Nachtshopping ohne Shopping – dafür mit Lichterglanz und Grillduft!
Es hätte so ein lässiger Start werden können. Frühstück? Fantastisch. Camper? Beladen. Laune? Bestens. Uhrzeit? Stolz wie Oskar: 11 Uhr, also pünktlich wie wir es geplant hatten. Den Enkeln winken, der Motor schnurrte, die Straße war frei – nur leider war eine Tasche nicht an Bord. Und zwar meine.
Nach exakt 3 Kilometern meldete sich mein inneres Navi: „Bitte wenden – Zielobjekt vergessen.“ Also zurück auf Start, einmal schnell ins Haus, Tasche geschnappt und diesmal wirklich los. Zweiter Versuch, jetzt aber richtig.
Die Route: Ulm – Bregenz – Liechtenstein (grüß Gott!) – San Bernardino-Tunnel – Chiasso – Italien! Bis zur Grenze lief alles wie geschmiert, dann kam der erste Reality-Check: 45 Minuten Grenzstau. Die Schweiz wollte uns wohl nicht so ohne Weiteres in den Italienurlaub entlassen. Aber wir blieben entspannt – bei 20°C, Sonnenschein und Urlaubsplaylist auf Anschlag.
Unser Etappenziel: das McArthurGlen Designer Outlet in Serravalle, die heilige Hallen moderner Schnäppchenjagd – mit kostenlosem Stellplatz für Camper (allein dafür Applaus!) und einem durchaus beachtlichen Stilfaktor, der irgendwo zwischen Las Vegas, toskanischer Altstadt und Instagram-Kulisse liegt. Die Bilder sprechen für sich: eleganter Eingangsbereich, glänzende Fassaden, rosa Blumenbeete, Springbrunnen – und ein Architektur-Mix, bei dem selbst der Eiffelturm einen zweiten Blick riskieren würde.

Eigentlich wollten wir erst am nächsten Tag shoppen – aber hey, wenn man schon da ist, und das Ding bis 20 Uhr offen hat… wir versuchten es zumindest. Doch statt Schnäppchen fanden wir vor allem eines: Hunger.
McArthurGlen Designer Outlet Serravalle
Nach einem wenig erfolgreichen Streifzug durchs Outlet (kulinarisch war da abends nicht mehr viel zu holen – außer ein paar übermüdeten McNuggets im McDonald’s), entdeckten wir den benachbarten Serravalle Retail Park mit Restaurants. Und dort blitzte uns das Schild vom Roadhouse Restaurant an – und zwar so verführerisch wie ein Texas-Cowboy mit Grillzange.
Wir ließen uns nicht lange bitten. Und was soll ich sagen? Die Steaks waren fantastisch. Richtig dicke Brummer, auf der heißen Platte serviert, mit dem „RAW“-Stick obendrauf, als wär’s eine Oscar-Nominierung fürs beste Fleisch in einer Nebenrolle. Innen zart, außen kross – und so groß, dass man hätte meinen können, sie kämen direkt von einem texanischen Rodeo-Stier. Ganz klar: der kulinarische Höhepunkt des Tages (okay, war ja auch der einzige, aber trotzdem).
Als wir zurück zum Outlet schlenderten, war dort schon Feierabend. Nur wir, die Nachtbeleuchtung – und ein Hauch von Hollywood-Feeling. Zwischen den glitzernden Arkaden, dem leeren McCafé und der fast unheimlich perfekt beleuchteten Piazza fühlte es sich an wie ein Filmset nach Drehschluss. Ruhig, still, aber wunderschön. Ein bisschen creaky, ein bisschen spooky – aber vor allem: magisch.
Nachts alleine im McArthurGlen Designer Outlet
Gegen 21:30 Uhr gaben wir dem Tag dann die finale Pointe: noch schnell Getränke im Supermarkt am Parkrand geholt (wer will schon in der Toskana ohne Notfall-Coke einschlafen), dann zurück zum Camper.
Morgen wird geshoppt. Heute aber war schon mal klar:
Selbst ein vergessener Taschen-Fehlstart kann in ein verdammt gutes Steak und einen Spaziergang durchs nächtliche Outlet-Paradies münden.
















