Von Lynchburg nach Nashville: Whiskey, Musik und Country Charme

Ein neuer Tag, ein neues Abenteuer – und wir waren schon früh auf den Beinen, voller Vorfreude auf das, was uns heute erwarten würde. Doch zunächst galt es, den Tag mit einem klassischen Continental Breakfast zu starten, oder besser gesagt: dem, was das Hotel darunter verstand. Mit Vorfreude auf Bagels und Cream Cheese betraten wir den Frühstücksraum, nur um auf eine kleine Enttäuschung zu stoßen: abgestandener Kaffee und mysteriöse, in Folie verpackte Backwaren, die so einladend wie ein leerer Kühlschrank wirkten.

Mission: Frühstück retten! Wir packten kurzerhand unsere Sachen, schnappten uns die Schlüssel und machten uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Nur wenige Schritte vom Hotel entfernt lag ein Denny’s – und wir atmeten erleichtert auf. Frisch gebratene Eier, knuspriger Bacon und fluffige Pancakes brachten uns zurück ins Leben. Der Tag konnte jetzt wirklich beginnen!

Gut gestärkt und voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg nach Lynchburg, Tennessee, der Heimat der weltberühmten Jack Daniels Distillery. Die knapp einstündige Fahrt war ein Genuss für die Sinne: Sanfte Hügel, gesäumt von sattgrünen Wiesen, wechselten sich mit kleinen Dörfern ab, in denen die Zeit stehengeblieben schien. Der Regen verwandelte die Landschaft in eine Szenerie wie aus einem Bilderbuch, und wir rollten gemütlich durch die charmante Umgebung.

Angekommen in Lynchburg, parkten wir auf dem großzügigen Besucherparkplatz, der praktischerweise nur wenige Schritte vom beeindruckenden Visitor Center entfernt liegt. Der Regen hatte inzwischen in ein leichtes Nieseln nachgelassen. Schon von außen machte das Visitor Center Eindruck: Eine Kombination aus rustikalem Holz und rustikaler Architektur, eingebettet in die sanften Hügel Tennessees. Die einladenden Veranden mit Schaukelstühlen vermittelten sofort das Gefühl, angekommen zu sein.

Drinnen erwartete uns eine Mischung aus Geschichte und Gastfreundschaft. Die riesige Empfangshalle mit ihrer hohen Decke und den warmen Holztönen war ein wahres Schmuckstück. Ein zentraler Tresen bot Informationen zu den verschiedenen Touren, die hier starten – vom klassischen Rundgang bis hin zur Verkostungstour für echte Whiskey-Liebhaber. An den Wänden hingen historische Bilder, die die Geschichte der Destillerie lebendig machten, und im Shop lockten zahlreiche Souvenirs: von Flaschen in limitierter Edition über edle Gläser bis hin zu charmanten Kleinigkeiten wie Jack-Daniels-Schokolade.

Der leichte Regenschauer und der Duft von feuchtem Holz rundeten die Atmosphäre perfekt ab. Es fühlte sich an, als hätte der Ort selbst seinen eigenen, gemütlichen Charakter – ganz in der Tradition von Old No. 7, dem Whiskey, der die Welt erobert hat. Mit Spannung betraten wir den Bereich, in dem unsere Tour beginnen sollte, und konnten es kaum erwarten, die Geheimnisse hinter der berühmtesten Marke Tennessees zu entdecken.

Unsere Factory Tour begann direkt nach unserer Ankunft, und wir waren sofort fasziniert von der Mischung aus Tradition und Präzision, die hier spürbar war. Schon der Einstieg in die Führung war beeindruckend: Unser Guide begrüßte uns mit einem charmanten Südstaatenakzent und einer gehörigen Portion Humor. „Willkommen in Lynchburg, wo Whiskey gemacht, aber nicht verkauft wird – ja, das gibt’s wirklich!“ Dieser Satz sorgte für ein erstes Schmunzeln und war nur der Auftakt zu einer Tour voller kurioser Einblicke.

Die Führung führte uns durch die verschiedenen Stationen der Whiskeyproduktion, und eines wurde schnell klar: Bei Jack Daniels wird Tradition großgeschrieben. Viele Arbeitsschritte, wie das präzise Anbringen der Etiketten oder das sorgfältige Verpacken der Flaschen, werden hier tatsächlich noch von Hand erledigt. Es war beeindruckend, den Arbeitern zuzusehen, die mit geübten Griffen jede Flasche zu einem perfekten Produkt machten. Der Stolz auf ihre Arbeit war in jedem Detail spürbar. „Old-School“ trifft es wohl am besten, dachten wir, während wir beobachteten, wie Flasche für Flasche von Hand veredelt wurde.

Ein echtes Highlight der Tour war die Erkenntnis, dass Lynchburg in einem sogenannten „dry county“ liegt. Ja, man glaubt es kaum: Hier wird einer der berühmtesten Whiskeys der Welt hergestellt, doch verkaufen darf man ihn vor Ort nicht. Die Ironie dieser Situation entging auch unserem Guide nicht, der lachend meinte: „In Lynchburg könnt ihr alles über Whiskey lernen – nur trinken müsst ihr ihn woanders!“ Dieses augenzwinkernde Detail brachte uns alle zum Lachen und unterstrich die besondere Atmosphäre dieses Ortes.

Der Kontrast zwischen der strengen Gesetzgebung und dem Stolz auf die weltberühmte Whiskeyproduktion verlieh der Tour eine einzigartige Würze. Jeder Schritt, den wir durch die Destillerie gingen, erzählte nicht nur von der Herstellung des Whiskeys, sondern auch von der Geschichte und den Eigenheiten eines Ortes, der seinen Charakter in jedem Tropfen widerspiegelt.

Tauche ein in die faszinierende Welt der Jack Daniels Tour und erfahre Spannendes über die Herstellung dieses legendären Whiskeys!

🌲 Der Holzstapelhof (Rickyard): Hier in „Rickyard“ wird die magische Jack-Daniels-Holzkohle geboren. Die Zuckerrohrbäume aus den malerischen Tennessee-Hügeln werden zu 1,2 Meter langen Stücken zerteilt und zu einem beeindruckenden „Rick“ aufgetürmt. Dann, mit einem Feuerzauber, wird dieses Rick entfacht. Die wahre Kunst besteht darin, Asche zu vermeiden und stattdessen dieses Holz in köstliche Holzkohle zu verwandeln!

💧 Die Kalksteinquelle: Guter Whiskey beginnt mit großartigem Wasser! Mr. Jack wusste das und deshalb gründete er seine Destillerie in Lynchburg, wo die Cave Spring unermüdlich frisches und eiskaltes Wasser liefert. Diese Quelle hat eine konstante Temperatur von 13°C und ist so rein wie der Himmel. Denn für unseren geliebten Whiskey ist nichts schlimmer als Eisen. Das ist der wahre Grund, warum Jack Daniel hierhin kam und nach über einem Jahrhundert immer noch das flüssige Gold herstellt.

🎩 Mr. Jack: Vor der Cave Springs thront eine beeindruckende Statue des jungen Mr. Jack, der seinen Hut lässig auf dem Knie balanciert. Ein lokaler Künstler hat diese massive 140-Kilo-Bronzestatue geschaffen. Mr. Jack blickt stolz von einem Sockel aus dem örtlichen Kalkstein herab und verdient daher den Spitznamen „Jack on the Rocks“.

🏢 Das alte Büro: Jack Daniels‘ bescheidenes Büro wurde direkt nach seiner Entdeckung der Quelle in der nahegelegenen Höhle errichtet. Seitdem hat sich hier wenig verändert. Im alten Büro steht ein Tresor, den Mr. Jack 1905 aus Wut mit dem Fuß traktierte und sich dabei den Zeh verletzte. Dies führte tragischerweise zu seinen späteren Komplikationen und seinem Tod.

🥃 Die Brennerei: Der Brennmeister hält wachsam über die Maische, die in beeindruckenden 30 Meter hohen Kupferkesseln destilliert wird. Kupfer mag teuer sein, aber es macht unseren Whiskey einfach besser! Der Whiskey, der aus diesen Kesseln fließt, ist anfangs klarer Alkohol mit einem beeindruckenden Alkoholgehalt von 70%. Aber erst durch die Reifung in den Eichenfässern bekommt er seine einzigartige Farbe und seinen Geschmack.

🌽 Die Maische: Die Maische, eine Kombination aus erlesenem Mais, Roggen, Gerstenmalz und dem Quellwasser aus der Cave Spring, wird nach einem jahrhundertealten Rezept von Mr. Jack hergestellt. Diese Mischung wird gekocht und in riesigen Bottichen unter Zusatz von Hefe aus einer früheren Charge auf natürliche Weise fermentiert – ganz ähnlich wie bei der Herstellung von Sauerteigbrot. Das Blubbern der Maische ist der natürliche Gärprozess, bei dem Zucker in Alkohol verwandelt wird – das Beste, was einem Maiskolben passieren kann!

🌫️ Die Holzkohlefilterung: Jetzt kommt der spannende Teil! Die Holzkohlefilterung, auch „Charcoal Mellowing“ genannt, verwandelt den frisch destillierten Whiskey in einen echten Tennessee Whiskey und keinen Bourbon. Der Whiskey fließt langsam, Tropfen für Tropfen, durch eine speziell hergestellte Holzkohle, die über 3 Meter hoch ist. Hier gewinnt er seine charakteristische Milde und wird zum einzigartigen Jack Daniel’s. Dieser aufwändige Prozess ist das „gewisse Extra“, das unseren Whiskey so besonders macht!

🛢️ Das Lager: In einem alten Lagerhaus, das von Wind und Wetter gezeichnet ist, reift der Whiskey in frisch ausgekohlten Weißeichenfässern heran. Mit jeder Jahreszeit dringt der Whiskey in das Holz ein und wird dann wieder herausgelassen, wenn sich die Fässer zusammenziehen. So erhält er seine tiefgoldene Farbe und seinen unverwechselbaren Geschmack. Nur wenn der Probierer sagt, dass er perfekt ist, wird er abgefüllt. Dieses Lager, das du während der Tour besichtigen kannst, wurde 1938 von Lem Motlow erbaut, als die Destillerie nach der Prohibition wieder in Betrieb ging.

🍾 Die Abfüllung: Bevor unser Whiskey das Haus verlässt, wird er in Flaschen abgefüllt. Old No. 7 wird seit Generationen in die unverkennbare eckige Karaffe gefüllt, auf deren Halsetikett die Nummer des Fasses steht. Flaschen aus nur einem Fass bieten feine Unterschiede in Farbe, Geschmack und Aroma, und das macht jeden Schluck zu einem einzigartigen Erlebnis!

Nach der Tour nutzten wir die Gelegenheit, das winzige, charmante Zentrum von Lynchburg zu erkunden – ein Ort, der fast vollständig von der Magie des Namens Jack Daniels lebt. Das Zentrum besteht im Wesentlichen aus einer handvoll malerischer Gebäude, die sich wie in einem Filmset um den kleinen Public Square gruppieren. Der süße Duft von Karamell und gebrannten Mandeln lag in der Luft, und wir fühlten uns direkt in eine andere Zeit versetzt.

Hier reiht sich ein Jack-Daniels-Souvenirshop an den nächsten – und jeder scheint sich darauf spezialisiert zu haben, den legendären Namen auf jede erdenkliche Weise zu vermarkten. T-Shirts mit witzigen Sprüchen, bedruckte Gläser, die in jedem Heim-Bar-Setup einen Ehrenplatz verdienen würden, und sogar Grillutensilien samt passender Jack Daniels-Steaksoßen – der Fantasie schien keine Grenze gesetzt. Besonders faszinierend fanden wir die liebevoll gestalteten Lederwaren wie Gürtel und Geldbörsen, die den markanten Schriftzug des Whiskeys trugen. Sogar ein Miniatur-Holzfass, perfekt für die heimische Whiskey-Vorratskammer, konnte man hier erstehen.

Natürlich konnten wir nicht widerstehen und tauchten in das Shopping-Erlebnis ein. Stefan konnte sich an den Whiskey-Fässern im Miniaturformat kaum sattsehen, während ich mir bei den bedruckten Gläsern sicher war, dass sie sich perfekt für die nächste Familienfeier eignen würden. Ein kleines Highlight war die „Lynchburg Lemonade“-Mischung, die uns augenzwinkernd versicherte, dass man den Geschmack von Jack Daniels auch ohne den Whiskey genießen könne – zumindest theoretisch. Wir schnappten uns ein paar dieser kleinen, witzigen Andenken, um unseren Lieben zu Hause ein Stück Tennessee mitzubringen.

Das Zentrum strahlte eine entspannte, herzliche Atmosphäre aus, und wir ließen uns Zeit, durch die Läden zu schlendern und immer wieder stehen zu bleiben, um die liebevollen Details zu bestaunen. Jeder Laden war wie ein kleines Museum für sich, voller Erinnerungsstücke, die die Geschichte und Tradition von Jack Daniels lebendig machten. Der Nachmittag verging wie im Flug, und wir hatten am Ende nicht nur die Taschen voller Souvenirs, sondern auch ein Stückchen der einzigartigen Seele von Lynchburg im Herzen.

Mit frischen Eindrücken aus Lynchburg im Gepäck machten wir uns auf den Weg nach Nashville, der pulsierenden Hauptstadt von Tennessee und unumstrittenen Heimat der Country-Musik. Die Fahrt dorthin war alles andere als langweilig. Die Route führte uns durch die typisch hügelige Landschaft des Bundesstaates, vorbei an weitläufigen Feldern, rustikalen Scheunen und kleinen, verschlafenen Dörfern, die alle ihren ganz eigenen, charmanten Charakter versprühten. Ab und zu passierten wir den malerischen Cumberland River, dessen ruhiges Wasser wie ein silbriges Band durch die grüne Landschaft floss. Die Sonne brach immer wieder durch die Wolken und tauchte die Umgebung in ein warmes Licht – ein Anblick, der uns regelrecht in die entspannten Vibes des Südens eintauchen ließ.

Je näher wir Nashville kamen, desto lebendiger wurde die Szenerie. Der Verkehr nahm zu, und die ersten Wolkenkratzer zeichneten sich am Horizont ab. Die Stadt begrüßte uns mit dem Versprechen von Musik, Leben und Energie – man konnte es förmlich in der Luft spüren. Als wir schließlich die Innenstadt erreichten, waren wir sofort begeistert von der vibrierenden Atmosphäre. Der legendäre Broadway, Nashvilles berühmte Party- und Musikmeile, war ein einziges Fest aus bunten Neonlichtern, lebhafter Musik und Menschen, die das Leben in vollen Zügen genossen.

„Johnny Cash“

Mit etwas Glück fanden wir tatsächlich einen Parkplatz in einer Seitenstraße des Broadway – ein kleines Wunder, wenn man bedenkt, wie viel hier los war. Kaum hatten wir die Autotür geöffnet, wurden wir von den ersten Tönen eines Straßenmusikers begrüßt. Der ältere Herr, mit einer Gitarre im Arm und einem charmanten Grinsen, stellte sich uns als Johnny Cash vor. Zugegeben, er sah dem echten Man in Black nicht besonders ähnlich, aber das hinderte ihn nicht daran, eine beeindruckende Version von „Ring of Fire“ anzustimmen. Stefan und ich konnten nicht anders, als laut zu lachen. „Stefan, war das wirklich Johnny Cash?“ scherzte ich, während wir ihm ein paar Dollar in seinen breitkrempigen Hut warfen. Er dankte uns mit einer humorvollen Verbeugung und setzte seinen Auftritt für die nächsten Passanten fort. Ein erster Vorgeschmack auf die musikalische Seele der Stadt.

Von dort aus schlenderten wir hinunter zum Broadway. Die Straße war ein lebendiges Schauspiel: Bars und Restaurants reihten sich dicht an dicht, aus jedem Fenster drang Livemusik, und an jeder Ecke spielten Straßenkünstler mit unglaublicher Leidenschaft. Es war, als hätte Nashville ein riesiges Konzert veranstaltet, bei dem jeder eingeladen war. Die Menschen lachten, tanzten und genossen den Moment – und wir waren mittendrin. Die Energie der Stadt war ansteckend, und wir konnten es kaum erwarten, noch tiefer in das Herz von Music City USA einzutauchen.

Der Broadway war ein wahres Spektakel. Unzählige Bars, Geschäfte und Live-Musik an jeder Ecke – hier schlug das Herz der Country-Musik. Schon zur Mittagszeit waren die ersten Künstler in den Bars zugange, und die Energie der Stadt war einfach ansteckend. Wir stöberten durch einige Geschäfte, kauften Souvenirs und natürlich ein T-Shirt im Hard Rock Cafe.

Nachdem wir uns durch die lebendige Musikszene des Broadways treiben ließen, führte uns unser Weg zur Country Music Hall of Fame, einem wahren Tempel der Country-Musik. Schon von außen beeindruckt das Gebäude mit seiner imposanten Architektur, die von der Silhouette einer Klaviatur inspiriert ist.

Country Music Hall Of Fame

Wir hielten inne, um einige Fotos zu machen und den Moment festzuhalten. Auch wenn wir die Hall of Fame dieses Mal nur von außen bestaunten, konnte man die Bedeutung des Ortes förmlich spüren – ein heiliger Boden für jeden Musikliebhaber. Vielleicht beim nächsten Besuch, Stefan? Doch allein der Anblick genügte, um unsere Begeisterung für diese legendäre Stadt weiter anzuheizen.

Als sich unser Magen langsam wieder bemerkbar machte, war es an der Zeit, eines der legendärsten Lokale Nashvilles anzusteuern: den Nashville Palace. Dieses traditionsreiche Etablissement hat sich in der Welt der Country-Musik einen Namen gemacht, denn hier haben schon so manche Stars ihre Karriere begonnen. Die Fahrt dorthin war begleitet von prasselndem Regen, der unaufhaltsam auf die Windschutzscheibe trommelte. Doch statt uns davon einschüchtern zu lassen, empfanden wir das Wetter eher als dramatische Untermalung für unseren nächsten Stopp. Schließlich gehört ein bisschen Wildheit zum Charme dieser Stadt.

Am Nashville Palace angekommen, sprinteten wir unter unseren Jacken zusammengekauert durch den Regen bis zur Eingangstür. Drinnen umfing uns sofort eine warme, einladende Atmosphäre. Das gedämpfte Licht, die rustikalen Holztische und die Wände, die mit Erinnerungsstücken und Bildern von Country-Legenden geschmückt waren, strahlten den Charme eines Ortes aus, an dem Geschichten geschrieben werden. Wir ergatterten einen Platz an der Bar, der uns einen perfekten Blick auf die kleine, aber charmante Bühne bot – der Mittelpunkt des Lokals.

Kaum hatten wir uns gesetzt, begann auch schon die Musik. Drei Künstler betraten die Bühne: zwei Sänger und eine Sängerin, die in perfekter Harmonie auftraten. Ihre kraftvollen Stimmen füllten den Raum, während sie eine Mischung aus Klassikern und eigenen Songs zum Besten gaben. Es war unmöglich, sich ihrer Energie zu entziehen. Stefan klopfte im Takt mit der Hand auf die Bar, und ich konnte nicht anders, als mich ebenfalls von der Stimmung mitreißen zu lassen.

Während wir der Musik lauschten, bestellten wir einen der berühmten Nashville-Burgers. Als der Teller kam, glaubten wir fast, er wäre für zwei Personen gedacht: Ein riesiger, saftiger Hamburger mit allen erdenklichen Beilagen türmte sich vor uns auf, begleitet von einer großzügigen Portion Pommes. Es war ein echtes Festessen – ein Geschmack, der perfekt zur bodenständigen Atmosphäre des Nashville Palace passte. Nachdem wir uns durch die Mahlzeit gearbeitet hatten, gönnten wir uns ein wohlverdientes Bier. Doch zu unserer Überraschung forderte der Barkeeper unsere Ausweise.

Ich musste laut lachen: „Die denken wirklich, wir könnten unter 21 sein!“ Stefan grinste breit und meinte: „Das nehme ich jetzt einfach mal als Kompliment.“ Und ich? Ich tat es ihm gleich. Es war einer dieser kleinen Momente, die den Abend unvergesslich machten – eine Mischung aus Schmunzeln, Stolz und der Erkenntnis, dass Nashville nicht nur mit seiner Musik verzaubert, sondern auch mit seiner unverkrampften, humorvollen Gastfreundschaft.

Shelby Street Bridge

Als der Abend sich dem Ende neigte, fuhren wir im strömenden Regen zurück zu unserem Hotel in Winchester, etwa 40 Minuten von Nashville entfernt. Das Best Western Inn Winchester war ein typisches Motel mit Außenzugängen und Parkplätzen direkt vor den Zimmern. Müde, aber glücklich, schlossen wir die Tür zu unserem geräumigen und makellos sauberen Zimmer, schlüpften unter die Decken und ließen den aufregenden Tag Revue passieren.

Ein Tag voller Abenteuer, Musik und köstlichem Essen lag hinter uns – und morgen würde unser Roadtrip weitergehen.

To be continued…

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