
Von Panoramastraßen, Gletscherseen und Grizzlys: Ein Tag im Glacier National Park
Sollen wir uns wirklich auf dieses 15 km lange Abenteuer einlassen? Das war die Frage, die uns heute Morgen beschäftigt hat. Der Iceberg Lake wartete auf uns, aber wir hatten doch so unsere Zweifel. Es ist September, und der Iceberg Lake könnte inzwischen vielleicht komplett ohne Ice sein? Doch das war nicht unsere einzige Sorge.
Da waren nämlich auch noch diese Grizzly-Warnungen! Kein Wunder, denn das Gebiet um den Iceberg Lake gilt als Prime Bear Habitat – eines der besten Grizzly-Reviere der USA. Klar, ein Grizzly-Foto wäre schon ziemlich cool, aber mal ehrlich: Ich will nicht das Hauptgericht auf dem Menü eines hungrigen Bären sein?
Aber wisst ihr was? Wir haben es trotzdem getan! Manchmal muss man einfach was riskieren. Und was soll ich sagen? Es war die absolut richtige Entscheidung! Der Trail zum Iceberg Lake war einfach atemberaubend, und glaubt es oder nicht, es gab tatsächlich noch genügend Eis im Iceberg Lake zu bewundern. Doch bevor ich euch zu sehr vorschwärme, fangen wir lieber von vorne an.
Früh am Morgen haben wir uns entschlossen, die Expedition in den Glacier National Park zu starten. Wir wollten unbedingt vor den Massen dort sein, um die Natur in ihrer ruhigsten Form zu erleben. Mit gepackten Rucksäcken und einer gesunden Portion Nervosität (dank der Grizzly-Warnungen) ging es los. Auf dem Weg zur Ranch-Ausfahrt schauten uns die Kühe neugierig hinterher, als ob sie uns viel Glück wünschen wollten. Vielleicht wussten sie ja mehr über das, was uns im „Prime Bear Habitat“ erwarten könnte.
Doch wir ließen uns nicht beirren – die Vorfreude auf den Iceberg Lake war riesig.
Die Landschaft auf dem Weg zum Glacier National Park war großartig: Saftig grüne Wiesen, plätschernde Bäche und imposante Berggipfel begleiteten uns. Und mit jedem Schritt wuchs die Spannung. Würde der See noch Eisberge haben? Würden wir Bären sehen?


Direkt vor dem Parkeingang erleben wir das wohl süßeste Grizzly-Familientreffen aller Zeiten: Zwei flauschige Bärchen (Cubs) tapsen neugierig um ihre imposante Mama herum. Wir hatten gelesen, dass hier im Glacier Nationalpark, besonders entlang des Iceberg Lake Trails, viele dieser majestätischen Grizzlys unterwegs sind.
Aber halt mal! Bevor wir in Panik verfallen, fällt uns ein, dass Janice von der Paul Ranch uns beruhigt hatte. Sie versicherte uns, dass die Bären hier meistens den Menschen aus dem Weg gehen. Wenn wir uns also normal verhalten, die Bären in Ruhe lassen und brav auf dem vorgegebenen Weg bleiben, dürfen wir uns sicher fühlen. Selbst die beeindruckendsten Bewohner des Parks sind nicht auf Menschenjagd, solange wir respektvoll und vorsichtig sind (hoffentlich wissen die Grizzlys das auch!).
Also, voller Vorfreude und gut informiert, machen wir uns auf in die Wildnis und weiter auf den Weg zum Iceberg Lake.

Die Zufahrt zum Park allein ist ein wahres Naturspektakel! Das tiefblaue Wasser des Lake Sherburne vor der majestätischen Kulisse der Berggipfel – einfach atemberaubend. Der knackig blaue Himmel, der sich über uns erstreckt, verstärkt den Eindruck einer perfekt inszenierten Landschaft.
Während wir gemütlich durch diese malerische Umgebung rollen, können wir es kaum fassen, wie sehr dieses Panorama unsere Vorfreude auf das Abenteuer im Glacier Nationalpark steigert. Die Farben der Natur sind so intensiv und lebendig, dass es fast wirkt, als würden wir direkt in eine Postkarte hineinfahren. Mit jedem Kilometer steigt die Spannung, und die atemberaubende Schönheit der Natur scheint uns schon vor dem offiziellen Parkbeginn willkommen zu heißen. Es fühlt sich an, als hätte die Natur ihre beste Show für uns vorbereitet, um uns auf das bevorstehende Abenteuer einzustimmen.

Nach etwa 10 Meilen Fahrt durch diese wunderschöne Landschaft erreichen wir voller Vorfreude den Parkplatz am Iceberg-Ptarmigan Trailhead. Es ist noch herrlich früh, und die Ruhe der Morgenstunden liegt über dem Park. Zu dieser Zeit ist es noch angenehm leer, und wir finden ohne Probleme einen gemütlichen Platz für unseren treuen Ford – bereit, sich auf das bevorstehende Abenteuer einzulassen.
Der Weg beginnt direkt vielversprechend. Die ersten 400 Meter des Trails führen uns über Steintreppen, die sich steil nach oben schlängeln. Sofort spüren wir den kleinen Kraftaufwand, den es braucht, um diese ersten Stufen zu meistern. Puh, das ist schon ein bisschen anstrengend! Doch wir lassen uns davon nicht abschrecken. Schließlich sind wir frisch am Start, hochmotiviert und topfit. Ein steiler Anstieg gleich zu Beginn? Kein Problem – das ist der Preis für ein unvergessliches Abenteuer! Die Aussicht, die uns auf dem restlichen Weg erwartet, ist die Anstrengung allemal wert.
BILDERGALERIE: Glacier National Park
Mit jedem Schritt steigt die Vorfreude, und die klare Bergluft füllt unsere Lungen. Der Trail ist umgeben von der atemberaubenden Natur, die sich langsam vor uns entfaltet. Sanfte Bäche plätschern in der Ferne, während sich das Sonnenlicht durch die Bäume kämpft und die ersten goldenen Strahlen auf den Weg wirft. Jeder Schritt ist ein weiterer Schritt hinein in die Wildnis, und wir können es kaum erwarten, was uns hinter der nächsten Kurve erwartet.
BILDERGALERIE: Iceberg Ptarmigan Trail
Nach dem anfänglich steilen Abschnitt des Trails entspannt sich der Weg und wird angenehm begehbar. Die ersten Kilometer führen uns durch offenes Gelände und schenken uns atemberaubende Blicke auf die umliegenden Berggipfel. Das Panorama ist einfach unglaublich – schneebedeckte Spitzen ragen in den Himmel, während das saftige Grün der Wiesen die Landschaft umrahmt. Doch nach etwa 2,5 Kilometern tauchen wir in einen dichten Wald ein. Die Szenerie ändert sich schlagartig, und wir genießen nun das leise Rascheln der Blätter und das Zwitschern der Vögel, das uns auf unserem Weg begleitet.
Die Sonne spielt Verstecken zwischen den Baumwipfeln, und das Licht, das durch die Blätter bricht, zaubert wunderschöne Schattenspiele auf den Boden. Diese Veränderung der Umgebung sorgt für eine willkommene Abwechslung – die Mischung aus offenen Panoramen und idyllischen Waldpassagen macht die Wanderung einfach wunderbar. Der Trail bietet hinter jeder Kurve neue Einblicke in die faszinierende Natur des Glacier National Parks.

Nach einer Weile erreichen wir die bezaubernden Ptarmigan Falls. Hier gönnen wir uns eine wohlverdiente Pause. Die großen Felssplatten, auf denen das Wasser über die Kante rauscht, sind der perfekte Platz, um kurz innezuhalten und die frische Bergluft zu genießen. Das konstante Rauschen des Wassers wirkt fast hypnotisch, und während wir uns auf den glatten Felsen niederlassen, lassen wir die friedliche Atmosphäre auf uns wirken.
Nach dieser kleinen Erfrischung setzen wir unseren Weg fort. Der Trail führt uns weiter durch den schattigen Wald, und der schmale Pfad schlängelt sich durch das Dickicht. Doch nach einer Weile verlassen wir den Wald erneut und betreten wieder offenes Gelände. Hier haben wir eine unvergleichliche Aussicht auf die umliegenden Berge, die majestätisch in den Himmel ragen.
Der Pfad biegt nun nach Westen ab und führt uns sanft ansteigend entlang der Ptarmigan Wall. Diese schmale, steil abfallende Felswand trennt zwei atemberaubende Täler voneinander. Auf der einen Seite erstreckt sich das malerische Many Glacier Valley, während auf der anderen Seite das bezaubernde Bella River Valley liegt. Die Aussicht ist spektakulär – endlose Weiten, schroffe Felsen und die erhabene Ruhe der Natur machen diesen Abschnitt des Trails zu einem echten Highlight.

Nun haben wir auch endlich einen ersten Blick auf unser Ziel: den Iceberg Lake. In der Ferne erkennen wir die glitzernden Eisbrocken, die auf dem klaren Wasser treiben. Der Trail führt uns weiter über eine kleine, charmante Holzbrücke, die den Iceberg Creek überspannt. Wir passieren dabei den Lower Iceberg Lake, der wie ein Vorgeschmack auf das versprochene Naturschauspiel wirkt.
Nach einem letzten, sanften Anstieg erreichen wir den höchsten Punkt des Trails, und vor uns liegt der spektakuläre Iceberg Lake. Die Szenerie, die sich vor uns ausbreitet, ist einfach atemberaubend. Der klare, blaue See wird von majestätischen Eisschollen durchzogen, die auf der spiegelglatten Wasseroberfläche treiben. Umrahmt wird dieser idyllische Alpensee von einer fast 1000 Meter hohen Steilwand, die sich beeindruckend über den See erhebt. Die Gipfel von Mount Wilbur und dem Iceberg Peak thronen hoch über dem See, und die Landschaft wirkt fast surreal.

Der Anblick des Iceberg Lake ist der perfekte Abschluss dieses langen, aber lohnenswerten Trails. Die Mischung aus klaren Gewässern, treibenden Eisschollen und imposanten Bergen macht diesen Ort zu einem der schönsten Plätze, die wir auf unserer Reise bisher gesehen haben.
Wir begeben uns direkt ans Ufer des Iceberg Lake, setzen uns auf die Felsen und lassen die Umgebung auf uns wirken. Der Anblick ist einfach magisch – die glasklare Wasseroberfläche, die schimmernden Eisschollen, die still vor uns treiben, und die massiven, schneebedeckten Felsen im Hintergrund bilden eine Kulisse, die fast unwirklich erscheint. Die Ruhe und Stille des Ortes hüllen uns ein, und für einen Moment scheint die Welt stillzustehen.
Der Iceberg Lake im Glacier Nationalpark ist ein faszinierendes Naturwunder, das seinen Namen völlig zu Recht trägt. Eingebettet in einer tiefen Gletscherkette und umgeben von imposanten Steilwänden, bleibt der See auch im Sommer oft von Eisschollen bedeckt. Der See liegt auf einer Höhe von rund 1.850 Metern über dem Meeresspiegel und wird von den umliegenden Bergen, darunter dem Mount Wilbur und dem Iceberg Peak, eingeschlossen. Diese imposanten Felswände sorgen dafür, dass der See fast das ganze Jahr über im Schatten liegt, was dazu führt, dass das Wasser extrem kalt bleibt und die Eisschollen auch im Spätsommer noch auf der Oberfläche treiben können.
Der Iceberg Lake hat eine besondere Entstehungsgeschichte. Er ist das Ergebnis eines uralten Gletscherprozesses, bei dem die massiven Eisströme die Landschaft formten und tiefe Täler schufen. Diese geologischen Kräfte haben den See in einem natürlichen Amphitheater aus Felsen und Steilwänden eingebettet. Der Zugang zum Iceberg Lake erfolgt über den Iceberg-Ptarmigan Trail, ein etwa 15 Kilometer langer Wanderweg, der durch dichte Wälder, vorbei an Wasserfällen und beeindruckenden Bergpanoramen, führt.
Ein weiterer faszinierender Fakt ist, dass der Iceberg Lake ein wichtiger Lebensraum für viele Tierarten ist. Es gibt hier Grizzlybären, Wapitis und Murmeltiere.
Die Wanderung zum Iceberg Lake ist nicht nur wegen der Eisschollen und der beeindruckenden Landschaft so beliebt, sondern auch wegen der Vielfalt der Umgebung. Von weiten Bergwiesen voller Wildblumen bis hin zu schattigen Waldabschnitten – der Weg zum See ist abwechslungsreich und bietet Naturfreunden viele Highlights. Der See selbst gilt als einer der schönsten Alpenseen im Glacier Nationalpark und ist ein Muss für jeden, der die wilde Schönheit der Region hautnah erleben möchte.
BILDERGALERIE: Iceberg Lake
Wir bleiben eine ganze Weile am Ufer sitzen und genießen jeden Augenblick dieses Naturspektakels. Es ist einer dieser Momente, in denen man einfach innehalten möchte, um das Erlebnis voll und ganz auszukosten. Der Wind weht sanft und die Sonne glitzert auf den Eisschollen. Wir können uns kaum sattsehen an dieser faszinierenden Landschaft.
Es ist inzwischen Mittag, und langsam, aber sicher, füllt sich der Platz mit anderen Wanderern. Immer mehr Menschen trudeln ein, setzen sich ans Ufer oder machen Fotos von der beeindruckenden Umgebung. Die friedliche Einsamkeit, die wir anfangs genossen haben, weicht einem fröhlichen Treiben, doch der Zauber des Iceberg Lakes bleibt ungebrochen.
Wir bleiben noch eine ganze Weile am Ufer des Iceberg Lakes, lassen die Stille und die magische Kulisse auf uns wirken und machen dabei eine kleines Picknick. Es gibt nichts Besseres, als inmitten einer solchen Naturkulisse zu essen, während das sanfte Plätschern des Wassers und das leise Knacken der treibenden Eisschollen die einzigen Geräusche sind.
Nachdem wir uns gestärkt haben und noch einen letzten, intensiven Blick auf den See und die umliegende Landschaft geworfen haben, brechen wir schließlich auf, um den Rückweg anzutreten.
Der Rückweg beginnt, und obwohl wir wissen, dass wir denselben Pfad zurückgehen, fühlen wir uns aufgeladen und voller schöner Eindrücke.

Etwa auf halbem Weg zurück begegnen wir einer Gruppe aufmerksamer Wanderer, die uns aufgeregt berichten, dass sich weiter vorn auf dem Trail ein Grizzly aufhält. Natürlich ist das für uns ein absolutes Must-See! Wer würde schon die Chance verpassen wollen, einen dieser majestätischen Bären in freier Wildbahn zu sehen?
Voller Spannung setzen wir unseren Weg fort, doch leider verpassen wir das perfekte Grizzly-Foto. Uns wird erzählt, dass der Bär gemütlich vom Berg herabgetrottet ist, sich eine kurze Weile auf dem Trail umgesehen und dann langsam bergab verschwunden ist. Obwohl wir ihn kurz darauf noch erspähen können – keine 10 Meter von uns entfernt, wie er sich gemächlich durch das Gebüsch bewegt – ist der Moment einfach zu flüchtig. Bevor ich meine Kamera in Position habe, ist der Bär schon wieder im dichten Unterholz verschwunden. Ein wenig schade, aber allein das Erlebnis, einem Grizzly so nahe zu kommen, ist aufregend genug!
Doch die Natur hält immer wieder Überraschungen bereit. Kurz nach der Bärenbegegnung trösten uns ein paar wirklich süße Chipmunks, die fröhlich über den Trail huschen. Sie bleiben kurz stehen, als wollten sie uns posieren, und schon schaffe ich es, sie vor die Linse zu bekommen. Der Grizzly mag zwar schnell verschwunden sein, aber die Chipmunks haben unseren Tag auf ihre eigene charmante Weise bereichert!



Glücklich und mit müden Beinen kehren wir zu unserem Auto zurück. Nach unserem aufregenden Abenteuer am Iceberg Lake verabschieden wir uns vom Many Glacier Park und machen uns auf den Weg zurück nach Babb. Doch unsere Reise ist noch lange nicht zu Ende – vor uns liegt ein weiteres Highlight des Glacier Nationalparks: die berühmte Going-to-the-Sun Road.
Die Going-to-the-Sun Road gilt als eine der spektakulärsten Bergstraßen der Rocky Mountains. Diese atemberaubende Panoramastraße schlängelt sich auf einer Strecke von etwa 80 Kilometern quer durch den Nationalpark, von Saint Mary im Osten bis nach West Glacier im Westen. Wir sind voller Vorfreude, denn uns steht ein landschaftliches Meisterwerk bevor, das für seine dramatischen Ausblicke und spektakulären Höhepunkte berühmt ist.
Nachdem wir Saint Mary erreichen, beginnen wir unsere Fahrt auf dieser legendären Straße. Schon zu Beginn sind wir von der malerischen Umgebung verzaubert – kristallklare Seen, die im Sonnenlicht funkeln, dichte Wälder, die sich in sattem Grün erstrecken, und die majestätischen Gipfel der zerklüfteten Berge, die sich vor uns erheben. Es ist eine Fahrt, bei der jeder Blick aus dem Fenster ein neues, überwältigendes Panorama offenbart.
Die Going-to-the-Sun Road führt uns an vielen der beeindruckendsten Orte des Nationalparks vorbei. Entlang der Strecke gibt es immer wieder Aussichtspunkte, an denen wir anhalten können, um die Landschaft in vollen Zügen zu genießen. Von hier aus eröffnen sich uns spektakuläre Blicke in die tiefen Schluchten und auf die schroffen Bergkämme, die sich in der Ferne abzeichnen. Jeder Stopp bietet neue Fotomotive, und wir können uns kaum sattsehen an der überwältigenden Natur, die uns umgibt.
Die Straße selbst windet sich in engen Serpentinen den Berg hinauf und entlang steiler Klippen, was die Fahrt noch abenteuerlicher macht. Doch trotz der schmalen Passagen und der steilen Abhänge ist der Nervenkitzel gepaart mit der Schönheit der Landschaft ein unvergessliches Erlebnis. Mit jedem Kilometer auf der Going-to-the-Sun Road fühlen wir uns, als ob wir tiefer in die wilde Schönheit des Glacier Nationalparks eintauchen.
BILDERGALERIE: Going-To-The-Sun-Road
Die Going-to-the-Sun Road im Glacier Nationalpark ist eine der spektakulärsten Panoramastraßen der Welt und zieht jährlich Tausende Besucher an. Sie erstreckt sich über rund 80 Kilometer und führt von Saint Mary im Osten des Parks bis nach West Glacier im Westen. Diese Straße bietet atemberaubende Ausblicke auf die zerklüfteten Berge, weite Täler, klare Seen und üppige Wälder, die den Glacier Nationalpark so besonders machen.
Die Straße wurde zwischen 1921 und 1932 erbaut und gilt als ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Sie durchquert die Rocky Mountains und windet sich durch dramatische Landschaften, während sie steile Klippen, tiefe Schluchten und unberührte Bergwiesen passiert. Die Going-to-the-Sun Road ist die einzige Straße, die den Park von Ost nach West vollständig durchquert und erreicht ihren höchsten Punkt am Logan Pass auf rund 2.025 Metern über dem Meeresspiegel. Von hier aus bietet sich ein beeindruckender Blick auf die umliegenden Gipfel und das darunterliegende Tal.
Eines der herausragenden Merkmale der Going-to-the-Sun Road ist, dass sie den Besuchern Zugang zu einigen der schönsten und abgelegensten Bereiche des Parks bietet. Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Aussichtspunkte, an denen man anhalten und die atemberaubende Landschaft genießen kann. Zu den Höhepunkten gehören der Saint Mary Lake, der oft als eines der Wahrzeichen des Parks gilt, sowie die Weeping Wall, eine Felswand, an der während der Schneeschmelze das Wasser die Straße hinunterfließt.
Was die Going-to-the-Sun Road so besonders macht, ist auch ihr hoher Schwierigkeitsgrad beim Bau und ihre Erhaltung. Aufgrund der extremen Witterungsbedingungen im Glacier Nationalpark ist die Straße oft nur von Ende Juni bis Mitte Oktober geöffnet, da sie im Winter von tiefem Schnee bedeckt ist. Jedes Frühjahr müssen spezialisierte Schneeräumungsteams bis zu 25 Meter hohen Schnee beseitigen, bevor die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden kann.
Für viele Reisende ist die Going-to-the-Sun Road nicht nur ein einfacher Weg durch den Park, sondern eine Reise durch die spektakuläre und wilde Natur Montanas. Sie ist das Herzstück des Glacier Nationalparks und gilt als eine der landschaftlich schönsten Straßen in den USA. Ob man sie mit dem Auto befährt oder eine der vielen Wanderungen entlang der Route unternimmt – die Going-to-the-Sun Road bietet ein unvergessliches Erlebnis inmitten der unberührten Berglandschaft.

Auf der beeindruckenden Going-to-the-Sun Road erleben wir ein wahres Naturspektakel! Die Straße windet sich durch die majestätischen Berge, und an jeder Ecke offenbart sich eine neue Szenerie, die uns den Atem raubt. Wir passieren imposante Wasserfälle, die steil von den Klippen stürzen, und kommen an den berühmten Weeping Wall – den „weinenden Wänden“ – vorbei. Hier fließt das Wasser teilweise so kräftig über die Felsen, dass es bis zur Fahrbahn spritzt. Autos werden an dieser Stelle regelrecht vom erfrischenden “Regen” der Wasserfälle geduscht. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, durch diesen natürlichen „Wasservorhang“ zu fahren, der von der Schneeschmelze gespeist wird.
Die Landschaft ist einfach spektakulär. Von der Straße aus erblicken wir den tiefblauen Saint Mary Lake, in dem sich die umliegenden Berge spiegeln. Auf einer kleinen Insel im See entdeckt Bianca ihren zukünftigen Traumplatz. Sie überlegt scherzhaft, sich dort niederzulassen – warum auch nicht? Ein privates Paradies mitten in dieser unvergleichlichen Natur, wer könnte da widerstehen?

Während wir weiterfahren, kreuzt plötzlich eine neugierige Bergziege unseren Weg. Sie schaut uns mit ihren wachsamen Augen an, als würde sie uns auf unserer Reise durch diese Bergwelt willkommen heißen. Es ist eine dieser unerwarteten Begegnungen, die die Fahrt auf der Going-to-the-Sun Road so besonders machen.
Nachdem wir die spektakuläre Straße hinter uns gelassen haben, liegen noch etwa 60 Kilometer vor uns, bis wir unser Hotel in Bigfork erreichen. Doch bevor wir uns in unser Quartier begeben, führt unser Weg direkt zum The Raven Restaurant, denn der Hunger meldet sich lautstark. Wir lassen das Hotel erst einmal links liegen und steuern die Terrasse des Restaurants an, wo uns ein traumhafter Blick auf den tiefblauen Flathead Lake erwartet.
BILDERGALERIE: The Raven
Auf der Terrasse genießen wir unser Abendessen inmitten dieser herrlichen Umgebung. Der Blick auf den See, das Plätschern des Wassers und die entspannte Atmosphäre sorgen für den perfekten Abschluss dieses aufregenden Tages. Das leckere Essen und die Gelassenheit des Ortes lassen uns die Strapazen der Wanderung und die lange Fahrt vergessen. Wir tauchen in die friedliche Stimmung des Abends ein, während die Sonne langsam über dem See untergeht und den Himmel in ein goldenes Licht taucht.
Nach diesem köstlichen Abendessen im The Raven Restaurant machen wir uns schließlich auf den kurzen Weg zum Timbers Motel, das keine 10 Minuten entfernt liegt. Das gemütliche Ambiente des Motels begrüßt uns mit offenen Armen, und wir sind froh, endlich die Beine hochlegen zu können. Erschöpft von den Abenteuern des Tages, dauert es nicht lange, bis wir tief in den Schlaf sinken und von den Erlebnissen und der Schönheit des Glacier Nationalparks träumen.
Morgen erwartet uns ein neuer Tag voller Abenteuer. Gute Nacht, Welt!

