Von Shuttle Taxis und Flugabenteuern
Unsere Reise nach Hollywood beginnt!

Der Westen der USA ruft – und der Urlaub beginnt, wie es sich gehört: ohne Hektik, ohne Drama, mit maximalem Komfort. Punkt neun Uhr morgens rollt unser Shuttle-Taxi Zuhause vor. Wir lieben diesen Service. Wirklich. Online buchbar, zuverlässig, günstiger als ein normales Taxi und vor allem: kein Koffer-Schleppen in der S-Bahn. Ja, die fährt quasi vor unserer Haustür. Nein, wir nehmen sie nicht. Urlaub ist Urlaub. Wer jetzt schon spart, macht was falsch.

Stuttgart Airport

Am Flughafen Stuttgart läuft alles wie geschmiert. Keine Warteschlangen, kein Chaos, keine Nervosität. Unser Flug nach London hebt mit British Airways tatsächlich pünktlich ab – ein Moment, der kurz innehalten lässt. Man möchte fast klatschen, traut sich aber nicht, um niemanden zu erschrecken.

Stuttgart Airport

London empfängt uns dann so, wie man es kennt: mit dem klassischen Passagier-Viehtrieb durch endlose Gänge, Rolltreppen und Sicherheitskontrollen. Danach: 2,5 Stunden Aufenthalt. Klingt großzügig. Ist es theoretisch auch. Praktisch stehen wir im Terminal 5 und stellen fest: Shoppen macht hier keinen Spaß. Die Preise sind jenseits von Gut und Böse, und das kulinarische Angebot sieht aus, als hätte man beschlossen, schlechte Optik und hohe Preise konsequent zu kombinieren. Alles teuer, nichts verlockend. Selbst die sonst so zuverlässige „aus Langeweile essen“-Strategie fällt flach. Auch das will gelernt sein.

Irgendwann – etwa eine Stunde vor dem Boarding – erscheint unser Gate auf der Anzeigetafel. Gate 5B. Klingt harmlos. Ist es nicht. Es folgt eine kleine Odyssee aus Rolltreppen, Peoplemovern und unterirdischen Gängen. Tief unter dem Flughafen landen wir schließlich bei Gate 48. Jetzt heißt es wieder: warten. Aber das kennen wir ja inzwischen.

Das Boarding läuft pünktlich, der Start ist ruhig – und kurz darauf belohnt uns der Blick aus dem Fenster mit einem dieser Momente, die man nicht plant, aber nie vergisst: London von oben, der Buckingham Palace klar erkennbar, alles badet im Licht. Großstadt von ihrer schönsten Seite. Und dann ist klar: Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Noch zehn Stunden bis Los Angeles.

USA Summer 2013

Schlafen? Fehlanzeige. Filme? Heute nicht. Also das bewährte Langstrecken-Programm: Getränke, Knabbersachen, Mittagessen – klassisch „Chicken or Pasta“ –, wieder Getränke, nochmal Knabbersachen. Zwischendurch ein Blick aus dem Fenster. Wolken. Viele Wolken. Und irgendwo dazwischen vergeht die Zeit überraschend schnell.

Der Flug bleibt ruhig, der Service angenehm, die Stimmung entspannt. Und dann, langsam, kündigt sich der große Moment an: Los Angeles. Die Sonne steht tief, die Stadt glüht in warmen Farben, Lichter ziehen sich wie Adern durch die Landschaft. Dieser Anflug ist Kino. Kein Filter nötig, kein Soundtrack fehlt – das ist einer dieser Augenblicke, in denen man weiß, warum man fliegt.

Die Landung am Los Angeles International Airport ist sanft, fast unauffällig. Und dann passiert etwas, womit man hier nicht rechnet: alles geht schnell. Wirklich schnell. Einreise, Gepäck, Zoll, Shuttle, Mietwagen – eine Stunde später stehen wir bei Alamo. Rekordzeit. Wenn man bedenkt, was hier alles dazwischenliegt, fühlt sich das fast illegal effizient an. Willkommen im Westen. Der Roadtrip kann beginnen.

USA Summer 2013

In der Warteschlange bei Alamo stehen sie alle Spalier: SUVs in sämtlichen Größen, Farben und Zuständen zwischen „ganz neu“ und „hat schon was erlebt“. Und das Beste daran: Niemand passt auf. Keine Listen, keine Zeigefinger, kein „You take this one“. Rein theoretisch könnten wir hier den halben Fuhrpark umsortieren. Und dann sehe ich ihn. Weiß. Kantig. Mit genau diesem „Ich bring dich überall hin“-Gesichtsausdruck. Jeep Wrangler.

Das ist keine Entscheidung, das ist Schicksal.

Wrangler Jeep Sport Unlimited

Denn erstens: Auf unserer Route wird es definitiv Strecken geben, bei denen ein „normaler Mietwagen“ nervös zu schwitzen beginnt. Zweitens: echter Allradantrieb. Drittens – und das ist das Killerargument – man kann das Dach abnehmen. Ein Mietwagen, der gleichzeitig Cabrio ist. In Kalifornien. Mehr muss man dazu nicht sagen. Schlüssel rein, kurzer Blick zurück auf die anderen SUVs (sorry, Jungs), und los geht’s.

Keine fünf Minuten später stolpern wir – im wahrsten Sinne des Wortes – über Randy’s Donuts. Diese Donuts sind keine Backwaren, das sind Raumstationen aus Teig. Zwei Stück müssen mit. Mindestens. Ein Hoch auf die amerikanische Backkunst und ihre völlige Ignoranz gegenüber Kalorien. Zucker, Fett, Glück – alles drin.

Randy’s Dontu’s

Eigentlich hatten wir einen nächtlichen Abstecher in den Griffith Park geplant, hochfahren, aussteigen, Blick über L.A., Lichtermeer, Gänsehautmoment. Tja. Wir sind eine halbe Stunde zu spät. Schranke zu. Ende Gelände. Kurz ärgern, dann Schulterzucken. Gut, dann eben nicht Sonnenuntergang, sondern Sonnenaufgang. Man muss flexibel bleiben im Urlaub. Und ein bisschen dramatisch denken darf man auch.

Also steuern wir unseren frisch eroberten Wrangler Richtung Hotel. Palmen ziehen vorbei, die Straßen von L.A. liegen noch ruhig da, das Licht wird weicher, wärmer, goldener. Dieses Gefühl, wenn man weiß: Jetzt sind wir wirklich da. Kein Jetlag-Drama, kein Chaos – einfach nur Ankommen.

Das Hollywood Vermont/Sunset Travelodge entpuppt sich als echter Volltreffer. Lage top, alles griffbereit, genau richtig als Basislager für die nächsten Tage. Einchecken, Schlüssel entgegennehmen, einmal tief durchatmen.

Hier beginnt es also. Los Angeles.

Während wir das Zimmer betreten, laufen die ersten Filme schon im Kopf: Hollywood Boulevard, Walk of Fame, Hollywood Sign – und irgendwo da draußen vielleicht tatsächlich ein Filmstar beim Kaffeeholen. Man weiß ja nie.

Eins ist sicher: Das hier fühlt sich nicht nach einem normalen Start an. Das fühlt sich nach Roadtrip an. Und zwar nach einem verdammt guten.

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