Von Lenox nach Burlington – ein Sheriff, ein heiliger Berg und sehr viel Eiscreme
Unser Morgen in Lenox begann mit einer kleinen Erkenntnis: Das Wagon Wheel Inn konnte einiges, aber Frühstück gehörte nicht dazu. Macht nichts. Direkt auf der anderen Straßenseite lag Electra’s Cafe, und weil wir ohnehin nicht vorhatten, den Tag mit eingeschweißtem Muffin und Automatenkaffee zu beginnen, marschierten wir hinüber. Beim Betreten wurden wir allerdings von bemerkenswerter Leere begrüßt. Kein Gewusel, keine vollbesetzten Tische, nicht einmal ein einzelner Stammgast mit Zeitung. Nur wir. Für einen kurzen Moment fragte ich mich, ob die Einheimischen vielleicht etwas wussten, was wir noch nicht wussten. Andererseits hatte uns auch niemand gewarnt, also setzten wir uns einfach hin und bestellten.
Das war eine sehr gute Entscheidung. Mein Pancake-Stapel kam fluffig und großzügig auf den Tisch, während Stefan vor einer Kombination aus Eiern, Würstchen und Speck saß, die jede weitere Nahrungsaufnahme vor Mittag eigentlich unnötig gemacht hätte. Das Café war leer, das Essen hervorragend und damit war unsere anfängliche Skepsis offiziell erledigt. Vielleicht waren die Einheimischen einfach alle arbeiten. Wir dagegen hatten Urlaub und konnten uns um deutlich wichtigere Dinge kümmern, zum Beispiel darum, wie viel Ahornsirup man auf Pancakes gießen kann, bevor die Statik gefährdet ist.
Gut gestärkt fuhren wir weiter auf der US 7 Richtung Norden. Hinter uns lagen die Berkshires, vor uns Vermont. Die Straße führte durch kleine Orte, vorbei an Seen und immer wieder durch dichten Wald, und nach etwa einer Stunde überquerten wir die Staatsgrenze. Vermont gehört zu den kleineren US-Bundesstaaten und ist zugleich dünn besiedelt, was man ziemlich schnell merkte. Die Häuser wurden weniger, die Hügel grüner und die Landschaft weiter. Auf den Kennzeichen stand nicht umsonst „Green Mountain State“. Vermont trug seinen Werbeslogan ziemlich überzeugend zur Schau.
Je weiter wir nach Norden kamen, desto mehr hatte diese Landschaft etwas angenehm Unaufgeregtes. Keine spektakulären Felsformationen, keine riesigen Städte, kein touristisches Großfeuerwerk. Stattdessen grüne Berge, Wälder, kleine Seen und Orte, die aussahen, als würde man dort morgens noch wissen, wem der Pickup vor dem Diner gehört. Genau deswegen waren wir hier.
In Bennington entdeckten wir dann die Route 7A, und die erwies sich als Volltreffer. Während die US 7 eher zielstrebig Richtung Norden führt, schlängelte sich die 7A deutlich gemütlicher durch das Tal nach Manchester. Kleine Dörfer, alte Holzhäuser, Flüsse, Wälder und am Straßenrand immer wieder Stände mit Kürbissen und Ahornsirup. Das war Neuengland in seiner dekorativsten Form. Man hätte stellenweise nur noch ein Schild „Bitte fotografieren“ danebenstellen müssen.
Die Straße war fast leer, und genau das ist ja immer ein bisschen gefährlich. Wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist, bekommt ein Fahrer – insbesondere mein Stefan – schnell das Gefühl, die Verkehrsregeln seien nur noch so eine lose Empfehlung. Ich schaute irgendwann nach vorn und sagte zu Stefan sinngemäß, er solle vielleicht nicht ganz so sportlich unterwegs sein. Der kleine Punkt am Horizont könnte schließlich theoretisch ein Sheriff sein.
Manchmal sollte man solche Dinge nicht aussprechen. Wenig später sah ich im Außen-Rückspiegel ein Polizeiauto wenden. Dann ging das Blaulicht an. Ich glaube, mein erster Gedanke war ungefähr: Wirklich jetzt? Schon wieder?
Es war innerhalb unserer USA-Reisen nicht die erste Begegnung mit amerikanischer Polizei, und irgendwann entwickelt man da eine gewisse Routine. Stefan hielt an, blieb im Auto sitzen und ließ die Hände gut sichtbar am Lenkrad. Nicht aussteigen, nicht hektisch im Handschuhfach herumwühlen und möglichst vermeiden, dass irgendeine Bewegung nach „Ich greife jetzt nach etwas Unbekanntem“ aussieht. Man kennt schließlich genug Filme, und in meinem Kopf tauchte zusätzlich ausgerechnet jene Szene aus „No Country for Old Men“ auf, in der ein vollkommen unschuldig wirkender Straßenkontakt mit einem Bolzenschussgerät endet.
Der Officer kam zu uns und war glücklicherweise das genaue Gegenteil eines Film-Bösewichts. Freundlich, ruhig und eher interessiert daran, woher wir kamen und wohin wir unterwegs waren. Stefan hatte tatsächlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung übersehen, damit war der Fall zunächst ziemlich eindeutig. Wir gaben ihm Führerschein und Mietwagenpapiere, er ging zurück zu seinem Auto, und dann begann dieses unvermeidliche Warten, bei dem fünf Minuten plötzlich erstaunlich lang werden.
Irgendwann kam er zurück und hatte einen grünen Zettel dabei. Keine Rechnung, keine böse Überraschung, sondern eine schriftliche Verwarnung. Er erklärte uns freundlich, dass er es dieses Mal dabei belassen würde, wünschte uns eine gute Weiterfahrt und damit war die Sache erledigt. Ein Blick auf den Zettel zeigte später, dass uns der Spaß sonst 151 Dollar gekostet hätte. 151 Dollar, Stefan!
Für ein bisschen zu viel Schwung auf einer hübschen Straße. Damit war der pädagogische Effekt hervorragend erzielt, und Stefan fuhr die nächsten Kilometer auffällig gesetzestreu weiter.
Kurz vor Manchester zweigten wir Richtung Mount Equinox ab. Dort beginnt der Skyline Drive, eine knapp zehn Kilometer lange Privatstraße, die sich bis auf rund 1.175 Meter Höhe hinaufzieht. Schon die Einfahrt wirkte ein wenig ungewöhnlich. Neben der geschlossenen Schranke stand ein kleines Haus, in dem eine freundliche Frau uns eine Münze verkaufte, die wir anschließend in die Schranke werfen mussten, damit sie sich öffnete. So weit, so amerikanisch.
Dann fiel mein Blick in die Auslage. Bibeln. Kreuze. Heiligenbilder. Religiöse Bücher. Noch mehr Kreuze. Ich stand da und dachte nur: Wo zum Teufel sind wir hier gelandet? Was natürlich in diesem Zusammenhang eine ausgesprochen unpassende Formulierung war.

Nachdem wir die Münze erfolgreich versenkt hatten, öffnete sich die Schranke und wir fuhren los. Die Straße stieg sofort kräftig an, kurvte durch dichten Wald und bot immer wieder kleine Aussichtspunkte, an denen wir anhielten. Mit jedem Höhenmeter öffnete sich der Blick weiter über die Green Mountains. Wolkenschatten wanderten über die Berghänge, dazwischen lagen dunkle Wälder und weit entfernte Täler, und irgendwann standen wir an einem Aussichtspunkt und wussten wieder genau, warum wir diese Route gewählt hatten.
Der Blick war wirklich großartig. Nicht spektakulär im Sinne von dramatisch und schroff, sondern weit, grün und ruhig. Vermont lag unter uns wie ein riesiger Teppich aus Wald und Hügeln. Durch die tief ziehenden Wolken änderte sich das Licht ständig, und jedes Mal sah die Landschaft ein bisschen anders aus. Also wurden natürlich Fotos gemacht. Viele.
Oben angekommen erwarteten uns ein Besucherzentrum und mehrere kleine Wanderwege. Wir entschieden uns für den Lookout Rock Trail, einen kurzen Naturpfad durch den Wald. Nach der gestrigen Nummer mit Bash Bish Falls waren wir bei dem Wort „Trail“ allerdings inzwischen leicht sensibilisiert und schauten vorsichtshalber zweimal hin, ob irgendwo etwas von „steep descent“ oder „800 Meter zurück bergauf“ stand. Tat es nicht.
Der Weg war angenehm, schmal und schattig, führte durch dichten Wald und endete an einem Aussichtspunkt. Dort sahen wir ehrlich gesagt nicht sehr viel mehr als vom Besucherzentrum aus, aber immerhin hatten wir uns bewegt. Und nach einem Frühstück aus Pancakes, Eiern, Würstchen und Speck ist Bewegung grundsätzlich eine sinnvolle Idee. Zurück am Besucherzentrum standen wir noch eine Weile auf der Terrasse, studierten die Hinweistafeln und versuchten herauszufinden, welche Berge da draußen eigentlich welche waren. Bei so einer Fernsicht fühlt man sich kurzfristig immer sehr geografisch gebildet, bis man zehn Minuten später wieder nicht mehr weiß, welcher Gipfel jetzt rechts war.
Nach etwa einer Stunde auf dem Mount Equinox machten wir uns wieder auf den Weg ins Tal. Die letzten Meilen auf der Route 7A führten uns nach Manchester, wo wir im Little Rooster Cafe Mittagspause machten. Bei angenehmen 22 Grad saßen wir draußen, die Stühle wippten ein wenig, wir teilten uns ein Ethan Allen Sandwich und genossen einfach die Ruhe. Nach dem Sheriff, der Bergstraße und den vielen Fotostopps war das genau richtig.
In Manchester endete die 7A und wir wechselten wieder auf die US 7 Richtung Norden. Jetzt lagen noch einige Stunden Fahrt vor uns. Vermont zog in seinem eigenen Tempo an uns vorbei: kleine Orte, Wald, Wiesen, immer wieder einzelne Farmen und diese typische Mischung aus gepflegt und ein bisschen rustikal. Gegen 15:30 Uhr erreichten wir schließlich Waterbury.
Und Waterbury hatte für uns einen ganz besonderen Grund, dort anzuhalten: Ben & Jerry’s.
Jetzt reden wir nicht von irgendeinem Supermarktregal mit ein paar Eisbechern, sondern von der eigentlichen Fabrik. Dem Ort, an dem Eis produziert wird. Dem Ort, an dem Sorten entstehen. Dem Ort, an dem man sich ernsthaft fragen kann, warum berufliche Orientierungsgespräche in der Schule nie auf „Eissortenentwickler in Vermont“ hinauslaufen.
Schon bei der Anfahrt passte alles ins Bild. Schwarz-weiße Kühe auf den Wiesen, grüne Hügel ringsherum und dann das bunte Gelände der Fabrik. Auf dem Parkplatz war ordentlich Betrieb, obwohl es ein ganz normaler Wochentag war. Offenbar hatten noch mehr Menschen beschlossen, dass ein Besuch in einer Eisfabrik zu den wichtigen kulturellen Dingen des Lebens gehört.
Wir kauften Tickets für die etwa 30-minütige Führung, die gerade einmal vier Dollar kostete. Schon die Eingangshalle machte klar, dass Ben & Jerry’s keine Firma ist, die sich mit nüchterner Zurückhaltung beschäftigt. Überall bunte Farben, Glaskästen, alte Zeitungsausschnitte, Fotos, Erinnerungsstücke und eine Gestaltung, die ungefähr aussah, als hätten Hippies, Kühe und eine Werbeagentur gemeinsam einen Raum eingerichtet.
Dann ertönte eine Kuhglocke. Das war das Startsignal. Unsere Gruppe wurde zunächst ins „Cow Over the Moon Theater“ geführt, wo ein kurzer Film die Geschichte von Ben Cohen und Jerry Greenfield erzählte. Aus einer kleinen Eisdiele in einer alten Tankstelle war innerhalb von wenigen Jahrzehnten ein weltbekanntes Unternehmen geworden. Natürlich kam die Geschichte nicht ohne bunte Animationen, Kühe und den Hinweis auf soziale und ökologische Verantwortung aus. Das gehört bei Ben & Jerry’s inzwischen genauso zur Marke wie große Stückchen irgendetwas im Eis.

Anschließend ging es zur Produktion. Durch große Glasscheiben konnten wir in die eigentliche Halle schauen. Fotografieren war dort leider verboten, aber dafür bekamen wir erklärt, wie die Abläufe funktionieren. Rund 300.000 Becher Eis können dort pro Tag produziert werden, was eine Zahl ist, die man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen muss. Vor allem, wenn man weiß, dass die Milch aus der Region kommt und über Programme wie „Caring Dairy“ lokale Bauern unterstützt werden.
Mich interessierte in diesem Moment allerdings vor allem eine andere Frage: Wann dürfen wir probieren? Die Antwort kam kurz darauf. Im sogenannten FlavoRoom bekamen wir die Sorte, die an diesem Tag produziert wurde: Caramel Apple. Und die war richtig lecker.
Damit war die Tour natürlich bereits erfolgreich. Man kann mir viel über Nachhaltigkeit, Produktionsmengen und Unternehmensgeschichte erzählen, aber am Ende muss Eis schmecken. Caramel Apple bestand diesen Test mühelos. Noch interessanter wurde es nebenan im Flavor Lab. Dort konnten wir einem Mitarbeiter dabei zusehen, wie neue Kombinationen ausprobiert wurden. Verschiedene Zutaten, unterschiedliche Mischungen, testen, verändern, wieder probieren. Ein Beruf, bei dem man vermutlich nie sagen kann: „Heute war richtig schlimm, ich musste acht Sorten Eis essen.“
Als unsere Tourguide dann auch noch erklärte, dass Mitarbeiter täglich mehrere Becher Eis mit nach Hause nehmen dürfen und zusätzlich eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft bekommen, musste ich lachen. Das ist immerhin konsequent. Erst Kalorien liefern, dann direkt die passende Gegenmaßnahme dazu.
Nach der Führung waren wir natürlich noch nicht fertig. Im Scoop Shop gab es schließlich noch jede Menge Sorten, die man bei uns zu Hause nicht einfach bekommt. Die Auswahl war entsprechend gefährlich. Ich entschied mich für „Coffee Coffee BuzzBuzzBuzz“, Stefan nahm „Berry Berry Extraordinary“. Beide hervorragend. Und wenn man schon in einer Eisfabrik steht, gilt ein Becher streng genommen ohnehin nicht als Dessert, sondern als Produktstudie.
Danach liefen wir noch den kleinen Hügel hinter der Fabrik hinauf zum Flavor Graveyard. Dort werden eingestellte Eissorten mit Grabsteinen gewürdigt. Das ist völlig absurd und gleichzeitig großartig. Jedes Jahr verschwinden Sorten wieder aus dem Programm, und statt sie einfach still aus der Tiefkühltruhe zu nehmen, bekommen sie hier ein richtiges kleines Grab mit Namen und witzigem Spruch.
Wir liefen an White Russian, Sweet Potato Pie und Peanut Butter and Jelly vorbei und mussten bei einigen Sorten durchaus Verständnis für ihr Ableben aufbringen. Besonders „Schweddy Balls“ war ein Name, bei dem man sich schon fragte, ob wirklich niemand in irgendeiner Marketingrunde einmal gesagt hatte: Leute, vielleicht lassen wir das lieber. Andererseits: Wir standen auf einem Friedhof für Eiscreme. Normale Maßstäbe waren ohnehin bereits überschritten.
Es war bereits 17 Uhr, und wir mussten allmählich aufbrechen, denn unser Ziel war es, rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Lake Champlain zu sein. Unser Hotel befand sich in Burlington, was bedeutete, dass uns noch eine gute halbe Stunde Fahrt bevorstand. Zunächst planten wir, kurz in unserem Zimmer einzuchecken. Allerdings erwies sich dies als eine kleine Herausforderung, als die Angestellte an der Rezeption unsere Buchung nicht finden konnte.
Sie wollte wissen, wann wir unsere Buchung vorgenommen hatten, und ich antwortete, dass dies vor etwa sechs Monaten gewesen sei. Daraufhin meinte sie, dass dies viel zu lange her sei und dass sie unsere Reservierung im System nicht mehr finden könne. Bitte was?! Ich zeigte ihr die Buchungsbestätigung von Booking.com. Sie durchsuchte die Daten und meinte dann sie kann bei „Expedia“ nichts finden. Verwirrt schaute ich sie an und schlug vor, einfach bei „Booking“ nachzusehen. Und siehe da, nach 20(!) Minuten wurde unsere Buchung endlich gefunden.
Irgendwann bekamen wir tatsächlich Zimmer 200 und konnten das Gepäck abladen. Viel Zeit zum Einleben blieb nicht. Wir sprangen wieder ins Auto und fuhren zunächst zum Overlook Park, weil wir gelesen hatten, dass der Sonnenuntergang dort besonders schön sein sollte. Theoretisch.
In der Praxis blickten wir zwar Richtung Lake Champlain, aber der See lag ziemlich weit entfernt und ein paar Häuser standen auch noch dekorativ im Weg. Das war nett, aber nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Für einen wirklich schönen Sonnenuntergang war uns das zu viel „irgendwo da hinten ist Wasser“. Also Planänderung.
Wir fuhren direkt hinunter zum Waterfront Park. Rund 20 Minuten später fanden wir sogar einen kostenlosen Parkplatz, und plötzlich passte alles. Der See lag direkt vor uns, dahinter die Berge, die Sonne stand tief und tauchte den Himmel langsam in warme Farben. Genau dafür waren wir hergekommen.

Lake Champlain wirkte am Abend unglaublich ruhig. Das Wasser spiegelte das Licht, Menschen saßen am Ufer oder liefen entlang der Promenade und die Sonne verschwand langsam hinter den Bergen. Nach diesem langen Tag mit Sheriff, Mount Equinox und Ben & Jerry’s war das ein ziemlich perfekter Abschluss.
Wir schlenderten anschließend noch ein Stück entlang der Lake Street. Vor den Restaurants an der Waterfront standen bereits Menschen Schlange, und die Preise sahen so aus, als würde man den Sonnenuntergang direkt mitbezahlen. Darauf hatten wir keine Lust. Wir wollten kein „romantisches Dinner mit Seeblick“, wir wollten ordentlich essen.
Und wer uns kennt, weiß, wohin das meistens führt. Ins Texas Roadhouse. Nur etwa 15 Minuten entfernt. Stefan erklärte auf dem Weg, er habe heute gar nicht so großen Hunger. Dann bestellte er Spareribs. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, welche Definition von „nicht so viel Hunger“ er an diesem Abend verwendete. Vielleicht meinte er im Vergleich zu einem halben Rind.
Ich nahm mein gewohntes Ribeye, Stefan bekam seine „kleine“ Portion Ribs und natürlich standen vorher wieder die warmen Dinner Rolls mit Zimtbutter auf dem Tisch, die jedes ernsthafte Vorhaben, sich beim Essen zurückzuhalten, bereits in den ersten fünf Minuten zerstören.
Damit war der Tag endgültig abgeschlossen. Hinter uns lagen Vermonts grüne Straßen, ein freundlicher Sheriff mit 151-Dollar-Erziehungsauftrag, ein heiliger Berg mit Münzschranke, eine Eisfabrik samt Friedhof und ein Sonnenuntergang am Lake Champlain. Und irgendwo in Waterbury ruhte „Schweddy Balls“ friedlich zwischen anderen gescheiterten Eissorten.
Vermont gefiel uns. Sehr sogar.






































