Tag 9 – Küstenkino auf dem Weg in die Hauptstadt
Heute heißt es Abschied nehmen von der wilden Natur – zumindest theoretisch. Praktisch machen wir auf dem Weg nach Cagliari so viele Stopps, dass der Begriff „Fahrtag“ eher als lose Orientierung verstanden werden sollte.
Erster Halt: Costa Rei. Ein Strand, der aussieht, als hätte jemand den Farbregler für Türkis ein bisschen zu enthusiastisch hochgedreht. Danach Bellavista beim Villaggio Mandorli – ein Aussichtspunkt, der seinem Namen vermutlich gerecht wird und uns erneut davon überzeugt, dass Sardinien ein echtes Talent für dramatische Inszenierungen hat.
Weiter geht’s zum Capo Boi, wo die Küste noch einmal zeigt, warum man hier eigentlich nie einfach nur „durchfährt“. Und irgendwann, wenn wir uns losreißen können, rollen wir schließlich Richtung Stadt-Campingplatz – mit salziger Luft in den Haaren und der leisen Ahnung, dass wir heute schon wieder mehr gesehen haben als geplant.
In Cagliari wartet dann die andere Seite Sardiniens: historische Altstadt statt Bergpanorama, Kopfsteinpflaster statt Staubpiste. Wir schlendern durch Gassen, die Geschichten erzählen könnten, bestaunen das römische Amphitheater, den Dom Santa Maria di Castello und vielleicht auch die Basilika Nostra Signora di Bonaria – je nachdem, wie viel Kultur unser Urlaubsmodus gerade zulässt.
Wer die breite Treppe zur Bastione di Saint Remy hinaufsteigt, wird mit Blicken belohnt, die so postkartenreif sind, dass man kurz überlegt, ob man nicht einfach hier oben wohnen bleiben sollte. Und natürlich führt kein Weg an den lokalen Märkten vorbei, wo wir uns durch sardische Spezialitäten probieren – mit dem festen Vorsatz, nur zu kosten. Was erfahrungsgemäß bedeutet: Am Ende essen wir mehr, als wir geplant haben, und kaufen Dinge, von denen wir nicht wissen, wie man sie ausspricht.
So jedenfalls der Plan. Aber zwischen Meerblick, Stadttrubel und kulinarischen Versuchungen könnte dieser Tag auch ganz anders verlaufen – und genau darauf freuen wir uns.