Fünf-Sterne-Luxus, ein paar Cent Jackpot und Hangover-Potenzial
Las Vegas ist ja bekanntlich eine Stadt, in der man innerhalb weniger Minuten ein Vermögen gewinnen, verlieren oder für eine einzige Hotelübernachtung ausgeben kann. Wir haben heute allerdings einen anderen Plan: Wir wollen uns einmal so richtig luxuriös fühlen, ohne anschließend unsere Altersvorsorge auflösen zu müssen. Und tatsächlich ist uns genau das gelungen! Wir haben ein sensationelles Angebot für eine Nacht im Aria Resort & Casino ergattert, einem der neuesten und schicksten Hotels am Strip. Das Aria gehört zum erst 2009 eröffneten CityCenter, einem riesigen Komplex aus Glas, Stahl und jeder Menge architektonischem Größenwahn. Normalerweise wäre ein Hotel dieser Kategorie für uns überhaupt keine Option. Nicht, weil wir etwas gegen Luxus hätten – ganz im Gegenteil –, sondern weil ich einfach nicht einsehe, für eine Nacht so viel Geld auszugeben, wie andere Leute für einen Gebrauchtwagen bezahlen. Aber heute stimmt der Preis, und damit steht fest: Die Familie Böhm zieht für eine Nacht in die gehobene Gesellschaft ein. Hoffentlich merkt dort niemand, dass wir eigentlich nur wegen des Sonderangebots hier sind.

Schon beim Check-in wird klar, dass wir hier in einer anderen Liga spielen. Alles ist riesig, elegant, modern und so blitzblank, dass man sich fast nicht traut, mit seinen gewöhnlichen Urlaubsschuhen über den glänzenden Boden zu laufen. Wir bekommen unsere Zimmerkarten und natürlich wird auch eine Kreditkarte für die Kaution verlangt. Meine Kreditkarte. Die Kinder sind damit praktisch in der Lage, in ihren Zimmern Dinge anzustellen, für die ich anschließend finanziell geradestehen darf. Ich muss unwillkürlich an den Film Hangover denken, der erst vor zwei Jahren in die Kinos gekommen ist. Da hat ein harmloser Junggesellenabschied in Las Vegas bekanntlich auch mit einem schicken Hotelzimmer angefangen.
Am Ende fehlte der Bräutigam, ein Tiger saß im Badezimmer und die Hotelsuite sah aus, als hätte eine Abrissfirma einen besonders schlechten Tag gehabt. Ich werfe deshalb vorsichtshalber einen prüfenden Blick auf unsere Reisegesellschaft. Bianca und Patrick wollen in wenigen Tagen heiraten, wir befinden uns in Las Vegas und meine Kreditkarte liegt als Sicherheit beim Hotel. Eigentlich sind sämtliche Voraussetzungen für eine Fortsetzung des Films erfüllt. Ich beschließe, optimistisch zu bleiben. Solange morgen früh alle noch ihre Zähne haben und niemand einen Tiger bestellt hat, ist alles gut.
Zunächst widmen wir uns allerdings einer der schönsten Einrichtungen des Aria: der Poolanlage. Bei den Temperaturen in Las Vegas ist das auch dringend nötig. Draußen hat die Wüste beschlossen, uns langsam bei Oberhitze zu garen, während hier zwischen Palmen, Liegestühlen und türkisblauem Wasser das süße Leben stattfindet. Wir machen es sich gemütlich, genießen die Sonne und planschen im Pool. Wir haben schließlich Urlaub, und bis zu ihrer Hochzeit sind es noch ein paar Tage. Bianca und Patrick müssen sich um die Organisation ja überhaupt nicht kümmern was ihre Entspannung zusätzlich fördert. Ich hingegen habe inzwischen eine erstaunlich umfangreiche Liste im Kopf, auf der sich Dinge wie Brautkleid, Anprobe, Zeitplanung und diverse Überraschungen tummeln. Aber die hat heute frei. Zumindest vorübergehend. Schließlich wäre es ausgesprochen schade, in einem solchen Hotel zu wohnen und den ganzen Tag nur darüber nachzudenken, wie man eine Hochzeit organisiert, ohne dass das Brautpaar etwas davon mitbekommt.
Richtig interessant wird es allerdings erst, als wir unsere Zimmer beziehen. Was für ein Luxus! Riesige Betten, edle Möbel, wunderschöne Badezimmer, gewaltige Fensterfronten und eine Aussicht über Las Vegas, bei der man sich am liebsten mit einem Glas Champagner ans Fenster setzen und so tun möchte, als gehöre einem die halbe Stadt. Besonders begeistert sind wir allerdings von der Technik. Denn hier kann man tatsächlich über den Fernseher beziehungsweise das Bedienpanel neben dem Bett die Vorhänge öffnen und schließen. Und das Licht steuern. Und noch allerlei andere Dinge, die wir natürlich sofort ausprobieren müssen.

Ich weiß nicht, wie oft wir an diesem Nachmittag die Gardinen auf- und zugefahren haben, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der zuständige Elektromotor anschließend einen Urlaubsantrag gestellt hat. Vorhang auf, Aussicht genießen, Vorhang zu, wieder auf. Licht an, Licht aus. Wir benehmen uns wie Kinder, denen man zum ersten Mal eine Fernbedienung in die Hand gedrückt hat. Nur dass wir hier nicht den Fernseher umschalten, sondern gleich das komplette Zimmer dirigieren. Wenn es irgendwo einen Mitarbeiter gibt, der die Nutzung dieser Funktionen überwacht, dürfte er sich spätestens jetzt fragen, ob in unseren Zimmern ein technisches Problem vorliegt.
Auch der Rest der Ausstattung wird gründlich untersucht. Auf dem Schreibtisch liegt eine Fernbedienung, die aussieht, als könne man damit notfalls auch die Raumstation ISS steuern. Daneben stehen allerlei hübsch arrangierte Getränke und Knabbereien, selbstverständlich nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit. Bei manchen dieser modernen Minibars genügt es ja schon, eine Flasche schief anzuschauen, und der Betrag erscheint auf der Rechnung. Ich fasse deshalb vorsichtshalber möglichst wenig an. Meine Kreditkarte hat heute schließlich schon genug Verantwortung übernommen.

Während wir uns noch mit der technischen Ausstattung beschäftigen, entwickelt sich nebenan offenbar eine ganz eigene Form der Unterhaltung. Patrick hat eine dieser langen, festen Nackenrollen entdeckt, die dekorativ auf den Betten liegen und bei denen ich mich ohnehin immer frage, was man damit eigentlich anfangen soll. Patrick findet eine Verwendung. Er schnappt sich das Ding und geht damit auf Nadine los, als hätte er gerade einen besonders gefährlichen Gegenstand aus einem Actionfilm entdeckt. Nadine liegt auf dem Bett, Patrick steht mit der Rolle in Kampfposition daneben, und für einen Moment sieht es aus, als würde hier gleich eine ziemlich eigenwillige Version von Der Pate gedreht. Nur dass statt eines Pferdekopfes eine Nackenrolle zum Einsatz kommt. Natürlich ist alles nur Spaß, aber ich sehe innerlich bereits die nächste Szene aus Hangover vor mir. Morgen früh wacht einer mit Kopfschmerzen auf, niemand weiß mehr, was passiert ist, und auf meiner Kreditkartenabrechnung steht „Hotelinventar beschädigt“. Dabei wollten wir doch eigentlich nur eine Nacht luxuriös übernachten! Immerhin bleibt die Nackenrolle heil, Nadine überlebt den Angriff und auch die Einrichtung scheint keinen Schaden genommen zu haben. Ich werte das als Erfolg.

Irgendwann haben wir dann tatsächlich sämtliche Knöpfe ausprobiert, die Vorhänge vermutlich ein halbes Jahrespensum hinter sich gebracht und unsere Betten ausreichend getestet. Also wird es Zeit, das Zimmer zu verlassen. Schließlich befindet sich unter uns eines der größten Casinos von Las Vegas, und irgendwo müssen die vielen Millionen Dollar, die in dieses Hotel geflossen sind, ja wieder hereinkommen. Die Kinder beschließen, ihren Beitrag dazu zu leisten. Vielleicht ist das Glück heute ja auf unserer Seite und wir können uns mit einem einzigen Dreh am Spielautomaten gleich die nächsten drei Wochen Urlaub finanzieren.
Die Realität ist allerdings weniger großzügig. Nadine und Patrick versuchen ihr Glück, und tatsächlich gibt der Automat irgendwann einen Gewinn aus. Die Begeisterung ist riesig! Auf den Fotos präsentieren die beiden stolz ihre Gutscheine, als hätten sie gerade den Jackpot von Nevada geknackt. Bei näherer Betrachtung stellt sich allerdings heraus, dass wir hier eher über Beträge sprechen, die man normalerweise versehentlich zwischen den Sofakissen findet. Ein paar Cent! Natürlich haben sie vorher deutlich mehr Geld hineingesteckt, aber das spielt in diesem Moment überhaupt keine Rolle. Gewonnen ist gewonnen! Patrick strahlt, Nadine jubelt, und ich fotografiere diesen historischen Moment für die Nachwelt. Man muss schließlich Prioritäten setzen. Andere Leute verlassen Las Vegas mit Millionen, wir mit ein paar Münzen und einem Foto, auf dem alle aussehen, als hätten sie gerade die Weltherrschaft übernommen. Immerhin können wir behaupten, dass unsere Familie heute zu den Gewinnern gehört. Über die genaue Bilanz schweigen wir lieber.
Nachdem wir unseren sagenhaften Reichtum ausreichend gefeiert haben, machen wir uns auf den Weg, das CityCenter zu erkunden. Und das ist tatsächlich beeindruckend. Die gesamte Anlage wirkt wie ein riesiges Architekturprojekt, bei dem man den beteiligten Architekten offenbar gesagt hat: Geld spielt keine Rolle, Hauptsache, es sieht spektakulär aus. Überall ragen gläserne Hochhäuser in den Himmel, Fassaden sind geschwungen, Gebäude stehen schräg und spiegeln sich gegenseitig. Besonders die beiden Veer Towers sehen aus, als hätten sie beim Bau einen leichten Schwächeanfall erlitten und sich gerade noch rechtzeitig gegenseitig abgestützt. Dazwischen liegen elegante Einkaufspassagen, großzügige Plätze und Geschäfte, in denen man vermutlich schon für eine Handtasche einen Termin beim Bankberater benötigt. Wir schlendern gemütlich hindurch, schauen uns alles an und genießen die angenehme Kühle. Draußen herrschen schließlich Temperaturen, bei denen selbst die Kakteen vermutlich über einen Umzug nach Alaska nachdenken.
Natürlich machen wir auch einen Abstecher zum benachbarten Bellagio. Dieses Hotel gehört für mich einfach zu Las Vegas wie Elvis zu einer Hochzeitskapelle. Besonders die Bellagio Gardens sind immer wieder sehenswert. Hier wird mit Blumen, Pflanzen und unglaublich aufwendigen Dekorationen eine komplette Fantasiewelt geschaffen. Heute bestaunen wir unter anderem die riesige Freiheitsglocke, die bunten Heißluftballons und die kunstvoll angelegten Blumenarrangements. Überall gibt es etwas zu entdecken, und natürlich wird fleißig fotografiert. Auch die berühmte Glasblumendecke von Dale Chihuly darf nicht fehlen. Tausende bunte Glasblüten hängen über unseren Köpfen und bilden ein Kunstwerk, das aussieht, als hätte jemand einen kompletten Regenbogen in eine Glasbläserei geworfen. Es ist wirklich wunderschön. Ich frage mich allerdings, wer hier eigentlich die Fenster putzt beziehungsweise die Glasblumen abstaubt. Bei uns zu Hause reicht schon eine normale Deckenlampe, um mir beim Frühjahrsputz die Laune zu verderben.
Anschließend zieht es uns weiter Richtung südlicher Strip. Rund um das New York-New York gibt es schließlich noch jede Menge zu sehen. Die Freiheitsstatue steht hier ganz selbstverständlich neben einer nachgebauten Skyline von Manhattan, die Brooklyn Bridge führt praktisch direkt ins Casino und eine Achterbahn rast zwischen den Wolkenkratzern hindurch. Gegenüber liegt das gewaltige MGM Grand, und überall blinken und leuchten Reklametafeln. Las Vegas ist wirklich die einzige Stadt, in der man morgens in Venedig frühstücken, mittags durch New York spazieren und abends vor dem Eiffelturm stehen kann, ohne auch nur einmal einen Flughafen betreten zu müssen. Für Menschen mit Flugangst eigentlich das perfekte Reiseziel. Vorausgesetzt, sie haben nichts gegen Reizüberflutung.
Während wir durch die Stadt ziehen, beschäftigt mich zwischendurch natürlich auch unsere bevorstehende Hochzeit. Nicht, dass ich den ganzen Tag mit einem Klemmbrett durch Las Vegas marschiere, aber ein paar Dinge muss ich eben im Hinterkopf behalten. Die wichtigste Entscheidung ist längst gefallen: Für Bianca und Patrick habe ich bei der Wee Kirk O’the Heather das Paket „Can’t Help Falling in Love“ gebucht. 357 Dollar kostet der Spaß, dazu kommen 43 Dollar Steuern und die vorgesehenen Trinkgelder für Fotograf, Elvis und den Minister. Insgesamt also eine durchaus überschaubare Summe für eine Hochzeit, bei der der King persönlich auftreten soll. Besonders schön finde ich, dass ich die drei Elvis-Songs selbst aussuchen darf. Für den Einzug habe ich „Can’t Help Falling in Love“ gewählt, für den ersten Tanz „The Wonder of You“ und zum großen Finale natürlich „Viva Las Vegas“. Wenn man schon in dieser Stadt heiratet, muss am Ende schließlich auch musikalisch ordentlich auf den Putz gehauen werden.
Eine Sache ist mir bei der Planung besonders wichtig: Patrick soll Bianca vor der Trauung nicht in ihrem Brautkleid sehen. Das klingt zunächst nach einer völlig normalen Hochzeitsvorstellung, entwickelt sich aber bei einer Trauung in Las Vegas zu einer kleinen logistischen Herausforderung. Schließlich müssen wir die beiden irgendwie zur Kapelle bringen, getrennt vorbereiten und dafür sorgen, dass Stefan seine Tochter gemeinsam mit Elvis zum Altar führen kann. Nadine übernimmt die Rolle der Trauzeugin und Brautjungfer, und ich versuche, die Fäden im Hintergrund zusammenzuhalten. Mit Lynn habe ich darüber bereits ausführlich geschrieben, und sie hat mir versichert, dass wir das alles hinbekommen. Ich hoffe sehr, dass sie recht behält. Denn im Gegensatz zu unseren heutigen Hotelvorhängen lässt sich eine Hochzeit leider nicht einfach per Fernbedienung zurückspulen, wenn etwas schiefgeht.
Aber heute ist noch nicht der Tag, an dem ich mir darüber ernsthaft Gedanken machen muss. Heute genießen wir Las Vegas, und als langsam die Dunkelheit hereinbricht, beginnt die Stadt erst richtig aufzudrehen. Überall gehen die Lichter an, die riesigen Reklametafeln erwachen zum Leben und der Strip verwandelt sich in eine einzige gewaltige Bühne. Wir laufen kreuz und quer, bleiben immer wieder stehen, fotografieren und schauen uns die unterschiedlichsten Attraktionen an. Vor dem Paris Hotel leuchtet der Eiffelturm, beim Mirage bricht der künstliche Vulkan aus, und die Hotels überbieten sich gegenseitig mit immer aufwendigeren Lichtshows. Hier ist wirklich nichts normal. Selbst ein ganz gewöhnlicher Spaziergang kann sich innerhalb weniger Minuten in eine Mischung aus Disneyland, Broadway und einem sehr teuren Fiebertraum verwandeln.
Besonders interessant sind natürlich auch die Menschen, denen man unterwegs begegnet. Las Vegas zieht offenbar alles an, was irgendwie auffallen möchte. Straßenkünstler, verkleidete Filmfiguren, Musiker, Tänzer und Menschen, bei denen man sich fragt, ob sie gerade auf dem Weg zu einer Party sind oder schon seit drei Tagen von einer kommen. Und dann gibt es noch diejenigen, die mit lebenden Tieren ihr Geld verdienen. Einer davon hat eine ziemlich stattliche Schlange dabei. Ehe wir richtig wissen, wie uns geschieht, bekommt Nadine das Tier um den Hals gelegt. Ich bin mir nicht sicher, wer von beiden in diesem Moment überraschter ist, aber Nadine nimmt die Sache erstaunlich gelassen. Die Schlange schlängelt sich gemütlich über ihre Schultern, während meine Tochter für die Kamera posiert. Ich fotografiere natürlich begeistert. Andere Mütter würden vielleicht zuerst fragen, ob das Tier gefährlich ist. Ich denke mir: Wenn schon eine Schlange in Las Vegas, dann brauchen wir wenigstens ein ordentliches Erinnerungsfoto. Immerhin bleibt auch dieses Abenteuer ohne größere Zwischenfälle. Nadine bekommt ihre Schultern zurück, die Schlange ihren nächsten Kunden und wir eine weitere Geschichte, die man zu Hause vermutlich nur glaubt, wenn man die Bilder dazu sieht.
Wir lassen uns weiter durch das nächtliche Las Vegas treiben. Vor dem Bellagio bestaunen wir die beleuchteten Wasserfontänen, am Paris Hotel genießen wir den Blick auf den Eiffelturm, und irgendwo zwischen den vielen Menschen, Musik und blinkenden Reklamen merke ich wieder einmal, warum ich diese Stadt so liebe. Hier ist einfach alles ein bisschen verrückter, größer und übertriebener als anderswo. Und während andere Städte irgendwann schlafen gehen, scheint Las Vegas nachts erst einmal einen zweiten Espresso zu bestellen.

Irgendwann melden sich allerdings unsere Füße. Wir sind schließlich schon seit Stunden unterwegs, und auch die größte Begeisterung kann nicht verhindern, dass einem irgendwann die Beine schwer werden. Zum Glück wartet im Aria noch eine kleine Annehmlichkeit auf uns. Bei unserem sensationellen Zimmerangebot war nämlich auch ein Gutschein für die Hotelbar dabei. Und wenn uns Las Vegas heute schon nicht reich gemacht hat, dann wollen wir wenigstens diesen Gutschein ordentlich nutzen. Also lassen wir uns zum Abschluss noch gemütlich in der Bar nieder und genießen unsere Getränke. Das Ambiente ist natürlich genauso schick wie der Rest des Hotels. Wir sitzen da, schauen uns um und fühlen uns für einen Moment tatsächlich wie die Menschen, die normalerweise in solchen Hotels wohnen. Nur dass die vermutlich nicht vorher ausrechnen, ob sich ein Hotelgutschein auch wirklich lohnt.
Später geht es zurück auf unsere Zimmer, und natürlich muss ich noch einmal mit der Technik spielen. Ein letzter Blick aus dem Fenster auf das nächtliche Las Vegas, dann drücke ich auf den Knopf und lasse die Vorhänge majestätisch zufahren – und wieder auf. Herrlich! So etwas könnte ich zu Hause auch gebrauchen. Wobei Stefan vermutlich irgendwann den Stecker ziehen würde, wenn ich dort ebenfalls jeden Abend zehnmal die Gardinen spazieren fahren ließe.
Morgen müssen wir dieses kleine Luxusparadies leider schon wieder verlassen. Schade eigentlich, denn ich hätte mich durchaus daran gewöhnen können. Andererseits ist es vielleicht auch besser so. Meine Kreditkarte hat ihre erste Nacht im Aria hoffentlich unbeschadet überstanden, sämtliche Familienmitglieder sind noch vorhanden, niemand hat einen Tiger ins Badezimmer geschmuggelt und die Nackenrolle liegt vermutlich wieder dort, wo sie hingehört. Für einen Aufenthalt in Las Vegas ist das doch schon eine ausgesprochen erfreuliche Bilanz.
Und die Hochzeit? Die rückt natürlich unaufhaltsam näher. Noch sechs Tage, dann soll Elvis unsere Bianca unter die Haube bringen. Die Kapelle steht, die Musik ist ausgesucht, die Ringe sind besorgt und einige Überraschungen warten bereits darauf, endlich gelüftet zu werden. Was uns allerdings noch fehlt, ist die komplette Hochzeitskleidung. Aber dafür haben wir ja noch Zeit. Sechs Tage sind schließlich eine Ewigkeit. Zumindest rede ich mir das gerade ein.
Viva Las Vegas!





















































