Santa Fortunata Village | Sorrento
⭐️⭐️
Es gibt Campingplätze, da stimmt die Aussicht, aber die Chemie will einfach nicht stimmen. Das Camping Fortunata Village in Sorrento besticht mit einem gigantischen Panorama über den Golf von Neapel, den Vesuv und einer unschlagbaren Lage als Basis für Capri, Sorrento und Vespa-Touren an die Amalfiküste. Trotz Traumkulisse und schönem Stellplatz sind der Platz und wir während unseres fünftägigen Aufenthalts jedoch keine Freunde fürs Leben geworden.

⭐️ Der boehms-on-tour Check ⭐️
Stellplätze
Das Gelände ist groß, terrassiert und weitläufig. Wer – wie wir – ausdrücklich einen der Stellplätze mit direktem Meerblick erwischt, bekommt großes Kino geboten: Wunderschönes Panorama über den Golf von Neapel bis zum Vesuv und ausreichend Platz für einen 6-Meter-Camper samt Anhänger und Vespas. Allerdings verlief die Zuteilung an der Rezeption erst nach einer Diskussion und Wartezeit korrekt. Zudem sollte man auf den Terrassen je nach Stellplatz mit einigen Höhenmetern und längeren Wegen rechnen.
Sanitär
Das Mischungsverhältnis hat uns etwas erstaunt: Es gibt gefühlt eine riesige Armee von WCs aber mit etwa vier Kabinen pro Bereich erstaunlich wenige Duschen. Während unseres Aufenthalts war es zweckmäßig und erfüllte seinen Dienst, bei voller Belegung könnte es morgens und abends an den Duschkabinen allerdings eng werden. Für das Preisniveau des Platzes auf jeden Fall eher einfach gestrickt.
Strom/Wasser
Die Stromversorgung ist vorhanden und verlässlich. Was den Service angeht: Das großzügige „3 Wochen kostenlose WLAN“ sorgte bei unserem fünftägigen Aufenthalt eher für Schmunzeln.
Genuss
Kulinarisch auf Restaurantniveau, preislichallerdings ausgesprochen ambitioniert: Ein Teller Spaghetti Pomodoro schlägt mit 24 Euro zu Buche, der Mozzarella mit Tomaten mit 22 Euro. Ein echter Geheimtipp ist dagegen die kleine Bar direkt neben dem Restaurant: Morgens gibt es dort hervorragenden Cappuccino und frische Croissants für faire 10,80 Euro für zwei Personen – der perfekte Start in den Tag.
Freizeit
Lagetechnisch ist der Platz eine absolute Wucht! Ideal für Touren mit der Vespa nach Sorrento, entlang der Halbinsel und an die Amalfiküste. Auch für Tagestrips nach Capri perfekt. Sehr praktisch ist der platzeigene Shuttle-Bus nach Sorrento (2 Euro pro Person und Strecke in bar). Die Organisation mit Quittungszetteln und einem Drehkreuz bei der Rückkehr, wo der Busfahrpreis bar kassiert wird hat allerdings ihren ganz eigenen, skurrilen Charm.
Kinder
Durch die Terrassenbauweise und die vielen Höhenmeter ist das Gelände weitläufig. Besonderes Augenmerk auf reine Kinder-Animation oder Spielplätze liegt hier eher nicht, dafür punktet die Anlage mit viel Natur und tollen Ausblicken.

💬 Das boehms-on-tour Erlebnis
Wenn man auf das Camping Fortunata Village fährt, weiß man im ersten Moment sofort, warum dieser Platz so gefragt ist. Die Lage hoch über dem Golf von Neapel ist schlichtweg gigantisch. Abends vor dem Camper zu sitzen, den Blick über das Meer bis hinüber zum Vesuv zu genießen und die Sonne untergehen zu sehen – das ist echtes Italien-Kino und lässt sich kaum übertreffen. Als Basis für unsere Vespa-Touren an die Amalfiküste, Ausflüge nach Sorrento oder rüber nach Capri war der Platz für uns extrem praktisch. Auch die gemütliche kleine Bar für den morgendlichen Cappuccino und der Grundgedanke des Shuttles in die Stadt haben uns gut gefallen.
Aber wo viel Licht ist, war für uns bei diesem Aufenthalt leider auch reichlich Schatten. Das begann schon bei der Ankunft: Trotz im Voraus fest gebuchtem Meerblick wollte man uns an der Rezeption zunächst auf einen Innenplatz direkt am Sanitärgebäude abschieben. Erst nach gut 40 Minuten Diskussion und dem Einschreiten eines Vorgesetzten klärte sich der Fehler auf. Fehler passieren – der etwas unherzliche Umgang und das Gefühl, als Gast eher anstrengend zu sein, hinterließen jedoch einen faden Beigeschmack.
Dazu kommen Detaillösungen, bei denen wir schlichtweg den Kopf schütteln mussten. Dazu zählt das merkwürdige Missverhältnis aus sehr vielen Toiletten und nur vier Duschen genauso wie das schräge Drehkreuz-Ritual: Wer mit dem kostenpflichtigen Camping-Shuttle abends zurückkehrt, wird am geschlossenen Tor herausgelassen und muss dort die 2 Euro pro Person in bar bezahlen, um überhaupt wieder auf das eigene Campinggelände zu kommen. Auch die Restaurantpreise lagen mit 24 Euro für eine Portion Spaghetti Pomodoro schlicht in Gefilden, die selbst bei Top-Aussicht sportlich sind.
Würden wir wiederkommen? Ganz klares Nein – diesen Platz würden wir nicht noch einmal besuchen. Wenn man die Aussicht ausklammert, stimmt für uns das Gesamtpaket aus Service, Preis-Leistungs-Verhältnis und Atmosphäre einfach nicht. Manchmal passt die Kulisse perfekt, aber die Chemie eben überhaupt nicht.
Kurz und ehrlich: Gigantischer Vesuv-Blick und Top-Lage für Amalfiküste & Capri – aber Service, Preisgefüge und Platzorganisation haben uns das Wiederkommen gründlich vermiest.
📍 Santa Fortuna Village | Sorrento
Via Capo 39/a
80067 Sorrento
für 2 Erwachsene
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