Abspann mit Ausblick
Heimfahrt durch drei Länder und ein großes Fazit
Nach einem letzten Blick über die Reben von La Bandina, den Espresso in der einen Hand, den Autoschlüssel in der anderen, heißt es: Ciao, Toscana! Der Camper schnurrt los, als wüsste er genau, dass heute kein Umweg, sondern nur der direkte Weg Richtung Heimat auf dem Plan steht. Wir gleiten durch die herbstlich gefärbte Landschaft, die sich wie ein Abschiedsgruß in Gold- und Rottönen präsentiert.
Schon nach einer guten Stunde – irgendwo zwischen Florenz und Bologna – meldet sich der kleine Hunger. Oder sagen wir: das Verlangen nach einem würdigen letzten italienischen Frühstück. Wir biegen bei einer Autobahnraststätte ab – kein glamouröser Ort, aber einer mit Espressoduft, der schon beim Öffnen der Tür in die Nase steigt.
Ein schneller Bar-Besuch, ein perfekt gezogener Cappuchino im dicken Porzellantässchen, und dazu ein weiches, duftendes Brioche. Ich nehme – natürlich – das mit Pistaziencreme. Cremig, süß, leicht salzig. Ein letzter kulinarischer Liebesbrief aus Italien. Stefan entscheidet sich für das Brioche con cioccolato – mit einem Grinsen, das sagt: Urlaub kann auch auf der Raststätte glücklich machen.
Dann heißt es wirklich Abschied nehmen. Die Toskana liegt hinter uns, wir rauschen vorbei an Parma, streifen Mailand nur am äußersten Rand – keine Zeit für Shopping, keine Zeit für Dom – diesmal bleibt es bei einem kurzen Blick auf das Autobahnschild.

Lugano taucht auf wie ein Postkartenmotiv, der See glitzert, die Berge drumherum wirken fast unwirklich. Durch die Schweiz geht’s weiter – Chur, Bregenz, Ulm – die Kilometer fliegen dahin, aber irgendwie fühlt es sich nicht nach Rückreise an. Eher wie das langsame Ausklingen eines richtig guten Songs. Man hört noch zu, obwohl man weiß, dass der letzte Refrain schon läuft.
Am Nachmittag erreichen wir schließlich unser Zuhause. Der Camper rollt in die Einfahrt, der Motor verstummt – und bevor wir die Tür aufmachen können, stehen zwei freudestrahlende Enkel auf der Treppe. Emilia hüpft wie ein Flummi, Noah fragt sofort, ob wir was „Cooles“ mitgebracht haben – natürlich haben wir. Und wie.
Der Urlaub endet, wie er begonnen hat: mit Lachen, mit offenen Armen – und mit dem festen Gefühl, dass diese zwei Wochen alles richtig gemacht haben.
Fazit einer aufregenden Reise
Neapel war… ein Paukenschlag. Laut, wild, lebendig – und ja, vielleicht ein bisschen anstrengend. Aber eben genau deshalb: großartig. Diese Stadt vibriert. Sie schreit nicht nur nach Aufmerksamkeit – sie bekommt sie auch. Zwischen hupenden Vespas, flatternder Wäsche und pastellfarbenen Fassaden liegt ein Chaos, das süchtig macht. Wir haben Straßenmärkte durchquert, sind durch Gassen gestolpert, die wie Filmkulissen wirkten – und wir haben jede Sekunde genossen.
Pompeji? Gesehen, ja. Aber nicht ganz. Die berühmten Ruinen haben wir uns geschenkt – nicht aus Desinteresse, sondern mit strategischer Eleganz. Wer alles sieht, hat keinen Grund zurückzukommen. Wir schon. Und das werden wir.Denn der Campingplatz Villa Giulia war ein kleines Paradies. Im Grünen, ruhig und doch mittendrin – zwischen Vesuv, Altstadt und all dem, was Neapel ausmacht.
Die Amalfitana? Kurvig, eng, spektakulär. Ein Erlebnis zwischen Nervenkitzel und Postkartenidylle. Wir haben sie durchfahren, durchwandert, durchschaut. Vom Wasser aus, auf vier Rädern und – ganz wörtlich – auf dem „Pfad der Götter“. Der Sentiero degli Dei hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Diese Aussicht? Atemberaubend. Diese Anstrengung? Absolut lohnenswert.
Orvieto war der perfekte Schlussakkord. Eine Stadt, die sich wie ein Aquarell in die Landschaft schmiegt. Kopfsteinpflaster, Schaufenster, dieser Duomo! Die Umbrichelli? Ein kulinarisches Gedicht mit Sahnehaube. Der Wein? Ein flüssiger Schlussapplaus. Und das Licht in Umbrien – weich, golden, wie durch einen Filter gelegt. Ein Ort, der nicht laut begeistern will, sondern es einfach tut. Leise. Aber nachhaltig.
Neapel hat sich in mein Herz geschlichen wie ein Song, der sofort nach dem ersten Mal Hören zündet – und dann nie mehr loslässt. Wir kommen wieder. Versprochen. Und Stefan? Für ihn war’s vermutlich noch kein Hit – aber ich kenne ihn. Das wird Liebe auf den zweiten Blick. Ganz sicher.
Zwei Wochen. Tausend Eindrücke. Unzählige Geschichten. Im März geht’s weiter – dann wieder im Doppel-Camper-Modus, mit Nadine, Oli, Noah und Emilia. Ziel: Sardinien. Neue Wege, neue Fähren, neue Abenteuer.
Arrivederci, bella Italia. Aber nicht für lang.
