu sein: direkt am See, mit Blick aufs glitzernde Wasser, nur wenige Schritte vom Restaurant und Supermarkt entfernt. Ein kleines Paradies mit besten Voraussetzungen für laue Sommerabende und morgendliche Kaffeepausen mit Aussicht.

Der Gardasee – Italiens Postkartenidylle zwischen Bergen und Dolce Vita

 

Es gibt Seen – und dann gibt es den Gardasee. Mit einer Fläche von rund 370 Quadratkilometern ist er nicht nur der größte See Italiens, sondern auch einer der vielfältigsten und schönsten. Eingebettet zwischen den majestätischen Alpen im Norden und den sanften, mediterranen Hügeln im Süden, bietet er eine einzigartige Mischung aus Alpenflair und italienischer Leichtigkeit.

Malerische Orte wie aus dem Bilderbuch
Was den Gardasee so besonders macht? Seine Städtchen, die wie eine Perlenkette um das Ufer liegen – jedes mit seinem ganz eigenen Charme.

Sirmione
Die vielleicht romantischste Ecke des Gardasees, gelegen auf einer schmalen Halbinsel im Süden. Die Altstadt mit ihren engen Gassen, umgeben von Wasser, könnte aus einem Märchen stammen. Und dann das Castello Scaligero: Eine perfekt erhaltene mittelalterliche Wasserburg, die wie aus der Zeit gefallen scheint.

Riva del Garda
Majestätisch thront dieser Ort am Nordufer, umgeben von steilen Felswänden. Hier trifft elegante Architektur auf Sport-Action: Windsurfer, Mountainbiker und Wanderer lieben die Mischung aus historischem Charme und Outdoor-Abenteuer.

Malcesine
Ein Ort, bei dem man sich fragt, ob er absichtlich für Postkarten entworfen wurde. Verwinkelte Gassen, eine imposante Burg und der Blick auf das türkis schimmernde Wasser – hier könnte man stundenlang durch die Altstadt schlendern oder mit der Seilbahn auf den Monte Baldo fahren, um den besten Panorama-Ausblick auf den See zu genießen.

Limone sul Garda
Schon der Name klingt nach Sonne und Zitronenduft. Und genau das erwartet einen hier: malerische Zitronengärten, pastellfarbene Häuser, die sich an die steilen Hänge klammern, und eine Uferpromenade, die wie gemacht ist für einen entspannten Spaziergang.

Geschichte trifft auf italienisches Lebensgefühl
Egal, in welchem Ort man landet – der Gardasee hat eine Atmosphäre, die einen sofort in den Bann zieht. Jahrhunderte alte Burgen, enge Gassen, lebhafte Häfen, dazu ein Cappuccino auf einem sonnigen Piazza, während das Wasser glitzert… Dolce Vita in Reinform.

Ob man nun auf den Spuren der Scaliger durch Burgruinen klettert, eine Bootsfahrt von Ort zu Ort macht oder einfach nur mit einem Glas Lugana-Wein am Ufer sitzt und den Sonnenuntergang genießt – der Gardasee ist ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Und genau das macht ihn so magisch.

Kaum stand der Camper an Ort und Stelle, war der nächste logische Schritt klar: Fahrräder raus und ab zum Abendessen! Schließlich hatten wir einen langen Tag hinter uns, und wer durch traumhafte Alpenlandschaften fährt und sich tapfer durch Outlets kämpft, hat sich eine ordentliche Belohnung verdient. Also düsten wir – na gut, rollten wir gemächlich – in Richtung Restaurant, mit dem verlockenden Duft von Pizza und gegrilltem Fisch in der Nase.

Der erste Bissen? Ein Hochgenuss. Das Glas Wein? Wie flüssiger Sonnenuntergang. Und die Szenerie? Wie aus einem Reisemagazin. Während die letzten Sonnenstrahlen den See in goldenes Licht tauchten und das sanfte Plätschern der Wellen die Hintergrundmusik unseres Dinners bildete, wurde uns endgültig klar: Das war die perfekte Anreise.

Morgen? Da würde es richtig losgehen. Die Umgebung erkunden, Pläne schmieden, vielleicht schon mal in den See springen – aber jetzt erst mal genießen.

Lago di Garda

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