Auf Pferden im Bryce Canyon & eine spektakuläre Fahrt auf der Cottonwood Canyon Road

Am nächsten Morgen, mit einem frischen Kaffee in der Hand und einem Abenteuer im Kopf, machen wir uns von Page auf den Weg. Der Highway 89 führt uns in Richtung Kanab, eine Strecke, die sich wie ein Roadtrip-Klassiker anfühlt: Weite, offene Wüstenlandschaften, ein endloser Horizont und die ruhige Gelassenheit der Straße, die uns mit jedem Kilometer mehr in ihren Bann zieht.

Etwa vier Meilen hinter Churchwells erreichen wir die Abzweigung zur Cottonwood Road, einer Strecke, die unter Abenteurern fast schon legendär ist. Zwischen den Milemarkern 17 und 18 biegen wir ab und tauchen ein in eine neue Welt. Die Straße ist keine asphaltierte Autobahn mehr, sondern eine staubige Dirt Road, und schon das große Schild mit der Aufschrift „Impassable When Wet“ gibt uns einen ersten Vorgeschmack darauf, was uns hier erwartet.

Das Schild ist nicht nur zur Zierde da: Der Lehm, der große Teile der Straße bedeckt, kann sich bei Regen in eine Schlammlawine verwandeln, die jedes Auto in eine unfreiwillige Schlittenfahrt schickt. Zum Glück herrscht heute strahlendes Wetter, und die Straße ist trocken und fest – perfekt für ein bisschen Offroad-Spaß.

Die ersten Meilen der Cottonwood Road führen uns durch die eindrucksvolle Landschaft der sogenannten Badlands. Das weite, offene Tal ist von sanften Hügeln und tiefen Erdfurchen geprägt, und die Farben scheinen direkt aus einer Künstlerpalette zu stammen. Von zarten Beigetönen über kühl wirkendes Grau bis hin zu leuchtendem Ocker und warmem Rot – die Felsen und der Boden leuchten unter der Sonne wie ein natürliches Gemälde. Es ist ein Anblick, der uns immer wieder zum Anhalten und Staunen bringt.

Je weiter wir fahren, desto spannender wird die Strecke. Die Straße windet sich durch engere Passagen, und die Wände der Canyons scheinen immer näher zu rücken. Der Kontrast zwischen den schroffen Felsen, den vielfältigen Farbschichten und dem klaren Blau des Himmels macht diese Fahrt zu einem echten Erlebnis. Es ist die Art von Route, die man nicht einfach fährt – man erlebt sie mit allen Sinnen.

Hier draußen, mitten in dieser wilden, ungezähmten Landschaft, spüren wir die Freiheit des Roadtrips in ihrer reinsten Form. Kein Verkehr, keine Ablenkungen – nur die Straße, die Natur und das Abenteuer, das uns immer weiter lockt.

Cottonwood Canyon Road

Nach etwa acht Meilen auf der Cottonwood Road erreichen wir den Cottonwood Canyon, und die Landschaft um uns herum wird noch beeindruckender. Die gelben Sandsteinwände, die sich plötzlich links und rechts auftürmen, scheinen uns in eine andere Welt zu führen. Es fühlt sich an, als hätte die Natur hier eine private Ausstellung ihrer besten Werke geschaffen – und wir haben das Privileg, fast allein durch diese Galerie zu fahren.

Die Straße folgt für eine Weile dem Paria River, einem schmalen, klaren Gewässer, das sich sanft durch die trockene Landschaft schlängelt. Das Glitzern des Wassers und die kleinen grünen Büsche entlang des Ufers bieten einen willkommenen Kontrast zu den sandigen Tönen der Umgebung. Der Flusslauf bringt nicht nur Farbe, sondern auch eine leise, beruhigende Dynamik in die sonst so stille Wüstenlandschaft – ein erfrischender Hauch von Leben inmitten der Einsamkeit.

Nach einigen Minuten verabschiedet sich die Straße vom Fluss, und der Weg führt uns langsam bergauf. Mit jedem Höhenmeter verändert sich das Farbenspiel der Felsen: Die Gelbtöne der Sandsteinwände werden durch kühle Blautöne ergänzt, die in ein tiefes Rotübergehen, wie ein Übergang in eine völlig neue Szenerie. Es ist, als ob die Natur hier nicht nur ihre Farben, sondern auch ihre Fantasie neu entfaltet.

Die Sandsteinformationen, die wir unterwegs entdecken, sind schlicht einzigartig. Von zarten Linien und Wellen bis hin zu dramatischen, kantigen Klippen – alles wirkt, als hätte der Wind mit einem feinen Pinsel gemalt, während das Wasser seine Spuren in den weichen Stein gemeißelt hat. Jede Kurve der Straße eröffnet neue Perspektiven, die uns immer wieder zum Staunen bringen. Es ist fast unmöglich, sich zu entscheiden, ob man lieber weiterfährt oder anhält, um den Moment einzufangen.

Hier im Cottonwood Canyon zeigt sich die Wüste von ihrer vielfältigsten und beeindruckendsten Seite – ein Wechselspiel von Farben und Formen, das uns immer weiter zieht, gespannt auf das, was hinter der nächsten Kurve wartet.

Cottonwood Canyon Road

Schließlich erreichen wir den zerklüftetsten Abschnitt des Cottonwood Canyons, bekannt als „Cockscomb“ – ein Name, der sofort Sinn ergibt, sobald man die Felsformationen erblickt. Die hoch aufragenden, zackenartigen Steinkämme, die sich dramatisch gegen den Himmel abheben, erinnern tatsächlich an den Kamm eines Hahns. Es ist, als hätte die Natur einen besonders kreativen Tag gehabt und sich gedacht: „Lasst uns mal etwas völlig Abgefahrenes machen.“

Die Formen und Strukturen der Felsen hier sind schlichtweg faszinierend. Einige Zacken sind scharf und kantig, während andere weicher wirken, fast wie Wellen, die im Stein erstarrt sind. Die Farben wechseln von beigem Sandstein über goldene Nuancen bis hin zu dunklem Braun und Rot, was dem Ganzen eine zusätzliche Tiefe verleiht. Es ist, als ob die Erosion über Jahrtausende hinweg ein skulpturales Meisterwerk geschaffen hätte, das man unmöglich ignorieren kann.

Die Straße windet sich elegant durch diese spektakuläre Szenerie, fast so, als würde sie versuchen, die besten Blickwinkel zu präsentieren. Und tatsächlich: Nach jeder Kurve scheint die Aussicht noch dramatischer zu werden. Wir können nicht anders, als immer wieder anzuhalten, auszusteigen und uns die ungezähmte Schönheit in Ruhe anzusehen. Es ist der perfekte Ort, um einfach nur zu staunen, den Wind auf der Haut zu spüren und zu realisieren, wie mächtig und kreativ die Natur sein kann.

Hier, mitten im Cockscomb, fühlt sich die Wüste lebendig an, als hätte sie ihre eigene Persönlichkeit. Es ist ein Ort, der mit seiner Wildheit und Erhabenheit die perfekte Mischung aus Abenteuer und Ehrfurcht bietet. Wir nehmen uns Zeit, jeden Moment in uns aufzusaugen, bevor wir – fast widerwillig – wieder ins Auto steigen. Aber selbst während der Fahrt werfen wir immer wieder Blicke zurück, als wollten wir sicherstellen, dass wir nichts von diesem unvergesslichen Abschnitt verpassen.

Grosvenor Arch

Bei Meile 30 auf der Cottonwood Canyon Road erwartet uns das nächste Highlight: der imposante Grosvenor Arch. Die Fahrt dorthin ist relativ kurz, und bald erreichen wir einen staubigen Parkplatz, der mit mehreren Picknickplätzen und einem kleinen Toilettenhäuschen ausgestattet ist. Bereits von hier aus können wir den Arch sehen, der sich stolz und majestätisch vor dem klaren Himmel erhebt. Der Grosvenor Arch, ein doppelter Steinbogen, ist eine seltene geologische Formation, die beeindruckend hoch in den Himmel ragt und mit ihrer leuchtend hellen Farbe einen faszinierenden Kontrast zur umgebenden Landschaft bietet.

Nach einem kurzen Spaziergang nähern wir uns dem Arch und stehen direkt unter diesem gewaltigen Naturdenkmal. Die massive Sandsteinformation ist schlicht überwältigend – die beiden Bögen sind perfekt geformt und wirken, als wären sie von einer unsichtbaren Hand gemeißelt worden. Das Licht, das durch die Bögen fällt, lässt die Farben der Sandsteinwände in warmen Gelb- und Beigetönen aufleuchten. Wir verweilen eine Weile, genießen die Ruhe des Ortes und lassen die einmalige Struktur auf uns wirken.

Bei Meile 30 auf der Cottonwood Canyon Road wartet das nächste Highlight unserer Tour: der Grosvenor Arch. Schon die kurze Fahrt dorthin ist eine Augenweide – staubige Pfade, umrahmt von der unendlichen Weite der Wüste. Bald erreichen wir den kleinen, staubigen Parkplatz, der mit ein paar Picknickplätzen und einem bescheidenen Toilettenhäuschen ausgestattet ist. Aber seien wir ehrlich: Die Aussicht auf den Arch lässt uns die Ausstattung ziemlich egal werden. Bereits von hier aus sehen wir die beeindruckende Formation, die sich majestätisch vor dem strahlend blauen Himmel erhebt.

Der Grosvenor Arch ist kein gewöhnlicher Felsen. Es handelt sich um einen doppelten Steinbogen, eine geologische Seltenheit, die uns allein durch ihre schiere Größe und Eleganz zum Staunen bringt. Die leuchtend hellen Farben des Sandsteins bilden einen faszinierenden Kontrast zur kargen Umgebung, und je näher wir kommen, desto mehr spüren wir die Erhabenheit dieses Naturwunders.

Nach einem kurzen Spaziergang stehen wir direkt unter dem Arch – und der Eindruck ist einfach überwältigend. Die beiden Bögen wirken so perfekt, dass man fast annehmen könnte, sie seien von einem genialen Bildhauer geschaffen worden. Doch hier hat allein die Natur ihr Werk getan. Das Licht, das durch die Bögen fällt, lässt die Sandsteinwände in warmen Gelb- und Beigetönen erstrahlen, als ob der Arch selbst ein Lichtspender wäre. Die Formen sind weich und einladend, aber gleichzeitig kraftvoll und monumental.

Die Stille des Ortes ist fast greifbar, nur ab und zu unterbrochen von einem leichten Wind, der durch die Bögen zieht. Wir setzen uns auf eine der Bänke und lassen den Arch eine Weile auf uns wirken. Es gibt Orte, die man fotografieren möchte, aber hier merken wir: Kein Bild wird jemals die Magie dieses Moments einfangen können.

Nach einer ganzen Weile – es fällt schwer, den Blick abzuwenden – machen wir uns langsam auf den Rückweg zum Parkplatz, dankbar für diesen kurzen, aber beeindruckenden Zwischenstopp. Der Grosvenor Arch ist nicht nur ein geologisches Meisterwerk, sondern auch ein stiller Zeuge der Zeit, der uns für einen Moment mit der unendlichen Geschichte der Natur verbindet.

Da war sie noch trocken, die Kuh ☔️

Bei Meile 30 auf der Cottonwood Canyon Road wartet das nächste Highlight unserer Tour: der Grosvenor Arch. Schon die kurze Fahrt dorthin ist eine Augenweide – staubige Pfade, umrahmt von der unendlichen Weite der Wüste. Bald erreichen wir den kleinen, staubigen Parkplatz, der mit ein paar Picknickplätzen und einem bescheidenen Toilettenhäuschen ausgestattet ist. Aber seien wir ehrlich: Die Aussicht auf den Arch lässt uns die Ausstattung ziemlich egal werden. Bereits von hier aus sehen wir die beeindruckende Formation, die sich majestätisch vor dem strahlend blauen Himmel erhebt.

Der Grosvenor Arch ist kein gewöhnlicher Felsen. Es handelt sich um einen doppelten Steinbogen, eine geologische Seltenheit, die uns allein durch ihre schiere Größe und Eleganz zum Staunen bringt. Die leuchtend hellen Farben des Sandsteins bilden einen faszinierenden Kontrast zur kargen Umgebung, und je näher wir kommen, desto mehr spüren wir die Erhabenheit dieses Naturwunders.

Nach einem kurzen Spaziergang stehen wir direkt unter dem Arch – und der Eindruck ist einfach überwältigend. Die beiden Bögen wirken so perfekt, dass man fast annehmen könnte, sie seien von einem genialen Bildhauer geschaffen worden. Doch hier hat allein die Natur ihr Werk getan. Das Licht, das durch die Bögen fällt, lässt die Sandsteinwände in warmen Gelb- und Beigetönen erstrahlen, als ob der Arch selbst ein Lichtspender wäre. Die Formen sind weich und einladend, aber gleichzeitig kraftvoll und monumental.

Die Stille des Ortes ist fast greifbar, nur ab und zu unterbrochen von einem leichten Wind, der durch die Bögen zieht. Wir setzen uns auf eine der Bänke und lassen den Arch eine Weile auf uns wirken. Es gibt Orte, die man fotografieren möchte, aber hier merken wir: Kein Bild wird jemals die Magie dieses Moments einfangen können.

Nach einer ganzen Weile – es fällt schwer, den Blick abzuwenden – machen wir uns langsam auf den Rückweg zum Parkplatz, dankbar für diesen kurzen, aber beeindruckenden Zwischenstopp. Der Grosvenor Arch ist nicht nur ein geologisches Meisterwerk, sondern auch ein stiller Zeuge der Zeit, der uns für einen Moment mit der unendlichen Geschichte der Natur verbindet.

Inspiration Point

Wir lernen, dass die beeindruckenden Hoodoos, diese einzigartigen Felsnadeln, hauptsächlich durch die Kraft des Wassers entstanden sind. Der weiche Kalkstein erodiert über Jahrtausende hinweg durch eine Kombination aus mechanischer und chemischer Erosion. Dabei schaffen Regen, Frost und Schmelzwasser eine Landschaft, die wie eine Steinskulpturenausstellung wirkt – eine regelrechte Stadt aus Stein, die sich über die Hochebene verteilt.

Die Farben der Hoodoos sind ebenso faszinierend wie ihre Formen: strahlendes Weiß, warmes Rot, tiefes Purpur und zarte Gelb- und Orangetöne wechseln sich ab. Diese Farbpalette ist das Ergebnis von Eisen- und Manganverbindungen, die im Gestein enthalten sind und es in ein fast surreales Licht tauchen. Jeder Hoodoo scheint seine eigene Persönlichkeit zu haben, als stünde er dort mit einer Geschichte, die er erzählen möchte.

Wir verbringen eine ganze Weile damit, die filigranen Details dieser natürlichen Meisterwerke zu bestaunen. Manche Felsnadeln wirken zierlich und zerbrechlich, andere massiv und unerschütterlich. Gemeinsam bilden sie eine Landschaft, die aussieht, als hätte sie ein Künstler mit unendlicher Geduld gestaltet.

Es ist schwer, sich diesem Anblick zu entziehen. Die Hoodoos erinnern uns daran, wie machtvoll und zugleich geduldig die Natur ist – ein stiller Beweis dafür, dass Schönheit oft durch Zeit und Ausdauer entsteht. Hier stehen wir, winzig und beeindruckt, vor einer Kulisse, die an die Arbeit eines unermüdlichen Bildhauers erinnert, dessen Werkzeug nur Wasser und Wind waren.

Gegen Mittag steuern wir wieder das Visitor Center an, um uns mit einem schnellen Burger zu stärken. Nichts geht über ein bisschen Fast Food, um die Energie für den Rest des Tages aufzufüllen – auch wenn wir wissen, dass uns der bevorstehende Plan weniger gemütlich wird. Denn nach der Mittagspause wartet unser Reitausflug, und sagen wir mal so: Unsere Erfahrung im Umgang mit Pferden ist … naja, nicht vorhanden.

Der Treffpunkt liegt direkt gegenüber dem berühmten Ruby’s Inn, wo wir auf die kleine Gruppe treffen, mit der wir die Tour bestreiten werden. Es sind nur vier von uns, und das schafft sofort eine entspannte, familiäre Atmosphäre. Unser Guide ist ein echtes Cowgirl, komplett mit Cowboyhut, Jeans und der unerschütterlichen Ruhe, die nur Menschen haben, die mit Pferden aufgewachsen sind. Sie begrüßt uns mit einem herzlichen Lächeln und scheint keinerlei Zweifel daran zu haben, dass sie uns – eine Gruppe völlig unerfahrener Reiter – sicher durch diese Tour bringen wird.

Zunächst verladen die Guides die fünf Pferde auf einen Transporter – ein Schauspiel für sich. Die Tiere betreten die ramponierte Ladefläche mit stoischer Gelassenheit, als ob sie genau wüssten, dass sie gleich wieder rausdürfen. Unsere Aufgabe? Mit unseren eigenen Autos dem Pferdetransporter zum Startpunkt der Route zu folgen. Das ist vermutlich der entspannteste Teil unseres Abenteuers – zumindest solange, bis wir tatsächlich im Sattel sitzen. Spannung und ein Hauch von Nervosität mischen sich mit der Vorfreude, die bevorstehende Reittour durch den Bryce Canyon zu erleben. Es ist ein Erlebnis, das man nicht jeden Tag hat, und allein die Vorstellung, diese atemberaubende Landschaft vom Rücken eines Pferdes aus zu entdecken, zaubert uns ein breites Lächeln ins Gesicht.

Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir den Startpunkt unseres Ritts und beobachten neugierig, wie die Pferde vom Transporter entladen werden. Dabei wirkt das Ganze fast wie eine gut geprobte Show: Ein Pferd nach dem anderen schreitet heraus, ruhig und entspannt, als hätten sie schon hunderte solcher Touren hinter sich (was wahrscheinlich stimmt). Die Guides, allen voran unsere zupackende Cowgirl-Führerin, strahlen eine beruhigende Gelassenheit aus, die uns etwas von unserer Anfänger-Nervosität nimmt. Die Pferde selbst – die wahren Profis hier – stehen geduldig da, als ob sie sagen wollten: „Wir haben schon Schlimmeres erlebt, klettert einfach auf.“

Nachdem die Pferde verteilt sind, stellt sich unser Guide offiziell vor. Eine sympathische Frau, deren Cowboyhut und robuste Stiefel den Eindruck vermitteln, dass sie auf jedem Western-Set eine gute Figur machen würde. Sie erklärt uns die Grundlagen – wie man die Zügel hält, wie man das Pferd zum Gehen bringt (Tipp: sanfter Druck, kein panisches Treten) – und versichert uns, dass Reiterfahrung absolut optional ist. Die Pferde kennen den Weg, und unser Job besteht hauptsächlich darin, mitzumachen und nicht runterzufallen.

Die Half Day Henderson Peak Route
Unsere Tour führt uns auf die berühmte Half Day Henderson Peak Route – und ja, allein der Name klingt nach Abenteuer. Henderson Peak, die nördliche Grenze des Bryce Canyon Nationalparks, bietet laut Beschreibung atemberaubende Aussichten, die man nur vom Rücken eines Pferdes erleben kann. Es geht durch weite Wiesen, entlang einzigartiger Bergpfade und, wie versprochen, gibt es auch Hoodoos zu sehen. Diese Gegend wird selten besucht, was bedeutet, dass uns eine unberührte Landschaft erwartet, die in aller Ruhe bestaunt werden kann.

„Die Route kann an eure Fähigkeiten angepasst werden,“ erklärt unser Guide mit einem Zwinkern. Gut zu wissen, denn unsere Fähigkeiten als Reiter liegen irgendwo zwischen „null“ und „keine“. Doch die Aussicht auf Hoodooseinsame Pfade und die ungestörte Schönheitdieser Gegend lässt uns die anfängliche Unsicherheit vergessen.

„Es sind nur zehn Minuten zum Trailhead,“ fügt sie hinzu. Perfekt – genug Zeit, um ein bisschen durchzuatmen, bevor das Abenteuer wirklich losgeht. Mit den Pferden an unserer Seite und dem Bryce Canyon vor uns startet die nächste Etappe dieses unvergesslichen Tages.

Horeseback Ride

Keep your heels down, hold onto the horn, and let the horse do the work,“ erklärt unser Guide mit einem ermutigenden Lächeln, das mehr Vertrauen ausstrahlt, als wir selbst gerade fühlen. Einer nach dem anderen werden wir von den Guides in den Sattel gehievt, und plötzlich finden wir uns auf dem Rücken eines riesigen Tieres wieder. Es ist gleichzeitig ein bisschen furchteinflößend und ziemlich cool. Die ersten Schritte fühlen sich an, als hätte das Pferd einen ganz eigenen Rhythmus, aber die Tiere sind alte Hasen im Geschäft und wirken so souverän, dass wir uns schnell anpassen.

Langsam setzen wir uns in Bewegung, und der Trail führt uns direkt entlang der leuchtenden Hoodoos des Bryce Canyon. Vom Pferderücken aus eröffnet sich eine ganz neue Perspektive – die Felsformationen wirken noch gigantischer, und die Landschaft breitet sich vor uns aus wie ein lebendiges Gemälde. Das klappernde Geräusch der Hufe auf dem sandigen Boden, die frische Bergluft und die Ruhe des Trails lassen uns komplett in die Szenerie eintauchen.

Unser Guide ist nicht nur eine Meisterin des Reitens, sondern auch eine wandelnde Geologie-Enzyklopädie. Während wir in gemächlichem Tempo voranschreiten, erzählt sie uns von der Entstehung des Bryce Canyon, wie das Wechselspiel von Wasser, Frost und Wind diese surrealen Hoodoos geformt hat. Ihre Erklärungen geben dem Ritt eine zusätzliche Tiefe, während sie gleichzeitig beruhigende Reit-Tipps einstreut: „Keep your body loose and go with the flow of the horse.“ Das hilft tatsächlich – nach ein paar Minuten fühlt sich das Ganze gar nicht mehr so wackelig an.

Die Route schlängelt sich über schmale Pfade, durch kleine Täler und entlang massiver Felswände, die wie natürliche Festungenwirken. An engen Stellen kommt der nächste Tipp: „Keep your knees close to the horse!“ Ein wertvoller Hinweis, denn manchmal scheinen die Felsen erschreckend nah zu kommen. Aber unsere Pferde wissen genau, was sie tun, und wir lassen uns von ihrer Ruhe anstecken.

Jede Kurve des Trails bietet einen neuen, noch spektakuläreren Ausblick. Die Farbspiele der Felsen, das satte Grün der vereinzelten Büsche und das strahlende Blau des Himmels verschmelzen zu einer atemberaubenden Kulisse, die uns immer wieder zum Staunen bringt. Es fühlt sich fast so an, als wären wir die ersten Entdecker dieser wilden Landschaft.

Nach ein paar Stunden erreichen wir das Ende unserer Route. Die Pferde bringen uns sicher zurück, und als wir aus dem Sattel steigen, merken wir erst, wie sehr unsere Beine die ungewohnte Haltung gespürt haben. Trotzdem überwältigt uns ein Gefühl von Zufriedenheit – wir haben nicht nur die Schönheit des Bryce Canyon genossen, sondern auch die Herausforderung, uns mit den Pferden auf ein völlig neues Abenteuer einzulassen, gemeistert.

Der Reitausflug hat uns beeindruckt, zum Lachen gebracht und uns ein bisschen näher an die Magie des Wilden Westens herangeführt – ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Nach unserem eindrucksvollen Ritt und der Überlegung, wie wir zurück nach Page kommen sollten, entschieden wir uns – natürlich – für die Cottonwood Canyon Road. Die reguläre Route wäre sicherlich schneller und entspannter gewesen, aber nach der magischen Landschaft am Morgen war es keine Frage, dass wir noch einmal die staubige, abenteuerliche Dirt Road wählen würden. Wer braucht schon glatte Straßen, wenn man durch bunte Schluchten und vorbei an Felsformationen wie dem Cockscomb fahren kann? Freiheit, Abenteuer, Staub – alles, was das Herz begehrt.

Wieder in Page, machte sich dann der Hunger bemerkbar – und zwar so richtig. Unsere Suche führte uns zur DAM Bar, ein großes Lokal, das viel versprach: rustikale Atmosphäre, saftige Steaks und kühle Drinks. Als wir jedoch eintrafen, bemerkten wir etwas … Merkwürdiges. Der riesige Gastraum war fast leer – drei Tische, mehr nicht. Perfekt, dachten wir, und freuten uns auf ein schnelles Abendessen. Aber da hatten wir die Rechnung ohne die amerikanische Restaurantlogik gemacht.

Die Bedienung erklärte uns mit einem freundlichen, aber unerschütterlichen Lächeln: „Es wird etwa 30 Minuten dauern, bevor wir Ihnen einen Tisch zuweisen können.“ Wir starrten sie an, dann den leeren Gastraum – und fragten uns, ob wir uns verhört hatten. Doch nein, die Warteliste war real. Also setzten wir uns brav auf die dafür vorgesehenen Sofas, zusammen mit ein paar anderen, ähnlich ratlosen Gästen.

Während wir warteten, amüsierten wir uns damit, uns auszumalen, was wohl in einem deutschen Wirtshaus passieren würde, wenn man den hungrigen Gästen vor einer leeren Gaststube erklärt, sie müssten erstmal warten. Die Vorstellung war köstlich: laute Proteste, empörtes Kopfschütteln und vermutlich die ein oder andere Standpauke über „Kundenservice“. Hier hingegen warteten alle geduldig, als wäre das völlig normal.

Nach einer gefühlten Ewigkeit – okay, es waren tatsächlich 30 Minuten – wurde unser Name aufgerufen, und wir wurden zu einem Tischgeführt. Die Steaks? Ja, die waren gut. Der Abend? Unterhaltsam. Und die amerikanische Restaurantkultur? Eine Geheimwissenschaft, die uns wohl immer ein Rätsel bleiben wird.

Dam Plaza

Nach einem ausgiebigen Essen, das keine Wünsche offenließ, machten wir uns satt und zufrieden auf den Rückweg zu Bob’s Motel. Die Vorfreude auf eine heiße Dusche und das gemütliche Sofa war groß, doch als wir vor unserer Tür ankamen, erwartete uns eine kleine Überraschung: eine spontane BBQ-Party, direkt vor unserer Unterkunft.

Bob, unser Gastgeber und inoffizieller Bürgermeister von Page, hatte sich mit den anderen Gästen – ein paar netten Franzosen und Spaniern – angefreundet und kurzerhand einen Grillabend organisiert. „Kommt und setzt euch zu uns!“, rief er uns mit einem breiten Grinsen zu. „Europa muss komplett sein!“ Bob hielt ein Bier in der Hand und hatte sichtlich Spaß daran, die internationale Völkerverständigung direkt auf seinem Parkplatz voranzutreiben.

Die Einladung klang zwar verlockend, aber unser erschöpfter Zustand meldete sich deutlich zu Wort. Nach dem langen Tag und dem Reitausflug sagte mein Hinterteil ein klares Nein zur harten Holzbank vor der Tür. Ein Blick auf die Party genügte, um zu erkennen, dass Bob und seine Crew sich auch ohne uns prächtig amüsieren würden.

Wir verabschiedeten uns höflich, aber bestimmt, schleppten uns ins Zimmer und machten uns bettfertig. Der Plan: möglichst schnell ins Reich der Träume eintauchen – und zwar auf dem Bauch, um die Nachwirkungen des Reitens etwas zu entschärfen.

Die Geräusche der Party – Gelächter, klirrende Flaschen und das gelegentliche „Santé!“ oder „Salud!“ – drangen zwar durch die Wände, doch sie störten uns kein bisschen. Der wohlverdiente Schlaf hatte uns fest in seinen Armen, und die Abenteuer des Tages verblassten langsam, während wir uns auf die nächsten freuten.

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