Magisches Mardi Gras Wochenende in New Orleans
Parade, Po’Boys und Party pur!
Um 6:30 Uhr starten wir unseren Tag mit einem köstlichen FrĂŒhstĂŒck im Hotel â die perfekte StĂ€rkung fĂŒr das, was uns heute erwartet. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau, und unsere Wetter-App verspricht uns bestes Ausflugswetter. Heute gehtâs auf eine ganz besondere Route, die uns nicht direkt nach New Orleans fĂŒhrt, sondern entlang der malerischen Plantation Alley, einer der faszinierendsten Regionen Louisianas.
WĂ€hrend die meisten einfach den schnellsten Weg nach âBig Easyâ nehmen wĂŒrden, haben wir uns bewusst entschieden, einen kleinen Abstecher in die Vergangenheit zu machen. Die Great River Road, die sich entlang des Mississippi schlĂ€ngelt, ist gesĂ€umt von geschichtstrĂ€chtigen Plantagen, die den Reichtum und die Tragik des alten SĂŒdens erzĂ€hlen. Von Zuckerrohr und Baumwolle geprĂ€gt, war diese Region vor dem amerikanischen BĂŒrgerkrieg eine der wohlhabendsten Gegenden der USA. Unser Plan ist es, die groĂartigsten HerrenhĂ€user zu bewundern, die wie Perlen entlang des mĂ€chtigen Flusses aufgereiht sind. Eine dieser Plantagen wollen wir sogar spĂ€ter in der Woche ausfĂŒhrlicher besichtigen, wenn der Mardi Gras-Trubel vorbei ist. Aber heute nehmen wir euch erstmal mit auf eine kleine Entdeckungsreise.
Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen wir die Nottoway Plantation, das gröĂte erhaltene Antebellum-Herrenhaus am SĂŒdufer des Mississippi. Wow â was fĂŒr ein Anblick! Mitten in einem perfekt gepflegten Rasen, umgeben von uralten Eichen, thront dieses prĂ€chtige Herrenhaus wie aus einer anderen Zeit.

Der erste Eindruck? Es sieht aus wie ein Palast! Kein Wunder, dass es auch den Beinamen âDas weiĂe Schloss von Louisianaâ trĂ€gt. Der schneeweiĂe Anstrich, die hohen Fenster und die dunkelgrĂŒnen FensterlĂ€den, die bis zum Boden reichen, lassen sofort Szenen aus âVom Winde verwehtâ vor unserem inneren Auge aufblitzen. Die 22 majestĂ€tischen SĂ€ulen, die das Herrenhaus auf zwei Stockwerken tragen, verleihen ihm eine Anmut, die man nicht in Worte fassen kann. Es ist schwer zu glauben, dass dieses GebĂ€ude den BĂŒrgerkrieg nahezu unbeschadetĂŒberstanden hat. Die RĂŒckansicht mit ihrer weiten Veranda und den Blicken auf den Mississippi ist schlicht atemberaubend. Wir hatten ursprĂŒnglich ĂŒberlegt, an einer gefĂŒhrten Tour teilzunehmen, um mehr ĂŒber die Geschichte und das Leben in dieser Villa zu erfahren, aber schlieĂlich entschieden wir uns, es bei einem Blick von auĂen zu belassen. Ein bisschen Fantasie und ein Hauch von Geschichte â das reicht uns heute.
Weiter geht es auf der Great River Road, vorbei an weiteren beeindruckenden HerrenhÀusern, von denen viele ihre besten Zeiten zwar hinter sich haben, aber immer noch stolz von einer vergangenen Epoche erzÀhlen. Unser nÀchster Halt: das Judge Poché Plantation House.

Dieses geschichtstrĂ€chtige Juwel trĂ€gt den Namen des angesehenen Juristen und Politikers Felix Pierre Poché und ist ein Paradebeispiel fĂŒr die Architektur und den Charme des alten SĂŒdens. Es steht nicht nur unter Denkmalschutz, sondern erzĂ€hlt auch die Geschichte einer Familie, die hier einst lebte. Am Ufer des mĂ€chtigen Mississippi River gelegen, wirkt das Haus wie ein Fenster in die Vergangenheit. Die Architektur? Rustikal und zugleich elegant, mit einer Veranda, die zum Verweilen einlĂ€dt, und einer Umgebung, die von Stille und Gelassenheit geprĂ€gt ist.
Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt erreichen wir die San Francisco Plantage, und eines wird sofort klar: Hier erwartet uns ein völliger Stilbruch! Im Gegensatz zu den vorherigen HerrenhĂ€usern, die mit ihrem klassischen, majestĂ€tischen Auftreten beeindrucken, strahlt dieses Anwesen mit leuchtenden Farben und auĂergewöhnlichem Design.

Die blauen FensterlĂ€den und die sonnengelben Verzierungen der Fassade stechen sofort ins Auge und verleihen der Plantage einen lebendigen, fast spielerischen Charakter. Es wirkt, als hĂ€tte jemand versucht, den SĂŒden mit einem Hauch von europĂ€ischer Verspieltheit zu verbinden â und das funktioniert hervorragend. Dieses prĂ€chtige Haus war einst das Zuhause von Valsin Bozonier Marmillon, dem wohlhabenden Erben einer Zuckerrohrplantage, und seiner Frau Louise von Seybold, die ursprĂŒnglich aus MĂŒnchen stammte. Gemeinsam lebten sie hier mit ihren drei Töchtern â und ja, man kann sich förmlich vorstellen, wie diese Familie durch die opulenten RĂ€ume des Hauses flanierte oder auf der Veranda den Ausblick auf die umliegenden Zuckerrohrfelder genoss. Das Anwesen, das im Jahr 1856 fertiggestellt wurde, ist ein wahres Meisterwerk viktorianischer Architektur. Es zeigt, wie die EinflĂŒsse der damaligen europĂ€ischen Einwanderer â in diesem Fall Louise von Seybolds deutsche Wurzeln â die Gestaltung dieser Plantage prĂ€gten. WĂ€hrend die meisten anderen HerrenhĂ€user entlang des Mississippi eher zurĂŒckhaltend und klassisch wirken, trotzt die San Francisco Plantage mit Farbe, Detailreichtum und Charakter.
Obwohl die San Francisco Plantage bei weitem nicht die gröĂte entlang des Mississippi ist, trĂ€gt sie stolz den Titel âdie prunkvollsteâ. Ein Spaziergang um das Haus offenbart die Liebe zum Detail, die in die Gestaltung eingeflossen ist: Verzierungen, Schnitzereien und farbenfrohe Akzente, die das GebĂ€ude fast wie ein Kunstwerk wirken lassen. Man spĂŒrt förmlich, dass diese Plantage nicht nur ein Zuhause, sondern auch ein Symbol fĂŒr Wohlstand, Geschmack und IndividualitĂ€t war. Es ist ein Ort, an dem Geschichte und Kunstfertigkeit aufeinandertreffen, und das macht sie zu einem absoluten Muss fĂŒr alle, die die Vielfalt und Pracht der historischen HerrenhĂ€user am Mississippi erleben möchten.

Unser letzter Halt auf der heutigen Plantagen-Route fĂŒhrt uns zur Ormond Plantation, nur 25 Minuten vor den Toren von New Orleans gelegen. Diese beeindruckende StĂ€tte hat nicht nur architektonischen Reiz, sondern auch eine tiefe historische Bedeutung: Es ist das Ă€lteste dokumentierte Haus im unteren Mississippi-Tal. Das Herrenhaus, erbaut im Jahr 1789, ist ein faszinierendes Zeugnis französischer Kolonialarchitektur. Es erzĂ€hlt die Geschichte von einer Zeit, als Louisiana noch unter französischer und spĂ€ter spanischer Herrschaft stand. Die Umgebung, geprĂ€gt von uralten Eichen, die ihre knorrigen Ăste majestĂ€tisch ĂŒber den gepflegten Rasen spannen, und die ruhige Lage am Fluss lassen uns fast vergessen, dass wir uns nur wenige Minuten von der pulsierenden GroĂstadt entfernt befinden. WĂ€hrend wir uns die Anlage ansehen, fotografieren wir jede Ecke, jedes Detail, jede Perspektive. Es ist ein Anblick, der einfach festgehalten werden muss. Die schlichte Schönheit des Hauses und die friedliche Umgebung schaffen eine ganz besondere AtmosphĂ€re â hier scheint die Zeit stillzustehen.

Mit einem letzten Blick auf die Ormond Plantation verabschieden wir uns von der ruhigen Eleganz der Plantagen-Welt und machen uns auf den Weg in die lebendige, unvergleichliche Metropole New Orleans.
Nach all der Ruhe, den geschichtstrĂ€chtigen Orten und der nostalgischen Reise in die Vergangenheit spĂŒren wir förmlich, wie uns die Energie von New Orleans entgegenzieht. Die âBig Easyâ ruft â mit all ihren kulturellen SchĂ€tzen, den kulinarischen Verlockungen und ihrer unverwechselbaren, quirligen AtmosphĂ€re. In Gedanken planen wir schon die nĂ€chsten Stunden: Ein Spaziergang durch den French Quarter, ein erstes Abendessen mit Creole- und Cajun-SpezialitĂ€ten und vielleicht â wenn uns der Tag noch genug Energie lĂ€sst â ein Abstecher in eine der legendĂ€ren Jazzbars. Es ist kaum zu glauben, wie vielfĂ€ltig dieser Tag schon war, und doch wissen wir, dass das Beste noch vor uns liegt. New Orleans, wir kommen!
Um genau 12:00 Uhr mittags erreichen wir das French Quarter in New Orleans. Die Vorfreude auf diese legendĂ€re Stadt ist riesig â zumindest so lange, bis wir uns plötzlich an einer StraĂensperre wiederfinden, die uns den Weg zu unserem Hotel versperrt. Willkommen zum Chaos von Mardi Gras! đ§ Doch bevor wir die Hoffnung verlieren, winkt uns ein freundlicher Polizeibeamter durch, nachdem wir ihm unsere HotelbuchungsbestĂ€tigung gezeigt haben.

Unser Hotel, das Wyndham French Quarter, liegt perfekt im Herzen des historischen Stadtteils. Und das Beste? Wir haben es zu einem unglaublichen Preis von nur 105 ⏠pro Nacht gebucht. Wenn ihr wĂŒsstet, wie absurd die Zimmerpreise in New Orleans wĂ€hrend Mardi Gras sind, wĂŒrdet ihr jetzt wahrscheinlich genauso erstaunt sein wie wir. Kleiner RĂŒckblick: UrsprĂŒnglich hatten wir ein Best Western Hotel auĂerhalb der Stadt gebucht, knapp 25 Kilometer entfernt â fĂŒr ebenfalls ĂŒber 100 ⏠pro Nacht. Doch dann stieĂ ich etwa einen Monat vor der Abreise auf Check24 zufĂ€llig auf das Angebot fĂŒr das Wyndham. Der Preis? Ebenfalls 105 ⏠â mitten im French Quarter. Das Gleiche Zimmer kostete bei anderen Anbietern fast das FĂŒnffache. Wahrscheinlich ein Fehler im Buchungssystem, aber was sollâs? Ich habâs einfach gebucht! Die BuchungsbestĂ€tigung kam tatsĂ€chlich 24 Stunden spĂ€ter, und plötzlich hatten wir fĂŒr vier Tage ein Zimmer mitten im Mardi Gras-Trubel â zum SchnĂ€ppchenpreis. Ein echter GlĂŒcksgriff!Â
NatĂŒrlich wĂ€re es zu schön gewesen, einfach direkt bis zum Hotel zu fahren. Die StraĂen des French Quarter? Total verstopft â und das trotz der Sperren. Wir quĂ€len uns langsam voran, wĂ€hrend ich mir ĂŒberlege, ob es nicht schneller wĂ€re, einfach auszusteigen und den Rest zu FuĂ zu laufen. SchlieĂlich entschlieĂe ich mich genau dazu, um zumindest schon mal herauszufinden, wo wir parken und unser GepĂ€ck abstellen können. An der Hotelrezeption angekommen, empfĂ€ngt man uns freundlich, aber mit der ernĂŒchternden Nachricht, dass unser Zimmer noch nicht fertig ist. Kein Problem, denn immerhin können wir unser Auto ĂŒber den Valet-Parking-Service abgeben und das GepĂ€ck sicher verstauen.

FĂŒr 40 $ pro Nacht ist das Valet Parking zwar nicht gerade ein SchnĂ€ppchen, aber in diesem Moment war es uns egal. Die Erleichterung, das Auto endlich abgeben zu können, war unbezahlbar. Nach der stressigen Anreise wollten wir uns einfach nur noch entspannen â und uns darauf freuen, endlich in das pulsierende Leben von New Orleans einzutauchen. Jetzt, wo wir unser GepĂ€ck los sind und das Auto in sicheren HĂ€nden wissen, bleibt nur eine Frage: Was machen wir zuerst? Erkunden wir die engen, lebhaften Gassen des French Quarter? GenieĂen wir die ersten Beignets und CafĂ© au Lait bei CafĂ© du Monde? Oder stĂŒrzen wir uns direkt ins Treiben der Mardi Gras-Parade, die heute Abend beginnt? Eins ist sicher: New Orleans erwartet uns â und wir können es kaum erwarten, uns von der Energie dieser unvergleichlichen Stadt mitreiĂen zu lassen! đđ·
Nachdem wir unser Auto abgegeben und unser GepĂ€ck sicher eingelagert haben, erhalten wir vom Hotel noch Plastik-ArmbĂ€nder, die uns als GĂ€ste ausweisen â ein hilfreiches Detail, denn so können wir die öffentlichen Toiletten im Hotel nutzen, auch wenn unser Check-in erst um 15 Uhr ist. Mit all diesen organisatorischen Punkten erledigt, stĂŒrzen wir uns nun voller Vorfreude ins French Quarter. Auf den ersten Blick wirkt das French QuarterÂ ĂŒberschaubar â nur 6 x 13 Blocks, doch jeder einzelne davon steckt voller Leben, Geschichte und Abenteuer. Die spanisch geprĂ€gte Architektur, mit ihren kunstvoll verzierten Balkonen, bunten Fassaden und schattigen Innenhöfen, verleiht dem Viertel seinen unverwechselbaren Charme.

Dazu kommen die unzĂ€hligen CafĂ©s, Bars, Restaurants und Shops, die jeden Winkel dieses Viertels beleben. Und dann ist da noch die Uferpromenade des Mississippi, der sogenannte âMoon Walkâ. Keine Sorge, das hat nichts mit Michael Jacksons Tanzschritten zu tun, sondern ist nach einem ehemaligen BĂŒrgermeister von New Orleans, Moon Landrieu, benannt. Hier trifft historische Eleganz auf die entspannte AtmosphĂ€re des SĂŒdens. Und dann â natĂŒrlich â das CafĂ© du Monde. Ein Besuch in New Orleans ohne Beignets im CafĂ© du Monde? Fast schon ein Sakrileg. Also reihen wir uns brav ein in die Schlange, die sich wie eine gutgelaunte Menschenkette einmal um den Block zieht. Einheimische, Touristen, Jazzliebhaber, Foodies und Zuckerjunkies â alle stehen sie hier, als gĂ€be es Tickets fĂŒr die letzte AuffĂŒhrung der Rolling Stones. Aber das gehört dazu. Pflichtprogramm eben.
Nach etwa 20 Minuten Wartezeit werden wir zu unserem Tisch gefĂŒhrt. Unsere Kellnerin, die offensichtlich schon einiges an Puderzucker-Training hinter sich hat, wischt in Windeseile die Spuren der vorherigen GĂ€ste weg. Dann setzen wir uns und bestellen natĂŒrlich Milchkaffee und Beignets â was auch sonst? Kurz darauf kommen sie auch schon: drei noch warme, fluffige Beignets, so groĂzĂŒgig mit Puderzucker bestĂ€ubt, dass es fast wie ein kleiner Schneesturm auf dem Teller aussieht. Ein halbes Pfund Zucker? Mindestens! Schon nach dem ersten Bissen ist klar, warum das CafĂ© du Monde eine Legende ist. AuĂen knusprig, innen weich wie eine Wolke, und der Zucker? Nun ja, der landet wirklichÂ ĂŒberall: auf dem Tisch, dem Boden, unseren Klamotten und, wie es scheint, sogar in unseren Haaren. Aber wer beschwert sich, wenn es so unfassbar lecker ist? Hier zĂ€hlt der Geschmack, nicht die Kleiderordnung.

CafĂ© du Monde â Beignets, Kaffee und eine Prise Geschichte
Kein Besuch in New Orleans ist komplett, ohne eine Pause im legendĂ€ren CafĂ© du Monde einzulegen. Seit 1862 ist dieses kleine, aber weltberĂŒhmte CafĂ© ein Muss fĂŒr jeden Besucher, der die wahre Essenz der Stadt erleben will â in Form von fluffigen Beignets und starkem ChicorĂ©e-Kaffee.
Der Star des MenĂŒs: Beignets
Wer ins CafĂ© du Monde kommt, kommt aus einem einzigen Grund: Beignets. Diese frisch frittierten, goldbraunen Teigkissen werden mit einer dicken Schicht Puderzucker serviert â und zwar so groĂzĂŒgig, dass nach dem ersten Bissen kein schwarzes Shirt der Welt sauber bleibt. Ein fluffiges Inneres, eine leicht knusprige HĂŒlle â und eine SĂŒĂe, die perfekt zum bitteren ChicorĂ©e-Kaffee passt.
Kleiner Tipp:Â Den ersten Bissen vorsichtig nehmen, sonst sieht man aus wie ein wandelnder Puderzuckerstreuer.
Coffee & Chicory â Die perfekte ErgĂ€nzung
Was wĂ€re ein Beignet ohne den berĂŒhmten Milchkaffee mit ChicorĂ©ewurzel? Diese einzigartige Mischung aus gerösteten Kaffeebohnen und ChicorĂ©e verleiht dem Kaffee eine leichte Bitternote, die perfekt mit der SĂŒĂe des GebĂ€cks harmoniert.
Die Tradition, ChicorĂ©e in Kaffee zu mischen, stammt aus Kriegszeiten, als Kaffeebohnen knapp waren â heute ist es eine New-Orleans-SpezialitĂ€t, die man probiert haben muss.
Ein CafĂ©, das sich nicht verĂ€ndert â und genau deshalb geliebt wird
Das CafĂ© du Monde ist ein Ort, der sich nicht modernisieren musste, um relevant zu bleiben. Ăber ein Jahrhundert lang gab es hier nur zwei Dinge auf der Speisekarte: Beignets und ChicorĂ©e-Kaffee. Erst 1988 kamen ein paar Softdrinks dazu â und das warâs.
Die kleinen grĂŒnen Markisen, die ĂŒber der Terrasse thronen, sind fast so berĂŒhmt wie das GebĂ€ck selbst. Hier sitzen Touristen und Einheimische, wĂ€hrend im Hintergrund StraĂenmusiker spielen und das pulsierende Leben von New Orleans am CafĂ© vorbeizieht.
24/7 geöffnet â und immer eine Schlange vor der TĂŒr
Egal zu welcher Uhrzeit â das CafĂ© ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche geöffnet, und doch gibt es immer eine Schlange. Kein Problem, denn die Wartezeit gehört irgendwie zum Erlebnis dazu. Man reiht sich ein, spĂŒrt die Vorfreude auf die erste Ladung Puderzucker, und wenn man endlich den ersten Bissen nimmt, ist alles klar:
Es gibt Orte, die man einfach gesehen haben muss â und es gibt Orte, die man geschmeckt haben muss. Das CafĂ© du Monde gehört definitiv zur zweiten Kategorie.
Nach dieser sĂŒĂen StĂ€rkung schlendern wir die Decatur Street weiter entlang. Unser Ziel: der French Market, einer der Ă€ltesten MĂ€rkte in den USA. Dieser historische Markt ist ein Fest fĂŒr die Sinne. Die StĂ€nde bieten alles, was das Herz begehrt: GewĂŒrze, die die Luft mit exotischen DĂŒften erfĂŒllen, handgemachter Schmuck, bunte Masken, einzigartige Kunstwerke und eine Vielzahl von Souvenirs, die förmlich nach uns rufen. Und dann gibt es da noch den angrenzenden Flohmarkt, wo sich Besucher mit Voodoo-PĂŒppchen, Ketten und anderen KuriositĂ€ten eindecken können. Ein ideales Revier, um Mitbringsel fĂŒr die Daheimgebliebenen zu ergattern â oder einfach ein paar schrĂ€ge SchĂ€tze fĂŒr sich selbst.

NatĂŒrlich können wir nicht widerstehen und ergattern ein paar Souvenirs, bevor wir uns langsam auf den RĂŒckweg machen. Unsere Einkaufstaschen sind jetzt so gut gefĂŒllt wie unsere BĂ€uche.
French Market
Mittlerweile ist es 15 Uhr, und unser Zimmer sollte fertig sein. Der RĂŒckweg zum Wyndham French Quarter fĂŒhrt uns wieder durch die pulsierenden StraĂen von New Orleans, wo sich Musiker, KĂŒnstler und Touristen vermischen. Die AtmosphĂ€re ist einmalig â und wir können es kaum erwarten, uns kurz auszuruhen, bevor wir uns wieder ins GetĂŒmmel stĂŒrzen. FĂŒr unseren RĂŒckweg entscheiden wir uns fĂŒr die Bourbon Street, die wohl berĂŒhmteste StraĂe von New Orleans â und was soll ich sagen? Hier herrscht das pure Chaos. Wenn du dachtest, der Las Vegas Boulevard sei ein Hort der Exzesse, dann lass mich dir sagen: Im Vergleich dazu wirkt er wie ein katholisches Sommercamp. Willkommen im Herzen des French Quarters, wo die AtmosphĂ€re vor SĂŒnde, Exzess und grenzenloser Ausgelassenheit nur so vibriert.

Hier auf der Bourbon Street wird wirklich nichts dem Zufall ĂŒberlassen. Nackte BrĂŒste, reichlich Alkohol und ohrenbetĂ€ubende Live-Musik â das ist das Grundrauschen dieses hedonistischen Mikrokosmos. Die StraĂen sind gesĂ€umt von Bars, Clubs und Cabarets, aus denen Cover-Bands â von mehr oder weniger talentierten Musikern â ihr Bestes geben, wĂ€hrend die Menge ausgelassen feiert.
Von den Balkonen regnet es die berĂŒhmten Beads, bunte Ketten, die sich die Feiernden unten auf der StraĂe als TrophĂ€en ergattern können. Der Clou? Besonders prĂ€chtige Ketten gibt es, wenn die Damen bereit sind, ihre Oberweite zu entblöĂen. Ja, du hast richtig gelesen â hier gelten die Regeln des Mardi Gras: Zeig etwas Haut und ergattere die besten Preise. Doch es bleibt nicht nur bei Ketten. Von den Balkonen fliegen auch BHs, Unterhosen und so ziemlich alles, was man sich (oder besser gesagt, nicht vorstellen) kann.
Die Bourbon Street ist nicht nur ein Fest der Sinne, sondern auch ein kleiner Risiko-Parcours. Die fliegenden Ketten? Einige von ihnen sind so schwer, dass sie einem durchaus eine Beule verpassen können, wenn man nicht aufpasst. Dazu kommt der Boden, der einer Beads-Rutschbahn gleicht. Ăberall liegen die Ketten verstreut, und du musst deine Schritte mit Bedacht wĂ€hlen, wenn du nicht wie ein unbeholfener Pinguin auf Eis aussehen willst.

Auch die alkoholgeschwĂ€ngerte Luft trĂ€gt ihren Teil zum Abenteuer bei. Die Drinks sind stark, die Stimmung ist ausgelassen, und die Menschen sind ⊠sagen wir mal: furchtlos. Zwischen schrillen KostĂŒmen, lauten Lachern und ungehemmter Lebensfreude sollte man am besten die Augen offen halten und die eigene Aufmerksamkeit nicht verlieren. Aber genau das macht die Bourbon Street aus: Sie ist wild, unberechenbar, und genau deswegen so legendĂ€r.
Trotz der Menschenmassen, der fliegenden Beads und der schier endlosen Versorgung mit Hurricanes und Daiquiris, haben wir auf der Bourbon Street niemanden gesehen, der komplett aus der Reihe fiel. Kein Streit, keine Aggression, nur pure Feierlaune. Und das ist genau das Besondere an New Orleans: Die Stadt feiert ausgelassen, aber immer mit Charme und einer Portion Gelassenheit. Ein weiteres interessantes Detail: Die Bourbon Street hat ihren Namen nicht etwa vom weltbekannten Whiskey, sondern vom französischen Adelsgeschlecht der Bourbonen. Tja, das sollte man vielleicht erwĂ€hnen, bevor man die StraĂe zum Pilgerort aller Whiskey-Liebhaber erklĂ€rt. Aber ehrlich gesagt â beides passt irgendwie.Â

Nach diesem wilden Ritt durch das pulsierende Herz von New Orleans sehnen wir uns nach ein wenig Entschleunigung. Perfekt dafĂŒr: die Royal Street. Nur ein paar StraĂen von der Bourbon Street entfernt, aber in einer ganz anderen Welt, prĂ€sentiert sich die Royal Streetmit einer Mischung aus eleganter Architektur, hochklassigen Galerien und charmanten Boutiquen. Hier gibt es keine laut schallenden Rockbands oder ekstatischen PartygĂ€nger, sondern romantische Balkone mit kunstvollen GusseisengelĂ€ndern, sanfte JazzklĂ€nge aus den offenen TĂŒren der Lokale und StraĂenkĂŒnstler, die sich auf echte Kunst statt Trinkgeldakrobatik konzentrieren.
WĂ€hrend wir durch diese wunderschönen StraĂen schlendern, wird uns wieder klar, warum wir diese Stadt so sehr lieben. New Orleans hat nicht nur eine Seele â es hat unzĂ€hlige Facetten, und jede davon ist auf ihre Weise faszinierend. Gegen 15 Uhr erreichen wir unser Hotel und freuen uns riesig auf unser Zimmer. Die FormalitĂ€ten sind schnell erledigt, und dann geht es mit dem Fahrstuhl in den 18. Stock. Wow! Die Aussicht ist einfach atemberaubend. Von hier oben liegt uns die Stadt zu FĂŒĂen, und wir wissen: Die nĂ€chsten vier Tage werden absolut fantastisch.
Aber kaum haben wir unsere Koffer ausgepackt, zieht es uns schon wieder hinaus. Diese Stadt hat einfach zu viel Energie, um lange im Zimmer zu bleiben. Also zurĂŒck auf die StraĂen, zurĂŒck ins GetĂŒmmel!

Wieder mitten im Bourbon-Street-Wahnsinn angekommen, lassen wir uns noch einmal von der Energie der feiernden Menschen mitreiĂen. Diese StraĂe ist wie ein Magnet â einmal hier, willst du nicht mehr weg. Die Mischung aus Live-Musik, StraĂenkĂŒnstlern und ĂŒberbordender Lebensfreude macht sĂŒchtig. WĂ€hrend wir durch die Menge schlendern, entdecken wir das Hard Rock Café â und natĂŒrlich muss ein T-Shirt fĂŒr unsere Sammlung mit. Ein kurzes Stöbern im Merch-Shop, ein schnelles Selfie mit der legendĂ€ren Hard Rock-Gitarre, und schon sind wir um ein Andenken reicher.

Langsam macht sich der Hunger bemerkbar, und glĂŒcklicherweise sind wir in der NĂ€he unseres Hotels. Weil es so praktisch ist â und weil wir einfach Lust auf gutes, authentisches Essen haben â entscheiden wir uns fĂŒr das Ole Saint, das zum Hotel gehört. NatĂŒrlich konnte ich nicht widerstehen â ein PoâBoy musste her! Damit war die zweite köstliche SpezialitĂ€t auf meiner âMust-Eat-in-Louisianaâ-Liste abgehakt.
PoâBoy â Das legendĂ€re Sandwich aus New Orleans
In New Orleans gibt es Dinge, die zum LebensgefĂŒhl gehören â Jazz, Mardi Gras, kreolische KĂŒche und natĂŒrlich der PoâBoy. Aber dieses Sandwich ist nicht einfach nur ein belegtes Brot â es ist eine Institution, ein StĂŒck Geschichte, ein echtes Soul-Food.
Vom âarmen Jungenâ zur Delikatesse
Der Name PoâBoy leitet sich von âpoor boyâ ab, also âarmer Jungeâ â ein Hinweis auf die ursprĂŒngliche Idee hinter dem Sandwich. Es entstand in den 1920er Jahren, als wĂ€hrend eines StraĂenbahnstreiks in New Orleans Gastronomen eine gĂŒnstige, aber sĂ€ttigende Mahlzeit fĂŒr die streikenden Arbeiter anboten. Das Resultat? Ein krĂ€ftiges Sandwich, das gut schmeckte, lange satt machte und sich schnell in der Stadt etablierte.
Heute ist der PoâBoy kein Essen fĂŒr arme Jungs mehr, sondern eine SpezialitĂ€t, die jeder in New Orleans mindestens einmal probieren muss.
Das Geheimnis? Das perfekte Brot!
Was den PoâBoy besonders macht, ist sein knuspriges, aber gleichzeitig fluffiges Baguette â typisch fĂŒr Louisiana und speziell fĂŒr dieses Sandwich gemacht. Es ist stabil genug, um saftige FĂŒllungen zu halten, ohne sofort auseinanderzufallen (was bei amerikanischen Sandwiches ja keine SelbstverstĂ€ndlichkeit ist).
Die beliebtesten Varianten â fĂŒr jeden Geschmack das Richtige
Beim Belag gibt es zwei Hauptkategorien:
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 Mit frittierten MeeresfrĂŒchten â Garnelen, Austern oder Wels, knusprig goldbraun frittiert und mit wĂŒrziger Remoulade serviert. Einfach göttlich!
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 Mit saftigem Roastbeef in BratensoĂe â fĂŒr alle, die es deftig mögen. Die SoĂe durchtrĂ€nkt das Brot ein wenig und sorgt fĂŒr eine wahre Geschmacksexplosion.
âDressedâ oder nicht? Die klassische Frage in New Orleans
Wer in New Orleans einen PoâBoy bestellt, bekommt meist die Frage:Â âDressed or undressed?â
đč âDressedâ bedeutet: Salat, Tomaten, Gurken und eine ordentliche Ladung Mayonnaise fĂŒr die perfekte Mischung aus Frische und WĂŒrze.
đč âUndressedâ bedeutet: Pur genieĂen â nur Brot und die Hauptzutat, ohne Extras.
Der PoâBoy â Ein Sandwich mit Charakter
Egal, fĂŒr welche Variante man sich entscheidet: Ein echter PoâBoy ist mehr als nur ein Snack â er ist ein kulinarisches Erlebnis. Er steht fĂŒr New Orleans, fĂŒr SĂŒdstaaten-Flair, fĂŒr bodenstĂ€ndige, ehrliche KĂŒche.
Und wer einmal in das knusprige, saftige, wĂŒrzige Meisterwerk gebissen hat, versteht sofort, warum der PoâBoy so viel mehr als nur ein Sandwich ist. Er ist ein StĂŒck Geschichte â verpackt in fluffiges Brot.
Mein PoâBoy kam â und er sah einfach himmlisch aus. Das Brot war perfekt getoastet, die Garnelen goldbraun frittiert, und der erste Bissen? Ein absolutes Gedicht! Knusprig, wĂŒrzig, cremig â genau so hatte ich mir das vorgestellt.
WĂ€hrend ich genĂŒsslich kaute, wurde mir klar, warum dieser Sandwich-Klassiker seit Jahrzehnten fester Bestandteil der New-Orleans-KĂŒche ist. Er ist einfach genial einfach â und doch so unglaublich gut.
Stefan, der eigentlich etwas anderes bestellt hatte, wollte natĂŒrlich ânur mal probierenâ â und schwupps, hatte er sich auch gleich in dieses Sandwich verliebt. Gut, dass PoâBoys in New Orleans an jeder Ecke zu finden sind â ich werde garantiert noch einen essen!
The Ole Saint Restaurant
Gut gestĂ€rkt machten wir uns auf den kurzen Weg zur Canal Street, die nur ein paar Schritte entfernt lag. Unser Ziel?Die groĂe Sonntagabend-Parade der Krewe of Bacchus â eine der spektakulĂ€rsten Paraden des gesamten Mardi Gras! đđ·đ
Diese legendĂ€re Parade wurde 1968 gegrĂŒndet und hat sich seitdem als eine der gröĂten und berĂŒhmtesten des Karnevals etabliert. Was Bacchus von anderen Krewes unterscheidet? Jedes Jahr wird ein berĂŒhmter Prominenter als Parade-König gekrönt! Die Liste der bisherigen Könige liest sich wie ein Whoâs Who Hollywoods: Kirk Douglas (1984), Nicolas Cage (2002) oder Hulk Hogan (2008). In diesem Jahr? Jensen Ackles â bekannt aus der TV-Serie âSupernaturalâ â hatte die Ehre, die Parade als Bacchus-König anzufĂŒhren. Und wir waren live dabei!
Wir fanden einen freien Platz direkt am StraĂenrand. Doch im Gegensatz zur Parade in Baton Rouge, wo man sich einfach an den Rand stellen konnte, gab es hier Absperrungen, die sicherstellen sollten, dass niemand in die Parade hineinspringt.

Neben mir stand ein amerikanisches Paar mittleren Alters, das auf den ersten Blick ziemlich aufgeregt wirkte â na ja, zumindest die Frau. Sie lehnte sich gespannt ĂŒber die Absperrung und konnte es kaum erwarten, dass die Parade endlich begann. Ihr Mann? Er war da ⊠aber irgendwie auch nicht. WĂ€hrend sie sich ununterbrochen mit einer Frau neben ihr unterhielt â die, nebenbei bemerkt, eher so tat, als hĂ€tte sie gerade beschlossen, nonverbal zu leben â scrollte sie hektisch durch ihr Handy und zeigte ihrer unfreiwilligen GesprĂ€chspartnerin unzĂ€hlige Parade-Fotos aus vergangenen Jahren. Ihr Mann hingegen? Trug eine Narrenkappeauf dem Kopf, sagte kein Wort â auĂer das eine: âSie ist noch 4 Blocks entfernt.â
Womit er natĂŒrlich die Parade meinte. Er hatte nĂ€mlich einen Parade-Tracker auf seinem Handy. Und diesen checkte er gefĂŒhlt alle zehn Sekunden, um dann mit bedeutungsschwangerer Miene in die Runde zu rufen, wie viele Blocks die Parade noch entfernt war. Als jedoch niemand â wirklich niemand â auf seine exklusiven Insider-Infos reagierte, widmete er sich einer neuen Aufgabe: Essen. Mal verschwand er kurz und kam mit Tacos zurĂŒck. Dann ging er wieder und tauchte mit Hotdogs auf. Dann mit Bier, Cola und noch mehr Tacos. Dazwischen? âSie ist noch 3 Blocks entfernt.â âNoch 2 Blocks.â âNoch 1 Block.â

Nach 20 Minuten voller Parade-Tracker-Updates und Fast-Food-Orgien war es endlich soweit. Die ersten Festwagen bogen um die Ecke. Die Frau war auĂer sich vor Freude! Sie zappelte, rief, winkte â das war ihr Moment! Doch dann, plötzlich und ohne jede Vorwarnung, drehten sich die beiden um und sagten nur: âTschĂŒss, wir gehen.â
HĂ?!
Sie hatten die ganze Zeit so ein riesiges Drama darum gemacht, wie sehr sie sich auf diese Parade freuten. Sie hatten 20 Minuten lang gequasselt, analysiert, geortet, Taco-geschmuggelt â und jetzt, nach drei Festwagen, packten sie ihre Sachen und zogen einfach ab? Wir blickten uns nur verwirrt an. Haben die etwa aus Versehen die falsche Veranstaltung besucht? Nun gut, nicht unser Problem.
Und tatsĂ€chlich â es war ein Spektakel der Extraklasse! Die riesigen, kunstvoll gestalteten Floats waren mit unzĂ€hligen Lichtern, Skulpturen und aufwendigen Dekorationen geschmĂŒckt. Das diesjĂ€hrige Motto?
đŹÂ âStarring Louisianaâ â Eine Hommage an die Filmindustrie des Staates.
Auf jedem Wagen wurde ein berĂŒhmter Film oder eine Serie gefeiert, die in New Orleans oder Louisiana gedreht wurde. Und ja, es waren einige Kracher dabei!
â
James Bond â âLive and Let Dieâ
â
Terminator Genisys
â
Disneyâs âKĂŒss den Froschâ
â
JFK
â
Der seltsame Fall des Benjamin Button
â
Easy Rider
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Bonnie & Clyde

Jeder Wagen war eine homogene Mischung aus Filmmagie, Karneval und purem Wahnsinn. Doch was wĂ€re Mardi Gras ohne die legendĂ€ren Beads? Von den Wagen regneten Tausende von Ketten, und das Publikum war im Jagdmodus. Einige echte Profis waren vor Ort â und das erkennt man sofort an ihrer AusrĂŒstung:
đč Leitern mit Haken, um die besten Beads abzufangen
đč Fischernetze, um sich nicht mal bĂŒcken zu mĂŒssen
đč Riesige Beutel, in denen die Beute verstaut wurde
FĂŒr manche war es offenbar kein Fest, sondern ein knallharter Wettkampf. Die meisten Beads kamen in den traditionellen Mardi Gras-Farben:
đ Lila fĂŒr Gerechtigkeit
đ GrĂŒn fĂŒr Glauben
đ Gold fĂŒr Macht
Diese Farben wurden bereits 1872 vom Karnevalskönig Rex festgelegt und sind bis heute ein fester Bestandteil von Mardi Gras. Gegen 22:30 Uhr endete das Spektakel, und wir machten uns auf den Weg zurĂŒck zum Hotel. Aber einfach schlafen gehen? Nicht in New Orleans!

Zum krönenden Abschluss des Abends genehmigten wir uns noch ein paar Drinks in der Hotelbar des Ole Saint.
đč FĂŒr Stefan? Ein klassisches Lager.
đč FĂŒr mich? Ein âPurple Hazeâ, gebraut von der berĂŒhmten Abita Brewery aus Louisiana.
Es war eine regelrechte Beads-Schlacht! UnzĂ€hlige Ketten, die Beads, flogen von den Paradewagen und wurden von den Zuschauern eifrig gesammelt. Einige Leute waren richtige Profis darin. Wir sahen Leitern, Fischernetze und riesige Beutel, in denen sie ihre Beute verstauten. Es schien nach dem Motto zu gehen: Wer die meisten Beads sammelt, gewinnt. Die meisten dieser Ketten strahlten in den offiziellen Farben des Mardi Gras: Lila, GrĂŒn und Gold. Diese Farben wurden 1872 vom Karnevalskönig Rex festgelegt. Lila steht fĂŒr Gerechtigkeit, GrĂŒn fĂŒr den Glauben und Gold fĂŒr Macht. Eine bunte und bedeutungsvolle Mischung! đđđ
Um 22:30 Uhr war das beeindruckende Spektakel schlieĂlich vorbei. Wir machten uns auf den RĂŒckweg zum Hotel und beschlossen, diesen aufregenden Tag mit einem Bier in der Bar des Ole Saints abzurunden. FĂŒr Stefan bestellte ich ein Lager, wĂ€hrend ich mich fĂŒr ein Bier namens „Purple Haze“ von der Abita-Brewery entschied, die ihren Sitz hier in Louisiana hat.

Wow, das war wirklich köstlich! Mein Purple Haze war ein wahres Geschmackserlebnis â ein Weizenbier mit einem Hauch von Himbeere, das genau die richtige Balance zwischen fruchtiger Frische und sanfter SĂŒĂe traf. Kein kĂŒnstlicher Schnickschnack, sondern echtes HimbeerpĂŒree nach der Filtration, das dem Bier seinen unverwechselbaren Charakter verlieh. Ich bin absolut begeistert!
WĂ€hrend Stefan zufrieden an seinem klassischen Lager nippte, wanderte mein Kopf bereits zu neuen ReiseplĂ€nen. Und zwar nicht irgendwohin â direkt ins Epizentrum dieser Brauerei! Warum eigentlich nicht? Ein Hotel genau neben der Abita Brewery, wo ich jeden Tag Purple Haze zum FrĂŒhstĂŒck, Mittag- und Abendessen trinken könnte? Klingt fĂŒr mich nach einem grandiosen Plan. ZurĂŒck im Hotelzimmer warf ich noch einen letzten Blick aus dem Fenster. New Orleans glitzerte in der Nacht, und selbst aus dem 18. Stock konnten wir sehen, dass die Bourbon Street noch lange nicht ans Aufhören dachte. Musik dröhnte, Lichter blinkten, Ketten flogen â die Party ging weiter, als hĂ€tte sie gerade erst angefangen. Aber fĂŒr uns war es Zeit fĂŒr eine Pause. Nach diesem unglaublich erlebnisreichen Tag war unser Akku leer, und das kuschelige Bett rief nach uns. Also hieĂ es: âGute Nacht, New Orleans. Bis morgen â du wilde, verrĂŒckte, groĂartige Stadt!â















