
Zwischen Walk of Fame & Santa Monica: Unser perfekter Tag in L.A.
Jetlag sei Dank starteten wir unseren ersten Morgen in Los Angeles zu einer Zeit, in der die meisten Menschen noch in den letzten Zügen ihrer Träume steckten. Während die Stadt im Halbschlaf lag, waren wir bereits mitten in einer Mission: das Gepäck so zu organisieren, dass wir in den kommenden Tagen nicht wie Archäologen in unseren Koffern nach frischen Socken graben mussten. Schließlich sollte unser Roadtrip entspannt bleiben – zumindest theoretisch.
Um 7 Uhr morgens, mit leichtem Hunger und dem unwiderstehlichen Drang nach etwas typisch Amerikanischem, begann die Suche nach unserem Frühstück. Und in den USA gibt es kaum etwas Heiligeres am Morgen als Donuts. Während wir durch die Straßen fuhren, hielten wir Ausschau nach einem dieser charmanten Donut-Läden, die mit einem Hauch Nostalgie locken. Und siehe da, wir wurden fündig: Eine kleine, unscheinbare Bäckerei, die mit dem verheißungsvollen Duft von frisch frittiertem Teig verzauberte. Ein Blick auf die Auslage und unser Frühstück war gesichert – von Glazed Donuts über Chocolate Sprinkles bis hin zu einer großzügigen Auswahl an gefüllten Varianten, die vermutlich von einem Dessert-Gott persönlich abgesegnet wurden.
Nach diesem himmlischen Frühstück war es Zeit für das erste große Highlight des Tages: das weltberühmte Hollywood-Schild. Wie jeder vernünftige Tourist folgten wir zunächst dem klassischen Reiseführer-Tipp und steuerten die Ecke Franklin Ave und Gower St. an. Dort wartete ein Aussichtspunkt, der – laut Buch – für die besten Schnappschüsse sorgen sollte. Und ja, die Aussicht war nicht schlecht. Aber mal ehrlich, das Schild wirkte immer noch wie ein winziger Punkt am Horizont, als würde es mit uns Verstecken spielen.
Also entschlossen wir uns, die Sache in die eigenen Hände zu nehmen und uns einen besseren Blickwinkel zu erkämpfen. Unser Plan? Nähe gewinnen, egal wie. Doch natürlich machte uns das Hollywood-Komitee einen Strich durch die Rechnung: Der direkte Weg zum Schild war gesperrt. Perfekt. Aber wir ließen uns nicht unterkriegen – schließlich hatte Los Angeles mehr als genug versteckte Pfade und Straßen zu bieten, um hartnäckige Entdecker wie uns zu belohnen.
Über den Mulholland Drive, eine dieser ikonischen Straßen, die sich wie ein geschwungener Filmstreifen durch die Hügel schlängeln, fanden wir schließlich einen Aussichtspunkt, der wie geschaffen war. Und da war es, in voller Pracht: das Hollywood-Schild, so nah, dass wir fast den Pinselstrich der Buchstaben erkennen konnten. Der Blick war spektakulär – perfekt für das Fotoalbum und ganz sicher einen Punkt auf der Liste „unvergessliche Momente“. Wer braucht schon den klassischen Touristenpfad, wenn man mit ein bisschen Kreativität einen Platz findet, der sogar Hollywood-Insider neidisch machen würde?

Frisch motiviert und mit dem Gefühl, die Stadt bereits ein kleines bisschen erobert zu haben, steuerten wir unser nächstes Ziel an: den legendären Rodeo Drive. Schon der Name allein klingt nach Luxus, Glanz und den unerschöpflichen Kreditkartenlimits von Promis. Zugegeben, meine Vorstellung von diesem Ort war bisher von Filmklischees geprägt: Julia Roberts in „Pretty Woman“, wie sie mit Einkaufstaschen voller Designerware über den Boulevard flaniert.
Als wir in den Rodeo Drive einbogen, präsentierte sich die berühmte Shopping-Meile mit all ihrem Glanz. Die Palmen, die gepflegten Gehwege, die schimmernden Schaufenster – alles wirkte wie frisch aus einer Hochglanzbroschüre entsprungen. Doch anstatt einer Parade von Promis in Designer-Outfits begegneten uns vor allem… Touristen. Es war, als hätten alle Reiseführer der Welt gleichzeitig empfohlen, genau hier die Kamera zu zücken. Und, seien wir ehrlich: Wir waren natürlich keine Ausnahme.
Die Schaufenster der Boutiquen waren eine Augenweide. Gucci, Prada, Louis Vuitton – Namen, die sich wie ein Gedicht für Fashionistas lesen. Doch statt mit Tüten voller Couture herauszuspazieren, standen die meisten Leute, uns eingeschlossen, brav draußen und posierten. Die großen Designermarken hatten offensichtlich nicht nur ihre Preise, sondern auch ihre Anziehungskraft perfektioniert. Wer braucht schon eine neue Handtasche, wenn man ein perfektes Foto vor dem Laden machen kann?
Natürlich konnten wir uns den Spaß nicht nehmen lassen. Mit einem Augenzwinkern nahmen wir unsere „Fotosession“ in Angriff. Stefan, der vermutlich weit entfernt von einem Shopping-Fieber ist, ließ sich trotzdem bereitwillig ablichten. Wir wechselten Schauplätze wie echte Profis – mal vor der eleganten Fassade von Dior, mal neben einem glitzernden Schaufenster von Tiffany & Co.. Die Ironie, dass wir unsere Motive mit ebenso vielen Touristen wie Designertaschen teilen mussten, machte das Ganze nur umso unterhaltsamer.
Nach einer Weile wurde uns klar, dass der Rodeo Drive eigentlich weniger ein Shopping-Mekka und mehr ein Laufsteg für Selbstdarsteller ist. Hier geht es nicht darum, zu kaufen – es geht darum, gesehen zu werden. Mit einem Schmunzeln verließen wir die berühmte Straße, fest entschlossen, unsere Kreditkarten für sinnvollere Abenteuer aufzubewahren.
BILDERGALERIE: Beverly Hills
Wir schlenderten durch die Straßen des Rodeo Drive, als wären wir direkt in eine Szene von „Pretty Woman“ gesprungen. Mit jedem Schritt schien die Eleganz der Umgebung ein bisschen auf uns abzufärben – oder zumindest redeten wir uns das ein. Der Gedanke, dass Julia Roberts in ihrem ikonischen roten Kleid hier entlanggegangen ist, ließ uns fast ein bisschen ehrfürchtig durch die perfekt gepflegten Gehwege schreiten. Ein Hauch von Hollywood lag in der Luft – oder war das einfach nur die Klimaanlage der Luxusboutiquen?
Der krönende Abschluss unseres Ausflugs führte uns dann tatsächlich an den Ort, der wie kein zweiter mit dem Film verbunden ist: die Lobby des berühmten Regent Beverly Wilshire Hotels. Schon beim Betreten spürten wir diesen besonderen Zauber. Die hochglanzpolierten Böden, die elegante Einrichtung – alles schrie förmlich nach Klasse, Stil und natürlich: Filmgeschichte. Es war, als könnte jeden Moment Richard Gere mit seinem charmanten Lächeln auftauchen oder Julia Roberts mit ihrem frechen Grinsen und einer Einkaufstasche voller Designerstücke vorbeitanzen. Ein surrealer Moment, der uns für ein paar Minuten glauben ließ, wir seien Teil eines Hollywood-Drehs.
Auch wenn wir keine Luxustaschen oder sündhaft teuren Schuhe mitnahmen – zugegeben, nicht ganz überraschend –, war unser Besuch am Rodeo Drive ein echtes Highlight. Wir hatten uns ein kleines Stückchen Glamour gegönnt, eine Prise Hollywood geschnuppert und jede Menge Erinnerungen im Gepäck, die ganz sicher keinen Designer-Stempel brauchen. Rodeo Drive, wir kommen irgendwann wieder – vielleicht dann sogar mit einer Tasche. Aber ganz sicher nicht mit einer Kreditkarte, die diesen Besuch überleben würde.

Unser nächstes Ziel? Natürlich Hollywood! Doch bevor wir uns ins Getümmel stürzten, wollten wir zuerst die Ruhe und den Charme der berühmten Hollywood Hills genießen. Diese grünen, sanft geschwungenen Hügel, die wie Wächter über der Stadt thronen, boten uns die perfekte Gelegenheit, Los Angeles aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben. Schon während der Fahrt dorthin zauberte uns das Panorama ein Lächeln aufs Gesicht. Alles, was man sich unter Kalifornien vorstellt, lag direkt vor uns: endlose Weiten, Palmen, die wie von einem Filmset arrangiert wirkten, und die beeindruckende Silhouette der Stadt, die sich am Horizont in den Himmel reckte.
Obwohl L.A. unter uns mit seinem pulsierenden Leben vibrierte, schienen die Hollywood Hills in ihrer eigenen, friedlichen Welt zu existieren. Die Ruhe hier oben stand in einem herrlichen Kontrast zum geschäftigen Treiben der Straßen darunter. Wir parkten den Jeep an einem der kleinen Aussichtspunkte, stiegen aus und ließen die Szenerie einfach auf uns wirken. Von hier aus konnte man sogar die riesigen Universal Studios erkennen, die wie eine Miniaturstadt wirkten, nur dass sie mit ihren gigantischen Kulissen und Attraktionen alles andere als „mini“ waren. Die Dimensionen von Los Angeles sind atemberaubend – die Stadt schien sich bis ins Unendliche auszudehnen, und wir fühlten uns, als könnten wir mit einem Blick die gesamte Weite dieses urbanen Giganten umarmen.
Je weiter wir die kurvigen Straßen hinauffuhren, desto spektakulärer wurde der Ausblick. Jede neue Kurve, jeder kleine Hügel eröffnete ein neues Panorama, das den Atem stocken ließ. Besonders beeindruckend war der Blick auf Universal City und das weite San Fernando Valley, das sich wie ein riesiger Teppich unter uns ausbreitete. Die Luft war klar, und die Sonne begann allmählich, das Licht weicher und goldener werden zu lassen, was die Hügel in ein beinahe magisches Glühen tauchte.
Wir hielten oft an – die Aussicht war einfach zu gut, um sie nicht in Bildern festzuhalten. Aber ganz ehrlich: Kein Foto konnte diese Mischung aus Größe und Schönheit wirklich einfangen. Das goldene Kalifornien hatte uns fest im Griff, und in diesem Moment fühlten wir uns, als wären wir in einer Postkarte gelandet. Die Hollywood Hills sind eben mehr als nur eine Kulisse – sie sind ein Ort, der einem das Gefühl gibt, ganz oben zu sein, über der Stadt, über dem Alltag, einfach über allem.
BILDERGALERIE: Hollywood Hills
Es wurde höchste Zeit, uns mitten ins Herz von Hollywood zu begeben. Nach den ruhigen, majestätischen Ausblicken der Hollywood Hills war jetzt der Moment gekommen, in den pulsierenden Trubel einzutauchen – und der Hollywood Boulevard rief uns mit all seinem Glanz und seiner Geschichte.
Schon der erste Schritt auf den berühmten Walk of Fame fühlte sich an wie ein Schritt in die Filmgeschichte. Unter unseren Füßen funkelten die ikonischen Sterne, jeder ein Tribut an die Größten der Großen. Marilyn Monroe, Tom Hanks, Audrey Hepburn – Namen, die selbst für einen Moment die geschäftige Straße verstummen ließen. Es war ein seltsames, beinahe ehrfürchtiges Gefühl, dort zu stehen und diese Namen zu lesen, deren Geschichten das Kino für immer geprägt haben. Wir hielten immer wieder inne, lasen die Gravuren, machten Fotos und versuchten, den Zauber des Augenblicks festzuhalten.
Unser Weg führte uns schnurstracks zum legendären Kodak Theatre, das heute unter dem Namen Dolby Theatre bekannt ist. Aber mal ehrlich: Egal wie es heißt, dieser Ort bleibt das Synonym für den ultimativen Glamour der Filmwelt – die Oscars. Die imposante Architektur, die Säulen, die majestätische Treppe, die direkt zum Haupteingang führt, ließen uns einen Moment innehalten. In Gedanken sahen wir den roten Teppich ausgerollt, Blitzlichter, Designerroben – und uns selbst, wie wir ganz selbstverständlich über diesen Teppich schreiten. Das ist Hollywood in seiner reinsten Form: Die Fähigkeit, Träume wie diese wahr erscheinen zu lassen.
Ein paar Schritte weiter wartete das nächste Highlight: das TCL Chinese Theatre, ein Ort, an dem die Geschichte des Kinos nicht nur greifbar, sondern buchstäblich unter den Händen liegt. Die berühmten Fuß- und Handabdrücke der größten Stars leuchteten uns aus dem Zement entgegen. Jeder Abdruck ein Stück Hollywood-Legende. Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, George Clooney – und natürlich der unvergleichliche Clint Eastwood. Es gibt Dinge, die man einfach tun muss, und meine Hände in die Abdrücke von Arnold Schwarzenegger zu legen, stand ganz oben auf dieser Liste. Für einen kurzen Moment fühlte es sich an, als wäre man mit den Stars verbunden, die man nur aus der Ferne bewundert.
Der Spaziergang entlang des Hollywood Boulevards war mehr als nur eine Sightseeing-Tour – es war eine Zeitreise durch die Welt des Films. Die Vergangenheit und der Glamour der goldenen Ära Hollywoods schienen in der Luft zu liegen, vermischt mit dem geschäftigen Leben der Gegenwart. Straßenkünstler sorgten mit ihren Darbietungen für Unterhaltung, Touristen posierten an jeder Ecke, und dazwischen liefen immer wieder kostümierte Filmfiguren umher, die wie flüchtige Schatten der Filmwelt wirkten. Trotz all dieses Trubels blieb die Magie des Boulevards allgegenwärtig – ein Ort, an dem Träume, Geschichten und Mythen aufeinandertreffen und sich zu einem Erlebnis verbinden, das nur Hollywood bieten kann.
BILDERGALERIE: Walk Of Fame
Während wir unseren Spaziergang entlang des Hollywood Boulevards fortsetzten, bogen wir in eine Seitenstraße ein – und stolperten buchstäblich in das pulsierende Herz der Filmindustrie. Eine echte Filmszene wurde gedreht! Plötzlich waren wir nicht mehr nur Touristen, sondern live dabei, mitten in der Action. Die gesamte Straße war abgesperrt, und überall standen riesige Scheinwerfer, Kameras auf Schienen, und so viele Kabel, dass man meinen könnte, jemand habe das größte Verlängerungskabel der Welt entworfen. Die Crew wirkte wie ein gut geöltes Uhrwerk, das sich geschäftig durch die Szenerie bewegte, während sich jeder von uns insgeheim fragte: „Sehen wir hier vielleicht gerade den nächsten Oscar-Gewinner entstehen?“
Besonders faszinierend war eine improvisierte „Kantine“ mitten auf der Straße – ein Sammelplatz für die fleißigen Filmhelden hinter der Kamera. Klapptische, Coffee-to-go-Becher und ein Hauch von kontrolliertem Chaos. Einige Crewmitglieder saßen lässig herum, als hätten sie gerade den neuesten Blockbuster fertiggestellt, während andere hektisch über Skripten und Kameras gebeugt waren, so konzentriert, als hinge die Rettung der Welt von der nächsten Szene ab. Es war fast wie ein Theaterstück innerhalb des Films – eine kleine, unscheinbare Ecke voller Geschichten, die nie die Leinwand erreichen.
Das Beste? Die Aufregung in der Luft war spürbar, fast greifbar. Jedes Mal, wenn ein lautes „Ruhe, bitte!“ durch die Straße hallte, folgte darauf ein gespanntes Schweigen. Dann: „Action!“ Plötzlich wurde aus der geschäftigen Straße eine lebendige Filmkulisse. Schauspieler in eleganten Kostümen – einer trug sogar einen Zylinder, als hätte er direkt aus einem 20er-Jahre-Film herübergewechselt – bewegten sich durch die Szene, als ob sie für diesen Moment geboren wären. Es war faszinierend zu sehen, wie eine völlig normale Straße für ein paar Sekunden in pure Hollywood-Magie getaucht wurde.
Wir hielten Ausschau nach bekannten Gesichtern – schließlich könnte sich hinter jeder Ecke ein George Clooney oder eine Margot Robbie verstecken. Leider blieben uns die großen Stars verborgen, aber das tat dem Erlebnis keinen Abbruch. Es war schlichtweg beeindruckend, diesen perfekt orchestrierten Wahnsinn mitzuerleben. Kameras summten, Regisseure riefen Anweisungen, und für einen kurzen Moment fühlten wir uns, als wären wir Teil eines gigantischen Hollywood-Blockbusters.
Als die Szene endete, verfielen die Straßen wieder in ihre gewohnte Betriebsamkeit, doch wir blieben einen Moment stehen, als würden wir die Energie dieses Augenblicks in uns aufsaugen.
BILDERGALERIE: Movie Set
Von Hollywoods Glamour getrieben, machten wir uns auf den Weg zu einem weiteren ikonischen Ort: dem Santa Monica Pier. Schon während der Fahrt dorthin stieg die Vorfreude. Dieses berühmte Pier, das stolz über dem Pazifik thront, war nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern ein Stück Filmgeschichte. Wer erinnert sich nicht an die ikonische Szene aus „Falling Down“, in der Michael Douglas am Ende des Films genau hier stand? Nun, heute war es unser Moment, diesen Ort selbst zu erleben.
Als wir ankamen, wurden wir mit einem Postkarten-Panorama begrüßt, das jedes Kalifornien-Klischee mühelos erfüllte: das bunte Riesenrad, das sich majestätisch über dem Pier drehte, die klassischen Fahrgeschäfte, die uns mit ihrem nostalgischen Charme in eine andere Zeit versetzten, und die lebendige, unbeschwerte Atmosphäre, die in der Luft lag. Der salzige Duft des Ozeans wehte uns entgegen, durchzogen von einer Prise gebratenen Hot Dogs und Zuckerwatte – eine köstliche Mischung, die den Charakter des Piers perfekt einfing.
Wir schlenderten gemütlich über die Holzplanken, die unter unseren Füßen knarrten, und ließen uns von der Vielfalt an Eindrücken mitreißen. Straßenkünstler sorgten für Unterhaltung – von talentierten Gitarrenspielern, deren Musik uns zum Verweilen einlud, bis hin zu Akrobaten, die die Passanten mit ihren waghalsigen Kunststücken in Staunen versetzten. Kinder lachten ausgelassen, während sie auf dem nostalgischen Karussell ritten, und Möwen kreisten kreischend über uns, in der Hoffnung, einen Bissen von den Leckereien zu ergattern, die an den kleinen Ständen verkauft wurden.
Das Pier war ein lebendiges Kaleidoskop von Farben, Geräuschen und Geschichten. An einem der Aussichtspunkte blieben wir stehen, um einfach den Blick aufs endlose Meer zu genießen. Die Wellen rollten rhythmisch an den Strand, ein beruhigender Kontrast zur geschäftigen Energie auf dem Pier. Wir stellten uns vor, wie viele Menschen über die Jahre genau hier gestanden und genau diesen Moment erlebt hatten – ein Teil von etwas Größerem, das die Zeit überdauert.
Zum krönenden Abschluss gönnten wir uns ein Eis – weil, mal ehrlich, ein Besuch auf dem Santa Monica Pier ohne Eiscreme wäre wie ein Film ohne Happy End. Während wir den süßen Genuss in vollen Zügen auskosteten, wussten wir: Das war Kalifornien, wie wir es aus unzähligen Filmen kennen: Lebendig, bunt und voller kleiner magischer Momente, die man nie vergisst.

Nachdem wir uns nur schweren Herzens von der einzigartigen Atmosphäre am Santa Monica Pier verabschiedet hatten, setzte sich unsere Reise entlang der traumhaften kalifornischen Küste fort. Das Ziel? Venice Beach – jener legendäre Ort, der wie kein anderer das Lebensgefühl Kaliforniens verkörpert. Schon der Name allein ruft Bilder von Skatern, Bodybuildern und Straßenkünstlern hervor, die zusammen einen vibrierenden Mix aus Energie und Kreativität schaffen. Und genau das wollten wir hautnah erleben.
Bereits bei der Ankunft spürten wir, dass Venice Beach anders ist – im besten Sinne des Wortes. Der breite Boardwalk, gesäumt von Palmen und kleinen Geschäften, vibrierte vor Leben. Straßenkünstler boten beeindruckende Shows, während bunte Stände mit Schmuck, Kunstwerken und Souvenirs lockten.
Venice Beach wäre nicht komplett ohne die Menschen, die diesen Ort so einzigartig machen. Von bunt gekleideten Künstlern mit ausgefallenen Frisuren bis hin zu Straßenmusikern, die ihre eigenen kleinen Konzerte veranstalteten, schien jeder hier Teil eines lebenden Kunstwerks zu sein. Die Mischung aus Lässigkeit, Kreativität und einer Prise Exzentrik verlieh dem Strand eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.
BILDERGALERIE: Santa Monica
Langsam meldete sich der Hunger – unüberhörbar, wie immer. Aber keine Sorge, wir hatten da noch einen besonderen Stopp auf unserer Liste: den legendären Farmers Market L.A., eine Institution, die seit 1934 die Gaumen von Einheimischen und Besuchern gleichermaßen begeistert. Dieser Markt ist weit mehr als nur ein Ort, an dem man etwas zu essen bekommt. Er ist ein kulinarisches Paradies, durchzogen von Geschichte, Tradition und einem Flair, das nur Los Angeles bieten kann.
Schon beim Betreten begrüßte uns ein unwiderstehlicher Cocktail aus Düften: frisch gebackenes Brot, würzige Currys, süße Desserts und das zarte Aroma von gebratenem Fleisch – ein olfaktorischer Rundgang durch die Welt. Überall summte die lebendige Atmosphäre. Zwischen den unzähligen Ständen mischten sich Familien, Touristen mit Kameras um den Hals und Einheimische, die ihre Einkäufe erledigten oder einfach eine Pause vom Alltag genossen.
Der Markt bot alles: von frischen Produkten und handgemachten Saucen bis hin zu internationalen Spezialitäten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen. Wir schlenderten durch die Gassen, ließen uns von den Farben und Gerüchen inspirieren und versuchten, keine der Verlockungen zu verpassen. Frisches Obst türmte sich in satten Farben auf, während ein Stand weiter hausgemachte Marmeladen und Gebäck kunstvoll präsentiert wurden. Die Entscheidung, wo wir zuschlagen sollten, fiel uns nicht leicht – ein Problem, das wohl nur echte Foodies verstehen können.
Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns schließlich für einen kleinen, charmanten Stand, an dem frische Bagels serviert wurden, die alleine durch ihren Duft unwiderstehlich wirkten. Goldbraun, außen knusprig, innen fluffig – genau die Art von Bagel, die man im Traum isst. Zusammen mit einem dampfenden Becher Kaffee war das unser persönliches Frühstücksglück. Wir suchten uns einen schattigen Platz, ließen uns nieder und beobachteten das bunte Treiben um uns herum.
Während wir unseren Bagel genossen, war es unmöglich, nicht von der Vielfalt und Energie dieses Ortes beeindruckt zu sein. Der Farmers Market war nicht nur eine Mahlzeit – er war ein Erlebnis. Hier schien sich das authentische, lokale Leben von Los Angeles mit der weltoffenen Vielfalt der Stadt zu verbinden. Es war ein Moment der Ruhe inmitten des Trubels, eine Erinnerung daran, warum man auf Reisen immer hungrig bleiben sollte – nicht nur nach Essen, sondern auch nach solchen Erlebnissen.
BILDERGALERIE: Farmers Market L.A.
Nach unserem genussvollen Abstecher zum Farmers Market zog es uns zurück an die Küste – genau rechtzeitig, um den Sonnenuntergang bei Manhattan Beach zu erleben. Der Strand war wie aus einem Bildband: feiner, heller Sand, Wellen, die sanft an die Küste rollten, und eine Kulisse, die selbst hartgesottene Romantiker in Verzückung versetzen würde. Wir suchten uns ein Plätzchen auf den Holzplanken des Piers und sahen zu, wie die Sonne begann, den Himmel in ein Kunstwerk aus Gold- und Rosatönen zu verwandeln.
Der Himmel schien mit jedem Moment intensiver zu leuchten, als sich die Farben in den sanften Wellen des Pazifiks spiegelten. Um uns herum saßen Menschen – einige Paare, einige Familien –, die diesen magischen Moment mit uns teilten. Ein Straßenmusiker spielte sanft auf seiner Gitarre, was die ohnehin schon perfekte Stimmung noch abrundete. Die letzten Sonnenstrahlen tauchten die Küste Kaliforniens in ein warmes Licht, das jeden Gedanken an den Alltag wie von Zauberhand verschwinden ließ.
Doch der Tag war noch nicht vorbei. Nach diesem atemberaubenden Finale am Strand entschieden wir uns, noch einen weiteren Höhepunkt anzusteuern: Long Beach, mit seinem berühmten Hafen und der majestätischen Queen Mary, die dort vor Anker liegt. Diese historische Schönheit – einst eines der luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe der Welt – schien im Abendlicht förmlich zu leuchten.
BILDERGALERIE: Manhattan Beach
Long Beach empfing uns mit dem charakteristischen Puls eines großen Hafens – geschäftig, imposant und voller Geschichten. Die gewaltigen Containerkräne, die sich wie stählerne Riesen gegen den Nachthimmel abzeichneten, wirkten fast wie moderne Skulpturen. Frachtschiffe glitten majestätisch durch das Wasser, ihre Lichter warfen sanfte Reflexionen auf die Wellen, und ein leises Summen der Maschinen begleitete die Szenerie. Doch unser Blick wanderte sofort zu dem eigentlichen Star des Abends: der legendären Queen Mary.
Schon von Weitem war sie ein Anblick, der Ehrfurcht gebot. Das ehemalige Kreuzfahrtschiff, heute ein schwimmendes Hotel und Museum, strahlte mit einer zeitlosen Eleganz, die sich kaum in Worte fassen ließ. Die sanfte Beleuchtung hob ihre majestätischen Linien hervor und ließ sie im Hafen wie ein Relikt einer glamouröseren Ära erscheinen. Wir standen da, stellten uns vor, wie sie einst über die Weltmeeregleitete, und spürten die Geschichten, die in ihren Wänden verborgen liegen mussten. Ob glanzvolle Bälle, elegante Abendessen oder die leisen Gespräche der Passagiere auf Deck – die Queen Mary schien all das in sich zu tragen, wie ein schweigender Chronist der Vergangenheit.
Nach einem ausgedehnten Spaziergang entlang der Uferpromenade, mit Blick auf die beleuchtete Skyline von Long Beach, ließen wir den Abend ausklingen. Der Kontrast zwischen der hektischen Betriebsamkeit des Hafens und der majestätischen Ruhe der Queen Mary machte diesen Moment zu etwas ganz Besonderem. Mit einem letzten, fast ehrfürchtigen Blick verabschiedeten wir uns von diesem beeindruckenden Anblick und machten uns auf den Weg zurück zum Hotel.
Um 21:00 Uhr, müde von den Erlebnissen des Tages, schlossen wir die Tür zu unserem Zimmer. Die Lichter von Los Angeles funkelten noch draußen, aber wir hatten nur eines im Sinn: die zahllosen Bilder des Tages zu sichten und die Erinnerungen an diesen wunderbaren Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Jede Aufnahme war ein kleines Stück Kalifornien, eingefangen und bereit, wieder und wieder betrachtet zu werden.
Erschöpft, aber glücklich, fielen wir ins Bett. Die Beine waren schwer von all den Erkundungen, aber der Geist war hellwach, erfüllt von den Eindrücken eines perfekten Tages. L.A. hatte uns bereits am ersten Abend gezeigt, dass es keine halben Sachen macht – jede Ecke dieser Stadt schien uns ein neues Abenteuer zu bieten.
Doch der nächste Morgen versprach noch mehr: Die erste Etappe unseres Roadtrips stand bevor. Unsere Route würde uns über die Palomar Mountains in Richtung Palm Springs führen. Die Vorstellung, durch weite Wüstenlandschaften zu fahren, den Wind in den Haaren und das Gefühl völliger Freiheit im Herzen, ließ uns mit Vorfreude einschlafen. Das Abenteuer hatte gerade erst begonnen, und Kalifornien hatte noch viele Überraschungen für uns parat.
