Und was war am Donnerstag und Freitag??
Aufmerksame Leser werden sich jetzt vielleicht fragen: Moment mal… die Woche hat doch auch noch einen Donnerstag und einen Freitag. Hat die Oma da etwa schlappgemacht? Nicht ganz.
Diese beiden Tage standen allerdings weniger im Zeichen von Sehenswürdigkeiten als vielmehr unter dem Motto „Alles, was Räder hat, braucht gerade unsere Aufmerksamkeit.“
Los ging es am Donnerstag mit Stefans Smart. Vor einiger Zeit hatte ihm beim Parken jemand unsanft die Vorfahrt genommen – genauer gesagt: jemand parkte rückwärts in den Smart hinein. Nun stand also der Werkstatttermin an. Das Auto musste morgens in den Esslinger Stadtteil Ruit gebracht werden. Natürlich liegt die Werkstatt nicht einfach irgendwo. Nein, sie liegt – wie könnte es anders sein – oben auf dem Berg.
Nachdem der Smart abgegeben war, blieb uns also nur zwei Möglichkeiten. Bus (langweilig) – oder Laufen. Also Laufen. Vier Kilometer, immerhin ohne Treppen.
Am Nachmittag passierte dann etwas äußerst Ungewöhnliches. Wir lagen tatsächlich faul auf dem Sofa. Ohne Zug, ohne Turm, ohne Museum und ohne Bahnhof. Ich glaube, wir mussten uns alle erst einmal davon überzeugen, dass man einen Urlaubstag tatsächlich auch im Sitzen verbringen kann.
Am Freitag wurde es dafür wieder etwas chaotischer.
Vor gut zwei Wochen war Stefan gemeinsam mit Noah auf unserer roten Vespa unterwegs, als ihnen an einer Kreuzung ein Auto rückwärts in den Roller fuhr. Die Vespa war danach wirtschaftlicher Totalschaden. Besonders ärgerlich, denn in wenigen Wochen soll sie uns eigentlich an die Amalfiküste begleiten.
Zum Glück landeten wir nach dem Unfall bei Gutachter Jürgen Schmid, der uns mit einer Ruhe und Kompetenz durch den gesamten Versicherungsdschungel lotste. Während wir noch überlegten, wie das alles wohl ausgehen würde, hatte er gefühlt schon den halben Papierkrieg erledigt. Das Ergebnis: Pünktlich vor unserem Italienurlaub stand tatsächlich wieder eine nagelneue rote Vespa für uns bereit.
Die musste allerdings erst einmal abgeholt werden. Und jetzt wurde es kompliziert.
Am selben Tag mussten nämlich auch Nadines Primavera und unsere Primavera zum Kundendienst. Drei Vespas. Zwei Fahrerinnen. Ein Neunjähriger. Und natürlich musste das Wetter ebenfalls seinen Senf dazugeben.
Also machten wir uns morgens auf den Weg zur Roller- & Motorrad Box nach Bonlanden. Zum Glück regnete es zunächst nur leicht. Dort gaben wir erst einmal beide Primaveras zum Kundendienst ab. „In zwei Stunden sind sie fertig“, hieß es. Perfekt. Während Nadine und Noah die Zeit sinnvoll nutzten und sich bei Edeka nebenan durch das Sortiment des Bäckers probierten, übernahm ich die neue rote GTS. Mit der fuhr ich nach Stuttgart zum Hauptbahnhof, stellte sie dort ab und stieg anschließend in den Bus zurück nach Bonlanden.
Warum dieser ganze Zirkus?
Ganz einfach: Wegen der Sperrung der Stuttgarter S-Bahn-Stammstrecke wäre eine Anreise mit den Öffentlichen von zu Hause aus ungefähr so kompliziert gewesen wie eine Weltreise mit zehn Mal Umsteigen. Meine Variante war das zwar auch umständlich – aber besser machbar.
Zurück in Bonlanden standen Nadine und Noah bereits vor der Werkstatt. Beide Primaveras waren fertig, alle Vespas wieder einsatzbereit und wir konnten uns auf den Heimweg machen. Genau in diesem Moment beschloss Petrus allerdings, dass Nieselregen nun wirklich genug gewesen sei. Jetzt regnete es richtig.
Also blieb nur noch ein vernünftiger Programmpunkt: McDonald’s. Nass aber satt fuhren kamen wir schließlich zu Hause an.
Am Nachmittag machte sich Stefan dann noch mit der Bahn auf den Weg nach Stuttgart und holte seine neue rote Vespa am Hauptbahnhof ab. Falls ihr beim Lesen gerade den Überblick verloren habt… Keine Sorge. Ich zwischendurch auch. Irgendwie funktionierte dieses rollende Schachspiel aber tatsächlich. Am Ende standen alle Fahrzeuge dort, wo sie hingehörten.
Und Noah?
Der hatte innerhalb einer einzigen Woche den höchsten Kirchturm der Welt erklommen, die Allianz Arena erkundet, war für einen Tag nach Paris gefahren, hatte Werkstattlogistik auf schwäbisch erlebt und die Regen-Rollerfahrt überstanden.
Die nächsten drei Ferienwochen verbringt er wieder ganz normal in der Ferienbetreuung auf der Jugendfarm Esslingen.
Dort gibt es Ponys, Ziegen, Schafe und jede Menge andere Kinder. Ich werde also durch Schaf und Ziege ersetzt.
Damit kann ich leben. Schließlich brauche ich nach dieser Woche ohnehin erst einmal Urlaub. 😉








