
Wenn Hurrikan Gustav die Pläne verweht: Ein Tag voller Überraschungen
Eigentlich hätte es ein perfekter Mittwoch werden sollen. Der Plan klang verlockend: ein entspannter Vormittag am weißen Sandstrand, dann Fahrt nach Destin, gefolgt von einem romantischen Sonnenuntergang in dort am Strand. Doch das Schicksal, immer bereit für eine dramatische Wendung, hatte andere Ideen. Hurrikan „Gustav“, dieser wettertechnische Spielverderber, zog Richtung New Orleans und beschloss, uns gehörig aus dem Konzept zu bringen.
Eine kurze E-Mail an unser gebuchtes Bed & Breakfast brachte die traurige Gewissheit: Evakuierung in New Orleans. Unser lang ersehnter Aufenthalt? Storniert, bevor er überhaupt beginnen konnte.
Statt Muscheln zu sammeln und die Sonne zu genießen, hieß die neue Tagesaufgabe: eine alternative Route zu planen – am besten eine, die Gustavs Bahn weiträumig umgeht. Das Strandparadies musste warten, denn unsere Reise wurde von einem Moment auf den anderen zu einer Mission voller Karten, Klicks und kreativer Ideen.
Und so verwandelte sich unser Vormittag in eine strategische Sitzung, in der Stefan und ich wie echte Abenteurer über Laptops gebeugt saßen, um eine neue Route zu planen. Nach zwei Stunden intensiver Arbeit – na gut, mit ein paar Verzweiflungsblicken Richtung Strand – war der Plan geboren. Aus der ursprünglichen Route Destin – New Orleans – Memphis – Nashville – Chicago wurde im Handumdrehen ein improvisiertes Abenteuer: Dothan – Huntsville – Nashville – Memphis – St. Louis – Chicago.
Der heutige Zwischenstopp? Das charmante, wenn auch wenig aufregende Dothan in Alabama. Dort hatten wir uns ein Zimmer im Holiday Inn Dothan-South gesichert. Bevor wir jedoch St. Pete verließen, gönnten wir uns noch ein kleines Highlight: eine halbe Stunde mit den Füßen im erfrischenden, kristallklaren Wasser des Golfs von Mexiko. Der weiße Sand, das sanfte Rauschen der Wellen – pure Magie! Leider blieb keine Zeit, St. Pete ausgiebiger zu erkunden, was schon ein wenig traurig war. Aber hey, der nächste Abenteuer-Stopp wartete!

Die Fahrt durch Alabama war nicht nur von weiten Baumwollfeldern und charmanten Kleinstädten geprägt, sondern bot auch hin und wieder ungewöhnliche Anblicke. Am Straßenrand tauchten plötzlich Helikopter, Panzer und anderes militärisches Gerät auf, das stolz auf Podesten ausgestellt wurde, als würde es die vorbeifahrenden Reisenden an die Geschichte und Bedeutung der Region erinnern. Ein solcher Hubschrauber schien fast zu schweben, als er uns von einem Rastplatz aus „begrüßte“. Es war ein skurriler Kontrast zu der ansonsten ruhigen, idyllischen Landschaft, der uns immer wieder zum Schmunzeln brachte. Alabama präsentierte sich eben mit all seinen Facetten – von friedlicher Natur bis hin zu martialischen Denkmälern.
Die Kleinstädte, durch die wir kamen, wirkten wie aus einer anderen Zeit. Veranda-Schaukeln, amerikanische Flaggen und alte Diners, die schon bessere Tage gesehen hatten, ließen uns für einen Moment das Gefühl haben, in einem Roadmovie gelandet zu sein. Besonders charmant war ein kleiner Ort, der mit einem handbemalten Schild „Welcome to Sweet Home Alabama“ grüßte – ein kleines Augenzwinkern an die berühmte Hymne des Staates.
Unterwegs machten wir Halt in Lake City, wo unser treues Lieblings-Steakhouse, das Texas Roadhouse, uns erwartete. Was soll ich sagen? Die Steaks! Perfekt gegrillt, saftig und würzig – eine wahre Gaumenfreude. Wir rollten praktisch zurück ins Auto, bereit für die nächste Etappe.
BILDERGALERIE: Holiday Inn Dothan
Nach ein paar erfrischenden Bahnen im Wasser zog ich mich zurück, um ein paar E-Mails nach Hause zu schicken. Währenddessen machte sich Stefan auf zu einem nahegelegenen Supermarkt – und kam mit dem vielleicht besten Dessert des Tages zurück: Häagen-Dazs-Eis! So saßen wir schließlich, mit köstlichem Eis in der Hand, im klimatisierten Zimmer, während der Tag mit einer süßen Note endete. Abenteuer können anstrengend sein – aber auch verdammt lecker.