
Eine Zeitreise im General Store und eine unverhoffte pinke Mardi Gras Parade
Seid ihr bereit, mit uns in die aufregende Welt des Mardi Gras in Louisiana einzutauchen? Heute dreht sich alles um Spaß, Farben und pure Feierlaune – doch bevor es so weit ist, nehmen wir euch mit auf eine kleine Reise durch die ursprünglichsten und charmantesten Orte Louisianas. Aber fangen wir von vorne an…
Guten Morgen, Shreveport! Noch leicht verschlafen, aber voller Vorfreude, steuern wir das Hotel-Frühstücksbuffet an. Hoffentlich diesmal ohne Formulare, Kopien oder einen Rezeptionisten, der erst das WLAN-Passwort aus der Bibel des Bürokratie-Wahnsinns enträtseln muss. Doch siehe da – heute läuft alles reibungslos! Ein Teller voller Frühstücksklassiker, eine dampfende Tasse Kaffee – so kann der Tag starten.
Von 6:00 bis 6:30 Uhr genießen wir unser Frühstück, bevor wir unser nächstes Ziel ansteuern: Baton Rouge, die pulsierende Hauptstadt Louisianas. Doch bevor wir dort ankommen, haben wir noch einen ganz besonderen Zwischenstopp eingeplant: Natchitoches – ein Städtchen, dessen Name sich für Uneingeweihte ungefähr so einfach aussprechen lässt wie ein Zauberspruch aus „Harry Potter“. (Tipp: Es wird „Nack-a-dish“ ausgesprochen. Ja, wirklich.)
BILDERGALERIE: Natchitoches
Punkt 8:00 Uhr rollen wir in Natchitoches ein, das sich malerisch am Ufer des Cane River Lake erstreckt. Diese Stadt ist nicht nur ein wahres Postkartenmotiv, sondern auch die älteste Stadt in ganz Louisiana. Mit ihren schmiedeeisernen Balkonen, verwunschenen Gärten und gemütlichen Kopfsteinpflastergassen wirkt sie wie eine Mischung aus französischer Romantik und südstaatlicher Gemütlichkeit.
Da wir viel zu früh für den üblichen Touristenansturm sind, haben wir die historische Front Street ganz für uns allein. Der Spaziergang fühlt sich an, als würden wir durch eine Filmkulisse wandeln: Prächtige Magnolien blühen in den Vorgärten, schmiedeeiserne Balkone winden sich um pittoreske Häuserfassaden, und aus den kleinen Cafés duftet es verheißungsvoll nach frischem Kaffee.
Als wir uns dem Flussufer nähern, tauchen wir in eine noch ruhigere Welt ein. Hier stehen sie, riesige, ehrwürdige Bäume, deren moosbedeckte Äste sich wie grüne Kathedralengewölbe über uns erstrecken. Mittendrin befindet sich der Beau Jardin Natchitoches Riverbank, ein verwunschener Garten mit einem idyllischen Wasserfall und einer charmanten Brücke – ein Ort, der so perfekt für Hochzeiten ist, dass man fast erwartet, gleich auf eine romantische Filmszene zu treffen.
BILDERGALERIE: Beau Jardin Natchitoches Riverbank
Doch jetzt wird es erst richtig spannend! Unser nächstes Ziel ist der Kaffie-Frederick General Mercantile Store, ein echtes Relikt aus einer anderen Zeit. Gegründet im Jahr 1863, gehört dieser Laden zu den ältesten noch existierenden Geschäften in ganz Louisiana – und das Beste: Er hat bereits geöffnet!
Die hölzerne Eingangstür knarzt, als wir eintreten – als wolle sie uns direkt zurück in die Vergangenheit transportieren. Und was uns drinnen erwartet, ist ein echtes Schlaraffenland für Nostalgiker: Alte Spielzeuge, traditionelles Werkzeug, Geschenkartikel, Geschirr, Gartenzubehör – hier gibt es nichts, was es nicht gibt.

Ein bisschen wirkt es wie ein Nostalgiemuseum. Viele der Waren hier scheinen älter zu sein als so mancher von uns, und die liebevoll präsentierten Spielzeuge versetzen uns schlagartig zurück in unsere eigene Kindheit. (Wer erinnert sich noch an diese Blechroboter, die mit einem kleinen Schlüssel aufgezogen wurden? Hier gibt’s sie!)
Wir stöbern ausgiebig durch die Regale, lassen uns von der Zeitreise verzaubern und genießen jeden Moment dieser kleinen Entdeckungstour. Es ist genau diese Art von Orten, die eine Reise besonders machen: Plätze, die Geschichte erzählen, ohne dabei in ein Museum verbannt worden zu sein.
Nach beinahe einer ganzen Stunde voller Staunen, Stöbern und „Schatzsuche“ im Kaffie-Frederick General Mercantile Store fällt es uns unglaublich schwer, uns aus diesem Zeittunnel wieder zu befreien. Denn, seien wir ehrlich – ohne Flux-Kompensator ist die Rückkehr ins Jahr 2019 nicht garantiert!
Doch siehe da, es hat tatsächlich geklappt! Zurück in der Gegenwart blicken wir auf eine der faszinierendsten Zeitreisen unseres Roadtrips zurück. Ein Laden, der Geschichte atmet, Nostalgie versprüht und gleichzeitig unendlich viel Charme besitzt. Wer hätte gedacht, dass ein General Store aus dem Jahr 1863 es schafft, einen so in seinen Bann zu ziehen? Fantastisch!
BILDERGALERIE: Kaffie-Frederick Inc. General Mercantile
Während wir uns langsam in Richtung Auto bewegen, lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, noch ein paar Fotos von Downtown Natchitoches zu schießen. Diese Stadt ist einfach zu malerisch, um sie ohne ein paar Erinnerungsbilder zu verlassen. Danach heißt es: Ab auf die Straße, unser nächstes Ziel wartet!
Die drei Stunden Fahrt nach Baton Rouge verlaufen – sagen wir mal – wenig spektakulär. Die Landschaft zieht vorbei, der Tempomat übernimmt die meiste Arbeit, und wir lassen uns von Musik und Roadtrip-Gedanken treiben. Doch wir sind gespannt, denn: Baton Rouge kennen wir bereits von einem früheren Besuch – doch dieses Mal erleben wir die Stadt mitten im Mardi Gras-Fieber! 🎭
Es dauert keine fünf Minuten nach unserer Ankunft, da stellen wir fest: Samstag + Mardi Gras = Parken wird zum Extremsport. Die Straßen sind voller Menschen, viele mehr oder weniger verkleidet, einige in aufwendig geschmückten Kostümen, andere einfach nur mit bunten Perlenketten behangen. Ach ja, richtig – es ist das große Mardi Gras-Wochenende!
Unsere Suche nach einem Parkplatz wird zur kleinen Odyssee. Hier eine Sackgasse, dort ein überfüllter Parkplatz, und natürlich genau vor uns fährt jemand rückwärts wieder aus der Einfahrt raus, weil nichts mehr frei ist. Doch irgendwann schlägt das Schicksal dann doch zu unseren Gunsten aus: Wir ergattern einen Platz auf dem obersten Deck eines Parkhauses nahe dem Old State Capitol. (Und damit haben wir wohl auch einen der besten Ausblicke auf die Stadt gesichert!)
Doch jetzt zur wichtigsten Regel für Mardi Gras-Neulinge: Folge der Menschenmenge! Wo viele Menschen hinrennen, muss etwas Besonderes passieren – also schließen wir uns der wogenden Masse an und lassen uns treiben. Die Atmosphäre ist elektrisierend: Straßen voller erwartungsvoller Menschen, bunte Dekorationen an jeder Ecke und eine unübersehbare Spannung in der Luft. Offensichtlich warten alle gespannt auf die nächste große Parade.
Doch während sich die Menge in Richtung der Paraden-Route schiebt, bekommen wir eine ganz andere Eingebung: Essen zuerst, Parade später!
Unser Ziel ist der Capital City Grill, der nur ein paar Schritte entfernt liegt. Und siehe da – das Restaurant ist fast leer! Während draußen tausende Menschen auf die Parade warten, haben wir das Restaurant beinahe für uns allein. Ein echter Glücksgriff!


Das Essen? Einfach grandios. Ich entscheide mich für das Madeira Tenderloin, ein butterzartes Steak mit einer perfekten Weinsauce, während Stefan sich für den Magnolia Salat entscheidet – eine Kombination aus knackigem Grün, gegrilltem Hähnchen und einem wunderbar leichten Dressing. Oh Mann, das war ein kulinarischer Hochgenuss!
Die Menschenmenge am Straßenrand ist immer noch dicht gedrängt, und die Stimmung ist elektrisierend. Überall an der Convention Street herrscht ausgelassene Vorfreude, Menschen lachen, tanzen und warten ungeduldig darauf, dass es endlich losgeht. Wir lassen uns anstecken. Eigentlich hatten wir vor, die Stadt weiter zu erkunden, doch jetzt stehen wir mitten im Getümmel, neugierig und voller Spannung auf das, was uns erwartet.
Und dann, keine zehn Minuten später, spitzen wir die Augen – und da ist er! Der erste Wagen! Timing: perfekt! Die Parade beginnt mit einer kleinen Polizei-Eskorte auf knatternden Harleys, die den Startschuss geben. Ihnen folgen stolze Fahnenträger der Armee, die für einen feierlichen Auftakt sorgen. Doch dann wird es plötzlich laut, bunt und… PINK!

Pink. Überall Pink. Und wenn ich sage überall, dann meine ich das wortwörtlich. Die ganze Straße ist eine einzige knallpinke Flut aus Kostümen, Wagen, Dekorationen und – na ja – überraschenden Accessoires, die in die Menge geworfen werden. Warum das alles? Das offizielle Maskottchen dieser Parade ist ein pinkfarbener Flamingo – ein Symbol für die Andersartigkeit von Spanish Town, dem ältesten Stadtteil von Baton Rouge. Hier gilt das Motto: “Schlechter Geschmack ist besser als gar kein Geschmack!” Und ganz ehrlich? Wir lieben es.
Anstelle der klassischen Mardi Gras-Farben – Lila, Grün und Gold – dominiert hier PINK in allen Variationen. Und mit „alle Variationen“ meine ich wirklich ALLE. Von den prachtvoll geschmückten Paradewagen (Floats) fliegen pinke Hüte, pinke Beads – und ja, sogar pinke Unterwäsche! Willkommen bei der vielleicht schrägsten, frechsten und witzigsten Parade des ganzen Südens!
Das diesjährige Motto? “Drain the Perversion Canal.” Was genau das bedeuten soll, weiß wahrscheinlich niemand so ganz genau, aber es ist herrlich verrückt – und absolut spanish-town-like. Hier gibt es keine Absperrungen, keine VIP-Tribünen – wir sind hautnah dabei, als die Marching Bands, Cheerleaders und die wilden Kostümgruppen an uns vorbeiziehen. Es ist wie ein riesiger, chaotischer, wunderbar verrückter Karneval, mitten in der Hauptstadt von Louisiana.
BILDERGALERIE: Spanish Town Parade
Während Stefan das Spektakel eher staunend beobachtet, entwickle ich mich langsam zu einem professionellen Beads-Sammler. Jedes Mal, wenn einer der bunten Wagen an uns vorbeizieht, wirft jemand neue Ketten in die Menge – und ich bin zur Stelle. Mein Rekord? Eine schier unglaubliche Menge an Beads! Doch der absolute Höhepunkt? Ein pinker Cowboy-Hut, den ich gekonnt aus der Luft fange!
Dieses Spektakel ist einfach unglaublich. Laut, bunt, schräg – und ehrlich gesagt viel verrückter, als wir es erwartet haben. Die Menschen tanzen auf den Straßen, Musik wummert aus den Lautsprechern, und mittendrin feiert eine ganze Stadt. Es ist Karneval – aber eben mit einem texanisch-louisianischen Twist!
Nach exakt zwei Stunden ist alles vorbei. Und als ob jemand einen unsichtbaren Schalter umlegt, tauchen plötzlich Kehrmaschinen auf, die mit beeindruckender Effizienz beginnen, die Spuren des Umzugs zu beseitigen. Es ist fast so, als hätte die Parade nie stattgefunden – eine halbe Stunde später ist die Straße wieder blitzsauber.
Mein Fazit?
Diese Parade war alles, was wir nicht erwartet hatten – und genau deshalb ein unvergessliches Erlebnis. Spanish Town, du bist verrückt, wild und wunderbar – und wir würden jederzeit wiederkommen! 🦩
Es ist mittlerweile 15:30 Uhr, und unser ursprüngliches Sightseeing-Programm? Vergessen wir’s. Aber ganz ehrlich – die grandiose Spanish Town Parade war eine mehr als würdige Alternative. Lauter, bunter und pinker hätte unser Tag in Baton Rouge nicht sein können. Doch es gibt noch eine Sache, die wir uns auf gar keinen Fall entgehen lassen: Einen Besuch in der Tin Roof Brewery! 🍻
Nachdem wir das Parkhaus verlassen haben, führt uns ein kurzer Weg zur Brauerei – und schon von weitem sehen wir: Hier geht’s zur Sache! Vor der Brauerei herrscht reges Treiben, und die Stimmung könnte nicht besser sein. Das Wetter spielt mit, die Sonne taucht alles in goldenes Licht, und die Leute sitzen entspannt mit einem Bier in der Hand auf den rustikalen Holzbänken im Außenbereich.
Die Atmosphäre? Perfekt. Kein schicker Schnickschnack, keine aufgesetzte Hipster-Attitüde – einfach ein bodenständiger, lebendiger Ort, an dem Gäste aus der Stadt und Reisende gleichermaßen zusammenkommen, um gutes Bier zu genießen.
Die Tin Roof Brewing Co. ist nicht nur irgendeine Brauerei – sie ist die größte Craft Brewery in ganz Baton Rouge und wurde 2010 von zwei Kindheitsfreunden gegründet. Eine echte Erfolgsgeschichte! Ihr Sortiment? Eine spannende Mischung aus klassischen und kreativen Bieren, die in der Szene längst Kultstatus haben. Zu den Aushängeschildern zählen:
Wir betreten die Taproom-Bar und werfen einen Blick auf das umfangreiche Bier-Menü. Die Entscheidung fällt – wie immer – nicht leicht, also tun wir das einzig Vernünftige: Wir bestellen einen Beer Flight!



Unser Tablett mit den kleinen Biergläsern sieht aus wie ein kleines Kunstwerk. Jedes Bier glänzt in einer anderen goldenen, bernsteinfarbenen oder rötlichen Nuance, und schon beim ersten Schluck wird klar: Diese Brauerei weiß, was sie tut!
🍺 Uber Froot Blackberry Berliner Weisse – Fruchtig, leicht säuerlich, perfekt für warme Tage.
🍺 Voodoo American Pale Ale – Ein hopfenbetontes Pale Ale mit würziger Note.
🍺 Tin Roof Blonde Ale – Leicht, süffig, ein echter Crowd-Pleaser.
🍺 Juke Joint American IPA – Kräftig, aromatisch, mit dem vollen Punch von Zitrus und Kiefer.
Während wir unsere letzten Schlucke genießen und die entspannte Südstaaten-Stimmung um uns herum aufsaugen, sind wir uns einig: Dieser Besuch war die beste Entscheidung des Tages.
Nach Mardi Gras, Pinken Flamingos und einer verrückten Parade war dieses Craft-Bier-Tasting genau das Richtige. Baton Rouge hat sich heute von seiner buntesten, lautesten und geschmackvollsten Seite gezeigt – und wir haben jede Sekunde genossen!

Wir suchten uns einen gemütlichen Platz im Biergarten der Tin Roof Brewery, wo die warme Abendsonne auf die rustikalen Holzbänke schien. Mit einem kühlen Bier in der Hand und der entspannten Atmosphäre um uns herum fühlte sich der Moment einfach perfekt an – der ideale Abschluss für einen großartigen Tag.
Während ich völlig begeistert von meinem Beer Flight war und jedes Glas in vollen Zügen genoss, schien Stefan – wie könnte es anders sein – mal wieder mit seinem berühmten „amerikanischen Bier-Nörgeln“ zu beginnen. „Das schmeckt doch mehr nach Experiment als nach Bier“, murmelte er zwischendurch, während ich nur lachte und noch einen Schluck von meinem Berliner Weisse nahm.
Und dann kamen die Gesichtsausdrücke! Die Fotos sprechen wohl für sich: Stefan in allen Phasen der Bierverkostung – Daumen hoch für die Kamera, skeptischer Schluck, nachdenkliche Miene und, na ja, das letzte Bild sagt alles.😁




Es war herrlich, ihm dabei zuzusehen, wie er sich durch die Sorten kämpfte, während ich jede Sekunde des Moments genoss. Manchmal sind es genau diese kleinen Szenen, die einen Roadtrip so besonders machen, oder?
Am Ende waren wir uns einig: Die Tin Roof Brewery hat etwas Einzigartiges – sei es das Craft-Bier, die lockere Stimmung oder die Möglichkeit, einfach mal den Moment zu leben. Ein perfekter Abschluss für einen verrückten, aufregenden Tag in Baton Rouge.
Natürlich, der Tag ist noch längst nicht zu Ende – Dinner steht ja schließlich noch aus! Aber bevor es soweit ist, gibt es noch ein paar “schnelle” Abstecher, die sich natürlich als alles andere als schnell herausstellen. Roadtrip-Leben, ihr kennt das!
Zunächst führt uns der Weg zur Baton Rouge Harley Davidson – wie praktisch, dass der Shop quasi “um die Ecke” von unserem Hotel liegt. Stefan ist im siebten Himmel, während ich mich mal wieder frage, wie viele Harley-Shirts eigentlich in einen Koffer passen. Aber gut, es ist sein Hobby, und wer bin ich, ihn davon abzuhalten?
Zurück im Sleep Inn, unserem Hotel für die Nacht, checken wir ein. Erster Eindruck? Schick! Alles ist sauber, modern und macht einen gepflegten Eindruck. Ein richtiges Wohlfühl-Hotel. Doch anstatt uns aufs Bett fallen zu lassen, werfen wir einen Blick auf Google Maps, um die Abendplanung in Angriff zu nehmen.
Die Lösung? Ein Tanger Outlet, nur wenige Kilometer entfernt – und das Beste: Es gibt dort einen Adidas Store! Stefan hatte in San Marcos bereits ein Paar Schuhe entdeckt, die ihm gefallen haben, aber leider nicht in seiner Größe verfügbar waren. Was läge also näher, als hier einen zweiten Versuch zu starten? Und ein weiterer Pluspunkt: Food-Court = Dinner-Pläne gerettet.
Das Outlet ist – wie könnte es anders sein – riesig. Ähnlich wie in San Marcos erstrecken sich die Geschäfte um einen zentralen Parkplatz, sodass man von einem Laden zum nächsten flitzen kann, ohne sich komplett zu verlaufen. Wir parken strategisch günstig direkt vor dem Adidas-Shop, denn das Ziel ist klar: Schuhe finden, Abendessen sichern, fertig.
Und siehe da: Erfolg! Stefan findet tatsächlich das Paar Schuhe, das ihm in San Marcos entgangen ist – und dann kommt der Moment, der das Shopping-Erlebnis perfekt macht: “Kauf zwei, zahl die Hälfte für den zweiten Artikel.” Natürlich bedeutet das, dass ich mich spontan für ein weiteres Paar Schuhe entscheide. War das geplant? Absolut nicht. Bereue ich es? Keine Sekunde! 🤷🏼♀️


Nun fehlt nur noch das Dinner, um diesen großartigen Tag perfekt abzuschließen. Food Courts sind für Fast-Food-Fans ja schon ein wahrgewordener Traum: Von Burger King über Panda Express bis hin zu McDonald’s – hier bekommt man alles. Doch heute haben wir etwas anderes im Sinn. Ein saftiges Steak klingt doch deutlich verlockender, oder?Während der Fahrt zum Outlet fiel mir ein Logan’s Roadhouse ins Auge, und die Idee, dort zu essen, war schnell beschlossene Sache.
Das Logan’s Roadhouse ist genau so, wie man es sich vorstellt: rustikal, locker und einfach gemütlich.Holzvertäfelungen, hängende Lichter und eine Bar, an der bereits ein paar Stammgäste saßen. Typisch amerikanisch. Wir hatten Glück und bekamen gleich einen Tisch. Eine freundliche Kellnerin brachte uns die Speisekarte und fragte nach unseren Getränkewünschen.
„Two Cokes, please.“ – „Is Pepsi OK?“
Dieser Satz. Immer wieder dieser Satz. Natürlich sagten wir „Yes, Pepsi is OK“, aber insgeheim seufzten wir ein wenig. Stefan und ich sind uns einig: Es ist nicht wirklich OK, aber die Wahl hat man ja selten. (Und ja, dieser Satz ist so ikonisch, dass er es sogar in eine Superbowl-Werbung geschafft hat!)
Hier in den USA bestellst du in einem Café oder Restaurant eine Cola, und du bekommst ein koffein- und kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk von Coca-Cola, Pepsi, Sinalco, Firtz oder wie sie alle heißen. Wenn du allerdings in den USA eine Coke bestellst, aber das Restaurant Getränke von PepsiCo führt, kommt immer(!) die Frage „Is Pepsi OK?“ Als ob du da eine Wahl hättest. Dieser Satz ist mittlerweile so gängig, dass er sogar in einer Superbowl-Werbesendung 2019 Thema ist.
Wir bestellten ein 16-Unzen Ribeye Steak und sagten ganz entspannt: „We share that.“ In den USA ist das völlig unkompliziert. Es gibt keinen schiefen Blick, kein Augenrollen – die Kellner bringen einfach zwei Teller mit dem Steak und den Beilagen, fertig. Sehr praktisch, besonders wenn einer von uns keinen Riesenhunger hat oder wir einfach Lust auf ein gemeinsames Gericht haben.
Wir bestellten ein 16-Unzen Ribeye Steak und sagten ganz entspannt: „We share that.“ In den USA ist das völlig unkompliziert. Es gibt keinen schiefen Blick, kein Augenrollen – die Kellner bringen einfach zwei Teller mit dem Steak und den Beilagen, fertig. Sehr praktisch, besonders wenn einer von uns keinen Riesenhunger hat oder wir einfach Lust auf ein gemeinsames Gericht haben.
Übrigens, falls ihr euch fragt, wie viel 16 Unzen eigentlich sind: 450 Gramm reinstes Fleischvergnügen! Hier eine kleine Orientierungshilfe:
- 5 oz = 140 g = macht keinen Sinn
- 7 oz = 196 g = allenfalls eine Kinderportion
- 9 oz = 252 g = für einen (sehr) kleinen Appetit
- 12 oz = 363 g = genau richtig
- 16 oz = 450 g = für den großen Hunger
Und apropos Steak: Wir beide lieben es medium-rare, und bei dickeren Stücken wird diese Garstufe einfach noch besser getroffen. Perfekt zubereitetes Fleisch – da läuft einem schon beim Warten das Wasser im Mund zusammen.



Nun hieß es Warten. In den USA läuft normalerweise alles nach einem sehr straffen Zeitplan. Aber heute? Nicht so sehr. 20 Minuten nach unserer Bestellung: Nichts. 30 Minuten: Immer noch nichts. 45 Minuten: Endlich!
Zwischendurch kam unsere sichtbar gestresste Kellnerin mehrmals an unseren Tisch und entschuldigte sich: „I’m so sorry…“ Offensichtlich lief in der Küche etwas gehörig schief. Stefan und ich scherzten schon, dass die Kuh wahrscheinlich noch auf dem Feld war, als wir bestellt hatten. (Vielleicht musste sie erst gefangen werden?)
Doch als das Steak dann endlich kam, waren wir sofort wieder versöhnt. Butterzart, perfekt gewürzt und genau richtig gegart – einfach köstlich. Dazu die typischen Beilagen, und alles war wieder gut.
Um 20:30 Uhr verließen wir das Restaurant und machten uns auf den Weg zurück ins Hotel. Dort angekommen, erledigten wir unsere üblichen Abendrituale: Stefan sicherte die Bilder des Tages, während ich ein paar Notizen für meinen Reisebericht schrieb.
Ein Blick auf morgen: New Orleans steht auf dem Plan! Die Stadt der Musik, des Essens und natürlich des Mardi Gras. Wir können es kaum erwarten, uns in das bunte Treiben zu stürzen und diese einzigartige Stadt zu erleben. Der perfekte nächste Schritt auf unserem Roadtrip-Abenteuer!